Ausgabe 
15.6.1899 Zweites Blatt
 
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dem Philipps-Orden 2. Klasse mit Krone dekoriert. Als I Pension bezieht derselbe infolge Gehaltsausbesserung ein Gehalt wie noch rein hessischer Volksschullehrer vor ihm. I Möge er sich dessen noch lange erfreuen!

* Das Feldbergfest ist am Sonntag einmal so wie seit vielen Jahren nicht vom Wetter begünstigt worden und I natürlich ist denn auch die Teilnahme an demselben unge- I wohnlich groß g-w°f-n. Di-Zahl d°r-r di- noch d'-Abend, züqe nach Kronberg benützten, um bet Fackel- und Lampion- I Beleuchtung die Wanderung nach dem Bergesgipsel zu machen I und dort den Sonnenaufgang zu beobachten, zählte bereits nach Tausenden, das Gros der Teilnehmer folgte indessen erst am Sonntag mit den Frühzügen. Und diese waren denn auch alle überfüllt, wo nur ein Plätzchen frei war, auf dem allenfalls ein Mensch stehen konnte, da wurde es | in Anspruch genommen, und hätten die Passagiere nicht alle Über den notwendigen Humor versügt, dann würden sie die Unbequemlichkeiten dieser Reise recht sehr empfunden haben. Das Leben und Treiben auf dem Berge entwickelte sich bei i der prächtigen Witterung natürlich ungemein We' au> dem weiten Plateau und an den Hängen, in den Feldoer^ Häusern und den luftigen Wirtszelten drängte und schob sich eine schier unübersehbare Menge, und die Turner ha ten vielfach recht große Mühe, die Bahnen für Läufer und Springer sreizuhalten. Am Turnen beteiligten sich diesmal über 500 Turner, unter denen sich auch der Berliner Alfred Flatow, der Sieger beim jüngsten deutschen Turnfest in Hamburg, befand. Widrige Zufälle und die schüfe Kon­kurrenz brachten es indessen zuwege, daß dieser vollständig leer ausgehen mußte. Geturnt wurde so vorzüglich, daß die höchste Punktzahl (40) von nicht wen^er als 3 Turnern erreicht wurde ein Fall, der in der Geschichte der Feld-

I bergfeste einzig dasteht.__

JuM Müßte einem Laien, einem Dilettanten obliegen. Wir I woM k»ies der Justiz nicht wünschen, wollen aber auch von tert Mz die gleiche Einsicht für andere Berufe erwarten.

IC|a (bei Nidda), 11. Juni. Heute nachmittag machte betrat! Jahre alte Landwirt Johannes Fleischer von I h.°to!,in-m Sehen durch Erhängen em ffinbc Nachdem bc Hlbe noch im Kreise seiner Angehörigen den Nachmittags- ka'Pl ^trunken, entfernte er sich aus dem Zimmer unter bemkmwande, dem Pferde Futter geben zu wollen Etwa ei, Mhalbe Stunde darnach fand ihn feine Tochter als Leiche I in ; In Scheune. An einer Sprosse der Scheunenleiter hatte en sich erhängt. Obwohl von ärztlicher Seite sofort Wieden be'Äli'gsversuche angestellt wurden, blieben dieselben doch otw (Erfolg. Fleischer lebte in sehr guten geordneten Ber- hc Wissen. Doch zeigten sich bei dem Lebensmüden schon se iii innigen Jahren Spuren von Tiefsinn, und ist die un- gchichlige That wohl eine Folge dieser unheilvollen

^Isiiiedberg, 10. Juni. Dem ältesten Schriftsetzer der B! ckmagel'schen Buchdruckerei, Herrn May, der jetzt un- u Trülbrochen 42 Jahre lang in dieser Offiz,n thattg gewesen is ü ipiir.be heute von Herrn Geh. Regierungsrat Dr. Braden d,M,ih« von Sr. König!. Hoheit dem Großherzog verliehene EilhinzuichenFür treue Dienste" überreicht.

Tnrmstadt, 12. Juni. Die Errichtung einer Handels­hochschule wird von Seiten der Stadt Frankfurt aus eioft^t in die Hand genommen. Der Stabtverorbneten- A-chmmlung ist neuerdings eine diesen Gegenstand beharr b'tebbt iMagistratsvorlage zugegangen, die mit dem Antrag sMikßt die Versammlung wolle zustimmen, daß für eine h.E zu errichtende Anstalt ein jährlicher Zuschuß von im q, 30000 Mk. bewilligt wird. Die von der Wormser /limdewkammer ergangene Anregung, eine Handelshochschule nu Darmstadt im Anschluß an die polytechnische Hoch- W üu errichten, scheint nicht auf fruchtbaren Boden q;iei zu fein. Wenigstens verlautet Nichts mehr über

sKrasversteigerung.

EitnStag den 20. J««i mb das Heugras von den vierzig Bürgen in der Gemarkung Koln- He, fowie das Heu- und Grummet- jrß von den Wiefen im Langenzug iKtsigert. Beginn 9 Uhr vor- ütttug# bei dem Kolnhäufer Hof.

Lmsburg, den 12. Juni 1899. .O Gräfl. Oberförsterei.

wieder Wagen und Personal zurückgekehrt. Dem Vernehmen nach sind über vierundzwanzig Nachzüge von ^r abgelasser worden, keiner soll unter zwanzig Wagen stark gewesen fern. Trotzalledem ist alles glatt »erlaufen,

Willen zurück geblieben, und wenn der Hauptzug gefüllt war, wurden die Nachkömmlinge in den Nachzug verwiefen Koupees mit 10-15 Personen waren leine Seltenheit. Unter 1000 MannBesatzung" ging Jem Zug ab. Die Bahnverwaltung verdient diesmal wirklich eine befand Anerkennung sür das Geleistete. Ins Riesenhastt wuchs gestern auch der Tramverkehr. Die Frankfurter Straßen­bahnen vereinnahmten gestern 19 500 Mk., d. ,. bie roeit^i höchste Tageseinnahme, die hier je erzielt worden ist- ® schlägt alle vorherigen Ziffer um 25 Prozent und entspricht

I eine/Beförderung von etwa einer Diertelmillivn Personen. Die Verwaltung hatte jeden Mann und jedes Roß in Dienst gestellt. Unaufhörlich rollten diebesetzten" Wagen einher, und an den Hauptumsteigestellen, ja selbst an den End­stationen, waren nur mit Geduld und Entschlossenheit Platze

arQnlfutt a. M., 12. Juni. Ueber den Besuch der Ausstellung der deutschen Landwirtschasts-Gesellschast I schreibt ein Mitarbeiter derFranks. Ztg."- Am Samstag, dem dritten Tag der Ausstellung, lösten 16520 Personen I Eintrittskarten; im Jahre 1887 waren es ?b?6.Frankfur steht aeaen Bremen mit 17 278, Magdeburg 17 803, Berlin 19097 München 21120, Hamburg 27 649, Stuttgart I 29163, erst an siebenter Stelle. Anders ist es mit dem oeftriaen Sonntag, an dem der Besuch em ganz riesiger war, I er belief sich auf 60825 Personen gegen 20006 im Jahre 1887 und er wird nur von Hamburg mit 67 794 Personen übertroffen. Der Gesamtbesuch beläuft sich bis jetzt auf über 93000 Personen. Voraussichtlich dürfte die Gesell­schaft, da auch heute wieder der Andrang überaus stark ist, hier ohne Defizit durchkommen. Nach anderen Mitteilungen wird doch mit einem Defizit von 50000 Mk. zu rechnen sein. Am aeftriaen Sonntag wurden 21000, im ganzen bis gestern 42000 Eisenbahnfahrkarten auf der Ausstellung abgestempelt. Die Wirte in der Ausstellung und Umgebung bis zum Hauptbahnhof machten glänzende Geschäfte, sie hatten o ziemlich alle bis zum Abend lerne Vorräte mehr. Trotz des I außerordentlichen Menschenandrangs hat sich der Verkehr ohne jeden Unfall von Bedeutung abgewick lt, wenigstens beschränkte sich die Thätigkeit der auf dem Platz anwesenden Sanitätswache nur auf ganz leichte zufällige Verletzungen. Ein solch enormer Verkehr, wie er gestern tm Hauptbahn­hof herrschte, war kaum jemals vorher da. Man schätzt die Zahl der gestern in Frankfurt anwesenden Fremden aus über 100000. Allein von den Stationen der Mam-Neckar- Bahn wurden über 10.000 Karten nach Frankfurt verkauft. Rechnet man als von allen üBrigen hier einmunbenben Linien etwa 60000 hierher ausgegebene Karten hinzu, fo sinb an 70000 Personen mit bet Bahn angelangt. Vom I frühen Morgen bis zum späten Abenb war ber Hauptbahn­hofschwarz von Menschen". Von 6 Uhr nachmittags an war bas Gebränge beängftigenb. Em Gluck sür d,e Bahn­verwaltung, baß eben von 6 Uhr an schon die Rückreisen begannen. Sonst wäre es unmöglich gewesen das viel­tausendköpfige Publikum rechtzeitig zuruck zu beordern. Wie wir hören, wurden um 10 V2 Uhr die letzten Refervewagen I und das letzte Reservepersonal ins Treffen geführt. Dann I entstand eine halbstündige Pause, und dann waren auch

3 9 * Wien, 13. Juni. Aufsehen erregt im hiesigen Be- ,irk Währing die Entführung der Tochter «ned an- aefebenen Hoteliers und ehemaligen Gememderates durch den holländischen Pianisten Sieveking, welcher 'M votigen ^ahre in Ischl die viel genannte Affaire wegen Relig'ons' Störung hatte. Der Ausenthalt des Paares ist unbekann

London, Juni. Die Frauenfrage im Unter­haus. Das Unterhaus hat letzthin mit 196 gegen Stimmen ein Amendement zur London GovernmeM Bill

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freie Hand. Der liberal- EkMMlster sir L-niy J°rl-r uni-rstützi- das Amendement aber nur mit einem und nicht weiter"; er verwahrt- sich mit großer Schär e daqeqem daß Frauen je Bürgermeister, Erzbischöfe, Gene- ra®c 8 Polizeidiener oder Parlamentsabgeordnete werden dürfen Am -isrigsten sprach gegen den Antrag der sonst so radikale Labouchere:Er ist das dünne Ende, ries er, wir wollen fest bleiben, wir wollen Männer fern. Nieman ist ein wärmerer B-wunderer der Frauen an ihrem teilten Platz als ich, Es gibt Frauen, die, weil sie als Frauen keinen Erfolg haben, erfolglose Mann^ zu '-'N versuchen. Widerstehen wir 'huen...Labbys Warnungs ruf half nichts. Das Haus amüsierte sich köstlich, wie es

I sich denn überhaupt noch nicht dazu bringeni kann, s ganze Frage wirklich ernst zu nehmen. (M. N. N.) 9 * Schweizerische General ABonnements Karten. Die ver-

I einigten Schweizerischen Eisenbahnen haben eine neue ®n - richtung getroffen, die besonders sür Geschäftsreisende, die sich 2 bis 4 Wochen in der Schweiz aufhalten und dort viel hin- und Herreisen wollen, von großer Wichtigkeit ist. Aber auch für Vergnügungsreisende, die wahrend ihres Aufenthaltes in der Schweiz sich nicht an einem Punkte

I festsetzen sondern verschiedene Touren unternehmen, hab diese General-Abonnements-Karten großen Wert. Dlefilben stellen eine Art Passepartout für famtliche Verwaltungen der Schweiz dar und können wahrend de

I Zeitraums, auf den sie lauten, also 15 bezüglich 30 Tag fn ganz beliebiger Weis- für alle in der Schweiz verkehrenden Eis-nbahnzüge benutzt werden. Die Karten h=8cn

I Carl Stanqeus ReiseBureau Berlin W., Mohren­straße 10, wo auch die näheren Bedingungen eingesehen werden können, zum Verkauf auf. Der Bestellung ist eine

b ^"ubach o. M., 12. Juni. D-r Kommandeur des SAßh Jnsanterie-Regiments Nr. 168, Oberst Hermann " ..hamneken, ist gestern abend um V-10 Uhr tat stadt- I i ij^n ^.rankenhause an den Folgen einer Bauchfellentzündung ci Sorben. Herr v. Hanneken ist der tückischen Krank- t h(it ii wenigen Tagen erlegen. - Der Verstorbene war ; (di B)bn des Generalleutnants v. Hanneken am 13. Mai 1.847 im Berlin geboren; er besuchte zunächst das Gymnasium i tu Mel und bezog bann bas Kabettenkorps zu Bensberg, tzi'üi ci später mit dem Berliner Kadettenkorps vertauschte. tUm 7 April 1866 wurde er zum Leutnant, am 10. Februar I II872 Mm Oberleutnant, am 29. März 1373 zum Haupt- I r» 'befördert, und als solcher gehörte-er 8'Jahre dem li 18. Mf.-Regt. in Mainz an. Im Jahre 1887 wurde er I tm Kb. Jnf.-Regt. nach Gotha versetzt, wo er im folgenden I -gohie rum Major, 1890 zum Bataillonskommandeur er- r .M wurde. 1892 wurde ihm das Kommando des Jager- t eotaiOconö zu Kolmar übertragen, 1893 erfüllte feine Er- I ri.nnmig zum Oberstleutnant und am 22. Marz 1897 mürbe ttnwx Beförderung zum Oberst m,t dem Kommando d-s TiwWlbtten 168. Jnf.-Regts. betraut. Als >unger Leutnant f W ![ 1866 bei Königgrätz unb Jc-lN, unb im Emigung«. iBoc 1870/71 ftanb er bei Gravelotte >m Feuer, hatte er Cennl an ber Einschließung von Metz unb PariS unb an im Gefechten von Charnpignh, P-SrneS, DSle, P°r-c-h- 'Mmcharb, Salins unb Pontarlier. Zahlreiche Orben f ichiitkten bie Brust bes Frühverblichenen

Dffenb. Ztg.

Aus dem Odenwald, 12. Juni. Die, infolge einer vor fdBQ sieben Jahren in der Zweiten Kammer gegebenen Intsiung von feiten der Forstbehörden an zahlreichen MM im Odenwald angestellten Versuche, den Anbau von Meiiselbeeren zu kultivieren, sind überall fehlgeschlagen, 1 j.ttzt steht fest, daß die Bodenverhältnisse hierfür im DmMald durchaus ungünstig sind.

Mainz, 11. Juni. Dieser Tage trat der dienMeste . Sifrerr Hessens, Oberlehrer Kübel zu Mainz, in deni Ruhe­nd. Derselbe war im Dienste wohl der vom Glücke am öiitciit begünstigte, feierte er doch sein fünfzig- tote fein fech- . Ariges Dienstjubiläum, stand 61 Jahre im Dienst und Mi Iheute im 81. Lebensjahre. Oberlehrer Kübel ist mit

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