Ausgabe 
15.4.1899 Zweites Blatt
 
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der« Aviner etwas in der Abnahme begriffen zu sein scheint,

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Jede sorgsame Mutter sollte auf den Rat de« Arzte« hören und beim Waschen der Kinder die ärztlich em* psoblme Patent-Myrrholtn-Seife anwenden. So schreibt z. B. ein bekannter Arzt:Set meinem Kindchen (z. Z. V, Jahr alt) wegen oberflächlicher Haut­schrunden rc. zu Waschungen in Gebrauch ge­nommen, hat sich großartig bewährt." Die Patent-Myrrholin-Seife, welche überall, auch in den Apotheken erhältlich, ist bereits in vielen Familien unentbehrlich geworden.

irit:tiig6 von 3 bis 6 Uhr.

♦Aloin, 12. April. Unter zeitweiligen heftigen Nieder- fchßjgen wurde gestern abend und im Laufe der Nacht die tempere tur immer winterlicher, und heute morgen nach drei Uhm trai: anstelle der Regengüsse starker Schneefall ein.

>r weiß gehüllt wurden die Leute, die um diese Zeit bitt btrußen begehen mußten. Aus Leipzig, Erfurt, Kiel neMl Leute der Telegraph starken Schneefall. Auch in »MW Gegenden, so in der Schweiz und Nordfrankreich, ift i bei tadeutendem Temperatursturz Schneefall eingetreten.

lieber das starke Auftreten der Influenza in dem nun »ci:egongcnen Winter enthält der Geschäftsbericht der Leip« zi i,er Ortskrankenkasse nähere Angaben. Im Jahre '8^khsstte die Kasse insgesamt 2755Jnfluenzasälle zu ver- eignen. Dagegen waren in diesem Jahre im Januar 484, um sstbrmar 1692 und in der ersten Hälfte des März 1619 dus sind in 2'/z Monaten 3795 oder über 1OOO uetty alö im ganzen Borjahr ^meldet.

6ine Versetzung von 8V0jährigen Eiben, die in dem tet ttlagerten östlichen Teile des Herrenhausgartens in i 8et(m standen und den hier geplanten Neubauten hin- »errllch'Mren, ist vorigen Freitag bewerkstelligt worden. Dieser TcMMo^ierung sah man in den Kreisen der Botaniker und (giiiitinet mit Spannung entgegen. Die alten Bäume sind

Aerzte als Frankreich).

Ein alkoholfreies DereinShauS wurde Anfang 1898 in Altendorf bei Effen von einer Gesellschaft m. b. H., die sich fast ganz aus Arbeitern zusammensetzte, begründet. Es

praktizierenden Aerzte in Frankreich bei Beginn des Jahres 1899 17 735 betrug. Im Jahre 1898 gab cS nur 13 984; es ist also eine Vermehrung um 1751 Aerzte eingetreten. Danach hat Großbritannien doppelt soviele

nannte Blatt tiefsinnig:Die Heiterkeit, mit der diese Be­merkung ausgenommen wurde, war uns nicht recht ver­ständlich." Die Herren Redakteure desBerl. Tagebl." scheinen demnach nie Papier nötig zu haben!

suchen werden.

* Schutz der Arbeiter gegen Alkohol. Die General < Direktion der Badischen Staatseisenbahnen läßt jetzt in Heidelberg im Bahnhofsgebiel eine Kaffeehalle von 7 Meier Breite und 11 Meter Länge nebst den nötigen Wirtschaftsräumen erbauen, um in dieser Halle einen alkohol­freien Wirtschaftsbetrieb für Eisenbahnbedienstete und Arbeiter einzurichten, der auch Nichteisenbahnern und besonders den am Güterbahnhof verkehrenden Fuhrleuten und Arbeitern, sowie den Arbeitern des an die Bahn sich anschließenden Industrieviertels zugänglich sein soll. Es soll da Thee, Kaffee, Milch, Mineralwasser zur Erfrischung bereit ge­halten werden und auch ein einfacher Imbiß zu haben sein. Gleichzeitig wird am Heidelberger Bahnhof auch ein Aufent­haltsraum für Bahnarbeiter erbaut, sodaß ein Raum zum Ausruhen vorhanden ist, in welchem gar keine Versuchung zum Genießen und Geldausgeben geboten fein wird. So werden einerseits die Bediensteten und Arbeiter vor den Versuchungen des Wirtshauses bewahrt, andererseits wird die Betriebssicherheit dadurch erhöht, daß die Bediensteten und Arbeiter keinen Alkohol genießen, der ja bekanntlich auch schon in kleinen Mengen, nach einer kurzen Periode der Anregung, Erschlaffung erzeugt und vielfach schläfrig macht.

* Au8 der Berliner Stadtverordnetenversammlung be­richtet dasB. T." vom 7. April; Eine sehr bedauerliche Thatsache wurde gestern festgestellt: unsere Stadtverordneten verfügen nicht einmal über Tintenfässer? Seit Jahr­zehnten beraten sie in dem Roten Hause über das Wohl der Stadt, sie haben Millionen und wieder Millionen für ihr Emporblühen und ihre Herrlichkeit bewilligt, aber an sich selbst haben sie nicht gedacht. Die Jahre kamen und gingen, jedes stellte höhere Ansprüche an den Stadtsäckel, der Etat stieg zu einer imposanten Höhe, aber einen Kredit I zur Beschaffung von Tintenfässern für die Stadtverordneten hat er noch nicht verlangt. Dieser Mangel wurde gestern endlich festgestellt. Es geschah bei der gelegentlichen Er­örterung der Frage, auf welche Weise für den Zuwachs an Stadtverordneten, den die Versammlung zu erwarten hat, Plätze bereitet werden sollen. Der Vorsteher Dr. Langerhans machte den Vorschlag, zwei Gänge, die sich zwischen Sitzreihen befinden, zu beseitigen und dafür einen Gang in der Mitte zu schaffen. Dieser Vorschlag fand auf allen Seiten beifällige Aufnahme, und die Ausführung dürfte in der That jeder Verlegenheit vorbeugen. Aber wie erstaunt war man, als der Stadtverordnete Kyllmann bei der Besprechung dieser rein häuslichen Angelegenheit auf den besagten Mangel an Tintenfässern aufmerksam machte? Die Herren Stadtväter starrten verwundert auf ihre Pulte, und siehe da, es war so, wie Herr Kyllmann gesagt hatte. Auf keinem Pulte befand sich ein Tintenfaß! Und niemand hatte das bisher bemerkt! Seitdem der I Sitzungssaal der Stadtverordnetenversammlung existiert, ist I ohne Tinte beraten und beschlossen worden! Man sollte es kaum für möglich halten. Aber damit noch nicht genug. IMan hat nicht' einmal ein Stück Papier, wenn man es I nötig hat!" sagte Herr Kyllmann. Hierzu bemerkt das ge-

bekämpfen. Für 20000 Mark Ersparnisse der Arbeiter | wurde Land gekauft und zwei Häuser gebaut; um die I weiteren Kosten zu decken, will die Alters- und Jnvaliditäts- I Versicherung 45000 Mark herleihen. Die Häuser enthalten eine Kaffee- und Speisewirtschaft mit Ausschluß geistiger Getränke, Wohnungen für junge Leute und Vereinssäle.

* Eine teure Briefmarke. Einem raffiniert angelegten Gaunerstreich ist ein Gastwirt in Berlin zum Opfer gefallen. Ein anständig gekleideter junger Mann hatte bei ihm eine Zeche von 2 Mark gemacht. Aeußerst bestürzt | wandte sich der Gast an den Wirt mit der Mitteilung, daß er sein Portemonnaie vergessen habe und schnell nach Hause eilen wolle. Er ließ seine Brieftasche mit seinen Legiti­mationspapieren zum Pfand, wobei er den Wirt auf eine in der Brieftasche liegende, sehr wertvolle ausländische Brief­marke aufmerksam machte, deren Wert nach seiner Angabe den Betrag der Zeche zwanzigfach decke. Der Mann machte einen so vertrauenerweckenden Eindruck, daß Herr F. seinen Mitteilungen vollkommen Glauben schenkte. Durch die An­gaben über den hohen Wert der Marke neugierig gemacht, besichtigte Herr F., als der Gast gegangen war, die Marke näher und zeigte sie auch seinen Gästen. Unter diesen befand sich zufällig ein Kenner, der die Marke als Neu-Seeländer Rarität auf 100 Mark abschätzte. Ein Anderer taxierte die Marke auf 150 Mark und suchte dies durch einen Katalog, den er aus seiner Tasche zog, zu beweisen. In dem Katalog fand sich auch die Marke, dieselbe Jahreszahl tragend, mit 150 Mark verzeichnet. Er bedauerte sehr, daß er nicht so : viel Geld besitze, um dem jungen Manne, der den vollen Wert der Marke anscheinend noch gar nicht kenne, diese abzukaufen, und riet dem Wirt, die Briefmarke zu kaufen, da er hiermit ein gutes Geschäft machen könne. Der Besitzer der Marke erschien denn auch bald, um seine Zeche zu bezahlen. Dabei machte ihm Herr F. das Anerbieten, die Marke zu kaufen. Man wurde schließlich um den Preis von 60 Mark einig, welchen Betrag Herr F. sofort aus­zahlte. Als nun Herr F. die Marke tags darauf einem Markenkenner anbot, erfuhr er zu seiner Ueberraschung, daß sie nur einen Wert von zwei Mark habe. Offenbar haben die beidensogenannten Kenner" mit dem Besitzer der Briefmarke Hand in Hand gearbeitet, und es ist leicht anzunehmen, daß sie ihr Gaunerstück noch anderswo ver«

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nirnmil Idas der Frauen zu; so wurden im vorigen Jahre in ii mtvon 47 neue weibliche Studenten immatrikuliert. 21! mlbliche Aerzte erhielten im vergangenen Jahre An- stclangem in öffentlichen Aemtern. Zwei von ihnen wurden zu n Schulärzten für geistig zurückgebliebene Kinder ernannt, eimi.gr mürben in städtischen Siechenhäusern als Hausärzte encigitpM, zwei wurden von der Regierung nach Indien gesMil, um unter den pestkranken Frauen zu arbeiten, inii oitr wurden als Lehrer der Hygiene und der öffent- '.'.chb-Giesundheitspflege vom Londoner Schulrat beschäftigt. ®wrcjbne stetige Zunahme der Krankenkassen und vor allem bciiiog-enannten Dispensaries, die zumeist von Laien aus- geEaiflkt werden, wird den Aerzten von Tag zu Tag der SriraÜoi b höher gehängt. Im Ausland ist man noch immer gerougi zu glauben, daß der englische Arzt sich vorwiegend barni ieschüftige, Guineen einzustreichen. Solchen opti-

Universitäts-Nachrichten.

Bonn. Prof. Dr. Küstner, drr nach Hamburg übersiedeln wollte, hat hiervon Abstand genommen. Der geplante Neubau der Sternwarte in Hamburg ist auf Schwierigkeiten gestoßen, und da fo die Forderung KüftnerS nicht erfüllt wurde, bleibt er Direktor der Bonner Sternwarte. Letztere wird ein großes photographisches Fernrohr erhalten. . Ä

Leipzig. Professor Dr. Wilhelm Sieglln, KustoS an der hiesigen Univerfi'LtSbibliothek, wurde zum Direktor der Münz­sammlung ernannt. _ , . ., . . _

Leipzig. Dem Privatdozentin Dr. Friedrich wurde das neugegründete Exiraordinariat für Ohrenkrankheiten an der Kieler Universität übertragen. _ .. m ,

Göttingen. Der bisherige außerordentliche Professor in der theologischen Fakultät unserer Universität Lic. Paul AlthauS wurde zum ordentlichen Professor in derselben Fakultät ernannt.

BreSlau. Der Professor für semitische Philologie an der hiesigen Universität, Dr. Friedrich Delitzsch, wurde, btr National- zeitung zufolge, in gleicher Eigenschaft an die Universität Berlin be­rufen mit befonderem Lehrauftrag für die Asiyriologie und al6 Direktor der durch den dieSjähiigen Etat neubegründtten vorder­asiatischen Abteilung bei den hiesigen königlichen Museen.

Krakau. Der Privatdozent an der hiesigen Universität Dr. Alexander Rosner wurde zum Profesior der Geburtshilfe an der Hrbammen-Lehranstalt in Krakau ernannt.

Amsterdam. An der hiesigen Universität haben sich Dr. A. Aletrino als Privatdozent für kriminelle Anthropologie und Dr. JofephuS Jitta für Augenheilkunde habilitiert.

Leiden. Hier ist der Profesior der Naturwissenschaften, Dr. Rijke, im Alter von 85 Jahren gestorben. In seinem HeimatSort Egltihofen im Kanton Thurgau verstarb im Alter von 66 Jahren der Botaniker August Gremly, der seine letzten Lebens­jahre in Vevey zugebrachi hatte. Gremly ist in weiteren Kreisen bekannt geworden durch seine Flora der Schweiz.

Grenoble. An unserer Universität werden auch in diesem Jahre vom 1. Juli bis zum 31. Oktober Ferien-Kurse und -Vorlesungen für ausländische Studenten stattfinden, die sich in der praktischen Kenntnis der fianzöfischen Sprache vervollkommnen wollen. Die Kurse w'rden fich erstrecken auf die Lektüre und die Aussprache, d«e französische Grammatik, di« ltttirarfiche Analyse französischer Schriftsteller und die Korrektur schriftlicher Exercitien; ein besonderer Kur« wird der Improvisation und der Diskusfion gewidmet sein. Die Vorlesungen werden behandeln: die Geschichte der fianzöfischen Litteratur, die moderne Geschichte, die Derfasiung und Gesetzgebung des gegenwärtigen Frankreich, die Kunstge­schichte a. s. w.

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DaWch hat der Entwurf von 1897 wesentliche Erweite­rn».^ erfahren, die eine Raumvermehrung des Hauses um lOilWSubümeteT mit sich bringen und Mehraufwendungen vmi !0C 000 Mark erfordern. Da sodann von Architekt Gectlig verschiedene Verbesserungen in Vorschlag gebracht nwtdnci sind, denen der Ausschuß beigetreten ist, ^erweist sich i Hl ursprünglich vorgesehene Bausumme von 1 550 000 SJtatad nm 350 000 Mark zu gering. Der Ausschuß und ......... ---------- ------- . . . -

mit i in der Magistrat beantragt daher, daß der Bau auf galt, das Wirtshausleben und das Kostgangerunwesen zu bet von Architekt Seeling vorgelegten Pläne aus- *"* c>n onrxAA cm1«- k1 9,r <t*r

gtfriiri und dafür unter Anrechnung der für die Planver- faMz bewilligten 34 572 Mark ein Gesamtkredit von 1 y 0)000 Mark davon als zweite Baurate 600 000 DkaW - bewilligt werde. Für die Einhaltung der Bau- fumut fron Nicht nur Baumeister Seeling, der mit der Hälfte scii-6 Honorars garantiert, sondern auch das Hochbauamt Gouckhc leisten. Der Referent führt zur Beurteilung der Fr^t, <vb der Bau luxuriös ausgeführt werde oder nicht, an,i baß pro Sitz das neue Theater in Berlin 1200 Mark, bafcf ntie Wiesbadener Theater 1400 Mark erforderte, Wäqitiid hier der Sitz 1600 Mark kosten werde. Nach Ifingter Debatte wurden die Anträge der gemischten Theater- (oni.iiffion angenommen. Die Pläne sind vom 13. bis 23. b. sR. im Sitzungssaale der Stadtverordneten-Versammlung öffpllic^ ausgestellt und zwar: Montags, Mittwochs und FneitagS nachmittags von 3 bis 6 Uhr und Dienstags, DumnS tags und Samstags von 9 bis 12 Uhr früh, nach-

Wteralur, Wissenschaft und Kunst.

»Die ffiodje*. Di« vierte Nummer dieser moderne» illustrierten Zeitschrift (Verlag von August Scherl, Berlin SW.) enthält anläßlich deS Gastspiels der russischen Schauspielerin Frau Sawina im Lcssing-Th.ater einen interessanten Auflatz von Frau Olga Wohlbrück überRussische Schauspielkunst-. In der reich­haltigen RubrikBilder vom Tage^ fesieln besonders di« Aufnahme des Spezialphotographen derWoche^ von der seirrlichen Begrüßung derBulgarin" in Hamburg. Profesior Fran, Stuck, der im Reicht- tage viel angefeindete Münchener Künstler, hat fich nach eigenen Plänen und Zeichnungen eine Villa erbaut, die dem vornehmen Ge­schmack ihres Schöpfers ein rühmliches Zeugnis ablegt. Eine Anzahl photographischer Spezialaufnabmrn lassen die Leser drrWoche- zum erftmmale einen Einblick in dies'S eigenartige Künstler heim thun.Die Wisienfchast im Dienste der Justiz",Englische Früh- jahrSmoden", ein fesielnder Aussatz von Wilhelm Bölsche übe-Da» Ebeleben der Tiere", die Fortsetzung drS Rosegger'schm RomanS Erdsegen", ein Gedicht deS talentvollen jungen Lyriker« Paul Remer und eine Novelle der vielgefeierten Dichterin Anna Ritter vervoll- ständigen den reichen Inhalt der neuesten Nummer derWoche". Probenummern derWoche" sind von der GefchästSstell«, Zimmer» straße 39/41, gratis und franko zu beziehen. DieWoche" kostet pro Heft 20 Pfg. und ist durch alle Buchhandlungen zu beziehen. Auch nimmt die Post (Nachtrag der Postzeitungsliste Nr. 8161a). Abonnements zum Preise von 2.40 Ml. pro Quartal entgegen.

Horst Kohl. Der Herausgeber der Memoiren BiSmarck» und deS BiSmarck^Jahrbuchs, Profesior Horst Kobl in Ehrmnitz, ift am 19. Mai 1855 als der Sohn eine« sächsischen Geistlichen geboren. Vorgcbiidet auf den Gymnasien zu Zwickau und Chemnitz, widmet« er fich auf der Universität Leipzig philologischen und historischen Studien. Im Jahre 1877 verließ er nach bestandenem Staatsexamen die Universität, um nach einer kurzen Probezeit am Nikolaigymnafium zu Leipzig Ostern 1878 zum provisorischen Oberlehrer an der Real­schule erster Ordnung zu Chemnitz gewählt zu werden. Schon im Jahre 1880 trat er als Oberlehrer in da« Kollegium des königlichen Gymnasiums zu Ehrmnitz ein, dem er seit November 1896 mit dem Titel eines ProfesiorS ausgezeichnet noch heute angehört. Die ersten wisienschastlichcn Arbeiten Kohls beschäftigten sich, ebenso wie seine Doktordisiertatio», mit Ereign'.sien der mittelalterlichen Geschichte, und erst im Jahre 1888 wandte er sich dem kleinenFürst BiSmarck Gedenkbuch" der Erforschung jener speziellen Geschichts­epoche zu, in der er später ausschließlich thätig fein sollte. Da« erste größere BiSmarck Werk Horst Kohls waren die beiden in den Jahren 1891/92 hrrausgegebenen Bände derBiSmarck-Regesten", die zum erstenmal "en Versuch machten, alle zu einer BiSmarck Biographie gehörigen Einzelheiten in chronologischer Reihenfolge zu ordnen unv mit Quellenbelegen zu versehen. Der Erfolg dieses zweifelsohne bedeutenden Werkes hatte zur Folge, daß Fürst BiSmarck den Der- fasier nach FriedrichSruh einlud, und daß die Cotta'fche VerlagS-

I buchhandlung ihn mit der Herstellung einer großen wisienschafilichen Ausgabe der politischen Reden de« Fürsten BiSmarck betraute, von der im Jahre 1892 schon der erste Band erscheinen konnte, während

I 1894 da« ganze Werk in zwölf Bänden komplet vorlag. Durch diese Arbeiten trat Horst Kohl selbstverständlich in nahe Beziehung zu | dem Fürsten und feiner Familie, sodaß er wohl geeignet, wie kein I zweiter, zur Herausgabe deS BiSmarck Jahrbuchs erscheinen konnte;

von diesem sind seit 1894 bereits fünf Bände und drei Hefte deS | sechsten Bandes erschienen. Diesen größeren Werken schließen sich I noch an: die nach Originalen bearbeiteten Ausgaben derBriefe I BiSmarckS an den General L. v. Gerlach" und derBiSmarck Briefe", I jener Sammlung, die vornehmlich die Familienbriefe des Fürsten I bringt. Als eine der jüngsten Publikationen des Autor« erschien I eine handlicheZeittafel zur Geschichte oeS Fürsten BiSmarck", I während die Ausgabe derErinnerungen und Gedanken des Fürsten I BiSmarck", seines mit Spannung erwarteten MemoirenwerkeS, be- | kanntlich im November v. IS. auf dem Büchermarkt erschien.

.'o tr ziftii Jahren, als ihre Versetzung beschlossen wurde, mit denn Vnrrzeln ausgehoben und in richtige mit Muttererde gciiüQlf »Kübel gefetzt worden. Am Donnerstag sind nun biei jübnl von dem sie umgebenden Erdreich befreit worden »u v'Mi den am Freitag auf untergelegten Rollen nach dem no.ch ech»altenen westlichen Teile des Gartens transportiert un'di biet aufs neue eingesetzt.

' Aerzte in England und Frankreich. Ueber die Be- ruMtrMnisse der Aerzte in Großbritannien teilt hier deuüsche Medizinische Wochenschrift folgendes mit: Das WMlung f MfMcd Directory für 1899 führt 34 994 Namen von in a5 Gebiet GrSchbriüannien diplomierten Aerzten auf. Die große all- mit W- jzhW-he Zunahme hat im letzten Jahre nicht mehr statt- tgtS, achchten, geffjnton.. Während 1896 730 neue Namen eingetragen neuen üM^mucttn, 1897 958, 1898 619, finden wir für 1399 nur fitiem ' 91 itue (Eintragungen. In London giebt es 6117 Aerzte, Mes erhoben jit Provinz 15 497, in Wales 1100, in Schottland udepMM beit 33,&l imb in Irland 2551. 3795 englische Aerzte prakti- tzayVÜ'M p zie-rttin im Auslande, resp. in den Kolonien; außerdem giebt w die BeiäM cs xnrd) 2528 Militärärzte Während das Medizinstudium sdetresi^btl 4« > ov OTfxtmkttip Fipnriftpn in («»in (rfipint

mb N bw1 * roeMh der BebmA r«S- Gnauthl^ t* 1* int8 i« ,ba^tetengeW: )« bri9* der GrulldP -dil-gmgdn .

es einpskhb n fteiiugtbtrt Realschul' /1903, wEßß . . , .

minMin Anschauungen sei der Brief eines Arztes ent­lasse Viit- gecM^stellt, der sich im British Medical Journal ab- Lfeflung l-'.. geithr:dt findet. Der Schreiber dieses Briefes schildert, wie "eine * er Äassenarzt Familien für 25 Pfennig per Woche zu schaffet» befwni hat, die aus Vater, Mutter und 68 Kinder be- ^ieE' ftelbtr, für einzelne Personen über 14 Jahren werden

,7'eiteflÄr 8 finnige per Woche bezahlt, und dabei muß der Arzt

basJ:Mb selbst eintreiben und findet dabei das auch dem . NiMfienarzte bekannte Widerstreben gegen Zahlungen, W ü"« tad; so viele Kranke auszeichnet. Läßt sich der Kassenarzt flSir ebenmiit einer der vorher erwähnten Hilfsgesellschaften ein, t- r' ..... so iMonnmt er zwar fein Geld leichter, doch zieht ihm das

M1101 ; : HMlimitee 25 Prozent feiner Forderungen ab, um feine tnre zu bezahlen. Der betreffende Briefschreiber sagt suB^^^sa-kuinchtig, daß, wenn er sich weigert, für diese schandbare e BekOIumg weiter zu arbeiten, die Hilfsgesellschaft keinerlei

M8P! hlat, von auswärts einen jungen Arzt herbeizuziehen,

, , >e*: angeseffenen Arzte nicht nur die Kaffen, sondern

r aridtl au3^ der Privatpraxis fortnimmt. (T)ad $Ber=

Qn b(t " lim« Mchblatt teilt gleichzeitig mit, daß die Zahl der