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13.8.1899 Zweites Blatt
 
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ist, und daß die Krankenkassen diesen Satz einfach auf­bringen müssen.

Males und MsviuMes.

A Von der Lahn, 10. August. (Neue Ausgrab - ungen und Forschungen). Archivdirektor Freiherr Schenk zu Schweinsberg aus Darmstadt hat seine Ferien­zeit, die er alljährlich in Fronhausen zuzubringen pflegt, dazu benutzt, mehrere Tage hindurch Ausgrabungen auf der Altenburg (Haltestelle Friedelhausen) zu veranstalten. Be­kannt ist in weiteren »reisen der herrliche Blick von der Höhe jenes Bergrückens aus nach Gießen, Marburg, Amöne­burg, Frauenberg, Gleiberg, Staufenberg, den Taunus usw. Das Auge des Beschauers ruht auf zwei deutschen Univer­sitäten, der Romantik der alten Zeit mit ihren Burgen und der neueren Industrie (Eisenwerke zu Lollar, Eisenbahn usw.), dazwischen windet sich wie ein silberner Faden die Lahn. Wem Erasmus Alberus nicht fremd ist, der weiß, wie dieser bereits in anschaulicher Weise den Gang von Gießen über Lollar nach Marburg geschildert hat. Freiherr v. Schenk hat nuÄ das Terrain vermessen lassen, (3 Morgen?) und seine mit großer Sorgfalt und Umsicht geleiteten Ausgrab­ungen haben eine Mauer von ca. 2 Meter Dicke etwa ein Meter unter der Erdoberfläche blosgelegt, die sich rings um die Höhe zog, und deren Alter noch näherer Feststellung unterzogen werden soll. Zuverlässige Schlußfolgerungen lassen sich aus den vorhandenen Mauer-Resten einstweilen nicht ziehen; auch geben die Akten der Archive nach der Kenntnis des Freiherrn v. Schenk bis dahin noch wenig gesichertes historisches Material behufs Feststellung der Ver­gangenheit der Altenburg. Immerhin ist es in hohem Grade dankenswert, daß der genannte Forscher zumeist bei glühender Sonnenhitze mit großer Ausdauer und unter stetiger persönlicher Leitung die interessante Arbeit in An­griff nahm, der Kosten zu geschweigen. Pflicht des Preußischen Staates wäre es, bald in größerem Umfange die Arbeit fortzusetzen, die der hessische Direktor des Haus­und Staats-Archivs so dankenswert begonnen hat. Sichere Data über die Geschichte der Altenburg sind in der hiesigen Gegend nicht erhalten. Eine weitere Aufgabe steckte sich, gestützt auf archivalische Untersuchungen (die demnächst in der Zeitschrift für hessische Geschichte zur Mitteilung ge­langen) Freiherr v. Schenk in der Erforschung der Ver­gangenheit von Odenhausen (Lahn). Dort war das adlige Haus von Mehrenberg schon im 12. bis 13. Jahrhundert ungesessen; dann erwarb der deutsche Orden (von Marburg aus) in der Gemarkung der beiden Dörfer Odenhausen und Salzböden Besitzungen; z. B. i. I. 1358 einen Hof mit drei Feldern von ca. 27 alten Morgen usw. Das Pa­tronat hatte Nassau; die Gemeinden gehörten zur Diözese Mainz. Frhr. v. Schenk stellte in Odenhausen durch Nach­grabungen und Forschungen fest, daß die jetzige Kirche, aus alter (Mehrenberger?) Zeit stammend, nur mehr im Mittel­schiff erhalten ist, daß sie ohne Zweifel früher noch zwei Seitenschiffe im romanischen Stil erbaut gehabt hat, die mit der Zeit versielen oder abgetragen wurden. Die vier Rundbogen im Schiff der Kirche nach beiden Seiten, die zum Teil bloßgelegt wurden, lassen das mit voller Bestimmtheit erkennen; zudem ist das sehr alte Chor der Kirche in seiner Bauart, Fenstern, Altar rc. rc., von be­sonderem Interesse. Die Forschungen auch hinsichtlich der

Buchen, Kastanien oder dem Silber der Pappeln wechselte. Und hob ich den Blick, so gewahrte ich in den Kronen der Bäume versteckt oder auf den Gipfeln der Felsen zur rechten Häuschen aus Bork, schwebende Brückenstege aus Hellen Birkenstämmen, einfache Bänke, kleine Rotunden in ver­schiedenstem Stile und offene Naturgalerien, schwer zu er­reichen, wie Vogelnester, aus denen jedoch ein weiter Rund­blick den Genuß der großartigen Natur gestattete.

Nach fast zweistündigem Umherklettern in dieser imitierten Gebirgslandschaft, bei dem das Entzücken über den ewig wechselnden Fernblick jede Strapaze vergessen ließ, langte ich wieder unten auf dem freien Gartenplatze vor dem Schlosse an und schlug mich, nach kurzer Bewunderung der geschmackvollen Gebilde der Gartenbaukunst, nach links seit­wärts in die Büsche, wo wohlgepflegte Fußpfade in eine romantische Felsenschlucht führten. Links gewaltige Granit­blöcke, wie von Riesenhand übereinander getürmt, aus deren Fugen und Rissen schlanke Tannen und buschige Grähnen emporragten, mit ihren Wurzeln die moosbedeckten Steine umklammernd; rechts, bald dicht an den Pfad herantretend, bald zurückweichend und durch Steinhaufen und Baum­gruppen dem Blicke entzogen, das murmelnde und plätschernde Wasser, auf dessen Rücken Schiffe und Boote wie maje­stätische Schwäne still dahinzogen, oder Dampfer ächzend und fauchend vorübereilten. Immer enger ward die Schlucht, immer wilder und gewaltiger die Szenerie; der Pfad führte um eine Felsenecke, und vor mir breitete sich eine schmale blumenbedeckte Wiese aus; die Felswand zur Linken trat ein wenig zurück, zur Rechten aber hatte ein schmaler Wasserarm einen stattlichen, mit Laubholz bewachsenen Granitfelsen vom Festlande abgetrennt, auf dessen Gipfel ein Miniatur Ritterschloß mit vier runden, gezackten Eck- tiürmchen sich erhebt: das Erbbegräbnis der Familie des Barons Nikolai, dieLudwigsburg".

Ich wanderte weiter; die Schlucht verengte sich rasch wieder ; der liebliche Charakter der kleinen Wiese verwandelte sich wieder in die Tannen- und Granitwildnis, und mein Fuß betrat einen Tunnel, keinen künstlichen in die Fels­wand gebohrten, sondern einen natürlichen, durch den Zu- saimmenschluß der Granitblöcke über dem Haupte geschaffenen. Dann noch einige Schritte weiter zwischen hohen Felsen, eiine Wendung nach links, und ich blieb überrascht stehen: limks hatte sich im Gestein ein Winkel gebildet, aus dem such hell und leuchtend vom dunkeln Granit und von einer

Kirche und des adligen Hofes in Odenhausen werden fort­gesetzt werden, und ist es ein sehr anerkennenswertes Ver­dienst des Freiherrn v. Schenk, daß er zuerst schon im vergangenen Winter diesen Forschungen emsig nach­gegangen ist, und bei den Ausgrabungen an Ort und Stelle wirksam und mit Erfolg die Initiative ergriffen hat.

-j- Grünberg, 11. August. Bunt bewegtes mili­tärisches Leben und Treiben steht unserer Stadt und Umgegend bevor. Vom 1. bis 20. September werden die meisten Orte mit Einquartierung belegt. Ohne Zweifel wird auch diesmal wieder die Bevölkerung hiesiger Gegend den zu erwartenden militärischen Gästen durch freundliches Entgegenkommen den Aufenthalt so angenehm als möglich zu gestalten suchen. Der Stadtvorstand hat das in der Bahnhofstraße gelegene Anwesen des Herrn Baurat Dr. Diefenbach angekauft, um die Gebäulichkeiten nieder­legen zu lassen. Es wird dies wesentlich zur Verschönerung der Straße, in der gegenwärtig drei Neubauten aufgeführt werden, beitragen.

x Oueckborn, 11. August. Hier und in den um­liegenden Gemarkungen ist man, dank der günstigen Witterung, mit der Getreideernte schon ziemlich weit vorgeschritten. Sowohl Körner- als auch Strohertrag sämtlicher Frucht­arten lassen -fast nichts zu wünschen übrig. Zu wünschen wäre nur, dan die Witterung anhält, damit der reiche Ernte­segen auch vollständig gut eingebracht werden kann.

n. Von der Nidda, 10. August. Gestern hatte das Wasser der Nidda den ganzen Tag über abermals jene schmutzigrote Färbung, die es jedesmal zeigt, wenn die Ab­wässer der Fabriken in der Nähe von Nidda in sie hinein­geleitet werden. Das Wasser sieht da immer sehr ekel­erregend aus. Wenn auch gerade kein dadurch hervor­gerufenes Absterben der Fische nachgewiesen werden kann, so wäre doch deshalb zu wünschen, daß jene Einführung unterbliebe, weil mitunter, z. B. in Staden, das Flußwasser zum Kochen verwendet werden muß, da sich im Brunnen­wasser, seines hohen Salpetergehaltes wegen, manche Speisen ungemein schwer weich kochen lassen.

n. Aus Oberhefsen, 10. August. Die Agitation für die Landtagswahlen ist hier bereits im Gang. Ver­trauensmännerversammlungen zwecks Erledigung der Kandi­datenfragen haben schon mehrfach stattgefunden. Die Reform­partei hat Aussicht, den Nationalliberalen zwei Wahlkreise abzunehmen. Die Sozialdemokraten hoffen, einen Wahlkreis zu erobern.

P. Friedberg, 11. August. Nach uns zugegangener Mitteilung finden in diesem Jahre zwei Obstver- wertungskurse für Frauen und Mädchen an der Großh. Obstbau- und Landwirtschaftlichen Winterschule in Friedberg statt, und zwar vom 11.13. und 14.16. September. Dieselben umfassen praktische Uebungen in der Herstellung von Dörrprodukten aus Obst und Gemüse, kandierten Früchten, Apfelkraut, Marmelade, Gelee, Pasten, feinere Konserven von Obst und Gemüse in Gläsern und Büchsen. Das Honorar beträgt nur 3 Mk.

W. Aus der Wetterau, 11. August. In Nr. 182 des Gießener Anzeigers" vom 5. August ist mitgeteilt worden, daß viele Kraut- und Kohlpflanzen herzkrank würden und an den Wurzeln monströse Anschwellungen zum Vor­schein kämen, die die Größe einer Mannesfaust erhielten, wodurch die Pflanze zu Grunde ginge. Die Ursache dieser

Gruppe finsterer Tannen ein Marmorbild des Sangesheros Wäinämöinen abhebt. Auf einem erratischen Blocke sitzt er da, der sangesgewaltige Greis, mit der Rechten die im Schoße ruhende Kantele haltend, die Linke begeistert gen Finnland ausgestreckt. Es ist ein Meisterwerk der Bild­hauerkunst, nach dem Original des Dänen Boruz vom finnischen Bildhauer Takauen geschaffen. Und weiter und weiter drang der Fuß in die Schlucht, an der Einsiedelei vorüber zu Silvias Brunnen, wo Narziß aus Marmor sich im Quell spiegelt, und immer weiter, bis der Pfad ein Ende nimmt und Felswände, die sich vor die Schlucht ge­lagert haben, den Weg versperren; hier ist es dunkel, kühl und feucht, von den Granitblöcken tropft Wasser, und wäre nicht ein Streifen blauen Himmels über den Tannen zu erblicken, so könnte man meinen, man sei in einer Höhle.

Es war längst Mittag vorüber, als ichMonrepos" verließ und in die Hitze, den Staub und den Lärm der gewöhnlichen Welt zurückwanderte, ganz erfüllt von den Eindrücken, die ich soeben empfangen. Ich hatte kaum Zeit, inBelvedere" ein kleines Mahl einzunehmen, als helles Läuten den Abgang des Dampfers nach dem Jmatra anzeigte. Rasch war ein Billet bis zu den Wasserfällen gelöst, ich eilte an den breiten, stattlichen sogenannten Ostquai, der rechts unterhalb des Schlosses gelegen ist, und erreichte den hübschen, komfortabel eingerichteten Paffagierdampfer noch gerade rechtzeitig; ein helles Läuten, einige schrille Pfiffe der Dampfpfeife und fort ging es in die Bucht von Wyborg hinein, der Mündung des Saima-Kanals zu.*)

Zunächst waren die Blicke der zahlreichen Passagiere rückwärts gewandt. Von der Wasserseite aus nahm Wyborg sich recht nett aus, weil das Auge zunächst auf die freund­liche, vornehme Neustadt fiel. Auch das Schloß gewährte von hier aus ein interessantes Bild, weil die Ueberreste einer vergangenen Zeit: der hohe viereckige Unterturm, auf dem ein achteckiger Turm mit einer dunkelroten Kapuze steht, ein niedriger, schlanker Eckturm und einige, mühsam geflickte alte Schloßmauern, deutlich sichtbar hervortraten, während die Neubauten, die Erdwälle und die heutige Bestimmung des Schlosses nicht zu gewahren waren. Vor allem aber nahm das Auge vonMonrepos" Abschied, das sich zur rechten in seiner ganzen Schönheit am Rande der Bucht dahinzog.

*) Man tarn jetzt auch unter Benutzung der Bahnstrecke Wyborg- Joensuu nach dem Jmatra gelangen, aber die Kanalfahrt ist unbe- otnßt vorzuziehen.

Erscheinung, die dem Korrespondenten zum erstenmale zu begegnen scheint, sind aber doch Insekten, und die Erscheinung ist viel älter, als man glaubt. Ich habe diese Mißbildungen schon Dritte der siebziger Jahre an der Bergstraße und im südwestlichen Odenwalde beobachtet, und man hat gefunden, daß sie in nassen Jahren auftritt, in denen auch häufig heiße Tage mit Regentagen abwechseln, wie wir es in diesem Sommer häufig erlebt haben. Alljährlich findet man im Frühjahre kleine Knötchen an den Gemüse- und Kohl­pflanzen. In diesen Knötchen sitzen kleine, weiße Würmchen, welche die Ursachen der monströsen Anschwellungen sind. Letztere entstehen bei besonders günstigen Bedingungen, wie sie der laufende Sommer darbietet. Man soll deshalb stets beim Setzen der Gemüsepflanzen sorgfältig darauf achten, daß die Knötchen aufgebrochen, und das Insekt herausge­schüttelt wird. Außerdem soll man die mit monströsen Wurzeln behafteten, in der Regel herzkranken, also von einem Pilze angegriffenen Pflanzen auf einen Haufen bringen und ein tüchtiges Feuer darunter machen, welches die Keim­sporen der Pilze und die Eier der Insekten zerstört, widrigenfalls zu befürchten ist, daß sich die Schädlinge ein- nisten und nicht mehr leicht zu bekämpfen sein werden.

M. Aus der mittleren Wetterau, 11. August. Gegen­wärtig herrscht lebhafte Nachfrage bei uns nach Mira­bellen, Pflaumen und Frühzwetschen, und es werden gute Preise geboten. Leider können wir keinen Vorteil davon ziehen, denn das wenige Steinobst, welches sich bis Ende Juni an den Bäumen gehalten und schon eine recht ansehn­liche Größe erlangt hatte, ist auch noch herabgefallen. Man kann an zwanzig Zwetschenbäumen vorbeigehen und wird nicht eine einzige Frucht erblicken. So schlecht ist es seit einem Jahrzehnt mit Steinobst nicht mehr gewesen, als in diesem Jahre.

A Mainz, 11. August. Bei der am 21. ds. Mts. er­folgenden Hierherkunft des deutschen Kaisers wird der Empfang in gleicher Weise bethätigt werden, wie im ver­gangenen Jahre. Unfern dem Bahnhof und vor dem Groß­herzoglichen Palais sollen Ehrenpforten errichtet werden, und die Straßen, durch welche der Kaiser nach dem Schloß reitet, Guirlanden- und Flaggenschmuck erhalten. Dem Kaiser wird wiederum ein Ehrentrunk gereicht werden, und zwar in der Gestalt von 1868er Steinberger Kabinett- Auslese, welche Perle des Jahrhunderts ein Stadtverordneter gestiftet hat. Bei seinem Hiersein wird der Kaiser eine Be­sichtigung über die 42. und 49. Brigade abhalten. Zuerst findet Gefechtsmanöver beider Brigaden gegen einander statt, dem sich ein Vorbeimarsch der Truppen anschließt. Die ernste Zurückhaltung, welche die Vertreter der städtischen Verwaltung bei den Verhandlungen mit dem Militär - fiskus wegen Austausch und Erwerbung verschiedener militärischer Gebäude bethätigt haben, hat das Gute bewirkt, daß die gegenwärtig hier weilenden Delegierten des Kriegs­ministeriums ihrerseits viel zugänglicher geworden sind und sich jetzt zu Konzessionen und Zugeständnissen verstanden haben, die der Hoffnung Raum gewähren, daß trotz der großen Schwierigkeiten die schon ewig schwebenden Verhandlungen doch noch befriedigenden Abschluß finden werden.__________

Universitäts-Nachrichten.

Berlin. Ein Franzose, Herr Claude Flamand aus St. Germain wurde von der mediztntschm Fakultät zum Doktor promoviert; er erhielt das Prädikat cum laude.

Dann wandte das Interesse sich dem Kommenden zu. Der Saima-Kaual war rasch erreicht, eine bewunderungs­würdige Schöpfung des menschlichen Geistes und der mensch­lichen Kraft. Dieser Kanal hat nämlich das Rätsel gelöst, wie Schiffe von erheblicher Größe bergan fahren können! Er verbindet den Saima-See mit der Wyborger Bucht, ist ca. 60 Kilometer lang, ca. 12 Meter breit, zählt 28 Schleusen und ist unter Benutzung mehrerer kleiner Seen und ihrer natürlichen Verbindung erbaut. Die Schiffe steigen 70 Meter oder etwa 240 Fuß allmählich in die Höhe, bis sie das Niveau des Saima-Sees an der Endstation des Kanals, Lauritsala, erreichen. Anfangs fuhr unser Dampfer, der reichlich 10 Fuß Tiefgang hatte, in ein kleines Flüßchen hinein; bald verengte sich das Bett zum Kanal, dessen Ufer massive, breite Granitquais bildeten, und wir gelangten zu den ersten Schleusen. Der Dampfer fuhr hinein in ein gewaltiges zweiflügeliges, eisenbeschlagenes Holzthor und hielt vor einem ebensolchen Thore. Dann ward hinter ihm das erste Thor durch einfache Hebel und Winden langsam geschlossen, so dicht, daß kein Tropfen Wasser durchdringen konnte. Und nun ward das Thor am Bug geöffnet. Brausend stürzte das Wasser aus dem nächsten höher gelegenen Schleusen­bassin herein und hob das Schiff um mehrere Fuß. Es fuhr weiter, das Thor hinter ihm ward wieder geschlossen, ein neues vor ihm ward geöffnet, und dieselbe Prozedur wiederholte sich im Laufe der Fahrt noch reichlich zwei Dutzend Mal.

Dazwischen kamen wieder längere Strecken ebener Fluß- resp. Kanalfahrt, bei der wir auch durch die Seen von Justilaa und Särki kamen. Die Landschaft auf beiden Seiten des Kanals ist reizend und abwechslungsreich; vor­nehme Villen, reinliche Restaurationen, in welche das An­halten des Dampfers innerhalb der Schleusen einen minuten­langen Sprung gestattete, einfache Holzhäuser der finnischen Bewohner, Wald und Granitfelsen, hin und wieder auch Getreidefelder bilden die Sceneric. Die Romantik vertreten die Seen mit ihren kleinen, idyllischen Inseln oder ihren hohen, steilen Felsen, die oft so nahe zusammentreten, daß das Schiff unter ihren schräg herüberragenden Gipfeln durch­fahren muß. ... So anregend die Fahrt war, und so reiche Eindrücke sie auch bot, so vermochte sie doch das Ge­fühl der Spannung nicht zu vertreiben, mit dem wir Reisen­den des Kommenden harrten des Jmatra, von dem wir schon so viel gehört!