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Nr. 292 Zweites Blatt Dienstag den 12. December
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Hbreffe für Depeschen: Anzeiger fcUfcsu Fernsprecher Nr. 51.
Lokales und Movinsieves.
Gießen, den 11. Dezember 1899.
** «efchichtSkalender. (Nachdruck verboten.) Dor 29 Jahren, am 12. Dezember 1870, ergab sich die F.stung Pfalzburg in Lothringen den deutschen Truppen. Die Stadt selbst ging in ('nem elenden Zustande in die Hände der Sieger über, denn viele Häuser waren Svutt und Brandstätten, und ein großer Teil der Einwohner war von Armut und Krankheit heimgesucht.!
*• Die allgemeine Sterbekaffe Gießen, welche vor nunmehr zehn Jahren gegründet wurde und jetzt in ihr elftes Geschäftsjahr tritt, besteht zurzeit aus 910 Mitgliedern. Dieselbe hatte im verflossenen Jahre einen Zuwachs von 76, dagegen einen Abgang von 9 Mitgliedern durch Tod. Während seines zehnjährigen Bestehens hat der Verein 86 Sterbefälle unter seinen Mitgliedern gehabt und wurden an 15 Mitglieder ä 75 Mk., an 15 ä 100, an 24 ä. 120, an 23 ä 150 und an 9 ä 170 Mk., in Summa 10485 Mk. ausgezahlt. Außerdem besitzt der Verein einen Reservefond von 3527 Mk. und ist mithin in der Lage, selbst in außergewöhnlichen Fällen seinen Verpflichtungen nachzukommen. Auch ist die Sterbekasse wiederum in der angenehmen Lage, vom 1. Januar 1900 ab das Sterbegeld von 170 auf 185 Mk. zu erhöhen. Das Eintrittsgeld beträgt für eine Person: im Alter von 16 bis 25 Jahr 1 Mk., 25 bis 30 Jahr 1.50 Mk., 30 bis 35 Jahr 2,50 Mk., 35 bis 40 Jahr 4 Mk., 40 bis 45 Jahr 7 Mk. Bei der Aufnahme ist außerdem noch ein Sterbefallbeitrag von 25 Pfg. z« bezahlen. Für jeden Sterbefall eines Mitgliedes ist der Kasse ein Beitrag von 25 Pfg. zu entrichten, welcher durch den Kassenboten gegen Quittung erhoben wird. Zur Auskunft in allen Fragen ist Herr Schneidermeister Georg Pfaff, Kreuzplatz 10, Herr Schuhmachermeister Seidewand, Teufelslustgärtchen 20, sowie Herr H. Bruchhäuser, Wolfstraße 8, gerne bereit.
Volksvorstellung. „Nora", Schauspiel in 3 Akten von Ibsen, welches vor kurzem im Theaterverein zur Aufführung gelangte und sich eines durchschlagenden Erfolges zu erfreuen hatte, wird am Mittwoch, dem 13. ds., als „Volksvorstellung" gegeben. Fräulein Hammer spielt die Titelrolle. Eintrittspreise: Loge 1 Mk., Saal 40 Pfg., Gallerte 20 Pfg.
•• Aus dem Theaterbureau. Die Proben zu der Suppö- schen Operette „Zehn Mädchen und kein Mann", welche in den nächsten Tagen hier zur Aufführung gelangen soll, haben bereits vor einiger Zeit begonnen. In dieser Operette, die man zu den melodiösesten Supps'schen Kompositionen rechnen kann, ist das ganze Damenpersonal der hiesigen Bühne in hervorragender Weise beschäftigt. — Die Holz- und Stroh Instrumente, welche in der Operette von den mitwirkenden Damen auf der Bühne unter Begleitung des Orchesters gespielt werden, sind der Direktion vom Kölner Stadttheater in liebenswürdiger Weise zur Verfügung gestellt worden. MH NEA M-
•• Fristgestattuug im Pfändungsverfahren. Gestattet ein Gläubiger im Laufe des Zwangsvollstreckungsverfahrens eine Frist von bestimmter Dauer (z. B. von 14 Tagen oder bis zum 25. d. Mts.), ohne zugleich in der Fristbewilligung zu bestimmen, daß nach Ablauf der Frist das Verfahren fortzusetzen sei, dann hat das Verfahren bis auf erneuten Anruf des Gläubigers zu beruhen. Will daher ein Gläubiger seine Beitreibungssache im Gange erhalten, ohne sich später Schreibereien oder Gänge zu verursachen, so thut er gut, in der Fristbescheinigung kurz zu erwähnen, daß nach Ablauf der Frist Fortsetzung stattfinden soll. Unbekannt mit dieser ministeriellen Bestimmung, ist schon mancher Gläubiger in Nachteile gekommen, indem er annahm, das Verfahren werde von dem Gerichtsvollzieher ohne weiteres nach Ablauf der Frist fortgesetzt und vielleicht nach monatelangem Warten er erst auf seine Anfrage erfuhr, daß dies nicht der Fall sei, daß aber auch die Pfänder nicht mehr vorhanden seien.
** Wechselstempelmarken. Die Entscheidung über die gegenwärtigen, den Jahreszahlvordruck „18" tragenden Wechselstempelmarken liegt jetzt erst dem Bundesrat vor und wird nach Erledigung alsbald amtlich bekannt gegeben werden. Wie wir an zuständiger Stelle vernehmen, wird der Beschluß voraussichtlich dahin lauten, daß die vorhandenen Bestände zunächst aufgebraucht werden sollen, daß die bisherigen Marken auch noch nach Ablauf dieses Jahres zur Stempelung von Wechseln benutzt werden können. Der Bundesrat dürfte daher die gesetzliche Bestimmung, nach welcher auf den Marke« keine Korrekturen oder Rasuren vorgenommen werden dürfen, dahin ändern, daß bei den gegenwärtig ausgegebenen Marken jener Jahreszahlvordruck „18"
auszustreichen und dahinter die Jahreszahl „1900" zu schreiben ist. Für die große Zahl derjenigen, welche die Kassierung der Wechselstempelmarken durch einen Firmenstempel mit Datum oder vermittelst einer Schreibmaschine bewirken, wird die betreffende Bundesratsoerfügung übrigens gar nicht in Betracht kommen, denn es wird in solchen Fällen von der Steuerbehörde schon jetzt nicht verlangt, daß das aufgestempelte Datum der Kassierung ganz genau auf der Vordruckftelle der Marke steht. Wie wir weiter hören, sind indes auch neue Wechselstempelmarken mit dem Jahreszahlvordruck „19" bereits in der Herstellung begriffen.
•* Dreijährig • Freiwillige zum Seebataillon. Anfang November 1900 wird eine größere Anzahl Dreijährig- Freiwilliger bei den Seebataillonen zur Einstellung gelangen. Die Dreijährig Freiwilligen müssen gemäß § 11, 3b der Marine - Ordnung von kräftigem Körperbau, mindestens 1,65 Zentimeter groß und von guter Sehleistung sein. Auch wird die Anforderung der Tropendienstfähigkeit an dieselben gestellt, da sie im Frühjahr 1901 nach Kiaut- schou entsandt werden. Geeignete Leute, nicht unter 19 Jahren, haben sich unter Einsendung des Meldescheins und sonstiger Zeugnisse, sowie unter Angabe der Körpergröße möglichst'bald an das Kommando des 1. Seebataillons in Kiel bezw. des 2. Seebataillons in Wilhemshaven zu wenden. Anmeldungen ohne diese Papiere PP. bleiben unberücksichtigt. Handwerker werden bevorzugt. Den Meldeschein hat der Freiwillige bei dem Zivilvorsitzenden der Ersatzkommission seines Aufenthaltsortes zu erbitten und hierbei folgende Papiere vorzulegen: a) eine schriftliche Einwilligung seines Vaters oder Vormundes, b) eine obrigkeitliche Bescheinigung, daß er durch Zivilverhältniffe nicht gebunden ist und sich untadelhaft geführt hat, c) ein Geburtszeugnis (Auszug aus dem Standesamtsregister seines Geburtsortes).
** Zur Bewältigung de8 bevorstehenden Neujahrspostdienstes sind vom Reichspostamt besondere Maßregeln getroffen worden. An leitender Stelle wird, wie die „Verk.-Ztg." schreibt, besonderer Wert darauf gelegt, daß diesen Anforderungen in vollem Maße entsprochen und namentlich der Ortsverkehr rasch und zuverlässig bewältigt werde. Die Ober^ Postdirektionen sind daher aufgefordert worden, alle Anordnungen, die zur Sicherung der ordnungsmäßigen und glatten Erledigung des Neujahrspostdienstes für die Postanstalten ihrer Bezirke zu treffen sind, eingehend zu erwägen und mit allen erforderlichen Maßnahmen rechtzeitig vorzugehen. Dabei wird auf folgende Punkte besonders hingewiesen. Durch fortgesetzte Aufsicht ist dafür zu sorgen, daß in der Aufbewahrung der eingelieferten und der von weither eingegangenen Briefe, sowie der angekommenen Kartenschlüsse klare Ordnung und Uebersichtlichkeit herrschen, und daß die Sendungen unbedingt stets in der Reihenfolge ihrer Einlieferung oder ihres Einganges bearbeitet werden. Damit das Publikum Gelegenheit hat, sich an dem Sortiergeschäft zu beteiligen, sind in den Schaltervorräumen bedeutender Postämter besondere Briefeinwürfe für die verschiedenen Gattungen von Briefpostsendungen und für Ortsbriefe u. s. w. in erweitertem Umfange herzurichten. Das Publikum ist durch Aushänge in den Schaltervorräumen, durch Bekanntmachungen in den Lokalblättern und durch persönliches Benehmen der Amtsvorsteher mit den Vertretern des Handelsstandes und den Inhabern der großen Firmen auf die Einrichtung und ihre richtige Benützung hinzuweisen. Die größeren Postanstalten können ermächtigt werden, von dem Bedrucken der eingehenden gewöhnlichen Briefe und Postkarten mit dem Ankunftsstempel am 31. Dezember und am 1. Januar abzusehen, wenn dadurch eine wesentliche Beschleunigung in der Bestellung erzielt wird. Umfassende Vorbereitungen werden für den Neujahrsbriefverkehr in Berlin getroffen. Insbesondere soll das Sortiergeschäft dezentralisiert werden. Dies soll in der Weise geschehen, daß die Neujahrs > Ortsbriefe künftig nicht mehr dem Briefpostamt in ihrer Gesamtheit zugeführt, sondern, soweit thunlich, bereits bei den Aufgabepostanstalten nach Bestellpostanstalten sortiert und verantwortlich abgebundeu werden. Die fertigen Briefbunde sollen demnächst den Bestellpostanstalten im allgemeinen unmittelbar, ohne Vermittelung des Briefpostamts, zugeführt werden. Der gegenseitige Austausch der Brief- buude und Briefbeutel mit Neujahrsbriefen wird mit Hilfe besonderer Briefpostfahrten und mittelst Dreirädern bewirkt werden.
•* Ueber Fra« Prasch-Grevenberg als „Zaza" liegt uns ein Ausschnitt der „Freisinnigen Zeitung" vor, welcher lautet: Es ist eine alte Geschichte, der dieses Stück den
vollen Reiz der Neuheit verleiht, und einen sehr pikanten dazu. Ein vortreffliches Stück, freilich heißt es nicht bloS, es ist „Zaza" eine der schwierigsten und vielseitigsten Aufgaben für eine Schauspielerin, auch eine der dankbarsten. Die Rejane Hst in Paris einen ihrer größten Triumphe damit gefeiert, hier in Berlin Auguste Prasch-Greven berg ihre vollendete Künstlerschaft im strahlendsten Lichte gezeigt. Das war nicht blos ein unbändiges, übermütiges, leichtsinniges und leidenschaftliches Mädchen, es war eine Chansonette, eme Kunstzigeunerin, wie sie leibt und lebt und zwar eine französische, die das nationale ebenso scharf charakterisiert, wie das rein menschliche. Eine Volkssängerin, ohne Schminke und Puder, jeder Ton echt und zum Herzen gehend, wie häufig erbrauste der Sturm des Beifalls über feuchten Augen! Die Ankleide- und Versöhnungsszenen waren von vollendeter Anmut und Decenz.
*e Polizeibericht. Am verflossenen Freitag verunglückte der Dienstknecht Peter Fischer, in Diensten bei Oekonom Karl Euler dahier, dadurch, daß demselben in der Frankfurterstraße die Deichsel seines Wagens derart in die Seite stieß, daß derselbe mehrere Rippenbrüche davontrng. — Der Dienstknecht August Mausolf, welcher bei einem hiesigen Oekonomen in Diensten stand, mißhandelte das Pferd seines Dienstherrn aus Rache, indem er demselben mit einer Mistgabel in das Bein stach. — Vergangene nacht entstand in einer Wirtschaft an der Rodheimerstraße zwischen Wirt und Gästen eine Schlägerei, wobei es mehrere blutige Köpfe absetzte. Anzeige wurde erhoben.
** In Amerika verstorbene Hessen. Detroit, Mich., John Gnau, 75 Jahre alt, aus Allendorf, Kurhessen. — Orange Township, Hancock Co., O., Gattin von Heinrich Kannewald, geb. Schellhaas, 38 Jahre alt, aus Brandau, Großherzogtum Hessen. — Nashville, Tenn., Katharina Jeck, 74 Jahre alt, aus Büdingen, Hessen-Darmstadt. — College Point, N. A., Wilhelm Heinze, 65 Jahre alt, aus Rotenburg, Kurhessen. — Pitlsburg, Pa., Sophia Pfeiffer, geb Trautmann, 77 Jahre alt, aus Reichelsheim, Großherzoglum Hessen. — Philadelphia, Pa., Susann a L u e r s s e n, geb. Hermann, 69 Jahre alt, aus Groß Rohrheim, Hessen-Darmstadt.
△ Vom Lande, 10. Dezember. Wie auf dem platten Lande zuweilen Wahlsiege gefeiert werden, zeigt deutlich nachstehende, aus zuverlässiger Quelle stammende That- fache: Bei der am Freitag zu K. bei G. abgehaltenen Bürgermeisterwahl unterlag das bisherige Gemeindeoberhaupt. An der Siegesfeier durften auch sämtliche Frauen der Wähler des durchgedrungenen Kandidaten und künftigen Dorfmonarchen teilnehmen. Jeder Frau wurde ein Liter Wein zu 1 Mark und entsprechendes Backwerk verabreicht. Der Wirt, bei welchem das Sieges-Zechgelage veranstaltet wurde, hatte 4 Stück Schweine und 1 Rind geschlachtet, wovon er 100 Kilo Schwarteumagen und 200 Paar Knackwürste herstellte. Nachdem aber das ganze Quantum schon am Samstag aufgezehrt war, mußte abermals ein feistes Grunztier sein Leben lassen. Des Guten war in- deffen hiermit noch nicht genug gethan. Drei begeisterte Anhänger des neuen Regiments stifteten bei demselben Wirte zusammen 110 Mk. zum Vertrinken auf das Wohl des neuen Dorfobersten. Das tolle Treiben in der Wählerkneipe möge sich der Leser selbst ausmalen. Es sei hier nur noch erwähnt, daß im Siegestaumel — ob mit Absicht oder aus Fahrlässigkeit, mag dahingestellt bleiben — durch das Fenster des unterlegenen bisherigen Bürgermeisters geschossen wurde. Nach dem Schützen recherchierte man bisher vergeblich.
n. Friedberg, 9. Dezember. Gestern wurde der im 76. Lebensjahre gestorbene Schulinspektor i. P. Schulrat Schmidt hier beerdigt. Der Verstorbene war von Einrichtung der Schulinspektorate an bis zu seiner 1895 erfolgten Pensionierung der technische Leiter des Volksschulwesens in unserem Kreis. Vor der Uebernahme dieses Amtes war er Pfarrer in Rheinhessen gewesen. Er erfreute sich großen Ansehens und allgemeiner Beliebtheit. Davon legte der ungeheuer große Leichenzug beredtes Zeugnis ab. R. i. P.
cf Seligenstadt, 10. Dezember. Ju unseren Vereine« herrscht seit Beginn der Winterzeit ein reges Leben und Streben nach Selbstvervollkommnung. Auswärtige und einheimische Redner suchen durch belehrende Vorträge veredelnd und aufklärend zu wirken. Heute nachmittag beispielsweise wurden zwei Vorträge gehalten. Im „Römischen Kaiser" sprach Herr Gustav Möckel aus Bad-Homburg im Gewerbeverein über das zeitgemäße


