Haus bereit, unsere Pflichten gegen die uns angestammten Herzogtümer Koburg und Gotha zu erfüllen. Arthur, Herzog von Connaught. Rom, 6. April 1899."
— Zur Frage einer Verständigung zwischen Rußland und England erfährt das „Reuter'sche Bureau": Die zwischen der britischen und russischen Regierung gegenwärtig mit Erfolg geführten Verhandlungen umfassen außer den das chinesische Reich betreffenden Fragen auch Die zwischen England und Rußland bereits bestehenden oder etwa noch zu gewärtigenden Fragen in anderen Weltteilen.
— Die Nachricht, daß die förmliche Eröffnung des Dortmund-Ems-Kanals vom 1. auf den 15. April verschoben worden sei, erweist sich nach den Erkundigungen der „K. Z." als unzutreffend. Der Minister Thielen hat vielmehr die strengste Anweisung erlaffen, daß der Kanal, der schon jetzt dem Ortsverkehr zugänglich ist, nicht eher für den vollen Verkehr freigegeben werden soll, als bis in allen Auftragstrecken des Kanals, in denen stets zunächst mit einer gewissen Durchlässigkeit des Bodens zu kämpfen ist, die vollständige Dichtigkeit des Kanalbettes gesichert ist. Es soll vermieden werden, daß etwa bald nach der Betriebseröffnung eine störende Reparatur einer Kanalstrecke sich als notwendig herausstellt. Die volle Inbetriebsetzung des Dortmund-Ems-Kanals wird daher schwerlich vor August dieses Jahres erfolgen. Sie wird alsdann voraussichtlich vom Kaiser persönlich eröffnet werden. Das großartige Hebewerk in Henrichenburg hat sich bisher aufs beste bewährt.
— Bismarck-Veröffentlichungen. Die „Hamb. Nachr." warnen vor sogenannten Bismarck-Veröffentlichungen, die nicht besonders beglaubigt oder auf amtlichen Aktenstücken basiert sind. Sie schreiben dazu: Neuerdings wird zum Beispiel wieder mit großer Reklame ein angeblich „ganz authentisches Werk über die letzten zehn Jahre des Fürsten Bismarck von E. v. Redern" angepriesen. Nach unseren Informationen verbirgt sich hinter diesem Pseudonym der bekannte alte Robolsky, der während der letzten zwanzig Jahre den Büchermarkt mit Dutzenden von Publikationen überschwemmt hat, immer mit Versteckenspielen, bald unter drei Sternen (***), bald unter einer Grafenkrone, bald unter dem Zeichen „ein alter Diplomat" usw., und immer gleich enttäuschend im Inhalt. Das Gewerbe, angeblich intime Enthüllungen über den verewigten großen Kanzler zu bringen, ist bisher ziemlich lukrativ gewesen: außer Gewinnsucht sprechen aber auch Eitelkeit sowie Reklamebedürfnis und gelegentlich direkte Feindseligkeit bei den meisten der kürzeren und längeren Publikationen mit, die seit dem Tode des Fürsten Bismarck immer wieder emporschießen. Wir hoffen, daß das Publikum bald gegen diese Art der Veröffentlichungen, die in der Regel legendenhaft, wenn nicht taktlos und indiskret, bestenfalls aber immer nur einseitig sind, bald abgehärtet sein und aufhören wird, ihnen einen Wert beizulegen. Es sind schon zu den Lebzeiten des Fürsten mancherlei Mythen und Legenden über ihn in Umlauf gesetzt, die er zu berichtigen sich angelegen fein ließ, insoweit sie zu seiner Kenntnis kamen. Nachdem solche Korrektur jetzt leider nicht mehr erfolgen kann, sollten wenigstens alle diejenigen, welche ihm in seinem Andenken wohlgesinnt sind, keine Versionen über ihn und seine Thätigkeit in Umlauf setzen, deren zweifellose Korrektheit nicht feststellbar ist.
— Die „Unkosten" in der sozialdemokratischen Verwaltung. Einen Einbick in die Betriebskosten einer sozialdemokratischen Gewerkschaft gewähren einige interessante Daten, welche die „Kons. Korr." dem letzten Jahresberichte des Verbandes der Zimmerer Deutschlands entnimmt: Der Verband zählte im Jahre 1898 22,104 Mitglieder und vereinnahmte 240,850 Mk., auf den Kopf also über 10 Mk. an Beiträgen jährlich. Das ist also fast so viel, wie ein Arbeiter zweiter Lohnklasse als Beitrag für die Jnvaliditäts- und Altersversicherung zu zahlen hat. Was bietet dem Arbeiter aber die Gewerkschaft für seine reichen Steuern? Die Antwort ergibt sich aus den Ziffern der Abrechnung. Danach verausgabte die Verbandskasse für „Verwaltung" über 13,000 Mk., Verbandsorgan über 32,000 Mk., Agitation über 7000 Mk., Beiträge an die Generalkommission fast 2000 Mk., Generalversammlung 9000 Mk. (!); dazu treten lokale Ausgaben der Zahlstellen im Betrage von fast 78,000 Mk. Verwaltung und Agitation haben also in einem Jahre über 140,000 Mk. verschlungen! Zum Nutzen der Arbeiter finden sich nur Ausgaben für Reiseunterstützung 935 Mk., verbranntes Werkzeug 354.50 Mk., Rechtsschutz 3987 Mk., zusammen rund 5300 Mk., wozu noch an Strikeunterstützungen 90,000 Mk. kommen. Rechnet man zu den hohen Gewerkschaftsbeiträgen noch diejenigen Steuern, die der Arbeiter an die politischen Parteikassen der Sozialdemokratie zu entrichten gezwungen wird, ferner die „freiwilligen" Beiträge, die ihm bei den zahlreichen Sammlungen durch die „Beauftragten" abgepreßt werden, so ersieht man, daß in der Thal der sozialdemokratische Arbeiter, von staatlichen und kommunalen Steuern möglichst geschont, schwere Steuern an den sozialdemokratischen Staat im Staate zu zahlen hat, welchen nur sehr geringe Leistungen gegenüberstehen.
Ausland.
Rom, 10. April. Auf der Konsulta wird entgegen anders lautenden Meldungen versichert, daß Deutschland und Oesterreich die italienischen Forderungen bei Abschluß des franco-italienischenUebereinkommens wegen Afrika kräftig unterstützten und daß in diesem Ueberein- kommen alle Rechte Italiens hinsichtlich Tripolis, sowie betreffs der Machtverhältnisse im Mittelmeer anerkannt und verbürgt werden.
Paris, 10. April. Ungeachtet seiner Verurteilung zu einer mäßigen Geldstrafe setzt der „Figaro" seine Ver
öffentlichungen zum Dreyfusfalle fort. Am Sonntag kamen die Aussagen von vier Generälen vor dem Kassations- Hofe an die Reihe. Mercier verweigerte es, über die Mitteilung der geheimen Aktenstücke an das Kriegsgericht sich auszusprechen, und erklärte es für unmöglich, daß Esterhazy der Verfasser des Bordereaus sei, weil derselbe die ausgelieferten Dokumente nicht gekannt habe. Billot erklärte, er habe nach einer langen und gewissenhaften Untersuchung die Ueberzeugung von der Schuld Dreifus' gewonnen. Ferner sagte General Zurlind en, das Bordereau sei ein materieller Beweis erster Ordnung und sei die Grundlage der Anklage gegen Dreyfus. Wenn ein neues Kriegsgericht berufen würde, um über Dreyfus auf Grund derselben Beweise und unter denselben Umständen zu urteilen, wie das erste Kriegsgericht, so würde die Verurteilung Dreyfus sicher fein. Durch Prüfung der Aktenstücke und durch Mitteilungen von Personen, die über den Prozeß von 1894 durchaus unterrichtet seien, sei er zu der Ueberzeugung von der Schuld des Dreyfus gelangt. — Dem „Gaulois" zufolge beauftragte der Kriegsminister, nachdem Major Hartmann seine Aussagen als Sachverständiger vor dem Kassationshof gemacht, den Direktor des Artilleriewesens, General Deleye, eine inzwischen dem Kassationshofe schon eingereichte Denkschrift zur Widerlegung der Angaben Hartmanns auszuarbeiten. — Quesnay de Beaurepaire behauptet im „Echo de Paris", er wisse aus sicherer Quelle, daß der „Figaro" die Untersuchungsakten von einem Richter erhalten habe, dessen Namen er kenne.
Paris, 10. April. Der „Figaro" veröffentlicht heute die V e r h ö r e der Generale Zurlindcn und Chanoine. Weiter meldet dasselbe Blatt, daß der Advokat Labori seit Samstag an starkem Fieber leidet. Die Aerzte erklären, daß seine Krankheit einen regelmäßigen Verlauf nimmt.
London, 10. April. „Daily Mail" läßt sich aus Rom bestätigen, daß die italienische Regierung versichert habe, trotzdem noch keine offiziellen Einzelheiten über die Besetzung der San Mun Bay eingetroffen sind, die Besetzung sei eine volle Thatsache.
Lokales und Provinzielles.
Gießen, den 11. April 1899.
** Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten. Versammlung Donnerstag den 13. April 1899, nachmittags 5 Uhr pünktlich: 1. Gesuch des Karl Rühl um Erlaubnis zur Anbringung einer Laterne am Hause Schanzenstraße 2. 2. Gesuch der freien Studentenverbindung „Franconia" um Erlaubnis zur Aufstellung einer Fahnenstange in der Wagengasse vor dem Restaurant „Postkeller". 3. Baugesuch des Wilhelm Spörhase für die Steinstraße; hier: Dispens. 4. Desgl. des Kaspar Heinzerling für den Schiffenbergerweg; Hier: Dispens. 5. Desgl. des Karl Schleenbecker für Ecke Liebig- und Ebelstraße; hier: Dispens. 6. Gesuch des Karl Jughardt II. um Verpachtung eines Sandlagerplatzes an der Lahn. 7. Verkauf eines Geländestreifens an der Frankfurterstraße an Wilhelm Weidt- mann. 8. Verkauf von Gelände des städtischen Hospitals an Philipp Strack Eheleute. 9. Entwässerung der Grabenstraße über einen dem Preuß. Eisenbahnfiskus gehörigen Weg. 10. Festsetzung der Straßenfluchtlinie entlang der Rodheimerstraße; hier: Reklamationen. 11. Den Voranschlag über Einnahme und Ausgabe des Großh. Realgymnasiums und der Realschule zu Gießen pro 1900/1903. 12. Voranschlag desselben für 1898/99; hier: Ausgaben für Heizung und Beleuchtung. 13. Vertilgung der Blutlaus; hier: Wahl der Kommission. 14. Gesuch des Aloys Blum um Erteilung der Erlaubnis zum Branntwein-Ausschank über die Straße für das Haus Steinstraße 78.
•e Militärisches. Generalleutnant Schilling von Cannstadt und Divisionsadjutant Major v. Worgitzki sind zur Regimentsbesichtigung hier eingetroffen und im Hotel „Großherzog von Hessen" abgeftiegen.
Kunstausstellung im Turmhaus am Brand. Ver- schiedentliche Versuche, in der Kunstausstellung auch Proben von dem Besitze des kunstwissenschaftlichen In- stitutes der Landesuniversität vorzuführen, sind mit Dank begrüßt worden und würden sich solchen in noch höherem Grade verdient haben, wenn sie die Aufmerksamkeit auf Neuigkeiten hätten lenken können. Nachdem das mit v. Nitgen's Tod eingegangene Institut, dank dem Wohlwollen der Regierung und der Stände, seit 1898 neu begründet und ein regelmäßiges Wachsen seiner Bestände gesichert ist, kann die Direktion daran denken, durch Ausstellung geeigneter Neuerwerbungen auch die Besucher der Kunstausstellung zu erfreuen. Als erste ist zurzeit einer der vortrefflichen farbigen Lichtdrucke der „Vereinigung der Kunstfreunde für amtliche Publikationen der kgl. National- Galerie zu Berlin" ausgestellt, die, „ohne mit den Originalen selbst in Konkurrenz treten zu wollen, die Erinnerung an jene mit der vollsten Treue des photographischen Nachbildes in derjenigen Reduktion der Farbenwirkung darbieten, welche die veränderte Größe bedingt." Das Blatt stellt Tizians weltberühmte, 1516—18 für den Hauptaltar der venezianischen Franziskanerkirche (8. Maria Gloriosa dei Frari) gemalte Himmelfahrt der Maria („Assunta") dar. So wenig selbst eine so treue Nachbildung die Herrlichkeit des Originals vergegenwärtigen kann, so weit ist sie farblosen Stichen oder photographischen Nachbildungen überlegen, und hat selbst vor dem Original in seiner jetzigen Ausstellung in der venezianischen Akademie das eine voraus, daß der Beschauer einen genügend entfernten Standpunkt einnehmen kann. — Eine Auswahl treuer Reproduktionen nach Handzeichnungen bedeutender Meister wird demnächst zur Ausstellung gelangen. B. 8.
*• Schönschreiben und Buchführung sind in gegenwärtiger Zeit zwei sehr wichtige Faktoren. Eine schöne Schrift ist stets eine gute Empfehlung, und Kenntnisse der Buchführung heutzutage unerläßlich. Es wird daher vielen Interessenten
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angenehm sein, daß die vorteilhaft bekannten Lehrer SSn-r. Gebrüder Gander aus Frankfurt a. M. am dem 19. April hier ihre Kurse im kaufmännischen Sckneü und Schönschreiben, sowie in der Buchführung eröffnen unh zwar für Herren und Damen. Im übrigen verweisen w,r auf die bezügliche Bekanntmachung im Inseratenteile unsere heutigen Nummer.
•• Ans Anlaß des Pfingstfestes erhalten die getoöhnliäfn Rückfahrkarten auf den preußischen Staatsbahnen nn? verlängerte Giltigkeitsdauer von einschließlich dem dritten Tage vor bis zu dem achten Tage einschließlich na* dem ersten Feiertage, also vom 18. Mai bis einschli-kk,^ 29. Mai. Die Rückreise kann am letzten Oiltigfeitßta - bis 12 Uhr nachts einschließlich angetreten werden. Verkehr mit Belgien besteht diese Vergünstigung nicht, iL den süddeutschen Bahnen behalten die Rückfahrkarten ihn gewöhnliche Giltigkeitsdauer von 10 Tagen.
t Von der Lahn, 10. April. Nachdem bekannt geworden daß einzelne religiös angeregte Gemeinden Hessens sich den Besuch und die Wirksamkeit der Chrischonabrüder (von der Anstalt Chrischona bei Basel) verbeten haben, darf auf eint Aussprachezur Klärung derSachlage hingewiesen toerben.bu' vor einiger Zeit zwischen den obengenannten Brüdern und ben^r tretern der „Evangel. Gesellschaft", deren Leitung in Elbersr..' ihren Sitz hat, stattfand. Diese letztere hat die strengt Weisung erlassen, sich an die evangelische Kirche unb bereu Kirchenvorstände resp. Pfarrer anzuschließen, während bit Statuten jener Anstalt bei Basel ihren Sendboten viel mehr Freiheit lassen, sodaß manche von ihnen auch im engerer. Kreise der gläubigen Christen das heilige Abendmahl reichen und durch ihre Thätigkeit das Verhältnis zur evangelishen Landeskirche lockern ober ganz zerstören. Für die treuen Mitglieder der evangelischen Landeskirche erhellt aus alle brm mit voller Klarheit die Notwendigkeit ihrer Stellung zur Chrischona.
§§ Ober Lai8 bei Nidda, 9. Äpril. Den hiesigen zirka 50 Jahre alten Landwirt Heinrich Eschenröber fanb man in der Nähe seiner Hofraite, in einer sogenannten Flachsgrube, ertrunken vor. Da Eschenröder schon mehrere Monate krank war, so vermutet man hierin den Beweggr^b zum Selbstmord.
§§ Vom höheren Vogelsberg, 10. April. Seit gestern sind wir hier noch einmal in den Winter eingetreten. Das Schneewetter tobt anhaltend, sodaß der Schnee vielfach bis zu 1 Fuß hoch liegt. Infolge dieser Witterung sind die Feldarbeiten sehr gehemmt. Die Wiesengründe stehen vielfach unter Wasser.
AlSfeld, 10. April. Aus dem Fahrplan-Entwurf bet König!. Eisenbahn-Direktion Frankfurt a. M. ersehen wir, daß vom 1. Mai ab ein Frühzug von Gießen nach Alsfeld eingestellt werden wird. Dieser (l2) Zug, welcher Personenwagen II.—IV. Klasse mitführt, fährt in Gießen ab um 4 Uhr 57 Min., verläßt Grünberg 6 Uhr 9 'M in. und endet in Alsfeld 7 Uhr 57 Mm. Die Einstellung dieses Zuges in den Verkehr der Linie Gießen—Fulda ist auf eine diesbezügliche Eingabe des Alsfelder Kaufmännischen Vereins zurückzuführen und ist im Interesse des beteiligten Publikums freudig zu begrüßen.
Von der Bergstraße, 9. April. Heute erschien Nr. 1 des „Bergstr äßer Fremdenblatt", Saisonblatt unb Fremden-Liste für die Luftkurorte Jugenheim, Auerbach unb Seeheim, in gewohnter Ausstattung. Jugenheim zählt bis jetzt eine Gesamt-Frequenz von 218 Personen, Auerbach eine solche von 70.
Vom Odenwald, 9. April. Das war nun ein „Weißer- fonntag" im buchstäblichen Sinne des Wortes, denn schon seit gestern mittag hat sich bei uns Feld und Flur in tim dichte Schneedecke gehüllt, und fortgesetzt schneit w" regnet es. Dabei steht auch bei uns das Frühobst jtft in Blüte, während, wie sich die Bauersleute ausdrücken, ba8 Spätobst in der Wolle ersticken wird.
A Mainz, 10. April. Gestern fand eine Versammlung des Zentralvereins deutscher Böttcher (Küfer) statt, in welcher eine Resolution gefaßt wurde, die aus Ei' Höhung des Lohnes abzielt. Die Resolution soll haupli'äch lich an die Weinfirmen gerichtet werden, die bei einer 11 und 12 stündigen Arbeitszeit nur einen Lohn von 15 bi« 17 Mk. bezahlen, während selbst die kleinsten Meister itjitn Leuten einen Mindestlohn von 18 bis 20 Mk. pro Uoajt geben. Bei Unberücksichtigung der Wünsche wurde an gelten, in Ausstand zu treten. — Vom Studenten &um 9)ettlc Der Sohn eines Rentamtmannes in Sulz, der bis zum letzten Semester mit gutem Erfolg studiert halte, alsdann von der Universität verschwand und sein Studium ausga, um sich nichtsthuend herumzutreiben. Des elterlichen Haup verwiesen, ging er als Schreiber zu einem Notar nary Mannheim, wo er drei Monate zur größten Sufrl^]Cl8 arbeitete, dann aber unter Zurücklassung seines Gehalte plötzlich verschwand. Vor einigen Tagen wurde er Y'r bettelnd aufgegriffen und vor das Schöffengericht gestc , das ihn in Anbetracht seines guten Leumundes nur zu eine Tage Gefängnis verurteilte.
Aus der Zeit für die Zett.
Vor 399 Jahren, am 12. April 1500, wurde zu Bamberg Joachim Camerarius geboren. Er gilt als - grünber der griechischen und römischen Litteratur in Deu ün land, wirkte theoretisch und praktisch für das Gedeihen Wissenschaft durch sein Lehr- und Verwaltungstalent mir welchem er dem Gymnasium zu Nürnberg und den 1 fitäten zu Tübingen und Leipzig hohen Glanz unb neu Gestaltung gab. Als Abgeordneter von Nürnberg besucb er 1530 den Reichstag zu Augsburg. Er beschloß f « segensreiches Leben als Rektor der Universität zu Leipz s am 17. April 1574.
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