Ausgabe 
12.4.1899 Erstes Blatt
 
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Mittwoch den 12. April

Erstes Blatt.

Amts- unb Anzeigeblatt für den Ureis Giefzen

Amtlicher Teil

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Bekanntmachung

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Die Deutschen sind, wie wir schon oft ausgeführt

AuchNew York Sun" meint, die in der MünchenerAll-

Allk Lnzeigen.BmnittllMgSftellen bei In- und HultanM nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger eni-eq-v

c. durch die 6L.

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vlerierfadrlieb 2 Tiart 20 Plg monc.tiiib 75 '

mit Brinqerlohn

Bei ToNdezug 2 Diart 50 Pfg.

vierteljährlich.

Itfttfrtw, Expedition und Druckerei:

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chlasen ist.

"deo Hinterbliei

9.

!iie Beratung der deutschen Vertrauens­männer in Oesterreich.

gemeinen Zeitung" wiedergegebene Sprache des Botschafters White sei offenbar durch einen mehr unternehmenden und patriotischen, als genau arbeitenden Redakteur entstellt worden, White könne so indiskret nicht gewesen sein. Wenn englischer Einfluß am Werke sei, so müsse er nichtamtlich sein. England habe der Einsetzung der Oberkommission ja zugestimmt. Heute sei keine Wolke am Himmel. Handels- Streitigkeiten zwischen Deutschland, den Bereinigten Staaten und England mögen immerhin bestehen, doch seien ernste Reibungen nicht wahrscheinlich. Solche scheinheiligen Re­densarten können natürlich nichts daran ändern, daß Herr White nur allzu recht hatte, als er auf die englischen Machenschaften hinwies. Der Gewährsmann des Münchener Blattes verwahrt sich tzenn auch sehr entschieden gegen die

Ungeschwächt tobt in der Nachbarmonarchie der Kampf iiis'chen Deutschen und Slaven fort, und weniger denn je i ein Ende dieses Zwiespalts abzusehen. Wie schwere -Hilden dem Staate Oesterreich aus dem Nationalitäten- htiite erwachsen, haben wir oft an dieser Stelle ausgeführt.

1 Eir hielten es für unsere Pflicht, diesem Gegenstände ganz hjimbete Aufmerksamkeit zuzuwenden und haben deshalb :nt innerpolitischen Zuständen in Oesterreich schon eine uirzc Reihe von Artikeln gewidmet. Der Kampf, den die Kutschen Oesterreichs führen, ist ein solcher auf Leben und iolo, und es ist begreiflich, wenn wir ihnen unsere Sym- iit Ijiecn entgegenbringen, umsomehr, als sie ja von der lÄrreichischen Regierung nicht nur im Stiche gelassen ronben sind, sondern auch vollständig von ihr in den Hinter-

Dieh.

Gründung einer Vermittlungsstelle für An- und

Verkauf von Zuchtvieh.

Prüfung der Rechnung für 1898/99.

Verschiedenes.

Geheimer Rat Dr. Nieberding leidet seit Jahren an den Augen. Um einige Augenärzte zu Rate zu ziehen, hat der Staatssekretär in voriger Woche eine Reise nach Süd­deutschland angetreten.

M.P.C. Wie durch den Telegraphen, so können auch durch den Fernsprecher die verschiedensten Ver­träge geschlossen werden. In gewisser Beziehung steht dabei der Fernsprecher höher, als der Telegraph, denn das Rechtsgeschäft läßt sich mittelst des ersteren ohne Zeuge« abwickeln, während bei der Abwickelung desselben durch letzteren mindestens zwei Zeugen, je einer am Absendungs- und am Bestimmungsorte, sich besinden. Es ist nun die Frage vielfach zur Erörterung gelangt, ob durch den fern- sprechlichen Verkehr ein Vertrag zwischen Anwesenden oder Abwesenden entstehe. Diese Frage ist insofern von Be­deutung, als von ihrer Beantwortung es abhängt, in welchem Momente der Vertrag perfekt wird. Das neue bürgerliche Gesetzbuch regelt die Frage im § 147. Hiernach gilt der Antrag auf Schließung eines Vertrages, sofern er von Person zu Person, d. h. ohne Mittelperson, gemacht wird, als Antrag unter Anwesenden und kann rechtzeitig nur sofort angenommen werden.

M.P.C. Wie uns aus London geschrieben wird, glaubt man dort noch immer nicht fest an das Zustandekommxn der Abrüstungskonferenz. Es dürfte nicht als aus­geschlossen betrachtet werden, daß schon bei den Einladungen beabsichtigte oder unbeabsichtigte Verstöße vorgekommen seien, welche an dieser oder jener Stelle derart verletzten, daß der betreffende Staat darauf verzichte, zu der Konferenz Dele­gierte zu entsenden.

Die Thronfolge in Ko burg-Gotha. I« der heutigen Sitzung des gothaischen Landtages wurde folgende Erklärung des Herzogs von Connaught verlesen:Nach dem allzu frühen Heimgang des Erbprinzen Alfred und zufolge bedingten Verzichtes des Prinzen von Wales für sich und seine Nachkommen auf das Erbfolge- recht in den Herzogtümern Koburg und Gotha bin ich nach dem Hausgesetz der nächste zur Thronfolge berufene Agnat des herzoglichen Hauses. Als solcher sind ich und mein

Hbrefle für Depeschen: An;elqer Fernlvrecher Nr. 51.

heige.

Kunden unh Eag 1 Uh- t

Gießen, 6. April 1899.

Mülffcnb: Die Wiedereröffnung der Landesgestütsstation Berstadt.

$c.g Großherzogliche Kreisamt Gießen

a die Vrvsth. Vürgermetstereieu des Kreises.

'Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntnis, daß in in "andeSgestütsstarion Berstadt das Deckgeschäft wieder ufg! nommen und daß in der Landesgestütsstation Grun- ktg der ihr zugeteilte belgische Hengst eingetroffen ist.

v. Bechtold.

Gratisbeilagen: Gießener Famitienblätter, Der heWhe Landwirt Mütter für hessische Volkskunde.

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Helle sür die fc 'r Berufszug- werter.

rs: 18. April Iss

Wahlprüfungen.

Berlin, 10. April. Die Verhandlungen zwischen dem ! Verein Berliner Produkten- und Getreide­händler und den Vertretern der Landwirtschaft sind nunmehr abgeschlossen und haben, wie derBerliner Börsen- Kourier" hört, zu einer Einigung geführt. Die gemeinsam gefaßten Beschlüffe der beiden Parteien unterliegen nunmehr der Bestätigung seitens des Landwirtschaftsministers, an welcher indes nicht gezweifelt wird.

Berlin, 10. April. Die amerikanische Presse verharrt zu einem Teil bei dem Versuch, die Schuld für die samoa­nischen Wirren auf de« deutschen Generalkonsul Rose zu werfen. Daneben äußern sich auch verständige Stimmen. DieTribüne" z. B. sagt, die provisorische Re­gierung sei durch einen einstimmigen Beschluß der Vertreter der drei Mächte eingesetzt worden, und es sei deshalb eine gute Argumentierung, daß sie auch nur durch einen ein- stimmigen Beschluß abgesetzt werden könne. Deutschland könne sehr wohl behaupten, daß Admiral Kautz eilfertig oder ohne gehörige Vollmacht gehandelt habe. Da der letzte Zusammenstoß die Folge der Uneinigkeit der Konsuln gewesen sei, betont das Blatt die Notwendigkeit der Har­monie zwischen den drei Mächten. Glücklicherweise hätten sich auch die Mächte dahin geeinigt, daß die Oberkom­mission nach einstimmigem und nicht nach Mehrheitsbeschluß vorzuqehen habe. DieEvening Post" sagt, General­konsul Rose erscheine innerhalb seiner technischen und gesetz­mäßigen Rechte stehend, doch hätte er wiffen müssen, daß seine Gegenproklamation als Brandfackel wirken werde und Instruktionen von Berlin abwarten müssen. Die meisten Blätter geben der Ansicht Ausdruck, daß die Oberkommission die ganzen Wirren beilegen werde. Sehr unbequem ist den deutschfeindlichen Blättern in London, Washington und New-York der von der MünchenerAllg. Ztg." mitgeteilte i Inhalt einer Unterredung mit dem amerikanischen Botschafter White in Berlin, der den guten Willen Amerikas zur Ver­ständigung betont, dagegen sich sehr abfällig über die eng- i fische Jingopreffe ausgesprochen hatte.Jedenfalls könne er versichern, daß man sich in Amerika durch die Be­mühungen der englischen Jingos in den eigenen Entschließ­ungen nicht beeinflussen lassen werde, da die amerikanische Regierung prinzipiell geneigt sei, mit Deutschland in Frieden und Einvernehmen zu leben. Die beffere amerikanische Presse denke nicht daran, jene Hetzereien dergelben" Presse, die leider aus englischen Kreisen unterstützt werde, irgend- I wie ernst zu nehmen. Schon die LondonerMorning Post"

iAm Donnerstag, dem 13. April ds. Js. nachmittags I/.3 Uhr findet im Saale des Cafs Ebel dahier eine General- msommlung des Vereins zur Züchtung des Vogelsberger Nindoiehs im Streife Gießen statt, zu welcher alle Mitglieder iitmit eingeladen werden. Dazu gehören auch die Mit- zliedxr des Grünberger, Lauterer, Großen-Lindener und hkliütelheimer Zuchtvereins.

Tagesordnung:

Einrichtung von Tummelplätzen für Vogelsberger

Deutsches Reich.

Berlin, 10. April. Dem Bundesrat ist der Entwurf einer Reichs-Schulden-Ordnung zugegangen.

Berlin, 10. April. Wie diePost" hört, werden zurzeit an maßgebender Stelle Beratungen gepflogen über eine den Diakonissinnen zu verleihende Amtstracht.

Berlin, 10. April. Morgen, am 11. April, mmmt das Abgeordnetenhaus vormittags um 11 Uhr, der Reichstag nachmittags 2 Uhr seine Plenarsitzungen wieder auf. Auf der Tagesordnung des Abgeordnetenhauses stehen die Anträge Mies und Weyerbusch betreffend die Abänderung des Kommunal-Wahlgesetzes vom 14. Juli 1893, auf der Tagesordnung des Reichstages stehen kleinere Vorlagen und

Gießener Anzeiger

Heneral -Anzeiger

.3.

-4.

Vereinigung der Deutschen Oesterreichs zu einem Ganzen bildet einen Lichtblick in dieser ganzen schweren Zeit, und jede neue Anregung zur Sammlung der Deutschen um ihre Fahnr qiebt die Gewähr, daß der Sieg ihrer Sache leicht wird. Auch jetzt sind in der schönen Donaustadt wieder Vertrauens­männer der deutschen Parteien Oesterreichs zusammengetreten, um in gemeinsamer Beratung Mittel und Wege ausfindig zu machen, wie der Bedrückung seitens der Slaven wirksam entqeqenqetreten werden kann. Hoffentlich schweigen bei dieser Gelegenheit Haß und Neid, die ja leider unter den deutschen Parteien noch immer in hohem Grade das Scepter führen, und der eine Gedanke beherrscht bie ©emuter: Mann für Mann im Kampfe stehen gegen slavischen lleber- mut, unb ber Gemeinsamkeit der Interessen unterordnen die kleinlichen Zänkereien unb Streitigkeiten, wie sie bas All­tagsleben mit sich bringt. Noch steht unseren Landsleuten biesseits ber Enns eine schwere Zeit bevor, denn, wenn nicht alles täuscht, so planen Graf Thun unb seme Helfers­helfer nichts Gutes. Umsomehr ist volle Solidarität der Deutschen geboten. si:c-- *

find, brauchen wir kaum hervorzuhebeu. (x**)

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erwähnten Insinuationen. t .

Neueangelsächsische" Freundlichkeiten. In aller Stille haben die Engländer die Tonga-Inseln an­nektiert. DieTimes" teilen aus Melbourne mit:Privat- umiomenc in uuue w. . nachrichten aus Tonga zufolge haben der Kapitän des eng- Daß sie unserer Sympathien sicher lischen KreuzersTaurauga" und der engUsche Vizekonsul V V ' J , > (xx) I kürzlich ein Abkommen Mit dem König der Tonga (Freund-

__ ________________ | sckasts-1 duseln Georg II. abgeschlossen. Danach verpflichtet sich der König, seine Souveränitätsrechte nicht aufzugeben, noch irgend einen Teil des Königreichs der Tonga-Inseln an eine fremde Macht (!) abzutreten, zu verkaufen oder zu verpfänden. England verpflichtet sich dagegen, die Unab­hängigkeit des Königreichs zu garantieren. Was diese garantierte Unabhängigkeit bedeutet, ist klar. Bezeichnend ist, daß dieser wiederum die deutschen Jntereffen gröblich verletzende Schritt mit der verläumderischcn Behauptung be­gründet wird, daß Deutschland Schritte gethan habe, um sich den Besitz der Inselgruppe zu sichern. Es werden darüber Geschichten verbreitet, die völlig unwahr sind. Ebenso unverschämte Lügen über einen deutsch-amerikanischen Zwischenfall werden in London verbreitet. Es wird da berichtet: In Apia wünschte ein deutscher Seeoffizier bei einem amerikanischen, außerhalb der Stadt aufgestellten Posten vorbei zu passieren. Nach seinem Paß befragt, er- klärte der Offizier, keines solchen zu bedürfen, und drängte sich vorbei, worauf der Posten dem Offizier einen Faust­schlag zwischen die Augen versetzte und hinzufügte:Erzähle Deinen Freunden, daß Du mit einem Amerikaner zu thun hattest!" Der Offizier hat denFalke" bisher nicht wieder verlaffen. An der Geschichte ist kein wahres Wort.

M.P.C. Der Staatssekretär im Reichsjustizamt Wirk!.

Nein, toi.

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frCtdet ttgNch l p Ausnahme bei

IRantagl.

Bee Gießener lintncwirttKr eArx dem Anzeiger Oteutlich viermal bet gelegt

lli .bxe »an Anzeigen zu ber nachmittag! für b« H«*e« log erfcheinenben Nummer varm. 10 Uhr.

Gießen, am 7. April 1899.

Der Direktor des Zuchtvereins.

Boeckmann.

Bekanntmachung. ~

Der Obstbautechniker des Oberhessischen Obstbauvereins, fiert. Metz aus Friedberg beabsichtigt

r-muer-tag, den 13. April L, vormittags » Uhr ii htm gütigst zur Verfügung gestellten Garten des Vor- sitzenden der Ortsgruppe Gießen, Herrn M^or Frhr. von Mer, Wilhelwftraße 16, dahier, praktische Unter veriuugen an Obstbäumen vorzunehmen.

Die Mitglieder des Oberhessischen Obstbauvereins, wie sonstige Interessenten werden hierzu freundlichst Wtladen.

Gießen, am 10. April 1899.

Der Vorsitzende des Vereinsbezirks Gießen des Oberhessischen Obstbauvereins.

Frhr, Schenck.

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Noch sehen anscheinend die maßgebenden Kreise in Wien ichjt ein, welch verhängnisvollen Fehler Graf Badeni machte, er, um eine Majorität im Abgeordnetenhause zu erhalten, la Czechen Thür und Thor öffnete und die Deutschen dem iwf# 1 'Mischen Uebermutc preisgab. Die ganze Periode Badeni- 'itttrtffl,tr'V ^vatsch-Thun darf als verlorene Zeit in der innerpolitischen

* , kwwickelung Oesterreichs angesehen werden, ja, sie hat «-Phil Werreich Schäden zugefügt, die so nachhaltig find, daß ( k i« langen Jahren nicht wieder gut gemacht werden

M L,^en -mien.

rjltf Die Deutschen sind, wie wir schon oft ausgeführt

gebe"" Fier.Vers t^n, der Willkür preisgegeben, und da ist em enges Zu- , ----- .. , « , .

uen6r ' Mmenhalten derselben das einzige Mittel, dem Ansturm hatte die Richtigkeit dieser Aeuße^ngen in Zweifel gezogen.

, j a I einiger A«fich. auf «Erfolg widerstehen zu können. Die | - ' ---- h"

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