Ausgabe 
11.8.1899 Zweites Blatt
 
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Unfallverhütung nicht durch Modelle, sondern durch Photo­graphien darzustellen. Ferner wird beabsichtigt, eine größere Zahl charakteristischer Maschinen, Geräte und anderer Be­triebseinrichtungen in Mutoskop Apparaten derart zur Dar­stellung zn bringen, daß die Handhabung der Maschinen u. s. w. und der dabei in Betracht kommenden Sicherheits­vorkehrungen nach Art der sogenannten lebenden Photo­graphien sichtbar wird.

Berlin, 9. August. Heute vormittag ist die letzte Sonntag-Nummer derStaatsbürger-Zeitung" beschlagnahmt worden. Zwei Kriminalbeamte durch­suchten die Räume des Blattes und fanden noch einige hundert Exemplare. Die Beschlagnahme ist erfolgt wegen des Abdruckes der Rede, welche Graf Pückler aus Klein- Tschirne am Samstagabend in einer öffentlichen Volksver­sammlung gehalten hat.

Berlin, 9. August. Wie dieStaatsbürger-Zeitung" mitteilt, geht aus dem ihr heute vormittag zugestellten Beschluß hervor, daß der Artikel vom Sonntag über die Pückler-Versammlung beanstandet wurde, weil die Wiedergabe der Rede des Grafen Pückler bezwecke und geeignet sei, in einer den öffentlichen Frieden gefährdenden Weise ganze Klassen der Bevölkerung zu Gewaltthätigkeiten gegen einander aufzuhetzen, worin ein Verstoß gegen den § 130 des Strafgesetzbuches gesehen wird.

Berlin, 9. August. Wie aus Hannover gemeldet wird, ist daselbst die Prinzessin Maximilian zu Schaumburg-Lippe in der vergangenen Nacht von einem Prinzen entbunden worden.

Aus Friedrichsruh meldet dieDeutsche Eisen- bahn-Ztg.", daß bei der Ehrung des verewigten Reichs­kanzlers durch den Verein deutscher Lokomotiv­führer am 31. v. M. Fürst Herbert Bismarck folgende Ansprache gehalten hat:Meine Herren! Ich freue mich sehr, daß Sie meinem verstorbenen Vater eine solche Ehre erweisen. Schon aus den Ihrem Besuch vorausgegangenen Schriftstücken las ich aus jeder Zeile heraus, welche Vater­landsliebe in Ihrem so großen Verein gepflegt wird und welche Verehrung Sie für meinen Vater hegen. Es sind mir in den letzten Tagen mannigfache Kränze und Spenden sowie Beileidstelegramme zugegangen, ich freue mich heute um so mehr, von Ihnen, meine Herren, einen der schönsten Kränze zu sehen. Oft genug verglich sich mein Vater mit Ihnen, indem er von der ihm übertragenen Führung der Reichslokomotive sprach und auch so oft wie Sie mit Wider­wärtigkeiten zu kämpfen hatte. Ich danke nochmals von ganzem Herzen, verzeihen Sie aber, wenn ich Sie nicht persönlich nach der Kapelle begleite. Ich bin in diesen Tagen aus Anlaß der mir zugegangenen Kondolenzschreiben und Telegramme derart in Anspruch genommen, daß ich meinen Sekretär beauftragen muß, Sie nach der Grabstätte zu führen." Der Verein deutscher Lokomotivführer hatte dieser Tage in Leipzig seine diesjährige Vorstandssitzung. Auch die Verhandlungen zeugten von dem vaterländischen Geiste, durch den sich der Verein auszeichnet. Er zählt jetzt 1541 Mitglieder, gegen 1364 im Jahre 1886. Das Vereinsvermögen beträgt über 55 000 Mark.

Des Aufgebens sozialdemokratischer Prinzipien beschuldigt Wilhelm Liebknecht imVorw." weite Kreise innerhalb der sozialdemokratischen Partei. Er veröffentlicht mit seiner Namensunterschrift zwei lange Er­klärungen imVorw.". Die erste kehrt sich gegen einen Artikel des Pariser Sozialdemokraten B. Kritschewsky über die Haltung der französischen Sozialdemokraten in der Dreyfusfrage, die zweite richtet sich gegen die Taktik der bayerischen Sozialdemokraten bei den letzten Landtagswahlen.

Eberhard!" schrie sie.Ist das wirklich wahr?"

Du kannst Dich ja überzeugen," erklärte er voll Galgen­humor, und führte sie in sein Arbeitszimmer.Hier," sagte er, schloß den Schreibtisch auf und zog den Kaffeefack heraus, hier hast Du Deinen Schatz."

Vernichtet sank sie in seinen Arbeitssessel.

Eberhard," stöhnte sie.warum hast Du das gethan? Das hattest Du mir gegenüber doch nicht nötig."

So?" entgegnete er ernst.Hast Du mir denn gestern geglaubt, als ich Dir meine Ansicht sagte? Hörst Du über­haupt auf mich?"

Sie schwieg ein wenig beschämt und starrte auf den unseligen Kaffeebeutel.

Zurückfordern kann ich ihn doch nicht wieder," sagte sie endlich, und schaute ihren Gatten an, der sie mit großem Behagen beobachtet hatte.

Durchaus nicht," bestätigte er ihr.Du mußt sogar die fünfzehn Pfund nachliefern, die Du da ausgeschrieben hast."

Ich werde mich hüten," erklärte sie entrüstet.Mögen sie sich selbst welchen schicken laffen. Die Adresse können sie kriegen."

Damit sie merken, daß Du an jedem Pfund fünf Pfennig verdient hast, was?"

Du hast recht, Eberhard! ... Da bin ich in eine schöne Patsche geraten. . . Aber lieber den Verlust tragen, als sich vor den Klatschschwestern blamieren. Denn wie die über einen herfallen, davon kannst Du Dir kaum eine Vor­stellung machen. Heute nachmittag habe ich es mal so recyt merken können."

Wahrhaftig? . . . Na, das freut mich, daß Du's ein­siehst. . . . Aber sag mal, wie wird denn das, wenn die fünfzehn Pfund nun alle sind, die Du da übernommen hast? Was?" fragte der Assessor, und ließ seine schwergeprüfte Frau nicht aus den Augen.

Ich denke, dann" sagte sie stockend, und wurde rot dabei wie ein Backfisch, der sich zum erstenmal küssen läßt,dann sind wir schon längst . . . in Osterode."

Hurra!" rief der Assessor, und fiel ihr um den Hals. Es lebe die Bremer Firma samt ihren Teufelsbohnen!"

B. Kritschewsky betont in seiner Zuschrift, daß die Dreyfus- affaire von den französischen Sozialdemokraten allerdings zur Parteisache gemacht werden mußte, weil die sozialdemo­kratische Partei das größte Interesse an der Niederkämpfung »er klerikal-militärischen Reaktion hatte. Er betont ferner, ) die sozialistische Thätigkeit in Frankreich namentlich seit einem Jahre sich fast ausschließlich um die Achse der Drey- uskrise drehte. Im übrigen wendet sich Kritschewsky gegen >ie enorme polemische Uebertreibung, die aus Gallifet den Kommuneschlächter par excellence, denSchlächter von 35 000 Sozialisten" machen möchte. Man brauche nur die Lissagaraysche Geschichte nachzusehen, um zu erfahren, daß Gallifet nicht im entferntesten die Rolle des Junidiktators und Junischlächters Cavaignac spielte.Er war ein ein- acher Brigade-General, und als solcher ausschließlich für )ie Blutthaten einer einzigen Brigade verantwortlich. Der Kommuneschlächter war Thiers, und den Oberbefehl über die Versailler Armee führte Mac Mahon. Gallifet war nur eines der sehr zahlreichen untergeordneten Werkzeuge der Oberschlächter Thiers und Mac Mahon, wenn auch vielleicht das blutigste Werkzeug, aber nicht der Zahl seiner Opfer nach, sondern nur seiner Abschlachtungsmethode nach." Lieb- necht erwidert hierauf im wesentlichen nur mit dem Ein­wand, daß dieKampagne" tatsächlich zur Stärkung statt zur Schwächung des Militarismus geführt hat. In seiner weiten Erklärung aber rechnet Liebknecht mit demsehr rekannten in Norddeutschland lebenden Genossen" ab, der ihm in derMünch. Post" den entsetzlichen Vorwurf ge­macht habe, die von Liebknecht bei den preußischen Land­tagswahlen befürwortete Taktik der Wahlenthaltung würde die lex Recke gebracht haben. Hierzu bemerkt Liebknecht bloß", daß das Rechenexempel ganz falsch ist, daß er aber eine lex Necke für ein weit geringeres Uebel gehalten ;ätte, als ein Verseuchen der Partei durch Verwischung der Prinzipien und Klassengegensätze." Das Sozialistengesetz )abe die sozialdemokratische Partei gestärktdie jetzige Kompromisselei und Bernsteinerei würde sie zu Grunde richten, wenn die Partei es ruhig geschehen ließe." Die Münch. Post" hatte Liebknecht hingewiesen auf seine eigenen Worte in der Einleitung zum Leipziger Hochverratsprozeß: Andere Zeiten andere Formen des Kampfes. Das ganze Streiten um die Taktik ist ein Streiten um des Kaisers Bart. Die Frage der Taktik ist keine Prinzipien- rage, keine theoretische es ist eine Frage der Praxis." hierauf antwortet Liebknecht und stellt sich damit in einen Gegensatz zu zahlreichen anderen Führern der Partei.Die Taktik ist eine Frage der Praxis und hat mit dem Prinzip nichts zu thun. Aber bei der Taktik kommt es doch auf »as Ziel an, und eine Taktik, die uns in Bayern zu Leiter­haltern des Zentrums macht und in Frankreich zu Kollegen und Handlangern des Erzbourgeois Waldeck-Rousseau und »es Kommuneschlächters Gallifet ist nicht mehr eine Taktik für sozialistische Prinzipien. Hier handelt es sich nicht mehr um eine Frage der Taktik, sondern um eine Prinzipienfrage. Die veränderte Taktik bedeutet hier ver­ändertes Prinzip."

In der Frage der Warenbesteuerung ist der von Herrn v. Miquel den Handelskammern und Aeltesten- kollegien unterbreitete Gesetzentwurf auf den lebhaftesten Widerstand auch in den Kreisen gestoßen, welche Maßnahmen gegen die Warenhäuser gefordert halten. Nunmehr berichtet ein Korrespondent, daß noch in diesem Herbst ein neuer Gesetzentwurf den Handelskammern zur Begutachtung zu­gehen soll.

Erweiterung des Gesetzes über den un­lauteren Wettbewerb. Das Gesetz gegen den un­lauteren Wettbewerb erteilt im § 5 dem Bundesrat die Befugnis, im Wege der Verordnung Bestimmungen darüber zu erlassen, in welcher Form und Verpackung bestimmte Warengattungen in den Handel gebracht werden dürfen. Von dieser Ermächtigung will der Bundesrat demnächst zum ersten Male Gebrauch machen. Es ist in Aussicht ge­nommen, eine Bestimmung zu erlassen, nach der zum Einzel­verkauf aufgemachte baumwollene, wollene und halbwollene Garne nur in bestimmten Einheiten des Gewichts und unter Angabe der Menge im Einzelverkehr gewerbsmäßig verkauft oder feilgehalten werden dürfen. Baumwollene Garne bis zur Gesamtlänge von 1000 Meter dürfen auch in bestimmten Einheiten der Länge und unter Angabe der Länge verkauft werden. Es sind dann weiter Bestimmungen über die Mengeneinheiten, das Gewicht u. s. w. vorgesehen.

Uebernähme der Marianen, Karolinen und P a l a o s. Die in wenigen Wochen bevorstehende Uebernahme der Marianen-, Karolinen- und Palaosinseln durch die Reichsregierung wird sich an Ort und Stelle ohne besonders große Feierlichkeit abspielen, da mit der Flaggen- hissung nur das kleine KanonenbootJaguar" betraut ist. Bei der Feierlichkeit der Flaggenhissung im neuen deutschen Gebiet wird derJaguar" von seiner nur 120 Mann starken Besatzung kaum mehr als 50 Mann an Land setzen können, während die kleinen Schnellladekanonen des Fahr­zeugs den Salut geben werden. In Vertretung der Marine wird der Kommandant desJaguar", Korv.-Kapitän Kinder­ling, und einige Offiziere des Fahrzeugs der Feierlichkeit beiwohnen, von denen sich Kapitän-Leutnant Wedding, die Oberleutnants Bach und Franck und die Leutnants Ritter v. Wächter und Pochhammer an Bord des Kanonenboots befinden. Da derJaguar" nach vorliegenden Meldungen erst gegen Ende November die chinesischen Küsten erreicht haben wird, so soll das Schiff nach der Flaggenhissung auf den Hauptinseln des Archipels auch noch eine erste Rund­reise in diesen unternehmen.

Ueber die letzten Unruhen in Kiautschou bringt derOstasiatische Lloyd" unterm 3. Juli noch folgende Mit­teilungen : Am 18. Juni wurden die Eisenbahnvorarbeiten im Kreise Kaumi durch Ausreißen sämtlicher Telegraphen­pfähle und Vernichtung des Wegs gestört. Die Arbeiter wurden angegriffen und vertrieben, mehrere verwundet. Die

Ingenieure flüchteten sich nach Kiautschou. Der Grund des Aufruhrs ist einerseits darin zu suchen, daß die Chinesen »efürchteten, bei dem Erwerb des nötigen Grund und Bodens um das ihrige betrogen zu werden. Diese Möglichkeit liegt nämlich nahe, da der Ankauf des Landes durch die chinesischen Behörden geregelt werden soll, und diese das Geld dafür lekommen. Andererseits ist er in der Abneigung der Chinesen überhaupt gegen Eisenbahnen teils aus volkstümlichen, teils aus materiellen Gründen zu suchen. Hauptmann Mauwe wurde zunächst mit 80 Seesoldaten dorthin gesandt und Oberleutnant v. Kries mit 15 berittenen Artilleristen, die die fehlende Kavallerie zu ersetzen halten. Die Truppen er­reichten am 23. unbehelligt Kiautschou und marschierten am 24. auf Kaumi weiter. Aus dem Dors Titung, das 6 Kilo­meter südlich von Kaumi liegt, bekam Hauptmann Mauwe plötzlich heftiges Feuer, und zwar aus Gewehren und Ge- chützen. Das Dorf selbst war umwallt. Hauptmann Mauwe stürmte das Dorf; die Chinesen flohen unter Zurücklassung von 9 Toten. Darauf bezog Hauptmann Mauwe Biwack, da ein weiterer Vormarsch auf Kaumi nicht ratsam erschien, ehe man sich darüber vergewissert hatte, wie weit die Ge­rüchte, wonach Kaumi durch etwa 1000 wohlbewaffnete Chinesen besetzt sein sollte, die zum äußersten Widerstand entschlossen wären, den Thatsachen entsprächen. Hauptmann Mauwe erbat daher zunächst weitere Verstärkungen. Am nächsten Morgen trat er indessen doch den Vormarsch auf Kaumi an, in der Absicht, die Stadt gewaltsam zu besetzen. Unter­wegs aber kam ihm der Kreismandarin entgegen, der schon tags zuvor int Biwack bei ihm gewesen war und ihm ver­sichert hatte, daß er an dem Aufruhr keinen Anteil habe. Der Kreismandarin hatte die Thore Kaumis weit öffnen lassen, von Widerstand war nichts zu merken. Die Lente wuroen gut untergebracht. Hauptmann Mauwe beschlag­nahmte etwa 60 Geschütze und viele Gewehre sowie be­deutende Mengen von Munition. Am 26. Juni morgens bekam Hauptmann Mauwe gelegentlich eines Rekognoszierungs­rittes, den er mit 14 Reitern unternommen hatte, abermals Feuer aus einem Dorf. Er überkletterte die Umwallung mit seinen Leuten. Die Chinesen leisteten diesmal er­bitterten Widerstand, flohen aber, als acht von ihnen ge­tötet waren. Es gelang den Deutschen dann noch, drei Chinesen zu Gefangenen zu machen. In Kaumi haben sich die Chinesen offenbar nur der Gewalt gebeugt. Nördlich von diesem Ort aber steht alles in offenem Aufruhr. An eine Fortsetzung der Arbeiten an dem Eisenbahnbau ist nicht zu denken, bevor die Ruhe wieder hergestellt ist. Zur Ver­stärkung des Hauptmanns Mauwe sind daher Hauptmann Christiani mit 80 Seesoldaten, Oberleutnant z. S. Fischer mit zwei Feldgeschützen und Oberleutnant z. S. Kahlenthal mit zwei Maschinengewehren nachgesandt worden. Haupt­mann Christiani benutzte, als er am Montag morgen auf­brach, den Seeweg, während die letzteren beiden bereits am Sonntag morgen auf dem Landweg nach Kiautschou ab­gegangen waren, wo die Vereinigung am Montagabend stattfand.

Ausland.

M.P.C. Italien. Der neue Marineminister Admiral Bettolo hat einen neuen Typ für Kriegsschiffe in Vorschlag gebracht, der bei Neubauten für die italienische Flotte Ver­wendung finden soll. Bei einem Tonnengehalt von 7500 bis 8000 werden diese Linienschiffe geringere Kosten ver­ursachen, weniger schwerfällig sein und als Hauptarmierung 8 Geschütze von 203 Millimeter erhalten. In Wirklichkeit werden es also geschützte Kreuzer sein, deren Wirksamkeit im Spanisch-Amerikanischen Kriege sich ergeben hat. Vier Panzer nach diesem neuen Typ befinden sich bereits in Arbeit.

M.P.C. Frankreich. Wie in früheren Jahren, so ist auch wieder zu den diesjährigen Manövern eine Rad- fahrkompagnie in der Stärke von 1 Hauptmann, 4 Leut­nants und 120 Mann beim 6. Korps zusammengestellt. Die Kompagnie ist dem 25. Jagerbataillon zugeteilt und unter­steht direkt der Division. Eine andere bei dem 20. Korps formierte Kompagnie besteht aus zwei Abteilungen, die vor­läufig in Nancy bezw. Luneville garnisoniert sind. In den diesjährigen Manövern werden wiederum Versuche mit Batterien zu 4 und 6 Geschützen gemacht werden. Ueber die Vor- und Nachteile dieser beiden Formationen soll so­dann berichtet werden.

MFC. England. Die Versuche der Engländer, in Wei-hai-wei ein Regiment aus chinesischen Soldaten zu formieren, können bis jetzt nicht als sehr erfolgreich bezeichnet werden. Beim Eintreffen der für das Regiment bestimmten Offiziere und Unteroffiziere im Februar d. I. waren erst 12 Chinesen angeworben. Bei der Abneigung der Chinesen gegen alles militärische ist dieses nicht zu verwundern. Wenn bis jetzt auch schon ein Bataillon aufgestellt sein soll von der Stärke desselben verlautet nichts so wird dieses der Anziehungskraft des Soldes und der guten Verpflegung zugeschrieben. Bei der Unkenntnis der chinesischen Sprache fällt den englischen Offizieren und Unteroffizieren eine schwere Aufgabe zu; die Ausbildung kann nur durch Zeichensprache, Vorexerzieren der Griffe rc. erfolgen, wobei der Chinese sich allerdings sehr gelehrig und geschickt erweist. Von Erfolgen in Bezug auf die Disziplin kann aber bis jetzt kaum die Rede sein; es fehlt jede ernste Auffassung für den Dienst. Es wird interessant sein, zu verfolgen, welche Resultate die Engländer mit diesen Formationen erzielen.

M.P.C Griechenland. Man beabsichtigt, für die Re­organisation der Armee und Marine fremdländische In­struktoren zu berufen. Der Kammer ist bereits ein ent­sprechender Antrag zugegangen; für das laufende Jahr sollen dem Kriegsminister 50000 FrS. und dem Marme- minister 40000 Frs. hierzu zur Verfügung gestellt werden. Die Instruktoren, richtiger Inspizienten je ein höherer Offizier nebst Adjutant für die Armee und Marine

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