mit leichter, ihre Nationalität zu bewahren, die sonst der Deutsche im Auslande meist so schnell bereit ist, aufzugeben. Indem sie die Zahl der Deutschen vermehren, erstehen aus ihnen neue Kämpfer für daS deutsche Volkstum. Auch der österreichischen Regierung müssen sie ein wertvoller Bevölkerungszuwachs fein; denn sie darf sich der Erkenntnis nicht verschließen, daß das Heil und die Zukunft Oesterreichs auf dem deutschen Element beruht. Fleißiger, intelligenter und zuverlässiger als die slavischen Völker, sind sie im stände, deren ungezügelte Begehrlichkeit im Zaum zu halten. Eine Stärkung des Deutschtums fügt den Bau der Monarchie wieder fester zusammen, und bietet die beste Garantie gegen einen „Zerfall Oesterreichs".
Landwirtschaft.
W. Aus der Welterau, 7. Dezember. Die Frucht- und Kartoffelpreise sind in langsamem Weichen begriffen. Während der Weizen im Oktober noch 15V, Mark galt, ist er jetzt auf 143/. Mark zurückgegangen, auch die Kartoffeln haben eine halbe Mark iin Preise eingebüßt. — Vor zwei Monaten brachte der „Gftßener Anzeiger" die Nachricht, daß bei den zu früh geernteten Kartoffeln Fäulnis zu be
fürchten wäre. Das tritt nun auch wirklich ein, wie mir von verschiedenen Seiten mitgeteilt worden ist. Die verehrten Hausfrauen werden daher wohl daran thun, wenn sie ihre Wintervorräte schon jetzt einmal durchlesen und angestoßene Knollen beseitigen lassen, wodurch größerer Schaden verhütet werden kann.
8. Aus dem Kreise Büdingen, 7. Dezember. In Nr. 282 und 286 dcs „Gießener Anzeigers" werden Anregungen hinsichtlich des Obstbaues gegeben, die ganz am Platze sind. Wenn Sie die früheren Jahrgänge Ihrer Zeitung zu Anfang der 90er Jahre und später nachschlagen wollen, werden Sie unter der Rubrik „Landwirtschaftliche Winke und Ratschläge" finden, daß die Förderung des Obstbaues schon vor langer Zeit mit Wärme und Eindringlichkeit empfohlen worden ist. wie sonst in wenigen Blättern. Was die Anstellung von Obstbaumwärtern in den einzelnen Gemeinden anbelangt, so ist dies sehr erwünscht. Die Sache liegt aber noch tiefer und muß noch gründlicher angefaßt werden, wenn sie dauernden Erfolg haben soll, nämlich: es ist erforderlich, daß in den Volksschulen und zwar in den beiden letzten Schuljahren in den Knabenklassen der Grund für das richtige Verständnis hinsichtlich des Obstbaues gelegt wird. Das ist gar nicht so schwer und trägt reiche Früchte, wie der Einsender — auf eine 40jährige Erfahrung gestützt — versichern kann. Es geschieht jetzt viel mehr für Naturgeschichte in den Volksschulen, als früher; der Sinn und das Verständnis für den Obstbau kann aber in den letzten beiden Schuljahren noch mehr geweckt werden und sobald dies geschehen ist, vermag der Gemeindeobstbaumwärter ungleich erfolgreicher zu wirken, als ohne diese Vorarbeit. Es giebt Volksschulen, in denen die Lehrer aus freiem Antrieb auf den
Obstbau hinarbeiten, sie werden bestätigen, daß ihre Arbeiten sehr segensreich wirken.
Dom 4?anbe, 8. Dezember. (Schafzucht) Durch die einge- tretens naffe Witterung sind die Schafe wieder in die Stallungen zurückgekehrt Die Schafe haben auch diesmal wieder niedrige Preise: für die besten Lämmer wurden nicht mehr als 12 Ml. gezahlt. Infolge der niedrigen Preise geht die Schafzucht noch mehr zurück, zumal auch die Wolle einen geringen Preis hat. Auch die in diesem Jahre so häufig ausgetretene Maul- und Klauenseuche hat unwillkürlich einen Rück- gang der Schafzucht zur Folge.
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Bekanntmachung.
Vorkehrungen
gegen das Einfrieren der Hanswasserleitungen.
Unter Hinweis auf die „Bestimmungen über Anlage der HauSwasserleltungen zu Gießen wachen wir darauf aufmerksam, daß, um dem Einfrieren des WafferS i« den HanSwafferleitu^gen bei etntretender Kälte oorzubeugen es erforderlich ,st die Haeswofferleitungen des AbendS für die Dauer der Nacht zu entleeren. Dies geschieht dadurch, daß zuerst der vor dem Wassermeffer befindliche Hauptabsperrhahn geschlossen und dann das seitlich desselben befindliche Entteerunqs Hähnchen, nachdem ein passendes Gesäß untergestellt, geöffnet wird und dies so lange geöffnet gehalten wird, bis das in der Hauslettung stehende Wasser vollständig abgelaufen ist, worauf bezeichn tes Hähnchen wieder geschlossin wird.
Um eine vollständige Entleerung zu erwirken, 'ft es geboten, während derselben das in dem obersten Stockwerk des HanseS befindliche Hapfventtl der Hauslettung offen zu halten, damit die Luft Zutritt in die Leitung erhalte. — Etn größerer Theil des Wassers kann auch schon durch das Zap'venttl der untersten Küche entleert werden, wodurch die Entleerung im Keller vereinfacht wird. — Nach fiat,gehabter Entleerung sind die beiden Zapfoentile, welche dem Eintritt der Luft und der Entleerung des Wassers bienten, wieder zu schließen.
DaS Schließen des HauptabsperrhahnS erfolgt durch Aufsetzen des betgegedknen Schlüssels auf den vterkantigenHahnzapfen und Drehung in der Ntchtung von links n ch rechts — im Sinne eines Utrrz ig^rs — bis Widerstand erfolgt. — Das O-ffnrn deS Hauptabsperry ihnes geschtebt durch Drehung in entgegenge etztem Sinne, bis Widerstand erfolgt.
Behufs Wasserentnahme muß dcs Morgens der Hauptabsperrhahn wieder vollständig geöffnet werd n
Abzweigleitungen nach Waschküchen, Badezimmern, Hofränmen Gärten u. s. w. sind während des W'nters mittelst ihrer besonderen Vorrichtungen auf ähnliche Weise zu entleeren und ertheilt hierüber im Besonderen am besten derjenige Installateur Auskunft, welcher die betreffende Leitung gefertigt bat.
Bei anhaltender außerordentlicher Kälte empfiehlt es sich, die Wasserentnahme auch während des TageS auf kürzere festgesetzte Zeit zu be- schränke« und während der Übrigen Tageszeit die Hauswasftrlettungen gleichfalls in oben angegebener Weise abjufteden.
Dem Einfrieren solcher 9BaffeLeitungen, welche durch Küch n unbenutzter Wohnungen geführt sind, kann man durch Unterhalten eines kleinen Heerdfeuers vo>beugen. Auch empfiehlt es sich, in kalten «toset- ober sonstigen ungeheizlen Räumen, durch welch, die Wasserte tung führt, sofern da selbst die 8dhtng nicht f®on durch ttne Umhüllung gegen Kalte geschützt ist, die Temperatur durch ein Oefchen oder geeigneten Falls etwa durch eine Gasflamme auf genügender Höhe zu erhalten
, ®tbt kalt stehende, insbesondere auch abgestellte und vorübergehend nicht in Gebrauch heft bliche Elosets (wie in Vereinshäusern u s. w) werden durch Eiostreuen von etwas Salz (Vtehsal) in das Schftßwasser des Syphons (Wasser- abschlusseS) g gen Ausfrieren der Schüsseln geschützt
Die Waffermeffer nebst dem nächstavschließendr« Theil der Rohrleitung si ib währe, b bes Winters mit Stroh, Säcken ober ähnlichen Schutzmitt-ln gegen Kälte zu umkleiden, auch namentlich die betr. Kellerfenster geschlossen zu halten. — Die Herstellung aller Waffecmeffer die in Folge ungenügenden Schutzes gegen Kälte Schaden erleide«, erfolgt auf Rechnung der Hauso-fitzer.
Durch die empfohlenen Vork brungen wirb dem Wasserabnehmer die Lieferung deS Wassers möglichst gewährleistet, b m Hausbesitzer aber werben Beschädigungen an Leitung und Gebäude lern g>halten. Wir empfehlen daher vorstehende Borstwtsmatzregeln allen Bethetligts« zur ganz besonderen Beachtung.
Reparaturen und Auf Hauung von Ha swasserlciiungen w-rben am schnellsten von denlenigen JnstallatronS Geschäften besorgt, welche die betr. SauSwafferl-itungeu s. Z. ausgcführt haben.
Gießen, den v. Detember 1899
Städtisches Gas- und Wasserwerk Gießen.
*534j Otto Berp en.
Lichtung voll Alk- miii Miljlelstliukll aus Kasillt.
D-e zur laufenden Unterha mng der städtischen Straßen im Rechnungsjahr 1900/1901 erforderlichen Deck- und Pflastersteine aus Basalt sollen, wie nachstehend beschrieben, in 10 Losen öff.nlUch verdungen werden, und ist Termin hierfür aus
Dienstag, 19. Dezemöer d. I., Warm. 11 Mr,
anberaumt.
») Decksteiue.
Bezirk L
Loose ebra Lagerplätze:
I 440 Marburgerstraße, Scholtnraße bis Dammstraße.
II 350 A t r Viehmarkt und Hammstraße.
Hl 330 Roddeimeistraße, am Schlachthose.
10 Krofdorferstraße und Hardiwege.
Bezirk II.
v 640 Licherstrave, Güuberger- und Wolfstraße, Eich-
garlenweg.
VI 50 Schiffenberger- und Erdkauterweg.
Bezirk III.
VII 460 Liebigstroße und obere Ludwigstraße.
VIII 210 Frank'urterstraße.
»x-T2? , D.adukt an der städtischen Pumpstation.
b) Pflastersteine.
10J cbm Kirchstraße (Oswaldsgarten).
Die Bedingungen liegen während der Dienststunden auf Zimmer Nr. 7 zur Einsicht der Interessenten offen. Angebote auf Votdcuck sind bis zum obengenannten T rmin «inzureichen.
Beim Angebot von Material aus unbekannten oder neu angelegten Steinb'üch n sind Steinproben aus diesen mit den Angeboten einzureick.n
Zl-schiagSfrift 3 Woch n
Gieß n, dm 7. Dezember 18f*9.
8542 Das Stadtbauamt: Schmandt.
Aufforderung.
Zum dauernden Gedächtnis an die in Gieffeu geborenkn oder er zogenen aktiven Teilnehmer des Feldzugs 1870/71 sollm au Beschluß der Stadtverordneten Versammlung in der Vorhalle des alten Rathauses Gedenktafeln mit d^n Namen di Pr Tei nehmer aufg stellt und zusammen mit dem Kriegerdenkmal, voraussichtlich am 10. Mai 1900 enthüllt werden.
Im Interesse der Vollständigkeit des aufzustellenden N'mensverzeich- msses richten wir hierdurch an die Beteiligten und deren Angehörige die Bote, baldg fälligst bei einem der Unterzeichneten Vor- und Familiennamen, Charge und Truppenteil, bei welchem btr Betreffende den Feldzug mitgemacht hat, schriftlich anmelden zu wollen.
Gießen, den 6. Dezember 1899.
Großh. Bürgermeisterei: Gn auth Oberbürgermeister.
Für den Artillerie-Verein: Oberpostasststent Rausch, Vorsitzender.
Für den Kriegerverein: Amtsrichter Wiener, Vorsitzender.
8535
Der Ausschuß für Errichtung eines Kriegerdenkmals: Jean Kirch, Vorsitzender. Louis Emmelius, Schriftführer.
Für die Kriegskameradschaft: Georg Schneider, Vorsitzender.
Für den V teranen-Verein: Louis Petri III., V) sitz nber.
KWntiNlliiMM
Vergebung von Kuuarbeiten.
Die zum inneren Ausbau des Schulhauses zu Lang-Göns erforderlichen Arbeiten, und zwar: veranschlagt zu Schloff-^arbeiten 550,80 JL
Glaserarbeiten 1238,63 „
Schreinerarbeiten 3629,15 „
Weißbinderarbeiten 1924,66 „
Tapezierarbeiten 118,50 ,,
sollen im Wege schriftlichen Angebots vergeben werden. Angebote find bis Samstag irr« 16. Pqbr. l. Is., nachmittags 3 Uhr, )ei Grokh. Bürgermeisterei Lrng- Göns, woselbst Pläne, Viranschlag und Bedingungen zur Einsicht offen liegen, einzureichen.
Gieß n, am 6. Dezember 1899.
Der Großh. Kreisbauinsp^ktor. ____________Stah l. 853b
Submission von Stammholz in de« hiesigen Gemeindewaldungen.
Ca. 60 fm Fichtenstang-n von 9 bis 15 cm Durchmess'f, „ 60 „ Kiesern-Grubenholzvon 12 biS 19 cm Durch Messer,
n 20 „ Kiefern - Bauholz von 20 cm aufwärts.
Koufli bhaber wollen ihre Angebote verschlossen mit der Aufschrift ..Submission über Holz" bis zum 15. Dezember auf unterzeichnet, r St lle einreidbett, woselbst die Be- > ngungen offen liegen. Die @r Öffnung findet an demselben Tag ackmittagr 2 Uhr statt. Nähere Auskunft erteilt Forstwart Wallen- els dabier.
Geilshausen, am 6. Dezbr. 1899. Großh. Bürg rmtifteret G ilrhauseu.
I. V.: 8497
Hofmann, Beigeordneter.
Beim Thüringischen Ulanen Regiment Nr. 6 in Hanau ist ein großer, etwa >6 Personen fassender, fast neuer Gesellschaftswagen billig abzugeben.
Äautliebhaber wollen sich auf Zimrr er 20 der Kalerne IV melden. 8492
Die Besichtigung kann, mit Ausnahme Sonntagnachmittags, jederzeit erfolgen.
MrWgMmiMl
Wonttigden ll.Aezemöer,
nachmittags 2 Uhr,
sollen auf dem hi. sigen Onsgericht die den Karl Franz Conrad Eheleuten in Gießen gehörigen Immobilien:
Flur 1 Nr. 739*/i — 61 qm Hofraite auf der Mäusburg und auf der Bach,
Flur 1 Nr. 74O«/10 - 21 qm Stall daselbst
freiwillig meistbietend versteigert werden. Gieß-n, 4. Dezember 1899.
Großh. Ortsgericht Gießen.
I A.,: Vogt. 8468
Montag denll.Aezemöer,
nachmittags 3 Uhr,
sollen auf dem hiengen Ortsgericht die den Erben der Josef Mannberger Scheleuten in Gießen gehörigen Immobilien:
Flur 1 Nr 601 Vin — 551 qm Hofraite auf dem Neuenweg,
Flur 1 Nr. 6037t — 49 qm Grabgarten daselbst,
Flur 1 Nr 13101/« — 24 qm Hofraum daselbst
nochmals freiwillig meistbietend versteinert werben.
Gießen, 4. Dezember 1899.
Gcoßh. Onsgericht Gießen.
J A.: Bogt. 8469
Ohiipffhhuiiuii
Restaurant Hohenzollern. Heute Samstag und Sonntag:
Junge Gans „ Ente ,, Hahnen
Ung. Goulasch
Irish Stew
Rippchen mit Kraut.
722i Hch. Berndt.
Für Weihnachten
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selbstgefertigte Schulranzen für Knaben und Mädchen im Preise von 1,20 Mk. bis zu 8 Mk. pro Stuck, Portemonnaies, Cigarre« Etuis, Herren- und Damen- laschen, Hosenträger, Brieftaschen in großer Auswahl zu billigsten Preisen.
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Marktftraffe 14.
Jä-s •*
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Wilh. Haas,
Bleich firaße 18.


