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Drittes Blatt
Nr. 265
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2 Mark 20 Tif. monatlich 75 Pftz. mit Bringerloh«.
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Bei Postbezug 2 Mark 50 Pfg. vierteljährlich.
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Lebensjahr: 2.—15. Jahr:
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•teUttien, tpelition und Druckerei: Ach.tßrat- Nr. 7.
Kastel, 8. November. Bei der großen Sympathie, welche das deutsche Volk bei dem Kriege in Südafrika den Buren entgegenbringt, dürfte es wohl von Interesse sein, zu erfahren, daß auch ein Sohn einer alten hiesigen Bürgerfamilie dort unter den Kämpfenden steht. Es ist dies Herr ConradPitel, welcher, nach Mitteilung seines Schwagers, des Herrn Generalagenten und Taxators Scheid hier, vor 17 Jahren nach Südasrika ausgewandert ist und dort in Nickel bei Heidelberg im Staate Transvaal sich ansässig gemacht hat.
Gratisbeilagen: Gießener Famitienblätter, Der hessische Landwirt, Mütter für hessische Volkskunde.__
Anm. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen.
Lskalrs mrd VrsvmfieüLS.
A. Wetterfeld, 7. November. Herr Schneidermeister Wingefeld hier hatte gestern bei Gelegenheit der Abhaltung einer Treibjagd im hiesigen Revier das seltene Jagdglück, einen prachtvollen Auerhahn zu erlegen. Da seither von dieser Wildgattung keine Spur hier angetroffen worden ist, nimmt man an, daß dieser Vogel sich aus der Hom- berger Gegend hierher verflogen habe. Andererseits wird behauptet, daß bereits in diesem Frühjahr in einem Wald hiesiger Gemarkung ein Auerhahnpaar genistet habe, von dem der erlegte Hahn Vater oder Sohn gewesen sein könnte.
Holzappel, 6. November. In 'der in der Nähe gelegenen Kohlengrube entstand plötzlich eine starke Quelle, die mit solcher Gewalt in einen Schacht eindrang, daß drei darin beschäftigte Bergleute ertranken.
Marburg, 7. November. Herrn Oberbürgermeister Schüler ist der Kgl. Kronen-Orden 3. Klasse und dem Betriebswerkmeister Spinner dahier der Kgl. Kronen- Orden 4. Klasse verliehen worden. ~ Der auf einem hiesigen Neubau beschäftigte Zimmermeister Joseph Damm aus Schröck stürzte so unglücklich vom ersten Stock in die Tiefe, daß er auf der Stelle tot war.
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Franke, "Wer Königlich® Herren Oley (Oboek SCh (Fagott).
Kehener Anzeiger
Heneral-Anzeiger
■ A. Mozart.
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Chopin.
■ Liszt.
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nsitz Mk. 3.50) sind iz iallier (Rudolphs Nach- n Vorverkauf auch bei wen zu haben. IM
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Daudet und Verkehr. Volkswirtschaft.
Limburg a. d. Lahn, 8. November. Fruchtmarkt. Durchschnittspreis pro Malter. Roter Weizen 13.22 Mk., Weißer Weizen —.— Mk., Korn 11.60 Mk, Gerste 10.- Mk., Hafer 6.71 Mk., Erbsen Mk., Kartoffeln —Mk.
Frankfurter Börse vom 7. November.
Wechsel auf New-York zu 4.191/2-20I/g.
Prämien auf Kredit per ult. November 1.60 /, do. per ult. Dez. 3.10°/ , Diskonto Kommandit per ult. Nov. 1.10-/ , do. per ult. Dez. 2.4Of7o> Lombarden per ult Nov. 0.60%, do. per ult. Dez. 0.95 /o, Staatsbahn per ult. Dez —.—%.
Notierungen: Kreditaktien 229.70, Diskonto - Kommandit 191-90.80, Staatsbahn 141.70-60, Gotthard 143.—, Lombarden 32.50, Ungar. Goldrente 97.85, Italiener 92.60, Gprozentige Mexikaner —.—, 3proz. Mexikaner 25.80, Oesterr. Coupons 84%, Amerik. Coupons 4.18%, Privat-Diskont 5% Io B
1% bis 2% Uhr: Kredit 230.40-230-90, Diskonto Kommandit 191.90-191.80-192, Staatsbahn 141.60-40-90, Lombarden 32 50, Spanier 61-64.40, Bochum 258-259.50.
Butter, Käse und Eier.
Berlin. Hof- und Genossenschaftsbutter 1. Qualität 120 Mk., 2. Qualität 116 Mk., do. Abfall 109 Mk. — Königsberg i. Pr. 110 bis 118 Mk. für 50 Kilo. — Hamburg. Butter 1. Klaffe 127.61 Mk., 2. Klasse 121.00 Mk. für 50 Kilo netto, reine Tara. — Nordhausen. Landbutter 2.20 Mk., Speisebutter 2.30 bis 2.40 Mk., feinste Gutsbutter 2.50 bis 2.60 Mk. für 1 Kilo. Eier 3.80 bis 4.00 Mk. für 60 Stück, 1,27 bis 1.34 Mk. für 1 Kilo. Käse 4 bis 5 Mk. für 60 Stück. — Magdeburg. Eßbutter 2.20 bis 2 60 Mk. für 1 Kilo. Eier: für 60 Stück 3.60 bis 4.40 Mk. — Kempten. Süßrahmbutter 000 Mk, Sennbutter 000 Mk. für 50 Kilo im Engros-Einkauf. Käse: Monatskäse, Fabrikat, welches in jungem, unversandtfähigem Zustande von den Sennereien zur Ablieferung kommt. Engros-Einkaufspreise auf den Sennereien des Allgäu per 50 Kilo: Limburger feinste prima vollfett 00 Mk., Limburger feinste prima 00 bis 00 Mk., Limburger prima 00—00 Mk., Limburger sekunda 00 bis 00 Mk, Romadour, feinste prima 00 bis 00 Mk., Romadour, vollfett 00 Mk., Weißlack, vollfett (Bierkäse) 00 bis 00 Mk., Weißlack %fett (Bierkäse) 00 bis 00 Mk. —Würzburg. Butter 0.95 bis 1.00 Mk. für % Kilo. — Mannheim. Die Eier Preise stehen immer noch fest und kosten heute schwerste ital. Eier per 1000 St. 78 bis 82 Mk., schwerste bayr. Eier per 1000 St. 62 bis 68 Mk , schwerste russische Eier per 1000 St. 59 Mk., schwerste bulgarische Eier per 1000 St. 58 Mk., schwerste deutsche Eier per 1000 St. 58 Mark.
Obst. In der Berichtswoche war starkes Angebot an Obst aus Bayern, Hessen, Rheinland, Oesterreich Ungarn, Belgien, Holland, Frankreich und Spanien vorhanden, welches schlank verkauft wurde. Man bezahlte für die Wagenladungen ca. 10,000 Kilogramm Mk. 970 bis 1120, in kleineren Posten pro Gentner Mk. 5 bis 6.50. Für Tafelobst werden pro Gentner Mk. 12 bis 22 je nach Qualität angelegt.
Petroleum. In der letzten Woche sind dic Notierungen für Petroleum seitens Amerika wiederholt in die Höhe gesetzt worden und machte der Aufschlag 30 Pfg. per 100 Kilo aus. Die Ansicht, daß die Preise sich halten werden, gewinnt immer mehr Boden und schreitet jetzt der Konsum langsam zur Deckung feines Winterbedarfs.
Kraftfuttermittel. Infolge gelinder Witterung ist die Stimmung für Futterartikel etwas ruhiger geworden, doch haben die Forderungen vorerst keine Ermäßigungen erfahren, da keine Vorräte vorhanden sind.
Zahlungseinstellungen.
Konkurseröffnungen: Weissgerber Otto Schlägel, Belzig'; Kolonialwarenhändler Theod Leiwe & Co., Bremen; Schneider Rud. Zechau (R. Zscbau & Co.. Berlin), Charlottenburg; Spinnerei Louis Heinrich Herrn. Fiedler (Luckner & Fiedler), Leiteishain (Crimmitschau); Kunstmühlenbesitzersehefrau Babette Kammerer, Schabringen (Dillingen a. D); Bildhauer Wilh. Osw. Lorenz, Deuben; Posamentierer Ludwig Höglmayr, Grafing (Ebersberg); Kaufmann Reinhard Goldmann, Eberswalde; Obstverwertungs - Genossenschaft, Elbing; Ingenieur Ferd. Doubs, Freiburg-Haslach; Kaufmann Gustav Rutter- mann, Wanne (Gelsenkirchen); Fleischer Ferd. Malz, Greiz; Getreidehändler Karl Richard Osk. Enger (C. T. Enger) Grossenhain; Bäcker Otto Luckfiel, Havelberg; Tischler Paul Leitreiter, Inowraz- law; Gastwirt Arth. Wenzel, Jutroschin; Gastwirt Karl Wolf, Rhön- dorf (Königswinter); Goldarbeiter Karl Gust.Herrn.Richter, Leipzig; Techniker Friedrich Eduard Louis Kornmann, Leipzig - Lindenau; Zimmermeister Sieger Ross, Süderneuland (Norden); Manufakturwarenhändlerin Witwe Laur, Schmickler, Hitdorf (Opladen); Frhr. Ernst v. Eickstedt, Ratibor; Bürstenfabrikant Ernst Heinr. Karl Amecke, Niederzwenitz (Stollberg): Kaufmann Anast. Jakubowski, Thorn.
Gerichtssaal.
Cassel, 6. November. (Schwurgericht.) Ein Zusammenstoß mit Wilderern btlvete in der heutigen ersten Sitzung des Schwurgerichts den Gegenstand der Verhandlung. In dem mächtigen Waldkomplex, welcher sich in der Nähe des Werrathales zwischen Hann.-Münden, Witzcnhausen und Großalmerode hinzieht, wird immer noch viel gewildert, und namentlich an Sonn- und Festtagen. Die Forstbeamten müssen deshalb besondere Wtlddiebspatrouillen machen. So auch am zweiten Pfingsttage d. I. die König!. Förster Kreß und Fest. Sie durchstreiften die Wälder nach allen Richtungen und hatten sich schließlich in der Abenddämmerung auf der sogen. Neuen Wiese, die inmitten des Waldes, weit von jeder menschlichen Wohnstätte liegt und an beiden Setten von steilen Schluchten eingefaßt wird, hingesetzt, und, müde und hungrig von den Strapazen, bet der naßkalten, trüben Witterung, sich eine Cigarre angesteckt, als plötzlich ganz leise ein Wildschütz, die Büchse schußbereit unterm Arm, im Waldesdickicht auftauchte. Auf den Anruf der Förster: Halt, das Gewehr nieder l dreht sich der Wildschütz blitzschnell um, das Gewehr schnellt an die Backe empor, und — da auch im selben Moment der Förster Kreß im Anschläge liegt — so steht sich Förster und Wilddieb Aug in Auz und mit gezieltem Feuerrohr auf Leben und Tod gegenüber — doch nur eine fürchterliche Sekunde, und dann geht es Knall auf Knall; kaum hörbar unterschieden, fallen zwei Schüsse hintereinander, und die beiden Kampihähne, von der feindlichen Kugel blutig durchbohrt, stürzen blitzschnell zur Seite, nach Deckung suchend. Der Förster, mit Doppelflinte bewaffnet, kommt feinem Gegner bei dem zweiten Schuß um einen Moment zuvor, er jagt ibm eine Kugel durch die Hecke zu. während der Wilddieb sein einläufiges Schießding neu laden will. Die Flinte wird ihm au« der Hand geschlagen, er ergreift das Hasenpanier und unter des Gegners Schüssen zieht sich die Schlucht entlang der Wilddieb von dem Kampfplatz« zurück. Von der Kugel des Försters in die Seite getroffen, bezeichnet eine blutige Fährte feinen Weg. Er läuft, so gut es gebt, versteckt sein Gewehr im Waldesdickicht und eilt nach Heufe. Dem Förster ist die Kugel durch daS Bein gedrungen, er mußte mit Wagen nach Witzenhausen gefahren werden, und noch in derselben Nacht steht ein Wundarzt vor dem Krankenbette des Wilddiebes wie des Försters. Beide find inzwischen wieder hergestellt und vor dem Schwurgericht erhielt heute das Attentat des Wildschützen, des Cigarrenmachers Mühlhausen aus Roßbach, die verdiente Sühne; er wurde zu IV» Jahren Zuchthaus verurteilt. Der durch den Schuh erhaltene Denkzettel kam strafmildernd in Betracht. (D. Z)
Koblenz, 6. Nov. Die S trafkammer verhandelte vorgestern als Berufungsinstanz über eine Beleidigungsklage des Dr. med. Kläsgen zu Münster a. St. gegen Sanitätsrat Dr. Welsch in Münster, den früheren Kurdirektor Major a. D. Dörmer, den Prinzen Karl zu Salm-Horstmar in Höxter und den Sanitätsrat Dr. Hessel zu Kreuznach. Als Zeugen waren vernommen die Gräfinnen Karola und Mathilde zu Lippe-Biesterfeld^in Detmold und deren Schwester, die Prinzessin Friedrich von Sachsen Meiningen- Diese Damen waren im Sommer v. I. zu Münster a. St. zur Kur und als ihr Badearzt fungierte der Kläger Dr. Kläsgen. Gräfin Karola erkrankte und wurde von K. behandelt; plötzlich erhielt er im Auftrage der Verwandten der Patientin einen Absagebrief, und Dr. Welsch wurde zu der Kranken gerufen. Kurdirektor Dörmer hatte zu der Prinzessin gesagt, das Kläsgen feine Kranken hypnotisiere nach der Richtung, daß nur er ihnen helfen könne, er habe sie eine Stunde ins Paradies versetzt. Das Schöffengericht hatte Dr. Welsch zu 50 Mk., Major Dörmer zu 600 Mk., den Prinzen Salm-Horstmar zu 300 Mk. und Dr. Hessel zu 100 Mk- verurteilt. Die Strafkammer sprach Dr. Welsch und den Kurdirektor frei, verurteilte aber den Prinzen Salm zu 50 M. und Dr. Hesse! zu 200 M. Geldbuße. • _
Würzburg, 7. November. (Schöffengericht.) Wir „Preußen" lassen uns das nicht gefallen, krähte in der Nacht vom 18. Juni auf dem Polizeibureau der stud. archit. W. H. aus Gießen, nachdem man ihn wegen Ruhestörung arretiert hatte und der Vorfall zu Protokoll gebracht werden sollte. Heß benahm sich, mit dem Hute auf dem Kopfe, gegenüber dem Jourhabenden und dem Schutzmann in einer Weise, wie man sie von einem den gebildeten Ständen angehörenden Manne kaum erwarten sollte. Daß er den Jourhabenden einen Schreibersbuben und das Protokoll 'nen Schwindel nannte, war noch das wenigste. Auch im „Studentenzimmer", in welchem H. bis 6 Uhr früh aufgehoben wurde, benahm er sich in gleich ferner Weise. Da sich der Angeklagte bald nach dem Vorfälle nach München begab, wurde seine kommissarische Vernehmung angeordnet. Dem Herrn fiel es aber gar nicht ein, der Ladung des dortigen Amtsgerichts Folgezuleisten. Er leistete sich vielmehr an das Amtsgericht Würzburg eine mit Beleidigungen gespickte Zuschrift und siedelte nach Gießen über. Nun sollte H. in Gießen vernommen werden, leistete aber auch hier der Vorladung keine Folge, sodaß sich das hiesige Gericht veranlaßt sah, die Vorführung des Gesuchten zu verfügen. Es erfolgte thatsächlich Vorführung des H., der wegen Ruhestörung zu 5 Mark Geldstrafe, wegen Beleidigung und ungehörigen Benehmens vor einer Behörde zu 3 Tagen Haft und 1 Woche Gefängnis verurteilt wurde; zugleich wurde deffen sofortigeJnhaftnahme angeordnet. In der,Urteilsbegründung, in welcher das ausnehmend rüde Benehmen des H. gegeißelt wurde, bemerkte der Herr Vorsitzende, daß der Angeklagte offenbar eine schlechte Erziehung genossen haben müffe, und daß auch die Angehöng-
xx Intervention in Südafrika
Berlin, 8. November 1899.
Bor einiger Zeit ging die Meldung durch die Blätter, daß eine Koalition zwischen Rußland, Frankreich und Spanien angestrebt werde, deren Ziele sich gegen England richten sollten. Veranlassung zu diesem Gerüchte hatte der Aufenthalt des russischen Ministers des Aeußern Grafen Murawjew in Madrid und später in Paris gegeben. Richtig ist ja, daß die genannten drei Mächte Interessen gegenüber England zu vertreten haben: Rußland in Ostasien, Frankreich im Mittelmeer und in Afrika, Spanien wegen Gibraltar. Aber die Nachricht fand trotzdem keinen rechten Glauben, und heute denkt eigentlich niemand mehr recht daran. Dafür hat man die drei Mächte dazu ausersehen, behufs Beilegung der Feindseligkeiten in Südafrika zu intervenieren.
Jede solche Intervention, wenn sie aus menschenfreundlichen Rücksichten erfolgt, ist anerkennenswert, und bei jedem in naher Aussicht stehenden Kriege pflegen befreundete Mächte zur Beilegung der Differenzen ihre guten Dienste anzubieten. Aber stets pflegte das seitens solcher Mächte zu geschehen, welche au dem Ausgange des Krieges kein Interesse haben und den beiden in Betracht kommenden Parteien besonders nahe stehen. Das ist aber bei Rußland, Frankreich und Spanien gegenüber England nicht der Fall, und aus diesem Grunde wäre die Aussicht, daß England die Einmischung von vornherein angenommen haben würde, sehr gering gewesen. Es wird denn auch bereits in Abrede gestellt, daß ein Interventionsplan einzelner Staaten überhaupt bestanden habe.
Ob im bisherigen Verlauf der Feindseligkeiten zwischen England und den Burenrepubliken Versuche zur gütlichen Beilegung gemacht worden sind, ist nicht bekannt. Es wurde gemeldet, daß England sich entschieden geweigert habe, die Abmachungen der Haager Friedenskonferenz auf den Fall mit Transvaal angewandt zu sehen, und die übrigen Staaten haben anscheinend gegen die von England für sein Vorgehen vorgebrachten Gründe nicht aufkommen können. Wir haben schon früher ausgeführt, daß dadurch die ganze Friedenskonferenz einen argen Riß erhalten hat, und daß der Ausblick in die Zukunft bezüglich der Resultate der Friedensbestrebungen sehr gering ist. Aber wir halten dafür, daß es sehr wohl an der Zeit ist, wenn jetzt von anderen, England mehr befreundeten Mächten Bemühungen eingeleitet würden, dem Krieg in Südafrika Einhalt zu thun. Sollten hierzu nicht die Dreibundstaaten ihre Hand mit größter Aussicht auf Erfolg bieten können? Deutschland ist an dem Ausgange des Kriegs in politischer Beziehung wenig interessiert, Oesterreich und Italien sind es gar nicht. Es wäre eine schöne Aufgabe, die sich der Dreibund stellen würde, und es entspräche ganz den friedlichen Zielen, die er von Beginn an verfolgt hat, wenn er jetzt seine Vermittelung in dem südafrikanischen Kriege anböte. Sein Ansehen würde dadurch nur noch mehr steigen, wenn ihm ein Ausgleich gelänge, und alle Welt würde ihn als Hort des Friedens segnen müssen. Vielleicht erfolgt recht bald diese Intervention, ehe das durch den Krieg verursachte Elend seinen Höhepunkt erreicht hat.
* Wir geben die Auslassung unseres Berliner Mitarbeiters wieder, ohne sie als die unsrige anzuerkennen.Die Redaktion.
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leit zu einer Verbindung bisher wenig korrigierend auf den Gharakter desselben gewirkt habe.
Wöchentliche llcbersicht der Todesfälle in Gietzen.
44. Woche. Vom 29. Oktober bis 4. November 1899.
(Einwohnerzahl: angenommen zu 24 500, inkl. 1600 Mann Militär.) Sterblichkeitsziffer: 12,73, ohne Abzug der Ortsfremden 6,360/w.
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