Ausgabe 
9.6.1899 Zweites Blatt
 
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1899

Freitag den 9 Juni

Zweites Blatt

Lve Nnzeigrn.BermittlimgSftrllm bes I«- uub 1Iu»le*el

mtzmen Ängtiflen für ben »teßener Ln-nger entgcf«.

An die Zweite Kammer

Deutsches Reich«

der "Art, daß je 1000 SUH. mehr Ein-

Einkommen ausschließlich

w^chaMcheBedeutung | ^derFchsetzung im Finanzgesetz ist »u bestimmen.

Klasse

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tkhiion, Sfyebitian und Druckerei:

A^«kstr«»e Mr. ?.

Schriftstück des <W | b-^d-^ Ständen des TinÄ | o6_ di-°'°°rst-h«.d°n ©teuerbeiträ^

Äbrtffe für Depeschen: An»etger chietzs», Fernsprecher Nr. 51.

2600 bis

2900

3200

3600

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8000

8500

9000

9500

10000

11000

AezngspretL vierleljährtich

2 Mart 20 Pf,, menatüd, 75 PfG, mit vringerloha.

Bei Postbezug 2 Mart 50 Pftz. vierteljährlich.

Berlin, '7. Juni. DemBerliner Tageblatt^' zufolge ist eine in das Innere von Marokko abgegangene Expedition

1 Gesetzentwurf'über den Urkundenstempel.

Mit diesen Vorlagen ist das finanzielle Gleichgewicht imi dm Finanzplan der Reform, das durch den Wegfall der LLmstruer gestört war, wiederhergestellt. Nachdem auch we setzentwurf über den Urkundenstempel vorgelegt is, t die Aufgabe vollständig gelöst, die sich die Regierung ge-Wt hatte: die gesamte Steuerreform durchzufuhren als

Berlin, 7. Juni. Der Kaiser ist heute früh au« Prökelwitz-auf der Wildparkstation eingetroffen und wurde von der Kaiserin auf dem Bahnhofe empfangen. Vormittags besichtigte der Kaifer auf dem Bornstedter Felde das Regiment Garde du Corps und das Leibgarde-Husaren-Regmient. Nach der Kritik führte der Kaiser das Leibgarde-Husaren- Regiment in seine Kaserne zurück und nahm bei dem Osfizier-

zerstörenden Einflüsse des Wogenschlages und der Atmosphäre nur geringen Widerstand entgegen. Tiefe Buchten freffe» tn das Land hinein, und selten sind kleine, von der Haupt- insel abgerissene Inseln als Markstein ihrer früheren Aus- de^n^ümtliche übrigen Eilande bestehen aus gehobene« Korallenkalk, zerfallen aber nach der Art der Ausbildung ihrer Riffe in verschiedene Klassen, sodaß das Nebenemander- vorkommen von Atollen, Strand- und Barrierriffen hier besonders merkwürdig ist. Semper, dem wir den HmweiS darauf und eine genauere Untersuchung der Inseln und ihrer Riffe verdanken, sagt darüber:Die nördlichste Spitze der Gruppe bilden echte Atolle. Die Hauptmasse, welche der ganzen Gruppe ihren Namen übertragen hat ist zum größten Teile von Barrenriffen, rm Süden Don Küstenriffen umgeben, und die südlichste Insel ist völlig ohne eigentliches Riff. Der nördlAsten Atolle sind drei: Aruangel, Kreiangel undKofföl. Das AtollKremngel ist vollkommen geschlossen; die westliche Seite des Riffes, nur schwachen Winden und seltenen, aber heftigen Sturmen aus- aesetzt ist breit und sein erhöhter Rand niedriger als alle anderen Stellen des Riffes; auf der östlichen, weniger breiten Seite des Riffes liegen nur niedrige, kaum 1,5 Mtr. sich über die Oberfläche des Meeres erhebende Inseln. Die eingeschossene Lagune ist schmal und an den tiefsten Stellen nur 14 Meter tief. Ganz abgesondert scheint Aruangel »u sein.-

Die Karolinen zerfallen in zwei Hauptabteilungen: vier hohe, bergische, vulkanische Inseln und etwa 38 bis 45 niedrige Gruppen von Koralleninseln. Jene sind, von Westen nach Osten gerechnet: Yap, Ruk, Ponapö und Kusaie; da­von bedeutet merkwürdigerweise Yap fast den westlichsten, Kusaie den östlichsten Punkt des ganzen Archipels. Ruk oder Hogolen liegt nahezu in der Mitte, Ponapö nahe dem Ostende des größeren Schwarmes.

des Steuerwesens voraussichtlich m 1 durchgeführt werden kann, wenn weitere Ausgabesteigerungen die Einnahmen aufgebraucht haben werden, welche die f die Reform erforderlichen Mittel heute noch gewahren.

Art. 13 erhält folgende Fassung:Jeder in der ersten Abteilung Steuerpflichtige wird m.t B-°ch ung d« m d

FeuiüetM.

Die neuen deutschen Kolonien.

(Schluß.)

Süden der Marianen erstreckt sich der Kern «»nesienS (wenn man hier überhaupt von emem Kern E fca f) die lang- Rühe der Palau.Jnseln und der 2inen 'von 135136» östlicher Länge und zwischen VMrob 1° nördlicher Breite von Westen nach Osten. T» Eilande wurden bereits >m Anfänge des 16. Jahr- Mer.« von den Spaniern entdeckt zuerst »WnM wLliott von Diego de Rocha 1525 ober 1526, dann von Villalobvs 1543; tm 18. Jahrhundert sodann der der Uluthi Gruppe von Frane.Sco Lazeano 1 gegebene Namen Karolinen auf den ganzen Archipel iifctriaen Genauere Ausnahmen besitzen w,r aber erst «Z?824 durch Duperrey und 1828 durch Gras Lütke »2mn Sittlitz; di- wissenschaftliche Erforschung endlich Ul in den s-chzig-r Jahren von K. Semper für d e ,!ii.u'Inseln und von Kubary für diese und die -igent-

Karolinen ins Werk gesetzt worden, und eme hydro- - Müsch- Aufnahme führte Kapital, Knorr 18,6 aus. Die !!i«tll*en Palau, sieben größere bewohnte, und über L ia^ unbewohnte kleinere Inseln, sind sämtlich, mit Kme der nördlichsten (Kajangle) und der südlichsten l Simur) von gewaltigen Korallenriffen umgeben. Von L-Samtarcal (etwa 500 Geviertkilometer) nimmt bie iriSiUntel Babeltaob oder Babelthaub, etwa 300 ®eoicrt= «Llkr e n übertrifft also an Größe beträchtlich all- E" mD: Süden nach Norden aufgezählt, sind die iS rnnbikn Angaur ober Ngaur, Pililu, Eil Malk, KMtapel Olupsakel, Sorror und Babeltaob. Davon sind tlüiSiAen Babeltaob und Sorror, sowie die kleinen SÄMal und Ngarekobasauga vulkanischen Ursprungs; eine

Anzahl anderer sind einfach einsame Seifen. S>- alle be> tehen aus demselben Eruptivgestein, Augtt-Andesit, der in Gesellschaft von größeren Mengen Tuffs auftritt, und am Ende der oder nach der Tertiärzeit ausbrach. Wahr­scheinlich erfolgte diese Eruption unter dem Meeresspiegel sodaß der Kern der Gruppe submarm angelegt und erst pater gehoben wurde. Das hell- bis schwarzgraue Gestein (die Tuffe sind hellgrau) bildet auf Babeltaob Hohen bis iU 6(®a6eltao6, von Nord-Nord-Osten nach Süd-Süd-Westen lanaaestreckt, ist mit Ausnahme des südlichen, aus Korallen­kalk bestehenden Teiles durchaus vulkanisch. Fünf ver­schiedene Gipfel ragen aus dem Hauptkorper der. 3^1 hirvor, drei im Norden, zwei in der Mitte der West- und Ostküste; davon erreicht der westliche Royoß Aremolunguj mit seinen 600 Metern die größte Höhe. Auf dem durch die Verwitterung des vulkanischen Bodens entstehenden Thon­boden wächst eine üppige Vegetation, die Berge sind mit Wäldern, die Gipfel mit Gras, Farnen und Gesträuch, die Küsten mit Mangroven bedeckt. Wasser ist reichlichvor- banden und an Quellen kem Mangel, )a, im Nord osten der WI entspringt sogar ein Fluß dem Ngardok-See und ver­läuft südwärts nach der Ostküste. Korror hat im Gegen­sätze zu Babeltaob keine hervorstechenden Berge; die Felsen, unterläge ist nach Kubary bloß an den Ufern stellenweise zu sehen, die Oberfläche aber besteht aus flachen, mit Gras bewachsenen Thonhügeln. Dagegen hat das vEamsche Ngarekobafanga einen 300 Meter hohen Pik. Malakal, streng genommen nur ein einziger vulkanischer Dom von 490 Meter Höhe, ist nut Gras, Farnen und Gesttüpp be­deckt; überhaupt verschwindet von Korror an nach Süden ru die reichere Beqetation Babeltaobs.

Im ganzen unterliegen diese vulkanischen Inseln einer erheblichen Abtragung. Das Gestein der nördlichen setzt, nach Semper (Die Philippinen und ihre Bewohner'),dem

LkL^Ahrlfch«^ die "Anträge C r a tn e r unb Sohmitt bezüglich der Erhöhung der Einkommen-- resp. Ve^WMssteuer beleuchtet, deren Unhaltbarkett nachweist uniti'bannt zu folgendem Resumö g^ngt: cüt

Di, Regierung hat sich ent chlossen, Deckung für Weinsteuer in folgender Weise m

^^Durch eine9 Korrektur des E in k o mm en st euer- ^mung Tieuer^l"^"^ -»77-, to rifs in möglichstem Anschluß an ^ Preußisch I % 159bi3 19 enthaltenen näheren Bestimmungen nach

Sküe bis zu Stuse 28, aber ohne Erhöhung der - - r-" - Wrt 1

Sl euersätze in den Stufen 5 bis 12, Fortführung der I Pi ogression bis zu 4 Prozent des Einkommens be eu em solchen von 80000 Mk. und von da ab bis zu runb 41/2 Prozent in der dermalig höchsten Emkommen- finüerklasse; Mehrerträgnis 80000 Mk.

1 turdb Erhöhung der Erbschafts- und Schenk ungs- S teuer, mit einem Mehrerträgms von rund 80000 Mk. jährlich.

J. D»rch Einführung eines Urkundenstempels bezw. Ausgestaltung des bereits bestehenden Stempels mit thcm Mehrerträgnis über dessen ursprüngliche Schätzung hmaus von rund 340000 Mk.

Demgemäß entspricht die Regierung dem Ersuchen der ZvMrn Kammer der Landstande vom 2 Mai d. I., mdem 'c m Allerhöchsten Auftrage Sr. Künigl. Hoheit des Größ­te durch das Finanzministerium den Stauden des G obhec zoatums und zunächst der Zweiten Kammer der LaL»bstäride zur verfaffungsmäßigen Beratung und Beschluß-

täte" geänderte" Raffung der in dem Gesetzentwurf di- Abänderung des @intommenft euergefege 8 öom 25. Juni 1895 bett., vorgeschlagenen Abander- Mgen des Artikel 13 dieses Gesetzes, sowie emen dieser L änderten Fassung entsprechenden Tarif;

r. Gesetzentwurf, betr. die Abänderung des Gesetzes vom 3>0. August 1884, die Erbschafts- und Schenkungs-

'! finden und möge der Vortage otc I nm welcken Prozentsa -dieselben erhöht oder ermäßigt werde»

I sollende Aufnahme sichern, daß eme gleichwertige Reform I . . berartiae Erhöhung oder Ermäßigung ist em*

1 des Steuerwesens voraussichtlich in der Zukunft n^ Jülich und gleichmäßig ohne Rücksicht auf die verschiedene \ fntin wenn weitere Ausaabesteigerungen | y Sin^mmens zu bemessen.

Der vorerwähnte Entwurf eines Gesetzes die Ab-

ffiortlaut An die Stell- de« Art. 7 des Gesetzes v°« 30 August 1884, die Erbschast«. und SchenrungSsteu« b-trestend tritt die folgende Bestimmung: Die Steuer beträgt, vorbchaltlich der nach Art. 6 stattfindenden Beseelungen. 1) fünf Pfennige von je einer Mark, wenn der Anfall g- langt an-' a. Verwandte der auffteigenben Lime; >>. Ge schwister und Kinder von Geschwistern; o. Kinder und deren Abkömmlinge, sofern das Verhältnis auf «"nahm-an Kindes statt beruht; ä. uneheliche Kinder aus dem ««mögen de» I Vaters, fofern die Vaterschaft erweislich unerkannt st, ackt Pfennige von je einer Mark, wenn der Anfa gelangt an: ^Stiefkinder und deren Abkömmlinge; b. Sckwieqerkinder; c. Stiefeltern, ^Mdtern, ®tern-9d Oheim, Tanten, Großneffen und Großnichten 3) zehn Pfennige von je einer Mark w allen übrngen Fallen.

I A t 2 Die Schenkungssteuer wird nach Maßgabe der ~ * l d.7s s G-f-tz-s bestimmten Sätze erhöbe- unbe- her im Art. 34 des Gesetzes vorn 30. August 1884, I die Erbschafts- und Schenkungssteuer betreffend, vor ge­schriebenen Befreiung der Verwandten ist auf eigend- Linie Art. 3. Dieses Gesetz tritt mit dem LSanuar 1900 in Kraft.

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»itti'lUBflbt« btl -.fixttagl.

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»em Lnzriger viermal

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Mafigabe des Gesamteinkommens, soweit es nach Art. , la und 2 in Betracht kommt, welches ihm aus Grund­eigentum, aus Kapitalvermögen, aus Besoldungen und Pensionen, aus Pachtungen, Gewerbe und Handel und sonst aus dem Ertrag irgend einer gewiMlbrmgenden. Thatigkeit zufiießt, unter Hinzurechnung von Bezügen und das Em kommen erhöhenden Vorteilen jeder Art, zu einer der nach­folgend verzeichneten Einkommens- und ^Eeuerklaffen ver­anlagt und hat unbeschadet der nach Abs. 2 dieses Artikel vorgeschriebenen besonderen Festsetzung un Finanzgesetz bcn beigefügten Steuerbettag jährlich zu zahlen.

Knidmrt, Ktätter für hessische Doikskunoe.

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rrscheiuenbrn Nummer bis »ar«. 10 u<t.

Mehener Anzeiger

Heneral-Unzeiger

Amts- unb Anz-igcblatt fSv ben rU-ir

L.L s US «tCEä I liche Steuerbetrag für je 1000 Mk. mehr Einkommen bis ausschließlich 34000 Mk. um je 35 Mk., von da ab bis

Steuerbettag

2900 Mk.

50 Mk.

3200

57

3600

66

4000

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4500

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5500

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6500

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10000

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11000

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12000

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