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Kchnkstratze Ar. 7.
Zivil im Kiosk sitzen und die Zeitung lesen sah. Gabillon, im schönsten Schnurrbartschmuck, geht auf ihn los, klopft ihm auf die Schulter, als kenne er ihn nicht, und sagt: „Wenn Sie die Zeitung gelesen haben, bitte, geben Sie sie mir auch 'mal." Der Kurfürst siel fast vom Sessel, und sein Adjutant brauchte beide Hände, um — sich heimlich den Bauch zu halten.
♦ Wie das Talent einer großen Tragödin entdeckt wurde. Madame Sarah Bernhardt, die cs wie selten eine ihres Geschlechts versteht, alles anders zu thun und stets anders zu sein, wie andere Frauen, ist gegenwärtig eifrig mit den Vorbereitungen zu ihrer nachträglich stattfindenden Geburtstagsfeier beschäftigt, die sie äußerst exzentrisch zu gestalten gedenkt. Trotz ihrer originellen Charaktereigenschaften hatte sie doch bisher die eine Schwäche mit anderen Frauen gemein, einen geheimnisvollen Schleier über die wahre Anzahl ihrer Jahre zu breiten. Jetzt aber scheint sie sich, so wird geschrieben, von dieser kleinen Eitelkeit befreien zu wollen, denn sie hat verlauten lassen, daß sie vor ihren Gästen in einem Kostüm erscheinen werde, welches den Umständen und — ihrem Alter angemessen sein soll. Man flüstert sich zu, daß Sarah in der Tracht einer bezaubernden jugendlichen Großmutter erscheinen wird. Thatsache aber ist es, daß selbst ihre intimsten Freunde nicht. genau wissen, wie viele Lenze die kapriziöse Künstlerin bereits hinter sich hat. Man sagt, daß Sarahs Geburtsbescheinigung während der Kommune im Jahre 1870 verbrannte, und daß eine neue auf eine mündliche Erklärung hin aus- geschrubcn wurde. Nur soviel weiß man, daß die „Gött-
reinigungsbezirks wohnenden Ausmärker auf, zur Wahrung ihrer Interessen einen im Bereinigungsbezirk wohnenden Bevollmächtigten zu bestellen, da eine weitere besondere Zuschrift im Laufe des Verfahrens nicht mehr erfolgt.
Friedberg, den 25. Oktober 1899.
Der Kommissär zur Leitung der Abstimmung: Süffert, Großh. Kreisamtmann.
liche" in der Rue de l'Ecole de Modecine in Paris an einem 18. Oktober geboren worden ist. Ihre Mutter war eine auffallend schöne Blondine, die allen im Quartier Latin wohnenden Künstlern und Studenten den Kopf verdrehte. In dem Kloster von Grand Champ in Versailles, wo Sarah erzogen wizrde, befand sich auch ihre zukünftige Rivalin und Feindin Mlle. Croizette, mit der sie schon damals in beständigem Zank lebte. Sophie Croizette war jedoch die Stärkere und Größere, und Pflegte daher aus den häufig in Thal - lichkeiten ausartenden Streitereien stets als Siegerin hervorzugehen. Nachdem die kleine Sarah einmal wieder eine peinvolle Tracht Prügel über sich hatte ergehen lassen müssen, wich sie der Verhaßten eine Zeit lang mit der größten Vorsicht aus. Eines Tages nahm sie wie immer, ohne Sophie eines Blickes zu würdigen, ruhig in ihrer Bank Platz. Mitten in der Stunde aber sprang sie plötzlich auf, und ehe man ihr Vorhaben ahnte, war sie über die zwischen ihr und der Feindin sitzenden Schülerinnen hinweggeschritten, und eine Reihe von zentimeterlangen Fingernägeln zum Vorschein bringend, begann sie das liebliche Gesicht der „foeße Croizette" zu zerkratzen. Diese natürlichen Waffen hatte die rachsüchtige Sarah sich während der letzten Wochen wachsen laffen. Und als sie dem Befehl der Oberin, die Nägel kurz zu schneiden, auf keinen Fall Folge leisten wollte, schickte man sie nach Hause. Hier wurde nun oft darüber Rat gepflogen, für welchen Beruf man Sarah vorbereiten sollte; denn daß sie irgend etwas im Leben ergreifen mußte, geboten schon die Verhältnisse. Eine Freundin ihrer Mutter, die bei diesen Konferenzen
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Gefahr Heraufziehen sieht, nur weil sich czechische Reservisten mit „Zcde" und ihre slovenischen Brüder mit „Tukaj". ungarische Soldaten mit „Jelen" melden, während das Reglement das deutsche „Hier" als Meldewort vorschreibt. Wer aber ernsthaft der Entwickelung folgt, die der Kaiserstaat durchmacht, der wird zu der Ueberzeugung gelangen, daß hier der Anfang vom Ende gegeben ist, wenn anders nicht eine straffe Energie bereits die wuchernden Keime zerstört.
Wenn das Heer die zusammengefaßte physische Macht des Staates ist, so ist die Folgerung von selbst gegeben, daß es auch mit dem Gedanken der Staatseinheit auf das innigste verwachsen ist. Es giebt keine Institution, sagt einmal Heinrich v. Treitschke, die den Ge- danken der Staatseinheit, der Zugehörigkeit zum Ganzen auch dem schlichten Manne so unmittelbar fühlbar macht, wie ein dem wirklichen Zustande der Nation entsprechend organisiertes Heer. Handel, Kunst und Wissenschaft sind kosmopolitisch, führen über die Schranken der Nation hinaus. Die gemeinsame Thätigkeit des Wählens, der Schöffen- und Geschworenendienst stärken wohl das Gefühl der Staatsgemeinschaft, aber das parlamentarische Leben führt die Bürger nicht nur zusammen zu gemeinsamer politischer Arbeit, sondern es zersplittert sie auch wieder und hetzt die Parteien gegen einander in unvermeidlichem Haß. Ein wirklich volkstümlich geordnetes Heer ist von allen politischen Institutionen die einzige, welche die Bürger als Bürger zusammenführt, im Heere allein fühlen sich alle Söhne des Vaterlandes vereint. So ist das deutsche Heer unzweifelhaft das allererste und wirksamste Band der nationalen Einheit im Reiche geworden, so hat auch in Oesterreich bisher die gemeinsame Armee das sicherste Bindemittel geboten gegenüber all' den zentrifugalen auseinander drängenden Bestrebungen, deren Träger das Slaventum uud in gewissem Sinne auch das Magyaren- tum ist.
Der gemeinsame Kriegsminister der österreichisch-ungart- schen Monarchie, Feldmarschall v. Krieghammer, scheint sich der drohenden Gefahren klar bewußt zu sein, und er scheint die Notwendigkeit des „principiis obsta", sich schon gegen den Anfang zu sträuben, durchaus erkannt zu haben. In scharfen Erlassen hat er sich gegen die czechischen Insubordinationen gewandt, und er hat ausgiebige Strafbestimmungen für die Ungehorsamen aufgestellt. Handelt es sich doch um rein politische Demonstrationen, die in bewußtem Widerspruch zu den Reichsgrundgesetzen stehen, in denen doch vor allem der einheitliche Charakter der Militärsprache fest- gelegt wird. Und wer wollte es leugnen, daß eine Preisgabe dieser BestimmMgen, wie sie die slavische Tyrannis anstrebt, das Heer auflösen würde in eine wirbelnde Menge innerlich völlig zusammenhangsloser Detachements? Fällt
Adresse für Depefchen: Anzeiger Hieße».
Fernsprecher Nr. 51.
Bekanntmachung.
Betr.: Landwirtschaftliche Vorträge.
Am Sonntag dem 12. November, nachmittags 3>/4 Uhr, wird Herr Oekonomierat Leithiger in IVatzeuboru im Faber'scheu Lokale einen Vortrag über „Riudviehzucht «nd Winterfütteruug Les Rindviehs" halten, zu welchem jedermann freundlichst eingeladen ist.
Die Herren Bürgermeister der Nachbarorte wollen gefälligst für Bekanntmachung im Orte sorgen.
Gießen, den 4. November 1899.
Großh. Kreisamt Gießen.
v. Bechtold.
Bekanntmachung.
Mit Rücksicht auf die in der Umgegend herrschende Maul- und Klauenseuche wird die Abhaltung des auf den 9. November in Lauterbach angesetzten Viehmarktes verboten.
Lauterbach, den 6. November 1899.
Großh. Kreisamt Lauterbach.
Dr. Wallau.
Bekanntmachung,
betr.: Feldbereinigung in der Gemarkung Bettenhausen,
Kreis Gießen.
Nachdem auf Grund des Art. 3 Ziffer 3 des Feldvereinigungsgesetzes der Antrag auf Feldbereinigung der Gemarkung Bettenhausen gestellt worden ist und nachdem dieser Antrag von der Großherzoglichen Oberen landwirtschaftlichen Behörde für zulässig erachtet und der Unterzeichnete zum Kommissär zur Leitung der Abstimmung ernannt worden ist, so wird hiermit Tagfahrt zur Abstimmung der beteiligten Grundeigentümer über den erwähnten Antrag auf: ,
Donnerstag, den 2L November 1899 Vormittags 10—11 Uhr in das Gemeindehaus zu Bettenhausen
bestimmt.
Diejenigen beteiligten Grundbesitzer, welche in der anberaumten Abstimmungstagfahrt weder persönlich noch durch gehörig Bevollmächtigte abstimmen, werden als für das Verfahren stimmend angesehen.
Gleichzeitig fordere ich hiermit die außerhalb des Be-
FeuiUetmr.
• Der ungemütliche Kurfürst. Aus den eben erschienenen Taqebuchblättern des verstorbenen Burgtheater-Milgliedes Gabillon teilt der .Pest. Lloyd" folgende Anekdoten mi : In jungen Jahren kam Gabillon nach Kassel und hatte dort mit dem Kurfürsten, der wegen seines Jähzorns gefürchtet war, manchen Strauß zu bestehen. Dieser ungemütliche Fürst hatte ihn engagiert, weil er Gabillon als „Linko der Freiknccht" mit einem wahren Saltomortale über ein hohes Hindernis setzen sah. Das hatte Seremssimo imponiert. Aber trotzdem plauderte Serenessimus m seiner Hofloae immer ganz laut, während Gabillon spielte, bis dieser plötzlich, mitten in einer großenRede D'Artagnans ,Pscht!' binaufrief. „Was war das?" schnarrte der Kurfürst demJnten- danten zu. — „Eine neue Nuance Gabillons," sagte dieser, schnell aefafjt — „Nuance? das wollen wir sehen." Und das nächste Mal trat der Kurfürst gerade vor dieser verdächtigen Stelle unerwartet in seine Loge. Aber Gabillon war bereits gewarnt und sagte seitdem in dieser Rede jedesmcck „Pscht , obgleich es gar keinen Sinn hatte. - Auch einen Schnurrbartkrieg hatte er gegen den Kurfürsten zu führen und sollte deshalb „binnen 24 Stunden das Land verlassen . Gabillons Antwort war: „Ach, dazu brauche ich nut der Eisenbahn keine halbe Stunde". Dieser Hieb gefiel besonders im benachbarten Hannover, wo der großmanns- ^süchtige Kurfürst mcht beliebt war, und Gabillon wurde sogleich an das dortige Hoftheater engagiert. Um Kurfürsten oiber rächte sich Gabillon bald darauf in Hamburg, wo er ihn tn
Amtlicher Teil.
Gießen, den 5. November 1899.
Betr.: Ausführung des Gesetzes; die Entschädigung für an Milz und Rauschbrand gefallene Tiere.
DaS Großherzogliche Kreisamt Gießen
cm Vie Großh. Bürgermeistereien des Kreises.
Diejenigen von Ihnen, welche mit unserer Auflage vom 26. Oktober 1899 (Gießener Anzeiger Nr. 254) noch im Rückstände sind, werden an deren Erledigung binnen 3 Tagen erinnert.
v. Bechtold.
Bekanntmachung.
Wegen Vornahme von Rohrlegungsarbeiten wird die Wilhelmstraße zwischen Ludwig- und Franksurterstraße auf die Dauer von acht Tagen für den Fuhrwerksverkehr gesperrt.
Gießen., den 7. November 1899.
Großherzogliches Polizeiamt Gießen.
I. V.: Roth.__________________
* Hier! «nd Zzde!
Gießen, 7. November 1899.
So heftig die Kämpfe gewesen sind, die in den letzten Jahrzehnten die österreich-ungarische Monarchie erschüttert haben, und so tief der Haß war, den eine kurzsichtige Staatskunst unter den einzelnen Nationalitäten säete, so hat doch bisher die Zerrüttung noch ihre Grenze, ihr Hindernis gefunden an der Armee, so war hier doch noch der ruhende Pol gegeben in der Erscheinungen Flucht. Aber die Leidenschaften, die entfacht, der Haß, der erweckt worden ist, all die feindseligen Empfindungen, die den Nachbarn gegen den Nachbarn erfüllten, sie gleichen einem Strome, der nur mühsam zurückgehalten wird durch künstliche Schranken, durch Wehre und Dämme, der aber dennoch in schlimmer Stunde hindurchbricht und das fleißige Werk der Menschenhände zerstört.
Immer wieder kommen aus den böhmischen Städten, aber auch aus den südslavischen Ländern Mitteilungen über Vorgänge, die als Symptome dafür dienen können, daß auch das letzte Bollwerk des österreichischen Gemeingefühls, der österreichischen Staatsidee ins Wanken gerät. Wer die Dinge oberflächlich betrachtet oder geneigt ist, nach dem Worte zu urteilen, daß sich der Prätor nicht um Kleinigkeiten kümmern darf, der mag es als den Ausdruck eines kindischen Pessimismus betrachten, wenn man eine ernste


