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Kommission für das Feuerlöschwesen und Friedhofs-Kommission in 31 Sitzungen mit 707 Gegenständen, die Fincmz- deputation in 10 Sitzungen mit 63 Gegenständen, die Deputation für das städtische Gas- und Wasierwerk in 12 Sitzungen mit 90 Gegenständen, die juristische Kommission in 2 Sitzungen mit 8 Gegenständen, die Schlachthaus-Kommission in 2 Sitzungen mit 11 Gegenständen, die landwirtschaftliche Kommission in 7 Sitzungen mit 32 Gegenständen, die Schul- Deputation in 4 Sitzungen mit 13 Gegenständen, die Deputation für die Märkte in 4 Sitzungen mit 9 Gegenständen, die Deputation für das Einquartierungswesen in 1 Sitzung mit 1 Gegenstand, die Kommission zur Prüfung von Gesuchen um Branntwein-Ausschank und -Kleinhandel tn 21 Sitzungen mit 81 Gegenständen, die Vorschlags-Kommission in 3 Sitzungen mit 8 Gegenständen, die Armen-Deputation tn 23 Sitzungen mit 1688 Gegenständen, der Schulvorstand in 5 Sitzungen mit 23 Gegenständen, das Kuratorium der höheren und erweiterten Mädchenschule in 5 Sitzungen mit 26 Gegenständen. — Der Bericht erwähnt sodann die im Berichtsjahr eingetretenen Veränderungen unter den Gemeindebeamten. — Bei dem Gewerbegericht wurden im Kalenderjahr 1897 im ganzen 100 Klagen angebracht; die Klagen erledigten sich in 6 Fällen durch Klagezurücknahme vor dem ersten Termin, in 7 Fällen durch Klagezurückuahme int ersten Termin, in 49 Fällen durch Vergleich, in 7 Fällen durch Versäumnisurteil, in einem Falle durch Klagezurücknahme vor dem zweiten Termin, in einem Falle durch Klage- Zurücknahme im zweiten Termin, in 6 Fällen durch Vergleich, in 1 Falle durch Versäumnisurteil, in 12 Fällen durch End- nrteil, durch andere Erledigung in 11 Fällen. 80 Prozent aller Klagen wurden ohne Heranziehung von Beisitzern erledigt. Von den anhängig gewordenen Klagen waren 23 durch Arbeitgeber, 77 durch die Arbeitnehmer erhoben; die Klagen der Arbeitgeber gingen in 5 Fällen auf Wieder- Msiiahme der Arbeit, in 17 Fällen auf Zahlung einer Ent- Mdigung wegen Niederlegung der Arbeit ohne Kündigung und in 1 Falle auf Entschädigung wegen Nichtaufnahme der Arbeit; die Klage der Arbeitnehmer in 74 Fällen auf Forderung von Lohn und Entschädigung und in 3 Fällen auf Herausgabe von Kleidern. Von den eingeklagten 1569 Mk. 95 Pf. erhielten die Kläger 667 Mk. 5 Pf. — Im zweiten Geschäftsjahr des Arbeitsnachweises gestaltete sich der Verkehr und die Arbeitsvermittelung wie folgt: Gemeldet waren 226 gewerbliche, 399 andere Arbeiter, 192 Dienstboten, gesucht wurden 324 gewerbliche, 334 andere Arbeiter, 339 Dienstboten, vermittelt 72 gewerbliche, 96 andere Arbeiter, 55 Dienstboten. Von den gemeldeten Arbeitsstellen •entfallen 823 auf hiesige, 174 auf auswärtige Arbeitgeber, 433 Stellen wurden von hiesigen, 385 von auswärtigen Arbeitern gesucht, von den vermittelten 223 Stellen fallen 130 auf hiesige, 93 auf zugereiste Arbeiter. — In Gemäßheit des § 420 der Strafprozeßordnung wurde in 134 Beleidigungssachen Sühneversuch abgehalten; in 23 Fällen gelang die Einigung der Parteien, in 12 Fällen wurde der Antrag zurückgezogen, in 99 Fällen blieben die •Sühneversuche erfolglos. — Das Geschäftsjournal für die Einläufe bei der Bürgermeisterei, dem Standesamt, der Armendeputation, dem Gewerbegericht und dem Arbeitsnachweis weist 13 247 Nummern auf, 930 mehr wie im Vorjahre. — Nach den monatlich an zwei Tagen vor- < genommenen Zählungen betrug der durchschnittliche Personen- Iierkehr auf den Bureaux täglich auf der Bürgermeisterei )S, auf dem Standesamt 22, auf dem Armenamt 25, auf iem Bureau für Alters- und Invaliditäts-Versicherung und »em Arbeitsnachweis 61, auf dem Gewerbegericht 2 Personen. — Fortsetzung folgt.)
•* Doktorjubiläum. Ans St. Louis berichtet die .Rew-Aorker Staatszeitung vom 22. Januar: Ein seltenes Zest wurde gestern abend vom deutschen Konsul Dr. Meier }i: Ehren von Dr. Emil Preetorius, Chefredakteur der ,westlichen Post", veranstaltet aus Anlaß des amtlichen Auftrages der Universität Gießen, dem greifen Journalisten (ein Ehrendiplom eines Doktors der Rechte zu über- icichen. Sechzehn der angesehensten Aerzte, Juristen und jffct kaufmännisch thätigen Herren, welche ihren Doktor auf deutschen Universitäten gemacht, waren zu dem Banket ein- I' laden. Dr. Preetorius hatte vor 50 Jahren seinen Doktor- Gießen gemacht.
X *• An dem Bericht über den Maskenball des Turn- eins Gießen in vor. Nummer, der uns von Herrn Carl lieber freundl. zur Verfügung gestellt wurde, hatten wir iige Änderungen vorgenommen und einige nach unserer "sicht weniger wichtige Sätze weggelassen'. Auf Ersuchen Herrn Verfassers veröffentlichen wir nachstehend den kcricht in dem ursprünglichen Wortlaut:
Der vom hiesigen Turnverein am verflossenen Lamstag in seiner in der Nordanlage gelegenen, festlich jIorierten Turnhalle abgehaltene Maskenball nahm mittr sehr reger Beteiligung den glänzendsten Verlauf. Um 8^2 Uhr begann ein reges Treiben von Einzelmasken, wid vergnügten sich dieselben unter den lustigen Weisen einer tüchtigen Musikkapelle. Den Höhepunkt der Ueberraschungen ^idete jedoch die vom ersten Turnwart, Herrn Franz Liegandt eingeübten und geleiteten Gnippenaufführungen. Xie erste bestand aus 12 Zöglingen, welche in ihren kleid- Hinten Anzügen als Harlekins einen ihrem Charakter an- zevoßten Tanz aufführteu, bei welchem es sich zeigte, daß tk in der Turnhalle unter tüchtiger Leitung gelernte Gelenkigkeit auch bei einem Maskentanz den dabei Beteiligten W zu statten gekommen ist. Nachdem die jungen Turner fRter dem Beifall der Anwesenden den Saal hinaus voltigiert varen, hatten eine Zeitlang die nach Hunderten zählenden ^a-sken das Feld wieder okkupiert, und sei an dieser jteHlc erwähnt, daß sich einige sehr gute neue und originelle --'lhiuraktermaskeii im Saale befanden. Die zweite Gruppe, -^l«he um 10 Uhr im Gefechtsfelde erschien, bestand aus „Damen und 12 Herren, welche in prachtvollem Ruder- ^Itiüm einen Nudertanz zur Aufführung brachten, und dabei
den schlagendsten Beweis lieferten, daß Turnerei und Ruderei nahe verwandt sind, und daß man auch im Saale auf trockenem Boden die Ruder mit Gewandtheit und Geschick zu führen imstande ist. Dieser zweite Gruppentanz erntete gleichfalls reichen Beifall. Den Schluß bildete eine aus 8 Paaren in Nationalkostüm bestehende Spaniergruppe, welche in großartiger Weise den Nationaltanz der Spaniolen mit Tabaretten und Castagnetten zur Ausführung brachte. Ein mit den Verhältnissen der iberischen Bewohner vertrauter, viel gereifter, auf dem Balle anwesender Herr hat den Ausspruch gethan, daß die Grazien und die exakte Tanzübungen dieser Gießener Damen und Herren nicht zu unterscheiden sei von dem Tanze der echten Kinder von Andalusien. Der Turnverein kann auf diesen Maskenball mit Stolz zurückblicken, und sei noch bemerkt, daß nach den bis jetzt getroffenen Vorbereitungen das am Sonntag den 12. d. M. stattfindende karnevalistische Konzert ein urkomisches und echt humorvolles Programm aufzuweisen hat, demzufolge ist eine recht zahlreiche Beteiligung von Seiten ber Mitglieber sicher zu erwarten.
f. Haufen, 6. Februar. Am Samstag fanb unter zahlreicher Beteiligung ber hiesigen Ortseinwohner, sowie einer Anzahl Gäste von Gießen, bie feierliche Einweihung unb Eröffnung ber neuerbauten Cigarrenfabrik ber Firma Chr. Bischoff hier statt. Nach Schluß der Fabrik überreichte im Namen der Arbeiterinnen, ein Mädchen mit einer schwungvollen Anrede dem Inhaber, Herrn Chr. Bischoff ein schönes Blumenbouquet. Derselbe dankte für die ihm dargebrachten Wünsche und sprach die Hoffnung aus, daß das gute Einvernehmen zwischen Arbeitgeber und -nehmern, wie seither, so auch fernerhin herrschen möge. Fröhliches Beisammensein dazu Musik und Tanz in ber Restauration Herbert, schloß bie Feier.
A Mainz, 6. Februar. Demnächst wirb hier eine Versammlung ber Vertreter ber Arbeitsämter des Rhein- und Mainverbandes stattfinden, in der hauptsächlich angeregt werden soll, zum Zwecke rascherer Vermittelung telephonische Anschlüsse zwischen den Städten mit Arbeitsämtern und den größeren Landgemeinden herzu- stellen. Ferner soll die Frage wegen Vermittelung von Dienstboten, die jetzt noch wenig von den Arbeitsämtern beachtet wurde, einer Besprechung unterzogen werden und zwar in dem Sinne, wie es möglich zu machen sei, die Dienstboten vor der Ausbeutung gewisser Stellenvermittler zu schützen.
A Mainz, 6. Februar. Wegen Lohndifferenz haben die Maurer der Maschinenbau-Aktiengesellschaft auf der nahen Gustavsburg am letzten Zahltag bie Arbeit nieder- gelegt. — Seit einigen Tagen tritt nach ärztlicher Mitteilung die Influenza hier wieder sehr stark auf.
A Aus Rheinhessen, 6. Februar. Während in der ganzen Provinz eine hochgradige Agitation gegen das geplante neue Weinsteuergesetz im Gange ist, wurde in den letzten Tagen verlautbar, daß mehrere rheinhessische Abgeordneten ländlicher Wahlkreise entschlossen seien, für die Regierungsvorlage zu stimmen. Es wurde behauptet, die betreffenden Abgeordneten seien durch bie Ermäßigung der Grundsteuer und den Wegfall der Kapitalrentensteuer, was in der neuen Steuervorlage vorgesehen ist, zu diesem Entschlüsse bestimmt worden, und cs waren besonders zwei Abgeordnete, die Herren Römer-Alzey und Hirsch-Alsheim genannt worden, welche lebhaft für die Regierungsvorlage eintreten würden. In gestern in Alzey, wie auch in Osthofen stattgehabten Versammlungen fanden diese Behauptungen vollständige Widerlegung. Wohl bekannten sich die genannten Abgeordneten im allgemeinen für die Steuervorlage, jedoch nicht für die Weinbesteuerung und insbesondere nicht für eine Besteuerung in der vorgeschlagenen Art.
Aus der Zeit für die Zeit.
Vor 17 Jahren, am 8. Februar 1882, starb zu Cannes in Frankreich der Dichter Berthold Auerbach. Durch feine „Schwarzwälder Dorfgeschichten", welche eine neue Epoche auf diesem Felde der Litteratur begründeten, bekundete er seine große Befähigung zum Volksschriftsteller. Später verließ er mehr und mehr diese Bahn und schrieb die größeren liberalen Tendenzromane: „Auf der Höhe", „Das Landhaus am Rhein", „Waldfried". Der Dichter wurde am 28. Februar 1812 zu Nordstetten im Schwarzwald geboren.
Kirchliche Nachrichten.
Evangelische Gemeinde.
Im Korrfirrnaudensaal, Neustadt 61: W}
Mittwoch den 8. Februar, abends 8 Uhr: Bibelftunde. l.lSor. 15. Von unserer Auferstehung. Pfarrer Schlosser.
Die Konfirmandenvereinigung der Markusgemeinde findet Donnerstag den 9. Februar, abends 6 Uhr, im Schwesternhaus statt. Pfarrer Dr. Grein.
Verkehr, Hand und Volkswirtschaft.
Gtetze«, 7. Februar. Marktbericht. Auf dem heutigen Wockenmarkt kosteten: Butter per Pfd. v*L 0.80—0.90, Hühnereier per St. 6—8 Si, 2 St. 00—00 Enteneier per St. 8—10 4, Gänseeier per St. 13—15 H, Käse 1 St. 5—7 Käsematte per St. 3 Erbsen per Liter 22 Linsen per Liter 32 Tauben per Paar
jtt 0.90—1.10, Hühner per St. JL 1.20—1.80, Hahnen per Stück je 1.50—2.00, Enten per St. M 2.00—2.50, Gänse per Pfund ** 0.00—0.00, Ochsenfleisch per Pfd. 68—74 H, Kuh- und Rindfleisch per Pfd. 62—64 H, Schweinefleisch per Pfd. 68—76 Schweinefleisch, gesalzen, per Pfd. 80 Kalbfleisch per Pfd. 64—66 \ Hammelfleisch per Pfd. 50—70 Kartoffeln per 100 Kilo b.50 bis 6.50 Jt, Weißttaut per St. 00—00, Zwiebeln per Ctr. A 7.00—8.00, Milch per Liter 16 H.
Dauer der Marktzeit von 8 Uhr Morgens bis 2 Uhr Nach« mittags. Während der ersten S Stunden der Marklzeit darf im Umh^ziehen nicht feilgeboten werden.
Neueste Meldungen.
Depeschen deS Bureau „Herold".
Darmstadt, 7. Februar. Das Großherzogspaar ist nach Egypten abgereist. Unterwegs wirb es bie Kronprinzessin Rubolf auf Schloß Mirarnare besuchen.
Darmstadt, 7. Februar. Infolge des Todes des Erbprinzen von Sachsen-Koburg-Gotha hat bas Großherzogspaar sein geplantes Reiseziel abgeänbert. Der Großherzog reift nach München unb von ba mit bem Herzog von Sachsen-Koburg nach Meran weiter. Die Großherzogin begiebt sich nach Gotha zur Herzogin.
Berlin, 7. Februar. Die Postvorlage, bereu wichtigster Inhalt bereits bekannt ist, ist gestern bem Reichstage zugegangen.
Koburg, 7. Februar. Die Nachricht vorn Tobe bes Erbprinzen Alfreb hat hier sehr überrascht, ba mau wohl von einer schweren Erkrankung wußte, aber keine Ahnung hatte, baß bie Katastrophe so nahe bevorstehe.
Koburg, 7. Februar. Die Beisetzung bes Erbprinzen findet hier statt. Die herzogliche Familie ist gestern nach Meran abgereist.
Brünn, 7. Februar. In einer Flachsbrecherei in Neustädte! brach Feuer aus, wobei ein Arbeiter verbrannte und fünf Personen lebensgefährlich verletzt wurden.
Budapest, 7. Februar. Der hiesige Student der technischen Hochschule, Bela Schäfer, hat eine Vorrichtung konstruiert, welche es ermöglicht, das Vorhandensein eines Schiffes auf bem Meere, sowie auch dessen Kurs in einer Entfernung von 10 bis 12 Kilometer festzustellen.
Budapest, 7. Februar. Anläßlich des gestern hier stattgefundenen Begräbnisses des Honved-Generals Gel ich gab eine Batterie des Korps - Artillerie - Regiments Nr. 12 auf ber Generalswiese einen Trauersalut ab. Ein Geschütz war aus Versehen scharf geladen. Durch den Schuß wurde ein Haus am Christinenring arg beschädigt. Die Untersuchung ist eingeleitet.
Paris, 7. Februar. Die Verwerfung der Re- visionsgesetzes-Novelle durch die Kammer-Kommission wirkte um so überraschender, als die Regierung noch wenige Stunden vorher ihres Erfolges in ber Kommission sicher zu sein glaubte. Was bie Kommission gegen bie Vorlage einnahm, war vornehmlich der Wunsch, Beaurepaire zu zeigen, daß seinen Anklagen gegen bie Strafkammer kein Wert beizumessen fei. Die Minister berieten gestern abenb über bie Haltung, welche sie in ber Plenarsitzung ber Kammer einnehmen wollen. Die zwei Mitglieber ber Kommission, welche für die Regierungsvorlage gestimmt haben, sind Gruppi unb Berthet. Ersterer war als General- Advokat ein Kollege Beaurepaires. Die Verwerfung ber Regierungsvorlage durch den Kammerausschuß bedeutet eine schwere Niederlage ber Revisionsgegner. Der Rücktritt des Kabinetts erscheint zweifellos; ba Dupuy trotz ber Ablehnung ber Kommission auf seinem Anträge besteht, ist eine Spaltung zwischen ben Gemäßigten sicher. Die Gruppe Nibot-Barthou wird mit den Sozialisten und Radikalen gegen den Antrag stimmen und eine Krisis heraufzubeschwören suchen.
Paris, 7. Februar. Dupuy erklärte gestern in den Wandelgängen ber Kammer, er werbe den Antrag der Regierung dennoch dem Parlament unterbreiten. Er erklärte, dieser Antrag sei unbedingt erforderlich wegen der augenblicklichen politischen Lage, und jede Regierung, welche erenlk nach ihm folgen würde, werde sich zur Annahme eines solchen Antrages entschließen müssen. Die Führer der Radikalen, Bourgeois und Poincarro wollen den Gesetzentwurf der Regierung in der Kammer auf das heftigste bekämpfen.
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durch alle Buchhandlungen;
Komplett gebunden
4* Auflage
1899


