riesige Explosionskraft, die ihre Verwendung als Schießpulver sehr erschwert, sie dagegen zu einem ausgezeichneten Füllmaterial für Sprengstoffe macht.
Ueber die Ereignisie liegen noch folgende Meldungen vor:
London, 4. November. „Daily Mail" veröffentlicht heute ein Telegramm aus Ladysmith vom 1. November, das besagt, daß die Buren augenscheinlich imNorden und Nordoften weitere schwere Geschütze aufstellen, die zu schaffen geben dürften. Ein 1500 Mann starkes Burenkommando wende sich nach dem Süden der Stadt, deren Einwohner fortfahren, die Stadt zu verlassen.
— Nach offiziellen Angaben haben die Engländer bisher 1 770 Tote, Verwundete und Gefangene verloren. Diese Angaben dürften aber bedeutend hinter der Wahrheit zurückbleiben.
— Aus Colesberg wird vom 1. d. Mts. gemeldet, daß dort in der Richtung auf die Colesberger Eisenbahnbrücke eine Explosion gehört worden sei. Man glaubt, daß die Buren die Brücke zerstört haben.
— Nach einem Telegramm aus Sidney hat der Premierminister von Neusüdwales an die übrigen australischen Premiers die Aufforderung gerichtet, eine weitere Truppenabteilung nach Südafrika zu entsenden. Dieselbe soll die Bezeichnung „Australisches Kontingent" erhalten.
— In Paris ist aus Amsterdam die Meldung eingegangen, daß der englische Gesandte für unbestimmte Zeit die holländische Hauptstadt verlassen hat, nachdem er der Verstimmung Englands über die turbulenten Freudenkundgebungen in Amsterdam und im ganzen Lande anläßlich der Burenerfolge Ausdruck gegeben hatte.
— Nach der „Daily Mail" sollen die englischen Flottenrüstungen lediglich in mittelbarem Zusammenhang mit dem Transvaalkriege stehen. Die Kriegsschiffe sollen nur zum Schutze der Transporte dienen. Nach der Ankunft sämtlicher Transportdampfer am Bestimmungsorte soll aus den Kriegsschiffen ein Cordon gebildet werden, der von der Mündung des Oranjeflusses um das Kap herum bis nach der Delagoa-Bai ausgedehnt werden, der Küstenbewachung dienen und verhindern soll, daß Waffen- und Munitionstransporte nach den Burenrepubliken gelangen.
— Es wird jetzt offiziell bestätigt, daß Colenso von den Buren genommen ist.
— Dr. Jameson ist in Ladysmith eingeschlossen. Lord Wolseleys Adjutant, Major Weldon, ist nach Ladysmith beordert.
— DaS Transportschiff „Rapidan", auf welchem sich fünfhundert Mann und 380 Pferde von Liverpool nach Südafrika eingeschifft hatten, geriet unterwegs in einen Orkan und mußte nach Holyhead zurückkehren. Einige Pferde sind tot, drei Bote zerschellt und das Schiff selbst ist beschädigt.
— Offiziell wird bestätigt, daß Colenso von den Buren eingenommen ist. Die britischen Truppen haben sich von Colenso zurückgezogen und weiter südwärts konzentriert.
— Die Volks stimmung wird immer ernster. Fast jeder hat jetzt einen Angehörigen oder Freund, der mit in den Krieg ziehen muß. Von der Miliz-Einberufung werden allein in London 6000 Mann aus allen Klassen betroffen. Die Geschäfte fühlen die Lücken und die Anzahl der Frauen und Kinder, welche ihren Brotcrwerber verlieren und dem Winter bangend entgegensehen, mehrt sich. Auf dem Bahnhofe sieht man fast täglich erschütternde Abschiedsszenen. Jeder Enthusiasmus ist verraucht. NurbittereBemerkungeirüberdenKriegwerden laut. Ministerien und Zeitungen sind bemüht, durch Aufmunterungen und Beteuerungen die Stimmung der Massen zu erhalten. Schon aber bemerkt man Anzeichen des kommenden Sturmes. Als Chamberlain gestern das Kolonialamt verlies, wurde allgemein bemerkt, wie blaß und verstört er aussah.
— Eine Timesmeldung aus Kapstadt bestätigt die Nachricht von der Einnahme von Colesberg. Die Buren sollen auch die Brücke bei Bethulie überschritten haben. Der Eisenbahn Verkehr zwischen Naaumport und Colesberg ist unterbrochen.
— Nach einer Meldung aus Kapstadt hat die englische Marine-Artillerie dasFeuer gegen die arnLorn- badkopf aufgestellten Buren eröffnet. Die L y d d i t - G e s ch o s s e s o l l e n (?) furchtbare Wirkungen gehabt haben. (Vgl. oben).
— Die Meldung des Dr. Leyds, daß General White Ladysmith an dieBuren übergeben habe, wird hier entschieden bestritten.
Males und ProvinMes.
Gießen, den 6. November 1899.
* * Oefsentliche Lesehalle. Im Monat Oktober wurden 1634 Bände ausgeliehen. Von diesen Bänden kommen auf: Litteraturgeschichle 10, Illustrierte Zeitschriften 474, Erzählende Litteratur 730, Bersdichtungen 15, Jugend schriften, Märchen, Sagen 338, Geschichte und Biographien 36, Länder- und Völkerkunde 33, Naturwissenschaft, Technologie 31, fremdsprachliche Litteratur 7 Bände; auf Männer: Handwerksmeister 180, akademisch Gebildete 19, Kaufleute 114, Beamte 8, Unterbeamte 39, Techniker, Schriftsetzer 113, Arbeiter, Tagelöhner 30, Diener, Burschen, Kellner 32, Lehrlinge, Gehilfen 193, Schüler, Volontäre 456, Studenten 28, Soldaten 3, Rentner 1, zusammen 1216 Bände; auf Frauen: Ehefrauen, Witwen, ältere Unverheiratete 116, Gewerbetreibende 29, Arbeiterinnen, Tagelöhnerinnen 11, Dienstmädchen, Aufwärterinnen 3, Bc amtinnen 3, junge Mädchen, Lehrmädchen 256, zusammen 418 Bände. Nach auswärts wurden 56 Bände verliehen.
• * Deutscher FlottenVerein. Gestern abend hielt der Schriftführer des hiesigen Provinzialausschusses des Deutschen Flotten Vereins in Lang-Göns einen Vortrag über das Ziel und die Aufgaben des Deutschen Flotten- Vereins. Nach dem Vortrage, welcher mit einem be- geisterten Hoch auf Seine Majestät den Deutschen Kaiser und Seine Kölllgliche Hoheit den Großherzog von Heffen schloß, traten dem Verein 30 neue Mitglieder bei. Als dann folgte eine gemütliche Abendunterhaltung, wobei patriotische und andere Lieder zum Vortrag gelangten.
• • Eissport. Wie aus unserem Inseratenteile ersichtlich, rüstet sich der Eis verein bereits für die bevorstehende Saison. Die Generalversammlung findet Dienstag Abend 8 Uhr pünktlich im Hotel „Großherzog von Hessen" statt, und können Anträge und Wünsche seitens der Mitglieder daselbst vorgebracht werden. Mit dem Aufschlagen der Geräte und Pritschen wurde bereits am Freitag begonnen.
* • Ein hessischer Städtetag findet Ende dieses Monats in Bingen statt. Auf der Tagesordnung steht u. a. das Wohnungswesen für städtische Beamte, eine in vielen Städten iu Bearbeitung begriffene Frage.
* * Wohlthätigkeits - Konzert Das am Samstagabend in Steins Saalbau von dem Wohlthätigkeits-Verein Contentia abgehaltene Wohlthätigkeits Konzert (zu gunsten armer Schulkinder) nahm trotz nicht sehr zahlreichen Besuches einen sehr günstigen Verlauf. Besonders zeigte der Verein, daß er sehr tüchtige Kräfte besitzt. In dem Theaterstück „In tausend Aengsten" haben die beiden Damen Bauer und Heim ein ganz brauchbares Talent für Dilettantenvorstellungen an den Tag gelegt, auch Herr Meißner verdiente Lob. Im großen ganzen hatte jeder Mitspielende seine Schuldigkeit gethan. Auch die Bauer'sche Musikkapelle verherrlichte den Abend mit ihren Musikpiecen. Auch Herr Stein trug durch ein gutes Glas Bier (aus der Aktien- Brauerei) sowie durch gute Weine und Speisen dazu bei, das leibliche Wohl der Anwesenden zu heben.
*’ Eine Bürgermeister Konferenz, einberufen und geleitet von Herrn Bürgermeister, Reichs- und Landtagsabgeordneten Köhler-Langsdorf, fand am Samstagnachmittag im Gasthaus „Zum Löwen" hier statt. Das Referat über den 1.Punkt der Tagesordnung: Neuordnung der Bureau- kosten sowie über die „Ehrenämter" der Bürgermeister, erstattete Herr Köhler. Derselbe erwähnte eine Reihe von Ehrenämtern, mit denen die Bürgermeister bedacht seien, die ihnen aber nur Verdruß bereiteten und obendrein noch Ordnungsstrafen brächten, wenn aus Versehen oder Unkenntnis der Verhältnisse (Redner führt als Beispiel die Maul- und Klauenseuche in Langsdorf an, von deren Ausbruch ihm Mitteilung von dem betr. Viehbesitzer nicht gemacht worden, er also die vorschriftsmäßige Anzeige an das Kreisamt auch nicht erstatten konnte), der Bürgermeister etwas unterlasse. Nach seiner Meinung könne der Inhaber eines unbezahlten Amtes (Ehrenamtes) nicht verantwortlich gemacht werden. Es sei an der Zeit, daß die Bürgermeister Gehalt forderten, bezw. auch für die Arbeit der Bürgermeister, denen bisher nur Bureaukosten zustünden, Entschädigung geleistet werde. Ein sein Amt gewissenhaft versehender Bürgermeister habe unter den jetzigen Verhältnissen Schaden, denn er erhalte nur die Bureaukosten vergütet, also nicht mehr, als derjenige, der nur das thue, was ihm aufgetragen werde. Die Aufstellung der Voranschläge gebe Gelegenheit, die gerechten Forderungen geltend zu machen etwa durch Einstellung eines bestimmten, nach der Orts-Einwohnerzahl zn bemessenden Satzes; auch für im Dienste der Staatsanwaltschaften und Polizei geleisteten Arbeiten müsse Entschädigung gefordert werden. Die Debatte, an welcher sich Bürgermeister Leun-Großenlinden u. a. beteiligten, führte zu dem Beschluß, die auf den 13. November vom Großh. Kreisamt einberufene Bürgermeister- Konferenz abzuwarten, bezw. auf derselben die Angelegenheit zur Sprache zu bringen. — Von den übrigen Punkten der Tagesordnung wurden diejenigen über Begründung einer Bürgermeister-Zeitung und über die Verstempelung der ortsgerichtlichen Jmmobiliar-Versteigerungen ausgesetzt und nur noch kurz über Nr. 5, betr. Gemeindenutzungen an den Kreis st raßen, beraten. Aus der Debatte ging hervor, daß man nicht ohne weiteres mit der Bestimmung des Kunststraßengesetzes einverstanden sein könne, nach der der Kreis das Recht besitzt, das Eigentum an den auf den Kreisstraßen befindlichen Obstbaumpflanzungen der Gemeinden gegen gesetzlich bestimmte Vergütungen zu erwerben. Wie mitgeteilt wurde, hat sich der Kreistag des Kreises Gießen bereits mit der Sache befaßt und beschlossen, zunächst mit den Nutzungsberechtigten über die Abtretung ihrer Rechte in Unterhandlung zu treten und festzustellen, welche Gemeinden ihre Rechte gegen eine gesetzlich bestimmte Entschädigung (den 12y8 fachen Betrag) abtreten, bezw. nicht abtreten wollen. Die Versammlung erklärte sich schließlich damit einverstanden, daß auch diese, die Gemeinden in hohem Grade interessierende Angelegenheit auf der Bürgermeister-Konferenz am 13. November zur Sprache gebracht werden solle. —Heber Maßregeln gegen die Maul- und Klauenseuche sprach Herr Oberst Spohr. Aus dem lehrreichen und allgemein verständlich gehaltenen Vortrage desselben ging hervor, daß nur durch Rückkehr zur Landwirtschaft im Gegensatz zur jetzigen Vieh- und Geldwirtschaft der Seuchengefahr begegnet werden könne. Das Vieh müsse in Bezug auf Fütterung, Bewegung im Freien, gute Luft in den Ställen und besonders Reinlichkeit besser gehalten werden. Der gefürchtete Seuchenbazillus existiere garnicht, die Seuche habe lediglich ihren Grund in mangelhafter Viehpflege, darin werde nach seiner Ansicht hierzulande noch viel gesündigt. Redner warnte vor dem Gebrauch der Torfstreu und empfahl lediglich Strohstreu, verwarf ferner das Verfüttern von Schlempe und Trebern, überhaupt von Brühfutter und die Anwendung von Des infektions- und sonstigen ätzenden Mitteln. Der Vorsitzendc
stattete Herrn Oberst Spohr den Dank der Versammlung für den Vortrag ab.
** Der evangelische Arbeiterverein beging am Sonntagabend in den Räumen von Steins Saalbau die Feier seines siebenten Stiftungsfestes unter sehr starker Beteiligung. Der große Saal reichte kaum aus, um die erschienenen Mitglieder zu fassen. In abwechslungsreicher Weise folgten die Musikvorträge, Deklamationen, gemeinsamer und Einzelgesang, sowie die vortrefflichen Darbietungen des gemischten Chors des Vereins, der unter der Leitung des Herrn Gröninger steht. Ganz besonders gefiel neben der Aufführung eines kleinen Lustspiels: „Wir sind Deutsche" das Festspiel „Von Licht zu Licht", welches uns die Entwickelung unserer Lichtverhältnisse vom Kienspahn bis zum elektrischen Licht in fünf malerischen und sinnig zusammen- gestellten Bildern mit verbindendem Text zur Aufführung brachte. Um das Arrangement hatte sich Herr Ritsert sehr verdient gemacht. Aus der von dem Vorsitzenden, Herrn Pfarrer Dr. Grein, gehaltenen Festrede, die besonders auf die in dem Arbeiterverein gepflegten Ideale: „en. Bekenntnistreue, Liebe zu Fürst und Vaterland, Berufstreue, Pflege echt deutschen fröhlichen Familienlebens" hinwies, entnehmen wir beim Rückblick auf das verflossene Vereins- jahr einige interessante Einzelheiten. Der Verein zählt übet 300 Mitglieder und ist im stetigen Wachsen begriffen. Im letzten Winter wurden sieben Vorträge veranstaltet, im Lause des Jahres die üblichen Festlichkeiten, Familienabende abgehalten. An Wohlfahrtseinrichtungen bestehen innerhalb des Vereins eine Sterbekasse mit etwa 270 Mitgliedern, ein Kohlenbezugsverein mit über 200 Mitgliedern, eine Baugenossenschaft, von deren praktisch geleisteten Arbeit sich jeder im Blick auf die zahlreichen schönen Häuschen für je eine Familie, in der Landmannstraße, Crednerstraße, Hillebrand- straße und Mittelweg überzeugen kann. Wie sich denken läßt, ist die Nachfrage nach diesen Häuschen eine sehr starke. Was Prolog und Epilog an dem Festabend aussprachen, wünschen auch wir: ein fröhliches Gedeihen dem Verein im neuen Vereinsjahr!
-r. Stadttheater. In unserem Stadttheater gab es gestern (Sonntag) abend lauten Jubel und stürmische Fröhlichkeit. Was am Freitag abend ein litterarisch vornehmes Stück und ein prächtiger Ausstattungszauber nur mit Mühe fertig brachte, gelang dem alten guten „Doktor Klaus" von L'Arronge spielend: ein herzhafter Erfolg und ehrlicher brausender Beifall. Der volkstümliche, kerngesunde Humor, der alle Stücke aus jener Schaffensperiode L'Arronge's durchweht, tritt gerade im Doktor Klaus glänzend hervor und wenn auch manches Moment etwas verblaßt erscheint, der allgemeine Eindruck des lustigen Stückes ist auch heute noch ungemein frisch und man kann feine herzliche Freude daran haben. Man sah es aber auch den Schauspielern an, daß sie mit Lust und Behagen die dankbaren Rollen spielten, die das Lustspiel bietet und mit wahrer Freude den gesunden Humor, die echte Komik ihrer Aufgaben hoben. Da ist zunächst der unverwüstliche Lubowski de« Herrn Helm, eine so köstlich — auch äußerlich — herausgearbeitete Figur, die in dieser Darbietung das Haus und namentlich die Besucher des „Olymp" zu spontanen Beifall bei offener Szene hinriß. Herr Walter als Doktor Klaus war würdig in Haltung und Sprache; der Künstler schien — wie jetzt so viele Menschen — an einer kleinen stimmlichen Indisposition zu leiden. Ein reizender Backfisch war Frl. Knöfei als seine Tochter Emma. Eine recht vorteilhafte Erscheinung, gewandte Mimik und sorgfältige Beherrschung des Textes sind rühmend bei den jungen Damen hervorzuheben und lassen ein günstiges Prognostikon auf ihre weitere Laufbahn werfen. Einen guten Partner hatte sie an Herrn Kirchhoff als Referendar Gerstel, der den jungen schüchternen Themisjünger mit viel Geschick gab. Herr Kirchhoff entwickelt sich von Stück zu Stück in vorteilhafter Weife. Frau Kruse als Haushälterin Marianne, Frl. Haussig (Julie Griesinger), sowie Frl. Antonie Rux (Frau Dr. Klaus) standen in jeder Hinsicht im Geiste des Dichters auf den Brettern. Die gute Bühnerscheinung des Herrn Paren kam ihm auch gestern in seiner Rolle als Max von Boden wieder zu statten und so creirte derselbe in Verbindung mit seinem gewandten und sicheren Bühnentalent eine gute Leistung. Die ziemlich umfangreiche Rolle des Leopold Griesinger endlich lag in den bewährten Händen des Herrn Cur- land, der ihr nach jeder Richtung hin die ihr zukommende Gestaltung gab. Die übrigen Darsteller der kleineren Rollen arbeiteten nach den von ihnen geforderten Kräften mit und trugen auch in ihren bescheidenen Grenzen das Ihrige zu dem eingangs beschriebenen Erfolge bei.
* Aus dem Theaterbureau. Der freundliche Empfang, welcher der „Weißen Rößl"-Fortsetzung zuteil wurde, hat bie Direktion veranlaßt, morgen Dienstag nochmals „AIS ich wiederkam" zur Aufführung zu bringen. Der hohen Honorarkosten wegen muß die Vorstellung wieder bei erhöhten Preisen stattfinden. Da das Ende der Vorstellung 10’/4 Uhr erfolgt, so ist allen auswärtigen Besuchern Gelegenheit geboten, nach derselben die Abendzüge zu benutzen.
" Ein Kellerfenstermarder. Nachdem in letzter Zeit jede Woche mehrere Male an Gebäuden der Goethestraße, Lud- wigstraße und Bruchstraße die Kettersenster zertrümmert, und dadurch nicht allein den Hausbesitzern enormer Schade« zugefügt, sondern auch Viktualien der betreffenden Keller- inhaber in Gefahr gebracht worden waren, gelang es der Schutzmannschaft in der Nackt vom Samstag auf Sonntag den Thäter, oder einen derselben, bei der That zu treffen. Der Held ergriff jedoch die Flucht, bei welcher Gelegenheit er die lange Pfeife, mit der er die That verübt, verlor. Mit Hilfe dieser Pfeife wurde der Thäter andern morgens in der Person des Studenten Heinrich Jäger aus Winnerod, Kreis Gießen, ermittelt und zur Anzeige gebracht. — Es ist auffällig, daß gerade in einem besseren Stadtviertel Fcnsterschecken und sonstiges Privat-


