Ausgabe 
7.11.1899 Drittes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

?^**L

Uni wiibet « 'SJ*®* "" Naltulk ; e Sltb'« ' ®lo^nr Som u fill|k

taibmw8* kch 8'L,y.ie «anfa,

«»hÄät

7828

ldsreund

er'BewührüM, ßfatttr.

»

Kaufmann A. Roth ||

7898

Uebertrifft die besten englischen Marken und ist durch Ersparung von Zoll und Fracht noch 50 Pfennig per Flasche billiger um

«preis

82H

e 10.

4 Ul«£!

W® 5

250.-

4.

IO.

jllft

4

116.

118."

82.60

143.90

116.20

H0.4C 82- 1423«

11Ü1

A v

141." 164.16

128.50 136.75 39.20 136.35

140.50 128.90

100.50

18.10 04JO I-,S0 ,a1 50

10Ö 1« ir iiÄ

j5 5O

8i-' 46.80

163' ir , 13511

Lrr.M^ 258.-

Ma " '

148.30

n,« «otfM* -

Pnnc hkM

104 30 z.,

4 ,61-40 6 114.b0, 14310 z' 23 >60 ,

tu V***

SS* 55*

' S-^'ioö M 71860 0^,40

wfioo ' ror«.^

«Öi3° Xt'\ |S,>

ä«

1899

Dienstag den 7 November

Nr. 262 Drittes Blatt

Gießener Anzeiger

Heneral-Aiyeiger

Bei Postbezug 2 Mark 60 Pfß vierteljährlich.

lene**t Injtigen zu der aachmsttags für 8te

>6yal« leg erscheinmdm Wummer dis ®»rm. W Uhr

yn*e*rrru

vierteljährlich

2 Mark 20 Pf§ monatlich 75 Pftz mit vringerloh»

Ile Unzetßen.BermiNlungtfteLen bei In- und BuiUmK Nehmen An,eigen für »en Gießener Anzeiger flitgtg*

ftN«« ttgNch

fltit fcu$a*->»ee bei

Mi, Gießener

'WtWo. km Anzeiger vöchnrüich viermal deigeiegt.

Anrts- und Anzeigebtutt für den Ttreis Gieren.

IMefttan, Expedition und Druckerei:

X*r|r*|c ZN. 7.

GrattsKeitazen: Gießener Familienblätter, Der hrffische Kandwirt, KlLtter für hessische Volkskunde. ______

»»WW»»WWWMNWWWMW>WWWWM>>Wm«M>WieM»'WMWWWWMW»aWWW»WNE»U»W«NWWWWmM»«lMM>M.«WWNWMWI^WWMMI

.' -----------

Adresse für Depeschen: Anzeiger -teßme

Fernsprecher Nr. 51.

Males und Vrsvmjieker.

0 Aus dem Niddathal, 4. November. Die feuchtwarme Witterung der letzten 10 Tage ist der Landwirtschaft sehr erwünscht gekommen; die Wintersaat, welche bei der plötzlich eingetretenen Kälte nicht aufgehen konnte und einzufrieren schien, ist sofort nach dem ersten Regen auf- gegangen und wächst rasch. Die Ofenfeuerung in den Häusern kann man wieder entbehren und jedermann freut sich der schönen Herbsttage. Betreffend den neulich von Nidda gemeldeten Diebstahl hat wieder Haussuchung in der Wohnung des Verhafteten stattgefunden. Es scheint der entdeckte Diebstahl nicht der einzige gewesen zu sein, wenigstens sind nicht alle gestohlenen Sachen bis jetzt gefunden worden. Mit dem am Sonntag in Anwesenheit fremder Turner stattgehabten Turnen des Niddaer Vereins vermißte ein fremder Turner Uhr und Kette. Man glaubte schon au einen neuen Diebstahl; allein das Vermißte fand sich schließlich wieder vor.

(> Nidda, 5. November. Die erweiterte Hand­werkerschule zählt diesen Winter 36 Schüler; davon kommen auf Oberklasse 10, 1. Klaffe 10, 2. Klasse 16 Schüler. Die gewerbliche Abendschule zählt 25 Schüler; die Sonntags­handwerkerschule 40 Schüler. Die städtische Fortbildungs­schule besuchen 35 Schüler.

Hartmanushaiu (Kreis Schotten), 5. November. Gestern wurde auf Antrag Großherzoglicher Staatsanwalt­schaft der Versicherungsagent Sebastian Kaiser hier, welcher erst Tags vorher von der Arbeit aus West­falen hierher zurückgekehrt war, von der Gendarmerie Grebenhain verhaftet und in das Untersuchungsgefängnis nach Gießen verbracht. Das Verfahren gegen denselben schwebt schon etwa 1 Jahr. Er soll angeklagt sein wegen Schwindel, Urkundenfälschung und Betrug.

Darmstadt, 4. November. Zur Feier des 70. Ge­burtstags des früheren Reichstags- und Land­tagsabgeordneten Dr. Arthur Osann I. hatten sich gestern abend auf Veranlassung des Nationalliberalen Vereins in Darmstadt Freunde und Verehrer des Jubilars in großer Anzahl imKaisersaal", der festlich geschmückt war, zusammengefunden. Herr Rechtsanwalt Schmeel I. entwarf in lebhafter Schilderung ein Bild von dem Leben und segensreichen Wirken des Jubilars und schilderte ihn als das Muster eines deutschen Mannes nach Gesinnung und Charakter, nach Befähigung und nach Leistung. Sein segensreiches, stets von großen nationalen Gesichtspunkten beherrschtes Wirken im Reichstag und Landtag, seine Offen­heit und Unentwegtheit im Kampf der Parteien, seine Schneidigkeit im Angriff und in der Abwehr, sein stetes Bestreben nach Ausgleich der Meinungen und Gegensätze, seine goldene Treue zu unserem Altreichskanzler Fürst Bismarck waren weitere Punkte, die Redner erörterte. Namens des Ausschusses des Nationalliberalen Vereins wurde eine warm gehaltene Glückwunschadresse, namens einer Anzahl Freunde der Partei als besonderes Andenken eine bronzene Büste des Fürsten Bismarck gewidmet. Auch von dem Vorsitzenden der Nationalliberalen Vereinigung Nordwest in Frankfurt a. M. wurde eine Adresse überreicht. Treffliche Ausführungen enthielten die vom Jubilar gesprochenen Dankesworte. Er wies auf die gewaltigen * Umwälzungen aller Verhältnisse, der geistigen Bewegungen und Richtungen hin, die er während seiner Lebenszeit kennen gelernt und erinnerte an die verschiedenen Jnteressen-Strömungen und Gegensätze unserer heutigen Zeit, die ein stetiges und unablässiges Zusammen­stehen aller übrigen Elemente fordern. Dringende Aufgabe sei der Zusammenschluß und die Vereinigung aller Männer, die wünschten, daß das Bürgertum die schwere Krisis über­winde. Der Gedanke, so oft auch von ihm gepredigt, habe noch zu wenig Boden gefunden; lediglich im Interesse der Allgemeinheit, im Interesse des Vaterlandes müsse er durch­geführt werden. Auf der andern Seite müsse die Jugend das Alter ablösen, denn dem Alter könne nicht die jugend­liche Frische verbleiben. Die Jugend müsse das Panier weitertragen, niemals nach einer bestimmten Parteigruppe hin, sondern beherrscht von der Allgemeinheit der Interessen. Die einzige politische Richtschnur seien Vaterland und Nation; in den Fraktionen selbst liege ein großes Stück von politischem Partikularismus, der ebenso schädlich sei wie der frühere Partikularismus der Staaten. Der mit großem Beifall entgegengenommenen Rede folgte ein Toast des Herrn Wolfskehl auf die Gattin und Familie des Jubilars, ein Trinkspruch des Herrn Rendanten Lautz-Groß-Umstadt au Vaterlandsliebe und Vaterland, ein solcher des Bürger­

meisters Köhler, der den Wunsch aussprach, daß dem Ge­eierten noch lange ein glückliches Familienleben erhalten ileiben möge, zu seinem Glück und dem Glück seiner Freunde, )ie er allezeit gerne habe daran teilnehmen lassen. Herr Rechtsanwalt Schmeel I. dankte auf die herzlichste Weise ür die goldenen Worte, die Herr Dr. Osann gesprochen, ür diese Worte, die sich jeder Anwesende für seinen späteren Weg ins Herz schreiben werde. Auch der Jubilar fügte noch einige herzliche Worte des Dankes für die ihm dar- gebrachte Ehrung hinzu und erinnerte sich mit Stolz und Rührung einiger ganz besonders schöner und erhebender Momente seines Lebens. Die Zwischenpausen wurden durch ganz vorzügliche Nummern des Musikprogramms und vater­ländische Gesänge ausgefüllt. Erst nach 1 Uhr erreichte die erhebende Feier ihr Ende. Heute vormittag wurde es in der Wohnung des Jubilars nicht leer von Gratulanten, und liefen von allen Seiten Glückwünsche ein, deren Zahl mehrere Hundert beträgt. Im Namen des Justizministeriums gratulierte Herr Justizminister Dr. Dittmar Exzellenz. In Telegrammen, Schreiben und Adressen gratulierten der Centralvorstand der nationalliberalen Partei in Berlin, die Anwaltskammer in Darmstadt, zahlreiche nationalliberale Vereine Hessens und im Reich, eine große Zahl von Militär- und Jnvalidenvereinen, deren Sache der Jubilar bekanntlich stets auf das Wärmste vertreten hat, sehr viele Abgeordnete des Reichstags und des Landtags. Möge dem Jubilar bei voller körperlicher und geistiger Rüstigkeit noch ein recht glücklicher Lebensabeud beschieden sein! (N. H. B.)

Darmstadt, 5. November. Ueber die Grabungen, welch im Laufe der letzten Wochen auf Befehl Sr. König!. Hoheit des Großherzogs durch Herrn Hofrat Kofler vorgenommen wurden, erfährt dasD. T." von zuständiger Seite noch folgendes: Die Grabungen verteilten sich über zwei Gruppen von Hügelgräbern, von denen eine in der Waldgemarkung Hanauer Koberstadt, die andere in der Ge­markung Gräfenhausen, Distrikt Tensfelder Tanne, gelegen ist. In der Koberstadt waren in den letzten Jahren ver­schiedene Hügel geöffnet, und darin fast ausnahmsweise Gräber der Hallstattzeit mit hochinteressanten Beigaben ge­funden worden. Auch bei den letzten Grabungen, an denen sich die russischen Majestäten und die Großherzoglich Hessische Familie auf das lebhafteste beteiligten, wurden wieder Gräber jener frühen vorchristlichen Zeit angetroffen und darin recht schöne Beigaben an Thongefäßen und Bronze­schmuck gefunden. Das größte Interesse erregte jedoch der größte Hügel der ganzen Gruppe, in dem wohl Asche, aber keine Grabstätte nachgewiesen werden konnte. Er hatte eine Höhe von 2,24 Meter und eine Grundfläche von 380 Quadratmeter. Etwa 1 Meter über dem gewachsenen Boden, den hier feiner Sand bildet, fanden sich unregelmäßig über den Hügel verteilt fünf rundliche Steinhaufen und eine große rechtwinkelige Steinsetzung. In vielen Grabhügeln trifft man unter diesen Steinhaufen Grabstätten an; im vorliegenden Falle zeigten sich aber nur Kohlennester ohne jedwede Spur von Knochen. An einer Stelle des Hügels fand man 3 Meter unter der Oberfläche, also 0,80 Meter im gewachsenen Boden, einen kleinen Steinhaufen und darunter eine Masse Kohlen. Genaue Beobachtungen welche man an anderen Orten über ähnliches Vorkommen gemacht hat, werden wohl Aufschluß über diese merkwürdige Anlage geben, welche, den gefundenen Topfscherben nach zu schließen, der frühen Hallstattzeit angehören muß. In der Sensfelder Tanne, wo seither noch kein Hügel wissen­schaftlich untersucht worden war, wurden zwei Hügel ge­öffnet und in einem derselben eine hochinteressante Grab­anlage nachgewiesen. Es befand sich nämlich darin eine kreisförmig um den Mittelpunkt gelagerte, über 25 Centi- meter hohe dunkle Erdschicht, welche reichlich mit Kohlen und zahllosen kleinen, im Feuer calcinierten Knochen durch­setzt war. Auf derselben lagen die Reste einer nicht ver­brannten Leiche; zu ihrer Rechten fand sich ein Bronzedolch in Holzscheide, eine stärkere Pfeilspitze aus weißem Quarz, ein sog. Schaber aus Stein und mehrere Flintspäne; zur Linken eine größere Anzahl unverbrannter Knochen von größeren und kleineren Säugetieren und einigen Vögeln, also die Reste von Speisen, welche man dem Toten in das Grab gelegt hatte. Ob die verbrannten Knochen, auf welche die Leiche gebettet war, Reste von Tier- oder gar Menschenopfern oder nur verbranute Speisereste gewesen sind, wird wohl schwerlich zu beantworten sein, ebenso schwer wie die Frage, ob die zwei Leichen, welche sich im südöstlichen Teile des Hügels auf gleicher Höhe über dem Hauptgrabe und ohne Beigaben vorfanden, gleichzeitige oder spätere Bestattungen waren.

Q Mainz, 5. November. Auf eine von dem hiesigen nationalliberalen Verein in voriger Woche an die Republiken Transvaal und Oranje abgeschickte Sympathie- adresse ist von dem Gesandten der Südafrikanischen Re­publik, Herrn Dr. Leyds in Brüssel am Freitag folgendes Dankschreiben eingetroffen:Die von Herzen kommende Teilnahme und die großen Beweise von Sympathie, die meinem für seine Freiheit und sein gutes Recht kämpfenden Lande auch von Ihrem Vereine entgegengebracht wurden, müssen zu Herzen gehen, müssen aufs Tiefste bewegen. Ich sage daher, namens meiner Regierung und namens meiner Landsleute herzlichen Dank.

Gingesandt.

(Berichtigung.)

Großen-Buseck, 8. November 1899. Geehrte Redaktion.

Ich ersuche Sie, folgende Zeilen, den Leichenwagen in der Ge­meinde Großen-Buseck betreffend, in Ihre werte Zeitung gefälligst wiederum aufzunehmen.

In der gestrigen Mitteilung wurde von mir angegeben, daß aus der politischen Gemeindekasse eine größere Zahlung für den Wagen ge­leistet war. Es beruht dies auf Irrtum, denn der Rechner der politi­schen Gemeinde verausgabte einstweilen die Summe von 200 Mk. aus seinen Privatmitteln. Auch die Sparkasse beschloß, vorerst noch nicht den Leichenwagen zur Benutzung in der isr. Gemeinde nicht herzugeben, sondern nur Mitglieder des Vorstandes thaten diese Aeuherung. X.

Ein zweites Schreiben in gleicher Angelegenheit geht uns noch zu:

Sehr geehrte Redaktion 1

DasEingesandt" aus Großen-Buseck in Nr. 259 Ihres ge­schätzten Blattes bringt über die hiesigen kirchlichen Verhältnisse so viel Unrichtigkeiten, daß wir uns veranlaßt sehen, zur Richtigstellung nachfolgendes zu erwidern:

Die evangeltfche Gemeindevertretung beschloß vor einigen Wochen auf Antrag eines ihrer Mitglieder nahezu einstimmig, für die kirchliche Gemeinde einen Totenwagen zu beschaffen. Der eoang. Geistliche stand dem Anträge ganz fern, daß er aber denselben freudig begrüßte, wird selbst dem Herrn Einsender verständ­lich sein.

Der Beschluß deS Ortsvorstandes, einen Totenwagen für die Gemeinde anzukaufen, war und ist der Gemeindevertretung, sowie dem eoangel. Geistlichen gar nicht bekannt. Die Sitzungen des OrtS- vorstandes sind geheim, und dem eoangel. Geistlichen gingen niemals Mitteilungen über einen Beschluß zu.

Von einem Defizit der hiesigen Kirchenkasse ist unS nichts be­kannt, und wenn der Herr Einsender die Leser versichert, eS hätten Verhandlungen wegen des Defizits stattgefunden, so müssen wir ihm sagen, daß er schlecht bedient worden ist.

Die Besprechungen des hiesigen Bürgermeisters mit dem jüdischen Vorstand mögen wohl stattgefunden haben, aber der eoangel. Geist­liche hat damit doch gar nichts zu thun, ebenso steht derselbe dem Ankauf deS Wagens durch die Spar- und Lethkaffe ganz fern, der Vorstand ordnet wohl feine Geschäfte selbständig.

Das Verhalten des eoangel. Geistlichen deckt sich hier ganz mit der Anschauung der Gemeindevertretung, und durch deren Beschluß wird wohl niemand belästigt oder geschädigt, auch die israelitische Reltgionsgemeinde nicht._____________________________________Z.

Landwirtschaft.

A Bom höheren BogelSberg, 5. November. Prachtvolles Herbstwetter herrscht gegenwärtig hier, man könnte mitunter meinen, es ginge aufs.Frühjahr los, wie auch scherzweise geäußert wird. Infolge dieser Witterung ist die späte Kornsaat sehr gut hervorgekommen, ja in der verflossenen Woche wurde hier und da noch Korn gesät. Die Waizensaat ist zu Ende.________________________________

Aus dem Geschüststeden.

- Für all- Gasglühltcht-Konsumenten von Interesse sind die Ergebnisse der neuesten Messungen, die im Auftrage der Auer- gesellschaft mit den Auer-Glühkörpern in der Physikalisch-Techmschen Reichsanstalt zu Charlottenburg vorgenommen sind. Es ergab sich eme anfängliche Helligkeit von 90 bis 100 Kerzen, die nach einer Brenndauer von 500 bis 600 Brennstunden auf ca. 50 bis 60 Kerzen herabsank. Diese Ergebnffse beweisen aufs neue, daß die Erzeugnisse der genannten Gesellschaft nach wie vor an Lichtbeständigkeit und Haltbarkeit alle andern Produkte übertreffen. Es empfiehlt sich deshalb für jeden Kon­sumenten, nur echte Auer-Erzeugnisse zu verlangen, die durch den Auf­druckAuerlicht" gekennzeichnet sind.

THEE-MESSMER

Berühmte Mischungen Mk. 2,80 und 8,50 per Pfund. Probepackete 60 und 80 Pfg. Zu haben bei den Niederlagen von Messmers Thee.

Unübertroffen zur Haut- u. Schönheitspflege.

^Myrrholin-Seife

Als beste Kinderseife ärztlich empfohlen.