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Mittwoch bett 6. December
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Drittes Blatt
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4- Grünberg, 4. Dezember. Der hiesige Männer- I gesangverein veranstaltete gestern abend im „Gasthof I zum Hirsch" hier einen sogen. Familienabend, der sehr gut I besucht war. Die trefflichen gesanglichen Darbietungen wie I auch das recht flott gespielte Theaterstück wurden mit großem I Beifall ausgenommen, und sämtliche Teilnehmer dürften von I dem Gebotenen voll befriedigt gewesen sein.
O Mücke, 4. Dezember. In der Bräuning'schen Wirt- I schäft wurden vorgestern zwei Landstreicher verhaftet, I die seit einigen Tagen die Gegend unsicher machten und sich I als gefährliche Einbrecher entpuppten. Kurz vorher war in I Babenhausen bei einem dortigen Einwohner nächtlicherweile I eingebrochen worden, und halten die Diebe allerlei Eßwaren, I verschiedene Küchengeräte usw. mitgehen heißen. Dem Wirt I Bräuning, der bereits von dem Einbruch gehört hatte, kamen I seine beiden Gäste verdächtig vor; er benachrichtigte insgeheim telegraphisch die Gendarmerie, welche auch bald ein- I traf, nach kurzem Verhör die sauberen Kunden dingfest machte | und nach dem Amtsgericht Grünberg brachte, woselbst ihre I Verhaftung verfügt wurde. In ihrem Besitz fanden sich I noch verschiedene, von dem Einbruch in Bobenhausen her- I rührende Gegenstände.
§ Wingershausen, 4. Dezember. Fünfundzwanzig I Jahre sind es in diesem Jahre, daß der hiesige Lehrer, I Herr Schäfer, an der einklassigen Schule unserer Gemeinde I in der ihn charakterisierenden stillen und ruhigen Weise, I aber auch mit der größten Pflichttreue und peinlichsten Ge- I wissenhaftigkeit gewirkt hat. Möge es dem verdienten I Jubilar vergönnt sein, noch viele Jahre seinem Berufe zum | Segen und Wohle unserer Gemeinde obzuliegen.
-r. Grebenau, 3. Dezember. Gestern abend gegen 7»/, Uhr brach in einer an die Gastwirtschaft von Reith I anstoßenden Scheuer auf bis jetzt unaufgeklärte Weise I Feuer aus. Dasselbe wurde aber von der eiligst herbei- I geeilten Feuerwehr auf seinen Herd beschränkt, sodaß ihm nur die Scheuer mit ihrem Inhalte zum Opfer fiel, weiterer Schaden aber an den benachbarten Gebäuden verhindert wurde.
Darmstadt, 2. Dezember. Wie verlautet, waren gestern । Vertreter der Handwerker-Innungen aus Darmstadt, Mainz, Gießen, Offenbach, Worms u. s. w. hier versammelt, um sich über die Entwürfe der Regierung für die Bildung der Handwerker-Kammern vertraulich auszusprechen. In den Hauptpunkten — Zusammensetzung und Zahl der Kammern — war man mit den Regierungsvorschlägen nicht einverstanden. Die Innungen glauben sich dadurch benach- | teiligt, daß den Ortsgewerbe-Vereinen eine der Zahl der in ihnen vereinigten Handwerker entsprechende Vertretung zugestanden werden soll. Die Regierung will, wie wir schon meldeten, Gewerbevereine und Innungen im Verhältnis von 5 zu 3 vertreten sehen, was der Zahl der in I beiden Verbänden vereinigten Handwerker entspricht. Die Innungen aber, die den Gewerbevereinen die Berechtigung I absprechen, sich Handwerker Vereinigung zu nennen, und bte I sich als die eigentlichen Repräsentanten des Handwerks aus- I geben, wollen trotz ihrer Minderzahl die zukünftigen Hand I werker-Kammern beherrschen. Wie es heißt, sollen demnächst I Vertreter der Innungen mit Regierungs-Vertretern zu ge- I memsamer Besprechung zusammentreten.
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Marburg, 4. Dezember. (Vieh-AuSftellung in Marburg). I Am Sonntag tagten in Marburg im Restaurant Bärtsch die Ver I bands-Vorstände der Herdbuch-Gesellschaften für das I Vogelsberger Rind; nachdem dieselben unter dem Vor- I sitze des Herrn Landrat von Heimburg-Biedenkopf, als dem I Vorsitzenden des Verbandes der Herdbuch-Gesellschaften, I einige Verbands - Angelegenheiten besprochen, schritt man I unter dem Vorsitz des Herrn Landrat von Negelein zur I Tagesordnung, betreffend eine Verbands Ausstellung von I Vogelsberger Rindvieh und verwandten Schlägen in Mar- I bürg. Vertreten waren 10 Herdbuch Gesellschaften, und I zwar aus der Provinz Oberhessen, dem Fürstentum Waldeck, I den Kreisen Siegen, Wetzlar, Biedenkopf, Dillenburg, I Frankenberg, Kirchhain und Marburg, sowie dem Amt I Hallenberg. In der Versammlung waren von auswärts I und von Marburg Mitglieder des Haupt-Ausstellungs- Komitees, ungefähr fünfzig Herren erschienen, darunter die I Herren Landräte der benachbarten Kreise, der Herr Kreisamtmann von Gießen u. s. w. Es wurde beschlossen, im I Monat Juli 1900 in Marburg die Verbands-Ausstellung während zweier Tage abzuhalten, verbunden mit Volksfest I und Verlosung. Es wurde weiter noch festgestellt, daß die I Beschickung der Ausstellung voraussichtlich 4—500 Tiere I umfassen dürste,
Adresse für Depeschen: Anzeiger Hießen.
Fernsprecher Nr. 51.
Ktteratur.
O Die deutsche»» Kolonieerr in Wort und Bild von Gustav Mein ecke. Mit 191 Abbildungen, 17 Porträts und 10 Karten. In illustrierten Umschlag geheftet 6 Mark. Verlag von I. I. Weber in Leipzig. Die Geschichte der unter dem Schutze des Reichs stehenden Gebiete jenseit des Meeres umfaßt zwar erst anderthalb Jahrzehnte, indessen regt sich allerorten in den deutschen Kolonieen ein unermüdliches Schaffen, das voller Hoffnung in die Zukunft blicken läßt. Der fachkundige Ver- faffer des in stattlichem Fofio vorliegenden Buches berichtet von dem ersten kühnen Vorstoß brandenburgisch-preußischer Kolonialpolitik unter dem Großen Kurfürsten, wendet sich hierauf der Begründung der neuen deutschen Kolonialmacht durch Bismarck zu, und schildert dann die einzelnen Schutzgebiete nach Bodengestaltung, Klima, Flora, Fauna, Bevölkerung, Handel und Verkehr, und läßt es sich schließlich angelegen sein, auf alles das aufmerksam zu machen, was Handels- und Plantagen- Gesellschaften, Missionen und Verwaltung auf diesem So*en bisher geschaffen haben. Selbstverständlich haben dabei auch die neu-sten über- seerschen Erwerbungen des Reiches, Krautschou, die Karolinen-, Palau- Inseln und Marianen volle Berücksichtigung gefunden. Der vielger.ifte Autor, Redakteur der „Deutschen Kolomalzntung", Herausgeber des „Kolonialjahrbuches" und in Ostafrika an wirtschaftlichen Unternehmungen mehrfach beteiligt, war in der Lage, überall den neuesten Stand der Dinge zu buchen. Gegen zweihundert an Ort und Stelle skizzierte Abbildungen lassen instruktive Einblicke in die Natur der beschriebenen Länder und das Leben und Treiben der eingeborenen Bevölkerung wie der europäischen Pioniere thun, wobei reichhaltige und dennoch Übersicht- ltche Karten schnellste Orientierung ermöglichen.
Aquarelle re, find dt< 8481 , von hefftrt.
Erscheint täglich mit Lu?nabme des
Montags
Die Gießener Kamilleuvrätter werden dem Anzeiger wöchentlich viermal brtgelegt.
Mates und UrovinMer.
Gießen, den 5. Dezember 1899.
** GcschtchlSkalender. (Nachdruck verboten.) Vor 65 Jahren, I am 6. Dezember 1834, starb zu Berlin Adolf Frhr. v. Lühow. I Wenn wir mit Körner fingen: „DaS ist Lützows wilde verwegene I Jagd", denken wir an den kühnen Führer der »schwarzen Schar I in den Freiheitskriegen. In Wirklichkeit zeigte stch Lützows KorpS I den grhegtkn, viel zu hohen Erwartungen nicht gewachsen, und hat I mehr moraltfch und patriotisch genützt, alS praktisch.
Kauft am Platze! Das Mahnwort gilt zwar für I das ganze Jahr, ist aber vor allem jetzt angebracht, wo I alle Welt drauf und dran ist, feine Weihnachtseinkäuse zu I besorgen. Gleichsam zur Beherzigung dieses Mahnwortes I wendet sich die Handelskammer in Worms in ihrem I letzten Jahresberichte gegen die Versandt-Geschäfte. I Sie führt nämlich «nach einem Berichte der „Handelszeitung" I für die Uhren-, Gold- und Silberwaren-Jndustrie an, daß I der Umsatz in Uhren, Gold- und Silberwaren sich im ver- I floffenen Jahre wesentlich gebessert hat, obgleich der Bedarf I noch vielseitig außerhalb, zumal von dem besseren Publikum, gedeckt werde. So seien wiederholt Fälle vorgekommen, I daß gewisse Stücke, für Geschenke bestimmt, bei ver- I schiedenen Firmen außerhalb mit Preisangabe genannt I wurden und zwar aus sogenannten Versandt-Geschäften. I Um der Sache auf den Grund zu gelangen, verschaffte man sich indirekt Musterbücher der fraglichen Firmen, und zu großem Erstaunen nahm man wahr, daß gerade die hier I gesuchte Ware identisch mit den eigenen Nummern, also I von derselben Fabrik, mit 60 Prozent höheren Preisen I belastet waren, zuzüglich 50 Pfennige Nachnahmespesen. | Ebenso hat der Inhaber der berichtenden Firma auf einer I Erholungsreise sich überzeugt, daß außerhalb den Käufern I nichts geschenkt wird, sondern dieselben gewöhnlich mehr I belastet werden, als am Platze selber. Es ist also nicht I zu begreifen, so führt die Handelskammer richtig aus, daß I unsere Mitbürger sich nicht deffen besinnen und den Kauf mannsstand am Platze mehr in Schutz nehmen, zumal der- I jenige, der am Platze kauft, jeden Regreß bezüglich der Güte rc. offen behält. — Was hier für Worms ausgeführt ist, trifft wohl überall im Deutschen, Reiche zu.
** Auf den preußischen und hesfischen Staatsbahnen wird den vom Sonntag den 18. Dezember d. I. und den folgenden Tagen — auch nach dem Weihnachtsfeste — gelösten Rückfahrkarten — nicht auch Arbeiter-Rückfahrkarten — von sonst kürzerer Dauer verlängerte Giltigkeit bis einschließlich 8. Januar 1900 beigelegt. Die Rückfahrt muß spätestens am letzten Tage um 12 Uhr Mitternacht angetretcn und darf nach Ablauf dieses Tages nicht unter- | brachen werden. Die gleiche Vergünstigung tritt auch ein im Verkehr auf der Cronberger-, Kerkerbach-, Bröhlthaler und Main Ncckarbahn, der Sächsischen und Oldenburgischen Staatsbahn, der Lübeck - Büchener-, der Eutin-Lübecker , Mecklenburgischen Friedrich-Franz-Eisenbahn, sowie im Verkehr mit der Holländischen, der Niederländischen und den k. k. Österreichischen Staatsbahnen. Die direkten Rückfahrkarten nach und von Badischen, Bayerischen, Württem- bergischen, Pfälzischen und Stationen der Reichs Eisenbahnen behalten diese verlängerteGiltigkeitsdauer(biS zum 8. Januar 1900) nur auf den preußischen und hessischen Strecken, während sich die Geltungsdauer auf den Strecken der vorgenannten Bahnen selbst nicht über Mitternacht des zehnten Tages vom Lösungstage abgerechnet, hinaus erstreckt.
** Wechselfckrmulare. Es sei darauf hingewiesen, daß Wechselformulare, auf denen die Jahreszahl 189... vorgedruckt ist, nach dem 1. Januar nächsten Jahres nicht mehr zur Verwendung kommen sollen. Die „Reichsbank" hat in dieser Angelegenheit auf Anfrage erklärt: „Nur wenn uns bekannte solide Firmen sich durch Revers verpflichten, die etwaigen Folgen einer derartigen Korrektur auf sich zu nehmen, würden wir die Annahme nicht beanstanden, im allgemeinen können wir indessen nur empfehlen, die alten Formulare nicht weiter zu benutzen".
§§ Gederu, 3. Dezember. Heute morgen gegen 4 Uhr ertönte abermals hier der Ruf: „Feuer". ES brannte in der Hofraite des Landwirts Heinrich Zißing. Ein Nachbar wurde zuerst den Ausbruch des Brandes gewahr und weckte sofort die Bewohner der Hofraite, schaffte auch das Vieh aus den Ställen. Durch das rasche Eingreifen der Feuerwehr wurde das Feuer auf seinen Herd beschränkt, so daß nur Scheuer und Stallung niederbrannten.
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übertrifft trotz billigeren Preises an Nährkraft und Wohlgeschmack die Liebig’schen Extract» und ist in allen besseren Drogen-, Delicatessen- und Colonialwaaren-Handlunsren zu haben.
Kassel, 3. Dezember. In einer vertraulichen Besprechung der viel erörterten Angelegenheit wegen der Neuwahl eines Oberbürgermeisters einigte man sich dahin, das Gehalt einschl. Wohnungsgeldzuschuß auf 15000 Mk. festzusetzen, und zwar mit voller Pensionsberechtigung. Weiter einigte man sich dahin, daß ein öffentliches Ausschreiben für die Stelle erfolgen soll, und daß ferner eine aus zwölf Mitgliedern gebildete Kommission die erforderlichen Schritte für die Ausschreibung der Wahl anordnen und in die Wege feiten soll.
Spitlplan der ttrtinigien frankfurter ÄMtheater.
Opernhaus.
Mittwoch, 6. ds., 7 Uhr: 3. Abonnements-Konzert unter Leitung des Kapellmeisters Dr. Rottenberg und unter Mitwirkung des Violinisten Henry Petry, Konzertpreise. Donnerstag, 7. ds., 7 Uhr: Zum erstenmale wiederholt: „Der faule Hans", hierauf „Vergißmeinnicht". Im Ab. Gew. Pr. Freitag, 8. ds., */z7 Uhr: Abonnements-Vorstellung für einen ausgefallenen Samstag: Vorstellung bei kleinen Preisen: „Hänsel und Grete l", hierauf „F o r t u n i o s Lied". Im Ab. Kl. Pr. Samstag: 9. ds., 7 Uhr: „Undine". Im Ab. Gew. Pr. Sonntag, 10. ds., >/,7 Uhr: „Loh engrin". Im Ab. Gr. Pr. Montag, 11. ds.. Geschloffen. Dienstag, 12. ds., 7 Uhr: Neu einstudiert: „Die verkaufte Braut". Im Ab. Gew. Pr.
Schauspielhaus.
Mittwoch, 6. ds., 7 Uhr: „Jugend". Im Ab. Gew. Pr. Donnerstag, 7. ds., i/J Uhr: Vorstellung bei ermäßigten Preisen: „Prometheus", hierauf „Clavigo". Außer Ab. Freitag, 8. ds, ^7 Uhr: „Schuld der Schuldlosen". Im Ab. Gew. Pr. Samstag, 9. ds., 7 Uhr: Zum ersten Male: „Der P r o b e k a n d id a t" von Max Dreyer. Im Ab. Gew. Pr. Sonntag, 10. bä., 3^2 Uhr: Zum Gedächtnisse Anzengrubers: Vorstellung bei kleinen Preisen: „Pfarrer von Kirchfeld". Außer Ab. 7 Uhr: Zum ersten Male wi-derholt: „D e-r P r o b e kan d id a t" von Max Dreyer. Im Ab. Gew. Pr. Montag, 11. ds., 7 Uhr: „Gasparon e". Im Ab. Gew. Pr.
Kalt, warm oder kochend kann Macks Pyramiden- Glar.z-Stärke mit gleich gutem Erfolg verwendet werden. Ueber- all vorrätig in Packeten zu lu, 20 und 50 Pfg. 7557
— Des KindeS bester Schutz gegen Krankheit ist, außer der Sauberkeit und der Abhärtung, eine einfache, regelmäßige Ernährung. Zu letzterer wählt eine einstchtsvolle kluge Mutter am liebsten ein Nährmittel, das ungekünstelt und naturgemäß ist, sich aus den in der Natur gegebenen, nicht chemisch veränderten Bestandteilen zusammensetzt und sich stets glerch bleibt, ohne einer Verderbnis unterworfen zu sein. Schwerlich dürfte sich ein Kinder-Nährpräparat finden, welches die genannten Bedingungen so vollkommen erfüllt, wie das lediglich aus reiner Scbweizermilch, feingemahlenem Weizenzwieback und Zucker bestehende NeMMehl. Es ist für deffen Güte charakteristisch, daß es, wie ein dreißigjähriger Erfolg beweist, das Kind nicht nur auf eine ihm angenehme Weise ernährt, sondern auch sein Gewicht regelmäßig und ohne einseitigen Fettansatz durch gleichzeitiges Muskel- und Knochenwachstum zunehmen läßt, — vor allem aber es vor Magen- und Darmkatarrhen, diesen gefährlichen Feinden des Kindesalters, schützt.
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