1899
bett 6. Juni
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* BMboeS, 3. Juni. Im liberalen Klub verficherten bie «ttmtagenbflen Führer bem Ministerpräsibenten Szell ihr I ’»<•« Serttauen. Die UnabhängigleitS-Parle, beschloß, »»/Regierung, welch- in wirtschastlichen Fragen wettere D»i ssionen machen wolle, al« es bas Kompromiß zulassc, llÜianbeSverräter zu erllären unb bieselbe gleich bei I Btr 8'onstiluierung mit allen Kräften zu bekämpfen.
»aris, 3. Juni. Echo de Paris erhielt von einem Wgliede des Kassationshofes.folgendeMitteilung Uber die | ajtritac geheime Sitzung: Die Mitglieder des Kaffattous- I Ws antworteten zuerst durch ja oder nem auf die Frage Ün Newilligung des Revisions-Gesuches. Darnach stimm en I fi» js'ber den Wortlaut des von Ballot-Beauprs verfaßten I Mills ab. Dieses Urteil Beauprös wurde mit nur einigen »«bedeutenden Aenderungen angenommen. Das Urteil^ MM die beiden neuen Thatsachen, auf welche der Beschluß Vmilndet ist. Die vereinigten drei Kammern werden darnach ita Prozeß von 1894 kassieren unb Dreysus vor ein neues SökchSgericht verweisen. , , . ,, , . .
Pari», 3. Juni. Der Kassationshof kassierte bas Ur- ttil töe« Kriegsgerichtes von 1894 unb verwies Dreysus | rat itin neues Kriegsgericht, welche« m Renne-> abgeh-lten mb. Die Menge, welche sich vor bem KassatlonshosS- ijttlrabe angesammelt hatte, nahm bas Urteil mit großem »fall auf Frau Dreyfus benachrichtigte ihren Galten Mort telegraphisch von bem Urteil. — Seit 1)en Morgen- tabeti hatten sich bereits zahlreiche Menschen vor bem litMube b-S Kassationshoses angesammelt, um auf bas -Urteil zu warten. Plötzlich erschien eine Gruppe von »kdildenten unb wollte unter ben Rusen: Revision, Revision, k. Eingang in ben Justizpalast erzwingen. Die republi- diijjche Garbe zersprengte dieselben, nachbem bies ber Imbarmerie nicht gelungen war. Mehrere »ntiscmitcn- glrer unb Nationalisten wollten Reben halten, was stboch mCiinbert würbe. Eine Person, welche uieber mit bem Juben nef, würbe verhastet. - Laut einer Blattermelbung im Monierte ber General Pellieux als Pariser Platz- krManbant. Piequart wirb am Dienstag, nachbem alle IiElagen gegen ihn fallen gelassen sinb, aus ber Haft ent- IßffckN werden. _
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Uermischles.
• Eröffnung des BiSmarckMaufoleums in Ariedrichsruh. I Die Gruftkapelle des fürstlich Bismarckschen Ehepaares in Friedrichsruh ist seit dem 1. Juni, wie man aus Fried- | richsruh mitteilt, für Besucher geöffnet. Nach «ner Bestimmung des Fürsten Herbert kann bie Gruftkapelle vorläufig während des Sommers Montags, Mmwochs und Samst^ von 10-12 Uhr mittags und 2—6 Uhr nachmittags (Feier I tage ausgeschlossen) besichtigt werden. In dem ber der Ober- I försterei belegenen Bureau sind Eintrittskarten für den be- I treffenden Tag bis 5 Uhr nachmittags unentgeltlich m I Empfang zu nehmen. Der Pförtner des Mausoleums darf I nur gegen Vorzeigung der Karte Besucher einlassen und I auch nicht mehr als gleichzeitig acht Personen. I
* Fluffige Kohlensäure. Der niedrige Verkaufspreis I dieses Artikels im Jahre 1898 hat in der Thal, wie pro- I anostiziert, den meisten Werken emen Nutzen nicht mehr er- I । bracht. In den wenigen Ausnahmefällen einer^Dividenden- I Verteilung geschah das auf Kosten solider Abschreibungen | oder aus früheren Reserven. Obwohl der Bedarf, der in 1898 ca. UVa Millionen Kilogramm betrug, weiter zuzu- I nehmen scheint, so kann dadurch doch der ^^DingS ein; getretene weitere Preisrückgang von ca. 10 Prozent mcht wett gemacht werden. Die Aussichten der Werke flüssiger Kohlensäure sind daher auch für 1899 nicht günstig.
I • Sieg der deutschen Industrie im Auslände. Einen neuen I erfreulichen Beweis dafür, daß die deutsche Industrie auch | I im Auslande unter schwierigen Verhältnissen einer starken Konkurrenz ruhig die Spitze bieten kann, gibt ein soeben
I aus Indien eingelaufener Bericht, der angesehenen indischen I Sportszeitung „The Indian Sportsman". Di^elbebe- I schreibt darin in anschaulicher Weise die kürzlich stattge- undenen bengalischen Meisterschaftsradrennen, m denen
I A. A. Bachmann den bisher als unbesiegbar geltenden I Champion Bryning sowohl auf drei Meilen als auf funf- I undzwanzig Meilen regelrecht schlug und so die Meister- I schäft für diese Strecken an sich riß. Bachmann benutzte beide Male ein Victoria-Rad aus denVicloriafahrrad-
I merken A. G. Nürnberg und gelang es ihm nicht allein, I sich gegen hervorragende, mit feinsten englischen und ameri- I kanischen Nädern ausgerüstete Fahrer den ersten Platz zu I sichern, sondern er konnte dabei auch den bestehenden Rekord I schlagen. Der Vorzüglichkeit und Schnelligkeit der Viktoria- I Maschine, die ihm zum Siege verhalf im besonderem, und I damit dem Fabrikate des genannten Werkes im allgemeinen, I kann wohl nicht leicht ein glänzenderes Zeugnis ausgestellt
Gießener zmiilieEtn, gn h-yych-Kmdwiri, Mütter für hessische Volkskunde.
Herdbuchtieren abstammen. In diesem Falle zahlt: der: Be- I sitzer für die Weidezeit 35 Mk., wahrend der Provinzial- verein dem Unternehmer, Herrn Gutspachter von Oven, I noch 20 Mk. per Stück zuzahlt. Die Weide ist nach sach- | verständigem Urteil vorzüglich eingerichtet und breiet den jungen Tieren, außer freier Bewegung m ftischer Luft, reichliches Futter auf Kleegrasschlägen. ZugefMtert wird pro Stück der aufgetriebenen Tiere 2 Pfd. Kraftfutter und Heu nach B-bars bis 6 Pfb. Es ist zu hoffen, baß unser viehzüchtenden Landwirte durch diese neue Einrichtung des | Provinzialvereins auf eine rationellere Aufzuchtsmethode des Jungviehes hingewiescn werden, und daß mit derselben ein weiterer Fortschritt für Hebung unserer Viehzucht an- gebahnt werden l^ntdttglfllten Die Deutsche Landwirt-
, schafts-Gesellschaft giebt zum Besuch der vom 8.—13 Ium in Frankfurt a. M. stattfindenden großen allgemeinen deutschen landwirtschaftlichen Ausstellung an einem der letzten 3 Tage (Sonntag, 11. ^s Diens ag 13. Juni) ermäßigte Karten für landwirtschaftttche und industrielle Arbeiter und Aufseher aus, ble, bei Entnahme von mindestens 50 Stück zum Preise von je 30 Pfg. mi
I Empfangsraume ausgegeben werden. Die D. L. G. such so auch den aufsttebenden Arbeitern, einen Einblick m das
I umfasstnde Gesamtbild der deutschen Landwirtschaft zu ver- I Mitteln, wie es ihre Wanderausstellungen gewahren.
roelbe"$ur8 KaP-rib-rg im Elfaß. Ans Straßburg schreibt man der Frkft. Zig.: Das Verschenken elsässischer Burg, ruinen scheint epidemisch werden zu wollen. Elsässischen rreitunaen zufolge soll die reichsländische Regierung die Schloßruine Kaysersberg dem bisherigen Besitzer um 1800 Mk. abgekauft haben, um sie nach Vorrmhme mancher Ausbesserungsarbeiten dem Vogesenklub schenken. Was daran wahres ist, läßt sich vorerst nicht entscheiden Jedenfalls würde die Ruine eine Aufbesserung und sorgfältige
Unterhaltung wohl verdienen: das imposante Schloß, von dem noch die crenelierte Umfassungsmauer und der mächtige Donjon stehen, stammt nebst der Stadtmauer, die Mit dem Schloß verbunden ist, von dem Kaiserlichen Landvogt Wol- fettn, unter Kaiser Friedrich II.; im 30jährigen Kriege wurde es aufgelassen und ist seitdem immer mehr in Verfall gekommen. Mit dieser Burg ist Kaysersberg einender malerischesten Städtchen im ganzen Mfatz^ .
«on den englischen Gewerkschaften. Bis jetzt sinb nur 23 Trade Union/mü etwa 235000 Mitgliedern dem Bund beiaetreten, den die englischen Gewerkschaften Gnde Januar in Manchester zu gründen beschlossen. Darunter befinden sich u. a. die Maschinenbauer, Eisengießer, Spinner, Gas- arbeiter usw., während die bedeutenden Vereine der Kessel- | schmiede, Zimmerer und 'Bergarbeiter sich fernhalten. Der Gewerkschaftsbund soll am l9. Juli d. W erste Sitzung in London abhallen. Im ganzen sind in England 11/2 Millionen Arbeiter in 160 Gewerkverelnsverbanden
I nmanisiert. Diese machen aber nur 21 v. H. der männlichen und 12 v. H. der weiblichen Arbeiter in England aus.
I <^n Deutschland sind in den sozialdemokratischen Gewerkschaften etwa 500000 Arbeiter. Die „Köln. Volksztg.
I h?bt unterscheidend hervor, daß die englischenGewerkvereine teilweise eine große finanzielle Leistungsfähigkeit entwickeln und von I ihren Mitgliedern Opfer verlangen, zu denen sich der deutsche Arbeiter gar nicht aufschwingen kann. Die Mitglieder des Gewerkvereins der Dampfmaschinenbauer z. B. eineoer kleineren Organisationen (8500 Mitglieder) im englischen Maschinengewerbe - haben im vorigen Jahre nicht weniger als 96 Mk. auf den Kopf an die Verbandskasse emgezahlt, wobei allerdings auch Krankenkassengelder emgeschlosscn sind.
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Ausjug aus den Kirchenbüchern der Stadt Gießen.
Enangelifch - G-m-inde.
Getränte.
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Den 27. Mat. Dr. Hermann Ehrtsttan Alexander Toepfer, Emm^Schäf»! Toch^de/öÄgeN vr° Wilhelm Albert Ernst Schäfer zu Gießen.
Getaufte.
V«tthäuS gemeinde.
Den 28. Mai. Dem Tapezier Friedrich Zimmermann cm e°bn'S?6ienb9ai1^5Ü6nrmeann1^ug,S,-b ein.^i«, Emm.
°L" Lst/Lg Mich-, -in Sohn, K.r,
..n Sohn,
Hans Heinrich August Louis, sebmen dm 13. Mat.
Dm 28. Mat. Dem LaboratoriumSdtmer Max Ihle ctn Sohn, ffLfch EN,.14 eh. Sohn,
Tochtn, Antonie Eleonore Marte Regine, geboren dm 28. Sep-
I tember 1898' J-hanneSgemeinde.
Den 28 Mat. Dem Uhrmacher August Schwab ein Sohn, 6*d Frhbr.4 Schwer eh.
Sohn, Ernst Heinrich Friedrich, geboren dm 4. Mat.
Beerdigte.
MatthäuSgemetude.
Den 27. Mai. Ferdinand Hattenhauer, Werkmeister, verheiratet, I 58 Jahre alt, starb dm 24. Mat.
Den 28. Mat. Hmriett^K?hlnmann, geb. Mohr. Witwe deS verstorbenen HolzwarmhändlerS Wllhelm «ohlermann, 68 Jahre alt, I starb dm 27. Mat.
Den 27. Mai. Heinrich Eichmhauer, Mühlarzt, 46 Jahre alt, fl,tb $"n2i' N. Sltfabelt) Schieß, geb. Schrimpi, Eh-ir.u beS I Wirts Fritz Schieß, 28 Jahre alt, starb den 30. Mai^
L V Alsfeld, den 2. Juni. Die von dem landw. klo-oinzialverein für die Provinz Oberhessen errichtete Jung- äroeibe im Tiergarten bei Hungen ist gestern erastnet m-een. Es sinb bis jetzt 34 Siete ausgetrieben unb bürsten nhen nächsten Tagen wohl noch einige hmzukommen Es JlHe» bie Zahl, bie von vornherein ,ur ben Austrieb vor- Äen war Da meistens jüngere Tiere, unter ein Jahr $ auf bie Weibe geschickt worben finb unb die Futter- wttältniffe auf ber Weide außerorbentlich günstige sinb, so toten nutet Umftänben nod) einige »eitere Twre ange- nnmnen werben. Bebingung ist, daß bie bett, xtete von
ei rot InSaafniK des Flintag».
I Gießener
wntartt Anzeiger »IfiMstM viermal bnyle|L
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Gießener Anzeiger
Generäl ^in)eiger
An»tr. 2lnjeiacblatt für ließen.
Arrli«, 3. Juni. Dem Dirigenten des Berliner Lehrer- I GWailg-Dereins, Professor Felix Schmidt, ist m Aner- flfanuM seiner Verdienste um die Einrichtung des Wett- I fibnites deutscher Männer-Gesang-Vereine die Krone zum atrttr Adler-Orden verliehen worden.
6B verltn, 3. Juni. Zwischen einem hiesigen jungen Arzt urjb ebnem Amerikaner, der Medizin studiert, hat am Don- riMarj früh ein Pistolenduell stattgefundem Der 8lmeri!.aner wurde durch einen Schuß in den Oberarm
Bot ber 9. Sttafiammet bes Laub- (jitritbis I wurde heute wegen des Abdrucks der bekannten SMe lies Grafen P ü ck l e r gegen den Redakteur der "Slaats- '^>.lMi. Zig.", Wilberg, gegen den Verleger desselben Blattes, Mr. gegen den Eigentümer des „Deutschen General- . mmc»rrs", Sedlatzek, und gegen den Redakteur desselben ? lallte, Schürkümper, verhandelt. Das Urteil ging dahm, . «iß aas dem zum Abdruck gebrachten Artikel der Tha - vistaM) der Aufreizung gegeben sei. Es wurde gegen Wu- ijRrg nus 200 Mk., gegen Bruhn auf 100 Mk., gegen Schür- lüntfiar auf 200 Mk. Geldstrafe erkannt. Sedlatzek wurde s jnageiprochen. __________ ____________
Ausland.
Wie«, 3. Juni. Johann Strauß liegt im Sterben. Ai br:r Lungen-Eutzündung ist Rippenfell-Entzündung hin-


