Ausgabe 
5.4.1899 Drittes Blatt
 
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.Erzen,

Art und Fossilien, ihre Zugntemaehung, die weitere Verarbeitung der gewonnenen Produkte und der Verkauf der gewonnenen Produkte und Fabrikate.

3. Der Betrieb aller hiermit im Zusammenhang stehenden Gewerbe.

4. Die Verwaltung, Ausnutzung und Verwertung des ihr sonst gehörigen oder noch zu erwerbenden beweglichen und unbeweglichen Vermögens.

Die Gesellschaft besitzt in dem Lahn- und Dillgebiet und der Provinz «Erliessen 449 Grubenfelder, welche auf Eisenerz und zum Teil noch auf Mangan 1 |od Kupfererz verliehen sind, mit einem Gesamtflächeninhalt von über 500000000 qm. 4 Miserdem ist sie in gewerkschaftlichem Verhältnis an 76 Eisensteinfeldern mit itäem Gesamtächeninhalt von 57 000000 qm zumteil mit % zumteil mit % ikeüigt

In Betrieb stehen zur Zeit 20 Gruben, welche zusammen einen Flächen­inhalt von rund 17 500000 qm haben.

Seit dem Jahre 1896 sind die Aufschlussarbeiten in dem ausgedehnten Jrobenbesitz der Buderusschen Eisenwerke in grösserem Umfange wieder auf- ipnommen worden. Auch die Ausgestaltung und Vervollkommnung der technischen .Anlagen der im Betrieb befindlichen Gruben ist in umfassender Weise bewirkt morden. Für das Jahr 1899 sind umfangreiche Aufschluss- und Vorrichtungs- ikrbeiten vorgesehen.

Ursprünglich besass die Gesellschaft vier Hochofenwerke und zwar die : Sophienhütte bei Wetzlar, die Georgshütte bei Burgsolms, die Margaretenhütte bei i Biessen, die Mainweserhütte bei Lollar.

Die Mainweserhütte ist laut Kaufvertrag vom 20. Juli 1895 an die Actien- IEisenwerke Hirzenhain und Lollar verkauft worden.

Die ausserordentliche Hauptversammlung vom 2. Juni 1896 hat für die " i Island Setzung der Gruben- und Hochofenanlagen Aufwendungen in Höhe von 1 400000 bewilligt. Die beschlossenen Umbauten wurden Ende 1897 in der IBinptsache vollendet.

Auf der Sophienhütte kamen die beiden um gebauten Oefen im September |>ezw. November 1897 wieder in Betrieb. Die durchschnittliche Leistungsfähigkeit lies Ofens 1 beträgt arbeitstäglich 90 t und diejenige des Ofens H 70 t. Jeder Ofen Ibesitzt 4 steinerne (Cowper) Winderhitzer. Vier Gebläsemaschinen sind vor- ] Mindern. Im Jahre 1897 hat die Pumpenanlage eine wesentliche Vermehrung und ' Verbesserung erfahren. Dasselbe gilt von der Kesselanlage. Die Giesshallen 'Mrdeu vergrössert und die Schlackenabfuhr wesentlich vereinfacht und verbilligt. IDti Büttenbahnhof erfuhr eine entsprechende Erweiterung. Im Mai 1897 ist die nmit einem Kostenaufwande von Mk. 180000 erbaute 5,2 km lange Seilbahn, welche oiie Grube Amanda mit der Sophienhütte verbindet, in Betrieb gekommen. Durch oliese Anlage wurde eine bedeutende Ersparnis in den Erzanfuhrkosten herbei- gf efülir t. . .

Die Georgshütte besitzt drei Hochöfen, von denen z. Z. zwei im Feuer rjeheu und mit je 4 steinernen (Cowper) Winderhitzern ausgerüstet sind. Bei den c derzei tigen maschinellen Einrichtungen der Georgshütte können nur immer 2 Oefen l gleichzeitig betrieben werden. Jeder Ofen besitzt eine Leistungsfähigkeit von i.jbeitetäglich 70 t. . .

Die Hütte besitzt 3 Gebläsemaschinen, von denen die jüngste im Juni 1897 i a Bettrieb gekommen ist. Der Hüttenbahnhof wurde umgebaut und erweitert. .Inch die Schlackenabfuhr der Georgshütte wurde vereinfacht und verbilligt. Am ... April d. J. wird Ofen I niedergeblasen zum Zwecke der vorgesehenen Neu- /risklllung. Der Ofen kommt anfangs Juli d. J. wieder in Betrieb.

Die Margarethenhütte, auf welcher sich ein Hochofen mit 2 Gebläse- i mscbiinen, den erforderlichen Pumpanlagen und eisernen Winderhitzern befindet, Man 1. März 1898 niedergeblasen worden, weil diese Ofenanlage am teuersten arbeitete und die erhöhte Leistung der übrigen Oefen genügte, um die derzeitige Nachfrage zu decken.

Fast sämtliche technische Anlagen der Hütten erfuhren in den letzten 2! Jahren Verbesserungen und Vervollständigungen.

Auf den Hütten in Wetzlar und Burgsolms ist die Schlackenstem-Er- zeoiiEig im grossen Umfange eingerichtet.

Zur besseren Verwertung der Schlacken wurde ausserdem der Bau einer Ftartlandcenientfabrik, die vorläufig jährlich 100 000 Fass Portlandcement her- s siillen soll, auf der Sophienhütte im vergangenen Jahre begonnen. Die Gebäulich­

keiten sind bereits fertig gestellt, mit der Montage der Maschinen ist begonnen worden. Der Betrieb wird voraussichtlich im August dieses Jahres eröffnet werden.

Die Hütten stellen in der Hauptsache Giesserei-Roheisen her. Die Er- zeugungsfahigkeit der Sophienhütte und der Georgshütte zusammen beläuft sich auf jährlich 110 000 Tonnen. Der grösste Teil des Erzbedarfes wird aus der Förderung der eigenen Gruben gedeckt, der Rest der erforderlichen Erzmengen wird bei benachbarten Gruben angekauft. Ein Teil der eigenen Erze, der sich für die Erzeugung von Giesserei-Roheisen nicht eignet, findet z. Z. zu befriedigen­den Preisen anderweitig Absatz. Den erforderlichen Kalkstein liefern die eigenen oder gepachteten, nahegelegenen Brüche, während der Koks vom Westfälischen Koks-Syndikat gekauft wird.

Ueber den Rechnungsabschluss und die Gewinnverteilung ist in den §§ 25, 26 der Satzungen Folgendes bestimmt:

Das Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr. Für die Aufstellung der Bilanz kommen die Bestimmungen des Allgemeinen Deutschen Handelsgesetzbuchs zur Anwendung. Der Aufsichtsrat bestimmt im Einvernehmen mit dem Vorstand, ob an Anlagen und sonstigen Gegenständen, welche dauernd zum Geschäftsbetriebe der Gesellschaft bestimmt sind, an dem Anschaffungs- oder Herstellungspreise* beziehungsweise an dem bereits unter diesem Preise stehenden Buchwerte der der Abnutzung gleichkommende Betrag in Abzug gebracht, oder ob ein der Ab­nutzung entsprechender Erneuerungsfonds in Ansatz gebracht beziehungsweise der bestehende Erneuerungsfonds entsprechend erhöht werden soll.

Der bilanzmässige Reingewinn ist wie folgt zu verwenden:

1. Der zwanzigste Teil des Reingewinnes ist dem gesetzlichen Reserve­fonds zuzuweisen, solange der letztere den zehnten Teil des Aktien­kapitals nicht überschreitet.

2. Von dem alsdann verbleibenden Ueberschusse erhält der Vorstand bis zu 5% Tantieme nach Maassgabe der betreffenden Anstellungsverträge.

3. Hierauf erhalten die Aktionäre bis zu 4% Dividende.

4. Von dem übrigbleibenden Betrage bezieht der Aufsichtsrat 10% als Tantieme.

5. Der Rest des Reingewinnes steht zur Verfügung der Generalversammlung. Die Zahlung der Dividende erfolgt spätestens 14 Tage nach der Festsetzung. Ueber die Verwendung etwaiger Spezialreserven zu den Zwecken, zu welchen sie gebildet wurden, beschliesst der Aufsichtsrat, insofern nicht bei Bildung der betreffenden Spezialreserve die Generalversammlung sich die Verfügung über dieselbe ausdrücklich Vorbehalten hat.

Für die Jahre 1890 bis 1895 einschliesslich wurde bei einem Aktienkapital von Mk. 12000000 keine Dividende verteilt. Auch für das Jahr 1896, in welchem das Aktienkapital aus Mk. 8 000 000 und zwar Mk. 4 000 000 Vorzugsaktien und Mk. 4000000 Stammaktien bestand, gelangte eine Dividende nicht zur Auszahlung, weil von dem erzielten Reingewinn Mk. 203 169, auf neue Rechnung vorgetragen und im Jahre 1897 zur Deckung der Kosten der Umwandlung der früheren 5 %igen Hypothekar - Anleihe in eine 4 %ige mit verwendet wurde. Für das Jahr 1897 wurde eine Dividende von 6% mit Mk. 240 000 auf die Vorzugsaktien bezahlt. In der am 15. März d. J. stattgehabten ordentlichen Generalversammlung wurde beschlossen, eine Dividende von 6% auf Mk. 4 000 000 Aktien Lit. B. für das ganze Jahr und 6°/0 Dividende auf Mk. 2 000 000 Aktien Lit. A. für das halbe Jahr nach Ablauf des am 17. Juli 1899 endenden Sperrjahres zu zahlen. Der Gesamtbetrag der Dividende stellt sich hiernach auf Mk. 300 000.

Das Betriebskapital der Gesellschaft war in der Zeit bis 1896 unzulänglich, sodass das Unternehmen, abgesehen von dem durch die ungünstige Konjunktur verminderten Bruttoerträgnis, durch die Höhe der aufzuwendenden Zinsen stark belastet war. Durch die im ersten Halbjahr 1896 durchgeführte Reorganisation flössen der Gesellschaft Mk. 3500000 bares Geld zu und gelang es, nicht nur die Zinsen um die Hälfte, sondern auch die allgemeinen Unkosten um ein Drittel für das Jahr 1896 zu vermindern.

Durch Beschluss der ausserordentlichen Generalversammlung vom 2. Juni 1896 wurden für Instandhaltung der Gruben und Hochofenanlagen Aufwendungen in Höhe von Mk. 1 400 000 aus den durch die Reorganisation gewonnenen Bar­mitteln bewilligt und dadurch eine wesentliche Steigerung der Betriebsüberschüsse herbeigefführt.

Vergleiche die Tabelle am Schluss.

Vtato'gen.

Rechnungs-Abschluss am 31. Dezember 1898.

V erbindlichkeiten.

Glrmbo-nberechtsame . .

Abgang

Mk.

9 141 000,

100,

9 140 900

4

X

4

Aktien Kapital Lit. A..............

, B...............

X 2 000 000 4 000 000

2jjJ

X

6 000 000

I

IdEilksteinbrüche . . . .

Zugang

Mk.

20000,

14 111,29

34111

29

Anleihe von 1894, Rest .............

2% Aufgeld...........

25 300

506

25 806

Uml'tnHeilbabnen

200 000

Anleihe von 1897 ................

6 500 000

500 000

6 000 000

9 375 011

2340339

ab: noch nicht begeben..............

alb ansserordentl. Abschreibung am 5./7. 98. .

. . a a

Besondere Rücklage für Erneuerungen.....

Ausserordentliche Zuwendung aus der Kapital-Herabsetzung .

414 145

200 000

28

7 034 672

185 562

29

alb: Abschreibung am 31/12.

98 .

a a a *

87

6 849 109

42

ab: Verwendung in 1898: Bauten a. Georgshütte.......Mk. 118 887,49

Sophienhütte ....... 47 531,95

Aufschluss- und Vorrichtungs-Arbeiten in den Gruben.......... 134 316,20

614 145

28

H»h«)fenanlagen . -

G Irindstücke......

Mk.

540 000,

123 37

539 876,63

40 050,50

254 500,

2 029 850

1189 000

230 000

300 735

64

Abgangs

Zugang_

Mk.

Beitrag für Erneuerungen auf Georgshütte......

313 409

100000

64

413 409

64

Wb ibn angen.......

Hlmterthorbrücke ....

Mk.

579 927

13

lTnterstütznngskasse ..............

Rücklage für Aussenstände...........

Gesetzliche Rücklage Schulden, Anleihezinsen v. 1./10. bis 31/12. 98......

Schulden in laufender Rechnung...........

15 600

10 000

26 409

Abgang

300

254 200

30 000

59 980

20

4 312 977

13

97 884

66

157 864

66

A asserordentliche Abschreibung am

5./7. 98

154 997

Bürgschaften..................

Reingewinn...................

226 700

_

4 157 980

13

4 051003

98 034

359 124

40

Abschreibung am 31./12. 98

106 977

13

23

13 234 913 ! 90

Celetio ntwerk Zugang . . .

Gferät.e.........

A asserordentl. Abschreibung

Zugang_

Mk.

Mk.

74 580

4 705

79 285,

4 664,

74 621

___

10 998 146

67 161

65

A »Schreibung am 31./12. 98

7 460

Gewinn-Verteilung:

Vihwine an Rohstoffen und Waren:

Roheisen............

Schlackensteine..........

Euze..............

Kalksteine............

Retriebswaren..........

293 370

31420

181 212

3315

70 209

44 531

1 1 1 1 1 1

624 057

5 201 13037 77 056

1223 553

Vertrag- und satzungsmässige Gewinn-Anteile......X 26 622,12

Gesetzliche Rücklage 5 % von X 349 294,81 ....... 17 464,74

6% Gewinn-Anteil auf X 2 000 000 Aktien Lit. A für ein halbes

Jahr................... 60 000,

6°/e Gewinn-Anteil auf X 4 000 000 Aktien auf Lit. B . . . 240 000, Belohnungen an Beamte.............. 6 000,

Vortran auf neue Rechnung.............. 9 037.54

Wertpapiere........

Äiaiteiiibestand.......

Wfwhsel bestand.......

A'leisemstande: Bankguthaben . .

Guthaben in laufender Rechnung .

.....

569 264

654 289

82

91

49

85

X 359 124,40

226 700

13 234 913

90

M»