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v. Stolzenberg. Um 121/? Uhr fand im Schlöffe Früh- stückstafel statt, woran die Allerhöchsten und Höchsten Herrschaften nebst Gefolge, sowie der Kaiser!. Russische Staatsminister Graf Murawjew Exz. und Fürst Tolstoi teilnahmen. Die Rückreise der hohen Gäste erfolgt im Laufe des Nachmittags.
△ Groß-Umstadt, 2. November. Der neuernannte Direktor der hiesigenReal - undLandwirtschafts- schule Herr Dr. Lahm, bisher zu Gernsheim, wurde bereits feierlich in seinen neuen Dienst eingewiesen. Sämtliche Lehrer und Schüler der Anstalt wohnten dem Akte bei. Ansprachen hielten die Herren Geheime Oberschulrat Nod- nagel-Darmstadt, Direktor Dr. Lahm und Neallehrer Prof. Dr. Heil. Die Zöglinge verherrlichten den Einweisungsakt durch den Vortrag sinniger Chorgesänge.
Mainz, 3. November. Bischof Dr. Paul Leopold Haffner ist gestern abend infolge eines Schlaganfalles gestorben.
A Mainz, 3. November. Die' Beisetzung des gestern verstorbenen Bischof Haffner erfolgt am Montag.
Mainz, 2. November. Ein Heeresunsicherer. In Frankfurt a. M. hatte sich am Montag ein Heeresunsicherer der Militärbehörde gestellt, um seiner Militärpflicht nachträglich zu genügen. Er wurde dem hiesigen 1. Nass. Jnf.- Regt. Nr. 87 zugeteilt und ein Sergeant beauftragt, ihn hierher zu bringen. Auf dem Wege zur Bahn kehrten die zwei aber zuerst mit noch einem Freunde in einer Wirtschaft ein, von wo aus der Heeresunsichere Gelegenheit nahm, sich erst noch einmal rasieren zu lassen. Damit fertig, verfehlte er den Sergeanten und stand nun ratlos da. Der Sergeant hatte angenommen, daß der Heeresunsichere, weil sein Weg- bleiben zu lange dauerte, wieder die Flucht ergriffen hätte, und meldete in diesem Sinne seiner Behörde. Der junge Mann hatte aber gar nicht so schlimme Gedanken gehabt, sondern er setzte sich auf die Bahn, fuhr nach Kastel und stellte sich dort noch einmal freiwillig der Militärbehörde. Er gehört jetzt der 9. Kompagnie des obenerwähnten Regimentes an.
Boubaden, 2. November. Eine erhebende Feier hat heute in unserem Dorfe stattgefunden. Herr Lehrer Schneider trat nach vollendeten 45 Dienstjahren in den wohlverdienten Ruhestand. Fast die sämtlichen Kollegen der Konferenz Braunfels, darunter auch ein ehemaliger Schüler aus weiter Ferne, Herr Rektor Rehorn aus Ohligs, hatten sich um ihren werten Senior versammelt und nahten, wie auch die Frauen des Dorfes, mit kostbaren Geschenken.
Vermischtes.
* Berlin, 2. November. Zu der in Bonn erfolgten Verhaftung des Wilhelm Nonn wegen Ermordung der Luise Günther wird der „Voss. Ztg." von dort gemeldet: Der Verhaftete stand lange Zeit bei dem ermordeten Valentini in Arbeit; man hat ihn auch wegen dieser That in Verdacht.
* Berlin, 2. November. Die Agitation gegen die wissenschaftlichen Tierfolterungen wird jetzt in Berlin mit allem Hochdruck betrieben. Der „Weltbund zur Bekämpfung der Vivisektion" hat sie hier in die Hand genommen. Kürzlich hatte der „Weltbund" (Abteilung Berlin) eine große Versammlung veranstaltet (bei Buggenhagen), die von mehr als tausend Personen besucht war. Reichstagsabgeordneter Professor Förster sprach gegen die Tierquälereien. Neu ist wohl, daß auch in den Dienst dieser Sache Lichtbilder gestellt werden. Sie sind freilich von durchschlagender Wirkung. Die Bilder waren nach Illustrationen bekannter physiologischer Lehrbücher hergestellt. Aufgespannte Vögel, angeschnittene Hunde, Kaninchen, die langsam verbrannt werden, im Hals durchstochene Schafe, ein grausam gemartertes, mit dem Kopf nach unten hängendes Pferd — alles zog in schauerlicher Deutlichkeit an den Augen der Zuschauer vorüber. Die Regierung ist bis jetzt unthätig geblieben gegen die Greuel, rief Professor Förster aus, jetzt muß die öffentliche Meinung auf den Plan. Was ist aus der vom Kultusminister Boffe versprochenen strengen Untersuchung gegen den Breslauer Sanitätsrat Reißer geworden, der unschuldigen Menschen Syphilisgift eingeimpft hat? Die Oeffentlichkeit hat ein Recht darauf, näheres zu erfahren! (Lebhafter Beifall.) Mit Recht regt man sich über die haarsträubende Roheit auf, mit der soeben im Tiergarten Werke der Kunst beschädigt worden sind. Und wenn dies von Medizinern an menschlichen Versuchsobjekten geschieht? Und ob die Vivisektion auch einen gewissen Nutzen hätte für die Wissenschaft — sie muß unter das Wort gestellt werden: „Was hülfe es dem Menschen, so er die ganze Welt gewänne und nähme doch Schaden an seiner Seele?" (Lebhafter Beifall.) Jede Teufelei und Roheit soll erlaubt sein, (weil es die Wissenschaft fordert? Und das nennt man Freiheit? Freiheit des Gedankens und der Worte wird niemand der Wissenschaft streitig machen. Aber Freiheit des Handelns? Das wäre Strauchdiebmoral! (Lebhafter Beifall.) Zum Schluß nahm die Versammlung einstimmig eine längere Erklärung an, die sich gegen die wissenschaftliche Thierquälerei ausspricht. Der Vorstand wurde beauftragt, die Erklärung d-er Königlichen Staatsregierung 'einzureichen.
Hamburg, 2. November. An Bord des Glasgower- Dampfers „Snippe" fand gestern beim Löschen der Ladung eine Kessel-Explosion statt, wodurch das Deck zertrümmert wurde. Die umherfliegenden Wrackslücke richteten i:nt Maschinenraume mannichfachen Schaden an. Ein Mann teer Besatzung wurde getötet, ein anderer schwer verletzt.
* Meißen,31. Oktober. Ein gefährliches Spiel- zzeug. In der Werkstatt des Kupferschmiedemeisters Thum e:x Plädierte gestern ein kleiner, auf vier Atmosphären berechneter Dampfkessel, der als Kinderspielzeug dienen jioüte, flog dem dicht dabeistehenden Meister an den Kopf, . iß diesen mit furchtbarer Gewalt vom Rumpfe und schleuderte
ihn durchs Fenster 12 Meter in den Hof hinaus. Thum hatte den Kessel auf seinen Druckwiderstand Prüfen wollen und deshalb an das offene Herdfeuer gestellt. Der erst 41jährige Mann, der übrigens schon ein Bein verloren hatte, hinterläßt eine Witwe mit vier Kindern.
* Rom, 2. November. Eine Weltausstellung in Rom. Wie italienische Blätter erzählen, trägt man sich in Italien mit der Absicht, in der Ewigen Stadt im Jahre 1910 eine internationale Weltausstellung zu veranstalten, gegen welche die Pariser Weltausstellung von 1900 das reine Kinderspiel sein soll.
* Paris, 2. November. Der Expreßzug Paris- Bordeaux stieß heute bei der Station Thouars mit einem Güterzuge zusammen. Zwei Personen wurden getötet, zahlreiche verletzt. Dem bonapartistischen Deputierten d'Ornano wurden beide Beine zermalmt.
Kirchliche Nachrichten.
Evangelische Gemeinde.
Sonntag den 5. November. 23. nach Trinitatis.
Reformationsfest.
Gottesdienst.
In der Stadtkirche.
Vormittags 9«/, Uhr: Pfarrer Schlosser.
Vormittags 11 Uhr: Militärgottesdienst. Pfarrer Dr. ©rein.
Nachmittags 5 Uhr: Pfarrer Dr. Grein.
Beichte und heil. Abendmahl für Matthäus- und Markus- gemeinde. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.
Konfirmandensaal, Kirchstratze.
Vormittags 11 Ubr: Kinderkirche für die Mattbäusgemeinde. Pfarrer Schlosser.
Die Knaben versammeln sich im unteren, die Mädchen im oberen Saale. Vorbereitung Samstag um 3 Uhr im oberen Saale.
Nächsten Sonntag, den 12. November, findet im Hauptgottesdienst die ordentliche Kirchenvisitation durch Herrn Prälat D. Habicht statt. Dabei wird auch eine Prüfung der Neukonfirmierten aus der Matthäus- und Markusgemeinde vorgenommen, wozu zu erscheinen diese hiermit aufgefordert werden. Behufs Anweisung der Plätze sollen sie sich auch schon an diesem Sonntag, den 5. November, nach dem Vormittagsgottesdienst auf den Konfirmandenbänken einfinden.
Donnerstag den 9. November, abends 8 Uhr, Bibelstunde in dem Konfirmandensaal (Kirchstraße): 2. Brief Pauli an die Korinther. 2. Kap. Pfarrer Schlosser.
In der Johanneskirche.
Reformationsfest und Kirchenvisitation für die Lukas- und Johannesgemeinde.
Vormittags 91/, Uhr: Pfarrer Euler.
Herr Prälat D. Habicht hält eine Ansprache an die Gemeinde, und nimmt dann die Religionsprüfung der Neukonfirmierten vor.
Die Neukonfirmierten aus der Lukas- und Johannesgemeinde werden aufgefordert, im Vormittagsgottesdienst zu erscheinen und die Konfirmandenplätze einzunehmen.
Nachmittags Vs3 Uhr: Kindergottesdienst für die Johannesgemeinde. Pfarrer Dr. Naumann.
Nachmittags 5 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann.
Beichte und heil. Abendmahl für die Lukas- und Johannesgemeinde. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.
Nach allen Gottesdiensten Kollekte für die Gustav-Adolf- Stiftung.
Montag den 6. November, abends 8 Uhr: Bibelstuude im Konfirmandensaal der Johanneskirche. 1. Thessalonicherbrief. Kap. 2. Des Apostels freudiges und lauteres Wirken in der Gemeinde. Pfarrer Dr. Naumann.
Katholische Gemeinde.
Samstag den 4. November.
Nachmütags um 4% Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beichte.
Sonntag den 5. November. 24. Sonntag nach Pfingsten. Vormittags von 6Vi Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beicht.
„ um 7 Uhr: Die erste heil. Messe;
vor und in derselben Austeilung der heil. Communion;
, um v Uhr: Die zweite heil. Mesie;
„ um 9i/g Uhr: Hochamt mit Predigt.
Nachmittags um 5 Uyr: Christenlehre: darauf Andacht für die Abgestorbenen.
Gottesdienst in der Synagoge.
Samstag den 4. November 1899.
Vorabend 4" Uhr, morgens 9 Uhr, nachmittags 3 Uhr Schrifterklärung, Sabbathausgang 5« Uhr.
Handel und Umkehr. Volkswirtschaft.
Frankfurter Börse vom 2. November.
Wechsel auf New-York zu 4.191/2-201/?.
Prämien auf Kredit per ult. November 1.757-, do. per ult. Dez. 3.207 , Diskonto Kommandit per ult. Nov. 1.407 , do. per ult. Dez. 2.557o, Lombarden per ult. Nov. 0.75%, do. per ult. Dez. 1.15%, Staatsbahn per ult. Dez —.—%•
Notierungen: Kreditaktien 232.10, Diskonto-Kommandit 192.90-193.20-193,Staatsbahn 142.80-143.30, Gotthard 143.50.60, Lombarden 38-33.10, Ungar. Goldrente 97.80, Italiener 92.80, Sprozentige Mexikaner —.—, 3proz. Mexikaner 25.70, Oesterr. Coupons 84%, Amerik. Coupons 4.18%, Privat-Diskont 5%% G.
1% bis 2% Uhr: Kredit 232.20-231.70 Diskonto Kommandit 193-192.60, Staatsbahn 143.10-142.90, Lombarden 33.10-33, Bochum 258.60-80-30.
Kartoffeln.
Magdeburg. Eßkartoffeln 450 bis 5.00 Mk. für 100 Kilo. — Stettin. Kartoffeln 3.20 bis 3.80 Mk. für 100 Kilo. — Nordbausen. Kartoffeln 4.50 bis 5.00 Mk. für 100 Kilo. — Konstanz. Kartoffeln 1.00 Mk. für 20 Liter. — Freiburg. Kartoffeln 0.80 Mk. für 20 Liter. Offenburg. Kartoffeln 0.80 Mk. für 20 Liter. — Karlsruhe 0.80 Mk. für 20 Liter. — Mannheim. 3.55 bis 4.00 Mk. pro Ctr. — Ludwigshafen. 2.85 bis 3.50 Mk. pro Ctr. -- Frankenthal. 5.00 bis 6.00 pro 100 Kilo. — Landau. 3.10 Mk. pro Ctr. — Stuttgart. 3.00 bis 3.30 pro Ctr.
— Petroleum. Amerika hat die Preise für Pettoleum wieder erhöht, trotzdem das Geschäft sehr träge war. Unsere vor Wochen schon ausgesprochene Vermutung, daß die, Preise noch bedeutend in die Höhe gehen werden, bewahrheitet sich somit.
Ärmste Meldungen.
Depeschen deS Bureau „Herold".
Berlin, 3. November. Der Bundesrat nahm dem „Lokal-Anzeiger" zufolge in seiner gestrigen Sitzung die Mitteilung des Staatssekretärs Tirpitz entgegen, daß eine neue Marine-Vorlage ausgearbeitet werde und dem Bundesrat demnächst zugehen soll. Der Staatssekretär machte nur Mitteilungen über die Grundzüge der
Vorlage, wie sie das Marine-Programm vor einigen Tagen veröffentlicht. Ein Meinungsaustausch fand nicht statt. Der Vortrag war auch nicht bestimmt, einen solchen hervorzurufen, sondern entsprach im wesentlichen einer Formalität. Die Vorlage wird namens des Reichskanzlers an den Bundesrat gelangen. Dem Reichstage wird sie schwerlich vor Mitte Januar zugehen. Der Staatssekretär v. Bülow wohnte der gestrigen Sitzung des Bundesrats nicht bei.
Rom, 3. November. Das Blatt „Roma" beglückwünscht die Buren zu ihrem Siege über die Engländer und hofft, daß die Buren das Joch der Engländer vollständig abschütteln werden.
Lüttich, 3. November. Der hier ausgebrochene Gruben- arbeiter streik ist beigelegt, nachdem die Grubenbesitzer den Arbeitern eine Lohnerhöhung von 5 Prozent zugebilligt haben.
Paris, 3. November. Infolge eines Zusammenstoßes zweier Straßenbahnwagen wurden 18 Personen, darunter einige schwer, verletzt.
Paris, 3. November. Ein Telegramm aus Beirut berichtet, daß das französische Mittelmeergeschwader unter dem Befehl des Admirals Fournier gestern abend im dortigen Hafen eingetroffen ist. Das Geschwader verbleibt zwei Wochen in diesem Hafen.
Vom Kriegsschauplatz.
Loudon, 3. November. Nach einer Meldung aus Kapstadt haben die Nachrichten von einem Siege derBuren bei Ladysmith dort große Aufregung hervorgerufen. Die Afrikander verhehlen ihre Freude hierüber nicht. Gouverneur Millner ist über ihre Haltung beunruhigt. In den Kämpfen bei Ladysmith verlor General White ungefähr 3500 Mann an Toten, Verwundeten und Gefangenen. Ein Sieg wurde durch die Freistaat-Buren errungen, unter dem Befehl des Generals Lukas Meyer, welcher sich Colensos bemächtigte, und so dem General White den Rückzug abschnitt. White soll verwundet sein. Die Einschließung von Ladysmith ist eine vollständige. Die Buren haben sich der Eisenbahn nach Pietermaritzburg und Durban bemächtigt. — Vom westlichen Kriegsschauplatz wird gemeldet, daß Mafe- king fest eingeschlossen ist, und daß die Ausfälle der Engländer durch die Buren siegreich zurückgeschlagen werden. Die Uebergabe der Stadt ist zu erwarten. Ferner wird bestätigt, daß die Freistaatburen sich Colensos bemächtigt haben. Vorbereitungen von Truppenbewegungen werden in De Aaar, dem Eisenbahnknotenpunkt südlich von Kimberley gemacht. Es liegt die Möglichkeit vor, daß die Truppen des Generals Buller sich dort konzentrieren werden, um von mehreren Seiten den Oranje-Freistaat anzugreifen.
London, 3. November. Das Kriegsministerium gab gestern abend um 11 Uhr folgende Depesche aus: Der Gouverneur von Natal benachrichtigte das Kolonialamt, daß seit 2'/, Ühr heute nachmittag die telegraphische Verbindung mit Ladysmith unterbrochen ist.
London, 3. November. Aus Durban wird berichtet, der Natal-Merkur bringt eine Meldung über einen Ar- tilleriekampf, welcher am vergangenen Montag bei Ladysmith stattgefunden hat. Dem Korrespondenten dieses Blattes zufolge, nahmen 42 englische Geschütze an diesem Kampfe teil. Besonders die Marine-Artillerie hat durch ihr Feuer großartige Leistungen erzielt.
London, 3. November. Im Kriegsamte ist über einen angeblichen neuen Sieg der Buren bei Colenso nichts bekannt. Einzelnen Blättermeldungen zufolge, sollen die Verluste der Engländer bei diesem Treffen fast ebenso bedeutend gewesen sein, wie bei Ladysmith, jedoch heben andere Zeitungen hervor, daß die Nachricht von der Schlacht bei Colenso nur ein Gerücht sei. „Daily Chronicle" und „Morning Post" geben der Befürchtung Raum, daß ein solcher Sieg der Buren bevorstehe, da er schwer zu vermeiden sei.
London, 3. November. Der „Daily Mail" wird aus Durban telegraphiert: Die Burentruppen durchziehen das Zulu-Land, überall die Buren-Flagge hißend.
London, 3. November. Aus Aldershot wird gemeldet, daß außer der beabsichtigten Entsendung einer weiteren Division sogar die Expedition eines zweiten Armee- Korps bevor steht. Der 10. November wird als Mobilmachungstermin bezeichnet. Der Kreuzer Minerva hat Befehl erhalten, nach Sheerneß abzugehen, um dort einem besonderen Geschwader zugeteilt zu werden.
London, 3. November. Es steht nunmehr fest, daß eine Intervention des Zaren in dem jetzigen afrikanischen Kriege bevorsteht. Der Zar wird sich durch die im Haag getroffenen Konventionen und Protokolle dazu befugt sehen und diesen Schritt unternehmen, wenn er nach Rußland zurückgekehrt sein wird. Der Zar ist der Unterstützung von Deutschland und Frankreich sicher.
Schiffsnachrichten
Telegraphischer Schiffsbericht der „Red Star Linie" Antwerpen.
Der Postdainpfer „Friesland" der „Red Star Linie," in Antwerpen, ist laut Telegramm am 1. November wohlbehalten in New- 9)ort angekommen.
Der Hauptgewinn von 100,000 Mark der Wohlfahrts-Lotterie fiel bekanntlich einem Gastwirt in München zu und kam in gute Hände. Dieselben hohen Treffer, nämlich 100,000 Mk., 50,000 Mk., 25,000 Mk., 15,000 Mk. u. s. w. muffen wieder gewonnen werden in der 3. Wohlfahrts-Lotterie zu Zwecken der Deutschen Schutzgebiete. Die Ziehung findet bereits am 25., 27., 28., 29. und 30. November öffentlich im Ziehungssaale der König!. Preußischen Staatslotterie zu Berlin statt und erfolgt die Auszahlung der Gewinne sofort nach Erscheinen der amtlichen Gewinnliste. Diese beliebten Wohlfahrts-Lose sind zum amtlichen Preise von 3 Mk. 30 Pfg. im ganzen deutschen Reiche bei allen Losverkaufstellen erhältlich oder durch das General-Debit „Ludwig Müller & Co.", Bankgeschäft in Nürnberg-München-Berlin.


