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verschiedenartigen Kassen ist namentlich die Anlage von zahlreichen Kolonien gut eingerichteter, billiger Arbeiterwohnungen mit zugehörigem Gartenland zu erwähnen. Die gesteigerte Kaufkraft der Arbeiterbevölkerung machte sich im geschäftlichen Leben recht bemerkbar; es wurden in den Detailgeschäften von den Arbeitern nicht nur mehr, sondern auch bessere Waren eingekauft. Diese Verbesserung der Lebenshaltung der Arbeiter ist eine sehr erfreuliche Erscheinung in der gegenwärtigen Aufschwungsperiode, leider nutzt ein großer Teil der Arbeiter die für sie so günstige Konjunkur nicht aus, die höheren Löhne veranlassen dieselben zu einer Verringerung der Arbeitszeit, indem sie wiederholt Schichten ausfallen lassen und namentlich an den Montagen vollständig feiern. So kommt es, daß im Bergbau und auch in anderen Industrien über sinkenden Arbeitseffekt geklagt wird.
zurücklegten. Punkaharju ist mit dem Festlande durch Brücken und eine Fortsetzung des engen Felsengrates verbunden, so daß man längere Zeit wie auf einem schmalen, mit Tannen und Laubbäumen besetzten Gebirgskamme einherfährt, und rechts und links auf das tief unten brandende Wasser hinabschaut, während in der Ferne zu beiden Seiten das reizvolle Panorama des Saima-Sees sich ausbreitet. Als wir in Nyslott anlangten, war der Dampfer schon zur Abfahrt bereit, und fort ging es, weiter in den Saima-See hinein.
Die Fahrt von Nyslott nach Kuopio, die fast zwölf Stunden dauert, ist wenig lohnend. Das landschaftliche Bild, das der nordwestliche Teil des Saima-Sees bietet, ist dasselbe, das der Reisende schon auf der Strecke bis Nyslott kennen gelernt hat, nur die Dimensionen werden, je mehr man nach Norden kommt, desto größer, wilder und romantischer. Das Geheimnis der Naturschönheiten Fin- lands beruht überhaupt zum größten Teile lediglich auf dem Wechsel der Dimensionen. Der Charakter des Landes bleibt sich fast überall gleich, und Granit, Wald und Wasser bilden seine Bestandteile; die Zusammenstellung dieser Bestandteile aber ist von höchster Mannigfaltigkeit und schafft alle nur denkbaren landschaftlichen Bilder, vom sonnigen, poesiedurchwebten, gleichsam in verzaubertem Schlafe ruhenden Idyll bis zur wilden, von tausenden Wassern durchbrausten, schauerlich schönen Gebirgspartie, und wenn das Auge glaubt, das Schönste gesehen zu haben, so kann man sicher sein, daß sich trotzdem immer noch Punkte finden, die doch noch schöner, mindestens großartiger find.
Diese Empfindung hat man nirgendwo so stark, wie auf der Fahrt durch den mittleren und nordwestlichen Teil des „Sees der tausend Inseln", wie der Saima im Volksmunde und im Liede genannt wird. Aber dennoch ermüdete mich das Einerlei, und die große Hitze des Tages und die eintönig plätschernden Wellen thaten ein übriges, um mich ein wenig zu ernüchtern. Die Kanäle und Schleusen bei
Mates and ProvinMes.
-e. Neu-Ulrichstein, 1. September. Monatsbericht der Arbeiter-Kolonie Neu-Ulrichstein für den Monat August 1899. Am 31. August 1899 befanden sich in der Kolonie 24 Mann. Dieselben verteilen sich: 1. Nach der Geburt: Großherzogtum Hessen 4, Großherzogtum Baden 2, Königreich Bayern 2, Regierungsbezirk Kassel 1, Regierungsbezirk Wiesbaden 5, Provinz Ostpreußen 2, Provinz Brandenburg 1, Königreich Sachsen 4, Provinz Schlesien 1, Provinz Hannover 1, Thüringen 1. 2. Nach dem Gewerbe: Arbeiter 9, Gärtner 1, Hutmacher 1, Kaufleute 2, Kellner 1, Kürschner 1, Schneider 3, Schreiner 1, Schuster 3, Schlosser 1, Weißgerber 1. Die Kolonie zählte im August 1899: 732 Verpflegungstage, 635r/z Arbeitstage, 47 Krankentage, 49‘/2 Sonntage. Im Monat August 1899 wurden entlassen: Wegen Krankheit 1, Stelle durch die Kolonie. 1, wegen Arbeitsscheu 1, auf eigenen Wunsch 2. Seit Bestehen der Kolonie wurden ausgenommen 3608, entlassen 3584, bleibt Bestand 24 Mann.
Alsfeld, 29. August. Den steinernen Riesen am Fulder- thor, dessen imposantes Aeußere unserer Stadt unstreitig zur Zierde gereicht, der Leonhardsturm, umgibt gegenwärtig ein Gerüst, mit dessen Hilfe notwendige Reparaturen, die im Verkleben der schadhaft gewordenen Fugen des Mauerwerks bestehen, im Auftrag unserer städtischen Verwaltung vorgenommen werden. Mehrere Alsfelder, zum Teil Mitglieder des hiesigen Geschichts- und Altertumsvereins, erstiegen heute mittag, die Gelegenheit sich zu nütze machend, das Rüstwerk, um von da aus einer Hohe von 6 Metern über dem Erdboden ins Innere des Turmes zu gelangen. Ein hoher, festgefügter, steinerner Cylinder, über dem ein spitzer Kegel aus gleichem Stoff sich wölbte, das Ganze erleuchtet durch unregelmäßig angebrachte, vergitterte Luken, das waren die Eindrücke, die der auf große lieber- raschungen vorbereitete Geist zu verarbeiten hatte. Ein kreisrundes Loch inmitten des Bodens, auf dem wir standen, fesselte weiter unsere Wißbegierde. An einem Bindfaden wurde eine mitgebrachte Laterne hinabgelassen, die das sechs Meter hohe Verließ beleuchtete. An der Südseite des Turm- Jnnern wurde der Eingang zu einem unterirdischen, jetzt verfallenen Gang entdeckt, der etwa nach der Walkmühle führen dürfte. Derselbe maß 1 Meter in der Tiefe, 85 Centimet. in der Breite und 65 Centimet. in der Höhe. Eine Abräumung des in gewaltigen Mengen am Boden liegenden Schultes dürfte den Eingang indessen bis zur Manneshöhe freilegen. Weiter fanden sich eine Anzahl Holzteile, die sich als Bruchstücke einer Winde erwiesen, deren Bestimmung es zurzeit gewesen sein dürfte, den Personenverkehr im Turm zwischen Unter- und Oberwelt zu vermitteln. Eine Anzahl der auf dem abschüssigen Boden des Turmes zerstreut liegenden Euleneier wurde als willkommene Beute mitgehen geheißen. Dann wurde die Rückfahrt angetreten, die — wenn auch etwas „belebter" —
der Vorschläge des Untersuchungsrichters für schuldlos erklärt und aus der Haft entlassen: Professor Jascha Nenadovits, Erzpriester Alexis Ilitsch, Dr. Joka Nikolits, Dr. Vlada Georgevics, Priester Zdravko Pannovic, Stanko Laptschevits und Luka Nikits, Oekonom Militsch, Urosch, Brikitsch Duschan u. s. w.
Amerika. In Havanna wurde eine Proklamation Mac Kinleys veröffentlicht, in welcher eine allgemeine Volkszählung und Vermögenseinschätzung angeordnet wird, als erster Schritt zum Zwecke der Selbstverwaltung auf Kuba.
— Der Generalgouverneur von Kuba ordnete die Freilassung von Jimenez an. Er ist in Sanchez eingetroffen. Einem Telegramm aus Santo Domingo zufolge ist der Präsident Figuereo zurückgetreten. Die Minister bleiben im Amte bis eine provisorische Regierung gebildet ist.
Taipale und Warkaus, die der Dampfer passierte, brachten freilich einige Abwechselung, aber die Stimmung auf Deck des „Elias Lönnrott" hob sich doch erst wieder, als sich gegen abend ein scharfer Nordostwind erhob und wir Aussichten auf einen jener kurzen, aber heftigen Stürme hatten, die sehr selten im Sommer, dagegen häufiger im Frühling und Herbste über die verschiedenen Arme des Saima-Sees dahinbrausen. Ich hatte im kaiserlichen Schlosse zu Hel- singsors das Gemälde einer finnischen Malerin gesehen, das einen solchen Sturm auf dem Orivesi, dem größten nordöstlichen Becken des Saima, darstellte und das mich ungemein gefesselt hatte. Aber meine Hoffnung, ein ähnliches Schauspiel selbst zu erleben, wurde zu schänden — sehr zur Zufriedenheit des Kapitäns, der uns versicherte, daß er zehnmal lieber den wildesten Orkan in der Ostsee, als einen Nordsturm auf dem Saima durchmachen wollte, wo die Gefahr kaum zu vermeiden sei, mit dem Schiffe von den rasenden Wogen auf einen Granitfelsen unter ober über dem Wasser geschleudert zu werden. Der Wind erreichte nur die Stärke einer frischen Brise, aber auch diese trieb die Wellen so hoch empor, daß die Mehrzahl der Landratten, die wir an Bord hatten, sich bereits auf dem Atlantischen Ozean wähnte und den unterirdischen Gewalten des Saima-Sees einen reichlichen Tribut zahlte. . . .
In Kuopio langten wir so spät nachts an, daß wir auf dem Dampfer blieben, und da die Nacht wiederum sehr schön war, so wurde sie wieder bei Toddy und fesselnden Gesprächen um die Ohren geschlagen. Erst am nächsten Vormittage ging ich ans Land, um Kuopio zu besehen: ich machte diese Exkursion allein, da ich keine Zeit hatte, meine Mitreisenden auf der Fahrt nach Jdensalmi, dem „Paradiese Finnlands", der romantischsten Gegend am oberen Saima, zu begleiten; um dorthin zu gelangen, brauchte man 8 bis 10 Stunden, der „Elias Lönnrott" aber.lichtete bereits am Abend seine Anker zur Rückfahrt nach Willman-
Ausland.
Budapest, 1. September. Die „Neusatzer Zastava" meldet aus Konstantinopel, der Sultan beabsichtige, dem Fürsten von Montenegro den vasojevicser Bezirk Alt-Serbiens, der sich von Montenegro bis an die Grenze Serbiens zieht, zu schenken. Die „Frft. Ztg." kommentiert diese Nachricht mit ihrem skeptischen ?.
Brüffel, 1. September. Aus dem Kongostaat ist die Nachricht hier eingetroffen, daß bei einem Zusammenstoß zwischen Kongo-Soldaten und Eingeborenen 25 Soldaten und 100 Eingeborene getötet wurden. Die Rebellen ließen sämtliche Gewehre in den Händen der Kongo-Soldaten.
Paris, 1. September. Vor der Festung Guorin wurden heute die Mannschaften der Feuerwehr verstärkt. Man glaubt jedoch, daß ernstliche Maßregeln gegen Guerin erst nach dem Urteilsspruch in Rennes erfolgen werden.
Paris, 1. September. Der Kriegsminister hat die großen Herb st Manöver für dieses Jahr abbestellt, angeblich, weil in dem Departement, wo die Manöver stattfinden sollen, eine epidemische Krankheit herrscht. In politischen Kreisen will man dagegen wissen, daß die wahre Ursache die augenblickliche Gefahr der inneren Lage sei.
Paris, 1. September. Das Verhör Dupaty de Elams soll heute beendet werden.
Paris, 1. September. Vor dem Schloß von Rambouillet fand gestern eine große Demonstration der nationalistischen Frauen statt. Da denselben der Eintritt verwehrt wurde, wurden die Damen äußerst rabiat. Schließlich erhielten sie den schriftlichen Bescheid, Frau Loubet werde ihrem Gemahl die Petition zu gunsten Gusrins überreichen.
Paris, 2. September. Der Untersuchungsrichter Fabre erstattet seinen Bericht über die Komplott-Affaire demnächst an den Prokurator der Republik, Bulot, der ihn nebst den entsprechenden Schlußanträgen dem Justizminister übermittelt. Sobald die Negierung die Einberufung des Senats beschlossen hat, wird auch der Bericht Fabres sofort veröffentlicht werden, wahrscheinlich bereits am Montag. Als wichtigste Belege für die Verbindung zwischen den Royalisten, Antisemiten und Patriotenbündlern sollen Nachweise über Geldsendungen existieren, die, aus dem Lager des Herzogs von Orleans kommend, durch Guarin, Dörou- löde und royalistische Führer an die Aktions-Komitees in Paris und der Provinz verteilt werden sollten. — Wie verlautet, habe der Minister des Innern bie, Polizei ermächtigt, ihre Toleranz gegenüber Jules Guerin aufzugeben. Man erwartet wieder einmal für die nächsten Stunden eine Aushebung des „Fort Chabrol".
Kopenhagen, 1. September. Nach dem heutigen Ausgleich zwischen den Arbeitern und den Arbeitgebern ist die große Sperre beendet.
Belgrad, 2. September. Gestern wurden auf Beschluß des Standgerichts u. a. folgende Personen nach Prüfung
zufälligerweise eine größere Ladung zu löschen hatte, ward uns ein halber Tag gegönnt, das Städtchen und seine Umgebung zu besuchen. Wir frühstückten zunächst im Restaurant Hungerborg und bestiegen dann den Aussichtsturm, der sich im Garten dieses Restaurants befindet und einen weiten Ausblick auf die malerische Gegend gewährt. Zuerst fiel Blick auf das jenseits des Hafens auf einer Felseninsel liegende alte schwedische Schloß „Olofsburg", dessen drei stattliche runde Türme kühn in die Luft starren, eine der besterhaltenen mittelalterlichen Burgen im Lande. Dann schweifte das Auge weiter über Berge und Wälder, zwischen denen Wasser und wieder Wasser bald in langen Fäden, bald in weiten Flächen silbern blinkte.
Nachdem wir uns satt gegessen, eilten wir in den Hafen, um uns von einem kleinen Dampfbote nach dem kaiserlichen Parke Punkaharju (Schweinsrücken) fahren zu lassen, einem der schönsten Punkte Finnlands. Der Park mit feiner Villa liegt auf einem steilen, hohen Felsengrate, von dem aus ein noch weiterer Fernblick als von Nyslott aus gewährt wird: fast das ganze weite Gebiet des Saima-Sees liegt hier dem Beschauer zu Füßen! Granit und Wasser, Städte und Burgen, weit wogende Seen, deren Ufer mit Laub- und Nadelholzwäldern umgrenzt waren, und auf denen zahlreiche Dampfer und Segler wie Schwäne einherfuhren, helle und freundliche Bilder im Süden, dunkle und düstere Gemälde mit steilen Felspartien und finsteren unendlichen Tannenwäldern im Norden — alles das bot sich den Blicken bar und fesselte den Beschauer stundenlang. Die kaiserliche Villa, im Schweizerstile erbaut, ist nicht allzugroß und die Restau- rationsverhältniffe lassen sehr viel zu wünschen übrig, besonders wenn der Zufall viele Reisende gleichzeitig im Parke von Punkaharju zusammenführt. Meine Begleiter und ich brachen deshalb bald auf, nachdem wir unser Auge an der Aussicht gesättigt hatten. Wunderhübsch war auch die Rückkehr nach Nyslott, die wir diesmal auf zweiräderigen Kariols
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begeben. Um 6 Uhr fand im königlichen Schlosse Parade- Diner und später im Opernhause Gala-Vorstellung statt.
Berlin, 1. September. Dem Präsidenten des königlichen Oberlandes-Kulturgerichts, des bekannten Centrums-Abgeordneten Ni nt ele n ist der Charakter als wirklicher Geheimer Ober-Regierungsrat mit dem Range der Räte erster Klasse verliehen worden.
Berlin, 1. September. Die „Kreuzzeitung" schreibt zu dem gestrigen Erlaß des Staatsministeriums, die Regierung habe unzweifelhaft jetzt einen schweren Fehler- begangen und denselben durch die zweideutige Fassung des Erlasses ganz bedeutend verschärft.
Berlin, 1. September. Nach Meldungen aus Petersburg ist die Abreise des Zarenpaares der schlechten Witterung wegen um einige Tage verschoben. Dem Besuch in Darmstadt wird ein mehrwöchentlicher Aufenthalt in Kopenhagen vorausgehen.
Berlin, 31. August. Der Hof und die Kanalgegner. Nach dem „Hamb. Korr." verlautet, daß ber Führer ber Konservativen, Graf Limburg-Stirum, von der Hofliste gestrichen fei. Dazu bemerkt bie „T. R.": Das hat natürlich mit ben politischen Maßregeln gegen Kanalgegner nichts zu thun. Es ist ein unanfechtbares persönliches Recht bes Königs, zu bestimmen, wen er bei sich empfangen will ober nicht. (Das letztere ist richtig; baß inbes biese Streichung in gar keiner Beziehung zu ber verunglückten Kanalvorlage stehe, werben nur wenige glauben. D. Reb.)
Berlin, 1. September. Deutsche Dampferlinien nach Ostafrika. Die Vermehrung ber subventionierten beutschen Dampferlinien nach Afrika wird den Reichstag in seiner nächsten Session bestimmt beschäftigen. In Aussicht genommen sind Fahrten um ganz Afrika herum, sowohl von Westen wie von Osten aus. Ein wesentlicher Fortschritt besteht darin, daß nun die meisten Häfen alle vierzehn Tage von einem deutschen Postdampfer berührt werden. Doch bleiben wir damit noch weit hinter den englischen Dampfern zurück. Jede Woche geht ein Schnelldampfer sowohl von England, wie von Kapstadt ab, außerdem werden noch häufig Zwischendampfer abgelassen. Ferner fahren diese Dampfer die ganze Linie nur 17 bis 18 Tage, ja öfters hat man in Berlin die Kappost schon am 16. bis 17. Tage empfangen. Wenn die deutschen Dampfer bis Kapstadt aber noch 24 Tage brauchen, so können sie eine Konkurrenz mit jenen nicht bestehen. Die rasche Fahrt und die schnelle Aufeinanderfolge ziehen den Verkehr unwiderstehlich an.
— Der wirtschaftliche Aufschwung und die Arbeiter. Die „Münchener Neueste Nachr." schreiben: Verschiedentlich schon waren wir in der Lage, zahlenmäßig nachzuweisen, daß von dem seit mehreren Jahren in Deutschland zu beobachten gewesenen wirtschaftlichen Aufschwünge bie Arbeiter nicht zum wenigsten Vorteile gehabt haben. Auch im neuesten Bericht der Bochumer Handelskammer wird auf diese Thatsache hingewiesen, indem folgendes ausgeführt wird: An dem wirtschaftlichen Aufschwung haben die Arbeiter einen hervorragenden Anteil gehabt. Abgesehen davon, daß sie stets reichliche Beschäftigung und Arbeitsgelegenheit hatten, sind auch die Löhne im letzten Jahre wiederum nicht unbeträchtlich gestiegen. So hat die Hauptmasse der Bergarbeiter einen um 5,3 Prozent höheren Schichtlohn erhalten als im Vorjahre, und feit 1895 beispielsweise sind die Löhne dieser Arbeiter um durchschnittlich 21,4 Prozent gestiegen. In ähnlicher Weise dürften auch die Löhne in den meisten anderen Industriezweigen erhöht worden fein. Soweit die vorliegenden Angaben es gestatten, konnte nämlich für das letzte Jahr eine durchschnittliche Lohnsteigerung von 3 bis 5 Prozent berechnet werden. Außerdem treten bie Arbeiter der größeren Werke immer mehr in den Genuß von Wohlfahrtseinrichtungen, wodurch ihre Lebenshaltung gehoben wird. Außer den
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