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Sonntag den 3. September
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Bis der am Dienstag geschlossene Landtag sich wieder versammelt, läuft noch mancher Tropfen Wasser ins Weltmeer.
Eine Streitfrage, welche geeignet war, ernste Differenzen zwischen der nordamerikanischen Union undEngland hervorzurufen, ist vorläufig beigelegt worden. Wir meinen die Alaska-Angelegenheit, deren Regelung auf ein Jahr hinausgeschoben wurde. England mag diese Lösung besonders willkommen sein, da es sich immer mehr in Südafrika engagiert und die Transvaalfrage unter allen Umständen zu erledigen bemüht ist. Allgemein werden dann auch die Aussichten, den Frieden zu erhalten, nicht als günstig angesehen, und man erwartet ein Losschlagen Englands gegen Transvaal, sobald Ersteres seine Kriegsvorbereitungen beendet hat. Die Regierung der südafrikanischen Republik ist an der Grenze der Nachgiebigkeit angelangt und sieht ein, daß auch weitere Zugeständnisse keinen Zweck haben würden.
Das Kriegsgericht in Rennes hat auch m der verflossenen Woche regelmäßig getagt, aber ein erheblicher Fortschritt in den Verhandlungen ist nicht erzielt worden, so daß auch heute über den voraussichtlichen Ausgang des Dreyfus-Prozesses nichts gesagt werden kann. — In der Rue Chabrol zu Paris übertreffen sich der Antisemtten- häuptling Gusrin und die Polizei an Ausdauer, die einer besseren Sache würdig wäre. Wie lange wird diese Komödie noch währen, welche dazu angethan ist, das Ansehen der Regierung erheblich zu schädigen?
In Oesterreich macht die Regierung Anstalten, das parlamentarische Leben wieder herzustellen; wenigstens will man dieses Bemühen in den mehrfachen Konferenzen sehen, welche der frühere Präsident des Abgeordnetenhauses Freiherr v. Chlumecky mit dem Kaiser hatte. Ob es gelingt, hängt ganz davon ab, ob Graf Thun den Deutschen Oesterreichs endlich die berechtigten Forderungen bewilligen wird. Aber wer glaubt daran? xx
Gratisbeilagen: Gießener FamMMütter, Der hessische Landwirt, Klatter für hessische UMskundr.
mit der Abstimmung nur insoweit ursächlich zusammen, als ! diese der Staatsregierung den Beweis liefert, daß sie von den betreffenden Beamten eine so wirksame und kräftige Vertretung der Regierungspolitik nicht erwarten darf, wie sie von den politischen Beamten verlangt werden muß und bei der Berufung in ihr Amt vorausgesetzt worden ist. Ist somit die unerläßliche Voraussetzung für die den Staatsinteressen entsprechende Wahrnehmung des Amtes hinfällig geworden, so hat die Regierung daS Recht, sowie die Pflicht, diese Beamten aus ihrem Amte zu entfernen und dazu sich desjenigen Mittels zu bedienen, welches das preußische Staatsrecht ihr speziell für Fälle der vorliegenden Art an die Hand gibt. Die Versetzung in den einstweiligen Ruhestand ist keine Disziplinarstrafe, überhaupt keine Strafmaßregel, sie schließt auch die Wiederanstellung in einem andern Amte nicht aus. Sie ist eine Maßregel im Interesse des Dienstes und bezweckt lediglich, sicher zu stellen, daß der Verwaltungsapparat so funktioniert, wie es im Staatsinteresse notwendig ist. Ohne Zweifel werden die von der Maßregel betroffenen Beamten den mit einer Einkommenseinbuße verbundenen Verlust ihres Amtes als Nebel empfinden, allein sie werden sich über die möglichen Folgen einer Kollision zwischen den Erfordernissen ihres Amtes und der Ausübung eines parlamentarischen Mandats klar gewesen sein, als sie sich zur Annahme einer Wahl zum Abgeordnetenhause entschlossen. Jedenfalls können solche Rücksichten persönlicher Natur die StaatS- regierung nicht abhalten, diejenigen Konsequenzen aus der Stellungnahme jener Beamten zur Kanalfrage zu ziehen, welche im Interesse der richtigen Handhabung des Verwaltungsdienstes vom Standpunkte der Staatsräson zu ziehen waren. Wer die Maßregel und ihre Begründung unbefangen beurteilt, wird sich sagen müssen, daß die Staatsregierung gar nicht anders handeln konnte, und daß sie in Bezug auf die Zurdispositionstellung politischer Beamten sich in den Grenzen des unumgänglich Notwendigen gehalten hat."
Hiernach unterliegt es kaum noch einem Zweifel, daß das Vorgehen der preußischen Staatsregierung sich nicht auf den gestern mitgeteilten amtlichen Erlaß beschränkt.
Mittlerweile sind die Krisengerichte fast ganz verstummt; die preußische Negierung hat eine schwere Niederlage erlitten — aber es bleibt beim Alten, auch ist kaum anzunehmen, daß in dem Verhältnis der Krone zu den konservativen Parteien irgend eine Aenderung eintreten wird.
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Kleidungsstück lästig erscheinen ließ. Den hauptsächlichsten Stoff für die Unterhaltung lieferte natürlich die Gegend, die unser Dampfer durcheilte, und dieser Stoff war schier unerschöpflich, denn der Saima-See gewährte ein herrliches, abwechselungsreiches, landschaftliches Bild.
Auch hier deckt sich der Name durchaus nicht mit der Sache: der Saima-See ist gar kein See im eigentlichen Sinne des Wortes; weite, freie Wasserflächen durchschnitt der Kiel nur hie und da, im nördlichen Teile des Sees häufiger als im südlichen; meist fuhren wir durch breite oder schmale Kanäle, zwischen Inseln hindurch, um Felsen herum, in klare, schön gelegene, romantische Bassins hinein, und aus ihnen wieder in Flüsse und Kanäle, ein unendliches Gewirr von Wasserstraßen und Inseln und großen und kleinen Seen, als fahre man durch eine Riesenstadt, in der die Granitfelsen die Häuser, die Seearme die Straßen und die größeren Bassins die Plätze darstellen. Die Inseln sind überwiegend bewaldet, fast nur mit Nadelholz, und meist unbewohnt, doch zeigen Heuschober und gewaltige Stöße Holzes an, daß auch hier der Mensch vorübergehend zu Hause sei. Da die Inseln sich meist gleichen, und nur in der Größe abwechseln, so nahm mich die Sicherheit Wunder, mit der der Steuermann in diesem Gewirr fernen Kurs einhielt. Indes, ihm sind, wie ich bald belehrt waro, sehr einfache, aber sehr praktische Wegweiser gesteckt: überall, wo die Richtung zweifelhaft sein könnte, sind an den Granitfelsen der Inseln an hervorragender Stelle mit weißer Tünche runde oder eckige Schilder gemalt, deren Weiße sich grell von dem dunklen Granit abhebt.
Wir waren mehrere Stunden unterwegs, als uns bald nach Mitternacht noch ein besonderes Schauspiel durch den Zufall ward. Der Kapitän, der uns unermüdlich aus reden besonders reizvollen Punkt der Umgegend aufmerksam machte, gewahrte plötzlich mit seinen geübten Augen vor uns dünne Rauchsäulen, die zu dem nächtlichen Himmel aufstiegen, er meinte, es müsse irgendwo auf einer Insel em Waldbrand
iHt. 207 Zweites Blatt
Politische Wochenschau
Im Vordergründe des Interesses steht der vom Fürsten Hohenlohe unterzeichnete Erlaß des preußischen Staatsministeriums an den Ober-Präsidenten. <Vergl. gestrige Nummer). Bekanntlich hatte man bestimmt auf eine Kundgebung der Regierung anläßlich der von einzelnen politischen Beamten in ihrer Eigenschaft als Abgeordnete der Kanalvorlage gegenüber gemachten Opposition gerechnet. Und sie ist nicht ausgeblieben, konnte auch nicht ausbleiben nach allem, was vorgefallen war, sonst hätte man ja gegen die im Königlichen Erlaß vom 4. Januar 1882 über das den Regierungsbeamten obliegende Verhalten ausgesprochenen Grundsätze verstoßen. Der Erlaß des Staatsministeriums verweist nicht etwa direkt auf die Kanalfrage, sondern er ist allgemein gehalten, wenngleich niemand im Zweifel sein wird, daß er auf die Abstimmung der Regierungspräsidenten und Landräte im Abgeordnetenhause gemünzt ist. Aus dem Inhalte des Erlasses selbst geht auch nicht hervor, ob thatsächlich eine Maßregelung der in Betracht kommenden Beamten geplant ist. Dem Wortlaute nach ist das nicht der Fall, denn es wird nur die Hoffnung ausgesprochen, daß der Staatsregierung nicht wieder ein Anlaß geboten werde, weitere Maßregeln zu treffen. Aber Der Erlaß wird gleichsam ergänzt durch eine als offiziös anzusehende Auslassung der dem Minister v. Miquel nahestehenden „Berl. Pol. Nachr.". Danach sind thatsächlich eine Reihe politischer Beamten, welche gegen die Kanalvorlage gestimmt haben, in den einstweiligen Ruhestand versetzt worden. Jedenfalls wird der neueste Schritt der Regierung, wenn er auch vorauszusehen war, wieder reges politisches Leben Hervorrufen und noch lange erörtert werden. Daß in der nächsten Session des Landtags die Negierung über die Tendenz des Erlasses heftig angegriffen werden wird, unterliegt keinem Zweifel.
Zur sonderlichen Belehrung geben wir diesen kommentierenden amtlichen Erlaß im Wortlaut wieder:
„Es bedarf der näheren Begründung nicht, daß, wenn eine Anzahl politischer Beamten, welche im Abgeordnetenhause gegen die Kanalvorlage gestimmt hat, in den einstweiligen Ruhestand versetzt wird, der Staatsregierung nichts ferner gelegen hat, als diese Beamten für ihre Abstimmung zur Rechenschaft zu ziehen. Mit der verfassungsmäßig verbürgten Unverfolgbarkeit der parlamentarischen Thätigkelt hat die Maßregel nicht das mindeste zu thun. Sie hängt
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Deutsches Reich.
Berlin, 1. September. Die heutige Parade dauerte von 8i/, bis 10i/2 Uhr. Es fand ein zweimaliger Vorbeimarsch der Truppen statt. Nach der Kritik setzte sich der Kaiser um 11i/,Uhr an die Spitze der Fahnen-Kompagnie und geleitete dieselbe nach dem königlichen Schlosse. Prinz Leopold von Bayern und die Kronprinzessin von Griechenland hatten sich per Wagen bereits vorher nach der Stadt
ausgebrochen sein. Der Meinungsaustausch über diese Wahrnehmung war noch nicht beendet, als der Dampfer eine große bergige Insel umfuhr und wir plötzlich eine kleine Insel, ganz in Flammen stehend, vor uns sahen — ein schauerlich schönes Bild! Auf irgend eine Weise mußte ein Holzstoß in Brand geraten sein, vielleicht durch die Funken aus dem Schornstein eines vorüberfahrenden Dampfers. Dann hatte das Feuer die nächstliegenden Bäume ergriffen, die in Folge der anhaltenden Dürre wie Stroh brannten, und nun stiegen die Flammen wie Feuergarben an den trockenen Nadeln der Tannen prasselnd empor und schlugen über der Insel zusammen, eine pechschwarze Lohe zum Himmel emporsendend. Die Insel war unbewohnt, kein lebendes Wesen zu sehen; inmitten der Granit-, Wald- und Wasser - wildniß aber wütete ungehemmt, zügellos das Feuer, um die Vegetation einer ganzen Insel in wenigen Stunden zu verzehren und erst zu verlöschen, wenn der kahle Felsen keine Nahrung mehr bieten und das Wasser ringsum dem Weiterschreiten eine unübersteigliche Grenze setzen würde.
Bald entschwand die Feuerinsel unseren Blicken, die Nacht war, da der Sonnenaufgang nahte, ein wenig dunkler, so daß die uns entgegenkommenden oder unseren Kours kreuzenden Dampfer aus ihren Schornsteinen weithin sichtbare Feuerlinien hinterließen und am Himmel einzelne Sterne wahrnehmbar wurden. Bald aber tauchten am Horizonte rote Streifen auf, Himmel und Erde schienen eine kurze Zeit hindurch in rosige Wolken gehüllt, dann erhob sich glutrot die strahlende Sonne und überflutete mtt ihrem Licht die eigenartige Welt um uns. Wir aber, durch alles Erschaute gesättigt und Rufe des Entzückens aus den Lippen, zogen uns in unsere Kajüten zurück, um noch einige Stunden der Ruhe zu pflegen.
Gegen 7 Uhr morgens langte der „Elias Lonnrott in Lyslott an, einem hölzernen Städten, aus einer Insel dicht am Festlande, dessen bevorzugte Lage es zu einem vielbesuchten Ausflugsort gemacht hat. Da der Dampfer
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Feuilleton.
Aas „Land der tausend Seen".
Reise-Erinnerungen von Erwin Bauer.
(Nachdruck verboten.) V.
Auf dem Saima-See «ach Norde«.
Die nordische Nacht. — Charakter des Salma-Sees. — Wegweiser für Schiffe. — Die brennende Insel. — Nyslott. — Die „Olossburg". — Punkaharju. — Charakter des Landes. — Der „See der tausend Inseln". — Knopio- — Auf dem Kallavefi zurück. — Gewitter aus dem See.
Es war ein wundervolles Wetter, als der „Elias Lönrott" um halb 9 Uhr abends von Willmanstrand abdampfte — in den Saima-See hinein, dessen südlichen Teil, den Lappvesi, wir zunächst durchfuhren, um dann in den Pichlajavesi einzulenken, d. h. in den Teil des, Sees, in dem Nyslott, das nächste Reiseziel, lag. Und auf den schönen Abend folgte eine jener „weißen Nächte", wie sie uur der kurze, nordische, heiße Sommer kennt; eine warme, milde, trockene Luft, in welcher Natur und Geschöpfe frei aufatmen, und eine Helle ohne Mondlicht und Sterne, so daß ich um 1 Uhr nachts sonder Mühe in meinem klein- gedruckten französischen Reisehandbuche zu lesen vermochte. Es ist, als befände man sich auf einer Bühne, die von irgend einem versteckten Lichte erleuchtet wird.
An Schlaf ist natürlich in solch einer Nacht nicht zu denken; dazu giebts in den ersten Morgenstunden, wenn die Sonne aufgegangen ist und ihre schrägen Strahlen zu sengen beginnen, noch Zeit genug. So saß ich denn bald in gemütlicher Gesellschaft, welcher der Kapitän präsidierte, auf dem Decke bei einem Glase des landesüblichen Toddy And in munterem Gespräche, bei dem sämtliche Herren ihre Röcke ablegten, weil die balsamisch-milde Luft jedes wärmende
Gießener Anzeiger
Kenerat-Anzeiger
Kdresse für Depeschen: Jktijeigtr Fernsprecher Nr. 51.
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