Ausgabe 
3.8.1899 Zweites Blatt
 
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einnehmen und auf ihre Kinder verhetzend einwirken. Schule und Haus müssen gemeinsam arbeiten, nur so lassen sich gute Früchte aus der Erziehung herleiten.

Billigen können wir es nur, wenn in der Ministerial- verfügung den Lehrern neuerdings eingeschärft wird, sich zu keiner Mißhandlung hinreißen zu lassen, und das gewohn­heitsmäßige Prügeln bei jedem geringen Anlasse zu ver­meiden. Die Anschauungen über die Erziehung der Kinder sind heute andere, als in früheren Zeiten: während früher der Stock allein das Regiment führte, soll jetzt das Ehr­gefühl der Kinder gefördert werden, und die Handhabe zur Erziehung bilden. Welches die beste Methode ist, darüber sind sich die Gelehrten noch nicht einig, jeder be­harrt auf seinem Standpunkte. Die neue Verfügung des Ministers läßt beiden Methoden Gerechtigkeit widerfahren, sie wählt die goldene Mittelstraße, die hoffentlich am besten zum Ziele führt, jedenfalls aber der Erregung ein Ende machen wird, die der Erlaß vom 1. Mai verursacht hatte. ______________________________(xx)

Deutsches Reich.

Darmstadt, 1. August. Morgen früh kehrt das Groß­herzogspaar von Koburg zurück und wird einen längeren Aufenthalt auf Jagdschloß Wolfsgarten nehmen.

Berlin, 1. August. Der Kaiser ist an Bord der Hohenzollern" heute mittag 12 Uhr im Kieler Hafen ein­getroffen. Das in See befindliche Geschwader und sämt­liche im Hafen liegenden Schiffe, darunter auch das dänische PanzerschiffJver Hvitfellet", feuerten beim Einlaufen der Hohenzollern" Salut.

Berlin, 1. August. Die verwitwete Herzogin Adel­haid zu Schleswig-Holstein-Glücksburg ist im Alter von 78 Jahren nach längerer Krankheit in Itzehoe gestorben.

Berlin, 1. August. Der königliche Hof legt heute für die Herzogin-Witwe zu Schleswig-Holstein^Sonderburg- Glücksburg Trauer auf 10 Tage an.

Die Vorbereitungen zur Abreise der kaiserlichen Familie von Berchtesgaden sind nahezu beendet; die Uebersiedelung nach Schloß Wilhelmshöhe geht am Donnerstag nachmittag um 5 Uhr vor sich. Wie bei der Hinreise wird die kaiserliche Familie bis nach Reichen­hall in bayerischen Salonwagen reisen und von dort aus mit Hofzug die Fahrt ohne jegliche Unterbrechung nach Kassel fortsetzen, wo die Ankunft Freitag vormittag 8 Uhr erfolgen soll. Das Befinden der Kaiserin bessert sich bei der vorzüglichen Hilfeleistung durch den Leibarzt Dr. Zunker, den Direktor Hessing und den Bezirksarzt Dr. Roth stetig. Die hohe Frau geht in den Stuben und im Garten ohne Beschwerde umher und unternimmt täglich Spazierfahrten. Die erste Wagenausfahrt unternahm die Kaiserin nach Bischofswiesen, begleitet von ihren jüngeren Kindern zu Wagen und von den älteren Prinzen zu Rad. Wie die Kaiserin nach einer derT.R." ausBerchtesgaden zugegangenen Mitteilung zu ihrer Umgebung äußerte, empfand sie es sehr schmerzlich, daß sie am Sonntag der Einweihung der neuen evangelischen Kirche zu Berchtesgaden nicht bewohnen konnte und sich durch ihren von den vier ältesten Prinzen begleiteten Oberhofmeister Freiherrn von Mirbach bei der Feier ver­treten lassen mußte. Dieser überreichte dem Kirchenvorstande auch die der Kirche von der Kaiserin gestiftete Altar-Pracht­bibel mit dem von der hohen Frau eigenhändig eingeschriebenen Bibelwort (Jesaia 52, Vers 10):Es sollen wohl Berge weichen und Hügel hinfallen, aber meine Gnade soll nicht von Dir weichen, und der Bund meines Friedens soll nicht hinfallen, spricht der Herr, Dein Erbarmer." Pfarrer Sommermeyer aus Reichenhall legte auf Wunsch der Kaiserin dieses Wort seiner Festpredigt zu Grunde. Gleich dem Stabstrompeter Betz von den Bamberger Kaiser-Ulanen wurde auch die junge Dame, welche dem Prinzen Oskar an seinem Geburtstage im Namen der Bürgerschaft Berchtes­gaden einen Blumenstrauß überreichte, durch die Kaiserin ausgezeichnet und zwar durch Verleihung einer mit Edel­steinen besetzten und dem NamenszugeA.V." geschmückten Brosche. Im übrigen ist nach neueren Bestimmungen die Ankunft des Kaisers, der Dienstag von seiner Nordlands­reise nach Kiel zurückzukehren gedachte, auf Schloß Wilhelms­höhe um einige Tage verschoben worden. Der Herrscher wird noch einstweilen in Kiel verbleiben und zu gleicher Zeit mit seiner Familie auf Wilhelmshöhe eintreffen, also am 4. d. Mts. Für den Empfang der hohen Herrschaften ist auf Schloß Wilhelmshöhe schon alles vorbereitet.

Berlin, 1. August. Wie aus Berchtesgaden telegraphisch gemeldet wird, sind in dem Befinden der Kaiserin weitere erfreuliche Fortschritte eingetreten. Die Kaiserin geht in den Stuben und im Garten ohne Beschwerden umher und unternimmt täglich Spazierfahrten. Die Abreise nach Wilhelmshöhe erfolgt am 3. August nachmittags, die An­kunst daselbst am 4. August, vormittags 8 Uhr.

Berlin, 1. August. Staatssekretär v. Posadowsky, welcher, wie gemeldet, seinen Urlaub angetreten hat, hat sich, -emReichs-Anzeiger" zufolge, nach England begeben.

Berlin, 1. August. Die Kanal-Kommission des Abgeordnetenhauses trat vormittags 10 Uhr behufs Feststellung des Berichtes zu einer Sitzung zusammen. Es waren im ganzen nur sieben Mitglieder erschienen. An dem Berichte wurden nur wenige unbedeutende Aenderungen redaktioneller Natur vorgenommen.

Berlin, 1. August. Wie demLokal-Anzeiger" aus Dresden gemeldet wird, ist die Ursache der Löbtau er Typhus-Epidemie darin zu suchen, daß ^n die neue Nieder-Gorbitzer Brunnenanlage schlechtes, mit Keimen ver­seuchtes Wasser aus dem Ober-Gorbitzer Teiche ein­gedrungen war.

Ein schöner Brauch hat sich nicht blos bei unseren Kriegsschiffen, sondern auch in der Marine der Deutschland befreundeten Mächte herausgebildet; jedes Schiff, das zum erstenmal Shangai anläuft, legt nämlich einen Kreuz am

Iltis"-Denkmal in Shanghai nieder. Auch der österreichisch ungarische KreuzerSaida" ist ihm gefolgt. Ein Riesenblumengewinde mit rot-weißer Schleife schmückte in den letzten Tagen des Juni das Denkmal.

Die Börsensteuer hat im ersten Viertel des laufenden Haushaltsjahres einen Ertrag von 10,1 Millionen Mark abgeworfen und damit immer noch ein Mehr von 0,7 Millionen gegen das Vorjahr aufzuweisen gehabt, das bekanntlich gegenüber dem Haushaltsanschlage gut abge­schnitten hat. Für 1899 ist dieselbe Hoffnung bei der Börsensteuer um so mehr berechtigt, als der Haushalt nahezu 11/2 Millionen Mark weniger in Ansatz bringt. Es sind für die ganze Jahreseinnahme 28,8 Millionen Mark in Aussicht genommen. Die Einnahme für das erste Jahres­viertel würde also bereits mehr als einem Drittel des er­warteten Ertrages entsprechen. Es kann schon auf Grund der bisherigen Erträge als wahrscheinlich angesehen werden, daß die Börsensteuer für 1899 den Haushaltsansatz über­schreiten und somit auf die Gestaltung der Reichsfinanzen auch diesmal günstig einwirken wird.

Die Bestattungsfeier für Bürgermeister vr. Vers- mann fand Dienstag vormittag 10 Uhr in der großen Michaeliskirche statt. Vor dem Altar war der von Palm­wedeln und Kränzen bedeckte Sarg aufgebahrt. Der Kaiser hatte durch seinen Vertreter, den kommandierenden General v. Massow, einen prachtvollen Kranz aus weißen und hell­rosa Rosen gesandt. Der vom Senat gespendete Kranz war an der Stirnseite des Sarges befestigt. Zur Linken des Sarges nahm die Familie, zur Rechten die Freunde und Bekannten des Entschlafenen Platz. Zunächst saß der Senat mit Bürgermeister Dr. Mönckeberg an der Spitze, gegen­über dem Bürgermeister der Vertreter des Kaisers, General v. Massow. Ferner waren erschienen als Vertreter des Bundesrats der bayerische Gesandte in Berlin, Graf von Lerchenfeld-Köfering, und der sächsische Geheime Rat Dr. Fischer, sodann der preußische Gesandte bei den Hansestädten, Graf Wolff-Metternich, Unterstaatssekretär Rothe als Vertreter des Reichskanzlers, Kapitän z. See v. Eckstedt als Vertreter des Staatssekretärs des Reichs-Marineamts, der bremische Senator Dr. Marcus und der lübeckische Senator Dr. Eschen­burg, der Kommandant von Altona und über die in Ham­burg stehenden Truppen, Generalleutnant Frhr. v. Schleinitz, sowie die Bürgerschaft. Aeltester Dr Behrmann hielt die Trauerrede. Auf dem Wege bildeten sämtliche Krieger- und Militärvereine mit ihren Fahnen Trauerreihen. Nach der kirchlichen Feier bewegte sich der Trauerzug nach dem Ohls- dorfer Friedhof.

München-Gladbach, 1. August. Bei dem Wettrennen in Neuß stürzte Leutnant Dietz von den Bockenheimer Husaren und der Jockey Lippold und erlitten schwere Ver­wundungen. Letzterer wnrde mit den Sterbe-Sakramenten versehen.

Köln, 1. August. DieKöln. Ztg." meldet aus Apia: Hier wird der Kommissionsbeschluß betreffend Osbornes- oder Gerichts-Vertretung und Rolfs Verzichtleistung als eine unverzeihliche Aufgabe des deutschen Stand­punktes betrachtet und als ungenügend gerechtfertigt durch Eliots Widerspruch mit Rücksicht auf Amerika.

Von der Bären in sel. lieber Herrn Theodor Lerner sind verschiedene Nachrichten verbreitet. Es hieß, er habe die Bäreninsel verlassen. Damit im Widerspruch steht folgende Nachricht vom 28. Juli aus Tromsö: Der DampferExpreß" aus Vesteraalen, Kapitän Hansen, der für eine Bezahlung von 500 Kronen es übernahm, ein Telegramm (wahrscheinlich des Reichskanzlers) an Lerner auf der Bäreninsel zu überbringen, ist von dort zurückgekehrt und brachte ein Telegramm von Lerner von etwa 400 Worten mit. Der Kapitän berichtete, Lerner habe zwei Häuser gebaut und sein Besitztum mit einem Stahldraht­gitter eingezäum. Auf einzelnen Stellen seien Tafeln mit )er AufschriftDeutsches Staatseigentum", auf anderen Stellen solche mitPrivateigentum" angebracht. Lerner ;abe den Russen eine längere schriftliche Erklärung über seine Auffassung der Frage wegen des Eigentumsrechtes des von ihm besetzten Gebiets zugesandt. Die Russen hätten einige Grenzzeichen fortnehmen wollen, wogegen sich Lerner widersetzt habe. Lerner habe jetzt in den Kohlenlagern der Insel 10 Tonnen gute Kohlen gebrochen, und wollte den ganzen Winter hindurch dort liegen bleiben und Kohlen irechen. Ein deutscher Dampfer und ein deutsches Segel- chifi (Expedition des deutschen Hochseefischereivereins), die den Walfang betrieben und auch Kohlen brechen wollten, eien von Lerner energisch abgewiesen worden.

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Ausland.

Triest, 1. August. Admiral Dewey ist heute an Bord derOlympia" nach Neapel abgereist.

Brüssel, 1. August. Das Kabinett Van den Peereboom hat demissioniert. Mit der Neubildung wurde Smet de Nayer betraut.

Brüssel, 1. August. Gestern abend fand hier ein Meeting des Niederländischen allgemeinen Verbandes statt, um gegen die Haltung Englands gegenüber Transvaal zu protestieren. Es wurde eine Tagesordnung angenommen, in welcher die Anwesenden den Buren ihre wärmste Sym­pathie aussprachen.

Paris, 1. August. Das BlattPatrie" meldet aus Toulon, daß in einigen Tagen ein englisches Ge­schwader, bestehend aus 7 Panzerschiffen, 3 Kreuzern und Torpedobooten mit einer Gesamtbemannung von 7000 Mann die Küstenverteidigungs-Manöver bei San Remo in nächster Nähe der französischen Küste abhalten wird. Das Blatt sieht in dieser Flotten-Demonstration eine Herausforderung gegenüber Frankreich.

Paris, 1. August. Ende dieser Woche trifft Admiral Dewey in dem französischen Hafen Villafranche ein.

Mates und DrsomMes.

E. Ettingshausen, 1. August. Das letzte Strohdach in unserer Gemeinde ist durch den am 26. Juli hier in der Hofraite von Ph. Schieferstein ausgebrochenen Brand ver­schwunden. Das wahrscheinlich infolge Ausbrennens eines Kamins entstandene Feuer legte 3 Scheunen und ein Wohn­haus in einer halben Stunde in Asche. Vor größerem Schaden wurde das Dorf durch die Wehren von Harbach, Queckborn, Münster, Ober- und Niederbessingen bewahrt. Besonders zeichnete sich die erst seit kurzem bestehende Frei­willige Feuerwehr von Niederbessingen aus.

+ Nidda, 1. August. Gestern abend 10 Uhr wurde die hiesige Einwohnerschaft durch Feuerlärm in Schreck versetzt. Das dem Schreinermeister Franz zu Nidda gehörige, uahe bei dessen Anwesen aufgestellte, große Bienenhaus stand plötzlich in Flammen, welche ca. 30 Bienenstöcke von denen nur gegen 20 versichert gewesen sein sollen zum Opfer fielen, ehe die Löschmannschaft, wegen der ungünstigen Lage des Brandplatzes rettend einschreiten konnte. Der Schaden wird auf ca. 2000 Mk. berechnet. Franz wollte heute mit Honigschleudern beginnen. Es ist auch in diesem Falle wohl Brandstiftung anzunehmen.

§§ Lauterbach, 31. Juli. Gestern prangte unsere Kreis­stadt in festlichem Schmuck, galt es doch den ersten Kreis­feuerwehrtag hier abzuhalten. Das Fest war vom herrlichsten Wetter begünstigt. Bis morgens 10 Uhr fand Empfang der auswärtigen Feuerwehren statt, worauf die Verhandlungen folgten. Herr Kreisrat Dr. Wallau er­öffnete und leitete die Versammlung. Herr Kreisfeuerwehr- Jnspektor Jockel erstattete Bericht über den gegenwärtigen Stand des Feuerlöschwesens im Kreise und sprach seine volle Zufriedenheit darüber aus. Ueber die Frage, wer verpfiichtet ist, an den Dienstverrichtungen der Pflichtfeuerwehr teilzu­nehmen, ferner wie es im Verhinderungsfälle mit der Ent­schuldigung zu halten und wie die Bestrafung der verspätet oder gar nicht erschienenen pflichtigen Feuerwehrleute zu bewirken ist, wurde einzeln beraten. Herr Kreisrat Dr. Wallau sprach sich u. a. dahin aus, daß man von Be­strafung absehen könne, wenn Wehrpflichtige einmal gegen ihren Willen nicht erscheinen könnten, andernfalls aber, wenn es sich um böswillige Weigerung des Dienstes handle, scharf dem Gesetz nach zu gehen, um die Disziplin auch in der Feuerwehr zu behalten. Betreffend der Wahl des nächsten Kreisfeuerwehrtages konnte ein entgiltiger Entschluß nicht gefaßt werden; es wurde Schlitz, Lauterbach und Herbstein vorgeschlagen. Die Entscheidung soll dem Kreisausschusse überwiesen werden. Die darauf folgende Hebung der frei­willigen Feuerwehr Lauterbach fand lobende Anerkennung. Nachmittags 2 Uhr wurde am Lindenplatz der Festzug apf- gestellt, welcher sich von da aus durch die verschiedenen Straßen der Stadt nach dem Festplatz (Schützenplatz) be­wegte. Auf dem Festplatz wurden die Wehren von Herrn Kreisrat Dr. Wallau begrüßt.

§§ Guuzenau, 31. Juli. Bei dem in voriger Woche hier stattgefundenen Brand verunglückte der hiesige 60 Jahre alte Landwirt Heinrich Carl dadurch, daß ihm beim Aus­räumen eine schwere Kleiderkiste mit Hausmachertuch auf den Unterleib fiel. Carl ist gestern seinem schweren Leiden erlegen.

n. Staden, 31. Juli. Gestern hielt imGasthaus zur Post" hier, das Komitee für Erbauung der Eisenbahn Ranstadt-Assenheim bezw. Friedberg, eine Sitzung ab, in welcher der Beschluß gefaßt wurde, die beteiligten Gemeinden zu ersuchen, einen Betrag von je 50 Mk. zur Verfügung zu stellen. Diese Summe soll zur Verwendung von tech­nischen Voruntersuchungen dienen. Es ist nämlich geplant, einen Techniker einer Gesellschaft, dem später der Bau und Betrieb der Bahn übertragen werden soll, zu berufen, um die Taxe im großen ganzen einmal festzustellen und der Gesellschaft dadurch Gelegenheit zu geben, dem Komitee ihre Bedingungen mitzuteilen. Die Herren Pfarrer Bernbeck, Bürgermeister Braun und Lehrer Winn in Staden wurden ermächtigt, die hierzu notwendigen Verhandlungen zu führen und einen Techniker zu berufen.

Die zweite diesjährige Schlußprüfung der Kandidaten der evangel. Theologie hat am 31. Juli, vormittags, in den Amtsräumen des Großh. Oberkonsistoriums ihren An­fang genommen. Es beteiligen sich daran 6 Examinanden, von denen 1 aus Starkenburg, 2 aus Oberheffen und 3 aus Rheinhessen sind.

A Mainz, 1. August. Heute morgen fand man in der Kaiserstraße hier, an verschiedenen Häusern in der Nacht ange­klebte Zettel vor, auf welchen neben mehreren Majestäts­beleidigungen die Worte:Hoch die Anarchie!" prangten. Die Zettel, die wohl einem dummen Bubenstreich ihr Entstehen verdanken dürften, wurden alsbald von der Polizei entfernt. Wegen nicht bewilligter Lohnerhöhung ist der Bund der Maschinisten und Heizer in Ausstand getreten. Letzterer hat eine ziemliche Ausdehnung angenommen und erstreckt sich bereits auf alle Plätze mit Rheinschifffahrt. Ein Anzahl Schiffe liegen geladen in den Häfen nnd können wegen dem Ausstand nicht fort. Einzelne Rheder haben nachträglich die Forderungen bewilligt.

t* Aus dem Großherzogtum Hessen, 1. August. Die Vorstände der hessischen Metzgerinnungen haben den kommenden Freitag in Frankfurt über das Reichsgesetz, betr. die Fleischbeschau und die Währschaftsfehler beim Viehhandel eine Besprechung._________________________________________

Vermischtes.

* Die meisten Aerzte von allen europäischen Monarchen dürfte der Zar in seinen Diensten haben. Am russischen Hofe sind nicht weniger als 28 Aerzte angestellt und zwar 7 1 Leibmedikus, 10 Ehren-Leibmedici, 3 Leibchirurgen, 4 Ehren-Leibchirurgen, 1 Leibaccoucheur, 2 Ehren-Leib- accoucheurs, 2 Leib-Okulisten, 1 Leibpädiater, 1 Ehren-Leib^ Pädiater, 2 Ehren-Hofmedici und 1 Dentist.