Ich.
H'. 6728
zeit Halt.
an.
)9:
Konzert
5721 litt, tr6e ä 60 ktx, Herrn Challier
im Saale statt.
I Äfaat“
Z.
en*
rt RheinlLsder.
ert auf dem Festplatz.
tt Vorstand.
w
ition
in unserem
^Verkauf
Preisen. 5719
Mg
nb UmebE
♦
teile ich
5708
g-
M«» |
Feuilleton.
Unser Harten im August.
(Nachdruck verboten.)
Der Juli hat dem Wetterpropheten Falb Recht und Unrecht gegeben. Er hat viele Gewitter gebracht, die in manchen Teilen unseres Landes große Verheerungen angerichtet haben, aber kühl und durchschnittlich naß war er nicht — im Gegenteil, die vielen Schweißtropfen, die der Gartenfreund bei seiner Arbeit vergossen hat, stempeln den verflossenen Monat zu einem der heißesten seit vielen Jahren. — Wir können aber zufrieden sein, denn das Wachstum unserer Pflanzen ist sehr begünstigt, allerdings wird es mit Obst sehr hapern. Das liegt eben an ungünstigen Umständen, die zur Blütezeit eintraten. Wären diese nicht gekommen, so hätten wir eine sehr große Ernte zu verzeichnen gehabt, denn der Ausbildung der Früchte selbst wäre die nachfolgende Witterung sehr günstig gewesen.
Die Erdbeerernte ist beendet, doch dürfen wir die Beete nicht vernachlässigen. Wir beseitigen die Ranken und das Unkraut. Wo sich Neuanlagen nötig' machen (länger als 4 Jahre soll man die Beete nicht stehen lasten) bietet der August die beste Pflanzzeit. Von älteren Sorten sind Teutonia und Laxton’s Noble unter den besten zu verzeichnen, während von Neuheiten der letzten Jahre Millionair und Delicata an der Spitze stehen.
Viel Arbeit giebt es im Gemüsegarten. Hier ist zu behacken und Unkraut zu vertilgen, dort zu behäufeln, dicht aufgehende Sämlinge zu verziehen, reise Samen einzuernten Die Raupen des Kohlweißlings sind abzusammeln, wobei das neuerfundene Instrument „Raupengreifer- eine gute Handhabe bietet.
Rr. 180 Zweites Blatt Donnerstag den 3. August
180»
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger
vierteljährlich 2 Mark 20 Pf,, monatlid) 75 Pf^ mit Brmgerloh».
Llle Anzeigeu-Bervnttlun,-stellen M In- an* ÄuiianK, nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger tntg<ye,
Bei Postbezug R Mark 50 Pf,.
-äerteljährlich
trfrtbrf H,fi* Mit »u-n*hme des Kontagi.
«no*h«e mr Anzeigen zu der n*chmittag- für bt» frlgmia Eh erscheinenden Nummer W »er*. 10 Uhr.
Di« Gießener yeeHttenltitUr »erden dem Anzeiger wöchentlich virrmAl btiykgL
Aints- rind Anzeigeblatt für den Tlveis Gieren.
«rd*M»n, Expedition und Druckerei:
^chulstraße Nr. 7.
Gratisbeüagrn: Gießener Familienbiätter, Der hessische Landwirt, Ktätter für hessische Uolkskunde.__________________
Adreffe für Depeschen: Anzeiger Gtetze».
Fernsprecher Nr. 51.
>\ \ >
■ /vv. ML MM
- j.-jiSjai'l
tfrfMi lid £trüA HJiG.
II
BS
U-. V.- w-
■h
• •'< WM
? i । ’/
Zum große« Brande in Marienburg.
(Mit zwei Abbildungen nach unfern Spezial-Photographien von
F. S ch w a r z - Marienburg).
Wir haben bereits ausführlich über das verheerende Feuer berichtet, das am vorigen Mittwoch in Marienburg, der alten Hochmeisterstadt, wütete, und dem ungefähr 50 Gebäude zum Opfer sielen. Einer der ältesten Teile der Stadt ist durch den gewaltigen Brand zerstört worden, und noch immer schlagen aus den Trümmerhaufen Rauchwolken und Flammen empor, die jedoch von der freiwilligen Feuerwehr im Keime erstickt werden. Wir veröffentlichen heute zwei Bilder von den Brandruinen, die nach Photographien unseres dortigen Spezialphotographen F. Schwarz angefertigt sind. Auf dem ersten Bilde sehen wir die hohen Lauben, von welchen der größte Teil vernichtet ist. Unsere Leser erkennen noch deutlich die von Pfeilern getragenen Laubengänge, welche namentlich in den Nachmittagsstunden ein belebtes Bild boten, da sie die Hauptpromenade der Stadt waren und mit ihren vielen Kaufläden einen anheimelnden Eindruck machten. Das andere Bild zeigt die Brandstelle von der Nogatseite. An den hohen
Giebeln im Hintergründe erkennt man unschwer die Ueber- reste der Gebäude an den hohen Lauben. Der eigentliche Brandherd befand sich zwischen den Häusern der hohen Lauben und der Nogat, der Speichengaffe, einer sehr schmalen Straße, die fast vollständig den Flammen zum Opfer gefallen ist.
lieber das Züchtigungsrecht der Lehrer hat der preußische Kultusminister zu dem vielbesprochenen Erlaß vom 1. Mai d. Js. eine längere Erläuterung an die ProvinzialSchulkollegien abgehen lassen. Der Grund für diese Ergänzung liegt wohl darin, daß jener Erlaß viele Irrtümer hervorgerufen hatte, welche die Disziplin in der Volksschule in Frage zu stellen geeignet waren. Der Widerstand gegen die Verfügung des Ministers war so stark, daß einzelne Provinzialregierungen sogar von der Veröffentlichung Abstand genommen hatten. Durch die neue Verfügung, welche wir an anderer Stelle veröffentlichen, und die einer Einschränkung des oben erwähnten Erlasses gleichkommt, wird dem Lehrer ausdrücklich bezeugt, daß ihm gesetzlich ein Züchtigungsrecht zusteht. Unrichtig war die Auf-
Wir säen jetzt auch Kohlrüben aus und machen später im September eine zweite Aussaat. Als Gemüse sind Kohlrüben sehr delikat und im Geschmack den echten Kastanien, den Maronen, gleich.
Sollen wir den Kohl abblatten oder nicht? Viele Hausfrauen haben eine gewisse Begierde darnach. Später wundern sie sich, wenn die Köpfe klein bleiben, die Kohlrüben holzig, Rotebeeten hell und nicht süß sind, und wie die Klagen alle lauten, die der Samenhändler anhören muß, ohne auch nur im geringsten Schuld an der Sache zu sein. Es ist ja so leicht, einen Vergleich zwischen geblattetem und ungeblattetem Kohl zu machen, und wer dies einmal gethan hat, der — blattet eben nicht wieder.
Durch Stecklinge vermehrt man jetzt namentlich Pelargonien, Chrysanthemum und Penftemon, auch verschiedene Arten Stauden. Man nimmt Töpfe von 10 Zentimeter oberer Weite, giebt ihnen eine gute Scherbenunterlage, füllt dann lockere, mit Sand vermischte Erde ein, und steckt die mit scharfem Messer abgeschnittenen Stecklinge vorzugsweise dicht um den Rand dieser Gefäße. Wenn man in der Mitte einen kleinen, möglichst porösen Topf einsetzt und diesen mit Wasser gefüllt hält, so ist man sicher, daß der Erde immer die nötige Feuchtigkeit zugeführt wird. Es genügt schon, die Töpfe im Freien halbschattig aufzustellen, doch erfolgt die Bewurzelung besser auf der Fensterbank eines Zimmers oder in einem kalten Mistbeete. Auch immergrüne Dekorationspflanzen, z. B. Myrten, Goldorangen, Evonymus, Kirschlorbeer und ähnliche, lassen sich jetzt leicht durch Stecklinge, aus jungenTriebspitzen geschnitten, vermehren.
Stecklinge dieser immergrünen Pflanzen werden am besten in flache Holzkistchen gesteckt; sie brauchen längere Zeit zur Bewurzelung, als die Stecklinge der obengenannten krautartigen Blutenpflanzen.
fassung des Ministerialerlasses in der Hinsicht, daß angenommen wurde, die Lehrer dürften Züchtigungen unter allen Umständen nur nach vorheriger Besprechung mit dem Schulleiter vornehmen.
Der Minister erkennt jetzt an, daß sehr wohl Fälle vorkommen können, in denen eine sofortige Ausübung des Züchtigungsrechtes am Platze ist, bezw. in denen im Interesse der Disziplin eine vorherige Besprechung nicht durchgeführt werden kann. Denn es hat dem Minister völlig ferngelegen, durch jenen Erlaß eine Lockerung der Disziplin eintreten zu lassen, im Gegenteil, diese soll unter allen Umständen gewahrt bleiben. Leider sind ja die Fälle nicht selten, daß Kinder eine Disziplin nur in der Schule erfahren, denen eine häusliche Disziplin ein fremder Begriff ist. Für solche Kinder, besonders wenn sie böswillig und verwahrlost sind, muß die Schulzucht ganz besonders nachhaltig werden können.
Ernste Worte richtet der Minister an die Eltern und ermahnt sie, die Lehrer in ihrer Thätigkeit wirksam zu unterstützen. Hoffentlich werden die Fälle immer seltener, in denen die Eltern eine feindselige Haltung gegen die Schule
Jetzt, wo die Bäume noch vollbelaubt stehen, und im Garten nicht allzuviel drängende Arbeiten auszuführen sind, sehe man sich seinen Baum- und Gehölzebestand genau an. Man erkennt jetzt überall leicht dürre oder krankhafte Aeste, die entfernt werden müssen, welche man aber im Winter, wenn die Bäume kahl stehen, oft schwer oder garnicht herausfindet. Diese Aeste werden am besten jetzt entfernt. Ferner erkennt man nun, ob eine Gehölzegruppe zu hoch oder massig geworden ist, sodaß sie in der Nähe lieguide Beete zu sehr beschattet oder einen malerischen Aussichtspunkt beeinträchtigt; man kann dann durch entsprechendes Auslichten leicht Abhilfe schaffen. Auch Lücken in den Gehölzegruppen sind jetzt am besten herauszufinden. Diese Lücken werden durch einen eingesteckten Pfahl oder ein anderes Zeichen gekennzeichnet und später zur Pflanzzeit durch geeignete Zwischenpflanzungen beseitigt. In großen Parks bezeichne man sich jetzt auch, und zwar am besten durch ein kleines Zeichen in die Rinde, etwa überflüssig oder sonst hinderlich gewordene Bäume, die im Winter entfernt werden sollen.
Der Landwirt schaut auch in Bälde nach dem Bezug von Wintergetreide-Aussaat aus. Als die beste Neuheit der letzten Jahre hat sich der Schlaraffen-Roggen, und vom Weizen der verbesserte Golden Drop bewährt.
Zum Schluß noch ein Wort über den Obstgenuß von Kindern. Man liest oft in den Zeitungen von Erkrankungen, die durch Wassertrinken nach genossenem Obst auftreten. Manche Eltern, ängstlich gemacht, entziehen ihren Kindern deshalb das gesunde, wohlschmeckende und blutreimgende Obst. Das ist nicht nötig. Man merke: Immer mit dem Obste gebe man den Kindern Brot zu essen. Merkwürdiger- luen'e entsteht dann kein Durstgefühl.
I. C. Schmidt in Erfurt.


