Ausgabe 
2.11.1899 Erstes Blatt
 
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Sie danke» ferner Ew. Majestät Regierung dafür, daß die Vorlage einer bedeutenden Verstärkung unserer Seemacht nunmehr dem Reichstage vor- gelegt werden soll. Angesichts der Notwendigkeit, die Zukunft unseres Geliebten Vaterlandes sicher ,u stellen, werden alle Bedenken schweigen, »ir sprechen die zuversichtliche Hoffnung aus, daß da« deutsche Volk die für eine starke deutsche Flotte erforderlichen Opfer willig tragen **> Allezeit Heil dem Kaiser I

I. A. Claß Rechtsanwalt.

Drahtung an Staatssekretär Dr. Leyds.

viertausend deutsche Männer und Frauen, die sich auf Einladung des Rhein-Main-GaueS des Alldeutschen Verbands heute in Mainz ver­sammelt haben, sprechen ihre tiefste Entrüstung über den gott- und rechtlosen Angriff der Engländer auf die Unabhängigkeit Transvaals aus und wünschen den tapferen todesmutigen Buren Sieg und Freiheit.

I. A. Claß Rechtsanwalt.

Oesterreicher Kundgebung.

viertausend deutsche Männer und Frauen jubeln dem unter ihnen »eilenden deutsch-österreichischen Reichsratsabgeordneten Wolf, in dem He den Gedanken der deutschen Gemeinbürgschaft verkörpert sehen, be- Geistert zu, geloben ihren Brüdern in Oesterreich in ihrem schweren Kampfe um die deutsche Vormachtstellung Treue bis in den Tod und sprechen die Erwartung aus, daß sie ausharren im Kampfe, bis der Sieg entschieden ist.__

Vermischtes.

* Köln, 31. Oktober. Die Regierung veröffentlicht eine Po ltzeiverordnung, wonach im Gebiet des Sieben­gebirges, in Teilen des Siegkreises, sowie des Bonner Kreises Steinbrüche, Fabriken usw. nicht mehr neu angelegt oder errichtet werden dürfen. Nachdem der Verschönerungs-Verein für das Siebengebirge, um diese doch gewiß herrliche Rheinlandschaft vor einer weiteren Ver­wüstung durch die Steinbrüche zu retten, das Enteignungs­recht sowie die Erlaubnis für mehrere Lotteriekollekten er­halten hat, wurden in den letzten Tagen massenhaft Stein­brüche angelegt und größere Konsortien zu spekulativen Zwecken gebildet. Die Verordnung tritt diesem Treiben entgegen und bildet einen heimlich vorbereiteten wuchtigen Schlag gegen die schamlosen Spekulationen.

* 33on der Mosel, 31. Oktober. Ueber die Wein- Ernte-AuSsichten an der Mosel läßt sich im allge­meinen sagen, daß das Wachstum besser ist als im ver­gangenen Jahre. Wenigstens sind die Trauben reifer ge­worden als 1898, und wenn das gute Wetter während der in den nächsten Tagen bevorstehenden Lese anhält, wird der Herbst einen brauchbaren Wein bringen. Auch die Menge ist erheblich größer als im Vorjahre, wenn auch in einzelnen Gegenden sehr verschieden. An der unteren Mosel hat z. B. das Oidium viel geschadet und das Mengeverhältnis eingeschränkt. Im Durchschnitt wird man an der Mittel­und Obermosel auf einen halben bis zweidrittel Herbst rechnen dürfen. Der Sauerwurm hat sich nicht so sehr ge­zeigt wie im letzten Jahre, obgleich einige Gemarkungen auch genug darunter gelitten haben. Es find dies aber wieder diejenigen, in denen nicht oder doch nicht sorgfältig genug geschwefelt worden ist.

Plauen, 30. Oktober. Der Thäter des vor acht Tagen verübten Postdiebstahls von 8600 Mk. ist in der Person be$ Postassistenten Espig entdeckt worden.

* Rudolstadt, 30. Oktober. Die Denkmäler-Ver- stümmelung in Berlin macht Schule. In Rudolstadt wurde die Büste des Schillerdenkmals auf der Schillershöhe von ihrem Postament gehoben und zu Boden geworfen.

Berlin, 31. Oktober. Gegen das freisprechende Erkenntnis im Prozeß gegendenKlub derHarm- loseu hat die Staatsanwaltschaft Revision an­gemeldet. Ob dieselbe aufrecht erhalten und begründet werden wird, dürfte sich erst entscheiden, wenn das Urteil ausgefertigt sein wird.

* Berlin, 31. Oktober. Der 15 jährige Arbeitsbursche Franz Wegener, der seine 83 Jahre alte Großmutter zu ermorden und berauben versuchte, wurde zu acht Jahren Gefängnis verurteilt.

* Rheinfelden (Baden), 29. Oktober. Gestern abend 8 Uhr wurde in der Nähe der Stadt die 11jährige Bertha Zipfler von einem fremden Mann vergewaltigt und als sie sich zur Wehr setzte, durch einen Stich in den Unter­leib lebensgefährlich verletzt. Der ruchlose Thäter wird als elegant gekleideter Mann im Alter von 30 bis 35 Jahren beschrieben. Die Staatsanwaltschaft hat auf seine Er­greifung eine Belohnung von 500 Mk. ausgesetzt.

* NewHork, 30. Oktober. Der DampferCity of Augusta" stieß in North River mit einem Fährboot zu­sammen. Letzteres sank. 120 Menschen fielen ins Wasser, davon sind vielleicht 60 ertrunken.________

Kirche und Schule.

Essen, 30. Oktober. Wie dieRhem.-Westf. Ztg." mitteilt vecden die Schulferien in Rheinland und Westfalen »anmehr in folgender Weise abgeändert werden: Die großen Spät­sommerferien beginnen 14 Tage früher und zwar am 3. August und lauern 8 Taae länger, also fünf Wochen. Für Ostern werden 14, für silingsten 8 Tage festgesetzt. Damit werden die Ferien in Rheinland und Westfalen auf denselben Umfang gebracht wie im übrigen Preußen, dem sie bisher um 3 bis 4 Tage nachstanden. Die Provinzialschulbe- hiocden Rheinlands und Westfalens haben sich bereits grundsätzlich über di e obige Abänderung mit einander geeinigt, nur daß Westfalen die -r-oßen Ferien schon ein paar Tage vorher, also Ende Juli, begonnen sehen möchte. Nach Einigung über diese sekundäre Frage dürfte die Zu- p.mmung des Ministeriums, an das die Eingabe bereits unterwegs ist, «liSbald erfolgen. Von einer zeillichen Zusammenlegung der rheinisch- vsstfälischen Ferien mit denen der übrigen Monarchie dürfte zunächst ab- je lehen werden.__

Universität und Hochschule.

Errinnyt: Dr. P. Duden, Privatdozent der Chemie an der llniiversität Jena zum außerordentlichen Profeffor. Der außerordent­

liche Proseffor in der philosophischen Fakultät Kiel Dr. Sarrazin zum ordentlichen Profeffor für neuere Sprachen.

Berufenr Dr. jar. H. Schuhmacher in Berlin als außer, ordentlicher Professor an die Universität Kiel. Er soll an derselben die staatswiffenschaftlichen Disziplinen in Vorträgen und Hebungen neben den beiden Fachprosefforen vertreten. Diese Berufung kommt über, raschend, da die Professoren Seelig und Hasbach das Fach der Staats­und Kameralwissenschast in ausgezeichneter Weise gelehrt haben. Ihnen steht auch noch Dr. Tönnies, der bekannte Soziologe zur Seite. Der Profeffor Dr. Mez aus Breslau zum außerordentlichen Profeffor der Botanik an die Universität Halle. Er tritt an die Stelle von Prof. Dr. Zopf, der nach Münster geht.

Habilitiert: In oer naturwiffenschaftlichewmathematischen Fakul­tät Heidelberg Dr. M. Bodenstein.

Gestorben: Dr. med. Kroner, Dozent für Frauenheilkunde an der Breslauer Universität. Kroner war 1854 geboren.

Verschiedenes: Der Direktor der chirurgischen Klinik zu Gießen Professor Dr. Bose kam aus Gesundheitsrücksichten um seine Pensio­nierung ein. Herrn Dr. Liebmann wurde auf Grund seiner Probe­vorlesung von der philosophischen Fakultät der Universität Leipzig die venia legendi für Mathematik erteilt. Wie dieAllg. Ztg." erfährt, gedenkt der städtische Bauamtmann Gr ässe! einer Berufung an die Münchener Technische Hochschule als Nachfolger deS kürzlich verstorbenen Professor Dr. Wittmann keine Folge zu leisten. Der ordent- l'che Professor an der Universität Halle, Dr. Strauch, ist zur Wiederherstellung seiner Gesundheit für diesen Winter beurlaubt. Bei dem am 31 Oktober, vormittags 11 Uhr, tn Leipzig statt- fwdenden R ktoratSwechsel geht das Reklorat der UnioeisitSt von H-rrn Geh. Ktrchenrat D. Hauck auf Herrn Geh. Hosrat Professor Dr. Kirchner über. Die Dekanate der vier Fakultäten gehen in andere Hände über. Vom 1. November ab werden Dekane: In der theo­logischen Fakultät an Stelle des Herrn Profissor D. Rtetschel Herr Professor D Hetnrici, in der jurist.schen Faku tät an Stelle des Herrn Geh. Hof rat Professor Dr. Sirohal Herr G.h. Hofrat Dr. Binding, n der medizinischen Fakultät an Stelle des Herrn Geh. Rats Pro- f ssor Dr. H>8 Herr Geh. Medizinalrat Professor Dr. Hofmann und in der philosophischen Fakultät an Stelle des Herrn Proseffor Dr. Mayer Herr Proseffor Dr. Sievers.

Kirchliche Nachrichten.

«vaugelische Gemeinde.

Donnerstag den 2. November, abends 8 Uhr, im unteren Saal des neuen Gemeindehauses (Kirchstraße): Bibelstundt. 1. Brief des Petrus, Kap. 1, Vers 1 bis 12. Pfarrer Dr. Grein.

Donnerstag den 2. November, abends 6 Uhr, im oberen Konfirmarrdensaal, Kirchstraße, Vereinigung der kon­firmierten weiblichen Jugend der Matthäusgemeinde, wozu auch die Neukonfirmierten eingeladen werden.

Freitag den 3. November, abends 8 Uhr, in der Stadtkirche: Vortrag des Herrn Missionars Bohner aus Kamerun über die deutsche Kolonie Kamerun und die Ausgabe der Mission daselbst.

Für die Baseler Mission werden freiwillige Gaben beim Aus­gang aus der Kirche entgegengenommen.

Handel und Verkehr. Volkswirtschaft.

Frankfurter Börse vom 31. Oktober.

Wechsel auf New-York zu 4.19i/2-201/2-

Prämien auf Kredit per ult. November 1.95 / , do. per ult. Dez. 3.50V , Diskonto Kommandit per ult. Nov. 1.60'/ , do. per ult. Dez. 2 5Op/o, Lombarden per ult. Nov. 0.750/», do. per ult. Dez. 1.20-/o> Staatsbahn per ult. Dez.o/o.

Notierungen: Kreditaktien 232.20-231.50, Diskonto-Kom­mandit 192.20-10, Staatsbahn 142.20-10, Gotthard 143., Lom­barden 32.70, Ungar. Goldrente 97.60, Italiener 92.90, 6prozentige Mexikaner, 3proz. Mexikaner 25.70, Oesterr. Coupons 84Vr, Amerik. Coupons 4.18V«, Privat-Diskont 51/4/0 G.

11/4 bis 23/4 Uhr: Kredit 231.50-231-221.30 Diskonto Kom­mandit 192.20-191.80, Staatsbahn 142.10, Lombarden 32.60-50, Cazo Hegenschiedt.,

Limburg a. d. Lahn, 31. Oktober. Frucht markt. Durch­schnittspreis pro Malter. Roter Weizen 13.30 Mk., Weißer Weizen 11.60 Mk., Korn 10.10 Mk, Gerste Mk., Hafer. Mk., Erbsen

Mk., Kartoffeln -.- Mk.

Viehmärkte. In der abgelaufenen Berichtswoche herrschte auf allen süddeutschen Märkten ein sehr lebhaftes Geschäft. Der Zu­trieb an vollfleischigen, ausgemästeten Tieren war an allen Plätzen ein sehr zufriedenstellender und fand diese Ware auch glatten Absatz. Aber auch in mäßig genährtem jüngeren Vieh war große Auswahl vorhanden, und fand gerne Abnehmer. Feinste Mastkälber und Saugkälber, sowie auch 2. Qualität waren genügend vorhanden und wurden gerne ge­nommen. Mastlämmer, Masthämmel, ältere Mastschafe, Schweine, voll­fleischig und gut gemästet waren überall sehr begehrt und wurden schlank abgesetzt. Die Preise anziehend und fest auf dem Niveau der Vorwoche sich haltend.

Zahlungseinstellungen.

Konkurseröffnungen: Fritz Hohmann & Co., Berlin; Sommer & Saphir Nachf., Berlin; Ackerer Nik. u. Job. Ketzinger, Hessdorf (Busendorf); F. C. Alfr. Lauenstein, Ober-Ramstadt (Darmstadt); Tischler Emil Schäfer, Dresden; Mühlenbesitzer Hermann Gottlieb Hartenstein, Künsdorf (Elsterberg); Nachlass des Lor. Prudhomme, Rommelflngen (Einstiegen); Herdfabrikant Joseph Fillian, Zeiskam (Germersheim); Schuhwarenhändler Alb. Kowalski, Hof; Gastwirt Casimir Bendzinski, Inowrazlaw; Schneider Heinrich Glingener, Letmathe (leerlohn); Ingenieur Jos. Engels, Krefeld; Fischer & Oethig, Glashütte i. 8. (Lauenstein); Gärtner Franz Rich. Knauer, gen Seyderhelm, Limbach; Kaufmann William Walter Martin Lössnitz; Sohachtmeister Karl Friedrich Ludwig Hass, Bredebro (Lügumkloster); Spezereihändler Joseph Deicheibohrer, Mannheim; Händler Karl Schlegel, Nürnberg; Maler Ernst Jetter, Pirna; Kauf­mann Ludwig Kausch, Saarbrücken; Seifenhändler Max Illing, stollberg i. Erzgeb ; Restaurateur Joh. Löffler, Stuttgart; Zapfwirt Ignaz Wiedomer, Villingen; Kaufmann Herrn. Goldstrom, Wittenberg; Kohlenhändler Emil Maier, Ingenheim a. d. B. (Zwingenberg, Hessen). Wöchentliche Üebersicht der Todesfälle in Gießen.

43. Woche. Dom 22. bis 28. Oktober 1899.

(Einwohnerzahl: angenommen zu 24 500, inkl. 1600 Mann Militär.) Sterblichkeitsziffer: 6,36, ohne Abzug der Ortsfremden 2,120/^.

Kinder

Es starben an: Zusammen: Erwachsene: im vom

1. Lebensjvhr: 2.15. Jahr:

Gehirnentzündung 1 1

Unterleibsentzündung 1 (!) 1 (1)

Unterleibstyphus 1 (1) 1 (1)

Summa: 3 (2) 2 (2) 1

21 nm. Tne in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen.

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Neueste, Meldungen.

Depeschen des Bureau .Herold'.

Berlin, 1. November. Der Kaiser ist gestern abend kurz nach 10 Uhr im Neuen Palais bei Potsdam ein- getroffen.

Hamburg, 1. November. Ein englischer Werber versuchte gestern abend einen Altonaer Kutscher für

Südafrika anzuwerben und versprach ihm den Unter- ofsizters Rang und hohen Solo. Als nach einem Schutz- manne geschickt wurde, flüchtete bet Agent.

Wien, 1. November. Der Pionier-Hauptmann Trimmel wurde zum Militär-Delegierten Oesterreich­beordert" * inS fische Haupt-Quartier nach Südafrika

Wien, 1. November. Zahlreiche dalmatinische Gemeinden wandten sich telegraphisch an den Minister des Aeußern, damit derselbe für die vielen in den Minen Transvaals und Kapstadts beschäftigten dalmatinischen Ar­beiter interveniere.

Brünn, 1. November. Der Ausschuß des deutsch­nationalen Vereins in Brünn sprach den Buren seine vollste Sympathie aus und beschloß die Ein leit ung von Geld­sammlungen für die Buren.

Rom, 1. November. Die sensationelle Beschlag­nahme des Osservatore Romano erfolgte wegen eines Artikels, der direkt die Staatsform angriff.

Mons, 1. November. Einige hundert Gruben­arbeiter von Paturages sind seit gestern aus- ständig und fordern 20 Prozent Lohnerhöhung.

Paris, 1. November. In politischen Kreisen wird die Niederlage der Engländer lebhaft erörtert. Man behauptet, daß die Engländer infolge dieser großen Niederlage eine neue Taktik gegen die Buren einschlagen werden, nämlich, daß sie von Lorenzo Marquez Besitz ergreifen werden, um ihre Truppen von dort aus nach Transvaal zu schicken.

Bom Kriegsschauplatz.

London, 1. November. Nach einer Meldung aus Lady­smith von Montagnacht haben die Buren nach dem Rückzug der Engländer alle Stellungen wieder besetzt, aus denen sie verdrängt worden waren. Gestern er­öffneten die schweren Geschütze der Buren, von denen man geglaubt hatte, daß sie zum Schweigen gebracht seien, ihr Feuer von neuem und warfen Granaten in die Stadt. Nach einemDaily News-Telegramm" aus Prätoria beträgt die Zahl der gegenwärtig dort untörge- brachten englischen Gefangenen einschließlich der Husaren - Schwadron 250 Mann. (?) Nach einer Meldung der Central-News aus Kapstadt haben die dortigen Behörden alle feindlichen Kundgebungen gegen den Obersten Schiel, der als Gefangener gestern dort eintreffen sollte, streng untersagt. Nach einemDalziel- Telegramm" aus Lorenzo Marquez ist eine starke portugiesische Truppenmacht an der Trans­vaal-Grenze eingetroffen. In London selbst wirkten die letzten authentischen Meldungen geradezu niederschmetternd. Ein in der ver­öffentlichten Form unverständlicher Passus der White'schen Depesche, wonach ein irischer Soldat mit der Parlamentär- flagge in der Hand um Hilfe bei der Beerdigung der Toten bat, wird dahin ausgelegt, daß es sich in Wahrheit nicht um die Gefangennahme, sondern um die völlige Aufreibung der beiden Bataillone und der Batterie und Gefangennahme der Ueberlebenden handelt. Besondere Besorgnis erregt der enorme Verlust von 42 Offizieren. Die englische Stellung in Natal gilt für verloren. Man ist auf die Nachricht von der Einnahme von Ladysmith und einen entscheidenden Sieg des Generals Joubert gefaßt und befürchtet einen Afrikan­der-Aufstand in der Kap-Kolonie. Einige hochgestellte Per­sönlichkeiten, welche gestern im Kriegsministerium vorsprachen, kamen sehr niedergeschlagen heraus. Man glaubt, das Kriegsministerium halte mit Besorgnis erregenden Details zurück.

Loudo«, 1. November. Der Minister Chaplin hielt in Manchester eine Rede, in welcher er sagte, Deutsch­land habe zweifellos eine freundliche Haltung gegenüber England gezeigt. Auch der deutsche Kaiser habe den Wunsch nach englischer Freundschaft an den Tag gelegt. Das sei eine große Gewähr für die Er­haltung des Friedens.

London, 1. November. Zwischen dem Kriegsamt, dem Kolonialamt und Kapstadt findet ein reger Depeschen­wechsel statt. Weitere Truppenabteilungen werden zur Einschiffung nach Südafrika bereit gehalten.

London, 1. November. Zwei Bataillone von Al­dershot erhielten Befehl, sich zur Einschiffung nach Südafrika bereit zu halten. Das Kriegsamt hat den Befehl gegeben, daß die ersten Bataillone der Regimenter Suffolk, Essex und Derbyshire für den Krieg in Südafrika mobil gemacht werden.

London, 1. November. Vor dem Gebäude des Kriegsministeriums harrt eine große Menge von Angehörigen der in Afrika kämpfenden Mannschaften auf die Verlustliste. Viele Frauen und Kinder sind dar­unter, deren Anblick herzzerreißend ist.

London, 1. November. Das Kabel zwischen Lorenzo Marquez und Mozambique ist zerrissen, ob ab­sichtlich oder zufällig, ist unbekannt. Ein Schiff ist von Durban zur Reparatur abgegangen. DieCastern Tele- izraph-Kompany" erklärt, daß diese Störung keinen Verzug bedeute, da die Depeschen aus dem westafrikanischen Kabel geschickt werden können.

Für die vom Hochwasser Beschädigte» sind noch eingegangen: Dr.H.B. 3JL, Bremfer Kn.l^L, Ung,rannt I JL Summa o Insgesamt 542.66 JL

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