Ausgabe 
2.2.1899 Erstes Blatt
 
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«ischen Fakultät Gießen überreichte in längerer Ansprache das Diplom als Ehrendoktor der medizinischen Fakultät der Universität Gießen. Die Abteilung für öffentliche Gesund­heitspflege überbrachte durch die Herren Geh. Ob.-Med.- Rat Dr. Pfeiffer, Geh. Ob.-Med.-Rat Dr Neidhart und Ob.-Med.-Rat Dr. Lorenz ihre Glückwünsche. Der ärzt­liche Verein Darmstadt und der ärztliche Kreisverband Friedberg ließen durch die Herren Geh. Med.-Rat Dr. Draudt rmd Geh. Ob.-Med.-Rat Dr. Pfeiffer ihre Glückwünsche darbringen. Namens der Abteilungen des Finanzministe­riums gratulierten die Herren Geh. Rat Schäffer, Geh. Rat Michell, Min.-Rat Willbrand, Min.-Rat Deisler, Geh. Ob.-Fin.-Rat Ewald und Geh. Ob.-Baurat Meyer. Schrift­liche Glückwünsche sandten u. a. Fürst Isenburg-Büdingen, Se. Exz. Dr. Neidhart-Berlin, der Generalarzt der Armee Dr. Coler Exz.-Berlin, sowie der Vorstand des Krieger­vereins Darmstadt.

Aus der Zeit für die Zett.

Vor 199 Jahren, am 2. Februar 1700, wurde zu Juditten bei Königsberg der Dichter und Grammatiker Johann Christoph Gottsched geboren, der sich berufen fühlte, tber alle poetischen Erscheinungen zu Gericht zu sitzen. Als Professor an der Universität zu Leipzig gründete er dort eine deutsche kritische Zeitschrift, die unter dem NamenDie ver­nünftige Tadlertn" lange Jahre bestand. Gottsched war geraume Zeit der gefeierte Kunstrichter de» Norden», sein Urteil galt als unfehlbares Gesetz de» Geschmackes, bis end« lich Lessing seine Autorität und angemaßte Diktatur in Stücke schlug, als er Klopstock verhöhnte. Er starb am 12. De­zember 1766 in L ipzig.

Gingesandt.

Gießen, 31. Januar 1899.

Wie aus einer der letzten Nummern dieses Blattes hervorgeht, soll eine Eingabe an den evangelischn Ktrchenvorstand gerichtet werden, daß er seinen zweimaligen Beschluß widerrufe und die biadtktrche wieder für Aufführung von Oratorien hergebe. WeShaib muß denn gerade die evangelische Kirche der Konzertsaal sein? Sie

istS nur zur lang gewesen. ES werben doch nicht allerorten wenn auch an manchen die Oratorien in der Kirche aufgesührt. WeS- h«lb wird nicht vielmehr in der Verweigerung der Stadtktrche ein Antrieb erblickt zur weiteren Förderung der Erbauung eine» SaalbaueS? Stünde der schon, so würde, glauben wir, «in derartiges Anfinnen überhaupt nicht gestellt werden. Wetzhalb soll «8 nicht möglich sein, da» vor Jahren leider gescheiterte Projekt nunm V zur Ausführung zu bringen? Unsere Bevölkerung ist doch opferwillig genug, wie die Errichtung deS VolkSbadeS gezeigt bar, das zur Hälfte auf Zeichnungen hiesiger Einwohner, vorab der Unt- oersitätsangebörigen, gegründet ist.

Etn Bedürfnis ist ein Saalbau zweifelsohne, sofern damit auch ein Theatersaal mit großer Bühne v-rbunden wird, denn trotz der stattgehabten Verbefferung lassen unsere Theaterräume und besonders die Bühne doch noch recht viel zu wünschen übrig. Mair denke auch daran, daß der j.tzt beginnenden FastnachtSveranstattungen halber die Theateraufführungen etwas seltener werden, weil Mangel an großen Sälen ist, man denke endlich auch an den bisher, trotz seiner verzwickten Ausgänge, immer noch zu Konzertzwecken verwendeten Saal des GefellschafiSoerrins.

Nur frisch und mutig ans Werk! Denn biS auf die bisher betriebene Art und Weife das nötige Geld zusammenkommt, wird noch sehr, sehr viel Wafler die Lahn hinunter fließen müssen. Auch ein Mitglied der evangelischen Gemeinde Gießen.

Gießen, 31. Januar 1899. Geehrte Redaktion!

In der gestrigen Nummer Ihre« werten BlatteS befindet sich ein Eingesandt deS Herrn Präcepior Lucius in Forsthaus Echzell.

Um nun Mißdeutungen zu vermeiden, teile Ihnen hierdurch ergebtnst mit, daß die Anlage bei Herrn Lucius nicht von mir auSgeführt worden ist, sondern von einer Hanauer Konkurrenz Firma. Ich habe, um falschen Ansichten des Publikums über die Acetylen- Beleuchtung infolge deS Artikels in Ne. 23 Ihre« geschätzten Blattes zu begegnen, Herrn LuciuS zudem fragl. Eingesandt selbst veranlaßt, und glaube ich im Etnoerständniffe deS Herrn Präc<p!orS zu handeln, wenn ich Sie bitte, diese Zeilen an gleicher Stelle, wie da« gestrige Eingesandt des genannten Herrn, in Ihr wertes Blatt aufzunehmen.

Hochachtungsvoll

Acetylen-Apparate Fabrik Gießen.

R. Welkoborsky.

Neueste Meldungen.

Depeschen des BureauHerold".

Berlin, 1. Februar. Die Wahlprüfungs-Kom- Mission des Reichstages hat gestern abend die Wahl

der Abgeordneten Graf Kanitz (kons.), Kellner (natl.), v. Manteuffel (kons.), Müller-Fulda (Centr.), Müller- Meiningen (frs. Volksp.), Münch-Barby (natl.), Prinz Hohenlohe (b. k. Frakt.), Holtz (Reichsp.), Pierson (Els.) und Rickert (frs. Ver.) für giltig erklärt, lieber die Wahl des Abgeordneten Sachse (Soz.) soll Beweis erhoben werden.

Berlin, 1. Februar. DerLokal-Anzeiger" meldet aus Paris: Das Resultat der Untersuchung der Dreyfus-Sache durch die Kriminalkammer läßt sich folgendermaßen zusammen­fassen: Festgestellt wurde, daß 1894 vom Generalstabe Verrat begangen wurde. Anhaltspunkte dafür, daß Henry und Esterhazy zusammen oder einzeln Verrat geübt hätten, konnten aus dem geheimen Dossier nicht gewonnen werden. Es blieb also das Zeugenverhör und das mit dem Papier des Bordereau identische Pauspapier. Die positiven Ergeb­nisse dieser Untersuchung werden in einem Protokoll auf 1000 Folio-Seiten gedruckt werden.

Fleusburg, 1. Februar. Gestern wurden wiederum 19 dänische Dienstboten aus gewiesen, deren Dienstherren dänische Versammlungen besucht hatten.

Paris, 1. Februar. In politischen Kreisen bildet der Gesetzentwurf der Regierung, die Entziehung des Urteilsspruches der Kriminalkammer, immer noch das Hauptgespräch. Man glaubt allgemein, daß das Kabinett Dupuy über diese Frage gestürzt werden wird, da alle Radikale, Sozialisten und eine große Anzahl Pro- gressisten von der Schattierung Barthous das Gesetz nicht annehmen werden. Jedenfalls wird es im Senat schwerlich durchgehen.

Konstantinopel, 1. Februar. Die Meldungen aus­wärtiger Blätter von einer angeblichen Verschwörung gegen den Sultan werden als vollständig unbegründet bezeichnet.

Sofia, 1. Februar. Die eigentliche Ursache des Todes der Fürstin von Bulgarien war Lungen-Oedem. Das Leichenbegängnis wird wahrscheinlich am Samstag hier stattfinden. Die Beisetzung erfolgt in einem eigenen Mausoleum.

Bürgnmeisti

burUtag C: ,rde in uiw ce wieder^ .er begann1.?, iste, in * taulbach die in i besseres flbcti mb Zigarm - He brachst a je [tat aus, V che &e[ängt«

Bekanntmachung.

Die Rechnung der Stadt Gießen pro 1897/98 nebst V-rwaltungs- bericht, sowie die R chnung des städtischen Gas- und Wafferwerke» und die Rechnung des Stadterweiterungsfonds pro 1897/98 liegen in Gemäßheit bet Art. 87 der Städteordnung während 8 Tagen auf dem Bürger- «Meret-Büreau Zimmer No. 15 zu jedermanns Einsicht offen. Bemerkungen zu denselben können in der angegebenen Frist daselbst erhoben werden.

Gießen, den 31. Januar 1899.

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.

1043 Gnauth.

1048

Athmungsorgane.

863

lirlunintiiiiidjinigni

Unlleinmuiiteii ___- » ,

Empfehl ilngen

Dt<nstag den 7. Februar 1899, 2 Uhr, sollen im Pfandlokale p Gießen, Seltersweg 11, gegen Bar- Wlung versteigert werden:

eine Chaise, mehrere Hobelbänke, Billard, Eicken- und Kiefernstämme Eicken- und Kiesern-Bohlen, ge­polsterte Stühle, Sopha und andere Hausgeräte.

S_______Kemmer, Pfandmeister.

MfchgeschosieneKasen

i « ver Stück 3 Mk.,

, SS pariser Kopfsalat empfiehlt

H. Klotz, Mäusburg 17. ,

Gießen, den 1. Februar 1899.

Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Muhl.

echte

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Bekanntmachung.

Auf dem gestrigen Viehmarkt ist ein gelbes Stier kalb mit weißen Flecken am Kopf stehen geblieben.

Der Eigentümer wird aufgrfordert, seine Ansprüche dahier innerhalb vi r Wochen geltend zu machen.

Frische schwere Susen per Stück 3 Mark empfiehlt 0365

Mldhändler Ebel, Rittergaffe.

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per Schachtel in den Apotheken, Drogerien, Mineralwasserhandlnngcn erhält!.

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MäuSburg 13.

Bekanntmachung.

Dem Ludwig Nicolai von Nutzbach, z. Zt. mit unbekanntem Aufenthaltsort abwesend, ist aus drm Nachlaß der Daniel Moog Witwe in Gießen durch Testament derselben em Eibteil angefallen. Derselbe mrd aufgefordert, seine Erbansprüche

innerhalb 6 Wochen bti unterzeichnetem Gericht geltend p! machen, widrigenfalls er bei der ffibverteilung nicht berücksichtigt ««den würde.

Außen, 28. Januar 1899.

GroßherzoglicheS Amtsgericht.

Neuenhagen. 1026

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Wildhändler Hormarm, Mäusburg 6.

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