Ausgabe 
31.12.1898 Erstes Blatt
 
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Str. 307

Erstr » Blatt.

Samstag den 31. December

1898

Orfchkint täflfl<6 mit ÄuJnabmc bed SRoiitag».

Die Gteßeuer Aamisieab kälter »erden dem Anzeiger wöchentlich viermal beigelegt.

Gießener Anzeiger

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Fernsprecher Nr. 51.

Hessische Todtenschau aus dem Jahre 1898.

(Nachdruck verboten.)

2 3anuar. Bürgermeister und LandtagSabgeordueter Adam Pittyaa zu Zotzenheimer Mühle bei Sprendliogen In Rh., 75 Jahre alt. 3. Januar. Dr. Philipp Rad Flank, Reallehrer i. P. in Darmstadt, 62 I. 4. Januar. Pfarrer ®g. Hrlbig tu Ma'uz, 67 I. 6 Januar. Apotheker Wilhelm Braun tu Gießen, 74 I. 8 Januar. Fabrikant Emil Pirazzi (all Dichter bekannt) tu Offenbach, 65 I. 18. Januar. Proseffor Dr. Rudolph Adamh, Museums- tuspretor iu Darmstadt, 47 I. 14. Januar. Major a. D. Bustav Schueler (all Militärschrtflsteller bekannt) tu Nieder« Ingelheim, 67. I. 16. Januar. Geheimrarh Frtedrtch Ritchler, Prästdent bei vetwaltungsgettchtshoses in Darmstadt, 74 I. 20. Januar. Dr. Ludwig Glaser, Realschullehret t. P. (früher tu Vtngeo und Worms) gtst. tn Mannheim, 80 Jahre. 24. Januar. Rad Michel, Großkaufmann iu Mainz, 62 I 28. Januar. Hosschausptder Hermann Butterweck iu Darmstadt, 82 I.

6. Februar. Pfarrer Wilhelm Tcriba tu Darmstadt, 81 I. 11. Februar. G H. Vtaatsrath Rad von Werner, Ober- ceremonieometster in Darmstadt, 64 I. 23. Februar. Gymnasiallehrer Dr. Wilhelm Schmidt in Darmstadt, 66 I.

1 Mürz. G-h. F navzrath Ludwig Mevgel tu Darm« fiadt, 87 I. 7. März. Geh Obersteoerrath t. P. Franz Eugtsch iu Darmstadt, 69 I. 10 März. Medietualrath Dr. Lhrtstiau Ratser in Worml, 62 I. 18. März. Pfarrer Emil P'aff in Hahnheim, 46 I. 24. März. Rretlschuliuipeetor Joh. Rrflaex tu Bingen, 67 I.

6. April. Grtstl. Rath Gg. Jak. Brentano, Dekan tu Heldenbergen, 80 I. 8 April. Gr. Forstmeister t. P. Hermann Reuß, gest. tu Frankfurt, 72 I. 10. April. Braurretdirector Gg. Oertge tu Worms, 67 I. 18. April. RreiSamtmann Sugust Schenk tu Darmstadt, gest. iuJeuo, 33 I.

9. Mat Dr. Eduard H<her, Oberforstmetster t. P. tu Darmstadt, 79 I. 10. Mat. Oberivgeuieur Rarl Selbe,t tu Worms, 61 I. 12. Mat. Rad Racks, ehe«. Bürger- « ister von Mainz, gest. tu Bodeuhet«, 73 I. 12. Mat. Dekau Gg. Frtedr. Schuster iu Glauberg, 65 I. 22. Mai. Forstmeister Berthold Weidig in Lauterbach, 71 I. 23. Mai. Geh. Baurath Theodor H-Yl tn Mainz, 66 I.

7. Zimt. Rechnungsrath W Ihelm Jost tu Darmstadt, 62 I. 13. Juut. Dr. Rad Tenuer tu Darmstadt. 17. Juni. Professor Dr. Wilhelm Uhrtg tu Darmstadt, 74 I. 22. Juut. «ttgeordurter Dr. Elaudtul Geier tn Mainz, 65 I. 27. Juni. Oterarutldchrer Rarl Tasche tu Seltgeustadr, 44 I. - 28. Juut. Geh. Rircheurath Dr. Ludwig Walther tu Ntcderingelhetm, 76 I.

5 3*0. Geb. Reg. Ratd, Laodtagsabg. Rad Hechler in Darmstadt, 58 I - 18. Juli. Rtrchentath Rad E.llartu» iu Gttß u, 85 I. - 27. Juli, «ürgermetster Jakob Rraul tu Seltgeostadt, 49 I.

18. August. Valentin Funk, Lehrer I. P. in Stehrn, 71 I 26. Sugust. Dirretor I. P. Fiedler in Darm- stadt, 72 I. 81. August. Schulrath Ferd. Marx, Turn- tutveetor. P. in Darmstadt, 73 I. ,

10. September. Proft stor Dr. Häling la Bensheim, 64 I.

5. Oeiober. Medtciaalrath Dr. Alfons Teuoer tu Darm­stadt. 25. Octoder. Regierungsrath Jo^ta^eßeu. - 25. Octoder. Pfarrer Balrutiu Strauh iu Abenheim, 60 I. 31 Oktober. Rrgirruoglrath Dr. Robert Hofmann in

SDaCT8taS»eaelet. Dr. Rarl Schoetdir, Dhrtcior b. Brant», otab.mir tn «arm», 70 I. - M SRooember 3=W Dr. Bitttl, Katar in fflorml, 62 I. - 23. Rane-btr. Farfttntp-ctor P-ttr «iStm.ytr in Main,, 77 I. - 24. Ko». Bfarrer Fr. Lad-. Saht tn Offtnba», 61 I. - 25. Na». Major i. P. Ludwig B cket in Darmstadt, 57 I.

1 13, Deeember. Pfarrer Rriegbao« in Heppenheim a.

64 15 D'ctwder. Laodtagsabg. Haas, Bürgermeister

i o A i n 55 °t 18. Dee. Forstinlpecot Gg.

Rarl Hoffmann iu Büdingen.

Deutsche» »eich.

getlie, 29. Dtctwbtr. Dir Raiter Hirt« h«ntt Btt» ehtae den Vortrag dr« StaateI-arttLr» °. Büla».

Berlin, 29. Deeember. Oberstlieuteoant v. Tgidtz ist heute früh in Potsdam i« Alter von 51 Iah"»

gestorben.

Berlin, 29. Deeember. Zur Frage bei Post- Eheck- nud Gtro-Verkehrl erfährt der hiefigr ,6onjecttoa8i*, daß die bayerische und württembergische Postverwaltung bereits mit der Verwaltung der deutscheu Retchtpost tu Ver­bindung getreten find, nm die für Preußen und dir anderen Bundesstaaten geplanten Neueinrichtungen auch auf Boyern und Württemberg auszudehaev. All Bureauämier dürften die Postanstalten München, Nürnberg und Stuttgart tu Betracht gezogen werden.

Berlin, 29. Deeember. Da die Interpellation Wangen- hei« im Reichltagr auch die Sitzung vom 11. dl. in Anspruch nehmen dürfte, so wird der aus diesen Tag sallrvde Schwertnstog zur Erledigung der Initiativanträge verschoben werden «üffen. Am 12. soll dann die erste Berathang der Budget-Vorlage beginnen.

Berlin, 29. Deeember. Wie derReichsanzeiger* meldet, hat der Ratser dem Generalmajor Müller, General ä la suite bei Großherzogs von Baben, den Rothen Adler- orden 2. Riaffe und dem Obersten Fretherrn v. Schönau- Wehr, Flügeladjutaue des Großherzogi von Vaden, den Rroorvorden 2. Riaffe verliehen.

Berlin, 29. December. DieNordd. Allg. Ztg.* schreibt osfiktöl: DerHamburger General-Anzeiger" veröffentlicht einen auch in einzelne andere Preßorgaue übergegaugeaev und von diesen commevtirten Artikel, in welchem behauptet wird, el bestehen in Betreff verschiedener gesetzgeberischer Fragen und einzelner von der Staatsregi^ng ergriffenen verwal- tungsmaßregelu scharfe politisch Gegensätze zwischen de« Reichskanzler einerseits und ata V'revräsideutrn bei preußischen Staatsmioister'iuml und, anderer Mitglieder bei Staatlntiuistertuml aobererseits. Up allen diesen Behaupt­ungen ist natürlich kein wahrel W?tt.

Berlin. 29. December. Die Ratserin Frtedrtch wird von England tu etwa 14 lagen nach dem Festlaude zurllckkehreu. Dte Ratserin wird tu diese« Winter Berlin nicht besuchen, sondern sich von London direkt nach Florenz und später, wie bereits gemeldet, nach Bordighrra begeben, von wo die Rückreise nach Deutschland i« April ersolgeu wird. In Florenz wird die R-iserin den Prinzen und die Priozesfin Friedrich Rael von Hessen treffen, welche jetzt in Athen beim Herzog und der Herzogin von Sparta zu« Besuch weilen.

Berlin, 29. December. Dte vortheile beiMill- tttitlmnl* schtlbett Professor Dr. Jäger In einer öffcut- lichen Versammlung tn Slurtgart folgendermaßen: Daß die Staaten durch dte zuneh«rnde Entwicklung del Militärweseul nicht de« finanziellen Ruin verfallen find, sondern t« Gegen lhetl einen ungeheuren wtrthfchaftlichen «usschwung genow«en Haden, liegt klar vor Aller Augen. ES ist auch ganz uatür- lich. Durch dte imlitäti'che Erziehung wirb die G-snubheit del Völkel gesördert, und Gesundheit ist lebcnbtgel RapitaU Dal läßt sich leicht durch Zahlen beweisen. All noch die dreijährige Dienstzeit bestand, fand el sich, daß der Gesundheitl- zastaad der Truppe von Jahrgang zn Jahrgang sich besserte, also bei« dritten a« günstigsten war, obgleich dieser stch doch nur aus verhältuißmäßig mtuderwerthigeu Mannschaften zu- sammensetzte. DaS geht tn unwiderleglicher Weise aal den officiellen Rrauken- und Todtenltsten der Lazarethe hervor. Der Bcwetl von der zunehmenden Befestigung der Gesundheit unserer Soldaten läßt stch aber auch auf wtfseuschaftltche» Wege führen. Durch den häufigen Aufenthalt tn freier Luft, verbunden mit harmonischer, iutenfiv betriebener körperlicher Hebung bet zweckmäßiger Bekleidung, wird der Manu auf die rationellste Weise abgehärtet, d. h. er bekommt ein festeres Fletsch und ist im Staude, Wlttetangseinflüffen und Rrankheitl- erzeugern (Bazillen) ersolgretchen Widerstand zu leisten. Je «ehr nämlich unsere Muskeln Wassergehalt haben, desto größer ist die «osteckungl- und Rrankheitlgesahr, und je «ehr fie Fettgehalt haben, desto größer ist die Neigung zu ungesunder Erhitzung und folgender E.kaltang. Durch Anwendung einer finuretcheu Methode ist el gelangen, den Nachwerl zu führen, daß stch bei« Soldaten der W^fser- und Fettgehalt der Muskulatur fortwährend vermindert zu Gunsten bei Fleisch- faser, und daß infolge davon sein Muskelfleisch immer härter und dal spee fi'che Gewicht bei ganzen Mannes höher wird. Zugleich nimmt der Brustumfang zu, und die Athmungs- thätigkrit wirb bedeutend erhöht. Nicht zu» Wenigsten macht stch aber der Segen der »ilttärischeu Schulung tn einer über- rascheodeu Steigerung der Nerventhängkett btmeilöar. Der «tlträrtsch geschulte «ann ist viel rascher t» Änffaffcn von Sioueseindrücken und i« Ausführen von Thärtgketten, die einen schnellen Entschluß erheischen, all Derjenige, de« die Schalung abgeht. Das Allel aber erhöht seine Arbeit!- and

Erwerbsfähigkeit und gibt ihm eine Plystsche und geistige Ueberlegeuheit über den sogen. Staatskrvppel. Am höchsten find die Mai öoer m't ihrem mächtigen, gesovdheilsiörderndtn Eivfluß aozuschlageu. Die Statistik del deutschen Heeres be­weist, daß der Reaukevstard während des Monats Stpkember anffalleud finkt, und daß bei ganzen Trrppenkörperu vielfach innere Erkrankungen überhaupt nicht eiutreten. Bon diese« Stank punkt aus find auch die Hebungen der Reserve und Landwehr zu bemtheilen. Sie ersetzen dem gemeinen Mann, namentlich infolge des damit verbundenen Luftwechsels, Ferien- colouieu usw., ja fie find denselben in ihren wohlthätigen Wirkungen ans den Organismus weit vorzuziehen. Die That- sachen reden eine zu überzeugende Bprache, als daß «au fie im Ernst bezweifeln könnte. Durch die militärische Erziehung bekommt der Einzelne wie die Gesamwtheit bei Volkes ein Rapital an Lebenskraft, an Gesundheit und LeistungSsShtgkeit, dal reiche Zinsen trägt. M. N. N.

Berlin, 80. Dtcember. Der Alterlpräsideot bei Reichstags Dieben f. Der Reichstags- und Landtag!- abgrorbuete Ehristian Dieben, bet bekannte Alterspräfident, bet erst vor einigen Tagen, am 17. b. M., sein 88. Lebensjahr vollendete, ist gestern vormittag 9 Uhr in seiner He math Herzig an der Mosel gestorben. Er gekörte dem preußischen Abgeordneienhause 185455 und 186061 an, sodann ununterbrochen seit 1873. Seit 1874 saß er im Rrichltage, dessen Altersprästdeut er seit Moltke! Tode war. Der älteste Abgeordnete ist jetzt Dr. Lingen!, der den bereits erkrankten Herrn Dieben auch schon bei der E.öffnung des Reichstags am 6. d. M. vertrat.

Der ^präsumtive Thronerbe* von Anhalt ist i» Alter von 1 ®/4 Jahren gestorben. Es ist bet a« 10. Februat 1897 gebotene Sohn bei Prinzen Hbuarb von Anhalt, bei brüten Sohne! bei regierenden Herzogs von Anhalt. Der Erbprinz von Anhalt ist bekanntlich 1886 gestorben und har nur eine Tochter hinterlassen. Der nun­mehrige Erbprinz Leopold Friedrich, vermählt seit 1889, ist, ebenso wie nach de« Tode des jetzt Gestorbenen seine übrigen Brüder, kinderlos.

Die nächstjährigen Räisermanöver sollen zwischen de« 13. nab 14. Armee Eoeps einerseits nnb dem 15. nab 16. Armee-Earps anberede.tl fiat finden und in der Generalidee einen Uebetgang übet den Schwarzwald durch baS Murgthal und über ben Rniebis barstellcn. Der Raffet wirb in Straßburg Aufenthalt nehmen und von dort aus an ben Maaövern Theil nehmen.

Die votuntersnchung gegen Professor Delbrück hat bereits begonnen von de« Etgedniß wird el abhäagev, ob bet Ditc ylinathof in die Lage kommt, flch überhaupt mit der Delbrück'schen Angelegenheit zu besafsen.

Freiherr v. Groh, der weimarische Staaisminister der im 76. Lebensjahr und i« 64. Dienstjahr steht, wird, jetzt an! dem Amte scheiden. Das schon vor Wochen auf* tauchende Gerücht wird somit bestätigt. Herr v. Graß war seit 1871 als Nachfolger Bernhard v. Watzdorfs verant­wortlicher Ehef der Miaisterialabtheilnvgen des Innern und Aeußern, die sonach seit 28 Jahren in denselben Händen ver­blieben find. Al! leitender Staatsmiuffier, all verantwort­licher Ehef der Abtheilnugev der Justiz nnb bei Bunbel- rathes trat Herr v. Groß erst nach bet Penfionirung bei verewigten StaatSmiuisterS Stichling ein.

Zur Delagoabaifrage. Sir Gordon Sprigg, der btlhertge Premierminister der Eapcoloote, unter besten Amtlleitung die Ausarbeitung des deutsch-englischen Hebet» einkommens, soweit die Eapcolouie daran beiheiligt ist, er­folgte, erklärte vor einigen Tagen i« Unterlaufe, daß Deutsch­land außer der Walfischbai noch die Erwerbvng eines weiteren Häsens in Südafrika Plane, jedoch schwerltch Erfolg haben werde. BemerkeuSwetth ist hieran die Fcststellang, daß die Walfischbat deutsch werden soll. WaS ben anderen südafrika­nischen Hafen betrifft, so meint «ao, baß er wahrscheinlich bei bet Delagoabai, in der sogen. Eiffe'schen Lovcesfion zu suchen sei, bereu Bewilligung allerdings seht zweifelhaft erscheint.

Suihnb«

Wie», 29. December. Der Berliner ZeitschrfftDie Gegen «art* ist baS Postdebit für Oesterreich entzogen worden.

Wie»,29. Deeewbet. Die Wiitwe des Professors v illr orh ist 6o« Schlage getroffen worden. Ihr Zustand ist sehr schlecht.

Wie», 29. Deeember. Wie erinnerlich sein wird, hat der do« niederösterreichische Landtag einstimmig brschlvffene