mru hinzu, daß in Togo zwei, in Kamerun vier und im Gebiet der Marschall.Jnseln eine vorhanden ist, so ergibt sich, daß in allen genannten Colonien zusammen 47 Postanstalten den Verkehr vermitteln. Den größten Verkehr weisen einige der an der Küste von Ostafrika gelegenen und die Anstalten von Togo auf.
Vermischte».
* Berlin, 27. October. Der „Reicht-auzeiger" veröffentlicht den Saatenstandrbericht um die Mitte des Monats October im deutschen Reich: Junger Klee, auch Luzerne 2,6; Sommer-Roggen 100 Kg. vom Hectar 11,2; Wtnterweizen 18,5, Sommerweizen 16,0; Winterspelz 15,7; Sommergerste 17,3. Wegen der großen Trockenheit ging die Bestellung der Felder nur langsam vorwärts und war um die Mitte des OctoberS meist noch nicht beendet. Die Saaten find größtrutheilS erst im Aufgehen begriffen. Nach auf Grund der ersten Drufche vorgenommenen Schätzungen find die Erträge bei Sommerroggens, des Winter- und Sommerweizens, der Wintersprlz und der Sommergerste im Durchschnitt durchweg höher all im Vorjahre und übertreffen in allen Fällen dir aul den letzten 5 Jahren berechneten DnrchschnittSwerthe.
• St« Bogel, der um ärztliche Behandlung bittet. In der Nähe von Stockholm wurde kürzlich ein Hänfling beobachtet, welcher wiederholt auf das Fensterbrett eines geöffneten Fensters flog und dort mit offenem Schnabel fitzen blieb. Als der Hausherr endlich näher hinzutrat, um zu sehen, weshalb das Thier seinen Schnabel nicht zumache, blieb der Hänfling ruhig sitzen und ließ sich ohne Weiteres greifen. Nun zeigte sich, daß der arme Vogel einen Eisenspan im Schnabel hatte, der sich in Spiralform wand und auf der einen Seite des Schnabels fest saß. Die Operation war sehr einfach, denn der Span ließ sich leicht entfernen. Der Hänfling aber flog mit einem Jubelschrei aus den nächsten Baum, wo ihn die Genossen mit einem freudigen Willkommensliede begrüßten!
* Eine Reise nach Amerika in 4 Tagen hofft Graf Zeppelin mit seinem neuen Luftfahrzeug bewerkstelligen zu können. Der Luftfahrzug, zu dessen Bau sich eine Gesellschaft mit 800000 Mk. Kapital gebildet hat, besteht, wie wir der Beschreibung in der neuesten Nummer der Umschau (Frankfurt a. M.) entnehmen, aus mehreren beweglich mit einander verbundenen Fahrzeugen, von denen der vorderste Ballon als Zugfahrzeug dient, während die übrigen zur Aufnahme der zu befördernden Lasten dienen. Der Zwischenraum zwischen je zwei Fahrzeugen wird durch einen cyltndrischen Mantel, welcher sich über die cylindrische Hülle der beiden benachbarten Fahrzeuge legt, abgeschlossen, sodaß sich der Wind nicht in dem Zwischenraum sangen kann. Es handelt sich bei diesem Werk nicht um die phantastische Idee irgend eines Erfinders — Graf Zeppelin ist übrigens der schneidige Reitersmann, der bei Beginn des Krieges 1870/71 den denkwürdigen Erkundungsritt nach Hagenau machte, sondern um ein reichlich vorgeprüftes Project. Dieselbe Nummer (44) der Umschau enthält „Verwachsungsversuche an Thieren von Dr. L. Reh", die einen interessanten Einblick in das experimentelle Verfahren der Zoologie gewähren. „Jerusalem von Dr. Benzinger" eine Beschreibung der Stätten der heiligen Geschichte, „Weisheit und Schicksal — das neueste Werk des mystischen Dramatikers und Philosophen M. Maeterlinck von Friedr. von Oppeln-Bronikowski", Reformkleidung.
* lieber eine Dürre und Huugerluoth an der Grenzscheide Deutsch- und Britisch Ostaftikal schreibt Herr P. Hoffmann ans Jkntha u. A. Folgendel: Seit März und April fing der Mangel an Nahrungsmitteln an fich immer fühlbarer zu machen, weil el immer schwer fiel, Reil zu bekommen und Getreide für die Eingeborenen von der Küste herbeizuschaffen; zwar versuchten wir el wiederholt, und die englische Uganda- Eisenbahn war uni dabei förderlich, aber die Borräthe waren im Handumdrehen aufgezehrt und die zur Brrsügung stehenden Mittel reichten natürlich zu einer energischen Hilfe nicht aul. Die Wakamba, die fast alle Ziegen befitzen, mußten fich derselben nach und nach entledigen, nachdem fie ihnen inzwischen täglich Blut für den eigenen Lebensunterhalt abgrzapst hatten. Sie schossen mit einem Pfeil eine Halsader an, die durch Abbinden erst zum Anschwellen gebracht wurde und fingen hol heraullaufende Blut auf, etwa ein halbe! Liter von einer Ziege, daß fie dann, oft mit Milch vermischt, kochten.
vom Garten ganz besonders. Inzwischen war eine Masse von Blumen im Botschaftsgebäude abgegeben worden. Nach dem Rundgaug nahmen die Majestäten ein kleine! Frühstück ein und kurz nach 12 Uhr verließen fie wieder Therapia, nm nach Mblz Palast zurückzukehren. Um l/,3 Uhr fuhren die Majestäten von Mdiz nach Dolma Baghdsche Palast, woselebst ein Dejeuner Dinatoire vom Sultan, za Ehren der Kaiserin gegeben wurde. Im ersten ü la Daumont gezogenen Wagen saß die Kaiserin mit dem Sultan und im zweiten der Kaiser, ihm gegenüber Hahil Rifaat Pacha und Marschall Fuad Pacha. Um i/2 5 Uhr gingen die Majestäten an Bord der „Hohenzollern", vom Sultan bil zur Treppe geleitet. Der Abschied war überaus herzlich, man konnte dem Sultan die Befriedigung geradezu aus den Augen ablesrn. Das Marine Bataillon mit Fahne und RegimentScaprll-, ferner die Albanesen und eine Abtheilnng del Ertogrul-Regiment! bildeten Spalier am Quai. Schlag 5 Uhr feuerte die „Hrrtha" ihren Abschied!-Salut, der von den Türkischen Batterieen lebhaft erwidert wurde. Dann glitt die „Hohen- zollern" langsam durch die Türkischen Begleitsch'ffe durch dem Marmara-Meer zu. Um Uhr waren die Schiffe unseren Augen im Abendnebel entichwunden. Nun aber heißt el unsererseits aus! Schiff zu kommen, um zur rechten Zett in Jaffa zu sein. Einer liebenswürdigen Einladung der Khedi- vich Mail SteamShip Company in Alexandrien folgend, werde ich al! deren Gast in einem Salon erster Klasse die Reise nach Jaffa via Alexandrien machen.
Jetzt suchten sie ihren Hunger mit Früchten del Boabab- Baume! und mit wilden Kräuter« zu stillen. Alle, die sonst arg an allerlei Tand hängen, versuchen ihn allerorts gegen etwa! Reil einzutauschen, selbst die ihnen unentbehrlichen Waffen, Bogen und Pfeil, würden sie gerne zu Brod machen. So fingen denn viele Bewohner jene! von der Noth betroffenen Gebiete! an, wegzuziehen, Manche zur Küste, wo fie fich leichter durchzuschlagen hoffen, Biele aber trieb die Noth auch zu harter Arbeit. Die Uganda-Eisenbahn, der el sonst an farbigen eingeborenen Arbeitern empfindlich mangelte, erhielt dadurch eine große Anzahl, die zum Theil aul deutschem Gebiet stammen. Wie viele von diesen Aulwanderern unter- weg! dem Hunger erlegen find, läßt fich noch gar nicht feststellen, jedeufall! ist el eine nicht unbedeutende Anzahl. In allen solchen traurigen, fich leider fast alle zwei, drei Jahre wiederholenden Fällen kommt die Hilfe der Regierung !zu spät, sodaß el in der That angebracht erschiene, aus allen größeren Stationen Magazine zu errichten, deren Füllung von Jahr zu Jahr zu erneuern nicht schwer fallen dürste, wenn fie eben nicht zur Linderung eine! Nothstandel aufgebraucht worden ist. Au einigen Orten hat dal deutsche Gouvernement derartige Magazine allerdingl schon errichtet, ihre Anzahl ist aber kaum nennenlwerth.
* Um eine gewöhnliche Trockenbatterie wieder ge- brauchlsähig zu machen, wenn fie verbraucht ist, genügt el, in die Seiten und den Boden derselben eine Anzahl Löcher einzuschlagen. Am besten und einfachsten geschieht das, indem man mittelst eine! Hammer! gewöhnliche Drahtstifte in dieselben eintreibt. Setzt man dann die Batterie in ein Gefäß mit angesäuertem Wasser ein, so wird fie ohne Weitere! wieder Strom geben. Ein derartig behandelte! Element wird eine eben so lange Lebenldauer haben, wie ein neue! Trockenelement. Will man eine ganze Batterie von Trockenelementen auf diese Weise erneuern, so muß man natürlich jede! einzelne Element für fich in ein Gesäß mit Flüssigkeit stellen, da ja die Hülle derselben die eine Electrode darstellt. Benutzt man für die Gefäße, welche die Flüssigkeit enthalten, solche, die den Strom leiten, so hat man natürlich dafür Sorge zu tragen, daß dieselben untereinander ifolirt find. (Mitgetheilt vom Internationalen Patentbureau Earl Fr. Reichelt, Berlin NW. 6.)
• Den Bemühungen der Gesellschaft zur Fürsorge für die einwandernde männliche Zagend in Berlin ist es gelungen, das in Berlin bestehende Nachrichtenwesen über die zuzirhenden jungen Leute auch für die anderen Großstädte mit über 100,000 Einwohnern zu erwirke». El ist dadurch den Jünglingsvereinen in diesen Städten die Möglichkeit gegeben, die zuziehendeu Jünglinge aufzusuchen und fie in ihre Vereine einzuladen Die in Betracht kommenden Städte find: Bremen, Breslau, Eharlottenburg, Cöln, Danzig, Dortmund, Düsseldorf, Elbrrseld, Essen, Frankfurt a. M., Halle a. b. S., Hannover, Königsberg und Stettin. In einigen von diesen Städten, so in Breilau, Eharlottenburg, Danzig, Halle, Hannover, Königsberg nnb Stettin hat man mit biestr Mtsfionsarbeit bereit! begonnen. Hoffentlich folgen bte Bereise in ben noch fehlenden Städten bald nach, damit diese! Überaul davkenswerthe Entgegenkommen der Behörden aulgenützt und die zuziehenden jungen Leute in Kreise hinein- kommen, in denen sie nicht an Leib und Seele zu Grunde gehen. — Die Berliner Gesellschaft zur Fürsorge für die einwandernde männliche Jugend, C. Sophienstraße 19, er* theilt gern jede weitere Auskunft über diese Arbeit und gibt bte Abressen in ben obengenannten Stabten an, welchen die Zuziehenben zu melden find.
* Deutschlands Kaffeev»brauch beträgt nach statistischem Ausweise in jedem Jahre ungesähr 120 Millionen Kilogramm Bohnenkaffee. Mit dieser Lonsnm-Zffer marschiren wir so ziemlich an der Spitze aller europäischen Staaten. El kann daher nicht überraschen, baß Deutschland seit dem Jahre 1870 nicht wenizer all die Summe der deutsch- franzöfischen Kriegsentschädigung, nämlich 5 Milliarden Mark für diesen fremdländischen Artikel an da! Ausland bezahlt hat. Neben dem Verbrauch an Küffee hat aber auch der von Kaffee-Surrogaten coloffale Auldehnung gewonnen. Man darf annehmen, baß an Cichorie allein immer noch Millionen Lentner in jebem Frühjahr consumirt werben, obwohl gerade diese! Product eigentlich nur zum Färben und wenig zur Berbefferung unsere! Frühstücksgetränkei dient. Die Versuche, ein wirkliche! Kaffee Ersatzmittel zu finden, waren lange erfolglos, bi! es der bekannten Münchener Firma Kathreiner gelang, in ihrem Malzkaffee ein solche! zu schaffen. Au! eigenartig präparirtem Malze stellt fie ein Product her, da! mit Geschmack und Aroma bei Bohnenkaffee! versehen ist; biel geschieht nach einem patentirten verfahren, inbem bat Malz mit Exiracien aul ber wirklichen Kasfteftucht durchtränkt wirb. Nachdem dadurch da! Malz seinen süßlichen Geschmack verliert und einen ganz ausgesprochenen Kaffeegeschmack annimmt, der schon beim Zerbeißen einiger Körner bemerkbar ist, dürfte el erklärlich sein, daß dtesel Fabrikat sich schnell eingebürgert hat und von Tag zu Tag mehr An- Hänger gewinnt.
• Die Kochfrau bei gescheiterten „Mohegan", die auf wunderbare Weise gerettete MrS. Pigott, wird als eine sehr geistesgegenwärtige und muntere kleine Frau geschildert, der man eS am Tage nach dem Unglück nicht im Geringsten mehr ansehen konnte, daß fie fieben Stunden in ber Takelage bei gesunkenen Schiffts zuzebracht hatte. Wie bie äußerst lebhafte junge Dame einem Interviewer erzählte, befanb sie fich zum ersten Male an Bord des untergegangenen Dampfers, obwohl fie in ihrem Beruf schon vier lange Oceanreifen gemacht hat. Gleich allen anderen geretteten Passagieren sagt Mrs. Pigott aul, daß keine Spur von Dilciplin bemerkt werben konnte, weber vor, noch nach dem verhängnißvollen Anprall. Der Capitän behauptete zwar mit äußerster Ruhe seinen Platz auf ber Commaubobriicke und ertheilte seine Be- 1 fehle mit lauter Stimme, leider ober fand fich Niemand, der fie befolgt hatte. Diele Passagiere kletterten in wilder Angst in die noch nicht flott gemachten Boote und jammernde
Stimmen flehten, man möge doch die Seile burchschneiden, die diese einzigen Mittel zur Rettung an dal finkende Schiff seffelten. Als bie Stewardeß in bas eine schon befreite Boot sprang, war diese! bereit! mit Menschen Überfüllt und voll Waffer, und ehe man noch vom Wrack abstoßen tonnte, wurde fie mit mehreren anberen Personen in die See h naol- gewaschen. Anfang! ließ fich die muthige Frau ruhig von ben Wogen treiben, bie fie halb hierhin, bald dorthin trugen. Nach einiger Zeit aber fühlte fie, daß ber lange Mantel, ben fie in ber Eile vmgeworfen hatte, immer schwerer wurde und fie jeden Augenblick in die Tiefe hinabzuziehen drohte. All fie dann die Arme aulstnckte, um da! Kleidungsstück abzuschütteln, berührte fie mit ber Hand ein starkes Seil. Herzhaft faßte bte Unglückliche zu, nnb zu ihrer unaussprech- lichen Freude gab das Tau nur wenig nach, sodaß fie ziemlich festen Halt gewinnen konnte. Sie erkannte jedoch nicht eher, daß fie in bte Takelage beS bi« zur Mastspitze untergesunkene« Dampfer! gerathen war, bi! fie über fich Stimmen unterschied. Auf ihren Anruf reichten ein paar kräftige MLonerarme nach unten und zogen fie vollkommen aus dem Waffer zu be» obersten Theil bei Mastel hinauf, wo fich bereit! elf Personen befanben. Man bemühte fich, es ber Neuhinzugekommenei so blqaem wie möglich zu machen, immerhin aber hatte fie ihre ganzen Kräfte anzustrengen, um in ihrer Lage bie volles sieben Stunben auszuharreu, bil endlich Hilft in Gestalt bei Rettungsboote! nahte. MrS. Pigott gesteht, baß fie nie vorher gewußt habe, wie enbloS lang eine Nacht sein könne. Die Tapferkeit der Rettungsbootmannschaften, wie die liebevolle Aufnahme, bie man ben Schiffbrüchigen in bem Fischerdorf Parthoulstock zu Theil werden ließ, rühmt bte resolute Frau in begeisterten Ausdrücken.
• Dal nahende Klavier. Endlich ist'! gelungen — einem franzöfischen Ingenieur gebührt der Ruhm, das „nähende Clavier" erfunden zu haben, bte Verbindung zwischen Nähmaschine und Fortepiano. Der spinnende Faden und die tönende Note brauchen fich fortab nicht mehr zu trennen, Frauenkuust und Frauenarbeit werden gemeinsam wandeln, — bte mufizireade Haulsran, ben musiztreuben Backfisch wird nicht mehr ber Vorwurf treffen, daß bie „Kunst* fie ben häuslichen Pflichten enifrembe. Der Erfinder ersann einen Apparat, ber, bem MechanißwuS bei Llavter! angefügt, die Functionen einer Nähmaschine erfüllt. Während bk Hände bte schwierigsten Passagen spielen, vermögen bie Füße bal Moschmenrädchen zu treten, — spielenb formen sich also künstlich bet noch so unnötiger Kunst bie nothwendigstev Gegenstände im menschlichen Leben. El lebe der Fortschritt!
Wissenschaft, Citeratur nnd Annst.
— Zu Nutz und Frommen eines jeden Mufikbeflfffinen fltebl die Firma Breitkops & Härtel in Leipzig einen „Musikalischen Weihnachtscatalog" heraus, ähnlich seinen Vorsängmt früherer Jahre durch einfach-vornehmes Aeußere und gewählten Inhalt ausgezeichnet. AlS selbständige Aufsätze sind daraus zu nennen: „Das deutsche Kinderlieb" von Otto Taubmann, „Einige pädagogische Regeln für den Elaoierunterricht" von L. Kühner, ein Caprtel au« Barth, „Ueber den gesundheitlichen Werth deS SingenS", sodawt eine praktische Aufstellung empfehlenswerther Musikalien deutsch« Verleger, eine Abhandlung über „Die Entwicklung der Gesammb ausgaben" und kw ze Lebensbeschreibungen mit Bildern von Heinrich Hofmann, Philipp Klarwenka und Felix Weingartner. Das Büchlew wird kostenlos abgegeben und ist für Künstler und Liebhaber gleich nützlich.
- Münchener Musikfeft für 1899. Die vor einigen Tage» geschlossene Kraft' und Arbettvmaschinen-AuSstellung hinterläßt einen seiner Hohe nach noch nicht näher bekannten finanziellen Fehlbetrag, den man wenigstens theilweise durch das einstweilige Stehenbleiba der für die Ausstellung errichteten Gebäude und durch deren Benutzung für die im nächsten Sommer abzuhaltende Sport-AuSstellunz zu decken hofft. Mit der Benutzung dieser Gebäude rechnen aber auch die Veranstalter eines Mustkfestes, das nach langer Pause einmal wieder in München abgehalten werden soll. München hat biShri erst zwei Musikseste erlebt, die, obwohl sie beide unter der Leituoi des berühmten Lachnec standen, einen sehr verschiedenen Erfolg gehabt haben. Das erste schloß nämlich mit einem nicht unbeträchtlichen Ueberschust, bas zweite dagegen mit einem noch beträchtlicheres Fehlbetrag. Hätte nicht j tzt die bayrisLe Hauptstadt dm Plan einer neuen MusikfesteS ausgegriffen, so würbe Nürnberg an ihre Stelle getreten sein. Lange konnte man über ben richtigen Zeitpunkt nicht schlüssig werdm, da die erwähnten Gebäude wegen der Sport-Ausstellung entweder dlol um Pfingsten herum oder aber im Gelobet verfügbar sein würden. Schließlich ist vor einigen Tagen von einet eigens zu diesem Zwecke einberufenen Versammlung beschlossen worden, das Musikfeft in der Zeit zwischen Ende Mai und Milte Juni nächsten Jahres abzubalten. Die Akustik der bisherigm Aufstellung-- räume soll inzwischen durch Einbauten und andere architectonisV Eingriffe nach Tbunlichkeit verbessert werden.
Hniverfifäts - Nachrichten.
— Halle. Der bisherige Privatdocent für Anatomie in Straßburg, vr. Mehnert, ist als außerordentlicher Profeffor nach Hall, berufen worden und hat dm Ruf angenommen.
— Bonn. Der außerordentliche Professor der hiesigen Universität, Dr. Förster, hat einen Ruf nach Würzburg erhaltw Dr. Schultze, Volontär an der hiesigen UniverfitätS Bibliothek, wir. demnächst einen längeren Urlaub antreten, um in England uw Amerika Studien über das Volk-bibliothekSwesen zu machen.
— Berlin. Der Ober Verwaltungsgerichtsrath Dr. g-erbirant v. Martitz ist zum ordentlichen Profeffor in der juristischen FacultL der Friedrich Wilhelms-Universität dahier ernannt worden.
— Zürich DaS Ordinariat für Physiologie an der hiesig«- Hochschule ist nunmehr getheitt worden, neben bem bisherige« Haber desselben, Professor Dr. Justus Gaule, wurde der außer - ordentliche Profeffor Dr. M. v. Frey, früher in Leipzig, bet: leu zwei Semestern den erkrankten Professor Gaule vertrat, zum orben^ lichen Professor der Physiologie vom RegierungSrathe gewählt.
— Dorpat. Nachdem erst jüngst die drutschm Professor«» Meyer und Volck entlassen worden sind, wird jetzt berichtet, daß v« Privatdocent der Moskauer Hochschule A. v. Ssewerzoff ju^ Profeffor der Zoologie an der Universität ernannt wurde. De» Lehrstuhl der Zoologie hat in Dorpat Professor Dr. I. v. Jtennw inne. Es handelt sich also bei ber Berufung Ssewerzoffs unb ws Creirung einer jener Parallelprofeffuren, bie für diejenigen Lehr fäch^, die noch nicht von russisch vortragenden Professoren besetzt werd" konnten, errichtet werden. Die völlige Russifizirung ber Universa« wird nicht mehr lange auf fich warten lassen.


