M P.C. In parlamentarischen Kreisen glaubt man, daß ebensowenig tote tm Retch-t ag durch die letzten Wahlen eine wesentliche Veränderung in der Starke der einzelnen Parteien eingetreten ist, eine solche bei den bevorstehenden Wahlen im preußischen Ab geordueteuhause zu gewärtigen sein dürfte.
MFC. Der italienische Vorschlag, in gemeinsame Berarhungen über die Frage der wirksamen Bekämpfung der Anarchismus einzutreten, läßt, wie wir erfahren, die Frage der AshlrechtS vollständig unberührt.
— Eine Anzahl den Kreisen der inneren Mission an* gehörender Männer beruft auf den 4. October nach Hamburg eine Versammlung ein, welche die Gründung christlicher Privatgymnasten und die Wiedereröffnung der Marti- ueumr zu Breklum beschließen soll- die Unterzeichner der Aufrufes betonen die Absicht, „das Lhriftenthum durch chrtst- liche Erziehungsanstalten unter die Gebildeten der Volkes zu bringen". An» der Reihe der Unterzeichner heben wir hervor: Frhr. v. Mirbach, Oberhofmrtfter der Kaiserin, Graf v. Schlitz. Görtz, Hofpredtger a. D. Stöcker, Pastor v. Bodelschwingh, StaatSminister a. D. Graf v. Zedlitz Trützschler.
Berlin, 28. September. Lieber den LebenSgang von Moritz Busch bemerkt der Hamb. Corresp.: Al» Leidiger Student der Theologie unter die 48er Revolutionäre ge- ratheu, wegen seiner Bethelliguug an dem Dresdner Mai- Aufstande nach Amerika geflüchtet und durch ein daselbst geschriebene» Buch über die in Deutschland damal» noch halb fabelhaften Mormonen bekannt geworden, begann Busch, nach den Mittheilungen de» genannten Blattes, die deutsche journalistische Laufbahn al» Hülf»redacteur der damal» von Gustav Frey:ag und Julian Schmidt hecauSgegedeueu bekannten Wochenschrift Grevzboten. Auf FrehtagS Veranlassung ging er sodann beim Tode König FrederikS VII. von Dänemark nach Holstein (Kiel), wo er zunächst bei dem Erbprinzen von Augustenburg publtcisttsche Dienste annahm und desiru Jntereffen eine Weile unterstützte, bald aber die hier gewonnene Kenntuiß der Verhältnisse und Personen zu Angriffen gegen den Herzog und deffev Freunde benutzte, deren gehässiger und persönlicher Charakter da» Maaß des Herkömmlichen und irgend Zulässigen weit übertraf. Darüber gerieth Busch mit Gustav Freytag (der ein solche» Gebaren für unwürdig hielt) in einen Confliet, der ihn zum Austritt aus der Redaktion der Grenzboten nöthigte. In „dankbarer" Erinnerung an die vteljährige journalistische Waffenbrüderschaft hat Busch den Mann, der ihn zuerst in die Preffe einsührte, als „herzoglich Gotha'schen Hofdemagogen" lächerlich zu machen gesucht und den an den Zerwürfnissen von 1866 völlig unbetheiltgt gewesenen, längst von Leipzig nach Berlin übergesiedelteu Julian Schmidt einen modernen Pseudo-Lessing genannt Während der sogenannten „Uebergangszeit" osfictöS- publtcistisch in Hannover beschäftigt und auch hier nach Kräften bemüht, persönliche Beziehungen für feine Zwecke auSzu- schlachten, nahm Busch zu Eade der 60er Jahre eine journalistische Stellung beim Fürsten (damaligen Grafen) Bismarck, dem er durch den damaligen LegationSrath v. Reubett empfohlen worden fein sott, an. ES ist bekannt, daß Bismarck andere als unbedingt gefügige Schriftsteller nur ungern zu sich heranzog und daß die Braß, Harden, Bewer u. s. w. ihm in vieler Rücksicht immerdar bequemer und geläufiger gewesen find als Aegidt, L. Bucher und andere Vertreter der Publicistik de» Auswärtigen Amtes, die Rücksichten verlangten und, wo sie es für geboten hielten, Anstaadsrückstchteu übten. Busch war dem Fürsten als Mann gerühmt worden, der zu allem bereit fein und niemals irgendwelche Schwierigkeiten machen werde. Diesen Ruf hatte er verdient und in der Folge bewährt und zugleich durch die Bedingungslosigkeit und Scruprllofigkeit seiner „Hingebung" an den Chef dauernde Beziehungen zu demselben aufrecht erhalten können. Unter» würfig jeden Fußtritt hiunehmend, mit dem er beehrt wurde, sann Busch nur darauf, wie er all die werthvollen Nachrichten und wichtigen Vorfälle, die ihm an diesem Brennpunkte der Weltgeschichte zugänglich waren, für die Zukunft nutzbar machen könnte. Die Anlage des „Tagebuchs" ist e'n unwiderleglicher Beweis hierfür. Sein Hauptiutereffe wandte sich aber dem „Picanien", „Sensationellen" nach Art der
welche in großen Heerden Vorkommen und der dortigen Thier- Welt ihren eigenartigen Charakter verleihen, im Verein mit den in ungezählten Millionen vertretenen großen Polarvögeln, den bi» 5 Fuß hohen Pinguinen. Namentlich auf den Inseln ist daher der freie Boden fast allenthalben mit einer dicken Schicht Guano bedeckt, welcher dereinst recht werthvoll werden dürste. Ob der Boden endlich mineralische Schätze birgt, ist begreiflicher Weise gänzlich unbekannt.
Je weniger aber in diesen Gegenden pekuniärer Gewinn zu holen ist, desto wichtigere Fragen hat die Wlffenschaft hier zu lösen. Nach allen bisherigen Erfahrungen ist der dortige Sommer durchschnittlich um volle 10 Grad des hunderttheiligen Thermometer» kühler als unter gleichen Breiten der nördlichen Halbkugel. Hebet die Verhältnisse im Winter wiffeu wir nicht» Genaues. Nach den einen ist er milder al» der Winter der Nordpolarländer, nach anderen aber mindesten» eben so kalt, wenn nicht kälter al» dieser. Sollte sich die letztere Annahme bewahrheiten, so wäre die» eine gewichtige Stütze für die Theorie, welche die periodischen Eiszeiten mit der Prozession der Tag- und Nachtglei^ru im großen platonischen Jahre von 23,000 Erdenjahren in Verbindung bringt, dank welcher gegenwärtig aus der südlichen Halbkugel der Sommer um ein Beträchtliches kürzer ist als der Winter. Auch die Theorie der Gebirgsbildung und des Vulkanismus erwartet wichtige Aufschlüffe von der Ersorschung der Süd- polargegenden. DaS Gleiche gilt von den erdelectrischen Forschungen und dem antarktischen Polarlicht oder Südlicht, über welches noch wenig bekannt ist, das jedoch nicht unbedeutend vom Nordlicht abzuweichen scheint. Kurzum, es gtebt eine Menge wiffenschastltcher Probleme, welche hier ihrer Lösung näher gebracht werden können.
SudelblLtter verabscheueoswerthester Sorte zu. Der Hamb. Corr, meint, Fürst BiSmarck habe sich mit Vorliebe Busch gegenüber in Ausbrüchen übler, rücksichtsloser und unehr- erbietiger Laune gehen taffen, weil er bei diesem unter allen Umständen aus Zustimmung, Verständniß und Beifall für Gehässigkeiten und Maßlosigkeiten rechnen durfte und jede Art von Widerspruch im voraus auSgeschloffen war.
Friedrichsrnh, 26. September. Der Bau des Mau so- leumS für den Fürsten Bismarck wird durch eine große Zahl von Arbeitern verhältnißmäßig rasch gefördert. Die großen Dimensionen treten, wie den „Hamb. N." geschrieben wird, immer deutlicher hervor: die Höhe deS Kuppelbaues wird annähernd der Länge des ganzen Gebäude» entsprechen und demnach 26 bi» 27 Meter betragen. Die Mauern, die auf der Innenseite au» Ziegelsteinen, außen an« Steinquadern bestehen, find bi» zu U/r Meter dick. Die Mitte deS Mauso- leum» wird ein im Kapellenstil gehaltener AndachtSraum mit Altar usw. bilden. Die Hauptgruft, welche die Särge de« Fürsten und der Frau Fürstin aufnehmen wird, liegt davor, nach dem Kuppelbau zu, der sich am westlichen Ende erhebt. Der Bau wird mit paffenden Anlagen umgeben werden.
Graz, 28. September. 'Der Triester Eilzug ist bei der Einfahrt in den hiefigen Bahnhof mit einer Locomotive zusammengestoßen. L-tztere wurde zertümmert, fünf Wagen de» Eilzuge« sta k beschädigt. Ein Maschinenführer wurde qetödtet, ein Paffagier verletzt.
Triest, 28. September. Auf Requisition der hiesigen Polizei wurde in MacarSca an Bord eine» Llohddawpfers der au» Bre»cia gebürtige gesährliche Anarchist Paul Antonelli verhaftet. E» wurden wichtige Papiere bei ihm gefunden.
— Au» Wien erhält die „Tägl.R." folgenden eigenen Drahtbericht: DieGrazerGemeindewahlen de» zweiten WahlkörperS fanden unter großer Betheiligung statt. Bon 3900 Wählern waren 2222 erschienen. Der Sieg der deutschen Liste ist gesichert, wenngleich die Gegenpartei eine | starke Minderheit erzielte, zumal die Militärpenfionisten bi» zum letzten Mann aufgeboten wurden. — Im dritten Wahl- körper war die deutsche L.ste bekanntlich vor einigen Wochen schon durchgedrungen. Der erste Wahlkörper wählt edensall» wohl deutsch. So bilden die Gemeindewahlen der steirischen Hauptstadt einen bemerken»werthen Erfolg der Deutschen.
Venedig, 28. September. Die hiesige Eisenbahn-Verwaltung erhielt eine Depesche, wonach der Eiseubahnzug mit dem deutschen Kaiserpaare am 12. Oktober, Nachmittag» 8/t2 Uhr hier eintrifft. Da» italienische König»- paar wird bereit» Vormittags hier ankowmen.
Pari», 28. September. Der Justizminister hat den UnterfuchungSrichter Bertulu» angewiesen, da» Versahren gegen Esterhazy wegen Gelderpreffuug zum Nachtheil seine» Vetter» Christian Esterhazy einzuleiten.
Pari», 28. September. Zola wird erst dann nach Paris zurückkehrev, wenn die DreysuS-Affaire vollständig ihre rechtliche Lösung gefunden hat.
— M P.C. Diplomatische Kreise nehmen an, daß die AoSeinavderfetzung zwischen England und Frankreich über ihre beibethuigen Ansprüche auf die Länder am Ober- Nil und btffen Nrbevflüffe sich ziemlich lange hinzieheu werde. Jedenfalls fei nicht daran zu denken, daß Frankreich von den von ihm erforschten und in Besitz genommenen Theilen der Provinz Bahr et Ghasal auch nur eine Handbreit aufgeben werde, ohne dafür von England auf» Ausreichendste ent- schädigt zu werden.
Warschau, 28. September. Die Verhaftung pol- uischer Socialisten dauert fort. Bei einem derselben wurden geheime Documeute der russischen Regierung über Congreß-Polen und ein geheimer Bericht de» General- Gouverneur» JmeretiuSki über die Zustände in der Weichsel- Provinz gefunden.
Athen, 28. September. Nach einer Meldung au» Kanea haben die vier Kreta-Mächte bereit» die nölhigeu Beamten engagirt, welche im Laufe de» Monat October die türktscheu Beamten ersetzen sollen.
M P.C. Bereinigte Staaten. Die Amerikaner sprechen sich in ihren Berichten sehr günstig über da» Krag> Jürgensen- Gewehr au», da» während de» ganzen Feldzug» zu keinerlei Klagen Beranlasiung gegeben hat. General Flagler und fein Stad erklären, daß die Annahme de» Krag-Gewehre» anstatt de» Mauser Gewehre», welche» bei den Amerikanern gar keinen Anklang fhbet, jetzt feine guten Früchte getragen hat. — Infolge der vielen Entlaffungen von Manufchaftrn wird eine Neuorganifatiov der Corp» nothwendig werden. Augenblicklich besteht die Armee au» 8 Corp», au» denen, mit Ausnahme de» in Manila stehenden 8. Corps, ohne Unterfchied Mannschaften entlaflen werden. E» liegt in der Absicht de» Krieg»d,partement», nicht mehr al» 125000 Mann zurückzubehalten, und für diese Armee wird eine Eintheilung in 3 bi» 4 Corp» völlig genügen. General LeeS Corps, augenblicklich da» siebente, wird jrdenfall» ganz nach Cuba verlegt und dort dem DepartementHavauna unter- stellt werden. EtnTheil eines anderen Corp» wird in Porto- rico zurückdleibeu, und ein Corp» wird auf den Philippinen statiouirt werden. Jedenfalls hat «an sich zur Zeit end- gültig dafür entschieden, die regulären Truppen in ihre alten Standorte westlich deS Mississippi nicht zurückzulegen.
Vsvmischtes.
* Bücherwürmer. Während das Thierreich im Allgemeinen mit Ausnahme der wenigen Hausthiere vom Menschen mehr Verfolgung und Beeinträchtigung al» Schutz erfahren hat, gibt eS doch einige würdige Thierfamilien, die der Mensch ohne sein Wiffeu und Wollen so recht gehegt und gepflegt hat, so baß sie vorzugsweise unter seinen Händen ein wahre» Schlemmerleben im NahrungSüberflaß führen. Eine menschliche Behausung kann unter Umständen eine Fauna von etwa
zehn verschiedenen Arten beherbergen, von deren Vorhandensein man am liebsten Nicht» merken möchte und häufig genug auch nicht» merkt. Alle diese Thierarten gehören zu der in der Mehrzahl ihrer Vertreter für den Menschen so überflüssigen Klaffe der Insekten. I« Kleiderschrauk treibt die Motte ihr Wesen, in der Küche läuft, wenn e» gelinde ab* geht, hin unb wieder eine Schwabe über den Boden, von den , springenden und geflügelten Insekten wollen wir schon n*d)t weiter sprechen. Eine besondere Berücksichtigung aber verlangen die fügen. Bücherwürmer, die nach der bekannten lateinischen Regel ihren Namen daher erhalten haben, daß sie keine Würmer find. ES find vielmehr säst durchweg die Larven von Käfern, jedoch auch einige andere winzige Thierchen, die aber sämmtlich zu den Insekten gehören. Slc find so recht Pfleglinge de» Menschen, der ihnen erst in seinen Bibliotheken eine Nahrung verschafft hat, von deren Geschmack und nie endender Fülle fie vorher gar keine Ahnung hatten. Daß den Büche Würmern da» eine Buch besser behagt al* do» andere, und daß ihnen etwa ein gelehrter Foliant besser schm cke al» eine leichte Lektüre, hat man bisher noch nicht ermittelt, dagegen machen fie insofern einen Unterschied unter den Büchern, al» fie fich brgreiflicherweise in denen am behaglichsten fühlen, die am wenigsten benutzt werden, und da steht ihnen ja ein genügend weite» Feld offen. E» gibt nach den soeben in einem kleinen Bändchen herauSgegebeuen wiffenschastlichcn Untersuchungen eines irischen JesuitenpaterS O'Conuor sieben bi» acht Arten von „Bücherwürmern", die fich aber ursprünglich meist von anderen Stoffen nährten und noch jetzt gern in ihrer Diät adwechseln, wahrscheinlich weil fie eine sorr- grsetzte Beschäftigung mit gelehrten Dingen nicht verdauen können. Da ist zunächst der Brodkäfer (Anobium pameeum), der so ziemlich Alle» frißt, wa» ihm vor die Kiefer kommt, und für die Kostbarkeiten der Speisekammer eine eben so große Vorliebe zeigt, tote für die einer Bibliothek oder Naturaliensammlung. Der Speckkäfer (Dermeatea lardanus) gibt ihm in seinen Gewohnheiten und seiner vteisräßtgke t wenig nach. Den Larven dieser Käser verdankt der Besitzer eine» Bücherschatze» die schönen, sorqsältig gebohrten Tunnel, die sich bald schnurgerade, bald zierlich gewunden durch ei« dickleibige» Buch hindnrchzlehen. Als Record verzeichnet O'Convor einen Fall, in dem ein Bücherwurm sich durch 27 Foliobände fo geradeweg« hindurchgebohrt hatte, daß man die ganze Zahl von Bänden an einer durch den Tunnel gezogenen Schnur zusammen hätte in die Höhe heben können. Auch da» Silberfischchen, sonst Zuckergast genannt (Lepiama saccharina) findet sich oft zwischen den Seiten eine» Buche» und beschädigt diese und die Einbände ganz besonders, indem es Löcher htneiufrißt. G» erscheint dem nnbewaffaeten Auge al» eine kleine perlsarbeue Motte, vorne mit zwei Fühlern und mit drei langen Anhängen hinten- man sieht fie i« Sommer blitzschnell über da» Papier lausen und in einem selbst gegrabenen klaffenden Spalt verschwinden. Während diese» zu den Borstenschwänzeu gehörige Insekt bedrvckce» Papier verschmäht, soll der Dieb (Ptinus für) feinen schwarzen Kopf geradezu von seiner Vorl ebe für Bücher mit fetten Buchstaben erhalten haben. Endlich wollen wir noch au» der Familie der Läuse die Bücher lau» (Atropoa divinatona) erwähnen. Die bi-her vorgeschlagenen Heilmittel gegen alle diese Bücherfeinde find unwirksam bi» auf da» eine: die Bücher fleißig zu benutzen. Sogar die Preise, die nach de» „Hamb. Correspondenten" von der König!. Gesellschaft in Göttingen und von der Gesellschaft der Bücherfreunde in Mon» auf die Angabe eine» wirksamen Mittel» zur ve- kämpfung der Bücherwürmer ausgesetzt wurden, hatten keinen Erfolg.
• DaS Reiterlied im Wallenstein Man schreibt der Frkf. Ztg." : Da» bevorstehende Jubiläum von Schiller» „Wallenstein» Lager", da» am 12. October 1798 zu« ersten Male in Weimar Über die Bretter ging, möge den Anlaß zu dem Hinwei» bieten, daß baß in dem Stücke vorkommeude Reiterlied, das im wahrhaften Sinne de» Worte» populär geworden ist, keinen bedeutenden Tondichter zum Compouisten hat, fonbern von einem Dilettanten in Musik gesetzt ist. Schiller hatte ba» Lieb zuerst an verschiebene, bebrütende Compouisten gesandt, u. A. an Zelter, Zumsteg, seinen Studtengenossrn von der Karlöfchule, dem Compouisten de» einst fo viel gesungenen Liebe» „Vom Thurme, wo ich oft gefelien" rc., aber alle biese Tondichter vermochten mit ihre« Vertonungen de» Reiterliedc» den Dichter nicht zu besriedigen. Al» die Zeit drängte, schickte ihm der Buchhändler Cotta eine Compofition, die sein Freund unb Kompagnon, Dr. Zahn au» Calw, verfertigt hatte. Da aber Zahn kein theoretifch gebilbeter Musiker war, hatte er feine Compofition nut für Pianoforte verfaßt. Diesem Mangel ließ Schiller bann ia Weimar abhrlfen. Die Melodie de» Dilettanten wurde populär, Jahrzehnte hörte man fie an öffentlichen Orten fingen, Postillone und Trompeter bliesen sie, und sogar auf Drehorgeln wurde fie häufig gespielt.
• Die Cigarren einer Feindin deS Rancheas. Au» London schreibt man der „Franks. Ztg.": Der Königin Victoria ist der TadakSranch unleidlich. In ihrer unmittelbaren Nähe ist beßbalb Niemanden da» Rauchen gestattet. Dennoch ist nach „Womana Life* die Rechnung für Cigarren für die königlichen Gäste seht hoch. Den Hauptposten bilden die feinsten Havana Cigarren, die für die Königin angefertigt unb hermetisch in Glasröhren verschlossen nach Windsor gesandt werden. Die „Königin Bictoria"-Ltgarren könnte matt selbst in Cuba in Menge gekauft nicht unter einem Dollar da» Stück erhalten. Die Arbeiter, welche die Cigarren an. fettigen, erhalten 30 Kent» für da» Stück unb nut bte ältesten । unb geschicktesten Ktgarrenwacher werben mit bet Arbeit betraut. Sie stehen fich außerorbentlich gut, denn ein guter Arbeitet kann 200 Stück ben Tag anfettigen.
• Ans eine» Studevtevdrief. Lieber Oukrl! Unser I Gklbbriefträger feiert Samstag sein 50jährige» Dieustjubiläum ,- I vielleicht schickst Du mir an diesem Tage eine Postanweisung, ich hätte daun Gelegenheit, dem alten verdiente» I Manne eine Kleinigkeit znzuwenden.


