Ausgabe 
30.6.1898 Erstes Blatt
 
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GemüthSruhe zumAnerkenntniß" nehmen und im Uebrigen lebhaft bedauern, daß der Herr StaatSsecretär gegen die niedrige Entlohnung und überaus starke Ausnutzung der Arbeitskräfte in seinem Reffort, die weit mehr noch al» die Toctaldemokratje geeignet ist,die Eivmüthigkeit vertrauens- vollen Zusammenarbeiten« und die Arbeitsfreudigkeit tu der Beamtenschaft" zu untergraben, immer noch keinen Erlaß von ähnlicher Eindringlichkeit herausgegebeu hat. ES bleibt wirklich unerfindlich, welchen Zweck die soctaltstenfeindlichen Publikationen unserer höchsten Staatsbeamten anders haben sollten, al« daß bisher indifferente Personen auf die Social- demokratie aufmerksam gemacht werden und dann deren Lehren mit immer wachsendem Eifer in sich aufnehmen. Oder glaubt der Herr StaatSseeretär wirklich, daß e« ihm gelingen wird, auch nur einen Mann aufzufischen, dem durch seine Warnungen ein nachhaltige« Gruseln vor un« beigebracht wäre?

Berlin, 28. Juni. Coloniale Eisenbahnen. Bon den zahlreichen, theil« fertiggestellten, theil« in Angriff ge­nommenen afrikanischen Bahnen werden unzweifelhaft zwei in schädlicher Weise auf Deutsch-Ostafrika etnwirken, zunächst die schon fertige Congodahn. Bekannt ist, daß die Belgier seit Jahren bereits aus Manyema, von wo früher der gelammte Handelsverkehr nach der dentsch-oftafrikanischen Küste ging, diesen zum größten Theil nach dem Congo abgelenkt haben - das muß sich jetzt verstärken. In zweiter Linie wird die Bahn, welche E. Rhodes unter Zinsgarantie Englands von Maschonalaud bi« zum Tanganjika bauen will, nach Süden den Handel von unserem Schutzgebiet abziehen. Seit Jahren bemühen sich bereit- die Engländer, den Verkehr vom Tanganjika nach dem Nhaffa htnzulenken. Dieser Plan würde mit Herstellung der Bahn vollkommen gelingen, wenn nicht zu gleicher Zeit im deutschen Schutzgebiet auch Eisenbahnen in Angriff genommen werden. Schon aus practischen Gründen ist e« unumgänglich, daß deutscherseit« grundlegende Beschlüffe über den Bau von Eisenbahnen in den Colonien gefaßt werden. Dem Reichstag werden in seiner nächsten Tagung wahrscheinlich zwei Vorlagen über Eisenbahnbauten in Usam- bara und Südwestafrika zug?hen, wobei man Gelegenheit zur eingehendsten Erörterung dieser Fragen hat. Im Jahre 1895 schon betheiligte sich das Reich mit einem Betrag von 100000 Mk. au den Vorarbeiten für eine Centralbahn in Ostafrtka, man gab jedoch den Plan auf, weil nach Er­klärungen von Sachverständigen der Verkehr nicht einmal die Betriebskosten decken würde. Den Ausschlag kann das heute nicht wehr geben. Der Bau von Bahnen ist geradezu eine Lebensfrage für die Colonien geworden.

Berlin, 28. Juni. Da» Befinden de« Fürsten Bis­marck ist nach Mttrheilungen derAugSb. Abeudztg." aus Frtedrtchsruh in den letzten Tagen wieder bester gewesen und gibt der Hoffnung Raum, daß sich der Fürst auch wieder in absehbarer Zeit von feinem Rollstuhl, an den er seit Wochen gefeffelt war, wird trennen können. BewundernSwerth ist die Gednld, mit der der Fürst die fürchterlichen Schmerzen zu ertragen versteht, wie er bet Ttfch fich über alle Tage«, fragen äußert und nicht selten den alten Humor durchbltcken läßt. Gepflegt wird der Fürst von seiner Tochter, Gräfin Rantzau, dann von seinem Arzt, Dr. Chrhsander, der ständig in Frtedrtchsruh verweilt, und von einem alten, treuen Kammerdiener, der jetzt schon an 20 Jahre dem Fürsten dient. Geheimrath Schweninger kommt jede Woche nach Frtedrtchsruh, um fich über das Befinden seines hohen Patienten zu erkundigen und die nöthigen Anordnungen zu treffen.

Berlin, 28. Juni. Das Rothe Kreuz. Man wird fich erinnern, wie segensreich für die Pflege der Verwundeten vnd Kranken schon in dem deutsch.franzöfischen Krieg und so­dann in den verschiedenen kriegerischen Wirren im Orient, zuletzt in dem türktsch.griechischen Krieg, fich die Institution deS Rothen Kreuzes erwiesen hat. ES mag daher befremden,

qutckenden Aufenthalt bietet und sodann da» oberhalb der WaldeShöhe über der Kälberwtese gelegeneSchweizer- häuSchen", da» leider im Laufe der Jahre so viel muth- willige Beschädigungen erlitten Hai, daß eS zur Zett recht restauration-bedürftig dreinschaut.

Nach dem großen finanziellen Zusammenbruch, der da» Birstetner Fürstenhaus betroffen und tu den selbstverständlich auch eine Menge bürgerlicher Existenzen mit htueingezogen worden find, ist eine Aufbefferung vonoben" her für den Ort und seine Umgebung nicht mehr zu erwarten, wenigstens nicht tu absehbarer Zeit. Aber vielleicht nimmt fich der Vogelsberger Höheuclub der Gegend an!

Btrsteiu har seinem äußeren Anstrich nach den Character eines wohlhabenden Marktfleckens, aber wer nur einige Tage daselbst verweilte, wurde sehr bald gewahr, in einer kleinen Beamtenstadt zu weilen, die ihr Gepräge vom Hofe aus empfing. Das ist nun schon seit Jahr und Tag ander» ge­worden. Von der reichen Hofhaltung merkt man nichts mehr, und das Heer der Beamten ist auf einen kleinen unentbehr­lichen Grundstock beschrankt worden.

Von der neuen Eisenbahn kann man mit Recht für die ganze Gegend einen erfreulichen wirthschaftlichen Aufschwung erwarten. Der refidenzltche Character wird vermuthlich ver- lvren gehen, aber au Stelle de»Verfalls" und traurigen ^Zurückgang»", den man in den letzten Jahren allenthalben

beobachten konnte, wird fich durch den neuen Schienenweg für den Ort ein befferer und leichterer Personen- und Maaren- detkehr entwickeln und ihn möglicherweise zur Bedeutung eines Luftkurortes erheben.

Au Sonntagen fah man schon immer in Btrsteiu einige Fremde, Gäste von auSwärt», deren Besuch dann Haupt- sächlich dem Dorfe Ftschborn und seinen großartigen Galerien der Frankfurter Wafferleitung gilt, die wirklich sehens- Werth find.

Wenn nun erst die Bahn htnaufführt, wird der Verkehr ein noch stärkerer sein.

(Schluß folgt.)

I daß von einer Thätigk-it der Gesellschaft in dem spanisch- amerikanischen Krieg bisher noch Nichts verlautete. Der tsrund liegt aber darin, daß auf spanischer Seite eine solche Mitwirkung nicht gewünscht ist. Inzwischen dürfte sich trotz­dem bald Gelegenheit zu einer Humanitären Betätigung des Rothen Kreuzes finden, denn im Gegensatz zu den Spaniern haben die Amerikaner die Unterstützung des Rothen Kreuzes für die Pflege ihrer Verwundeten und Kranken erbeten.

Berlin, 28. Juni. Nachträgliches aus dem Wahlkampf. Aus Oesterreich wird geschrieben: DaS Hauptorgan der österreichischen Socialdemokratie, dieArbeiter­zeitung" stellt selbst mit ganz besonderer Befriedigung fest, daß bei den Wahlen im Königreiche Sachsen die österreichische Socialdemokratie aus den nordböhmischen Bezirken in hervor­ragender Weise betheiligt war. An den Wahltagen zogen ganze SchaareuGenoffen" über dte Grenze, um bei der Vertheilung der Flugblätter und Stimmzettel mttzuwtrken. Bet der engeren Wahl im Zittauer Kreise wurden dann einige österreichische Socialdemokraten verhaftet und ausgewiesen. Die Wahlarbeit, weint dieArbeiterzeitung" höhnisch, sei dadurch aber nicht gestört worden, denn die AuSgewieienerr seien sofort durch andere ersetzt werdrn. DaS socialdemokrattsche Wahlcomit« habe gegen die Verhaftung und Ausweisung Ver­wahrung eingelegt. DieArbeiter-Zeitung", welche von der Thetlnahme österreichischer Socialdemokraten so sehr befriedigt ist, konnte f. Z. nicht genug höhnen und schmähen, als öster­reichische Abgeordnete in Leipzig und Dresden aufklärende Reden über die österreichischen Verhältnisse hielten.

DieDeutsch-soctalen Blätter" sprechen fich über die geringen Erfolge derAntisemiten aus: Verlust an Mandaten und Wahlstimmen, statt des gehofften Zuwachses für unsere Partei. DaS ist das wenig erfreuliche Ergebniß der diesmaligen RetchStagSwahl. Das Eine kann schon heute gesagt werden: Wir haben unsere Kräfte weit überschätzt und haben unS nicht als Meister in der Beschränkung auf Erreichbares gezeigt. Da» Endergebniß der diesjährigen Wahlen wird jedem einsichtigen und vaterlandsliebenden Manne und hoffentlich auch der Regierung die Augen darüber öffnen, daß e» nur ein Mittel gtbt zur E-ndämmung de» wetteren AnschwellenS der Umfturzpartei, nämlich Erweiterung de» all- geminen, geheimen und directen Wahlrecht» zur Wrhlpflcht. Andernfalls wird die Wahlflucht bei den staat-treuen Ele­menten immer mehr zunehmen. Da- Ende vom Liede muß dann die Revolution oder der Staatsstreich sein!

Locale- unt j-rovlnzleUes.

Gießen, 29. Juni 1898.

HaußhaltungSschnle. Am 28. lfd. MtS. wurde der achtwöchentliche FrühjahrscursuS der hiesigen HauS- haltungSfchule im Beisein des Herrn KceiSschulinspectors Dr. Luciu», des Herrn Oberbürgermeister- Gnauth, sowie einiger Mitglieder de- Schul- und Stadtvorstandes mit einer Prüfung der Schülerinnen geschloffen. Es war erfreulich, daß auch einige Damen erschienen waren, denn diese können über die Leistungen der Schule doch da» beste Urtheil abgeben. Der Cursu» war von 24 Schülerinnen besucht, die höchste Zahl, welche nach den bestehenden Ein­richtungen angenommen werden kann. Den Handarbeits­unterricht hatte Frl. Wallmuth geleitet. Die aurgelegten Sachen, welche größtentheils auf der Maschine genäht worden waren, zeugten von viel Fleiß und guten Fortschritten, ebenso dir gebügelten Gegenstände. In der Kochschule wurde von Frl. Lyncker über NahrungSmittellehre und Reinhaltung von Hau» und Küche geprüft. Die Antworten der Schüler­innen bekundeten Verständniß, weil da- Geprüfte in der Schule praktisch geübt worden war. Bet der Bereitung eines Mittagsmahles nahm man mit Befriedigung wahr, daß die Mädchen die ihnen übertragenen Arbeiten recht gewandt auSführten, womit sie bewiesen, daß sie etwa» Tüchtiges fürs Leben gelernt haben. Die stete Zunahme de» Besuche» der Haushaltungsschule liefert wohl den besten Beweis, daß eine nothwendtge und nützliche Einrichtung hier geschaffen worden ist, die ihren guten Einfluß auf Hau» und Familie ausüben wird. Der Herbstcursus beginnt im October- die Anmel­dungen hierzu werden im Schulhause der Stadtmädchenschule entgegengenommen.

* * Oeffentliche Anerkennung edler Thalen. Seine König- liche Hohen der Großherzog haben dem Wallmeister KaSp ar in Mainz in Anerkennung des von ihm bei der Rettung des Heinrich Schweitzer daselbst und dem Küfergesellen Friedrich Ftltzinger zu Mainz in Anerkennung deS von ihm bei der Rettung des vierjährigen Hermann Lehmann daselbst vom Tode de» Ertrinken- bewiesenen besonnenen und muthvollen Verhaltens, eine Geldprämie zu verleihen geruht.

Zustizpersoualien. Seine Königliche Hoheit der G r o ß - Herzog haben Allerguädtgst geruht, zum 28. Juni den Präsidenten Großherzoglichen OberlandeSgerichts Ludwig Knorr au» Anlaß seine» fünfzigjährigen Dtenstjubiläum» zum Wirklichen Geheimeurath mit dem PrädicatExcellenz" zu ernennen.

* * Der Universitätsbibliothek ist vor Kurzem als Geschenk de» bekannten MäcenS der auf die Erforschung der ältesten Cultur Amerikas gerichteten Studien, des Duc de Loubat in Paris, eine kostbare photochromographische Nachbildung einer der wichtigsten altmexicantschen Bilder- Handschriften zugegangen. Den Inhalt derselben bilden au» der Zett vor der Entdeckung Mexicos herrührende astro- logisch-kalendarische Aufzeichnungen der aztekischen Auguren (Tonalpouhquß Sonnenzähler). Diese Aufzeichnungen haben im Wesentlichen die Eiutheilung de» Jahres in glück­bringende und unglückbringende Abschnitte und astrologische Berechnungen über den glückverheißenden oder ungünstigen Character größerer Zrtiperioden zum Gegenstände und ge­winnen durch die langen Rethen von Darstellungen aztekischer ! Gottheiten auch eine nicht geringe religion-geschichtliche Be- ! deutuog. DaS intereffante Werk ist auf kurze Zeit der i

Ausstellung des KunftoereinS im Thurmhaus am Brand überwiesen worden.

Koschat Concert, Donnerstag den 30. Juni in Steins Garten. Auch heute find wir in der angenehmen Lage, einen schönen Erfolg deS Koschat-Quartett» mitthetlen zu können. DerMannheimer Anzeiger" bringt über ein am vorigen SamStag stattgefundene» Coucert nachfolgenden Be­richt: Einen seltenen Genuß bereitete am SamStag Abend der Meister üe» Kärntener Liede», dem seine herrlichen Melodien Weltberühmtheit verschafft haben, Thomas Koschat, seinen Zuhörern im Concertsaal deS Hoftheaters. Es lieg! ein eigener Zauber in Koschat» Liedern, sie treffen stets, mögen sie von Liebrslnst und LiebeSschmerz oder von der Heimath und der Sehnsucht nach ihren Bergen fiogen, b>u warmen innigen HerzenSton. Kein Wunder, daß gerade des- halb so manche» Lied de» Meisters, wir nennen nur das be­kanntesteVerlassen bin t", nach kurzer Zett Gemeingut des deutschen Volke» geworden ist und tn allen deutschen Zangen gesungen wird. Wenn nun ein stimmbegabtes und gut ge- schulteS Mäanerqaartett unter des Componisteu persönlicher Leitung und Mitwirkung diese prächtigen Weisen im heimath- ltchen Dtalect zu Gehör bringt, dann ist der Erfolg unaus­bleiblich. Und in der That fanden denn auch am Samstag Abend die Wiener Sänger eine freundliche Aufnahme und ernteten rauschenden Beifall. Außer dem schon erwähnten Verlassen" kamen von Koschat'schen Compofitionen noch za GehörGeknickte Bleamerln", das neckische Tanzltedchen Der Diab",Met Freud", der WalzerAns den Kara­wanken", da- ScherzquartettAus der Schualstuden" und das herzigeGlückliche Leut'". Abwechselung brachten die Solovorträge des Herrn (EL Foch ler, der über einen aus- gtedtgen Bariton verfügt und mit einigen humoristischen Liedern^ außerordentlichen Beifall sand, sowie de« Tenortfien Herrn R. Traxler, der ebenfalls sehr gefiel. Alt vor- zügltchen Klavierspieler lernten wir Herrn Dr. Tomasek kennen, dec durch den Vortrag zweier ungarischer Tänze und einer wetteren Ptäce Proben einer außerordentlichen Technik und warmer Empfindung ablegte. Auch ein von ihm com- pontrte- Lied, da» Herr Traxler sang, wurde mit lebhaftem Beifall aufgeuommen. Emen ganz vorzüglichen Bassisten befitzt daS Quartett in Herrn Georg HLän, der in btm Kromer- scheu ChorGrüße an die Heimath" besonder» excelltrte. Meister Koschat selbst sah recht gut au», die schwere Krank- hett, die er kürzlich überstand, ist anscheinend ohne nach- theilige Folgen geblieben. Unsere besten Wünsche begleiten ihn auf seiner diesjährigen Tournöe. Möge er bald wieder mit seinen tüchtigen Sängern in Mannheim fich hören lassen!

* Neber die Fürsorge für die Ladutrtuueu berichtete gelegentlich der sechsten Jahres Conferenz der evangelischen Juvgfrauenvereine Herr Pastor M ätz old von Dresden. In dem Bericht heißt es: Die 90000 weiblichen Angehörigen de» Kaufmannsstandes finden leider noch wenig theilnehmende Liebe, obwohl ihnen große Gefahren drohen. Dieser Beruf erfordert keine besonderen Borkenntnisse, mau verdient bald und erniedrigt sich nicht zum Dienstmädchen herab: man kann der Eitelkeit und Putzsucht fröhnen und erfreut sich eine» freieren Lebens. Welche Gefahren bringt der regelmäßige Weg tnS Geschäft und nach Hause mit fich, zumal Abend» spät! Weder den Eltern, noch dem gutgesinnten Principal ist viel Gelegenheit zu erziehlicher Einwirkung gegeben, voll­ständig vernachlässigt wirb die Ausbildung der Ladnerin zur zukünftigen Hausfrau. Nun die großen gesundheitlichen Ge­fahren: die lange Arbeitszeit (1214 Stunden), die kurzen Eßpausen, körperliche Ueberanstrengung mit einer Reihe von Krankheiten im Gefolge- ferner die geringe Bezahlung wegen de» Ueberflusse» an Arbeitskräften, armselige Wohnungen, die mit vielen Mißständen verbundene Stellenvermittelung usw., Grund genug, etwas für die Ladnerinnen zu thun uud nicht zu warten, bi» sie sich als Fachverein der Socialdemo- kratie angeschlossen haben. Z.el der Fürsorge ist bessere Er> ziehung unb Ausbildung der jungen Mädchen, auch Erziehung zu rechter Erholung, besonder- am Sonntag, wo Gelegeohett zu edler Geselligkeit gegeben werden muß, daun Errichtung vonLadnerinnen Heimen" oder doch wenigsten- die Dar­bietung nahrhafter billiger Beköstigung, wenn auch die Be­schaffung anständiger Wohnungen fast ebenso wichtig ist. C» ist hier noch ein reiche» Arbeitsfeld für christliche Frauen, sie müßten fich mehr um die Ladnertnnea bekümmern und ihnen zu helfen suchen. In der Di-cuffton überbrachte Herr Oberconsistortalrath D. Walz-Darmstadt zunächst einen Gruß und Segenswunsch der hessischen obersten Kirchenbehörde, die fich die Fürsorge für die weibliche Jugend recht angelegen fein lasse unb die hessischen Geistlichen in diesem Sinne schon mehrfach angewiesen habe. Im Anichluß an den Vortrag Mätzold- wurde dann von dem Darmstädter Lydia-Verein be­richtet, der auf religiöser Grundlage edle Grielligkeit pflegt und durch persönliche Thetlnahme einer Reihe von Damen der gebildeten Stände prächtig gedeiht- freilich zur Eröffnung eines Ladnerinnen-Heim» hat e» bis jetzt noch nicht kommen können.

* Einen wundervolle» Anblick gewährt der am Schiffw- bergerweg angelegte Rofenflor deS Gärtners Carl Becker. Derselbe hat bort zwei Aecker mit in allen Farben blühenoerr Rosen bepflanzt.

* * Die elektrische Beleuchtung für die Ausstellung von Rindvieh Vogelsberger Raffe, welche im kommenden Monat auf Oswald- Garten stattfindet, wurde dem Elektro­techniker Max Weißbäcker hierfelbst, dem Vertreter der Firma Siemen« und Halske übertragen.

* * Zum deutschen Turnfest in Homburg. DemDarmst- Tgl. Anz." wird geschrieben: Nachdem in Bezug auf Ler- kehr-erletchterungen fetten* des Hamburger Verkehrs- auSschuffe« die weitestgehenden Zugrständuiffe erreicht worden waren, hat nunmehr die Eisenbahndirection Frankfurt a. M für den Sonderzug des Mittelrhein-KreiseS wesentliche Be­schränkungen etntreten lassen. Selbstverständlich ist von de* Kreisleitung hiergegen sofort Einwand erhoben und nm Zu­billigung aller durch Verhandlung mit den Eisenbahn-Ver-

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Fr« Leiterin dert Theatersaal i kunstsinnigen 250 Personen) war einerseits Nauheimer Dc Gründung ein frssiouen. Do sowohl die T Würdigkeit der trefflichem Gel hatte. DaS st Life Waldau d'.v sich die D Wannten Eich fchloh- Das i to Einfügung tot die Hoffni t,ae ganz des dmhvoll ist, Veranstaltung bot der 40 Dai Jurd)» Zchü Kretin und g Damen, deren to Zuhörer fl Adnann mir! Mcen bestehe, ersten Bes

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