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Air 173 Zweites Blatt. Mittwoch den 27. Juli
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lecrfctn dem Anzeiger Wöchentlich viermal btigtltgi.
Gießener Anzeiger
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Iii0nt vvv Anzeigen zu der Nachmittag- für den M|-k— Lag erscheinenden Nummer bii Borm. 10 Uhr.
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Amts» unb Anzeigeblatt für den K«i« Gieren.
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Abends 8 Uhr: ;rt Reqimentrcapelle. ThoreL Restaurateir id sein Weins. MiHK. icher linb spätestens^ uliesern.
)ctobeT ist «t UmverM :)m\W schlossen.
jß: Dr. Hensen__
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•UbectUn, «rpeditian und Druckerei:
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Amtlicher Theil.
Bekanntmachung,
betr.: Maul« und Klauenseuche.
In Gruod-Schwalheim, Preis Bübingen, ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrocheu und Gehöftsperre aogeordnet worden.
G test en, den 25. Juli 1898.
GroßherzogltcheS Kreisamt Gießen.
V. **aq em,
Bekanntmachung.
Großherzogliches Ministerium des Innern Hot zufolge Allerhöchster Ermächtigung vom 30. März l. I. der deutschen Lolonialgesellschaft und dem deutschen Frauenverein die Er« laudniß ertheilt, die Loose von zehn für coloniale Zwecke zu veranstaltenden Geldlotterien in den Jahren 1898 biß 1903 innerhalb deS Großherzogthum» zu vertreiben.
Indem wir dies zur öffentlichen Kenutuiß bringen, bemerken wir, daß nach dem von der zuständigen Behörde ge« nehmtgten BerloofungSplan bei jeder Lotterie 500,000 Loose a 3,30 Mk. auSgegeben werden dürfen and 575,000 Mk. za Geldgewtnnsten verwendet werden müffen.
Gießen, den 25. Juli 1898.
Großherzogliches Kreisamt Gießen.
v. Gagern.
Bekanntmachung.
Auf Grund der Dienstanweisung vom 26. September 1894, betreffend Sprechstunden, geben wir bekannt, daß in unserem Bureau Gießen, Westanlage 39, der unterzeichnete Gewerbe-Jnsptctor an Montagen von Mittags 12 Uhr bis Abends 8 Uhr stets anzutreffen ist. Z" anderen Zeiten, an Wochentagen von Morgens bis Abend» 8 Uhr und Sonntag Vormittag» ist der Unterzeichnete zu mündlichen Auskünften gern bereit, sofern denselben nicht anderweitige Dienstgeschäfte oom Bureau fern halten.
Gießen, den 22. Juli 1898.
Großherzogliche Gewerbe Jnspection Gießen.
______________Engeln.___________
Verhandlungen
des Hessischen Landwirthschaftsraths.
In den Tagen vom 11. und 12. Juli d. I. hielt der Hessifche LandwirthschaftSrath in dem Gebäude der Eentral« stelle für die Gewerbe in Darmstadt unter dem Borfitz deS
Fenilleton.
Die moderne Wetterprophezeißung.
Von Dr. L. Werner.
(Nachdruck verboten.)
Die einzige Wärmequelle für unsere Erde ist die Sonne, und die ungleiche Erwärmung der verschtedenen Erdtheile durch die Sonnenstrahlen ist die Haupt-Ursache der klimatischen Berschiedenheiten. Durch die ungleiche Bertheilung wird da» Gleichgewicht der Lust sortwährend gestört. DaS gestörte Gleichgewicht sucht fich auszugleichen und so entstehen die Luftströmungen, die Winde, «türme und Orkane und ferner die Verschiedenheit im Feuchtigkeitsgehalt der Luft, der fich durch Trockenheit, Bewölkung oder Niederschlag kenn« zeichnet.
Auf die ungleiche Wärwevirtheilung laffen fich olle meteorologischen Erscheinungen zurückführen. Die Erkenntniß der Gesetze, durch welche man die Entstehung und den Wechsel de» Wetter» auf kurze Zeit bestimmen kann, ergibt fich au» d„ gegenseitigen Einwirkung der verschiedenen meteorologischen Faktoren, die man an möglichst vielen Orten beobachten und fich wittheilen muß, um bann rach diesen Resultaten die Be« rechnung auzustrllttr.
Die Beschaffenheit de» WerttrS an einem bestimmten Orte beruht hauptsächlich auf der daselbst zu einer bestimmten Zett stattfiudenden Richtung des Winde», welche ihrerseits wieder von der Bertheilung und den Veränderungen de» Lust« drucke- an anderen Otten abhängt.
Die Winde, welche vom Aequator kommen, zeichnen fich durch den höchsten Wärmegrad, den größten Waffergehalt, in Dampfform natürlich, den häufigsten Regenfall und den nied«
isbeilage: Gießener Familienblc
Präfidenten, Herrn Geheime RegierungSrath Haa»«Offeubach, eine Gelammtfitzuog ab. Nach der Tagesordnung wurde zu» nächst Bericht über die Prüfung der Rechnung deS Hessischen LandwirthschaftSrath» pro 1896/97 er« stattet und die Rechnung genehmigt.
Der Voranschlag des Landwirthschaftsraths pro 1898/99 wurde mit je 40300 Mk. in Einnahme und Ausgabe angenommen.
ES wurde feiner die Einführung eine» einheitlichen Formular» für die Aufstellung der Voranschläge der drei landwirth chastlichen Proviuz'alvereine beschloffen. Al-AuS- sührnugSbestimmungen für die zukünftige Verwendung der für Förderung der Viehzucht, sowie de» Obst- und Ge» müsebaue» bewilligten Staatsmitteln werden die von den entsprechenden AuSschüffen beantragten Bestimmungen mit kleinen Aenderungeu festgesetzt bezw. Großh. Regierung zur Genehmigung vorgeschlagen. Desgleichen wurden die von den AuSschüffen beaetragtt n Pflichtbestimmungen für Rinder-, Schweine- und Z egenzuchivereinSsatzungen sowie die im Ent« Wurf vorliegende allgemeine Schweine« und Ziegenschauordnung angenommen.
Der vom Präfidenten auf Grund der von den Prov'nzial« vereinen und dem Pferbezuchtverein eingereichten Voranschläge ausgearbeitete Hauptvoranschlag über die Verwendung der Staatsmittel für Viehzucht und Obst« und Gemüsebau wurde genehmigt.
In die Zeitschrift wird beschloffen eine Rubrik für Angebot und Nachfrage einzustellen, in welcher die Mitglieder des Landwirthschaftlichen Verein» zukünftig unentgeltlich Angebot- und Nachfrage-Anzeigen veröffentlichen können.
Die von den AuSschüffen für Au»stellungSwesen und Viehzucht gestellten Anträge auf eine umfassende Vorbereitung und Beschickung der Wanderausstellung der Deutschen LandwirthschaflSgesellschaft im Jahr 1899 zu Frankfurt a. M. werden mit einem Zusatz be» Präsiden en betr. die besondere Betheiligung Hessen» in der wissenschaftlichen Abteilung dieser ‘ Ausstellung angenommen, desgleichen zwei Sonderanträge betr. Besch ckung der Obstabtheilung und Veranstaltung von Ausflügen im Anschluß an die Ausstellung.
Bezüglich der geplanten Eiusührung der Staffeltarife für Obst beschließt der LandwirthschaftSrath ab- lehnend- dagegen stimmt er einer Reihe von Anträgen be» bezügl. Ausschusses zu, welche auf Berbefferungen der Etfen- bahnbeförderung für Obst, Gemüse und Wein hinzielen und fich vor Allem auf die Stückgutbeförderung beziehen.
Erneut nimmt der LandwirtbSschaftSrath Stellung zu der Frage der gemischten Transitlager derMühlen- conten und Zollcredite und beschließt, Großh. Re-
rigsten Lustdruck auS. Demgemäß schließt man bet niedrigem Barometerstand euf Regen. Für Deutschland kommen diese Winde von Süd-Westen her. Die Polar« oder Landwinde kommen für Deutschland von Nord-Osten her und find trocken und kalt bei hohem Luftdruck und heiterem Himmel. Für un» find also die Winde an» S. W. und N.«O. die schärfsten Gegensätze, indem S.-W. feuchte und warme Witterung, N O. aber kalte und trockene bringt. E ne Abweichung findet im Sommer dahin statt, daß die vom Lande, also von Osten, herkommenden Winde auch die wärmsten find. Der Ostwind ist im Winter kalt und trocken, im Sommer aber warm und trocken.
Um den Zusammenhang zwischen Windrichtung und Luftdruck genau festzustellen, verbindet man Orte, welche dieselbe auf den Meeresspiegel zurückgeführte Barometerhöhe zeigen, durch Linien, welche Isobaren heißen. Zwischen zwei Punkten derselben Isobaren findet dann ein Unterschied im Luftdruck nicht statt- dagegen liegen in normaler Richtung zu einer jeden Isobare die Punkte, in denen die größte Barometerdifferenz hervortritt.
Die Veränderungen de» Wetter» an einem Orte haben ihre Hauptursache In dem Wechsel de» Luftdruckes Über größere Flächen und in dem Entstehen und Fortschreiten de» barometrischen Minimum-. Legt mau durch den Mittelpunkt eines in unserer Gegend fortschreitenden Minimum» eine Linie von S.-W. nach N W-, so wird diese da- Minimum, welche» in der Regel von Westen nach Osten fortschreitet, in zwei Hälften theilen, von denen die zur Rechten geleerte die Vorderseite und die zur Linken liegende Hälfte die Rückseite des Minimums bildet. Auf der Vorderseite wehen die für Europa au» südlicheren Gegenden stammenden Winde, die bei abnehmendem Luftdruck un- Regenwetter bringen. Auf der Rücksette wehen die au- nördlichen Gegenden her-
te »treffe für Depeschen: Ot-gß«.
♦ Fernsprecher Nr. 61.
gierung wiederholt zu ersuchen, für die gänzliche Aushebung der gemilchten Tranfltlager und Mühlevcooten sowie für He Abänderung be» der Zolldehaudlung von Medl unb Betreibe bisher zu Grunde liegenden AuSbeuteverhältniffeS einzutreten.
Ferner wird beschloffen, da- Preisnotirung»- unternehmen de» Landwirthschaft-rath» durch Ausdehnung der Notirung auf Rap-, Obst und Lebendgewicht de» Schlachtvieh- zu erweitern.
Dem Antrag de- Verein- deutscher Düngerfabrikanten auf Aufnahme der mineralischen RohphoSphate unter die gedeckt zu befördernden Güter des Deutschen Eisenbahngütertarifs Theil I wird -ugrstimmt.
Zur Föderung der Fe l d b e r e i n i g u n g wird beschloffen, Großh. Regierung zu ersuchen, die Gemeinden zu veranlaffen, fich nunmehr über die Durchführung der Parcellenvermeffung unb in Verbindung hiermit über die Einführung der Feld» bereinigung zu entscheiden und für letztere einzutreten.
Gleichzeitig soll die Großh. Regierung ersucht werden, den Ständen einen Gesetzentwurs nach Maßgabe der vom LandwirthschaftSrath beschlossenen Anträge auf Abänderung de» Feldbereinigungsgesetze-, insbesondere deS Kostenverfahren» für die nächste Tagung vorzulegen
Zum Schluß nimmt der LandwirthschaftSrath Stellung zur Thomasmehlfrage unb faßt eine Resolution, in welcher er der Bezugsvereinigung der deutschen Landwirthe süc deren Borgehen dankt und den Landwirtheu in ihrem eigenen Jntereffe empfiehlt, vorläufig kein Thomasmehl zu kaufen, dis für die Laudwirthschast günstige Bezugsbedingungen erzielt worden find. Ferner ersucht er Großh. Regierung, bei der preußischen Staatsregierung gegen die Einführung von Ausnahmetarifen für die Beförderung von Thomasmehl ins Ausland vorstellig zu werden.
Deutsches Reich.
Berliu, 25. Juli. In Bezug auf die Verordnung be» russischen Finanzmiuister Über die Erhöhung gewisser Einfuhrzölle, sowie andererseits auf die allgemeine Ber- orbnung des preußischen LaudwlrthschaftSministerS wegen deS Gänse Transportes wird, wie die „National-Zeitung" berichtet, in unterrichteten Kreisen angenommen, daß ein Ausgleich zu Stande kommen wird.
Berlin, 25. Juli. Der Regierungspräsident von Lieguitz hat, wie im „Reichsanzeiger" bekannt gemacht wird, eine lande-polizeiliche Anordnung erlassen, wonach dos Treiben von Geflügel zu anderen als zu Weidezwecken verboten wird.
kommenden Winde mit zunehmendem Luftdruck unb auf* klärendem Wetter.
Wir können noch nicht im Voraus für längere Zeit ba» Wetter oder den Wind an einem Orte bestimmen, wohl aber für den Zeitraum in 24 Stunden, besonder» in Bezug auf die Stürme, toa» für die Seefahrt von höchster Wichtigkett geworden ist. v
Für diese Wettervorhersagung dient der telegraphische Au»tansch gleichzeitig an verschiedenen Orten angestellter meteorologischer Beobachtungen. Je größer da» die Wetterkarte umsaffende Gebiet, je zahlreicher also die Beobachtung»« stationen eines Gebietes find, desto sicherer können dann die Schlüffe sein, welche in ihren Hauptzügen in vielen TageSblättern in Form von Wetterberichten veröffentlicht werden.
Bei diesen Wetterkarten spielen Luftdruck und Wind« richtnng die Hauptrollen, doch werden auch die anbeien WitterungSerschelnungen, wie: Temperatur, Bewölkung, Regen u. a. eingetragen.
Die Methode ber Anfertigung dieser Wetterkarten be« steht darin, daß die Witterungserscheinungen, welche gleichzeitig auf einem größeren Gebiet, durch vereinbarte, allen Stationen verständliche Zeichen in eine geographische Karte eingetragen und dadurch übersichtlich (synoptisch) dargestellt und dann einer Diskussion unterworfen werden.
DaS Gebiet der deutschen Wetterkarte erstreckt sich von der Westküste Irlands bis zum schwarzen Meere und von Nordskandinavien bis zur Südspitze Italien» und umfaßt heute 88 Stationen.
Bei dem Einträgen der WttterungStelegramme in die Wetterkarte wird zunächst jede Station durch eineu Ring ^^In' bur$ diese Station gelegter Pfeil gibt die Wind-


