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erhobenen Protest vollständig anschließen. Man will geger diese neue Verseuchung des Rheine« sowohl bet der hessischen wie auch bet der Reichsregierung Schutz suchen.
Mainz, 25. Mai. In Folge der Regengüsse steigt der Rhetu und seine Nebrnflüffe und wurde der telegraphische Wafferstaudnachrichtendienst wieder ausgenommen. Die neueste» Depeschen lauten: Rhein: Mannheim 5,53, steigt: Neckar: Wimpfen 7,42, steigt langsam.
△ An» Rheinhessen, 25. Mai. Mit Rücksicht darauf, daß das Steigen der Brodpretse in den meisten rhein- hessischen Orten in keinem Verhältuiß zu der Preissteigerung der Frucht steht und viele Bäcker die gegenwärtige Cou- juuctur nur zu einer Erhöhung des BrodpretseS benutzen, haben in vielen Orten der diesseitigen Provinz die land- wtrthschaftlichen Consumveretne sich gegen dieses unberechtigte Vorgehen der Bäcker tuS Mittel gelegt. Sie kaufen das Korn ihrer Mitglieder auf, laffrn »S zu Mehl verarbeiten und verabfolgen das in eigenen Bäckereien hergestellte Brod zum Selbstkostenpreise. Ein bereits gemachter Versuch hat ergeben, daß der Laib Brod (6 Pfund) bet den jetzigen Korupreiseu im Selbstkostenpreise höchstens 56 bis 58 Pfg. kostet, während sich die Bäcker für das gleiche Quantum fast allenthalben 70 bis 72 Pfg. bezahlen lassen.
i vorstellig zu werden wegen Befferuvg des Weges von der Linde nach Gießen zu. Herr F. Kühn-Gießen wies auf I den Mangel an Wegweisern auf der Gießener Seite hin I und bezeichnete die Stellen, wo solche vorhanden sein müßten. I Die Versammlung beschloß, sich dieserhalb an die Bürger- I meisteret Gießen zu wenden. Herr Bürgermeister Kleine- I Krofdorf bat, dafür besorgt zu fein, daß die Kiloweterzahl der Wege nach dem Gleiberg auf hessischer Seite richtig au den Wegweisern angegeben werde.
* • Strafkammer. Am SamStag den 28. dS. MtS. kommt der P o st d t e b st a h l in Groß-Linden zur Verhandlung. Rechtsanwalt Katz wird den Angeklagten Weigandt bei» thetdigen. Zu dieser Verhandlung sind 28 Zeugen geladen.
* * Sport. Ruma Cisotti aus Padua, der am Sonntag auf der Rennbahn an der Hardt gegen Opel unterlag, erläßt durch das Organ des D.-R.-B. eine Herausforderung ' an seinen Besieger. Ort: eine deutsche Bahn nach Wahl OpelS. Ctsotti erklärt sich ferner bereit, mit seinem Landsmann Carlo Derosfi'Turtu auf Tandem gegen Opel-Duill zu fahren.
• • Befitzwechsel. Durch Kauf ging daS Haus der Frau Johanna Schneider Wittwe, Wallthorstraße, zum Preise von 14,000 Mk. in den Besitz des SpeuglermeisterS Rud. Rüdiger über.
• * Zu Amerika verstorbene Hessen. Post Oak, bei MaScoutah, Jll., Anton Bischoff, 66 Jahre alt, aus Groß-Umstadt. — CohoeS bei Troy, N.Y., Carl Moll, 85 Jahre alt, aus Alzey, — Parker» Settlement, Posey Goumy, Jnd., Math. Gchweikhard, 63 Jahre alt, aus Niedei Ingelheim. — Berlin, Outario, Georg Hachborn, 78 Jahre alt, aus Lehrbach. — Hecker, Jll., Wilhelm Kammler, 70 Jahre alt, aus Seehetm. — Allen County, O., Wilhelm Miller, 67 Jahre alt, aus König. — Monroe Township, O., Adam Rummel, 79 Jahre alt, aus König. — Elgin, Jll., Frau Louise Platt, 41 Jahre alt, aus Rodheim a. d. Horloff.
§ Bom Laude, 24. Mai. „Alles schon dagewesen" — sagt Rabbi Ben Joseph Akiba, und auch solch regnerische Jahrgänge, wie der heurige, entbehren nicht ihrer Vorgänger. So regnete es Anno 1316 von Mitte Mai bis zum Jahresende jeden Tag. 1401 regnete eS von Mitte März ! bis Ende September. 1405 regnete es von Anfang August I bis Neujahr 1406. 1468 fiel in der Erntezeit so viel Regen, I daß das Korn ungemäht auf den Feldern stehen blieb. 1528 war von Ende Juli bis Mitte November nur vier Tage hindurch trockenes Wetter. 1579 war ein so naffeS Jahr, daß die unfahrbaren Marschwege mit Balken au-gelegt werden mußten, um nur die Ernte einfahren zu köuuen. 1585 war ein fo naffer Herbst, daß man vielerwärtS daS in Haufen gefetzte Korn erst im Winter mit Schlitten vom Felde holen konnte. 1588 regnete es tm Sommer und Herbst ununter- brocheu. 1617 fiel nach einem anhaltenden Sturm so viel Regen, daß niedrige Gegenden in Teiche verwandelt waren. 1660 fiel von Pfingsten bis spät in den Herbst ein fort- I währender Regen, so daß die Feldfrüchte verdarben. 1752 I regnete und stürmte er den ganzen Sommer und Herbst, nur I während des ganzen OctobermouatS herrschte die schönste I Witterung. 1790 war von Mitte Juni bis Anfang Sep. I
eisenbahnen, sowie die Bahnordnung für die Neben-Eisen- dahoen zu andern und zu ergänzen.
Kreuznach, 25. Mai. Dte kaiserlichen Prinzen Oskar und August treffen Anfangs Juni zum Kur- pebrauch hier ein und werden im Hotel du Nord Wohnung nehmen.
tember ein unaufhörliches Regenwetter. Ein besonders regnerischer Sommer war derjenige von 1888. Daß die erste Hälfte des jetzigen Jahres zu den regenreichsteu des Jahrhunderts gehört, erhellt aus der Thatsache, daß seit Januar in nicht einer einzigen Woche anhaltend gutes Wetter gewesen ist, und daß seit März das Regenwetter höchstens zwei Tage aussetzte. Behält aber Falb recht, so bleibt auch der Sommer bis in den Herbst hinein durchaus regnerisch. Wir hoffen indeß, daß das Wetter einer alten Beobachtung zufolge im Sommer beffer wird, da auf naffe Frühjahre meist trockne Sommer folgen.
Schotten, 23. Mai. Am Mittwoch den 25. d. M. sind es 30 Jahre, daß der hiesige Kreisstraßenmeister Herr Ho heu adel in den Dienst des Kreises Schotten eintrat und mit seltenem Diensteifer und Erfolg trotz mehrerer schwerer Unfälle seinen Dienst noch versieht. Möge es de« Jubilar, der sich großer Beliebtheit erfreut, noch lauge vergönnt sein, bei guter Gesundheit auch ferner seinem Berufe obliegen zu können.
Hungen, 24. Mai. Die hiesige Molkerei beabsichtigt, für ihre GeuoffenschaftSmitglieder eine Eierverkaufsstelle zu errichten. Dte Lieferanten erhalten einen Stempel ihres Namens, sowie einen solchen, mit welchem das Datum, an dem das Ti gelegt wurde, auf letzterem vermerkt werden kann. Solche mit Namen und Datum versehene Eier können dann jeden Morgen an die BerwerthuugSstelle abgeliefert werden. Die Verwaltung glaubt, den Lieferanten einen Erlös von 8—10 Pfennig pro Stück garantiren zn können. Eine ähnliche Einrichtung soll in Fulda bestehen und sich bereits ausgezeichnet bewährt haben. — In dem nahen Obbornhofen kam ein alter Taglöhner, der schon viele Jahre in eintm dortigen Hofe Beschäftigung und Unterkommen gefunden hatte, auf tragische Weise umS Leben. Derselbe stürzte Abends, vielleicht weil er des Guten wieder einmal etwas zu viel gethan hatte, von einem Stall und blieb auf dem darunter befindlichen Pflaster tobt liegen. Erst am folgenden Morgen fand ihn daselbst das Dienstmädchen.
+ Vad-Salzhaufen, 26. Mai. Am Pfingstmontag findet zur Eröffnung der Saison in dem geräumigen Saale des Kurhauses ein großer Ball statt, deffeu Besuch auch für Fremde durch directe Bahnverbindung sehr erleichtert ist.
H- BorSdorf bei Ridda, 25. Mai. Berwichene Nacht erhängte sich der Ende der 50erJahre stehende htefige Einwohner JohS. Hrch. Reuter auf dem Boden seiner Behausung. Die That soll in abnormem Geisteszustand geschehen sein.
△ Mainz, 25. Mai. Seitens der htefigeu städtischen Verwaltung wird man fich dem in einer Extrafitzung der Stadt Worms letzter Tage gegen daS von der Stadt Mannheim gefaßte Projekt, die Fäkalien in den Rhein einzuleiten,
_ ffoewits rnrd provinzielles-
Gießen, 26. Mai 1898.
* • Empfang. Seine Königliche Hoheit der Groß- Herzog empfingen am 25. Mai u. A. die Gymnafiallehrer Dr. Messer und Dr. Neßling von Gießen.
* • Haffia. Seine Königliche Hoheit der Großerzog haben in Uebereinsttmmung mit den Wünschen des Präsidiums den Oberstlieutenant a. D. Cramolini zum Präsidenten der Kriegerkomeradschaft „Hassta" zu ernennen geruht.
* * Haffia. Nach Erfüllung der satzungSmäßigen Pflichten ist der Kriegervereiu Rtnderbügen mit 43 Mit- gliedern tu den Landesverband der Kriegeikameradschaft „Hasfia" ausgenommen und dem Bezirk Büdingen zugetheilt worden.
* • Eine botanische Excurfiou an die oberitalienifcheu Seen unternehmen zehn Studirende der hiesigen Universität während der Pfingstferien unter Führung von Herrn Professor Hansen. Wie wir hören, find die Herren bereits heute Morgen nach Luzern abgereist.
♦♦ Der Bau der neues Synagoge der Israelitischen ReligionSgefellschaft au der Stetustiaße wurde mit sämmtltchen inneren und äußeren Ausstattungen dem Bauunternehmer Herrn A. Scheppelmann hier übertragen.
Auf dem Gleiberg wurde gestern Nachmittag die Generalversamluug des Ges elligkeitöv ereins Gleiberg abgehalten. Bedauerlicher Weise war die Versammlung schwach besucht. Der Vorsitzende, Geheimrath Freiherr v. Gagern, eröffnete die Versammlung und erstattete den Jahresbericht. Die Einnahme in 1897/98 be- kkug 1743 Mk. einschließlich des Erlöses von acht neu aus- gegebenen Antheilscheiuen L 20 Mk. AuSgegebeu wurden 1573 Mk. darunter 400 Mk. Jahreszinsen und eine Rück- Inge von co. 900 Mk. Das Baarve,mögen des Vereins beträgt 2212 Mk. 50 Pfg. Im abgelaufenen Geschäftsjahr find dem Verein von ehemaligen Schülern des Professor vr. Buchner 207 Mk. 50 Pfg. geschenkt worden. Der Vogelsberger Höhenclub Sectiou Gießen hat weitere 50 Mk. zu geben fich bereit erklärt, wenn der Verein zu Ehren des verblichenen Prof. Buchner deffeu eigensten Wunsch erfüllen würde, nämlich den Phtltpp-thurm wieder zu errichten. Baninspector Stahl hat in Aussicht gestellt, Plan und «ostenvoranschlag hierzu sowohl wie auch zur Fertigstellung des Luxemburger Raumes in Bälde vorzulegen. Ebenso hat fich die AuSfugung des Burgfriede nach der Wetterseite hin als nothwendig herauSgestellt. ES wurde beschloffen, dem Gosdorf zu gestatten, am Sonntag, den 12. Juni auf dem Gleiberg ein Fest zu veranstalten und dabei ein Eintrittsgeld zu erheben, doch darf hierbei nur der innere Burghof und dte Wirthschaftsräumlichkeit für die nicht Eintritt zahlenden Besucher des Gleibergs abgeschloffen: werden. Die Versammlung ehrte das Andenken deS im | vergangenen Jahre in Kairo verstorbenen Dr. Klewitz, welcher große Verdienste um den Gleiberg hat, durch Erheben von I ien Plätzen. Auf Anregung des Herrn Fell er-Lollar beschloß die Versammlung, bei der Bürgermeisterei Krofdorf j
Ve*urischt<A.
I * Frankfurt a. M-, 25. Mai. In gestriger nicht öffent- I Ucher Staotverordnetensitzung theilte der Oberbürgermeister I wit, daß Verhandlungen mit der Frankfurter Waldbahnge- I sellschaft angeknüpft seien, um die Bahn dem städtischen Tram- I bahunetz anzuschließen.
* Cassel, 24. Mai. Witzenhausen ist zum Sitz der dem- I nächst zu gründenden Colonialschule gewählt worden. I * Bo» der Saalburg, 22. Mai. Für Touristen und I Freunde römischer Alterrhümer dürfte e» von Interesse fein,. I dem hiesigen Römercastell etwa» Aufmerksamkeit zu I schenken. In den Ruinen des alten Römerlagers herrscht I nämlich jetzt reges Leben, da man emsig damit beschäftigt ist, I die ehemalige Porta decumana wieder aufzubauen. Dieselbe, I ein mit VertheidigungS-Einrichtungen versehenes römtsche» I Doppelthor, liegt dem ehemaligen römischen Jnneulande zu I und war durch eine schnurgerade römMe Pflasterstraße mit I dem vicus novuB bei Heddernheim verbunden. In der Nähe I dieses Thore» hatten dte Canabenses, römische Barackenleute, I als Wtrthe und Krämer ihr Lager. Ihre Wohnungen, I canabae, find im Unterbau meist wiederhergestellt. Auch die I Villa des Caracalla, römischer Kaiser, befindet fich nahe bei I diesem Thore auf der linken Sette. Sie muß allem Anschein I nach einst ein großartiger Bau gewesen fein, der von den I germanischen Völkerschaften, die ihn zerstörten, eine Saala genannt wurde, eine Bezeichnung, dte fich später über daS ganze Ruinenfeld erstreckte. N. B.
* Leipzig, 24. Mat. Der Kasseubote de» Bankgeschäft» Enel, Freiberg n. Co. wurde heute Nachmittag 41/, Uhr auf oer Treppe deS Geschäftshauses von einem Unbekannten überfallen und ihm eine Mappe geraubt, in welcher 2000 Mk. in Banknoten der Sächsischen Bank enthalten waren. Der Räuber ergriff die Flucht und konnte bisher nicht ermittelt werden. Dte htefige Polizei hat eine Belohnung von 200 Mk. ausgesetzt.
♦ Metz, 22. Mai. Auf dem größten Maffengrabe bei MarS la Tour—Vtonville wurde heute ein Denkmal er^ richtet und eingeweiht. DaS Grab enthält die Gebeine von 2000 bis 3000 Gefallenen, Deutschen und Franzosen, besonders Cavallertsten aus den großen Reiterangriffeu bei Bionvtlle. Sie wurden noch am Abend deS 16. August begraben und zwar ungezählt. Erst al» ein höherer Offizier htnzukam, wurde etwas ordnungsmäßiger verfahren. Aus diesem Grunde erklärt e» fich, daß auf dem großen, Hufeisen- förmig angelegten, etwa zweihundert Meter in der Runde meffenden Grabe drei Kreuze stehen mit der Inschrift: „Hier ruhen 2000 bi» 3000 deutsche und französische Krieger". Dieselbe Inschrift trägt auch daS Denkmal, ein große» Stein- kreuz auf dreistufigem vier Meter breitem Sockel. Sehnliche Denkmäler wird der „Verein zur Erhaltung und Schmückung der Kriegergräber" auch auf den übrigen Massengräbern, sofern nicht die Denkmäler der Truppeutheile auf oder neben ihnen stehen, errichten. Da» erwähnte Grab ist das einzige über deffen Inhalt man in Ungewißheit ist, über alle anderem find Listen beim hiesigen Gouvernement und bei den Gräberwärtern vorhanden, allerdings nicht immer mit den Namen der Gefallenen.
* New-York, 24. Mai. Die tolle Freude, die sich bei jeder Nachricht von Kaperung spanischer oder spanisch-cuba° nischer Fahrzeuge, und wäre es auch nur ein armseliger Fischerboot, in den anglo-amerikanischen Zeitungen und beim „Publikum" in überschwänglicher Weise kundgibt, läßt tief blicken und ist vielleicht die beste Erklärung für das hier zu Lande scheinbar nicht zu unterdrückende Räuberunwesen. Das romantische Piratenthum, wie es vor hundert Jahren und länger in amerikanischen Gewäffern blühte, ist freilich gänzlich aus der Mode gekommen; die Dampfschifffahrt hat ihm gründlich ein Ende bereitet. Dagegen blüht das Räuberunwesen auf dem Lande in einer Weise, wie man es früher gar nicht geahnt hat. Wer hätte vor einem Menschenalter daran gedacht, daß Häuser oder Eisenbahnen gestohlen werden könnten? Das Alles hat man seitdem in Amerika geleistet; sogar Staaten hat man schon gestohlen, wenigstens ihre Electoralstimmen für die Präsidentenwahl. Die großartigste Entwickelung hat jedoch unsere Bahnraub Industrie erfahren. In den siebziger und achtziger Jahren kamen Ueberfälle und Ausplünderungen von Bahn- zügen nur vereinzelt vor, im gegenwärtigen Jahrzehnt ist dies aber eine lohnende Beschäftigung geworden. Eine Statistik der Eisenbahnüberfälle von 1893 bis 1897 einschließlich weist folgende Zahlen auf: 1893: 33, 1894: 34, 1895: 49, 1896: 28 und endlich 1897: 30 Ueberfälle, was für die fünf Jahre die stattliche Zahl von 174 Ueber->
Ausland.
Lemberg, 25. Mal. Infolge bei Brodtheuerung und be» Mangel» an Arbeit siab in Przemysl große Tumulte vorgekommen. Die Bäcker- unb Kaufläden würben geplündert unb erst m>t Hilfe von Militär konnten die Unruhen unterdrückt werben.
Loudon, 25. Mai. Einer Erörterung der aus- wSrt-tgen Politik im Parlament weicht die Regierung zunächst noch aus. Als der Schatzkanzler Hick» Beach am Dienstag im Uaterhaufe deffeu Vertagung bi» zum 6. Juni beantragte, verlangte der Radikale Dilke Auskunft, wann das HauS die auswärtige Politik berathen könne. Denn eine Politik von Bündnissen sei von verschiedenen Ministern an* gedeutet worden. Dies sei aber eine wichtige Veränderung der auswärtigen Politik, welche das Haus doch erörtern sollte - man habe von einem deutschen Bündniß und anderen Allianzen gesprochen. Hick» Beach erklärte, e» sei vereinbart worden, daß heute keine Erörterung über die auswärtige Politik statt- finden solle- wenn also die Opposition die auswärtige Polttik berathen wolle, so möge sie einen Tadels-Beschluß beantragen. Hierauf wurde der Antrag auf Vertagung angenommen, so daß die Regierung bi» nach Pfingsten von unbequemen Fragen verschont bleibt.
Loudou, 25. Mai. Nach einer Meldung an» Washington erhielt die Admiralität die Nachricht, daß die Flotte Cervera» in Santiago de Cuba eingeschloffeu fei, die vereinigten Flotten Sampfon» unb Schley» bewachten ben Au»gang des Hafens.
Loudou, 25. Mai. „Financial News" veröffentlicht ein sensationelle» Telegramm au» Port de Palx, wonach die spanische Flotte einen Zusammenstoß mit dem amerikanischen Geschwader gehabt habe. Die spanischen Kriegsschiffe „Biscaya" und „AlfonS XII." sollen zerstört worden sein. — Ein anderes einer privaten Quelle ent- ' nommeneS Telegramm besagt, da» spanische Geschwader fei in der Bay von Santiago vollständig zerstört worden. Die i Amerikaner hätten 700 Mann verloren und zwei Schiffe ein- gebüßt. — In Washington war bi» heute Mittag von einem | Zusammenstoß der beiden Geschwader nichts bekannt.
Madrid, 25. Mai. Der „Jmpercial" meldet ans Havanna, daß die Amerikaner neuerdings den Hafen von Nueoita» bombardirt haben. Nach 30 Schüssen, die I keinen Schaden anrichteten, zogen sie sich zurück.


