Ausgabe 
27.4.1898 Erstes Blatt
 
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er über mindestens 24 freie Stunden im Tage, ist niemals allzu viel durch Geschäfte aufgehalten, hat momentan auch keine Revue über das Heer 16 Mann Linicntruppen und 3 Reservisten abzuhalten; ebenso wenig braucht er einer etwa ausgeschriebenen Generalversammlung der Spielbank- Actien Gesellschaft beizuwohnen oder vielleicht in Vertretung seines Papas ein sonstiges wichtiges Regierungsgeschäst zu erledigen. Was also hält ihn ab? Nervosität vielleicht? Schwerlich. Schiehen kann er gewiß hören. Im Park von Monte Carlo knallt es ja ost genug . . . Oder ist vielleicht ein amerikanischer Crösus daran, die Bank zu sprengen und der Prinz will vor Allem Zeuge dieses aufregenden Kampfes sein? Nun, sei dem wie immer, Amerika hat allen Anlaß, sich zu freuen, daßPrioatpflichten" den Erbprinzen von Monaco verhindern, dem Sternenbanner entgegenzutreten. Die Republik ist eines furchtbaren Gegners ledig. Denn der Erbprinz ist e» jedenfalls schon aus seinem Milieu her ge* wohnt, Alles aufs Spiel zu setzen. Kennt sich wie bald kein anderer Seeoffizier mit den Karten aus, würde jedem Angriff ein Paroli bieten und nicht eher ruhen, bis er der Republik nicht den letzten ,,Kreuzer" genommen hat. Spanien kann es also nur lebhaft beklagen, daß just dieser Combattant abgesagt hat. Allerdings hat er sich, um seinen guten Willen zu zeigen, mit 10000 Francs an der nationalen Subscription betheiligt. Er wird sie durch die Bank bezahlen lassen . ."

Erziehung. Das Tadeln der Kinder vor Fremden. Nicht- berührt bet Besuchen so unangenehm, wenn die Mutter fortwährend in unserer Gegenwart da» Kind tadelt und an ihm herum bessert, wodurch man eigent­lich mehr gegen die Mutter eingenommen wird, al- gegen da- Kind. Wie häßlich klingt es unserem Ohr wenn e» heißt:Laß da- Frttzchen, wie oft hab ich Dir da- verboten, wo» soll Frau B. von Dir denken wenn Du so unartig bist. Benimm Dich hübsch manirltch, oder Du gehst vom Tisch" v. s. w. Diese Berweise in Gegenwart Fremder lassen uaS einen wenig günstigen Blick in die Erziehung der Mutter thun und schwächen thatsächlich deren Macht über ihre Kinder, raubt denselben aber eine starke Triebkraft zum Artigsein. Kinder sind nickt so eitel wie Erwachsene, sie wollen sich Fremden gegenüber stet» im besten Lichte zeigen und fühlen sich tief gekränkt, wenn sie vor denselben gezankt werden, oder al- träge und Ungehorsam getadelt werden. Kinder hoben ihr Ehrgefühl, da- nicht verletzt werden darf, und es kann leicht denken, wenn e- vor Fremden so scharf getadelt wird, wozu nützt eS mir jetzt noch artig zu sein? Man erreicht weit mehr, wenn man eS durch Lob und Anerkennung ausmuntert, wohingegen der Tadel vor Fremden, den Borsatz Mab das beste Bestreben artig zu sein, denselben schwächt. Ist Tadel nöthig, so geschehe eS unter vier Augen, nicht mit allzugroßer Schärfe oder gar Gereiztheit, welches Alle» keinen rechten Eindruck macht. Jedenfalls vermeide man vor Gästen jedeScene*. Hat ein Kind nicht gelernt, im Familienkreise sich artig zu benehmen, kann man auch nicht von ihm er­warten, daß unter Fremden e» plötzlich sich tadellos zu be­nehmen weiß. Eine jede Mutter bedenke, daß der Mangel an artigem Benehmen bei einem Kinde stet- auf wenig sorg­fältige Erziehung zurückzuführen ist, und daß da- Bloßstellen kleiner Schwächen einer Kinderserle vor Fremden die Liebe de- Kinde- schwächt und demselben das schöne htngebende Vertrauen raubt, da- stet- zwischen Eltern und Kindern be­stehen sollte! Scharf soll man nicht sein, da» ist da- Schäd­lichste, aber fest und doch stet- mild und liebreich, da» erhält, wie derPractische Wegweiser", Würzburg, schreibt, da» Vertrauen bei Kleinen und Großen.

DaS künstliche Eiweiß. Auf dem medicinischen Eon- gresse in Madrid ist Pros. Finkler au» Bonn mit der Mittheilung hervorgetreten, eS sei ihm gelungen, auf künst lichem Wege Eiweiß herzustellen. Die Bedeutung eine-solchen Fortschritte» ist Jedermann einleuchtend, denn selbst den Laien ist eS bekannt, daß die in unseren Nahrungsmitteln enthaltenen Eiweißstoffe für die Erhaltung des Körpers von größter Wichtigkeit find, sodaß man wohl sagen kann, mit der Entdeckung deS Verfahren» zur Herstellung von künst- lichem Eiweiß sei auch eine» der interessantesten Probleme moderner Wissenschaft gelöst. Berthelot, der berühmte fron- zöfische Chemiker, hat vor nicht allzu langer Zeit in glän- zender Weise dteie» Zukunftsbild entrollt: wie die Mensch­heit einmal ihre Nahrung nicht durch Maffenhinschlachtung von Thteren gewinnen, sondern ein Pulver täglich genügen wird, den stärksten Mann bei Kräften zu erhalten. So er­staunlich die Madrider Meldung über die Herstellung von künstlichem Eiweiß durch Professor Finkler auch war, so müssen diese Mittheilungen doch wohl ernst genommen werden. ES liegen jetzt ausführliche brtefl'che Berichte über den Vor­trag FinklerS vor. Hiernach find schon seit einiger Zeit praktische Versuche mit dem künstlichen Eiweiß gemacht worden. Kranke konnten täglich 30 b'S 70 pCt. der ihnen gereichten Dosen deS Präparat» aufnehmen, was einer Zufuhr von 150 bi» 350 Gramm Fletsch entsprach, während gesunde Personen die Beimengung von 200 Gramm künstlichem Ei­weiß, die also etwa einem Consum von zwei Pfund Fleisch entsprechen würde, anstandslos vertragen. Bei Kranken find nach FinklerS Mittheilungen bedeutende Gewichtszunahmen, in einzelnen Fällen bi» zur Verdoppelung beobachtet worden. Der Initiative de- preußischen HerrenhauSmitgliede» Grasen Dougla- ist e- zu danken, daß der Finkler'»ch: Gedanke einer Reform der BolkSernähruvg schnell in die That umgesetzt worden ist. Gras DouglaS hat zusammen mit dem Regie» rung-affessor Frhrn. v. Rodrnhauscn die Errichtung einer im größten S'hle angelegten Fabrik übernommen, in welcher, um die Finkler'sche Idee dem allgemeinen Wohle dienstbar zu machen, SaS künstliche Eiweiß zu einem sehr geringen Preise hergestellt werden soll. Finkler hat sünszehn Jahre an seinen Versuchen gearbeitet.

* Der mnthmoßiiche Mörder der Louise Gunther ist Donnerstag, so schreibt ein Berichterstatter derBerl.Ztg.", gesehen worden. Die Frau des Schlächtermeisters Hubein, -Schöneberg, Slubenrauchstraße 9a, hatte in Berlin einige

Einkäufe gemacht und benutzte auf dem Rückwege die electrische Bahn AlexanderplatzSchöneberg. Al» sie zufällig durch da» Fenster blickte, sah sie den so eifrig gesuchtenEmil" die Leipziger Straße entlang kommen. Derselbe hat Ende v. I. bei ihrem Manne in Schöneberg gearbeitet und deshalb erkannte Frau Hubein den Gesuchten in der ihr von der Criminalpolizei vorgelegten Photographie mit Bestimmtheit wieder. Sie sprang sofort aus dem Wagen, ging an den Ecke Charlotten- und Leipzigerstraße flationirten Schutzmann heran und forderte denselben zur Verhaftung desEmil" auf- Der Schutzmann machte den in der Nähe stationirten berittenen Collegen darauf aufmerksam, aber inzwischen hatte Emil" gesehen, daß Frau Hubein, die er ebenfalls wieder­zuerkennen schien, mit den Schutzleuten sprach und war im nächsten Augenblick in dem Menschengewühl verschwunden. Frau Hubein wurde mit nach dem zuständigen Polizeirevier in der Charlottenstraße genommen und dort einem l*/z stün­digen Verhör unterworfen. In der ihr nochmals vorgelegten Photographie erkannte sie nochmals mit Bestimmtheit in dem Gesuchten den Schlächtergesellen Emil Scort, aus Königsberg in Pr. gebürtig, wieder. Derselbe ist im Jahre 1869 ge­boren und hat in der Werkstatt ihres Mannes zuletzt an Weihnachten 1897 ungefähr sechs Wochen lang gearbeitet. Frau Hubein schildert den Scort als einen gewallthätigen Menschen.

Ein automatische- Restaurant von besonderer Art macht gegenwärtig in New-Port das Glück seines Erfinders. Es handelt sich dabei um Mahlzeiten zu festen Preisen. Die verschiedenen Speisen, die das Menu des Tages bilden, stehen in großen Quantitäten auf einer Art Bank, vor welcher ein breiter Lederstreif sich mechanisch vorwärts bewegt. Auf diesem beweglichen Streif sitzt der Gast und fährt langsam die Bank entlang, von der Suppe bis zum Obst und Käse. Im Vorbeifahren ißt er, was ihm paffend erscheint, vor allem das, was die beständige Bewegung des Ledrrsitzes ihm zu essen gestattet; diese Bewegung ist derart eingerichtet, daß zwischen der Eßlust des Gastes und dm Interessen des Wirthes ein gewisses Gleichgewicht hergestellt wird. Am Ende seiner Spazierfahrt, dicht hinter dem Käse, wird der Gast etwas unsanft auf die Erde gesetzt. Wer gegen diese plötzliche Unterbrechung seiner Speisereise protestirt, erhält vom Wirth die tröstliche Versicherung, daß das automatische Restaurant vornehmlich zur Verhütung von Verdauungsstörungen ein­gerichtet wurde. Noch eins. An den Wänden des Local- Hängen große Zettel mit der Warnung:Es ist streng ver­boten, sich die Taschen voll zu^stopfen". ____________

* Was Alles für Geld gemacht wird, beweist nachftehen- des Inserat in einem Arnstendlou:Suwe per loloit Stellung bei äußerst mäßigen Geholisansp-Ücken al- Zinder» künstler, Hellseher, Eskamoteur uuö als Mann mit tem Straußenmagen. Mache u. A. die flammende Gäule durch den vorherigen Genuß von Petroleum und bin der Einzige, der im Stande ist, hundert Nähnadeln zu verschlucken." Mehr kann man nicht verlangen.

* Die sieben thörichten vicyle-Zuagfraue». Sonntags- Schullehrer: . . . und wa» geschah mit den sieben thöcichten Jangsrauen, die kein Oel auf ihre Lampe gegossen? Frttzchen Schulze: Die find vom Polizisten ausgeschrieben worden!

liniverfitäis - Nachrichten«

DieVoss. Ztg." meldet: Professor Röntgen in Würz­burg ist eine neue Auszeichnung zu Theit geworden. Die philo­sophische Facuttät in Göttingen hat ihm den 1896 gestifteten Otto Vahlbruch-Preis zuerkannt. Der Preis wird alle zwei Jahre für diejenige In Deutschland gefertigte und erschienene Arbeit ver­geben, die den größten Fortschritt in den Naturwissenschaften inner­halb der beiden letzten Jahre bedeutet.

Der bisherige Prtvatdocent an der Univerfität zu Bonn, Professor Dr. Noll, etatrmäßiaer Professor an der Landwtrthschaft- lichen Akademie zu Poppelsdorf, ist zum außerordentlichen Proseffor in der philosophischen Facultär der genannten Univerfität ernannt worden.

Verkehr,xmb* «nd Vottr«^ch§chafL

ÄietMl«. 56. April. Marktbericht. Bur dem heutiger- WochttunarN kosteten: Sutter vr. Psd. X 0,851,10, Hühnerei r pr. St. b0 H, 2 St. *011. H, Enteneier 1 St. 6'0 4, Gäns>« ehr pr. St. 1112 4, Käse vr. St. 5-8 A, Käsemotte pr. 6L 3 4, Etbsen pr. Liter 19 4, Linsen vr. Liter 31 Tauben pr. Paa X 0,90 bi» 1,00, Hühner pr. Stück 1,30 bi» 1,50, Hahnen pr. ©tfr X 1,60-1,70 Entin pr. Stück X 1,812,00, Gänse pr. Pfu-i X 0,000,00, Ochsenfleisch pr. Pfd. 6674 A, Kuh- und Rindfleita pr. Psd. 6066 Schweinefleisch vr. Pfd. 68 bi» 72 4t, Schwein,- fleisch, gesalzen, pr. Pfd. 76 A, Kalbfleisch vr. Pfd. 6064 J. Hammelfleisch pr. Pfd. 7000 Kartoffeln pr. 100 Kilo 7,00 bi! 8,00 X, Weißkraut pr. Stück 0 -00 4. Zwiebeln pr. Centnr 11,0012,00.x, Milch pr. Liter 16 $.

Dauer der Marktzeit von 7 Uhr Morgens bis 1 Uhr Nach­mittags. Während der ersten 3 Stunden der Marktzeit darf im Umherziehen nicht feilgeboten werden.

Gründers, 23 Avril. Fruckevreise WeizenX21,0022,00, Korn X 16,78-17,00, GerMe X 16,36-17,00, Haier X 16,44-17,00, Erbsen X 16,00-16,50. Linien X 16,00, Wicken X 00,00, Lein X 00,00, Kartoffeln X 6,307,50, Sarnen X 00,CO.

Nach den statistischen Ermittelungen des Vereins deutscher Eisen- und StahltnduftrieUer belief sich die Roheiseirprodtretton des Deutschen Reiches (einschließlich Luxemburgs) im Monat März 1898 aus 625 130 Tonnen, darunter Puddelroheisen und Spiegeleisen 149 488 Tonnen, Bessemerroheisen 36 992 Tonnen, Thomasrohetsen 326493 Tonnen und Gießereiroheisen 112157 Tonnen. Die Production im Februar 1898 betrug 557 524 Tonnen, im März 1897 575 233 lonn-n. Dom 1. Januar bis 31. März 1898 wurden vroductrt 1809 525 Tonnen gegen 1659556 Tonnen im gleichen Zeiträume des Vorjahres.

Nachrichten.

Depeschen deü Bureau »Herold*.

Berlin, 26. April. Nach einer Meldung auß Hamburg verbot die Behörde die Abfahrt des Postdampser»

Petrsylvania* von der Amerika-Linie nach New-Uork, welcher 30,000 Gentner al» Düngersalz declarirte Salpeter geloben, weil letztere» Sontrebanbe sei. Nach Herausnahme der Salpeterladung konnte diePensylvatria" adfahreu.

Köln, 26. April. Zu der Frage des obersten bay­rischen Militär-G er ich t»h o f e» erfährt dieKöln. BolkSztg.", daß diese Frage keineSweg» bei einem Ruhepunkt angelangt sei, vielmehr fände seit einiger Zeit zwischen dem Kaiser und dem Prinzregenten ein sehr lebhafter birecter Metnung-au-tausch statt, welcher aller Voraussicht nach dahin führen werde, in Bayern einen eigenen Senat de» Reichs- Militär-Gericht» einzuführen, dessen Mitglieder von der bayrischen Krone ernannt werden und welcher im Namen de» KömpS von Bayern Recht sprechen wird.

Rom, 26. April. EriSpi, welcher gestern hier ein­traf, erklärte gegenüber einem Journalisten, der Krieg be­deute den völligen Zusammenbruch Spaniens, welche» feine trostlose Lage der Priester-Herrschaft zu verdanken habe. Amerika» Sieg sei zweifellos, wa» eine große Gefahr dar- stelle, da dadurch der jiugoistische Landerhunger wachsen werde. Europa hätte den Krieg verhindern sollen, aber da» euro­päische Concrrt sei nicht» als eine lächerliche Farce, welche die Völker endlich auSpfcifen sollten.

Rom, 26. April. Diplomatische und Consularberichre au» Madrid und den spanischen (Kolonien stellen die Lage für die spanische Flotte al- sehr ernst dar. ES fehlt an KohlenVorräthen in Cadix und auf Euba. Wenn eS nicht gelingt, biefe Uebelstäode bald zu beheben, wirb die spantsche Flotte binnen Monatsfrist nicht kampffähig fein.

Palermo, 26. April. Aus ®teilten laufen beun­ruhigende Nachrichten ein. Dte Preise für Brot und sonstige Lebensmittel sind auf» Doppelte gestiegen. Die vom Hunger geplagte Bevölkerung glaubte, die Speculanten hatten da» Korn massenhaft angefauft, erstürmten die Magazine, fanden aber nur geringe Bestände vor. Die Regierung ve, breitete da- Gerücht, sie habe große Mengen Weizen in Amerika bestellt und würbe benfelben unentgeltlich unter die Bevölke­rung vertheilen.

London, 26. April. Nach einer Meldung au» Havanna feuerte die Batterie de» Fort» Norro gestern wieoerum auf die amerikanische Flotte, doch blieb da» Feuer auch bitimal ohne Wirkung.

London, 26. April. Wie verlautet, liegt die spanische Flotte, bestehend au» vier Kreuzern 1. Kl, sechs Torpedo­booten und zwei Transportschiffen, noch bei St. Vincent. Die Flotte steht unmittelbar vor der Abfahrt.

London, 26. April.Daily Telegraph" meldet, bet amerikanische Consul in Honolulu habe 15,000 Tonneu Kohlen ausgespeichert.

Liverpool, 26. April. Die Agenten der spanischen und amerikanischen Regierung kauften große Mengen Kohlen ein, damit sie die nöthigen Borräthe besitzen, ehe die Kohle offiziell als KriegScontrebande bezeichnet wird.

New-York, 26. April. Da» Marine Ministerium traf eiligst Anordnungen für den Fall des Erscheinen» der spanischen Flotte an den Küsten Amerika«. ES wird etu Dienst der schnellsten Dampfer an der Küste eingerichtet. Alle bedrohten Kostenpunkte wurden mit See Minen ver­sehen. Das Gerücht von dem bevorstehenden Bombardement Havannas wird neuerdings bementirt.

Washington, 26. April. Mac Kinley unterzeichnete da» Decrer, betreffend die Kriegsanleihe von 500 Millionen Dollars.

Washington, 25. April. ES wird behauptet, Spanien: habe eine Antwort auf da« Ultimatum gegeben. Diese Antwort sei jedoch nicht veröffentlicht worden. Sherman har versichert, die Insurgenten würden die Hauptarbeit auf Euba verrichten.

Washington, 26. April. Die Botschaft des Prass- deuten Mac Kinley, in welcher die formelle Kriegserklärung aa Spanien empfohlen wird, ist dem Congreß zugegangen. Die Botschaft nimmt zunächst Bezug auf die Resolution de» CongresseS und das an Spanien gerichtete Ultimatum und weist sodann auf die von dem spanischen Minister deS Aeußeru am 21. d. Mts. an General Woodford gerichtete Note hin, durch welche die diplomatischen Beziehungen abgebrochen wurden. Weiterhin zählt die Botschaft die activen Maß­nahmen, wie die Blokade CubaS auf. Die Correspondenzeu zwischen den beiden Regierungen find der Botschaft beige­geben. Der Congreß hat bereit» gestern die Botschaft und damit die Kriegserklärung einstimmig angenommen. Inzwischen droht eine allgemeine MinisterkrifiS, indem das Cabintt gegen da­schwächliche Kriegs-Programm Mac Kinley» reuolürt. Der StaatSsecretär Sherman und der General-Postmeister Garg haben nunmehr osficiell ihre Dewisfion gegeben und Washing­ton bereit» verlassen. Der Marine Minister Lang und der Srieg»minister Alger wollen ebenfalls zurücktreten, ferner auch der UnterstaatSsecretär de» Marineamte« Roosewelr, daS fähigste Mitglied des Cabmets. Aa Stelle Sherman» hat fein bisheriger Stellvertreter Day das Ministerium des Auswärtigen übernommen, bie vor bem gestrigen Tage ge­kaperten Schisse sollen wieber freigegeben werden.

WB. Washington, 26. April. Der Präsib ent unter­zeichnete die Resolution betreffend die Erklärung de» Kriegszustandes.

G. Darmstadt, 26, April. (Telephon-Meldung.) Dte Kaiserin ist soeben zum Besuche am Großherzogl. Hose dahier eingetroffen. Der Großherzog und die Großherzogin, sowie Prinzessin Heinrich von Preußen und Prinzessin Lud­wig von Battenberg empfingen bie Kaiserin am Bahnhofe und fuhren mit ihrem hohen Gaste unter dem Jubel de» zahlreich anwesenden Publikam» in» Großh. PalaiS, woselbst Familientasel stattfand.- Um 3 Uhr fährt die Kaiserin wieder nach Homburg zurück.