Gerüchts vom Tod des Kaisers von China eiugelaufeu. Im Gegensatz hierzu steht eine dem „Local-Anzeiger" aus Loudon zugegaugeue Depesche, wonach der Kaiser von China nach Unterzeichnung deS EdtcteS, welches die Kaiserio-Mutter zur Regentin ernennt, ermordet wurde, Li Hung-Tschang wird offen angeklagt, den Mord veranlaßt zu haben.
— M. P. C. Ebenso wie in Folge der Einführung deS Dingley-Tarif» der deutsche Import nach den Bereinigten Staaten von Nordamerika zurückgegangen ist, hat auch der der übrigen europäischen Länder eine nicht unbeträchtliche Verminderung erfahren. Die Einfuhr Deutschlands, die 1896/97 einen Werth von 111210 000 Dollars repräsentirte, hatte im verfloffenev, am 30. Juni d. I. vollendeten FiScaljahre nur noch einen Werth von 69 691000 Dollars, der englische fiel von 167 947 000 auf 109138000 Dollars, der österreichisch-ungarische von 8158 000 auf 4 716 000 Dollars, der französische von 67 530 000 auf 52 730 000 Dollars, der belgische von 14 082 000 auf 8 741000 Dollar», der Schweizer von 13 849 000 auf 11380000 Dollars.
— M. P. 0. Wie auf dem letzter Tage in Trier statt- gefundenen Congreß des deutschen Weiubauvereios festgestellt wurde, entsprechen den Wünschen der deutschen Weinbau- Interessenten gewiffe Bestimmungen der mit Italien und Oesterreich Ungarn abgeschlossenen Handelsverträge insofern nicht, al» sie durch die billigen Sätze für Einfohr zerstampfter Trauben der Maffenproduction südlicher Länder unsere Thüren öffnen und den deutschen Rothweiubau in Folge der Legali- firung des Berschnitt» von Weißwein mit Rothwein schädigen. Dagegen vermißt unser Weiuhandel jede Erleichterung sür die AuSsuhr deutscher Weine, besonders bei dem sür die Erhaltung ihrer Eigenart nothweudigen Versand in Flaschen.
— M. P. C. Man schreibt unS au» Hamburg: Die Ankündigung des Kaisers, daß die Vorlage zum Schutz Arbeitswilliger gegenüber Gewaltthätigkeiten, die von Strike- führern gegen fie versucht werden, auch Zuchthausstrafe vorsehe, hat viele Kreise in Deutschland im ersten Augenblick überrascht. Wer fich aber vergegenwärtigt, mit welchen Mitteln die Strikeführer bisweilen gegen die Arbeitswilligen Vorgehen, wird zugeben müffen, daß gewaltsame Nöihigung zum Striken zur Anwendung der schärfsten Gegenmaßregeln geradezu herausfordert. In Hamburg würde mau eine Vorlage nur begrüßen, welche im Sinne der Kaiserlichen Ankündigung ausgestaltet wäre.
Sfastottfro
Kreta. Zur kretischen Frage schreibt die „Köln. Ztg.": Zu dem Rundschreiben des Admirals und Kriegsministers Canevaro über die Regelung der kretischen Fragen, das jüngst an alle Großmächte, also auch an Deutschland und Oesterreich-Ungarn, ergangen ist und dem gegenüber wir unsere Stellung bereits eingehend beleuchtet haben, sührt der „Temps" folgendes aus: „Dieser Plan verdient nicht nur mit Sorgfalt geprüft, sondern sogar auf's schnellste ausgeführt zu werden. Man darf fich jedoch nicht die Hindernisse verheimlichen, die ungeheuer sind. Angenommen, daß Canevaros Vorschlag ohne Hinderniß verwirklicht werden kann, so muß man doch befürchten, daß er keine vollständige Lösung bringt. Es würde immer noch die schwierige, ja unlösbare Frage der muselmanischen Bevölkerung bleiben, die man hat veralten und sich verschlimmern lassen. Etliche schlagen vor, dieses widerspenstige Element in geschloffener Masse nach Kleinasien zu verpflanzen. Aber man vermag nicht einzusehen, wie dieser schöne Gedanke ausgeführt werden soll. Beinahe 100000 menschliche Wesen lassen sich nicht wegschaffen wie eine Heerde Thiere. Dann darf man auch nicht vergeffen, daß diese Kreter trotz ihres mohamedanischen Glaubens nichtsdestoweniger von derselben griechischen Rasse find wie ihre feindlichen Brüder, die Christen, und daß sie also in Anatolien zwischen volksfremde Stämme verpflanzt würden. Man müßte ferner, da von einer Beraubung keine Rede sein kann, eine Art Landtausch vornehmen, eine Maß
regel, die unendlich schwierig sein würde, selbst wenn es sich nur darum handelte, überall gleichwertigen Ersatz zu schaffen, jedenfalls aber bei dem Zustande der türkischen Finanzen unüberwindliche Schwierigkeiten bieten würde. All das er- muthigt die besten Absichten von der Welt nicht. Doch es ist noch nicht Alles. Trotz des Anerbietens, ihre Oberhoheit anzuerkennen, spricht nichts dafür, daß die Pforte nachzugeben geneigt ist. Ihre letzten Rundschreiben sind gerade keine Beweise von Fügsamkeit. Ihr Minister des Auswärtigen, Tewfik Pascha, mußte um zwei Uhr Morgens die Botschafter und Geschäftsführer der Großmächte aus dem Schlafe wecken und ihnen auf Befehl Abdul Hamids, dieses eingefleischten Nachtwandlers, eine Art ziemlich anmaßenden Ultimatums kundthun. Die letzte Mittheilung an den britischen Geschäftsträger Herrn v. Bunsen ist keineswegs in versöhnlicherem Tone abgefaßt. Es ist klar, daß der Sultan Grund zu haben glaubt, bis zu einem gewißen Punkte, wenn nicht auf die positive Mitwirkung, so doch auf die passive Haltung Deutschlands und Oesterreichs rechnen zu können. Kaiser Wilhelm rüstet sich, eine politisch-religiöse Pilgerfahrt nach Palästina zu unternehmen. Man hat unter großen Kosten einen besonderen, funkelnagelneuen Palast in den Gärten des Wdis-Kiosk für ihn erbaut. Seine ganze, Abdul Hamid schon so lange günstige Politik beruht zur Stunde auf der Freundschaft zu diesem Herrscher. (?) Unter diesen Umständen werden die vier Mächte ganz besondere Thatkraft aufwenden müffen, um den Widerstand zu brechen. Nichtsdestoweniger wird das die Cabinette von Paris, London, Petersburg und Rom nicht von dem Vorhaben eines gemeinsamen Schrittes abbringen. Alles ist besser, als der gegenwärtige Zustand. Man darf nicht außer Acht lassen, daß im Falle des Versagens der Viermächtepolitik sich eine neue Gefahr erhebt, die Gefahr des selbständigen Vorgehens Englands, das Allen, die es hören wollen, laut erklärt, daß es einen solchen Schimpf nicht hinnehmen kann, ohne scharfe Vergeltung zu üben." — Man sieht, der „Temps" malt das Gespenst des Länderhungers John Bulls an die Wand, um die andern betheilig- ten Mächte zu einheitlichem Eingreifen anzuspornen. Wir können, wie gesagt, diesem Schauspiel in Ruhe zuschauen und abwarten, ob es diesmal gelingt. Jm Uebrigen leuchten uns die Bemerkungen des Blattes im Allgemeinen sehr wohl ein, wenn wir auch nicht zugeben können, daß die ganze Politik Kaiser Wilhelms zur Stunde auf der Freundschaft zu dem Sultan beruht. Das hieße denn doch einen recht unbedeutenden Maßstab an diese Politik legen, die sich nicht nur auf den Orient beschränkt, sondern „zur Stunde" die ganze Welt umspannt. Auch scheint es uns, ganz abgesehen von den andern Schwierigkeiten, die das Blatt sehr gut darlegt, eine höchst unbillige Forderung, der Pforte die Entschädigungskosten aufzubürden für die zu verpflanzenden Muselmanen, die unseres Erachtens denn doch wohl nicht alle griechischer Abstammung sind. Das einzig Rechtliche wäre doch, daß die Christen, die sich nach Art der Räuber in den Besitz fremden Gutes gesetzt haben, dieses entweder herausgeben oder seinen Werth den Vertriebenen ersetzen. Wenn sie den Ersatz nicht auf einmal zu leisten im Stande sind, so könnten sie es ja allmählich thun. Aufgabe der Schutzmächte wäre es dann, den Vertriebenen ihre Forderungen vorzustrecken und die Zahlungen in Kreta in vorher bestimmter Ordnung einzu- treiben. Das wäre unseres Erachtens eine wirklich erlösende That.
CocaUs tmb provinzreUss.
Gießen, 24. September 1898.
•• Eine Erleichterung in der Fahrrabbeförderrmg. Gegenüber den Klagen, daß seit Einführung der neuen Bestimmungen jede Hilfeleistung bei der Ber- und Entladung und bei der Beförderung der Räder zum und vom Bahnsteig von den Gepäckträgern und Arbeitern abgelehnt wird, find die Dienststellen angewiesen worden, soweit dienstliche Rücksichten nicht entgegenstehen, die Arbeiter zur Hilfeleistung anzuhalten. Bedient fich ein Reisender eines Gepäckträgers, so gilt hierbei
der Gepäckträger-Tarif. Auf Bahnhöfen, in denen der Zu» und Abgang der Reisenden zum Bahnsteig unmittelbar durch die Wartezimmer erfolgen muß oder wo die sonstigen allgemeinen Zu- und Abgänge sehr beengt find, kann Radfahrern bei geeigneter Wahrung der Fahrkartencontrolle die Beförder • ung des Rade» auch durch den Gepäckraum oder durch andere Zugänge gestattet werden, falls nicht in einzelnen Fällen besondere örtliche Bedenken entgegenstehen. Die zeitweilige Aufbewahrung unverpackter Fahrräder, zumal auf Unterweg»- statioueu, ist unter Anwendung der für Handgepäck bestehenden Bestimmungen fernerhin zuzulaffeu. E» wird erwartet, daß bei der Durchführung der im Jutereffe de» Betriebes erforderlich gewordenen neuen Vorschriften da» thunlichste Entgegenkommen fetten» der Etseubahndienststrlleu bewiesen werden wird. Diese Neuerung in der Fahrradbrförderung werden gewiß alle Interessenten mit Freude begrüßen.
Butzbach, 21. September. In der letzten Gemeiube- rath»fitzuug wurde auf Antrag de» Bürgermeister» Joutz der Ankauf der WirthschaftShalle auf dem Au»stellungSplatze be- schloffen, um tu derselben ein Bolk»bad zu errichten. In der Nähe befindet fich die elettrische Centrale.
4- Nidda, 23. September. Ein trauriger Uuglück»- fall ereignete fich heute an der Geißler'schen Neubaustelle nahe bei der hiefigen Station. Mehrere Arbeiter waren mit dem AuSgraben de» Kellers beschäftigt, al» Plötzlich eine Erd- maffe fich loslöste und auf den gerade darunter stehenden Arbeiter Karl Möbu» von Borsdorf niederfiel, sodaß derselbe schwer verletzt wurde und nach Hause gefahren werden mußte. Der BedauernSwerthe ist verheirathrt und hat mehrere Kinder. — Bei der gestrigen Versteigerung der Ernte unserer städttscheu Aepfel- und Zwetscheubäume find 646 M» gelöst worden.
Lauterbach, 23. September. Bei der gestern dahier stattgefundeuenErgänzungSwahl d eS Gemeiuderath» machten 224 Stimmberechtigte von 648 von ihrem Stimmrecht Gebrauch. Gewählt wurden die Herren: Wilhelm Finger mit 216 Stimmen, Wilhelm Weißgerber mit 162 Stimmen, Joh. Scheer IV. mit 146 Stimmen (neu) und Heinrich Stöpler III. mit 108 Stimmen, fämmtlich auf neun Jahre. — Auf andere Personen fielen 264 Stimmen. — Gestern Nachmittag gegen 4 Uhr stürzte der Sohn de» ZimwermeisterS Rausch vou Stockhausen, welcher an dem Neubau der Freiherrlich Rtedesel'scheu Mälzerei au der Cent beschäftigt war, in einer Höhe von zwei Stockwerk in die Tiefe und erlitt außer schweren inneren Verletzungen einen Bluterguß in das Gehirn. Er wurde sofort in da» hiesige Krankenhau» verbracht.
A«» der Kett für die Zeit.
Vor 100 Jahren, am 25. September 1798, wurde zu Bergamo der italienische Operncomponist Gaetano Donizetti geboren. Leichtfertig in der ernsten Oper „Lucrezia Borgia" zeigt er in der komischen „Regimentstochter", „Liebestrank", „Don Pasqual" Character und Talent. Er lebte abwechselnd in Paris, Wien und Neapel und starb geisteskrank in seiner Vaterstadt am 8. April 1848.
Vor 96 Jahren, am 26. September 1802, wurde der um die mathematische Wissenschaft hochverdiente österreichische Artillerieoffizier Oberstlieutenant Georg Freiherr v. Vega ermordet in der Donau aufgefunden. Bekannt sind seine „Logarithmentafeln", sowie sein „Logarithmisch-trigonometrisches Handbuch". Vega erblickte im Jahre 1756 zu Sagoritza das Licht der Welt.
UniverfitSts - Nachrichten.
Breslau. Der als Nachfolger des verstorbenen ProfefforS Ferdinand Cohn in Aussicht genommene ordentliche Professor der Botanik, Dr. O. Brefeld, von der Akademie zu Münster, hat den an ihn ergangenen Ruf angenommen.
— Göttingen. Der Gymnasialprofeffor Dr. Ferdinand Fischer ist zum außerordentlichen Professor in der philosophischen Facultät der hiesigen Universität ernannt worden.
Zwei Tage später ziehe ich fröhlich hinein in ein weltvergessene» Libanondorf. Brütende Schwüle. Kein Bogel- ruf erschallt. Lautlo» liegen Thäler und Höhen. Durch eine Versammlung hochaufstrebender Pinien, an welche fich eine lange Hecke verworrener Kakteen schließt, erreiche ich die niedrigen Lehwhäuser — immer bunt durcheinander eine» an» andere gebacken.
Auf der engen Gasse halbnackte Kinderbrut in lärmender Fröhlichkeit. Mitten drin ein kräftiger Alter. Mtt seinem schneeweißen Bart und dem vor Gesundheit strotzenden Geficht steht er au» wie ein kleiner, wilder Beugel, der fich einen Bart von Watte auf die frischen Wangen klebte. Ja, man lebt gesund auf den Höhen de» Libanon!
Aha, hier wird im Schatten einer träumerischen Lehmmauer, über welche grohblühender Goldregen fluihet, aber mitten im Staubgewölk der Straße, Butter gemacht — feine, schöne Libanoubutter. An einem Dreibein vou aueinauder gestellten Stangen baumelt an Stricken ein schlauchartig zu- fammengelegte», gegerbte» Schaffell. Dieser dunkle Behälter wmde mtt Milch gefüllt.
Eine robuste Frau hat vor dem eigenartigen Gestell Platz genommen. O, die versteht durch die Vereinigung verschiedener Geschäslr ihre Zeit auSzunÜtzen! Eine Biene ist Nicht» gegen solchen Fleiß. Sie stillt ein Kind, ftngt gleichzeitig ein muntere» Liedchen und schüttelt mit der freien Hand den Butterschlauch. Ein keuchender Leierkasten, vou dem ich nicht recht weiß, wie er fich in diese Einsamkeit verirrte, stottert und wimmert vou fernher in die eigenartige Idylle die „Stretta" an» dem „Troubadour".
In der Lehmbaracke nebenan kreischt heftige» Frauen- gezänk, wie in einer Schiff-cabiue 2. Claffe, wenn fie von sechs Frauen bewohnt wird und jede zuerst den einzigen Spiegel benutzen will. Mögen fie drauflo» zanken! —
Später beobachte ich, wie fich zwei verliebte Herzen zu- sammenfiuden.
Himmelanf über die Fel»grate schwingt fich ein Adler. Thalwärt», von einem höher gelegenen Dorf herab, steigt ein flotter Bursche, gleich dem Adler die Sonne suchend — ein hübsche» Mädchen, da» ihn wohl sehnsucht»voll erwartet.
Jetzt fingt dieser Troubadour de» Libanon beim Hinabsteigen in weichen Molltönen ein melancholische» Liebeslied. Ich bekümmere mich um den Inhalt seiner Verse. Alle poetischen Wendungen und Bilder find dem Libanon entnommen :
„--Nicht kalt ist dein Herz wie der Hermon. Bei
Cedern will ich dich küssen, du thaufrischeS, feurige» Mädchen!"
Ha, wenn dieser Assad seiner geliebten Hallun in Sicht kommt und ihm ihr süßeste» AmoretteolSchelu entgegenglänzt!
Gegen Abend finde ich in einer Lehmhütte gastliche Aufnahme. Mir gegenüber der Große Hermon, fich mächtig er- hebend im funkelnden Schneetalar und herüberblitzend durch da» frische Laub der Orangenbäume. Hebet dem Gebirg». kämm riefige Wolkeuballeu, zerfetzt und zerrissen an allen Kauten, aber erfüllt mit rothgoldner Gluth . . . Später huschen Feuer- ströme die Schueefelder entlang- bann geht sanfte» Errötheu in tiefen Purpur über. Sonnenpracht weicht von schneeigen Gipfeln. Im Schatten der Dämmerung verwandeln fich die FelShöhen zu Geipensterzügeu ... Noch später steht der ganze Hermon in bleicher Gluth de» zauberhaften Vollmond».
Fröhlich trete ich am iolgevden Morgen hinan» auf die Straße.
„Ihr Name, mein Herr?"
Ich reiche einem kleinen, rothbefezten, hochgestiefelten Polizisten meine Karte.
„Danke!" —
Oft im Lauf der Jahrhunderte wurden diese fried
gewohnten Libanonthäler von wilden Kämpfen durchloht, — Kämpfen der Türken gegen die Christen. Dann hißte glühender Fanatt-muS feine bluttothe Fahne auf. Rasende Horden, KrtegSgeschrei, Metzeleien, Rauben, Sengen und Brennen erschütterten da» idyllische Bergland, und bald brütete die Sonne herab auf Tausende von todesstarren Gesichtern.
Allmählich verlosch der türkische Halbmond. Das Kreuz erglänzte al» Siegeszeichen. Jetzt ist die Bevölkerung de» Libanon zumeist eine christliche. —
Ein paar feierliche Stunden verbringe ich im Cedernhai« unweit des elenden Maronideudörfcheu» Aineta. Gegen vierhundert dieser altehrwürdigen Bäume find hier noch erhalten, die letzten Nachzügler an» jenen längstvergangeneo Zeiten, in welchen der Ruhm der Libauoncedern durch alle Laude schallte, in welchen man fie zu Prachtbauten verwandte in Tyru» und Sidon oder beim Tempelbau zu Jerusalem.
Ach, süß ruht fich'» im Schatteu dieser bizarren Bäume mit dem wirren Wurzelgeflecht! Alle find schwerverwuudet: die Gipfel vom Sturm geknickt, weitstrebende Aeste gebrochen und manche der knorrigen Stämme vom Blitz gespalten.... Wie ich mich jetzt auf den Boden strecke — feierliche Schauer durchbeben den Hain. Dreifache Majestät: der Schöuhett, de» Alter», des Verfall», waltet unter diesen Zweigen. Entblößten Haupte» könnte man unter dem tiefschattenden Geäst von vergangenen Zeiten träumen und dem geheimnißvollen Flüstern lauschen. —
Nun dem Libanon mein herzliche» Lebewohl! Al» ich in einer Winkelstation die Eisenbahn besteige, trttt hastig ein etwa» «bucht au»sehenber Kerl auf mich zu:
„Ihr Name, mein Herr?"
Ich reiche einem langaufgeschossenen, rothbefetzten, hoch» gestiefelten Polizisten meine Karte.
„Danke!"


