Ausgabe 
24.7.1898 Zweites Blatt
 
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Neue Versuche über Thierverstand veröffentlicht ein amerikanischer Forscher, Edward Thorndike. Die Unter­suchungsmethode, die mit zahlreichen Hunden, Katzen und Hühnchen ausgeführt wurde, bestand darin, daß die hungrigen Thiere in Käfige gesperrt wurden, aus denen sie zur Er­langung von Nahrung nur auskommen konnten, wenn sie irgend eine einfache Vorrichtung in Bewegung setzten, z. B. einen Thürknopf umdrehten, an einer Schlinge zogen, die an den Riegel festgebunden war, oder einen Hebel niederdrückten. Nicht nur die Fluchtbestrebungen der Thiere wurden beobachtet, sondern es wurde auch in jedem Falle die bis zu der Be­werkstelligung der Flucht verwandte Zeit ausgezeichnet. Da» erste Mal, wo z. B. eine Katze in solchen Käfig gesetzt wird, vergehen im Allgemeinen einige Minuten, ehe durch ihre instinctiven Anstrengungen zufällig die richtige Bewegung zustande kommt, während sie nach einer längeren Reihe von erfolgreichen Versuchen diese Bewegung sogleich, nachdem sie in den Käfig gesetzt worden ist, ausführt. Die Zeitbestim­mungen lassen genau den Gang der Fortschritte erkennen. Da der Verlauf dieser Fortschritte ein ganz allmählicher ist, so kann von Ueberlegung nicht die Rede sein; denn wenn eine solche vorhanden wäre, so müßte das Thier, nachdem seine Versuche, die Thüre zu öffnen, Erfolg gehabt haben, bei Wiedereinsetzung in den Käfig die richtige Bewegung sogleich ausführen. Das ist aber, wie gesagt, nicht der Fall. Durch andere Versuche wurde ermittelt, daß die Thiere die Ausführung selbst der einfachsten Handlungen nicht dadurch lernen konnten, daß sie sie bet anderen sahen oder dadurch, daß der Versuchsansteller ihnen dabei half. Sie waren z. B. unfähig zu schließen, daß, da ein anderes Thier durch Ziehen einer Schnur Fische erlangte, sie es auch könnten, oder daß, wenn sie Fische erlangten, weil der Versuchsansteller mit ihren Pfoten einen Riegel wegschob, sie sie auch erlangen könnten, wenn sie den Riegel selbst wegschoben. Es wurden Versuche über Nachahmung gemacht, indem man den Thieren die Möglichkeit gab zu sehen, wie einer ihrer Gefährten da­durch auskam, daß er eine quer durch den Käfig gespannte Schnur niedertrat und die Thiere dann allein in denselben Käfig setzte. Es ergab sich, daß sie, ganz gleichgültig, wie oft sie den Vorgang mit angesehen hatten, dadurch nichts lernten. Thorndike glaubt, durch diese Ergebnisse einen wesentlichen Unterschied zwischen den wirklich nachahmenden Affen und den anderen Säugethieren festgestellt zu haben. Doch leugnet er nicht ganz die Möglichkeit einer beginnenden Fähigkeit zur Nachahmung auch bei diesen. Man dürste nur, meinte er, eine solche nicht ohne Beweis von vornherein an- nehmen, und jedenfalls sei sie in einer der menschlichen ähn­lichen Form nicht verstanden; auch könnten viele Handlungen, die der Nachahmung zugeschrieben würden, Modificationen eines einzelnen Jnstinctes, wie dem des Folgens, fein. Au den wichtigsten Ergebnissen seiner Versuche rechnet Thorndike diejenigen, die den Vorgang der Jdeenassociation bei den Thieren als ganz verschieden von dem bei den Menschen Nachweisen; sie entsprechen mehr dem Geistesprozeß bei einem Menschen, der Billard spielen oder schwimmen lernt. (Psycho­logical Review, Supplement Nr. 8.)

* Die Zauberin von Athen. In einer der dunklen Gaffen in Athen, die au den Steinwänden der Akropolis empor- klettern, steht das alterthümliche Häuschen der Katinka, deren Ruf al» Zauberin sich über die ganze Stadt hin der- breitet hat. Die 55jährige Frau, die ihren Beruf von Mutter und Großmutter überkommen hat, wurde bei ihren Wahr­sagungen von ihrem Manu unterstützt. Dieser Tage wandte sich nun eine der Aristokratie angehörende Griechin an die berühmte Zauberin, nachdem sie vergeblich bei vielen Aerzten Heilung für ihre Leiden gesucht hatte. Katinka sagte ihr auf den Kopf zu, daß sie von bösen Dämonen beherrscht und einem frühen Tode geweiht sei. Erschüttert sank die Dame vor ihr nieder und flehte fie um Anwendung ihrer Kunst au, damit fie diesem traurigen Schicksal entgehe. Katinka ver- I

sprach dies und erhielt zehn Drachmen zur Zubereitung ihrer Mixturen. Sie theilte ihrer Llteutin darauf gehetmuißvoll mit, daß unter ihrem Hause ein Schatz verborgen liege, dessen Hebung ein mit Goldfäden umsponnener und in das Meer geworfener Schlüssel bewirken werde. Die hierzu nöthigen weiteren 17 Drachmen wurden der Zauberin bereitwillig von der Dame eingehändigt, und Beide fuhren zur Versenkung des Schlüssels nach Phaleron. Katinka stieg zum Meeres- straod hinab und warf nach ihrer Verficheruug den Schlüssel ins Meer, während die Dame auf sie wartete. Daun be­gaben sich Beide nach Haufe. Vergebens aber wartete die Dame auf die Wirkung des Schlüssels, den fie in den Tiefen des Meere» vermuthete. Als aber schließlich gar in Folge der gebrauchten Zaubermixturen eine bedenkliche Verschlechte­rung in ihrem Zustand eintrat, benachrichtete fie die Polizei von dem Geschehenen. Zur großen Unzufriedenheit der dem Aberglauben noch immer stark zugeuetgten Bevölkerung Athens wird Katinka für einige Zeit außer Stande sein, fich ihrer zahlreichen Kundschaft zu widmen.

Die Dispositionen für die Herbstübungen der 2 4. Division find folgende: Regimentsexercieren: In­fanterie-Regimenter Nr. 80 und 81 vom 23. bis 30. August bet Darmstadt, Infanterie-Regimenter Nr. 87 und 88 vom 25. bis 30. August bei Schröck (Reg.-Bez. Cassel), Infanterie- Regimenter Nr. 166 und 167 vom 23. bis 29. August bet Mainz, 1. Hess. Husaren-Regt. Nr. 13 und thüriug.Ulanen- Regtment, Nr. 6 vom 17. bis 20. August bet Mainz Bri- gadeexercteren. 42. Infanterie-Brigade, bestehend au- den Regimentern 80 und 81, vom 31. August bis 5. September bei Darmstadt, 41. Infanterie-Brigade (Regimenter Nr. 87 und 88) vom 1. bis 6. Sept, bet Schröck, 83. Jnfanterte- Brigade (Regimenter 166 und 167), zugetheilt derselben auch da» 11. Jäger-Bataillon, vom 31. August bis 5. Sept, bet Mainz, 21. Cavallerte-Brigade (Ulanen 6 und Husaren 13) vom 23. bis 30. August bet Darmstadt Brtgademauöver. 41. und 42. Jnfanterte-Brigade vom 8. bis 12. September im Terrain nordöstlich von Gießen. Die 83. Brigade übt zusammen mit der 41. Brigade. Da- Husaren-Regiment Nr. 13 ist während der Brigademanöver der 41. Brigade, dar Ulanen-Regiment Nr. 6 der 42. Brigade zugetheilt. DaS DivtfiouSmanöver findet in der Gegend von Kirchhain statt und zwar vom 13. bis 20. September.

* Weisheiten sächsischer Parlamentarier. In denD. N." werden einige Redeblüthen aus dem sächsischen Ab­geordnetenhaus zur Schau ausgestellt: Diese beiden münd­lichen Berichte befinden fich im Druck, werden aber noch heute vertheilt werden. Wer consumirt die Produkte, die im Allgemeinen auS dem Schwein herauskommen? Der Arbeiter­stand. Ich bitte doch die königliche StaatSregierung, bei Aufstellung de» nächsten Etats ein kleines Auge auf diese Sache zu haben. Auf den Teichen sind Gondeln angelegt worden. D rsen Schmerz vermag nur Der zu ermessen, der mit der Acht in sein einkommensteuerpflichtiges Einkommen hineindiotdtrt. Bitte, mein Herren, lachen Sie! Ich werde die Beweise betbriugen. Wir haben heute einen neuen Abgeordneten in der Kammer erhalten,- er stammt aus ver- schiedeneu Orten. Ich glaube recht gern, daß der Herr Bicepräfideut da» Bestreben hat, den Wunsch nach Ruhe zu haben.

* 6ln höflicher Redactenr. Man schreibt aus London, 15. Juli: Der sprichwörtlichen Höflichkeit der Chinesen scheinen sich auch diehimmlischen" Redacteure nicht zu entziehen. Selbst fie können natürlich nicht alle eingehen­den Manuscripte abdrucken; sie schicken sie aber nicht zurück mit einem grobenUnbrauchbar" oder kaltenMit Dank zurück", sondern träufeln zu gleicher Zeit in liberalster Weise Balsam auf die Wunde, die sie schlagen müssen. Die indische Referec" gibt folgendes Spezimen eines Briefes, der ein zurückgewiesenes Manuskript begleitete:Erlauchter Bruder der Sonne und des Mondes. Siehe Deinen Diener hin-

Bildnisse die Hauptsache gewesen, es ist eine Composttion von Roth in Roth. Vom schwarzrothen Grunde hebt sich das graurothe Gewand der Kleinen ab, und das Ganze, so­wohl das Gewand wie der Fleischton zeigen eine seltene Leuchtkraft.

Lepsins sowohl als Lange folgen dem Beispiele der Alten und stimmen die Rahmen ihrer Bildnisse auf das sorgfältigste zu dem Gemälde ab.

Bei Schulte sah man dann noch von Zeit zu Zeit einige der geistreichen Darstellungen Skarbinas und verschiedene herrliche Landschaften des feinfühligen, tiespoetischen Leistikow. Soll man seinenstilisirten" oder seinenschlichten" Land­schaften den Vorzug geben? Das ist die oft erörterte Frage feiner kleinen auserlesenen Gemeinde. Ob mit oder ohne Stil seine Persönlichkeit, sein klares, warmes Empfinden spricht sich in jedem seiner Gemälde aus. Er versteht es, etwas von der Waldesstille und vom Frieden in seine Land­schaften hineinzubannen, und dafür sind wir Kinder des dampfenden" Jahrhunderts, des zerrissenen fin de sidcle ihm doppelt dankbar.

Melchior Lechter erfreute uns im Ton wieder durch eins seiner farbenprächtigen, tiefsinnigen Glasgemälde, das zum Schmuck der Villa Messel zu Bernburg a. S. bestimmt war.

Als besonderen Vorzug durfte Berlin die herrliche Böcklin Ausstellung betrachten, die in ihrer Vollständigkeit ein übersichtliches, klares Bild von der Entwickelung des Meisters bot. Ueber ihn, den einzigen, der keiner Partei angehört und doch alle Parteien überragt, den Gewaltigen, vor dem huldigend alle Künstler Europas sich beugen, ist seinerzeit so viel geschrieben, daß ich hier nicht weiter auf die Einzelheiten der Ausstellung eingehen will.

In den Räumen der Akademie hatte Wilhelm v. Rode eine Ausstellung von Werken des Mittelalters und der Renaissance veranstaltet, die noch eine Menge Besucher herbei- lockte, als schon längst am Lehrter Bahnhofe die große Jahresausstellung eröffnet war.

Unwillkürlich forderten die beiden Ausstellungen zum Vergleiche heraus, der gerade nicht zu Gunsten der großen Ausstellung ausfiel.

Wie wohlthuend harmonisch wirkte die Renaissance- Ausstellung. Nichts fiel aus dem Rahmen heraus. Gemälde, Teppiche, Gobelins, Bronzen, Möbel und die interessanten Werke der Kleinkunst; alles schloß sich zu einem harmonischen Ganzen zusammen.

Unter den Gemälden waren einige Perlen, so eine selten schöne kleine Madonna von Philippo Lippi, eine köstliche Landschaft von Patinier, eine prächtige hl. Magdalene von Quentin Massys, einige ernst schöne Gemälde von Rogier von der Heyden und ein wunderbares Männerporträt vom Meister des Todes der Mariä. Im Allgemeinen ist aber in jeder bedeutenderen Gallerie jeder einzelne dieser Meister mit besseren Werken vertreten.

Die Anziehungskraft bestand also wohl hauptsächlich darin, daß wir uns durch die Sammlung in eine Zeit zurück­versetzt sahen, wo noch das Volk mitschuf an den Werken der Meister, wo die Kunst dem Leben entsprang und deshalb rückwirkend das Leben durchdrang, wo jedes gute Bürgerhaus seine einfache, aber gediegene, einheitliche Einrichtung besaß und allen falschen Prunk verschmähte. Wahrhaftigkeit, Stolz, Gediegenheit, Freude am Leben und an der schönen Form und Farbe verrieth sich allüberall. Und doch wissen wir, daß jene Zeiten so gut Ihre furchtbaren Geisteskämpfe gehabt haben als die unsere: vielleicht noch einschneidendere.

Besaßen denn die Menschen damals nur nicht so feine Nerven als wir oder hatten sie die Kraft, fich durch allen Kampf immer wieder zur Harmonie durchzukämpfen ober aber hat die Zeit mit liebevoller Hand alle Spuren von Zerrissenheit und Rohheit verwischt und in den Kunstwerken für uns Nachgeborene rein und ungetrübt das Beste auf­bewahrt, was dereinst aus der Sehnsucht der Völker nach dem Göttlichen und Schönen geboren wurde, wie es unsere Besten noch heute aus gleichem Triebe schaffen? E. E.

gestreckt zu Deinen Füßen. Ich küsse die Erde vor Dir unk' erflehe von Deiner Gnade die Erlaubniß, zu reden und zu leben. Dein geehrtes Manuscript hat die Gnade gehabt, das Licht seines erhabenen Anblickes auf uns auszugießen. Mit Entzücken haben wir es durchflogen. Bei den Gebeinen meiner Vorfahren, solches Pathos, solch hohe Gedanken find mir noch nie vorgekommen I Mit Furcht und Zittern schicke ich es zurück. Wenn ich den Schatz, den Du mir geschickt hast, drucken würde, würde der Kaiser befehlen, daß es zum Maßstab gemacht werden soll und daß nichts gedruckt werden darf, das ihm nicht gleichkommt. Bei meiner Literaturkenntniß weiß ich ja gut, daß es in zehntausend Jahren unmöglich wäre, es Deiner Schrift gleich zu thun und deßhalb schicke ich sie zurück. Ich erflehe zehntausendmal Deine Verzeihung. Siehe, mein Haupt liegt zu Deinen Füßen. Verfahre nach Belieben. Deines Dieners Diener Der Redacteur.

* Ein alter Tiroler. Man berichtet au» Innsbruck: Ein Zeitgenosse Hofer» lebt noch auf dem Hochegger Hof oberhalb Rtffian im Bezirk Meran. E» ist der 99 Jahre alte Jakob Ptqler, der Högger Jaggele, wie ihn die Leute nennen. Wenn er noch anderthalb Jahre lebt, hat er in drei Jahrhunderten gelebt. Anfang» der zwanziger Jahre übernahm er den Hof, blieb aber ledig,weil ihm da» Heirathen zu hart war." Bor etwa 20 Jahren überließ er den Hof feinem Pflegefohn. Er kann fich noch gut erinnern, wie fetu Vater mit Hofer gegen die Feinde zog und wie Hofer ge­fangen au» dem Thal herau»geführt wurde, und erzählt noch gern von jenen Zeiten. Defregger hat ihm vorige» Jahr ein Gewand machen lassen. Al» ich ihn am Pfingstsonntag besuchte, schreibt Plant imBurggräfler", fragte er mich gleich nach der Begrüßung:

Sein Sie der Hear, der mir sertn» G'wavdl Hot- moch'n loff'n?"

Ich verneinte die».

Ober kennen tian Sie'n woll?"

Da ich von dem Geschenke Defregger'» wußte, bejahte ich diese Frage.

D, noch'r tian Sie mir dön Hearn recht schean grüaß'n und i loß m' viel tausendmal donk'n, i bin sovl froah g'wös'n nm» Gewavdl."

Er setzte sich dann auf einen Stuhl und verlangte Milch, die ihm ein junge» Mädchen sofort brachte, während ich ihn schnell sktzzirte. Ich fragte ihn, ob er wisse, wer jener Herr sei, der ihm »'Gwandl geschenkt habe.

Sell hon i schon g'heart, daß er a gor a so a be- rüahmt'r Mol'r sei."

Ich fragte, ob er ihn gemalt hätte.

Noa sell ntt; ob'r so og'schrieb'n, wie Sie jatz tian, Hot 'r mt schon a."

Der Jaggele ist, ohne sehr groß zu sein, ein in­teressante, imponirende Figur und in Bewegung und Rede lebhaft. Er hat einen ausdrucksvollen schönen Kopf, der von langen, vollen weißen Haaren umrahmt ist. Den Bart hat er fich selbst am Pfingstsonntag mit einer Scheere geschoren, und zwar so, daß ich glaubte, er währe vor ca. zwei Tage« rafirt worden. Seine blauen Augen haben die Sehkraft schon theilweise verloren, auch hört er nicht mehr recht gut. Sonst ist er aber noch gesund und munter.

Wissenschaft, Literatur und Aunst.

Die Umschau. Uebersicht über die Fortschritte und Be­wegungen auf dem Geiammtgebiet der Wissenschaft, Technik, Literatur und Kunst. Jährlich 52 Nummern. Preis vierteljährlich Mk. 2 50. Postzeitungspreisliste Nr. 7362. Verlag von H. Bechhold in Frank­furt a. M., Neue Kräme 19/21. In der neuen Nummer derUm­schau" zeigt uns W. S. Houston, welche Blüthen das amerikanische Zeitungswesen treibt. Die automatische Telephonverbindung ist eine Neuerung, deren Einführung auch in Deutschland nicht mehr lange auf sich warten lassen wird. Wie wir aus derUmschau" erfahren, wird jetzt in Philadelphia eine Anlage von 10000 Telephons nach diesem System erbaut. Der Vorzug desselben besteht darin, daß man nicht mehr ein Telepdonamt anzurusen hat, um mit Jemanden in Verbindung zu treten, sondern man drückt auf die am Telephon­kasten angebrachten Nummern und stellt selbst auf diese Weise die Verbindung ber. Berücksichtigt man, daß das automatische System um ca. 50 pCt. billiger arbeitet, daß in Folge dessen die Telephon­gebühren wesentlich ermäßigt werden können, daß man jederzeit, auch Nachts, das Telephon benutzen kann, daß nicht, wie jetzt der Fall, die Hälfte der Gespräche von den Telephonistinnen auf dem Amt mit angehört werden, so wird man begreifen, welche groß­artigen Vorzüge dieses System besitzt. Von größeren Aufsätzen seien noch die Topographische Aufnahme der Binnenseen von dem bekannten Seenforscher Dr. Halbfaß, Die wissenschaftlichen Arbeiten des Fürsten Albert von Monaco, und die Thätigkett der physikalisch- technischen Reichsanftalt erwähnt.

Deutscher Soldatenhort, Jllustrirte Zeitschrift für da» deutsche Heer und Volk. Herausgeber: General-Lieutenant z. D. H. v. Below. Preis pro Quartal Mk. 1.80. Verlag von Karl Siegismund, Berlin SW., Dessauerstr. 13. 9. Jahrgang, Nr. 30, erschien soeben und enthält: Ein Tag aus dem Leben König Friedrich Wilhelms I. von Preußen. Von Max Htltl. Ein erster und letzter Tag an Bord eines Schulschiffes. Von Vice-Admiral a. D. Rein­hold Werner. (Mit Abbildung.) Dienst tm Kriege. Von General d. Inf. z. D. v. Kretschman. Besuch preußischer Offiziere in Joseph- iadt. (Mit Abbildung.) Aus dem Dienstleben des Kavalleristen. Von Oberstlieutenant der Cao. a. D. v. Sanden. Skizzen auS dem Leben des russischen Soldaten. Von Karl Tschorschewski, über- etzt von Hauptmann Küste. Der Herr Offizierbursche. (Bilder­text.) DaS Vorherbestimmen von WitterungSverhältnissen nach Beobachtungen aus der Natur. Zusammengestellt von G. W. Geß- mann. Vom Kriegsschauplatz. (Mit Abbildung.) Vaterländische Gedenktage. Neue Bücher. Splitter und Funken. Brief­kasten. Inserate.

Aus München schreibt man: Wilhelm Volz ist zur Zeit mit der Vollendung eines höchst eigenartigen Werkes beschäftigt. Zu einem Singspiel, dessen Gegenstand Albrecht M. Bartholdy einer alten Maler Müller'schen Idylle entnahm und zu einer heiter an- muthigen Dichtung umgestaltcte, hat Bolz die Musik geschrieben und eine Reihe von Zeichnungen in Lithographie ausgeführt. Ein Theil davon ist in der diesjährig-» Secession ausgestellt, das Werk selbst wird unter dem TitelMopsus, eine Faunscomödie", zum Herbst d. I. in Buchform erscheinen.

Die an egyptologischen Werken überaus reichhaltige Biblio­thek des Professors Brugsch Pascha ist von der Buchhandlung Gustav Fock in Leipzig erworben worden. Bestellungen auf den Katalog, der sich in Vorbereitung befindet, werden schon jetzt ent­gegengenommen.