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22.6.1898 Erstes Blatt
 
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Sonbeletebitlaffetf. Der Abg. H aa--Offenbach hat iotgenben Antrag bet der Zweiten Kammer der Stände »tvgebracht: Großh. Regierung zu ersuchen: 1. Line Aus­dehnung des Wirkungskreises der LandeScreditkaffe in der Weise herbeizusühren, daß dieselbe, neben erweiterter Rück- Pchtuahme auf da» Grundcredttbedürfniß der Landwtrthe, auch zum Zwecke der Gewährung von Grundcredit an Ge­werbetreibende und Handwerker, sowie im Interesse der Er- Lauung von billigen und gesunden Arbeiterwohnungen, ferner zar Errichtung von öffentlichen Krankenhäusern und anderen ltem gemeinen Wohl dienenden Anstalten zu billigsten Be- ütnguugen dienstbar gemacht wird. 2. Dem Landtage zu diesem Behufe noch in der laufenden Legislaturperiode eine BesetzeSvorlage zugrhen zu laffen. -

D AuS der Wetterau, 21. Juni. Wie uns mitgetheilt wird, findet in dem schön gelegenen Münzenberg nächsten Sonntag, den 26. d. M. wieder eine kirchlich-musikalische Aufführung statt. DaS sorgfältig auSgewählte Programm weist eine Reihe hervorragend schöner Compofitionen auf. Duette und Soli werden von einigen Damen auS Butzbach mnb Lich vorgetragen werden. Herr Lehrer Kammer von Nutzbach wird auf der vorzüglichen Orgel einige ebenso ge- d'iegeoe wie klangschöne Stücke zu Gehör bringen. Die Chor- g tsänge werden von dem Münzenberger Ktrchengesangveretn, tote wir nicht zweifeln, in bester Weise zur Aufführung ge­bracht werden. Der Eintritt ist frei- Programm 10 Pfg. Leim Ausgang werden freiwillige Gaden zur Ausschmückung dir Kirche dankend entgegengenommen. Die Musikfreunde bei Umgegend werden es uns Dank wiffen, auf diese Ge­legenheit aufmerksam gemacht zu haben; denn die seitherigen Aufführungen in Münzrnberg haben gezeigt, daß man bett so Gediegenes zu hören bekommt, wie es in weiterem U-vkrei» selten geboten wirb.

4* Nidda, 20. Juni. Bei der heutigen Bürger- meist er wähl erhielten Herr Landtag-abgeordneter W. Erk 189, Herr Srcretär Förster 77 und Herr Gerber Roth 45 Stimmen - der Erstgenannte ist sonach gewählt.

4- Ulfa bet Nidda, 20. Juni. Unser Gesangverein Germania" beging gestern daS Fest seiner Fahnenweihe.

n. Blofeld, 19. Juni. Gestern wurde hier der seit­herige Beigeordnete, Herr Ntkolay, zum Bürgermeister gewählt.

n. vleicheubach, 20. Juni. Im GasthauS zumDeutsche» Hof" hier fand gestern die Generalversammlung unsere» Sorschuß- und CreditvereinS statt. Der Bericht über die GeschästSergebniffe de- Jahres 1897 zeigte, daß der Stand der Kaffe ein sehr erfreul'cher ist.

A Mainz. 20. Juni. Al» letzte Sache der eben hier beendigten Schwurgertchtssesfion beschäftigte mau sich mit dem blutigen Streit, der in der Nacht vom 29. und 30. Mai zwischen italienischen Erdarbeitern in dem nahen Weisenau stattfaud und bei welchem ein junger Arbeiter burd) den Dolchstich eine» Collegen daS Leben verlor. Al» Lhäter wurde der Arbeiter Joseph Arnoldi au» Mecheln

ermittelt, der de» TodtschlagS angeschuldigt vor den Ge­schworenen stand. Die Geschworenen verneinten zwei an sie gerichtete Schuldfragen, worauf zu einiger Ueberraschung be­im GerichtSsaale anwesenden Auditorium» Arnoldi von dem Gerichtshof freigesprochen wurde. Die Geschworenen kamen zu der Ueberzeugung, daß Arnoldi nur auS Nothwehr ge­handelt habe.

A Mainz, 20. Juni. Za den anläßlich der am kommenden Sonntag hier stattfindendeu 34. Generalversamm­lung derdeutschenTonkünstler zur Abhaltung kommen­den musikalischen Veranstaltungen hat der Groß Herzog sein Kommen zugesagt.

Aus der Zeit für die Zeit.

Vor 131 Jahren am 22. Juni 1767, wurde in Potsdam Wilhelm von Humbold geboren geboren, der sich als Staatsmann und namhafter Gelehrter hohe Verdienste um den preußischen Staat erwarb. Er ist außerdem Mitbegründer der Berliner Universität und war im I hre 1819 kurze Zeit Staatminister. Humbold starb am 8. April 1833 in Tegel bei Berlin._____________________________________________________

Eingesandt.

Gieße«, 20. Juni 1898.

Einsender dieses wüßte gern, wie viel Strafmandate gegen Freunde und Besitzer unseres treuesten HauSthteres, des Hundes, in diesem Sommer schon erlassen worden sind- Ist es denn durchaus nothwendig, den für seinen Hund 10 Mk. Steuer zahlenden Bürger jedesmal mit 3.10 Mk. Strafe zu belegen, weil das verständige Thier anstatt das Asphalt-Trottoir zu verunreinigen, gelegentlich die Ge­büsche unserer Anlagen, ober wohl auch den Bleichplatz vor der Aula aufsucht? Einen unfehlbar wirksamen Schutz gegen dieses Vergehen gewähren Tausende von Strafmandaten nicht; sie repräsentiren aller­dings einen bereits im Etat vorgesehenen Einnahmeposten, regen aber Hunderte von ruhigen, friedlichen Bürgern begreiflich nicht wenig auf. Ein Hund der durch scharren die Blumenbeete oder den Rasen unserer Anlagen wirklich zerstört, soll nachsichtslos zur Anzeige gebracht werden, nicht aber jedes unschuldige Thier, das sich einmal 2 bis 3 Meter vom Weg verläuft, ohne den geringsten Schaden anzurichten. Erfreulich wäre es, wenn unsere löbl. hiesige Stadt­verwaltung Vorkehrungen träfe, die Anlagen derart zu schützen, daß eS hinfort nicht mehr nöthig wäre, ungefähr 1500 Hundeseelen ganz oder theilweise der Freiheit zu berauben, und damit auch die Hunde- besitzer vor Verdruß und Schaden zu bewahren.___________________

verkehr. Land- rrnd volkrwirthschaft.

21. Juni. Marktbericht. Auf dem heutige» Wochemnarkt kosteten: Butter pr. Pfd. X 1,001,15, Hühnereier pr. St 6-0 3, 2 St. 11-00 A. Enteneier 1 St. 6-0 A. Gänse der pr. St 1011A, Käse 1 St. t7 A. Käsematte pr. St. 3 A Erbsen pr. Liter 20 A, Linsen pr. Liter 32 A, Tauben pr. Paa, X 0,70 biS 0,90, Hühner pr. Stück 1,00 bis 1,60, Hahnen pr. Stüo X 1,001,90, Enten pr. Stück X 1,802,20, Gänse pr. Pfum X 0,000,00, Ochsenfleisch pr. Pfd. 66-74 A, Kuh- und RindfleisL pr. Pfd. 6266 A. Schweinefleisch pr. Pfd. 64 biS 72 Ai Schweinc- fleisch, gesalzen, pr. Pfd. 76 A, Kalbfleisch pr. Pfd. 62-64 A Hammelfleisch pr. Pfd. 6070 A, Kartoffeln pr. 100 Kilo 9,00 bi! ,00 X, Weißkraut pr. Stück 000 A, Zwiebeln pr. Eenw-r 10,00O^CO X, Mil» pr. Liter 16 A, Kirschen pr. Pfd. 3040 H.

Dauer der Marktzeit von 7 Uhr Morgens bis 1 Uhr Nach­mittags. Während der ersten 3 Stunden der Marktzeit darf im Umherziehen nicht feilgeboten werden.

Temperatur der Lahn und Luft

nach Reaumur gemeßen am 21. Juni, zwischen 11 und 12 Uhr Mittags: Wasser 15°, Luft 17'/?.

Rübsamen'sche Badeanstalt.

Aencfte Nnchvichten.

Depeschen des Bureau ^Herold".

verli«, 21. Juni. DemBerliner Tageblatt" wird aus Madrid gemeldet: General Augustin hat am 14. d. M. von Manila folgende- Telegramm an den Krieg-Minister gesandt: Die Lage ist äußerst kritisch. Der Widerstand wird immer schwieriger, die Desertionen einheimischer Streitkräfte dauern fort. Wenn ich genöthtgt werde, mich in die Citadelle zurückzuziehen, dann werde ich auch nicht» mehr melden können. Einer New-Uorker Depesche de»Kleinen Journal" zufolge telegraphirte Deweh, Agutnaldo habe gestern die philippi­nische Republik proclamirt.

Rom, 21. Juni. Der König ist geneigt, den Belage­rungszustand, welcher über verschiedene größere Städte verhängt ist, aufzuheben, um die Auflösung der Kammer und die Neuwahlen zu ermöglichen.

Antwerpen, 21. Juni. Gestern find hier 36 Fälle von Vergiftungen vorgekomwen und zwar in dem am meisten bevölkerten Stadtviertel. Alle, welche unter diesen Symp­tomen erkrankten, hatten Gefrorene» gegeffen, welche- von einem Italiener auf der Straße verkauft wurde. Zwei der Erkrankten find bereit- gestorben, vier mußten tu- Ho-pital gebracht werden uud man zweifelt an ihrem Wieder- auskommrn. In der Stadt herrscht über den Vorfall große Aufregung.

Loudon, 21. Juni.Morning Post" meldet au» Hongkong, die Rebellen haben 4000 spanische Soldaten und 1000 Eingeborene, die auf Seiten der Spanier standen, gefangen genommen. Die Rebellen habe» die Stadt Kamangua besetzt und 30 Osfiziere de» Zollamte» erschoffen.

Paris, 21. Juni. Sarrten nahm den Auftrag, ein Cabinet zu bilden definitiv an. Er will folgende Ministerliste Vorschlägen: Sarrten Innerer, FreycinetAeußere-, Cavatgnac Krieg, Deleaffs Marine, Delombre Finanzen. Peytral. Martnjou, LeygueS, Trouiüot, Mongrot und Jean Dupuy erhalten die übrigen PortefeMe».

Madrid, 21. Juni. DerJmparcial" meldet, daß am 13. d». die Situation auf Manila verzweifelt war. Eine Compagnie Eingeborener ging zum Feinde über uud tödtere einen Lieutenant und die Unteroffiziere, welche die Desertion verhindern wollten. Die Soldaten und die Gens- darmerie, welche die äußere Linie der Vorstadt Tondo ver- theidigten, meuterten ebenfalls. Die Gefahr und die Be­stürzung wächst mit jeder Stunde.

Madrid, 21. Juni. Ein officielles Telegramm aus Manila meldet, daß die Lage dort trostlos sei. Die Rebellen haben die Stadt Erraguia, eine der bedeutendsten Städte nach Manila, angegriffen. Die Spanier schlugen die An­greifer zurück.

6280

6278

6 Uhr Nachmittags geschloffen.

Die Wahl findet auf denselben Grundlagen und nach denselben Vor- Mriften statt, wie die erste Wahl. Insbesondere bleiben die Wahl- barirke, die Wahllocale und die Wahlvorsteher uuveraudert.

8 Bet der engeren Wahl werden dieselben Wählerlisten angewendet, w ie bei der ersten Wahlhandlung. Eine wiederholte Auslegung und Be- nchtigung derselben findet nicht statt.

Gießen, den 21. Juni 1898.

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Gn auth.

Haus gebracht.

Gießen, am 20. Juni 1898.

Dr. Naumann, Pfarrer.

sr'tzgesetzt worden. ,

Alle aus andere Caudidaten fallenden Stimmen find ""^Die'Abstimmung beginnt um 10 Uhr Vormittags und wird um

Bekanntmachung,

die Reichstagswahl betreffend.

Bei der am 16. l. Mts. stattgefundenen Wahl in dem I. Wahlkreis bei Großherzogthums Hessen haben von 13 463 gültig abgegebenen Stimmen

2.

3.

4.

Verloofung.

Bei der heute auf dem Großherzogl. Polizeiamt und unter Aufsicht SLtselben vorgenommenen Verloofung zur Förderung von christ- liLeu Liebeswerken sind d'e nachbenannten 73 Loosuummeru rt ©ewtatten «qo8«n worben: Nr. 9. 14. 34. 54. 56. 61. 72. 79. 80. ins 109 111 123. 124. 137. 153. 167. 260. 266. 275. 319. 345.

jgn* 373. 385. 400. 4^4 406. 421. 426. 453. 454. 463. 471. 472.

1S4 487 488. 505. 5i7. 518. 525. 551. 562. 564. 589. 600. 607.

904* 668 684 721. 733. 738. 741. 753. 810. 817. 860. 885. 915.

K 1001. 1047. 1052. 1097. 1134. 1188. 1196. 1201. 1204. 1207. 1229.

Die Gewinngegenstände wolle man von Mittwoch, deu 22. d. Mts. m aeaen Rückgabe der gezogenen Loose, in dem Pfarrhause. Südanlage 8, teolen laffen unb ,wa? Vormittag., ober Nachmittag« bi« 4 Uhr. Die 4t abgeholten Gegenstände werden den Gewinnern demnächst m das

erhalten:

1. Herr Bürgermeister Philipp K ö h l e r in Langsdorf 4718 Philipp Scheidemann in Gießen 4495

Dr. Georg Frank in Engers a. Rh 4159

Dr. A. I. Schmitt in Mainz 79

5. andere Personen 12

Da hiernach eine absolute Stimmenmehrheit auf keinen bei: Candidaten gefallen ist, ist die Vornahme einer engeren Wahl zwischen den Söchstbestimmten Bürgermeister Philipp Köhler m Langsdorf und Philipp Scheidemann m Gießen auf

Freitag, den 24. Juni 1898

Bekanntmachung.

Die im hiesigen Schlachthaus in der Zeit vom 12. Juli 1898 ab sich ergebenden Schweinsborsten sollen unter den im Bureau der Bürger meisterei, Zimmer Rr. 15, zur Einsicht offenliegenden Bedingungen ver­geben werden. Reflectanten wollen ihre desfallsigen Offerten bis zum 1. Juli d. I. schriftlich bei der unterzeichneten Stelle einreichen.

Gießen, den 18. Juni 1898.

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.

6279 Gna uth.

Bekanntmachung.

Es wird hiermit öffentlich bekannt gemacht, daß Karl Wilhelm Richard Lüdge und deffen Ehe- frauLuife, geb. Stoll, zuLaug- Göus durch Vertrag vom 2. Mai 1898 an Stelle des zwischen ihnen seither geltend gewesenen Güterrechts- verhältniffer vollständige Güter trennung vereinbart haben.

Gießen, den 16. Mai 1898.

Großherzogl. Amtsgericht.

Schmidt. 6269

Verdingung.

Die Vergebung der Maurer-, Gteinhauer-, Zimmer- und Schlofferarbeiteu zu der Em- friedigung längs der vorm. Schüler- schen Besitzung im Zuge der Jo- hannesstraße soll

Mittwoch den 29. Juni, Vorm. 11 Uhr, auf Dem Stadtbauamt erfolgen.

P äne, Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen daselbst während der Dienststunden offen (Zimmer Nr. 6) und sind Angebote auf vorgeschrie- benem Formular bis zum genannten Termin verschloffen und mit ent­sprechender Aufschrift versehen bei uns einzureichen.

Gießen, den 18. Juni 1898.

Da» Stadtbauamt.

Schmandt. 6270

Vergebung von Asphaktaröeiten.

Die Herstellung von 338 qm Asphaltbelag auf Betonunterlage, in der oberen Bahnhofstraße, soll Donnerstag, 30. ds. Mts.,

Vormittags IV/2 Uhr, öffentlich verdungen werden. ArbeitS- beschreibung und Bedingungen liegen während der Dienststunden, Zimmer Nr. 7 bet uns offen. Angebote auf Vordruck sind bis zum genannten Termin einzureichen. Zuschlags- frift 14 Tage. 6296

Gießen, den 21. Juni 1898.

Das Stadtbauamt.

Schmandt.

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Gummirte

PmMlitgtlwta in den verschirdev-en Aussührungeu und Farbeu.

1000 Stück Mark 3,

2000 N 5,

5000 , , 8,50

10000 15,50

empfiehlt die

ZLrüht'sche Aniv.-Druckerei, Schukstraße 7.

000000000000000000000000

Arbeitsvergebung.

Die Arbeiten und Lieferungen zur Erbauung einer schmiedeeisernen Brücke in der Ortsdurchfahrt Kölzen­hain, als:

Maurerarbeiten mit Materialliefer­ung im Betrage von 1131,83 Mk.

Schlofferarbeiten und Effenlteferung im Betrage von 930, Mk.

Chaussirungsarbeiten im Betrage von 100, Mk.

sollen im Wege öffentlichen Angebot» vergeben werden.

Arbeitsbeschreibung, Zeichnung und Bedingungen liegen auf dem Bureau des Unterzeichneten in der Zeit vom 22. bis einschließlich 30. Juni d. I. während den Dienststunden zur Ein­sicht der Jntereffenten offen.

Unternehmungslustige wollen ihre Offerten bis längstens Freitag de« 1. Juli, Vormittags 11 Uhr, porto­frei und verschloffen daselbst einsenden.

Die Eröffnung der eingelaufenen Offerten findet in Gegenwart etwa erschienener Submittenten statt.

Zuschlagsfrist 14 Tage.

Schotten, am 16. Juni 1898. Der Großh. Kreisbauinspector.

Endres. 6256

CttlpskhluUen

Stadt. SchlachthM.

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