Ausgabe 
22.2.1898 Zweites Blatt
 
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legene Blockstation paffirt, dorr wo soeben dar Signal ^Strecke frei* gekommen ist. Der TtatlouSbeamte har daher keine Bedenken, den Bersonenzng abznlafsen, welcher, nachdem er telegraphisch der nächsten Station gemeldet unb daS AuS- fahrtSfignal aufFahrt" gestellt ist, abbampft Hierauf wird hinter ihm da» Signal sofort aufHalt* gestellt, bis von der Blockstatton die Nachricht einläuft, daß derselbe dir Strecke pasftrt hat.

Der abgelaffene Zug hat inzwischen in ungefähr einer Minute die ihm vorgeschriebene Fahrgeschwindigkeit erreicht, deren Höhe der LocomotivfÜhrer an einem automatisch wirkenden Zeigerapparat ablieft, während die Maschine bei ihre« Laufe Eontaetvorrichtungen niederdrückt, welche neben den Schienen angebracht find und deren Niederdrücken der Abfahrt-station elektrisch durch Zeichen auf einem sich gleichmäßig abwick.lndeu Papierftreifen gemeldet wird. Au* diesen kann man ent­nehmen, ob der LocomotivfÜhrer die ihm gestattete Maximal' Geschwindigkeit auch tone gehalten hat.

Die größte für Prrsonenzüge auf Bahnstrecken ohne große Krümmungen und Gefälle zulässige Geschwindigkeit ist für Deutschland auf 90 Kilometer für die Stunde festgesetzt. Die- ist natürlich keineswegs die Geschwindigkeit, welche sich für einen viele Stunden fahrenden Zug einschließlich de* Aufenthalts durch Division der Stundenzahl in die der zurück- gelegten K lometer ergibt, sondern jene, welche der Zug im besten Falle in freier Fahrt zwischen zwei Stationen zeitweise erreicht. Da unsere v Züge diesem Maximum häufig sehr nahe kommen, ist eine irgendwo erlittene Verspätung nur äußerst schwer wieder etuzubringen. Anders in England, wo bezüglich der Geschwindigkeit keine Beschränkungen bestehen, sodaß einzelne Züge dort auf geeigneten Strecken vorüber« gehend eine Geschwindigkeit von 115 bis 125 Kilometer in der Stunde erreichen.

Unser Zag, dessen LocomotivfÜhrer unausgesetzt die Strecke und die auf Zeigertafeln bezeichneten Steigung*- und SrÜm« wungSverhältmffe der Bahn beobachtet, ist inzwischen in die Nähe der Blockstatton gekommen, er setzt, da der Signalarm des Semaphor- hochgezogen ist, wasfreie Fahrt* bedeutet, seine Reise fort und nähert sich schließlich der nächsten Station. Diese ist nach beiden Seiten hin durch sogenannte Abschluß­signale gesichert, vor welchen sich in einer Entfernung von 300 bi* 400 Meter die Vorsignale befinden, ote mit ersteren fest verbunden find unb automatisch alle Bewegungen der

Abschlußfiguale mitmachen. Als Abschlußfiznale dienen in Deut ck/arrd eiserne Masten mit beweglichen Armen slic die Tageszeit unb bunten Laternen für die Nachtzeit, deren hoch­gezogener Signalarm oder grüne* L'cht freie Fahrt bedeutet, während wagerechter Arm oder rotheS L'cht daS Zeichen zum Halten find.

Als Borfiguale benutzt man bunte, runde Scheiben, welche bet freier Fahrt wagrecht liegen, in senkrechter Stellung aber durch Farbe oder Licht dem LocomotivfÜhrer anzeigen, daß da* Abschlußfigual auf Halt steht, und daß er schon hier bremsen muß, um vor der Einfahrt zum Bahrchvf halten zu können. Im letzteren Falle befindet fich unser Zug, da die Raugirbewegungen de* voraagegangeuen Güterzugeß da* Freimachen des Heuptgeleifr* zur rechten Zeit nicht ermög« l'chten,- er muß daher vor dem Bahnhof halten, bis der Signalarm in die Höhe geht, um alsdann langsam in den Bahnhof einlaufen zu können. Genau ebenso vollzieht fich der Verkehr auf einer eiugeleifigeu Bahn, nur mit dem Unter­schiede, daß bei dieser der Zug der Nachbarstation zuvor engebotkri werden muß und er erst nach Einlaufen der An« uahmeerklärung abgehen darf.

Der Bahnhof, auf dem wir halten, ist eine Kreuzung*, station mit bedeutendem Verkehr- er besitzt in Folge desien eine große Anzahl Nebeugeleise und Weichen, welche natür­lich alle richtig gestellt sein wüffen, um baß Auffahren bei ZugeS auf in den Nebengeleisen haltende Wagen zu ver­hindern. Bei nahen Abständen kann fich der diensthabende TtatiouSbeamte durch directe Anschauung von dem richtigen Stande derselben Überzeugen; für größere Entfernungen aber befindet fich im StatiouSbÜreau ein genaues Modell der ganzen GeleiSanlage, deffen Weichen felbstthätig die Weichenbeweg' nagen tot Bahnhofe mitmachen und ein klares Bild bei je­weiligen Standes ergeben.

Auf größeren Stationen werden mehr unb wehr jene höchst sinnreichen Stellwerke eingeführt, welche im Publikum unter dem NamenEentralweichenstrllapparat* bekannt find. Dieselben find zumeist in hohen, eigen* zu diesem Zwecke auf» geführten Gebäuden gelegen und ermöglichen an der Hand einet Modells auf mechanischem Wege mittelst Stangen oder Drahtleitungen ober durch Luftdruck, Wafferbruck oder Electricität von einem Punkte au3 die Stellung sämmtlicher Weichen. Da die meisten Unfälle in den Bahnhöfen unb zwar in Folge unrichtiger Weichenstelluvg fich ereignen, find

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diese Centralapparate für die Sicherheit bei Verkehrs von höchster Bedeutung.

Freilich kann auch trotz der richtigen Handhabung der­selben ein Zug auf ein falsches Geleis geratheu, wenn die Zunge einer spitz befahrenen Weiche nicht genau anschließt. Um dies zu verhindern, bringt man an wichtigen derartigen Welchen besondere Sp'tzenverschlüffe an; Druckschleueu, welche hart neben den eigentlichen Fahrschienen eine Strecke vor der Sp>tzweiche belegen find, werden von den darüber rollen­den Rädern niedergedrückt und sichern, da sie in geeigneter Weise mit den Weichenzungeu verbunden find, den festen An­schluß der Wrlcheuspitzeu.

Die ganze Eisenbahnbetriebsordnung Ist eigentlich eine Sammlung von Hunderten von Slcherhel.'Scorschriften, deren Beschreibung ein ganze* Buch füllen würde und deren Brr- ftändnlß überdies Fachkeuntniffe vorauSsetzt. Verschiedene weihe unb bunte Lichter unb Scheiben an Locomotive unb Schlußwagen, Horn-, Glocken- unb Pfeifsignale bilden eine eigene Sprache für den Eisenbahnbeamten, von keren richtigem Be'-standniß die Sicherheit der Reisenden abhävgr.

Wir beschränken nnS zum Schluß noch auf die Erörte« rang des Falle*, daß ein Zuz auf freier Strkcke halten muß. Sofort springen Schaffner vom Zuge und eilen einige hundert Schritte auf dem Geleise zurück, um den Zug vor einer Ueberraschung von rückwärt* zu sichern- bet nebeligem Wetter oder bei Nacht werden Knallfiguale gelegt, welche von btm über dieselben fahrenden Zuge zur Explosion ge­bracht werden und den Führer in Kenctuitz fetzen, doß vor ihm etwa* ,-icht in Ordnung ist- in Folge de* donnernden Geräusche* der Locomotive, Namentlich auch bei Sturm können diese Signale indeß leicht Überhört werden.

Wrnn trotz all dieser Vorkehrungen fich dennoch Unglücks­fälle ereignen, so ist da* weniger die Schuld der technischen Einrichtungen, an deren Vervollkommnung stetig gearbeitet wird, sondern mehr eine Folge der Unzulänglichkeit der menschlichen Natur. Der ruhigste unb sicherste Beamte kann ausnahmsweise einmal einen folgenschweren Fehlgriff be­gehen. Weit häuffger aber noch ist Pflichtvergeffenheit oder auch Uebexmübung durch langen Dienst die Ursache einer Katastrophe unb da ergibt fich die Pflicht ber Eisenbahn- Verwaltung von selbst.

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Städtischer Arbeitsnachweis Gießen.

Gartetrstraste 2.

Ottftrtot der «rveünebmer r 1 Mctolldreber 1 Spengler, 1 Kranken­wärter, 1 Glaser, 1 Küfer, 2 Maschinenschlosser, 1 Schmied, 2 Schneider, 1 Schuh' machen, 2 Kutscher, 4 Handlanger, b Taglöhner, 2 Lauffrauen, 1 Buchbinderlehrling, 2 Echlosserlehrlinge, 2 Köchinnen, 2 Hausmädchen, 4 Dienstmädchen für Küche und Hausarbeit, 1 Weißzeugnäherin oder Flickerin, 2 Bureaugeülfev. 2 Schreibgehülfen. der r 1 Drechsler, 3 Krankenwärter, 1 tücht.

Küfer, 1 Glaser (Rahmenmacher), 3 Maschinenschlosser, 2 Schmiede, 4 Schuhmacher, 1 Schneider ijüng. Mann), 1 Rockschneider, 2 tücht. Bauschreiver bei gutem Lohne für dauernde Arbeit, 1 junger tücht Bauschreiner, 1 junge* Bürschchen für Aus­gänge, 1 Hausbursche, welcher auch die Wartung von Kranken übernimmt, 1 jüng. Mann als Kutscher, 1 junger Mann al* Hau*- bezw. Fahrbursche, 3 Handlanger, 2 Hausburschen, 1 ölt- Mann al* Viehsütterer, 1 tücht. Fuhrknecht, 1 Mann zum HolzNetnmachen, 6 Dienstmädchen für Küche und Hausarbeit, 2 Dienstmädchen für Küche und Hausarbeit nach Darmstadt, 1 Mädchen tagsüber zu einem Kinde.

Lehrlinge: 2 Buchbinder, 2 Barbiere, 3 Bäcker, 2 Drechsler, 1 Drucker, 1 Gärtner, 1 Kupferschmied, 1 Lackirer, 1 Sattler, 2 Schlosser, 1 Schmied, 2 Schnei» der, 2 Schreiner, 1 Küfer, 3 Schuhmacher, 1 Setzer, 1 Wagner.___________________

Bekanntmachung.

Der Entwurf de* Voranschlag* der Stadt Gießen für 1898/99 fammt den Voranschlägen de* Stadterweiterungsfonds, der Armenkaffe und de* Gas und Wasserwerks für dieselbe Zeit liefen in Gemäßheit des Art. 83 der Städteordnung während acht Tagen auf dem Bureau der Bürgermeisterei, Zimmer Nr. 15, zur Emsicht der Betheiligten offen.

Gießen, den 18. Februar 1898.

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.

Gnauth. 1819

Schutzmarke.

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Gebote auf die diesjährige Loh« ernte der Gemeinden Dornholz- Hausen 130, EberSgön* 105, Groß' Rechtenbach 70, Klein-Rechtenbach 105, Münchholzhausen 60, Niederkleen 60, Oberkleen 300, Reiskirchen 150, Vollnkirchen 210, Volpertshausen 70 Centner sind verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen hierhin bis einschl. den 26. d. M., Mittag* 12 Nhr, einzureichen.

Verkaufsbedingungen, Karte über Lage rc. der Schläge können hier eingesehen werden.

Groß'Rechtenbach, 14. Febr. 1898. 1696 Das Bürgermeister-Amt.

Versteigerungen.

Holzversteigerung.

Donnerstag den 24. Febr. 1898, von Vormittags 9V2 Uhr an, soll in dem Anneröder Gemeinde- roalb in den Abtheilungen 7 Neu- wieß und 16 Suhl nachverzeichnetes Holz versteigert werden:

A. Ban- und Werkholz. 218 Eichenstämme, 49,93 fm halt.

(Wagnerholz),

56 Fichtenstämme bis 47 em Durch« messer, 25,51 fm haltend,

30 Eichen Derbstangen 3,02 fm haltend (Wagnerholz),

24 Fichten Derbstangen 3,80 fm haltend,

B. Brennholz.

27,6 rm Eichen-Scheitholz,

11 Nadel-

50 Eichen Knüppel

139 Nadel-

920 ,, EicheN'Wellen,

3860 Nadel-

27 rm Eichen»Stockholz,

46 Nadel-

Die Zusammenkunft ist auf der Grünbergerstraße am Pfarrweg.

Annerod, den 17. Februar 1898.

Großh. Bürgermeisterei Annerod.

Horn. 1726

Holzversteigerung,

ffirfll. (Obrrftirffrm Hohensolms.

Freitag den 25. Februar Bormittags 11 Uhr, in der Gastwirthschaft von Geller in

Krankenbach. District Iffelfcheib und öulttigranb.

Buchen: 2 rm Scheite, 19 rm Prügel, 2050 Reisigwellen (Durch­forstung). Eichen: 43 rm Prügel, 40 rm Stöcke, 2500 Wellen (Durch­forstung). Eulersgrund: 2 rm Kiefern-Prügel, 1050 Wellen (Durch- forstung). 1838

Hohensolms, den 19. Febr. 1898.

fürstliche Oberförsterei. rluWj-Nerltkigkrllng im GkUttisdewalb Volpertshausen am Mittwoch den 2. März d. I. Zusammenkunft Vormittags 10 Uhr auf der Rheinfelser Straße oben am Wald.

Eichen: 8 Stämme 2. Kl. mit 12,45 fm, 32 Stämme 3. Kl. mit 16,91 fm, 23 Stämme 4. Kl. mit 5,40 fm und 61 rm Nutzholz. Nadel: 62 Stämme 3. und 4. Kl. mit 19,45 fm und 4 rm Nutzholz.

Groß-Rechtenbach, 19. Febr. 1898. 1836 Da* Bürgermeister-Amt.

Große Nuhhoh-Dersteigerung.

Lamstag den 26. d. M.

1) Groft-Rechteubach. Beginn Vorm. 10 Uhr, District 7Lange­rain", westlich der Straße nach Wetz­lar, unten an den Wiesen.

Eichen: 7 St. 2. Kl. = 11,07 fm, 60 3. Kl. = 37,95 fm, 10 4. Kl. 2,50 fm u. 12 rm Nutzholz.

Nadel: 34 St. 3. u. 4. Kl. = 10,66 fm, 99 Stangen, 43 rm Nutz­holz-

Weichholz: 13 St. 4. Kl. ----- 1,57 fm unb 30 Stangen.

2) Hörnsheim. Beginn Nach­mittag 2 Uhr, Distr. 9 XIV HörnS- heimer Eck am Fuße des Stoppelbergs.

Eichen: 2 St. 1. RI. = 8,56 fm, 6 2. Kl. = 10,25 fm, 25 3. Kl. = 16,34 fm, 3 4. Kl. = 0,71 fm, 8 rm Nutzholz

Nadel: 21 Stangen, 2 rm Nutz' Holz.

3) Lützellinden. Beginn Nach­mittag 3 Uhr Distr. 5aam Wetz­larer Weg".

Eichen: 8 rm Nutzholz.

Buchen: 3 St. 3. Kl. = 2,82 fm.

Nadel: 77 St. 3. und 4. Kl. = 26,87 fm, 16 Stangen, 66 rm Nutzholz.

Schluß der Versteigerung Nachm. gegen 6 Uhr an derHolzburg", Straße von Lützellinden nach Gießen.

Die Waldungen liegen unmittelbar zusammen und gehören zur selben Försterei.

Groß-Rechtenbach, 17. Febr. 1898.

Das Bürgermeisteramt. 1731

Holzversteigerung

imjittinbadjtr (gtmrinbrwalb.

Nächsten Freitag, als de« 25. d. MtS., soll im hiesigen Gemeindewald, in den Districten Heeg­heck, Todtenzipfen und Embach, nach- verzeichnetes Holz versteigert werden:

24 Eichen-Stämme, von 13 bi*

23 cm Durchmesser, 38 m Länge, 4,50 fm.

400 Kiefern- und Fichten-Stämme, von 1434 cm Durchmesser, 314 m Länge, mit 76,97 fm.

600 Nadel-Derbstangen, von 7 bi* 14 cm Durchmesser, 513 m Länge, mit 25 fm.

4 rm Buchen-Scheit.

70 Buchen-, Eichen- und Nadel- Knüppelholz.

30 rm Buchen-, Eichen, und Nadel- Stockholz.

1800 Buchen-, Eichen und Nadel- Wellen.

Der Anfang und die Zusammen­kunft ist Morgens 91/, Uhr am Rothacker, zunächst der Kreisstraße SteinbachAnnerod.

Sodann läßt die evang. Kirchen­gemeinde an demselben Tage, Nach­mittags 41/» Uhr, im Ort bei der Kirche folgende* Gehölz versteigern:

1 Esche-Stamm, mit 40 cm Durchmesser, 8 m Länge, 1,10 fm

16 Akazien-Stämme, von 11 bi*

25 cm Durchmesser, 8 m Länge, 2,20 fm

12 rm Scheit- und Knüppel des­selben Holzes.

Steinbach, am 19. Februar 1898. Großh. Bürgermeisterei Steinbach.

Krämer. 1841

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RedacUon: C kch-ptza. vrsck M* Beriof der vrühl'jrheu Lhrhxrfitflte-Buxfr tm» 6tdni«itfcti (Pietsch & Echeytz«) ta Gietzea.

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