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22.1.1898 Erstes Blatt
 
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trat deu Ausführungen des Anwalts de» PrivatklägerS, Rechtsanwalt Dr. Löd, welcher betonte, daß daS Einreißen der hier gewählten Ausdrucksweise eine Verrohung des ganzen kaufmännischen Verkehrs bedeuten würde, bei und bestätigte daS Urtheil des Schöffengerichts Friedberg unter Belastung des Privatbeklagten mit allen Kosten. Das Ge­richt nahm an, daß eine Ueberschreituug der Wahrnehmung berechtigter Jutereffen vorliege, da aus Form und Inhalt des Briefes die beleidigende Absicht hervorgehe. N. H. B.

Mainz, 20. Januar. Die Stadtverordnetenversammlung hat kürzlich eine Summe von 5000 Mark zur Beschäftig- ung Arbeitsloser bewilligt,- die Zahl der Arbeitslosen, die sich bis jetzt bei der Polizei gemeldet hat, ist nicht so bedeutend, wie tu früheren Jahren. Die Arbeit, die im Stetoklopsen besteht, wird mit dem morgigen Tage ihren Anfang nehmen.

Vermischtes.

Aßlar, 20. Januar. Gestern verunglückte auf der Aßlarer Hütte der Maurer Peter Diehl UI. von hier. Beim HerauSnehmen einer alten Fachwand fiel ihm ein Stück derselben derart auf den Kopf, daß der Tod sogleich eintrat. Der bedauernSwezthe Mann hinterläßt Frau und Kinder.

Wiesbaden, 20. Januar. DaS Comite für die Nationalfestspiele auf dem Niederwald bei RÜdeS- hetm war heute Nachmittag im Rarhskeller zu einer Sitzung vereinigt, um tu eine nähere Berathuvg der Sache ewzu- Inter. Es wurde ein Finanz-Ausschuß gebildet, bestehend aus Rechtsanwalt Bojanowskl, Bürgermeister Heß und Ghmnafialdirector Dr. Fischer, mit dem Auftrage, mit allen Gemeinden von Frankfurt bis Köln in Verbindung zu treten, um fie zu bewegen, Beiträge zu einem GarantttfondS zu zeichnen für das Capital zur Erwerbung des Geländes, dcffen Berziusuog und Amortisation. Der Finanzausschuß wird sofort in Tätigkeit treten. Biceadmiral z. D. Meusiug wurde zum Ehrenvorfitzenden des ComitäS ernannt und Buch» druckeretbefitzer Metz in Rüdesheim zum Vorsitzenden gewählt. Der Finanzausschuß wird, wenn die Garantiezeichnungen erfolgt sein werden, mit hm Arbeitsausschuß bchufS Auf­nahme von Darlehen und Beschaffung des erforderlichen Ge­ländes in Verbindung treten. Dir in Betracht kommenden Grundbefitzrr haben zum Theil schon ihre Bereitwilligkeit zur Abtretung des Geländes erklärt und die Gemeinde hat daS ihr gehörige Gelände unentgeltlich zur Verfügung ge­stellt. Demnächst sollen überall OrtSauSschüffe gebildet werden.

Erfurt, 18. Januar. Wegen Vergehens gegen das NahrungSmittelzesetz und wegen Betruges wurde ein Bier­verleger G. Arnold von hier zu fünf Monaten Gefängniß verurrheilt. ES wurde ihm nachgewiesen, daß er einfaches und Lagerbier einer Actienbrauerei mit Kulmbacher Bier mischte und als auswärtiges Exportbier verkaufte. Der GtaatSanwa'.t hatte neun Monate Gefängniß beantragt.

Wien, 20. Januar. Wie die Blätter melden, ist der wegen mehrfacher Raubmorde, darunter an dem Bankier Kohn in Pleß, znm Tode verurtheilte Wlodarski aus dem Kerker in Wadowice entsprungen.

6t. John s, 17. Januar. In verschiedenen Flüssen Labradors soll Gold gefunden worden sein. Die geolo­gische Bildung Labradors ist dieselbe, wie die von Klondhke. Ost'Labrador gehört zu Neufundland. Die Grenze zwischen dem kanadischen Labrador und dem neufundländischen ist nie­mals bestimmt sestgestellt worden.

* Al» Rational-Festspielort dürfte der Niederwald wohl die meiste Aussicht haben. Denn bei der Abstimmung am 16. Januar über den Feftort der Deutschen Nationalfeste erhirlt der Niederwald 27, der Kyffhäuser 21, GoSlar 16 Stimmen. Wie gemeldet, findet die engere Wahl am 15. März statt.

Kchiffsmrchrichten.

Norddeutscher Lloyd, in Gießen vertreten durch dis Agenten Carl LooS und I. M. Schulhof.

Bremen, 20. Januar. sPer transatlantischen Telegraph! Der Postdampfev Oldenburg, Capt. H. Gathemann, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist gestern 2 Uhr Nachmittags wohlbehalten in Baltimore angekommen.

Bremen, 20. Januar. sPer transatlantischen Telegraph.! Der Postdampfer H. H. Meier, Capt. C. Steen cken, vom Norddeutschen

Lloyd in Bremen, ist heute 6 Uhr Morgend wohlbehalten i» Newyork angekommen.

Bremen, 20. Januar. sVer transatlantischen Telegraph.! Der Postdampfer Ellen Rickmers, Cap-. Langreuter, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist gestern 12 Uhr Nachts wohlbehalten in Baltimore angekommen.

AiVchliche Anzeigen bcr Stabt Gietzen.

Evangelische Gemeinde.

GotteSdtenst-

Sonntag, den 23. Januar (3. Sonntag nach Epiphanias).

3» der AohK«neStt»cho.

Vormittags OVs Uhr: Pfarrasstftent Dr. Heußel

Vormittags um 11 Uhr: Kinderkirche für die Lucas- gemeinde. Pfarrer Dingeldey.

Nachmittags 6 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann.

Montag, den 24. Januar, Abends 8 Uhr, Bibelftunde im Confirmandensaal der Johanneskirche Epheserbrief. Cap 3 von Vers 13 an. DlS Apostels Fürbitte für die Gemeinde.

Pfarrer Dr. Naumann.

I« der FriedhofSeapelle.

Vormittags 9 Vs Uhr: Pfarrer Ding eldey.

Im Eonfirmandeirsaal, Neustadt 61.

Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Marcusgemeinde. Pfarrer Dr. Grein.

Dann:rS1ag den 27. Januar, Abends 8 Uhr: Videl stunde. Evangelium Marci Cap, 13. Pfarrer Dr. Grein.

Sstöolische Gemeinde.

Samstag den 22. Januar.

Nachmittags um 4 Uhr und AbendS um 8 Uhr Gelegenheit zur hl. Beichte.

Sonntag den 23. Januar. 3. Sonntag nach Epiphanie.

Vormittags von 6Va Uhr an Gelegenheit zur bl Beichte:

, um 7 Uhr erste hl. Messe; vor und in derselben Aus- theilung hr heil Communion;

um 8 Uhr: zweite heil. Messe;

um 9Vs Ubr Hochamt mit Predigt.

Nachmittags um b'/, Uhr: Cbristenlebre, darauf Andacht-

Abends um 8 Uhr auf Lonys Bierkeller: General Ber- sarnmlrrrra deS «irchenchor»

Donnerstag de» 27. Januar,

am Geburtstage Sr. Majestät des Kaisers, um 9V1 Uhrr MiritärgotteSdtenst, Hochamt «it Predigt und Te Denin.

Neueste Nachrichten.

Depeschen deS BureauHerold".

Berlin, 21. Januar. Ueber den Grund seines Austritts auS dem Comite für Errichtung eines National Denkmals für den Fürsten Bismarck schreibt Profeffor Wallot der Zukunft, daß er bei jeder sich bietende» Gelegenheit, so auch in der letzten entscheidenden Sitzung deS ComitsS dafür ein* getreten fei, den Künstlern freiere Bewegungen zu ermögl chen nnd daS Devkmal auf einen größeren Airstaud vom ReichS- tagSgebäude abzurücken. Er sei der Aaficht gewesen, daß die Platzfrage ganz besonders hätte erwogen werden müffen, wen» auch eine kleine Verzögerung in der Errichtung des Denkmals eingetreten wäre. Auf diese Anschauungen sei daS Comttv nicht eingegangrn und es habe den Beschluß gefaßt, an dem Platz unmittelbar vor der Treppe deS Reichstags- gebäudeS feftzuhalten. AuS diesem Grunde habe er, Wallvt, zu seinem größten Bedauern fich genöthigt gesehen, auS dem Comitö zu scheiden.

Kiel, 21. Januar. Der bei Linderum gestrandete Aviso Pfeil" ist laut amtlicher Drahtmeldung glücküch wieder abgebracht und konnte die Fahrt fortsetzen.

Hamburg, 21. Januar. In den Kreisen der Großkauf­leute Hamburgs plant man für 1901 eine große Colonial- Ausstellung.

Hamburg, 21. Januar. DieHamb. Nachr." besprechen die kretensische Gouverneurfrage und sagen, es könne Deutschland ganz gleichgült'g sein, wer auf Kreta Gouverneur sei und eS sei nicht Aufgabe der deutschen Politik, Rußland, wenn eS einen griechischen Prinzen auf Kreta als Gouverneur haben wollc, dabei irgendwie hinderlich zu sein.

Wien, 21. Januar. In Abgeordnctenkreisen verlautet, daß Baron Gautsch beabsichtige, auf 1. Februar den Reichs- rath einzubetusen und daß er hofft, durch weitgehende Con-, cession an die Deutschen fie friedlich zu stimmen, so daß wenigstens die allerwichtigsten Geschäfte erledigt würdrn.

Prag, 21. Javuar. Die Führer der jungtschechischen Partei verständigten die Regicrung, daß sie mit der neuta Sprachen-Verordnung einverstanden sind, nach welcher Böhmen in drei Sprachgebiete, tschechisch, deutsch und ge­

mischt sprachlich getheilt und dementsprechend die Sprachen- fragr innerhalb der Behörden geregelt werden soll.

Prag, 21. Januar. Im böhmischen Landtage wurde gestern noch in vorgerückter Stunde der Antrag des Grafen Bonquoy angenommen, der bekanntlich die Einsetzung einer Commiifion bezweckt, welcher alle auf die Sprachen- frage bezüglichen Anträge zugewiesen werden sollen. ES scheint festzustehen, daß die deutschen Abgeordneten j'tzt noch nicht aus dem Landtage auMretcn, sondern erst nach der Debatte, über die den Antrag Schlesinger betreffende Aufhebung der Svracheuverorduungeu endgültig über ihr weiteres Vorgehen entscheiden werden.

Prag, 21. Januar. Der gestrige Abend ist ziemlich ruhig verlaufen. Militär und Polizei hatten wenig Gelegen- heit, einzuschreiten. Nur nach 8 Uhr Abends versuchte eine Rotte tschechischer Barschen in ein Haus im Stadtpark ein­zudringen, in welchem fich die Wohnung deS Rectors b<Y deutschen Universität, sowie diejenige deS Bauk- directorS Marcus befindet. Die Eindringlinge wurden in- deß von den HauSleuten Vertrieben. Directoc MarcaS be gab fich sofort zur Polizei und verlangte ausgiebigen Schutz, der ihm auch gewährt wurde.

Graz, 21. Januar. Im stryerischen Landtage kam es zu stürmischen ©eenen. Die slovanischen Abgeordneten wollen sich im Landtage der von dex Mehrheit nicht verstandenen slovanischen Sprache bedienen, waS die Deutschen nicht dulden werden.

Nom, 21. Januar. Nach derOpinione" wird Visconti Vetosta im Amte verbleiben.

Paris, 21. Januar. Trotz der polizeilichcn Moßregeln veranstalteten gestern etwa 1200 Studenten auf drm Boulevard St. Michael große Kundgebungen. Ein anderer Zag von etwa 400 Studeutru bewegte fich auf dem Boulevard St. Denis. Vor dem Haufe Zola- angekommen, verhöhnten fie denselben. Bon der Polizei wurde alsbald eingeschritten.

Paris, 21. Januar. Der Ministsr des Innern hat

in ganz Frankreich die Manifestattonen untersagt.

Paris, 21. Januar. DerJntranfigeaut" sagt, daß Dupuy und General Mercier, welche zur Zeit des DrryfuS'ProzeffrS Minister waren, gestern eine längere Unter­redung hatten.

Havre, 21. Januar. Gestern brach in einem Gebäude des Artillerie-UebungSplatzeS Feuer auS. DaS Gebäude sowie ein Wagenschuppen wurden zerstört. Der Material­schaden ist bedeutend.

«rüffel, 21. Januar.Judependance beige" zufolge ist die Revision des DreyfußproceffcS grundsätzlich beschloffene Sache. Der letzte Ministerrath sei zu der Urberzengung gekommen, daß die Revision absolut uvvermeidlich sei. Erst nach Beruhigung der öffentlichen Meinung soll der CabiuetS- beschluß bekannt gegeben werden.

Petersburg, 21. Januar. Der Chef deS kaiserlichen HaupiquartierS, General Otto Richter, hat wegen hohe» Alters aus Gesundheitsrücksichten seinen Abschied eingereicht. Sttu Gesuch ist vom Zaren genehmigt worden. Der Com- Mandant drS Militärbezirks Odeffa, Generallieutenant Muffin- Puschkin, hat ebenfalls seinen Abschied genommen. Au seine Stelle wird Gmerallieutenant PuscrewSky, ehcmallger Stavs- chef von Warschau, treten. Man glaubt, daß Baron FcrderickS, der zeitweilige Verweser deS HofministeriumS, j-tzt num Minist'r die'e« R^ffo^s ernannt w^den *Hr\

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Ausverkauf.

Montag den 24., Diens­tag den 25. und Mittwoch den 26. l. Mts.

findet ein Ausverkauf der zur Concursmasse des Uhrmachers Karl Oswald in Grünberg gehörigen Maaren statt. Es kommen zum Verkauf und werden zu den billigsten Preisen abgegeben: alle Sorten Taschenuhren, Regulateure, Wanduhren, Werker, Gold- uud Silberwaaren, Uhrketten, Anhänger, Brillen, Zwicker u. s. w.

Der Verkauf wird im Laden des Gemeinschuldners in der Marktgafse vorgenommen.

Grünberg, 20. Januar 1898.

774 Der Concursverwalter.

Die Lieferung des Bedarfs für 1898/99 von etwa

14350 kg Petroleum, 160 cbm Brenne Holz, 498 Haarbesen, 187 Piassava- besen, 345 Besenstiele, 35 kg weiße Seife, 350 kg grüne Seife, 250 kg crystallifirtcs Soda, sowie gläserne und irdene Geschirre und Ttschgeräthe, sowie die An- und Abfuhr der Stein­kohlen werden am 1. Februar 1898, Vor­mittags 10 Uhr, in unserem Geschäfts­zimmer verdungen. 769

Garnison-verwattuug i« Gießen.

Die Schweineseuche in Dorlar und Launsbach ist erloschen. Die Sperrmaßrcgeln sind aufgehoben.

Krofdorf, den 20. Januar 1898.

Die Polizei-Verwaltung.

Der Bürgermeister:

Kleine. 772

Holzversteigerung.

Versteigerungen

Im Lollarer Gemeindewald, Distr. Boden, 1 km von der Bahnstation entfernt, an chaussirte Abfuhrwege

angrenzend, soll Freitag, den 28. Januar l. Js., Mittags 12V2 Uhr, folgendes Holz ver­steigert werden:

121 Eichenstämme mit 98,13 fm Inhalt, darunter eine größere Anzahl von circa 2 fm In­halt, zu Schnittholz geeignet, 17 Nadelstämme mit 9,90 fm Inhalt,

7 Nadelstangen mit 0,80 fm Inhalt,

73 rm Eichen-Scheit,

21 -Knüppel,

47 -Stöcke,

2120 Wellen Eichen-Reiser,

7,2 rm Nadel-Knüppel,

4,2 -Stöcke,

235 Wellen Nadel Reiser.

Lollar, den 20. Januar 1898. Großherzogl. Bürgermeisterei Lollar.

C. Geißler. 777

Holzversteigerung.

Mittwoch dell 26. d. Mts.

kommt in dem Gemeindewald zu

Crumbach in den Districten Pfaffen­mark, Langnoth und Helligenwald folgendes Holz zur Versteigerung :

385 Fichtenstangen 1., 2. und 3. Klaffe,

168 rm Buchen . Scheit- und Knüppelholz,

35 Bucken-Stockholz, 2375 Buchen- und Eichen-Wellen.

Anfang Morgens 10 Uhr im Distrtct Pfaffenmark ander fiscalischen Grenze.

Crumbach, den 20. Januar 1898. Der Bürgermeister: _________Wagner. _____775 ^olzverkauf Liikstl. Odttförftktti Hohkiisalms.

Freitag den 28. Januar 1898, Vormittags 10 Uhr. Zusammenkunft District SichelSbrrg (am Teich).

Vucheu: 10 rm Scheit, 34 rm Knüppel, 16 rm Slöcke, 2700 Wellen aus der dritten Durchforstung, 400 Astwellen;

Eicheu: 1 rm Knüppel, 100 Wellen

Fichten: 12 rm Knüppel, 46 rm Stöcke, 1420 Wellen, 1 rm Erlen- knüppel.

Fortsetzung der Versteigerung um 2 Uhr im Juakerwald, District Schiehhütte.

Buchen: 12 rm Prügel, 2 rm Stöcke, 2000 Durchforstungswellen (dritte Durchforstung);

Eichen: 15 rm Scheite, 5 rm Knüppel, 24 rm Stöcke, 450 Wellen.

Außerdem werden im Junkerwald mit verkauft: 1560 Eicheudurchforst- ungSwellea aus der Lavdheege 2 bei Bellersdorf.

HoheafolmS. den 20. Januar 1898- 757 Fürstliche Oberförsterei.

Empfehlungen.

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H». Motz, MäuSburg 17.