Ausgabe 
21.5.1898 Erstes Blatt
 
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beim Abstieg noch ein kleiner Gewitterregen über uns, doch das hatte nichts zu sagen, rasch ging eS die steilen Fuß« Pfade hinunter zur Fähre von Oberhof und bald nahm uns die gastliche Klostermühle von Arnstein auf. Ein praffelndes Feuerchen im Ofen, ein einfaches gutes Essen und ein treffliches Glas Wein machten die Rast zu einer sehr behaglichen. Unsere musikalischen Mitglieder waren, wie ihre Leistungen zeigten, in vorzüglicher Stimmung, die unmusikalischen nicht minder, und als die Bahn uns heimwärts führte, erklärte jeder der Theiluehmer, hatte das Wetter auch wohl bester sein können, der Tag an der Lahn war ein schöner und äußerst vergnügter. Die Junitour wird nach dem Hinter­land führen, er ist dies eine sehr schöne Waldwanderuug tu den Bergen bei Gladenbach.

** Feuerprobe. Die auf Beraulafluug des Großh. KreiS- amtS am Mittwoch Nachmittag abgehaltene Feuerprobe auf dem Seuling'schen Fabrtkgrundstück an der Margarethen- Hütte kann als völlig gelungen bezeichnet werden. An­wesend waren Vertreter der Regierung, des Hochbauamts, der UuiverfitätSbaubehörde, des Stadtbauamts, der Polizei­behörde, sodann der OrtSgewerbevereinS Gießen, der Feuer­wehr und sonstige Jntereffenten, darunter Vertreter der Land- gemeinden. Als VerfuchSobjecr war ein vollständig aus 5 Ctm. starkem Holzwolle-Baumaterial errichtete- Gebäude, ungefähr in Größe eines BahuwärterhauseS gewählt, welches durch eine Wand getheilt war. Die Decken-Verschaalung des Baues war mit 2</> Ctm. starkem Holzwolle-Baumaterial aus- geführt. Der Fußboden bestand aus dem gleichen Material und war auf in gewöhnlicher Balkenentfernung gelegte Schalt­riemen aufgenagelt. Da gewöhnlich Holzwolle-Baumaterial zur Dachbedeckung nicht dienen soll, so war vorsichtiger Weise das außen gestützte Dach der VersuchSobjectS mit 45 Mm. hohem T,elfen abgetragen. Nachdem die Fachleute den Ber- suchSbau eingehend besichtigt, wurde ein Raum desselben mit einem Stoß Tannenholz gefüllt, daS Holz mit Petroleum und Theer getränkt und daun entzündet. Der andere Raum des Gebäudes diente zur Beobachtung, und waren au der Wand, welche den Feuerraum begrenzte, Thermometer darunter Maximal-Thermometer angebracht. Dieser BeobachtuugS- raum wurde während der ganzen Zett, wo im Nebeuraum das Feuer brannte, vollständig geschlossen gehalten, so daß die kühle Außentemperatur keiueu Einfluß auf die Thermometer auSübeu konnte. Bald konnte man im Innern des Gebäudes das Feuer wütheu sehen. Trotz der hohen Temperatur im Feuerraum war die Wärme au den äußeren Wandflächen jenes Raumes kaum merkbar, man konnte nach ^stündigem Brande die äußeren Wandflächeu des Feuerraums mit der Hand noch berühren, ohne merkliche Hitze wahrzuuehmeu. Nach Ablöschen des FeuerS durch Mannschaften der Gießener Freiw. Feuerwehr, wurde der Beobachtungsraum geöffnet und festgestellt, daß dessen Temperatur von 6 Gr. R, welche vorher vorhanden war, nur auf 32 Gr. K. durch den nach­barlichen Braud gestiegen war, ein Resultat, welches nach dem Urtheil der versammelten Fachleute als äußerst günstig und zufriedenstellend zu bezeichnen ist. Nach Abkühlung des Raumes, tu dem der Braud stattge- fundeu, wurde festgestellt, daß der Bau weder durch Feuer noch durch Hitze gelitten,- mit Holzwolle-Baumaterial um­kleidete Holztheile des Baues wurden nach Entfernung der Verschalung vollständig unversehrt gefunden. Die r-Etsen der Dachconstruction hatten sich durch die Hitze etwa fünf Zentimeter ausgedehnt und geworfen. ES wurde festgestellt, daß das wegen seiner Feuerficherhett erprobte Holzwolle- Baumaterial nach Abschürfen von einem Zentimeter keinerlei VerseugungSerschetuungeu mehr aufwteS. Das Urtheil der Fachleute ging dahin, daß das Holzwolle-Baumaterial allen Ansprüchen au Feuerficherhett genügt.

Unfall. Vorgestern Abend wurde am SelterSweg von einer Chaise ein achtjähriges Kind überfahren. Dasselbe erlitt einen Beinbruch und eine Verletzung am Kopf. Den Kutscher soll keine Schuld treffen.

H. Sportplatz an der Hardt. Die letzten Vorberet- tuugen zu dem am nächsten Sonntage stattfindenden Wett­streite find nunmehr getroffen, und eS erübrigt nunmehr nur i noch der Wunsch, daß die intercffamen Veranstaltungen auch durch gute Witterung begünstigt sein möchten. DaS über- sichtlich redigirte und ansprechend auSgestattete Programm gelangt von heute Abend an zum Preise von 20 Pfg. zur Ausgabe, und die rege Nachfrache nach Eintrittskarten in den BorverkaufSstellen beweist, daß vorau-sichtlich der Besuch ein bedeutender sein wird. Die zur Bercheilung gelangenden Preise find in dem Schaufenster der Firma August Oßmann, SelterSweg, ausgestellt und üben eine große Anziehungskraft I auf alle Passanten aus.

* * Sportliches. Dem RadfahrerverinLollar 95", al- Bundesverein des deutschen Radfahrerbundes, ist vom I Nordbezirk des Gaue- 9 da- diesjährige Bezirksfest, verbunden mit großem Prelscorsofahren, übertragen worden. Dem jungen Verein, der fich in kurzer Zelt und unter I schwierigen Verhältnissen so schön emporgearbeitet hat, wünschen I wir bei seiner fest!. Veranstaltung am 12. Juni recht rege und kräftige Unterstützung, um dem Radsport auch hier eine I würdige Stätte bereiten zu können. All Heil!

* * Ausschreibungen für die 8. Ruder-Regatta auf der I «ah« in Sieben am Sonntag den 31. Juli 1898. 1. Einer föi Juniores. Ehrenpreis. Einsatz Mk. 10. 2- Vierer. Ehrenpreis, gestiftet von der Stadt Gießen. Wanderpreis. Der siegende Verein erhält bei Rückgabe einen Ehrenschild. (Sieger von 1897: Mainzer Ruderveretn). "" Einsatz Mk. 40. - 3. Doppel - Zweier ohne Steuermann. Ehrenpreis. Einsatz Mk. 20. 4. Vierer. Offen für Ruderer, welche nicht zum Rennen I Nr. 2 genannt find. Ehrenpreis. Einsatz Mk. 30. 5. Einer. Lahn-Pokal, gestiftet vom deutschen Ruder- Verband. Wanderpreis. Der fiegende Verein erhält bei Rückgabe des Preises einen Nebenpreis. Sieger von 1897: Herr gerb. Hartmann vom Frankfurter Ruder-Club. Einsatz Mk. 10. 6. Vierer für Juniores. Damen-

preis. Einsatz Mk. 30. 7. Einer. Offen für Ruderer, welche nicht zum Rennen Nr. 5 genannt find. Ehrenpreis. Einsatz Mk. 10. 8. Dollenzweier. Ehrenpreis. Einsatz Mk. 20. 9. Vierer. Offen für Ruderer, welche noch kein offenes Rennen im Vierer (AuS- legerevnboot) gewonnen haben und nicht zum Rennen Nr. 6 genannt find. Einsatz Mk. 30, 10. Dollenvierer. Ehrenpreis. Einsatz Mk. 30. 11. Achter. Ehren- preis Seiner Königlichen Hoheit des GroßherzogS Ernst Ludwig von Heffen und bei Rhein. Wanderpreis. Der fiegende Verein erhält bei Rückgabe des Preises einen Ehren- slhild. Sieger von 1897 Frankfurter Ruder-Gesellschaft Sachsenhausen" Einsatz Mk. 50.

«efitzwechsel. Die Firma B i r k e n st o ck u. S ch n e i d e r verkaufte ihr Doppelhaus «n der Nordavlage 1 mit einem Theil des dahinter liegendenLahnstein" für 89,000 Mk. au Liebmann Reiß. Hotelier Reitze! von Bad Ems kaufte da-Hotel Schütz", Ecke der Bahnhofstraße und West- Anlage, für 115,000 Mk.

§ Bom Laude, 18. Mai. Wie soll das enden? Diese Frage drängt fich uns auf angefichts des trostlosen Regen- Wetters. Jeden Tag Regenwetter, und das seit beinahe einem halben Jahre. Man hatte nach dem zweiten lieber* gehen der Bäche sicher gehofft, das Wetter werde fich nun wenden,- aber alle Hoffnung wird zu Waffer. Wohl ist die Lust umgeschlagen, sie weht von Nordosten und Osten, einer Richtung, die sonst stets trockenes Wetter führte, aber heuer regnet e-, einerlei, woher der Wind weht. Der Landwirth ist zur vollen Unthätigkeit gezwungen, kaum daß er etwas Futter für das Vieh heimzuholen vermag- die Kartoffeln können nicht gesetzt werden, die Frühjahrsbestellung muß unterbleiben, in feuchten Wiesen ersäuft daS GraS, dem Korn wird eS zu naß, eS wächst schlecht weiter und lagert fich bei dichtem Stande. Nur Holz versucht man aus den Wäldern zu fahren, aber die Wagen finken auf den grundlosen Wald- wegen bis über die Achsen in den Schlamm. Die schönste Zeit de- Jahres, der Mai, wird buchstäblich zu Waffer. Die BlÜthen der Obstbäume in ihrer sonst so reizenden Pracht ver­regnet, der RapS in seinem lichtgelben Blüthenflor ver- regnet, und jetzt beginnen die Aepfelbäume ihre reichen Blüthenknospeu zu erschließen, aber auch von ihnen wird es ficherlich heißen verregnet. Und die reiche Tracht, welche fich den Bienen bot verregnet und damit die Hoffnung der Imker verregnet. Pfingsten, daS liebliche Fest, ist vor der Thür, hoffen wir, daß eS uns den ersehnten Um­schwung bringt. mg

Friedberg. 17. Mai. Die Nachricht von der Bewilligung des Gymnasiums auch durch die Erste Kammer hat hier I die freudigste Stimmung hervorgerufen. Herr Direktor I Dr. Goldmann theilte die Nachricht im Schulhofe den ver- I sammelten Schülern der Realschule und des ProghmnasiumS I wit und schloß mit einem mit Jubel aufgenommenen drei- I fachen Hoch auf Seine König!. Hoheit unseren Großherzog.

N. Hrss. Volk-bl.

I Mainz, 19. Mai. Bel der Im nächsten Monat be- I ginnenden SchwurgerichtSsession werden auch die in die UnterschleifSgeschichte bei dem hiesigen städtischen GaS-

I werke verwickelten Beamten vor den Geschworenen erscheinen. Nachdem am Montag der am meisten belastete Cassirer auS der Haft entlassen worden ist, befinden fich jetzt sämmtliche Augeschuldigte auf freiem Fuß, ein Beweis dafür, daß die ganze Sache lange nicht die Bedeutung hat, die man ihr an­fänglich beizulegen suchte. Insbesondere ist eS durch hie mehrwöchentttche Prüfung der Bücher des Gaswerks durch Beamte der OberrechnungSkammer in Darmstadt jetzt schon außer allem Zweifel, daß dem fich auch unter den An- geschuldigten befindlichen Direktor bei Gaswerks keine Un­redlichkeiten zu Last gelegt werden können und sein einziges

1 Unrecht darin besteht, daß er zu nachsichtig gegen die ihm unterstellten Beamten war. Direktor Hessemer wird diesen Fehler wohl mit dem Verlust seiner Stellung büßen müssen, wogegen er schwerlich strafrechtliche Folgen zu gewärtigen haben dürste._____________________________

Die Verstaatlichung der Reichsbank.

Mit Rücksicht auf die hohe wirthschaftllche Bedeutung, welche einem Institut wie der Reichsbank innewohnt, glauben wir vielen unserer Leser einen Dienst zu leisten, wenn wir, soweit es der Raum gestattet, die diesbezüglichen Verhand­lungen des Deutschen Handelstages zu Berlin vom 14. März d. I im Auszug bringen. Zur Verlängerung dejs Privilegiums der Reichsbank äußerte sich der Bericht- erstatter Schinkel-Hamburg wie folgt:

Meine Herren! Es ist eine merkwürdige Erscheinung in unserem jetzigen wirthschastlichen Leben, daß so viele Leute, wenn sie glauben, einen Schaden entdeckt zu haben, nicht dazu zu bewegen sind, die Hand an die Wurzel des Hebels zu legen und den Schaden von Grund aus zu heilen, daß sie vielmehr geneigt find, den Schaden dadurch auszugleichen, daß sie etwas Besseres, noch groß Dastehendes schlecht zu machen und herunterzureißen suchen. Sollte die Zeit unserer Väter, in der es noch hieß, daß das Bessere der ärgste Feind des Guten sei, sollte diese idealere Zeit für immer hinter uns liegen und sollten Neid und Mißgunst es schon dahin gebracht haben, daß in unserer Zeit nur noch das Schlechtere als Feind des Guten übrig geblieben ist? Kaum anders läßt es fich erklären, daß jedesmal, wenn das Privilegium unserer Reichsbank sich der Zeit der Wiedererneuerung nähert, eine einflußreiche Partei aufs neue ihre Hand nach der Reichsbank ausftreckt, nach der Deutschen Reichsbank, von der man ohne Weiteres behaupten darf, daß es unter allen Einrichtungen des neu erstandenen Deutschen Reiches keine bessere giebt; derselben Reichsbank, die sich der makellosen Leitung zweier hochverdienter Präfi- denten erfreut hat und noch erfreut und um welche alle anderen Nationen uns mit Recht beneiden. Schon jetzt er- klärte im Circus Busch der Abgeordnete Liebermann von Sonnen-

bergden Kampf um die Reichsbank" als Wahlparole für bie nächsten Reichstagswahlen. Sehen wir uns dieses dem­nächst so heiß umstrittene Privilegium etwas näher an, so finden wir, daß die Reichsbank auf Grund des Bankgesetzes vom 14. März 1875 mit einem Kapital von beiläufig 120 Millionen Mark errichtet wurde und als Nachfolgerin der Preußischen Bank am 1. Januar 1876 eröffnet wurde. S)a4 Privilegium der Preußischen Bank ging ziemlich unver­ändert auf die Reichsbank über. Die Reichsbank hatte dafür laut Vertrag mit Preußen vom 17./18. Mai 1875 eine einmalige Abfindung von 15 Millionen Mark an Preußen zu zahlen und hatte außerdem eine Annuität auf sich zu übernehmen, welche bisher die Preußische Bank in Höhe von 1865 730 Mk. an den Preußischen Staat für die Verzinsung und Amortisation der Staatsanleihe von 1856 zu zahlen hatte. Diese Annuität lastet bis zum 1. Juli 1925 auf der Reichsbank. Laut § 41 des Bankgesetzes wurde das Privi­legium der Reichsbank zunächst auf 15 Jahre, also bis zum 1. Januar 1891, gewährt, bann sollte es nach Abficht des ersten Gesetzgebers von 10 zu 10 Jahren gewissermaßen einer Revision unterzogen werden. Schon vor der ersten Verlängerung im Jahre 1889 begannen sich im Reichstag Verstaatlichungsgelüste zu regen. Dieselben wurden damals mit Erfolg bekämpft, und die Verlängerung kam unter einer allerdings nicht unerheblichen, in dem Gesetz vom 18. De­zember 1889 festgelegten Abänderung der Gewinnvertheilung zu Stande. Während ursprünglich die Anteilseigner aus dem Gewinn eine Dividende von zunächst 4l/2 pCt. erhielten, die ihnen dadurch ziemlich sicher gewährleistet wurde, daß sie bei einem Minderertrag aus dem Reservefonds auf­zufüllen war; dann 20 pCt. des Gewinnes in den Reserve- sonds flössen; alsdann die Hälfte des noch verbleibenden Gewinns an die Aktionäre, die andere Hälfte an das Reich floß, und erst nachdem die Actionäre 8 pCt. Dividende er­halten, der Ueberschuß mit an die Actionäre und mit 3/i dem Reich zukam, (der letztere Fall ist nur zuguterletzt 1890 eingetreten); warb die Gewinnbetheiligung vom 1. Januar 1891 ab dahin abgeändert, daß die Antheils» eigner anstatt 4J/2 pCt., dem inzwischen gesunkenen landes­üblichen Zinsfuß entsprechend, nur noch 31/, pCt. vorweg erhalten. Dann gehen 20 pCt. an den Reservefonds, solange derselbe nicht auf 30 Millionen Mark aufgefüllt ist (was übrigens seit 1891 der Fall ist). Alsdann wird der Gewinn zwischen den Actionären und dem Reich zur Hälfte getheilt, bis die Actionäre noch 21/2 pCt. erhalten haben, und schon dann, also nach einer Dividende von 6 pCt., geht der lieber» schuß nur noch mit 1/i an die Actionäre und mit 8/< an das Reich. Das bedeutet natürlich eine sehr wesentliche Verschiebung zu Gunsten des Reiches und zum Nachtheil der Antheilseigner. Während im ersten Geschäftsjahr 1876 das Reich nur eine Abgabe von 1954000 Mk. und Preußen seine Annuität von 1865 700 Mk., beide zusammen also 3819 700 Mk. erhielten, belief sich der Ertrag für das Reich und Preußen in dem letzten Geschäftsjahr 1897 auf 11763300 Mk. Der Gewinn für die Actionäre hingegen ist nur von 7 354000 Mk. im Jahr 1876 auf 9 500000 Mk. in 1897 gestiegen.

(Fortsetzung folgt.)

Vermischtes.

* Frankfurt a. M., 17. Mai. Der langjährige Leiter der Capelle deS Zoologischen Gartens, Louis Keiper, ist gestern Abend einem tückischen Leiden erlegen, da- ihn zu Ende des vorigen Jahres überfiel und seitdem von seiner ge­wohnten Thätigkeit ferngehalien hat. Seit 23 Jahren stand er an der Spitze der Capelle, die er zu einem der tüchtigsten Mufikkörper Frankfurts heranbildete, und mit der er leistete, was von einem Orchester von nicht sehr großer Stärke nur irgend geleistet werden kann.

* Homburg v. d. H., 16. Mai. Die Kaiserin Friedrich, der Kronprinz und die Kronprinzessin von Griechenland und der Prinz und die Prin­zessin Carl von Hessen trafen heute per Wagen von Schloß Friedrichshof hier ein, machten einige Einkäufe in der Stadt und nahmen Nachmittags in dem Salon des Prinzen von Wales in Ritters Parkhotel den five oclock tea ein. Gegen 6 Uhr erfolgte die Rückkehr nach dem Schlosse in offenem Wagen trotz strömenden Regens.

* Wien, 18. Mai. Der Professor der Elektrotechnik an der Technischen Hochschule in Brünn, Karl Zlkler, erfand eine neue Art der drahtlosen Telegraphie, wobei statt der electrischev Strahlen Lichtstrahlen zur Uebertragung der Zeichen verwendet werden und ein Auffangen del Tele­gramm- nicht möglich ist.

* Avieeuna. der berühmteste der arabischeu Aerzte, der um daS Jahr 1000 lebte, war der erste, der in seinem be­rühmten WerkKanon" das Kapitel der Hautpflege behandelte. Wenn wir daraus ersehen, welchen Werth man damals schon der Hautpflege beilegte, so müssen wir andererseits betonen, daß seit dem Mittelalter diese Pflege leider mehr und mehr veruachläsffgt wurde und ihr Wiederaufleben erst der neuesten Zeit Vorbehalten war. Nichts hat in der Hautpflege epoche­machender gewirkt als die Entdeckung desLanolin" genann­ten Fette-, welche- dem natürlichen Hautfett analog ist, und deffen AnwenduUg so gewiffermaßen einen Ersatz der Natur darstellt. Jnfolgedeffen hat fich denn auch da-Lanolin- Toilette-Zream'Lanolin" als Schönheitsmittel für Er- wachsene und Kinder, sowie in allen Fällen von Hautunrein­heiten al- unentbehrlich erwiesen, wie es zur Anwendung in der Kinderstube auch von Aerzten auf da- allerangelegent­lichste empfohlen wird. Mau findet da-Lauolin-Toilette- Zream Lanolin" in allen Apotheken und Drogerien in Zinn­tuben und Blechdosen zu billigen Preisen. Beim Ankauf de- Cream- achte man wohl darauf, daß sämmtliche Packungen zur Garantie der Echtheit die Schutzmarke:Pfeilriug" trageu müssen.