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te äu§erften Norden. Die Witterung ist vielfach unruhig und iu der Umgebung des Depression»«TeutrumS wehen stürmische Winde. Ja Deutschland ist die Witterung alleat- Halden trübe unb fallen zeitweise Niederschläge. An der Ostseeküste fiel stellenweise Schnee. Am Nardsuße der Alpen war daß Werter am Morgen noch böig, doch ist gegen Mittag starke Trübung mit Regen eiegetnten. Die Temperaturen find gegen gestern iw Allgemeinen wenig verändert. — Voraussichtliche Witterung: Unruhiges, trübes Wetter mit Niederschlägen.
•• Ankauf aal erster Hand Das Königliche Proviantamt tu Hanau giebt bekannt, daß dasselbe gesunden, gut gereinigten Hafer, gutes Pferdeheu sowie gesundes Roggen- Flegelstroh nach Maßgabe der vorhanden« Lagerräume an* kaust. Bet Hafer-Angeboten ist die Stnseodnng einer Probe von reichlich */< Liter erforderlich. Den Produceoteo wird in jeder dienstlich zuläsfigen Weise entgegen gekommen, auch werden aus Wunsch der Verkäufer Magazinsäcke, jedoch uu- frankirt, zur Verfügung gestellt. Die Abfuhr von der Bahn wird ans Wunsch für Rechnung des Verkäufers übernommen. Jede weitere Auskunft wird bereitwilligst von dem genannten Amte mündlich wie schriftlich ertheilt.
Wieseck. 18. October. Am morgigen Tage feiert uaser Mitbürger Heinrich Dech mit seiner Ehefrau, Helene, geb. Deibel, das seltene Fest der goldenen Hochzeit. Die Iubilare stehen in den fiebeoziger Jahren und find noch sehr rüstig.
? Groß Felda, 17. October. Als ein seltenes Vorkommen muß es bezeichnet werden, daß ein erster Preis einer Bewerbe-Ausstellung einem Gewerbetreibenden auf einem Dorfe zuerkanut wird. Diese seltene Auszeichnung hat fich der htefige Sattlermeister Bölzing aus der Gewerbe- Ausstellung zu Butzbach verdient. Seine dort von ihm verfertigten Kummete, deren Muster patentamtlich geschützt find, und Pferdegeschirre erregten die Bewunderung eines jeden Kenners. Die von Bölzing erfundenen Kummete zeichnen fich von denjenigen gewöhnlicher Machart dadurch auS, daß die an dem Kummet befindlichen Hölzer nicht mit Haften oder sonstigen Halteriemea, sondern mit Schrauben befestigt werden, wodurch dieselben äußerst haltbar und fast unzerbrechlich find. Wie weit der Ruf dieser neuen Kummete geht, kann man daraus nehmen, daß der Elfiuder schon ein Dutzend derselben nach Amerika geschickt hat. Seine außergewöhnliche Geschicklichkeit hat fich Herr Bölzing auf siebenjähriger Wanderschaft in der Fremde, die ihn selbst bis nach Venedig brachte und dort arbeiten ließ, erworben. Der erste Preis der Butzbacher Gewerbeausftellung — Preismedatlle unb Ehrenbiplom — ist bem jungen Meister wohl zu gönnen.
(?) Aul dem Ohmthal, 17. October. Die ersten aus bem Rückzüge befindlichen Kraniche konnte man vorgestern bemerken. Darnach soll — bei Beobachtung zufolge — der Winter nicht mehr lange aus fich warten lasten. Dem Land- wirth käme er bann zu frühe, denn die Weizensaat ist noch nicht beendigt unb die Stoppeläcker finb fast noch alle un* gepflügt. Der Landwirth vermochte nicht, wie in anderen Jahrgängen, im Laus deS Nachsommer» Stoppelfelder zu stürzen, weil der Boden zu hart unb all- lanbwiithschastllche Arbeiten in diesem Jahre um Wochen verspätet find. Daß diese Verspätung fich auch in bei Vegetation bemerkbar macht, zeigt der Wald. Hat er sonst schon um diese Zeit sein Land abgewoifen oder dasselbe doch herbstlich in allen T'ntenarten gefärbt, so steht er jetzt noch im üppigsten Giün. üuck unsere Odstbäume tragen noch den vollen, grünen Blattschmuck. Die Trauben an den Hauswänden — fie hängen voll — werden gar nicht reif in diese« Herbste, so weit find sie noch in ihrer Entwickelung zurück. Wetterkundize schließen aus dem verspäteten Blätterfall auf einen kalten Winter.
Alsfeld, 14. October. Das Museum des Geschichts- und Aitert^umSveretns der Stadt Alsfeld ist nun soweit gediehen, daß seiner Eröffnung nichts mehr im Wege steht. Dieselbe wird, wie baß Kreisblatt erfährt, am Sonntag den 23. October, ftatifuben. Zur Eröffnung ist eine entiprechende Feier geplant._____________________________________________________
Au» her -eit für Vie -eßt.
Vor 432 Jahren, am 19. October 1466, wurde der Friede zuThorn zwischen dem deutschen Orden und Polen geschloffen, in welchem Ersterer zur Abtretung von Kulm, Elbing und Marienberg und zur Anerkennung der polnischen Oberlehnsherrlichkeit über das übrige Gebiet gezwungen wurde.
vsvmischteS.
’ Die Sächsisch Thurmgische Industrie- und Gewerbe-Aul- stelluug hat ein Deficit von 619,000 Mk. gehabt. Hiervon will die Stabt Leipzig 400,000 Mk. übernehmen, den Rest sollen die Garantiefonbszeichner aufbringen.
• Die Morde in Berlin. Seht man die Berliner Srimi- nalstatistik der letzten Jahre durch, so ergiebt, daß seit dem Jahre 1880 bis heute nicht weniger als 37 Morde verübt worden find. Von diesen 37 Morden find bei 15 die Thäter nicht ermittelt worden, bezw. iu zwei Fällen zwar ermittelt, doch entkommen find.
• lieber „die Schönheiten der tnrtichrn Lensnr" schreibt man Pis Konstantinopel: „Wenn seit einiger Zeit schon den hiesigen Zeitungen der Maulkorb ganz bedeutend gelockert ist, so bah einige, zumal bet „Servet", einen recht ersprießlichen Feldzug gegen die Auswüchse und Schäden des öffentlichen Lebens in der Haupistadt führen konnten, so erinnert doch Manches an die schö fttn Zeiten der Maulsperre der letzten Jahre. Einen köstlichrn Beleg dafür gaben die Telegramme, welche bie Ermordung der Kaiserin von Oesterreich meldeten- sie bewegten fich in folgenden Ausdrücken: Die Kaiserin ging spazieren unb wurde von plötzlichem Unwohlsein ergriffen — sie stürzte zu Boden, erhob sich wieder unb fiel bann in Ohnmacht — in einer halben Stunde war fie tobt! Da bie Anwendung der Ausdrücke Nihilisten, Anarchisten verboten ist, so brauchten bie Blätter basür bisher die Bezeichnungen Ruhestörer, ungesetzliche Elemente,- jetzt hat aber der genannte „Servet" dem Bogel den Kopf abgeschoffen mit der prächtigen Benennung Utopisten und Utopismus. Ferner darf, um die im Wesen des Khalifats begründete Annahme aufrecht zu erhalten, daß Nord- unb Central Afrika, soweit eS mobamebanifdi ist, bem Sultan unterst-ht, öffentlich von einer Besetzung z. B. de» Sudan u. s. w. durch Truppen einer christlichen Macht nicht gesprochen werben- in ben Nachrichten von einem Bormarsch oder bei Besitzergreifung seitens einer solchen müffen also die betreffenden Namen umschrieben werben, so heißt es sür Tschadsee ber See von Kuka, sür Ecyihräa Schoa unb für Snban (longo\“
• Bismarck Anekdoten. Den Fürsten von Bismarck hat bekanntlich sein Humor dis in die letzten Tage nicht verlaffen. Diese glückliche Naturanlage half dem Eisernen Kanzler selbst über manch schwere Stunde hinweg, wie sie feinen Gegnern oft daß Kränkende feiner scharfen Angriffe milderte. Der »Tägl. Rundsch." schickt ein Leser eine Reihe humorvoller Aussprüche des Fürsten, die in we ten Kreisen noch nicht bekannt fein dürften. Ueber einen feiner rebebegabtesten Wiber- facher sprach er sich folgendermaßen aus: wirb mir recht
oft das Vergnügen zu Thell, eine Probe seiner Eloquenz mit anzuhören, unb ba habe ich immer basselbe Gefühl, wie bei einer Vorstellung der „Jungfrau von Orleans", w, Einen ber endlose Triumphzug im Anfang überrascht, bis man beim dritten Vorbeimarsch bemerkt: Mein Gott, bas sind ja bie» selben Leute, in benlelben Costümen I So kehren auch bie Grüabe beß Herrn Abgeordneten, mit derselben Eleganz vorgetragen, sterS wieder." — Als der Fürst an einem seiner parlamentarischen Abende von bem welthistorischen Augenblick sprach, wo er nach der Schlacht von Sedan mit Napoleon III. zusammentraf, meinte er: „Als ich bem Kaiser Napoleon in bem Stübchen des Wederhauseß bei Donchö h beinahe eine Stunde grgevüversaß, war eß wir gerade so zu Murhe, wie als jungem Menschen auf einem Balle, wenn ich ein Mädchen zum Cvtlllon engagkt hatte, mit bem ich kein Wort zu sprechen wußte und baß Niemand abholen wollte." — Selbst bei bem Gedanken an sein Ende verließ ihn bie gute Laune nicht. ES war iu ben 80er Jahren, als die Bauern von Schönhausen einen neuen Frtebhos auf einem Punkte, der die Hohe Wurth genannt wirb, einrichteten. Bei einem Besuch beß Fürsten fragten ihn bie Bauern, ob für ihn vielleicht ein Erbbrgräbniß vorgesehen werden sollte? Dankend lehnte der Fürst das Äc.erbteten mit dem Beme»ken ab: „Die Stelle hätte ja gewiß große Vorzüge, fie wäre ihm aber zu windig."
TOrcblicbc Anzeigen der Stadt Giefzen.
In der JohanneSkirche.
Mittwoch ben 19. October, vormittags 9 Uhr: Gottesdienst zur Eröffnung der DecanatSfynode. Pfarrer Dr. Grein.
Im <<onfirmandensaal, Neustadt 61:
DonnerStag den 20. October, Abends 8 Uhr: Bibelstunde.
Brief an die Philipper, Cap. 1, 1—11. Pfarrer Dr. Grein.
Verkehr, CanN rind Volksrvirtbscbaft.
Gießen, 18. October. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochcnmarkt kosteten: Butter per Psd. .* 0.80—0.95, Hübnereier per St. 7—9 2 St. 00-00 Enteneier 2 St. 00—00 H Gänse-
«er per St. 00-00 Käse 1 St. 5-8 NÜsematte per St. 3 örbfen per Liter 20 Linsen per Liter 30 Tauben per Paar
•* 0.60—0.80, Hühner per St. x 1 00—1.30, Hahnen per Stück 0.70—1.20, Enten per St. .< 1.50—2.00, Gänse per Pfund -*0 46—0.54, Ochsenfleisch per Psd. 68—74.$, Kub und Rindfleisch per Psd. 62—66 H, Schweinefleisch per Psd. 68—76 4. Schweinefleisch. gefallen, per Psd. 80 Kalbfleisch per Psd. 64—66 H, Hammelfleisch per Psd. 50—70 H, Kartoffeln per 100 Kilo 5.00 bis 6.00 X, Weißkraut per St. 10—20, Zwiebeln per Ctr x 5.00—5.50, Milch per Liter 16 H, Zwetschen per (Str. X 3.00—3.50.
Tauer der Marktzeit von 8 Uhr Morgen- bis 2 Uhr Nach- mittags. Während der ersten 3 Stunden der Marktzeit darf im Umher,»eben nickt fetlgcboten werden.__________________
Neueste Nachrichten.
Depesche» des Bure« «Herold*.
Hamburg. 18. Octobrr. Eine gestern Abend abgehaltene Versammlung der soclalistischeu Parteien von Hamburg und Ottensen stellten den Reichstags-Abgeordneten Molkrnbuhr als Landtag-E^ndidaten auf.
Krakau, 18. October. Der ,Ezas" fordert die parlamentarische Majorität auf, die Obstruktion der Linken nicht zu dulden und die Ausgleichsberathungen ohne Furcht, daß die Linke provocirt werde, abzukürzen, da die Regierung fest eutschloffen sei, den Reichßrath als unnormal sunctionireud aufzulösen.
Rom, 18. Oktober. Heute tritt ein entscheidender Ministerrath zusammen, nm das Programm der Eonsereaz zur Ergreifung von Maßregeln gegen die Anarchisten festzustellen.
Paris, 18. Ociober. Der Berichterftatter des Caffations- hofes Bard, hat die Durchsicht der Dreyfus-Acten beendet und bereits mit der Redaction seines Berichtes begonnen. Der Anwalt Marnard, der die Veriheidigung der Familie Dreyfu» führt, hat bereit« das ganze Dreyfus-Dosfier durchgesehen und seiner Ansicht nach wird das Revisionsverfahren in der ersten Hälfte des November« zur Verhandlung gelangen.
Paris, 18. October. Zola schreibt von seinem auswärtigen Aufenthaltsorte an seine Frau: Die Situation in Paris ist noch viel zu complieirt. Ich bin ein viel zu großer Patriot, um durch mein Erscheinen die Wirren zu vermehren. Warten wir die Revision ab. Frau Zola beklagt fich darüber, daß fast alle ihr zugeheuden Briefe Spuren der Verletzung des Briefgeheimnisses zeigen.
Paris, 18. October. Die Reife Murawiews hierher erfolgt auf direkten Befehl des Zaren, da Frankreich der Beschickung der Eouferenz widerstrebt.
Paris, 18. Oktober. Nach einer Privatmeldung aus C yenne wird daselbst die Einschiffung Drehfus nach Rochefort sehr bald erwartet.
Lyon, 18. Oktober. Gestern fand unter Betheilignng von 3000 Personen die angetiinbtgie Kundgebung zu Gunsten ber Drehsus-Revision statt. Ein Mitglied ber Liga für Menschenrechte hielt eine längere Rede, in welcher der Commandant Lauth als ein für Frankreich verhängnißvoller Soldat entlarft wurde, dessen Entfernung aus ber Armee geboten sei. Rebner befürwortete alsbann bie Freilassung PicquartS unb die Brrhastung Dupath de Elams. Ein Zuhörer, welcher den Ras: Neber mit der Armee ausgestoßen hatte, wurde auf Antrag deS Redners aus bem Saale gewiesen. Unter Hochrufen auf die Republik trennte fich die Versammlung, nachoem eine entsprechende Tages-Ordnung angenommen war.
flaiea, 18. Oktober. Schokir Pascha theilte den Admiralen mit, daß Schiffe aus Konstantinopel unterwegs fetep, um die türkischen Truppen auf Kreta an Bord zu nebtrrn. M't her Rä mnno d-r Jolel toirb beute begonnen.
Keinen Pfennig theurer!
Durch Zusatz von wirkungsvollen Ingredtenzien, wie sie u»S von ersten medicinifcken Autoritäten ntuttölngß an bie Hand gegeben worden find, ist die Doerings Seife mit der Eule, bekannt unter ber Devise: „Die beute der Welt“, abermals verbessert und duich biete Verbesserung in ihrem Einflüsse auf bie Erhaltung ber Schönheit ber Haut wesentlich erhöht worben, so daß fich keine Seife zur Toilette mein eignen bürste al« bie in ihrer Art unübertreffliche Doerings Seife mit der Enle. Wir ersuchen alle Damen, Mütter, wie Jebermann, bem bie Pflege ber Haut ernst ist, um erneute versuche. Der PrA« ist nicht erhöht worben, für 40 Pfg. überall erhäUUch. 2532
Zn Giessen vertreten durch Heinrich Wallach, Kaufmann.
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Ausstattung wirb kostenfrei übernommen unb auf Wunsck werben bie für jeben Zweck geeignetsten Blätter m Vorschlag gebracht. — Ern weiterer Bonheil erwächst den Auftraggebern von Annoncen, in denen der Name nicht genannt sein soll, dadurch, daß die Annoncen-Expedition alS Annahmestelle für die einlaufenden Offerten dient und von dieser einen Stelle aus die Zusendung der eingelaufenen Offerten unter strengster DtScretion erfolgt.
Annoncen-Ännahme für alle Leitungen Zu ben gleichen Original-Preisen, wie in ben Expeditionen ber Zeitungen selbst, werben Inserate in unterzeichneter Anncnccn-^xpebition entgegengenommen. Bei größeren Insertions-Aufträgen Gewährung höchster Rabaltsatze. Kosten-Anschläge, Beläge rc. kostenfrei. — Originelle Entwürfe für Annoncen werben bereitwilligst geliefert.
VD Auck dem großen Pichlikum, das ^vielfach Gelegenheit hat, sog. »kleine HD- Anzeigen" (wie Personal- und Stellen-Gesuckc, Kauf- und Berkaufs- qesuckc u. s. w., Familien-Anzeigen) zu veröffentlichen, bietet obige Annoncen- Exvedmon besondere Vortheile: Tie Anzngen werden an einer Stelle auf- gegeben und bezahlt, gleichviel welcke Anzabl von Zeitungen in Betrackt kommt. — Die geschickte Abfassung der Annoncen und deren typographische
Annoncen-Expeditioii Rudolf Messe
Frankfurt a. M., Kaiserstrasse L, Ecke Salzhaus.


