Locale- rrnd provinzielles.
Gießen, den 17. Januar 1898.
♦♦ Severbeverein. Das Großh. Regierungsblatt Nr. 1 enthält eine Bekanntmachung, daß zufolge Beschlusses des weiteren AnSfchuffeS des LandeSgewerbvereiuS der § 22 der Satzungen des LandeSgewerbvereinS eine Aenderung in dem Sinne erfahren hat, daß für die Folge zur Bildung eines OrtSgewerbvereinS nicht mindestens 40, sondern mindestens 20 Mitglieder erforderlich fein sollen, und daß dieser Paragraph demnach nunmehr folgenden Wortlaut hat:
„Solche in dieser Art gebildete und von dem Landes- gewerbverein anerkannte OrtSvereine, welche mit wenigstens 20 dem allgemeinen Gewrrbverein angrhörendev Mitgliedern in- Leben treten, regelmäßige Versammlungen der Mitglieder halten und keine anderen, als die ihrer gewerb- licheu Bestimmung entsprechenden Zwecke verfolgen, haben eine Unterstützung au- der allgemeinen VereiuSkafse zu erwarten, welche der Hälfte der statutenmäßigen Beiträge der Mitglieder (§ 4) gleichkommt und über deren Verwendung zu Bereinszwecken dieselben selbstständig verfügen können.
WaS die Mitglieder über den statutenmäßigen Bel» trag hinaus beitragen, fließt, insofern bUfe Mitglieder eS nicht anders bestimmt haben, in die Kaffe des LandeS- gewerbvereiuS."
•• Pr. Eoucertvereiu. Da- vierte die-jahrige Eovcert des ConcertvereinS brachte un- dir Bekanntschaft mit dem Kölner Gürzenich-Streichquartett, der Herren Heß, Setvert, Schwartz und Grützmacher, einem Ensemble, das zwar nicht zu den allerersten Quartrttvereinigungen zählt, da- fich aber in Musiker kreisen eine- nicht unbedeutenden Rufes erfreut. Unser Gießener Covcrripublikum ist in Bezug auf Streichquartett ziemlich verwöhnt- vor allen Dingen find eS die Quartettgenoffenschafren der Herren Walther (München) und Heermann (Frankfurt), die mit ihren Vorträgen im Eoncertverein unauslöschliche Eindrücke hinterließen und in keiner Beziehung einen Wunsch offen ließen. ES ist somit kein Wunder, wenn unS das Kölner Gürzenich-Quartett wenn auch nicht enttäuscht, so doch nicht überrascht hat. Die Streichquartette von Schubert, Beethoven und Schumann, welche sich die Herren zum Vortrag au-ersehen hatten, wurden vom Publikum beifällig ausgenommen, wenn auch die Wiedergabe unsere- Erachtens nicht überall einwandfrei war. Herr Concertmeister Heß, der Vertreter der ersten Violine, ist unstreitig ein tüchtiger Geiger und ist technisch den größten Schwierigkeiten gewachsen, doch steht sein Vortrag in der Auffassung nicht überall auf gleicher Höhe. Wir vermißten an seinem gestrigen Spiel namentlich die Vielseitigkeit der Gestaltung, die unnachahmbare göttliche Anmuth und die Vornehmheit der Auffassung, welche die Vorträge Walther- seiner Zeit in so hohem Maße auszeichneten. Trotzdem darf nicht verschwiegen werden, daß einzelne Sätze, wie da» Andante de- Quartett- von Schubert, Variationen über da» Lied „Der Tod und da- Mädchen", au-gezeichnet wieder- gegeben wurden und die Zuhörer zu stürmischen Beifalls- äußeruvgen veranlaßten. Ein vorzüglicher Cellist ist Herr Grützmacher, ein Neff: und würdiger Schüler de- be> rühmten gleichnamigen Cellovirtuosen in Dresden- ebenso waren die zweite Violine und die Bratsche bei den Herren Seibert und Schwartz in den besten Händen. Das Zusammenspiel war, wie e- von einer renommirten Quartettvereinigung nicht anders zu erwarten war, präciS und correct, wa- besonder- im letzten Satz de- Schubert'schen und iw Scherzo de- Schumann'schen Quartetts in schönster Weise zur Geltung kam.
•• Oberhefsischer Geschichtsvereiu. ES sei au dieser Stelle auf den nächsten Donner-tag im Saale des Casv Ebel stattfindenden Vortrag des Herrn vr. Fabriciu» au- Marburg über „Gießener Studeuteulebeu in früherer Zeit" aufmerksam gemacht, der des Interessanten wohl Vieles bieten wird. Gäste sind willkommen geheißen und ist zu wünschen, daß zu diesem Vortrag recht Diele der liebenswürdigen Einladung Folge leisten.
•*H. Kuufivereiu. ES ist erfreulich, daß die ständige Gemälde-Ausstellung im ThurmhauS am Brand immer mehr die Beachtung unserer Einwohnerschaft findet, und der aufmerksame Beobachter bemerkt, daß fich schon ein Stamm regelmäßiger Besucher gebildet, welche in dem Beschauen der wechsel-weise ausgestellten Gemälde Genuß, Anregung und Erholung finden. Nicht nur da- BildungSbedürfnih allein -rängt dazu, auch die Ablenkung, die Geist und Gemürh durch da- Beschauen der Künftlerwerke erfährt, zieht dorthin. Bedauerlich ist nur, daß so Viele dafür keinen Sinn, kein Br- dürfniß haben. Wie wenig steht man Kunsthandwerker, Studireude, junge Leute verschiedener Berufsklassen u. s. w. Da wird heutzutage geklagt, daß nicht genug geschähe, dem Bildung-bedürfniß entgegenzukommen, den jungen Leuten keine Gelegenheit gegeben sei, ihr Schönheit-gefÜhl zu entwickeln und zu Pflegen. Diese und ähnliche Vorwürfe find hier ganz und gar nicht angebracht, denn feiten- de- Kunstvereins ist «av bestrebt, Allen die Werke der Schönheit zugänglich zu machen, noch dazu für einen Prei-, Sonntag- 20 Pfg., der jede Ausrede, mit „zu theuer", oder „zu wenig Zeit" gründlich widerlegt. Man muh nur ernstlich „wollen". — Doch nach dieser Abschweifung Einige- über da- gegenwärtig Au-gestellte. An Reichhaltigkeit läßt dasselbe
Nicht- zu wünschen übrig. Wir greifen bloü Einige»
herau-, da- besondere Aufmerksamkeit verdient. Da ist vor Allem eine stimmungsvolle Landschaft, „Ein sonniger Morgen" von Barthel, einem Gießener, der durch seine letzten Arbeiten, die in den Ausstellungen der Großstädte auch Aufnahme fanden, die Aufmerksamkeit weiter Kreise auf fich gelenkt hat und auf dem besten Wege ist, ein hervorragender Maler zu werden. Da- Motiv zu dem hier ausgestellten Gemälde ist der zwischen Heuchelheim und Klein-Linden gelegenen Waldparthie, dem sog. „Heßler", entnommen und wird sofort von den der Umgegend Kundigen
erkannt werden. „Beim Probiren" (Best-Hartmann, j München) zeigt ein Kind, das fich in eine dunkele Zimmerecke geflüchtet, um ungestört die mitgenommenen Aepsel „probiren zu können". Fesselnd und zu« Betrachten unwillkürlich zwingt „Ein LiblingSlied" von R o l l e t s ch e ck - Weimar. Im lauschigen Zimmer bei gedämpftem Lichte der Lampe fitzt eine Frau am Flügel und fingt, der Gatte, in Gedanken versunken, sichtlich davon ergriffen, sitzt abseits in einer Ecke am Tische. Von Schladitz-Berlin find mehrere Bilder ausgestellt- wir erwähnen „Ein Solo", da- eine Sängerin auf der Empore einer Kirche im Gesang ihre- Soloparts zeigt und im Detail gleich vorzüglich die Umgebung der Concerttheiluehmer wieder- gibt, ferner „Der Blumen Rache" nach einem bekannten Motiv, eine „Kärntnerin", sowie „Heimkehr". AlS
Pendant dazu findet fich ein „Herbstabeud" von Baer- Pasing, eine gleichfalls wirkungsvolle Schöpfung und Natur- verkörperunq. Ferner sind beachten-werth einige Blumen- stücke von O. v. Beutinck-Frankfurt a. M., „Motiv au» Capri" von Hetz-München. Auch Maler Scheich-Gießen ist mit zwei Bildern vertreten, einer „Mondlandschaft", so- tote „Besiegt", welche- eine beendete Kampfscene zweier Hirsche darstellt. Die Bcuriheilunz der beiden Bilder müssen wir allerdings einer anderen fach- und sachkundigen Feder überlassen. Immerhin ist et ersreulick, daß heimische Kunst fich der Orffevtlichkeit zeigt. ES wären noch viele Bilder zu erwähnen, doch überschreitet deren Aufführung zu sehr den Raum dieser Blattes, wir empfehlen daher, fich diese auch anzusehen.
♦♦ Verband der Rettungsanstalten und Erziehungsanstalten. Wie wir schon früher mittheilren, hat fich im Großherzog- thum Heffen und in der Provinz Heffen-Nassau ein Verband der Rettungshäuser und Erziehungsanstalten gebildet. Er will durch den Zusammenschluß der RetrungShäuser und Er- ziehungSvereine denselben in Rath und That eine gegenseitige Stärkung und Förderung zu noch wirksamerer Ausübung ihrer Thätigkeit der Bewahrung und Erziehung der fittlich gefährdeten, verwahrlosten und mißrathenen schulpflichtigen Jugend bieten. Er will sodann aber auch als eigenstes Werk diese Arbeit forsetzen und auch auf die schulentlassene Jugend auSdehnen, um erziehlich und bewahrend an den älteren Jugendlichen zu wirken, welche gefährdet, verwahrlost uvd ungeratheu sind oder in irgend einer Weise unter den gewöhnlichen Derhältniffen nicht gut thuu und ein Gegenstand der Verlegenheit, der Brsorgniß, der Noth und Plage für Eltern, Pfleger und Behörden find. Und wahrlich, der Nothstand ist hier nichr minder groß, ja vielfach geradezu schreiend und noch bedenklicher und gemeingefährlicher! Sind doch die Klagen über Unordentlichkeit, Verdorbenheit, Rohheit und Verwilderung der erwachsenen Jugend allgemein, und wieder werden Beispiele einer wahrhaft entsetzlichen Verkommenheit bekannt, welche schon in der Jugend zu grauenhaften Verbrechen treibt. Diesem Zustande im Interesse der E-nzeluen und des Allgemeinwohls entgegen» zuwirken, hat der Verband die Sache practisch in Angriff genommen und für Jugendliche der bezeichneten Art ein Lehrlingsheim in Dillenburg (Brz. Wiesbaden) begründet, wo ein HauSelternpaar für ihre rechte leibliche und geistliche Pflege sorgt und sie bei Meistern verschiedener Handwerke außer dem Hause ihre BerufSauSbilduag empfangen. Die Gefammtzahl der im Heim aufgenommenen Zöglinge betrug im vergangenen ersten Jahre bereits 25, darunter auch mehrere aus Gießen und auf der Hauptversammlung in Dillenburg am 13. October v. I. konnten fich die Anwesenden au Orr und Stelle Überzeugen, daß hier $in hoffnungsvolle- Werk begonnen ist und in rechter Weise getrieben wird. ES ist hier ein Weg neu beschritten, der zum wirklichen Degen für Viele werden kann, an denen man sonst verzweifelte, und eine wahre Hilfe in Lagen, in denen man rathloS stand. Da will der Verband dienen und helfen, gewiß ein Werk, welches der Unterstützung aller Wohlmeinenden, welche die Zeichen der Zeit verstehen, werth ist. Such hat die Erfahrung bereit- gezeigt, daß mit der jetzigen Weise allein dem Schaden nicht ganz beizukommen ist, vielmehr für Fälle ganz besonderer Verwahrlosung geschloffene Anstalten nöthig sind, d. h. solche mit ständiger Zucht und Ueberwachung, sowie Arbeit im Hause selbst. Der Verband wird sich dieser Weiterentwicklung und Ausdehnung deS Werke- nicht entziehen können, als einer von selbst gegebenen Folge und entschiedenen Forderung zur Ergänzung des Begonnenen. Die so nöthige und durch die Zeitumstände gesörderte Arbeit will der Verband auch gerne thun, aber Vermögen und Mittel hat er nicht. Da ist er auf die tragende Mithilse aller Menschenfreunde angewiesen, und dazu ioll die ihm in Anerkennung seiner gemeinnützigen Zwecke und Ziele bewilligte HauSsammlung vornehmlich die Gelegenheit bieten. Diese Haussammlung, die in diesen Tagen durch den Collccteur, Herrn Mu ns, auch bei unS erhoben wird, sei in Anbetracht deS guten Zwecke- unseren Lesern angelegentlich empfohlen.
•• Deutfche Ratioualfeste. In der Sitzung deS Ausschusses für deutsche National feste, die gestern im ReichStagS- gebäude zu Berlin tagte, bildete der Ort für dieselben den Hauptgegenstand der Berathung. AuS allen Theilen Deutschlands waren 57 Mitglieder erschienen, Vertreter de» Reichskanzlers und des Auswärtigen Amte». Auch verschiedene andere Reichs- und StaatSämter waren vertreten. Der Vorsitzende wies nach, wie das Spiel der Nationalfeste wesentlich die Stärkung des deutschen EiaheitSgedankens und die Pflege deutschen VölkerthumS durch Hebung der VolkSgesuadung uvd der BolkSkraft sei. Nach eingehender Berathung wurde be- schloffen, wegen deS Niederwaldes, drS KyfstäuserS und wegen GoSlar in Verhandlung zu treten und die endgiltige Wahl dem Vorstande bis zum 15. März d. I. zu überlaffen.
♦* Warnung. Ju deutschen Blättern werden von E. Waller, 2 HastingS Street, King» Croß in London W. C, Gelddarlehen an ehrbare Leute gegen Unterschrift angeboten. Diese Anzeige geht von derselben Schwindlergesell- schafr au», die im Sommer v. I. gle che Anzeigen unter dem ! Namen L. Hue, 6 Hastings Street, in Hamburgern Blättern
veröffentlicht hat. Da anzunehmen ist, daß die Schwiuderk nach Veröffentlichung dieser Notiz abermals Naunn und Adresse t« ihren Anzeigen ändern werden, so sei hier nochmals ganz allgemein daraus hingewiesen, daß bei der An- knüpfnug von Geschäftsverbindungen nach dem Auslande auf Grund derartiger Anzeigen die größte Vorsicht anzurathen ist. Neuerding» versendet eine Antwerpener Firma, die fich „Commanditgefellschaft Th. Keßler & Co." nennt, Preislisten nach Deutschland, in denen sie verzinsliche Werthpapiere und Schuldverschreibungen gegen monatliche Teilzahlungen zum Kauf anbietet. Nach den eingezogenen Erkundigungen handelt e» sich hierbei um die Fortsetzung eines Schwindelunternehmen-, das ein gewisser Adam Mol-berger in Gemein- | schäft mit einem Georg Dilles ebenfalls von Antwerpen auS unter den Firmen „Antwerpener CommissiouSbank" und „Internationale Bank, Antwerpen" betrieben hat. Es kann daher auch bei der Anknüpfung von Geschäft-Verbindungen mit der „Commanditgefellschaft T. Keßler & Co." in Antwerpen nur die größte Vorsicht anempfohleu werden.
♦♦H. Der Deutfche Radfahrer-Bund hat in der am gest- rigen Tag? in Berlin stattgehabten Sitzung beschlossen, den Antrag einiger Vereine abzulehnen, nach welchem her Norbdezirk drS Gaues 9 zu einem selbstständigen Gau 9A «mgewandelt werden möchte. Der Deutsche Radfahrer-Bund hat hiermit den Ausführungen einer Eingabe vollkommen entsprochen, die ihm von dem Vorstande der „Wanderer", Gießener Radfahr-Gesellschafr, am 12. d. Mts in dieser An- gelegenheit übermittelt worden ist.
•* Der erste Bottrags-Abeud de» Physikers Gustav Am- berg-Berliu, findet nicht am Donnerstag, sondern bereit» am Mittwoch dieser Woche in „SteioS Saalbau" statt, während der zweite Vortrag AmbergS am Freitag daselbst gehalten wird. Bet dem großen Interesse, welches die Am- berg'schen Experimental-Vorträge in früheren Jahren regelmäßig erregten, und um dabei einer UeberfÜllung de» Saales vorzubeugen, werden nur soviele Karten ausgegeben, al» der verfügbare Raum gestattet. ES empfiehlt fich daher, fich zeitig Eintrittskarten für die Amberg'schen Vorträge zu beschaffen, welche im Vorverkauf bei Herrn Ernst Challier» erhältlich find.
•• Da» Winterfest der „Wanderer" G. R.-S., welche» am SamStag Abend in Stein» Saalbau stattfand, war von zahlreichen Theilnehmern, besonders auch Gästen besucht und ist in jeder Weise amüsant und glänzend verlaufen. Der unter Leitung deS Fahrwarts 2B._£>amel von Mitgliedern der Gesellschaft vorgesührte Reigen bewies, daß unsere Radler auch auf diesem Gebiete zu Hause find. Die schwierigsten Figuren und Wendungen wurden von den Fahrern ficher, leicht und elegant unter großem Beifall auSgesÜhrt. Das Kunstfahren de» Herrn Karl Vasserot-Frankfurt c. M. erregte wie immer, wo fich dieser Meister producirt, besonder» daS Interesse der Radfahrer, welche am Besten die Schwierigkeiten der einzelnen TricS beurteilen können, welche dem Nichtradler so überaus leicht ausführbar erscheinen. Concert und Theater, da» letztere auSgsführt von Mitgliedern unseres StadttheaterS, bildete noch einen Theil deS iehr unterhaltenden Programms, dem fick zum Schluß ein Ball anschloß.
♦♦ Der diesjährige Maskenball de» Hessischen Fechtverein» „Waifenschutz" findet am Sonntag den 20. Februar im Gießener Feftsaal „Lass Leib" statt. Da» vorbereitende Comiis für diese in weiteren Kreisen beliebt gewordene Veranstaltung hat bereits ein Programm entworfen, deren Durchführung für die Theilnehmer am Balle humorvolle Stunden erwarten lassen.
♦* Freie Innungen oder Zwaugrinnungen. Aus Mainz, 15. Januar, wird un» geschrieben: Seitens des Großh. Ministeriums find an den Landesverband hessischer Handwerker und Gewerbetreibender die im ReichSamt dcS Innern ausgearbeiteten Entwürfe eines Musterstatut» für freie Innungen und eines solchen für Zwangsinnungen, sowie eine» Beschlusses der JnnungSvrrsammlung über die Regelung he» Lehrlingswesens gelangt. Zum Zwecke der Prüfung dieser Musterstatuten findet am kommenden Sonntag (16. Januar) in Darmstadt eine Versammlung statt, zu welcher der Vorstand de» genannten Landesverbandes Einladung ergehen laßt. Eine Besprechung über diese jetzt im Vordergründe stehende Frage hatten gestern hier die Obermeister der Fleischer- Innungen von Darmstadt, Frankfurt, Gießen, Heidelberg, Mainz, Mannheim, Offenbach und WormS. Nach längerer Berathung an Hand der Musterstatuten wurde folgende Resolution gefaßt: „Die vereinigten Vertreter der vorgenanntes freien Innungen stehen nach wie vor auf dem Standpunkte, daß dem gesammten deutschen Handwerke eine eigentliche Hilst nur in dem Zwangszusammenschluß werden wird- sie seht» aber heute davon ab, ihre freien Innungen auszugebea, weil dieselben sehr gut organifirt und fast alle Zugehörigra umfassen, insbesondere aber, weil daS neue Gesetz den Zwang»- Innungen keinerlei Vorzüge gegenüber den freien Jnnnngeo einräumt." Eine längere DiScusston rief noch die Grenzsperre hervor und sprach man sich allgemein entschieden gegtR diese, da» Schlachtvieh außerordentlich vertheuernde Maßregel auS.
-i- Michelbach, 16. Januar. Bekanntlich ist unser Dörfchen vor einiger Zeit durch eine starke Feuersbrunst heiwgefucht worden. Dadurch hat auch Forstwart R. schwere Einbuße erlitten. Dieser Tage erhielt er daS ansehnliche Geschenk von 200 Mk. von der vorgesetzten Behörde, ein Beweis dafür, daß er feine Schuldigkeit thut und daß hU Behörde mit ihm zufrieden ist.
-u- Hungen, 15. Januar. In unserer Nähe ist i® vorigen Jahre im fiscalischenWalde eine Eisengrube aus- gethan worden, die 109J/2 Doppelwof.gon Eisenstein während de» Betriebes hierher auf unseren Baynhof zur Verladung brachte. Man ist, da die Sache eist nach und nach in Betrieb kommt, der Ansicht, daß die Ausbeute sich noch bedeutend erhöhen wird.z
R. Reichelsheim, 16. Januar. Allmonatlich erschein» ! in den öffentlichen Blättern Nachrichten über Deutsche die i»
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Das Hol Anmeldung bei Sroßherzoglichee
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