sich dadurch die etwas verzögern. Allgemein wieder
ein fernere» Lnftdruckgefälle und wird Wirkung de» barometrischen Maximum» — Voraussichtliche Witterung: bessere» Wetter.
Air» bet Kett für bU Lett.
Vor 109 Jahren, am 15. September 1789, wurde zu Burlington (Neujersey) der hervorragende Romanschriftsteller James Fenimore Cooper geboren, der durch die Schilderung amerikanischer Sitten und Naturscenen, durch lebendige Darstellung des Indianer und Ansiedlerlebens und durch glückliche Behandlung vaterländischer Stoffe neues Inter« esse zu wecken gewußt. Von seinen Werken, die mehrfach deutsch übersetzt, seien hier nur die „Lederstrumpferzählungen" erwähnt. Cooper starb am 14. September 1851 zu Coopers- town.
welche am 1. September für die Beförderuug von Fahr- rädern auf der Eisenbahn tu Kraft getreten find, haben einen gewaltigen Rückgang des RadfahrerverkehrS auf der Bahn zur Folge gehabt. Auf allen Berliner Borortstatioueu ist beispielsweise dieser Verkehr auf ein Drittel bi» ein Fünftel de» bisherigen Umfange» gesunken. Nun könnte man ja sagen, daß der Eisenbahnminister eben eine Verringerung der zu befördernden Räder gewollt habe. Aber mit dem Fernbleiben der Räder bleiben auch die Radler fern, und damit erwächst der Bahn ein EiuuahmeauSfall, der gar nicht uu- wesentlich sein kann. Nun, vielleicht bringt dieser Au»fall mehr zu Wege al» alle Vorstellungen und Petitionen.
*♦ Wetterbericht. Die Depression im Norden, sowie auch da» gestern über Frankreich gelegene Theilmtuimum haben sich auf östlicher Bahn fortbewegt. Damit sind auf unserem Gebiete allenthalben Niederschläge, zumeist in Begleitung von Gewittern, gefallen. Von Westen her rückt wieder hoher Druck nach, doch besteht zunächst gegen Süden und Osten
Butzbach, 13. September. Nachdem am Sonntag unsere Ausstellung nochmal» von hier und au»wärtö gut besucht gewesen war und Vormittag», Nachmittags und Abend» wiederum herrliche Mnfikoorträge der allgemein hier beliebt gewordenen 6. Thür. Ulanen-Capelle aus Hanau die Zuhörer erfreut hatten, fand gestern die officielle Schl ußf et er statt. Vormittags brachte genannte Capelle fämmtlicheu Damen, die sich um die Ausstellung im altheffischeu Bauernhaus verdient gemacht hatten, Morgenmufiken dar. Von Nachmittags 4 Uhr ab fand Concert auf dem Ausstellungsplatze statt. Gegen 6 Uhr vereinigten sich fast sämmtliche junge Damen, ca. 70 au der Zahl, welche seither im Baueruhau» thätig und theilwrise noch gestern ihre schmucken Bauerntrachteu trugen, zu einer Gruppe behufs photographischer Aufnahme vor dem Bauernhaus. Abends fand da» Concert feine Fort- fttzung, au dem nicht nur viele hiesige Bewohner, sondern auch die der näheren Umgebung beiwohnten. Die große Halle und die vor derselben stehenden Tische waren dicht mit Publikum besetzt. Als gegen 10 Uhr die Musik zum Tanz aufspielte, da kannte der Jubel der Jugend keine Grenzen. Eine Polonaise von 35 Paaren eröffnete den Tauzreigen im Freien. Verschiedene Rundtäuze im Freien sowohl al» auch später noch andere in der Refiaurationshalle folgten. Erst zur mttternächtltchen Stunde war da» muntere Treiben beendet. Herr Director Jäger widmete der in allen ihren Theilen so wohlgeluugeuen und durch keinen Mtßtou gestörten und so schön verlaufenen Ausstellung Abschiedsworte, worauf da» Lied unter Musikbegleitung: „So lebt denn wohl" in- tonirt wurde. Herr Lehrer Storch brachte hierauf dem um die Ausstellung so hoch verdient gemachten Vorsitzenden des AuSstellungs-ComftLs, Herrn Realschuldirector Jäger Dauk^s- worte dar, die unter stürmisch aufgenommenen Hoch» auf bin Gefeierten schloffen. Unter Vorantritt der Musik, welche „Muß t denn" spielte, marschirteu nun die Anwesenden au» der Ausstellung nach dem Marktplatze, wo man sich hochbefriedigt trennte. Ein Theil der Jugend zog aber noch mit der Musik nach dem Bahnhofe, woselbst noch der große Zapfenstreich mit Gebet geblasen wurde. Sodann reiste die Musik ab und die hier Bleibenden suchten den heimathlichen Herd auf.
Bad Rauheim, 11. September. Die Kunde von der Ermordung der österreichischen Kaiserin durch einen italienischen Anarchisten hat auch hier in Bad Nauheim große Erregung hervorgerufen. Hat doch die hohe Monarchin erst vor drei Wochen unser heilkräftiges Bad verlaffen, nachdem sie sechs Wochen hindurch eine von den schönsten Erfolgen begleitete Kur gebraucht hatte. Frisch noch in Aller Ge- dächtntß find die wenigen Augenblicke während deren eS uns vergönnt war, die einfache und schlichte Art der Kaiserin zu bewundern. Noch steht wie damals das alte Badehau» mit seinem pflanzengeschmückten Portal, wo Schreiber dieses die Kaiserin so oft beim Verlassen des Bade» um 7 Uhr Morgen» beobachtete. Lediglich von einem Kammerdiener begleitet, bestieg sie den einfachen, hier gemietheten Wagen, der sie zu der idyllischen Billa Kracht zurückführte. Und dort, in dem kleinen Gärtchen, da» sich an die Villa auschließt, empfing fie erst vor drei Wochen unser deutsche» Kaiserpaar und wechselte mit ihm fröhliche Worte. Wer hätte damals gedacht, daß dies das letzte Wiedersehen zwischen den hohen Monarchen sei! Und daun verließ Oesterreichs Landermutter unser Bad, in der festen Absicht, im Frühling nächsten Jahre» wieder seine heilkräftigen Quellen aufzusuchen. SS soll dieser- halb sogar ein Theil des von ihr mitgebrachten Meublements zurückgelaffeu worden sein.
n. Rieder-Florstadt, 13. September. Gestern wurde hier rin kleine» Mädchen beerdigt, da» auf schauerliche Weise seinen Tod gesunden hatte. Da» Kind wollte nämlich in Abwesenheit seiner Eltern Feuer im Herd anmachen. Auf nicht aufgeklärte Weise fingen feine Kleider Feuer. Da» Kind wollte LaS Freie suchen, allein die Thüre war ver- schloffen. Da sahen NachbarSleute die brennende Gestalt am Fenster sich bewegen, schlugen dieses ein, und erstickten die Flammen. Der kleine Körper war auf entsetzliche Art verbrannt, sodaß auch der rasch erscheinende Arzt nicht wehr helfen konnte. Nach zwei Tagen erlag da» unglückliche Wesen seinen Schmerzen.
X. Darmstadt, 13. September. Kleist» „Hermauu- schlacht" eröffnete heute am Hoftheater die Reihe der Schausptelvorstellungeu und wurde namentlich von der in hohem Maße begeisteruugSfähigen Jugend mit großem Beifall aufgeuommen. In den Hauptrollen traten Herr Hacker (Hermann) und Fräulein Sichelsheim (Thusnelda) bewundernswürdig hervor. Die Maffeusceneu waren Dank unserer neuen Regte sehr belebt, die Au»stattung auf der Scene und in den Costümen glänzend.
Gefragt ifij alle
Wohlfahrt dient und dauernd in dir fernsten Zeiten wirkt. Wo Gleichgesinnte sich finden, die mit solchem Vornehmen ein» verstanden find, dürfte e» sich empfehlen, alsbald mir der Constituiruug von Ortsausschüssen (wenn zweckdienlich auch Ortsgruppen, sowie Einziehung einmaliger wie dauernder Beiträge) vorzugeben.
** Frankfurter Obstmärkte. DaS Comitö hat beschloffen, in diesem Jahre wieder zwei Obstmärkte in Frankfurt a. M. abzuhalten, den ersten am 21. September, den zweiten am 5. October. Wie in den Vorjahren läßt die Marktordnung ausschließlich in Deutschland gezogenes Obst u. s. w. zu und zwar: sortirteS Tafelobst, gepflückte» Wirth- schaftSobst, gewöhnliche» Wirthschaft»- und Mostobft, gedörrte und eingekochte Obftfrüchte, Obstweine, Obstbranntwetue, Obstliqueure, MuS, Marmelade, Geläe u. s. w., ferner gedörrte und eingekochte Gemüse, sowie Verpackungsmaterial. Der Verkauf geschieht nach Proben. Die Proben von sor- tirtem Tafelobst und gepflücktem Wirthschaftsobst dürfen bi» 6 Kilogramm brutto, diejenigen von gewöhnlichem Wirth- schaftSobst 25 Kilogramm betragen. Obst- und Gemüse- producte find mit Ausnahme der flüssigen, die in Flaschen aufzustellen find, in Originalpackung auszustellen. Jeder Probe ist ein Begleitschein beizugeben, der folgende Angaben enthält: Name der Sorte, Preis per Kilogramm bezw. per 100 Kilogramm ab nächster Bahnstation, das zur Verfügung stehende Quantum, den Namen de» Verkäufer», die ungefähre Lieferzeit. Die Proben find am Tage vor Abhaltung de» Markte» franko Marktlocal (Ttadthalle) zu liefern, oder au da» Obstmarkt-Comitö, Gneisenaustraße 15, einzusenden- Alle Verkäufe auf dem Obstmarkte finden durch vom Markt- Comite abgestempelte Schlußscheine unentgeltlich statt. Begleitscheine find vom Obstmarkt-Comitö erhältlich, das auch jede weiter gewünschte Auskunft ertheilt. ES sei zum Schluß noch darauf aufmerksam gemacht, daß da» Obstmarkt-Comitö und die Centralstrlle für Obftverwerthuug auch sonst vor und nach den Märkten den An« und Verkauf von allen Sorten Obst unentgeltlich vermitteln.
•• Eine neue Einrichtung kann man bei den gegenwärtig im Odenwald stattfindenden Manövern unserer Truppen beobachten. Während nämlich in früherer Zeit bei großen Marschleistungen der Truppen die Bewohner der Ortschaften aufgefordert wurden, Triukwaffer für die Mannschaften an die Straße zu stellen, wa» oft mit Umständen und Slwierig- ketten verknüpft war, ist diese Einrichtung jetzt ganz in Wegfall gekommen. Bevor die Truppen einen Ort pasfireu, in welchem Trinkwaffer verabreicht werden soll, sehen wir eine Anzahl flinker Radfahrer, welche mit „Wafferschläucheu" (sog. wafferdichten Säcken) ausgerüstet find, nach dem Orte eilen. Im Nu sind die Säcke an einem Brunnen oder au einer Pumpe entfaltet, gefüllt und an der Durchmarschstraße in Abständen von 10 bi» 15 Metern ausgestellt. Hier kann sich der durstige Soldat an einem frischen Trunk laben, wa» früher sehr oft nicht der Fall war. Auch im Biwack leisten diese Wassersäcke vortreffliche Dienste, da schon vor Eintreffen der Truppe auf dem Biwakrplatz der Wafferbedarf dorthin befördert wird.
•• Dir Anmeldungen zu der 70. Versammlung deutscher Naturforscher und Aerzte zu Düsseldorf sind bis jetzt sehr zahlreich eingegangeu. In Anbetracht der starken Betheiligung kann allen Besuchern der Versammlung nur dringend empfohlen werden, die Wohnungs-Anmeldung so bald al» möglich erfolgen zu laffen. Aus dem sehr reichhaltigen, nunmehr endgiltig festgesetzten Programm heben wir Folgende» hervor: Montag den 19. September, Vormittag» S Uhr: Erste allgemeine Sitzung im Kaifersaale der Tonhalle. Nachmittag» 3 Uhr: Bildung und Eröffnung der Abtheiluugen. Abends 8 Uhr: Fest-CowmerS tu der Tonhalle nebst Aufführung eines Festspiel». Dienstag den 20. September, Vormittags: Abtheilung»-Sitzungen. Abends 6V1 Uhr: Festmahl mit Damen im Kaisersaal der Tonhalle. Mtttwoch den 21. September, Vormittag» 8 Uhr: Geschäfts- Sitzung. Vormittag» 10 Uhr: Gemeinsame Sitzungen der uaturwlffeuschastltcheu Hauptgruppe im Katsersaal, der medi- eiutschen Hauptgruppe im Rittersaale der städtischen Tonhalle. Abend» 61/» Uhr: Festvorstellung im Theater: „Die Walküre" von Richard Wagner. Prolog von Henoumont. Donner-tag den 22. September, Vormittags 8 Uhr: Geschäfts-Sitzung der Deutschen Mathematiker-Vereinigung im Stäudehau» (Borsaal). Vormittags 9 Uhr: Sitzungen der Abtheiluugen. Nachmittags 3 Uhr: Sitzungen und Ausflüge der Abthetlungen, sowie Dampferfahrt zur Besichtigung des neuen Hafen« und der neuen Rheiubrücke. Abends 8 Uhr: Festball in fämmtlichen unteren Räumen der Tonhalle. Freitag den 24. September, Vormittags 9 Uhr: Zweite allgemeine Sitzung. Nachmittags 2 Uhr: Wahlweise: 1. Ausflug mit Damen nach Duisburg auf Einladung der Stadt Duisburg. 2. Ausflug mit Damen in» bergische Land zur Müngstener Brücke, in vier Gruppen. Abend» 81/? Uhr: Abschiedstrunk, gegeben von der Stadt Düffeldorf, in den Räumen der Tonhalle. Theilnahme frei gegen Theilnehmer- karten. SamStag den 24. September: Wahlweise: 1. Tages- Ausflug mit Damen in» Siebengebirg. 2. Tage»-AuSflug mit Damen zum Altenberger Dom.
** Unteroffizier-Pensionen. Im Auftrage de» preußischen KriegSmiuifterium» werden gegenwärtig bezüglich der Unteroffizier-Pensionen umfangreiche Ermittelungen angestellt. ES handelt sich darum, festzust llen, inwieweit den ehemaligen Unteroffizieren die ihnen beim Ausscheiden aus dem Militärdienst bewilligten Pensionen — ganz gleich, au» welchem Anlaß fie zuerkannt wurden — beim Uebergehen in den Reich»- und Staatsdienst weiter bewilligt worden find. Die Vergünstigung, auch während der Beschäftigung im Reichs- und Staatsdienst im Genuß der Militärpenfion zu bleiben, wurde vor vielen Jahren ausgehoben, soll aber vermuthlich wieder gewährt werden, zumal den in Betracht kommenden Communalbeamten die Militärpenfion ruhig weitergrzahlt wird.
•• Das kommt davon. Die erschwerenden Bestimmungen,
Vsemischtes.
* München ist eine Stadt, die in Bezug auf den Umfang des Fleifcheonfum» im Verhältuiß zur Einwohnerzahl wohl von keiner Stadt de» europäischen Contiueut» übertroffen und nur von wenigen erreicht wird. Zwei Faetoren find er hauptsächlich, die diese» Resultat bedingen, die Ge- uußfreudigkeit der Münchener Bevölkerung selbst und dann der riesige Fremdenverkehr, in welch' letzterer Beziehung München auch mit an der Spitze der besuchtesten Städte steht. Der Fleischconsum München» stellt sich für das Jahr 1896 in folgenden amtlichen Zahlen dar. Im Schlacht- und Biehhof wurden an Thieren geschlachet: 28,055 Ochsen, 16,283 Kühe, 10,960 Stiere, 8232 Rinder, 201,298 Kälber, 5566 Mast- schweine, 151,268 andere Schweine, 51,334 Frischlinge, 27,018 Schafe und Ziegen, 6185 Spanferkel, Lämmer und Kitze, 1433 Pferde. Beim städtischen Aufschlagamt wurden weiter folgende Wildgattuugen versteuert: 560 Edel- und Damhirsche, 161 Wildkälber, 9083 Rehe und Gemsen, 430 Kitzböcke, 167 Wildschweine, 257 Frischlinge, 42850 Hasen, 1055 Lapin», 3481 Fasanen, 767 Auer-, Birkhühner und Waldschnepfen, 24 785 Hasel-, Schnee-, Stein- und Rebhühner, sowie 3391 Wildenten und MooSschnepfev. Daß bei Bewältigung solcher Fleischmaffen auch für die Befriedigung de» Durstes gesorgt werden muß, geht daraus hervor, daß im nämlichen Jahre 1428986 Hectoliter Malz eingesotten wurden. Ein großer Theil des daraus bereiteten Biere» wird freilich ausgeführt. Der Genuß fremder Biere ist in München verhältnißmähig sehr gering. Im Jahre 1896 betrug das ganze Quantum etngeführten Bieres nur 14325 Hectoliter.
♦ Sine Anekdote des Prinzen von Wale». Der Prinz o f Wales ging einst vor dem Frühstück im St. James- Parke spazieren, al» ihn eine gut gekleidete, aber „verdreht" auSsehende Dame verfolgte. Er hatte die Frau schon einmal früher gesehen und errirth wahrscheinlich ihre Absicht- so beschloß er, gar keine Notiz von ihr zu nehmen und ging ruhig weiter, bi» eS schließlich Zeit für ihn wurde, umzukehren. Sofort stand die Dame vor ihm und verbeugte sich ties. Der Prinz nahm seinen Hut ab und versuchte vorbei zu gehen. „Ich habe hier eine Bittschrift, Königliche Hoheit", und fie nahm aus ihrer Handtasche eine evgbeschriebene Papierrolle. „Ach, gnädige Frau, e» ist nicht da» erste Mal, daß man mich für den Prinzen von Wale» hält", war die Antwort in rauher, mit fremdländischem Accent gegebener Stimme. Mit wüthendem Blick auf den Prinzen steckte die Dame ihr Schriftstück wieder ein und murmelte: „Ich habe die Ehre, die ganze Königliche Familie zu kennen, aber ich bin in letzter Zeit sehr kurzsichtig geworden, sonst hätte mir solch' ein Jrrthum nicht pafftren können."
* Ueber da» schon vor einiger Zeit erwähnte „Prole- tarierfchloß" schreiben die Blätter: Den „Dresdener Nachr." hat ein Amateulphotograph, den ein Ausflug au die Gestade des Züricher See» führte, vier Ansichten des Bebel'fchen Schlosse» übersandt, die da» Blatt nun reproducirt. Die Ansichten laffen erkennen, daß Bebel» „Billa Julie" in der That ein Besitz ist, deffen sich kein „Schlotbaron" zu schämen haben würde. Da» Grundstück liegt dicht am See, besitzt ein sportmäßig eingerichtete» Bootshaus, reiche Weinbauanlagen und ist mit einer „feudalen", in massiger Stein- arbeit aufgeführten Mauer umgeben. Herr Bebel hat mit der Aufführung dieses luxuriösen Baues bewiesen, daß man auch unter der heutigen „corrupteu" Gesellschaftsordnung recht gut leben und bei Fleiß und Betriebsamkeit es auch au» einfachen Berhältniffen heraus zu etwa» bringen kann.
* Ein Millionenbetrug. Auf der großen, der Wiener Donau-DampfschifffahrtS-Gesellschaft gehörigen Alt-Ofener Schiffswerft ist eine gewaltige BrtrugSaffaire aufgedeckt worden, die nicht nur die dortige Polizei, sondern auch die weitesten Kreise der Bedölkerung in geradezu fieberhafter Bewegung erhält. E» handelt sich um systematisch betriebene Diebstähle de» Direktor» und der Oberdeamtrn der genannten Gesellschaft an den bedeutenden Holzniederlagen der Werst. Die Unterschleife haben im Laufe der Zeit die Höhe von einer Million Gulden erreicht. Als das Schwinden der Lager- vorräthe schließlich ausfiel, beschloß die Leitung der Werft, das ganze Holzlager in Brand zu stecken, um dadurch eine Untersuchung zu vereiteln und die Entdeckung ihrer Schänd- thaten zu verhindern. Ein für die That durch Bestechung gewonnener Arbeiter zündete da» ganze Lager an, doch wurde der Brand rechtzeitig bemerkt und glücklich gelöscht, bevor er größere Ausdehnung angenommen hatte.
* Sechzig Meilen Weg» um eine Eichel. Unter diesem Schlagwort theilt der „Prometheus" Folgende» mit: „Unten in Mexiko", schreibt Mr. St. Nichola» an den Scientific American, „da lebt ein Specht, der seine Nüffe und Eicheln in den hohlen Schäften der Yucca» und Agaven aufspeichert. Diese hohlen Stengel werden durch Zwischenwände in gesonderte Höhlungen getheilt, und der kluge Bogel hat da» irgendwie herausbekowmen und bohrt ein Loch au dem oberen Ende jede» Gelenkstücke» zur Einfüllung und ein zweite» an dem unteren Ende, um darau» die Eicheln herauszuholen, wenn er deren bedarf. Dann füllt er die Stengel (Abschnitte) voll und verläßt seine Borrath-kammeru, bi» er sie braucht, sicher vor den Plünderungen eine» diebischen Vogel» oder viersüßigen Thiere». Der erste Ort, an welchem diese merk-
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