Konfrontation Picquarts mit dem Obersten Henry. Letzterer behauptet, LebloiS habe dem Kriegsgericht gestanden, Picquart und er, Leblol», feien von ihm vor einer geheimen Acten- mappe angetroffen worden. LebloiS bestreitet heute, dergleichen erklärt zu haben. Er habe nur gesagt: eine geheime Acten- mappe, nicht die, von der die Rede sei. Die Zeugen widersprechen einander fortwährend. Laborin eonstattrt, daß Oberst Henry früher gesagt habe, die beiden Obengenannten hättm in einer Actenmappe geblättert, während fie heute sagen, die Actenmappe sei geschloffen gewesen.
Pari», 12. Februar. Prozeß Zola. Tin sehr wichtige» Resultat enthielt die Aussage deS Drehfus-BerthetdigerS, Demange. Derselbe erklärte, er wolle die Revision des gegen DrehfuS ergangenen Urtheils verlangen, weil er erfahren habe, daß eine Rechtswidrigkeit begangen worden sei. Plötzlich wurde der Zeuge von Clemenceau unterbrochen, welcher ihn fragte, ob die Rechtswidrigkeit, derentwegen Demange die Aanullirung deS Drehfus Prozesses verlangen wollte, nicht darin bestanden habe, daß er von seinem Freunde Talle erfahren hatte, ein Mitglied des Dreyfus-Schieds- gerichts habe Talle gesagt, daß dem Kriegsgericht ein geheimes Document mitgetheilt wurde? Ehe noch der Prä- fident Zeit hatte, den Mund aufzuthun, um die Beantwortung dieser Frage zu verhindern, sagte Demange blitzschnell: .Jawohl!" Dieses Jawohl wurde im unschuldigsten Tone der Welt gesagt und rief in dem Auditorium große Heiterkeit hervor. Diese Antwort bedeutet aber zugleich, daß die im DrehfuS-Prozeß begangene Rechtswidrigkeit nunmehr durch eine Zeugenaussage festgestellt ist. Der socialisttsche Abgeordnete JaurSs hielt tu Form einer Zeugenaussage eine großartige Rede. JauräS sprach lange von der Mittheilung be* geheimen DocumentS an daS DreyfuS-KriegSgericht und stellte seine Behauptungen als absolute Thatsachen hin. Dupuy und dessen Ministercollege DelcaS hätten ihm versichert, der KriegSmtntster Mercier habe im Ministerrathe niemals von der Mttthetlung des geheimen DocumentS etwa» gesagt. Das einzige geheime Document, von welchem Mercier im Ministerrathe gesprochen habe, sei da» Bordereau gewesen.
Pari», 18. Februar. In Kreisen deS CassationShofeS wird nach den bisherigen Ergebnissen des ZolaproceffeS die Revision des DrehfuSprocefseS als zweifellos bezeichnet.
Pari», 13. Februar. In parlamentarischen Kreisen will man aus den Worten, die der Kriegsminister gestern in der Kammer gesprochen hat, herauSlesen, daß im Cabinet Minister seien, die nicht absolute Gegner der Revision deS DrehfuSprocesseS find und daß Billot die Solidarität mit diesen Collegen von vornherein abgelehnt hat.
Loudon, 12. Februar. .Daily News" meldet aus Odessa von gestern: ES verlautet aus TifliS, daß mehr als 60 Bataillone russischer Truppen bereit stehen, um in daS türkische Armenien einzurücken, falls in Konstantinopel gewisse Ereignisse eintreteu sollten. Auch daS Schwarze Meer-Geschwader werde zur activeu Verwendung völlig bereit stehen.
Shrtstiauia, 12. Februar. Im heutigen Siaatsrath gab das ganze Cabinet seine Entlassung.
Athen, 12. Februar. In hiesigen RegterungSkreisen hält man an der Ansicht fest, daß die Ernennung deS Prinzen Georg zum Gouverneur von Kreta nur noch eine Frage kurzer Zeit sei. Hier circulirt daS Gerücht, Prinz Georg werde sich noch vor dem Antritt seiner Petersburger Reise nach Konstantinopel begeben, um dem Sultan seine Aufwartung zu machen und demselben bei dieser Gelegenheit die loyalsten Versicherungen über seine künftige Haltung als Gouverneur von Kreta abzugeben.
Newyork, 12. Februar. Der Postdampfer .Beend am" auS Rotterdam ist auf offener See auf ein Wrack oder rin Wrackstück gestoßen und gesunken. Der Dampfer .St. Louis" rettete Alle, die sich an Bord de» „Beeudam" befanden.
Locales unb provinzieUes.
Gießen, den 14. Februar 1898.
•• Regiment» Außzeichnnng. Wir hören, daß Seine Königliche Hoheit der Groß Herzog die Absicht kundgegeben hat dem Infanterie-Regiment „Kaiser Wilhelm", aus Anlaß des im Juni stattfindenden 10jährigen Regierungs-Jubiläums Seiner Majestät des Kaiser», Haarbüsche zu verleihen.
** Eoncertverein. Wie überall anderwärts, so hatte auch für da» gestrige', für diese Saison letzte Kontert deS ConcertvereinS der Name des Künstlerpaare» Anna und Sagen Hildach ein zahlreiche» Publikum angelockt, da» sich, wie wir gleich hier bemerken wollen, für die von denselben dargebotenen Liederspenden äußerst dankbar zeigte. SS ist wahr: der Name Hildach genießt in allen deutschen Landen mit Recht einen guten Ruf, und doch wollte e» uu» scheinen, al« ob gestern da» geschätzte Künstlerpaar nicht völlig aus der Höhe seine» Könnens gestanden, und al» ob namentlich da» Organ de» Herrn Hildach, sei e» in Folge momentaner Jndirpofition, sei es durch Übergroße Anstrengungen aus Concertreisen, an Klangfülle und Schönheit besonders in den höheren Lagen etwa» eingebüßt hätte. Die Folge davon war, daß wir bei manchen seiner Liedervorträge un» nicht so zu erwärmen vermochten, wie wir e» erwartet hatten, und wenn sich das Publikum dennoch zu lebhaften BeifallsSußerungen hinreißen ließ, so dürfen wir dies getrost der überau» sauberen und vollendeten Gesangstechnik zuschreiben, die Überall mit vollem Recht an ihm gerühmt wirb, und die ihm den Rus, außer einem rontinirten Sänger auch einer der hervorragendsten Gesanglehrer der Gegenwart zu sein, für alle Zeiten sichern wird. Frau Hildach» Organ hat noch denselben angenehmen Wohllaut wie srüher, und in der Technik steht fie ihrem Gatten al» würdige Partnerin zur Seite. E» würde un» zu weit führen, wollten wir alle
die einzelnen Nummern des umfangreichen Programm» besprechen, mit denen fie un» gestern erfreute- erwähnt sei nur, daß fie eine vorzügliche Interpretin der Compofifionen ihres Gemahls ist. Es war dem Publikum nicht zu verdenken, wenn e» ihr nach den beiden Kinderliedem noch eine Zugabe abjubelte. Bon den Duetten erschienen un» die Compofitionen von Schumann in der Wiedergabe die besten. Herr Harenberg aus Berlin führte die Begleitungen zu den Duetten und zu den Gesängen für Bariton angemessen durch, wahrend in den Liedern für Sopran Herr Hildach fich als ein feinfühliger bereuter Begleiter einführte. Pr.
•• Stadttheater. Au» dem Theaterbureau geht un» die Mittheilnug zu, daß am Mittwoch den 16. ds. Mts. Herr Hermann Jarltz vom Köuigl. Hostheater in Cassel, der den hiefigen Theaterfreunden au» der Zeit der Casseler Hoftheater-Ensemble-Gastspiele im hiesigen Theaterverein noch in bester Erinnerung sein dürfte, in einer seiner besten Rollen, al» „Röcknitz" in „Glück im Winkel" im hiesigen Stadttheater gaftiren wird. — Donnerstag spielt Herr Hofschauspieler Hacker von Darmstadt hier den „Hamlet".
** Lesehalle Berein. Nachdem die Stadtverordnetenversammlung in daukenwerthester W-ise dem Verein da» südöstliche ThorhäuSchen am Seltersweg einschließlich Heizung und Beleuchtung unentgeltlich Überlassen hat, kann nunmehr mit der inneren Einrichtung des Lesehalle- Heim» begonnen werden. Alle Borarbeiten find bereit» rüstig gefördert, so daß man die Eröffnung in einer nicht zu fernen Zeit erhoffen darf. — Durch Schenkungen ist dem Verein bereit» eine beträchtliche Zahl Bücher zugewendet worden, deren Kaialogifiruvg auch schon in Augr.ff genommen ist. Ein demnächst zu erlassender Ausruf mit der Bitte um weitere Bücherzuwrndungen wird hoffentlich von dem gewünschten Erfolge begleitet sein. Die gleiche Hoffnung hegt man von der Aussendung einer HauSliste, in der unsere Mitbürger zum Beitritt und zur Bewilligung jährlicher Beiträge aufgefordert werden sollen. Zwar hat der Verein bis jetzt schon jährlich eine Summe, die da» achte Hundert bald erreicht, zur Verfügung, allein die Größe der gestellten Aufgabe erfordert das Zusammenwirken aller Kräfte. Es müssen Mittel beschafft werden, damit die geplante Einrichtung eine unserer Stadt würdige werden kann. Wir legen e» daher unseren Mitbürgern dringend anS Herz, uns ihre werkthätige Beihilfe nicht versagen zu wollen.
** Vieh-Berficherunglkaffe. Unter reger Theilnahme von Metzgern und Viehhändlern fand am Sonntag Nachmittag die von drm Vorstand der Fleischer-Innung einberufene Versammlung in der „Restauration Feidel" statt, welche den Zweck hatte, für die hiefigen Ochsen- und Schweinemetzger sowie für die Schweinehändler eine Viehverficheruvg». kaffe zu gründen, welche dieselben vor den beim Einkauf von Schlachtvieh entstehenden Verlusten schützm soll. In einem allgemein verständlich gehaltenen Referat berichtete der Obermeister der Innung, Herr Metzgermeister Pirr, wie die bereit» bestehende ViehverficherungSkaffe der RindSmetzger außer Rindern auch andere» Schlachtvieh, al» Ochsen, Schweine, Hammel rc., in die Versicherung ausnehme, die Aufnahme der Ochsen- und Schweinemetzger al» Mitglieder der Kasse aber ablehne, und alle von Seiten der Innung wiederholt gemachten versuche um Anschluß an dieselbe gescheitert wären, worauf die Ochsen- und Schweinemetzger eine eigene Ver- sicherung-kasse zu gründen beschlossen hätten. Herr Pirr bringt die bereit» im März 1896 an die Stadtverordnetenversammlung gerichtete Eingabe zur Kenntniß der Anwesenden, worin um Genehmigung der zu gründenden Kasse nachgesucht wird, ebenso die darauf erfolgte Antwort, wonach derselben kein Hinderniß entgegenfleht. Nachdem nunmehr alle Vorarbeiten erledigt, konnte der Vorstand der gestrigen Versammlung einen sorgfältig auSgearbeiteten Statuten Entwurf vorlegen, welcher nach eingehender Durch- berathnng unter Zustimmung sämmtlicher Anwesenden en dloo angenommen wurde. Eine erfreuliche Einmüthigkeit zeigte sich bei der darauf folgenden Wahl de» Vorstände», welcher aus sieben Personen besteht. E« wurden per Acclamarion einstimmig gewählt die Herren: Adolf Möhl al» erster Vorsitzender, Obermeister Pirr al» zweiter Vorsitzender, Fr. Sch örb als Schriftführer, Ernst Ludwig Sack al» Casfirer, Viehhändler Theiß-Grünberg, Gustav Sack und Jacob Brann al» Beisitzer. In daS nach dem Statut zu ernennende Schiedsgericht, welche» ans drei Personen zusammengesetzt ist, welche jedoch dem Vorstand nicht angehören dürfen, wurden gewählt die Herren: Oeconom Simon als Borfitzender, Hosmetzger Georg Möhl und Viehhändler Köhler-Ermenrod. Nachdem die genehmigten Statuten von sämmtlichen Anwesenden durch Namensunterschrift anerkannt und dadurch zugleich der Eintritt in die gegründete Kasse vollzogen war, gab Herr Pirr dem Wunsche Ausdruck, daß die Berficherungs-Kasse, welche bereit» am 1. März in Kraft tritt, die gehegten Erwartungen erfüllen, und in Zukunft fich al» eine lebensfähige Stütze im Metzgergewerbe bewähren möge. Mit herzlichem Danke für das bewiesene Interesse, schloß derselbe die Versammlung.
•• Die Hauptversammlung bei Herein» für Bogel- und Geflügelzucht, welche gestern im Restaurant Royal abgehalten wurde, war überaus zahlreich besucht. Veterinär Scherrer besprach die Tuberculose beim Federvieh, die Hühnercholera und die GeflÜgeldiphterie, deren Ursachen und Symptome, sowie die zweckmäßige Behandlung der daran erkrankten Thiere. Der sehr interessante Bortrag fand den ungeteilten Beifall der Versammlung. — Die Mittheilungen über den Stand der Ausstellungs-Angelegenheit sanden keine Beanstandung. Bei der unter den Mitgliedern vorgenommenen Berloosung gewannen die Herren Max Rüger (Wallthor- straße) einen Stamm Italiener, Renker (Lollar) einen Rouen- Erpel usw.
•• Die goldene Hochzeitlfeier begingen gestern in aller Stille Herr Bürgermeisterei-Secretär Wilhelm Demuth und seine Ehefrau Katharine, geb. Jacobi. Wir gratu- Uren herzlichst 1
•• Caruevalißische KappeNfitzuug. Die gestern Abend auf Lonh» Bierkeller stattgefundene carnevalistische Kappe«» fitzung de» Bauer'schen Gesangverein» war sehr zahlreich besucht. Die Darbietungen wurden sehr gut zum Beste« gegeben und fanden reichen Beifall. Da» Übliche Tänzchen machte einen allgemein befriedigenden Schluß.
4- Himbach, 11. Februar. Als beute Nachmittag die NeuwahleineSBürgermeistersfürden ausgeschiedenen Herrn Tugend beginnen sollte, gab eS Feuerlärm. In einer Scheuer war ein Brand auSgebrochen, der diese ein« äscherte und ein angrenzendes Wohnhaus stark beschädigte. Die Wahlhandlung wurde infolge dieser Störung auSgesetzt und soll auf einen anderen Tag vorgenommen werden.
♦ Karlsruhe, 12. Februar. Trompeter Schmidt vom Artillerie-Regiment hat fich gestern Abend mit seiner Ge- liebten, deren Persönlichkeit noch nicht festgestellt ist, im Lautersee hinter dem Stadtgarteu ertränkt. Seit Sonntag hatte sich Schmidt vom Regiment entfernt. Die Motive find unbekannt.'
• EschweUer, 11. Februar. Im benachbarten Orte Roehe wurde durch die Polizei eine große Falschmünzer- werkstStte entdeckt und viele Falfificate, sowie Formen wurden beschlagnahm!. Ein Mitglied der Falschmünzerbande kam in Hast.
Ctteratur nut KmHt
Wenn je die Blicke der gesammten gebildeten Welt fich in ein- müthiger Anerkennung einer einzelnen Persönlichkeit zugewendet haben, so ist das bei Emile Zola der Fall gewesen, als er sich mit seinem mannesmuthigen Schreiben über die unselige, für die ganze Entwicklung Frankreichs so verhängnihvoll gewordenen Drry- fus Angelenheit an den Leiter der öffentlichen Angelegenheit seine» Vaterlandes wandte. Allerdings mutz au6 dem Begriffe der gebildeten Welt bei diesem Anlasse der grötzere Theil der Lande»- und Siammesangehörigen des Dichter« auSgeschieden werden, was indessen wenig verschlägt Angesichts der einhelligen Kundgebungen, die sich tür den muthigen Mann aus allen Eulturländern erhoben haben. Selten ist so wie gegenwärtig in Zola da» Idealbild de« recht- chaffenen und überzeugungStr ruen Mannes verwirklicht worden, wie der altrömische Dichter eS entwirft: „Ibn schreckt nicht die Wuth deS verblendeten Volkshausens, nicht der drohende Blick deS Tyrannen, nicht Siurmgeheul und WettergrauS; wenn der hohe HimmelSdom einstürzen sollte, würden die Trümmer einen treffen, der von Furcht nichts weitz." Nachdem Zola soeben seinen neuesten sensationellen Roman: „Paris", den Schlußstein der Trilogie „LourdeS RomPariS", beendet, wird er sich der freimüthig gestellten Aufgabe in der gewohnten Weife unterziehen. Eine deutsche Ausgabe von „Paris" begann soeben in „AuS fremden Zungen" (Stuttgart, Deutfche VerlagL-AnstaU) zu erscheinen.
Sjiflfla Irr «mtmtai Jtatfeta Stotterin.
Opernhaus.
DienSiag den 15.Februar: Barbier von Sevilla. Mittwoch den 16. Februar: Wilhelm Teil. Donnerstag den 17. Februar: Boheme. Freitag den 18. Februar geschlossen. Samvtag den 19. Februar: A Basso Porto. Die Nürnderger Puppe. Sonntag den 20 Februar, Nachmittag« 3V» Uhr: Obersteiger. Abends 7 Uhr: Waffenschmied.
«chausplel-an».
Dienstag den 15. Februar: Johanne«. Mittwoch dm 16. Februar geschlossen. Donnerstag dm 17. Februar: Bartel Turas er. Freitag den 18. Februar: Johannes. SamStag dm 19. Februar: Die wilde Jagd. Sonntag dm 20. Februar, Nachmittags 3l/a Uhr: Hans Huckebein. Abmds 7 Uhr: Die wilde Jagd. Monta-dm21 Februar: Götz von Berlrchingen.
AirchtteheAnzeigen der evang.Gemeinde.
Montag den 14. Februar, Abends 8 Uhr: Bibelstunds im Confirmandensaal der Johanneskirche. Psalm 23.
Pfarrer Dingeldey.
taub» utib
GrüuvaaO, 12Febr. Fruchtvreise 2Bcij.'nj». 19,60—00,00, Korn X 14,80-15,00, Gerste 16,68-17,00, Hafers 14,00-14 30, Erbsen 17—CO, Linsen JL 28,00, Wicken JL 00,00, Lein X 00,00, Kartoffeln X OOO, Samen X 00,10.
— Mit der peroaltigen Zunahme des Verkehr« häufen sich leider auch die Eisenbahnkatastrophen in wahrhaft erschreckendem Matze. Um nur ein Jahr herauezugreisen, so sind nach einer von dem Königlich Preuhischen Minister der öffentlichen Arbeiten herau«- geaebenen Denkschrift allein rm Betriebsjabre 1895/96 verunglückt in Deutschland 314 und von diesen tödtuch 60. Die UnglückSfälle, die sich im Sommer 1897, d. h. im Halbjahr von April bi» September, mit auherordentlich schweren und beklagenSwerthen Folgm häuften, sind noch in aller Erinnerung. Nach der vorerwähnten Denkschrift ereigneten sich in dieser Zeit auf den preuhischen Staat»- bahnen 811 Unfälle, durch welche 230 Reisende verunglückten. Freudig mutz eS deshalb begrüßt werden, daß die Kölnische Unfall'Bee« sicherungsrlctie«.Gesellschaft in Ädln und die Wilhelm« in Magdeburg, Allgemeine Versicherung» «etien-Gesell- schäft, gemeinsam und solidarisch dem Publikum eine lebenslängliche Eisenbahnversicherung bieten und sich zum Ersätze verpflichten für die Folgen aller körperlichen Beschädigungen, die Jemand auf irgend einer dem öffentlichen Verkehr dienenden Eisenbahn der Welt, auch Kleinbahnen, Straßenbahnen, Pferdebahnen, eledrildjen Bahnen, Drahtseilbahnen, Hochbahnen, Untergrundbahnm und Zahnradbahnen dadurch erleidet, daß dem benutzten Eisenbahnzuge oder dem bmutztm Eisenbahnfahrzeuge selbst ein Unglück irgend welcher Art zufiötzt, insofern die erlittene körperliche Beschädigung innerhalb Jahresfrist nach dem Eintritt des Eisenbahnunglücks den Tod oder die Erwerbsunfähigkeit des Versicherten unmittelbar herdeigeführt hat. Dieser leb-nslängliche Schutz wird gewährt unter den denkbar günstigsten Bedingungen, in der einfachsten Form und zu einer äutzerft geringen, nur einmal zu entrichtenden Prämie. Diese Versicherung hat Gültig- fc’.t für die ganze Welt und patzt für Jedermann. Sie kann besonder» Denen nicht dringend genug empfohlen werden, die Leben und Gesundheit den vorgenannten Transportmitteln oft anzuvertrauen gezwungen find.
Neueste Nachrichten.
Depeschen deS Bureau „Herold".
Berlin, 14. Februar. Wie da» „Kl.Joarr al" berichtet, krm e» gestern tu einem krößtrothetlS von Studenten besuchten Locale am Oranienburger Thor wegen de» ZolaPro- zesseS zn einer Schlägerei. Ein Händler mit Zolakarteu wurde von einem Studenten mit den Warten: „Verdammter Judenfchwiadel, elende Rcc ame" zurückgewiesen. Lin an


