Ausgabe 
12.6.1898 Erstes Blatt
 
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Monte San Salvatore, von wo wir eine ähnliche Aussicht aber mit prächtigster Abendbeleuchtung auf die Schneeberge genossen wie auf dem Motterone. Von Pstanzen waren bemerkenSwerth: Helleborus niger, der in Unmengen vor­kam, Globnlaria cordifolia, Lilium croceum und bulbi- ferum, Cyclamen earopaeum, Ruscus aculeatus, Dictam- nus albus, Aquilegia alpina, Melitis melissophyllum, Dianthus Scheuchzeri, Silene Saxifraga, die rothen Polster der Saponaria ocymoides und viele Andere. Bei der Thal­fahrt sahen wir in den blühenden Robinienwäldern, wo die Bahn über den Gipfeln der Bäume wegfährt, Equisetum telmateja in Riesenexamplaren.

Von Lugano aus machten wir am folgenden Tage einen herrlichen Ausstug nach dem Comer Seee. Wir fuhren mit dem Dampfboot früh Morgens über den Luganer See nach Porlezza, von da mit der Bahn nach Menaggio. Je mehr sich die Bahn der Stadt nähert, desto zahlreicher erscheinen die Oelbäume, die in großer Menge am Comer See ähnlich wie bei uns die Obstbäume die Städte und Dörfer umgeben. Von Menaggio brachte uns der Dampfer rasch nach dem herrlich gelegenen Bellagio, wohl dem schönsten Punkte an allen oberitalienischen Seen. Dort besuchten wir den pracht« vollen Park der Villa Serbelloni, der sich bis auf die Spitze des Vorgebirges erstreckt, betreffs der Vegetation den schon beschriebenen Parks ähnlich ist, uns aber reizende Ausblicke auf die drei Seearme und die daran gelegenen Städtchen und Ortschaften gewährte. Von ganz besonderem Jntereffe war hier für uns das maffenhafte Vorkommen des Limo- dorum abortivum, einer sehr seltenen, parasitischen Orchidee mit fast meterhohem blattlosen Stengel und amethystblauen Blüthen. Mit einer Barke machten wir später noch einen Ausflug nach Cadenabbio zu der dem Herzog von Meiningen gehörenden, wunderbar schönen Villa Carlotta. Gleich beim Eingang wurden wir überrascht durch große Gruppen von blühenden Callas, deren einzelne Exemplare bis zu vierzig geöffnete Blüthen trugen. In der Villa selbst bewunderten wir im Marmorsaal den berühmten Fries von Thorwaldsen, den Alixanderzug darstellend, sowie die prachtvollen Marmor­gruppen Amor und Psyche von Canova und Mars und Venus von Acquisti rc. Der Park der Villa, deffen Aus- sehen von musterhafter Pflege, Sauberkeit und gärtnerischem Geschmack zeugte, bot wieder eine Fülle von prächtigen Einzel­pflanzen und Pflanzengruppen. Große Flächen waren bedeckt mit blühenden Azaleen und Rhododendren, prachtvolle Schlingrosen rankten sich an den höchsten Bäumen empor und waren übersäet mit dunkelrothen Blüthen; Hecken und Wände von Kirschlorbeer, Myrthen und Camelien begrenzten die schattigen Wege; lange Laubgänge von allen Arten Citrus gebildet, durchzogen den Garten, große Myrthenbäume, Riesenplatanen, blühende Tulpenbäume, Paulownien und wie überall Riesen- exewplare der schönsten Coniferen wie Cupressus glauca pendula, Abies cephalonica, Abies Douglasi, Cryptomeria elogans, Cupressus funebris erfreuten unser Auge. Rur ungern trennten wir uns von all dieser ungeahnten Pracht. Gegen Abend, nachdem wir noch Land und Leute zu be­obachten, Seidenwebereien und Holzschnitzwerkstätten, wo das schöne Holz des Oelbaumes verarbeitet wird, zu besichtigen und Einkäufe zu machen Gelegenheit gehabt, fuhren wir wieder nach Lugano zurück, von wo wir am folgenden Morgen die Heimreise antratcn. Die Bahn brachte uns von Lugano über Bellinzona durch den St. Gotthardt, vorbei an dem unteren Theile des Vierwaldstättersees, dem Lowerzer-, Zuger- und Züricher See nach dem schönen, gewerbreichen Zürich. Dort wurde noch einmal Station gemacht, die Stadt befich- ttgt, das sehenswerthe Arboretum und der botanische Garten besucht. Am 3. Juni fuhren wir weiter nach Neuhausen, wo wir noch einige genußreiche Stunden bei herrlichstem Wetter an dem prächtigen Rheinfall zubringen konnten und dann eilten wir von Schaffhausen aus ohne Unterbrechung der Heimath zu, nicht ohne mit großem Jntereffe die Gegen­den, durch die roir fuhren, besonders den sagenumwobenen Hohentwiel, sowie die dunklen Tannenwälder und steilen Schluchten des Schwarzwaldes zu beobachten. Spät Abends kamen wir wohlbehalten wieder in Gießen an.

Es war eine herrliche Tour, die wir gemacht,; ohne jeden Mißton »st dieselbe verlaufen, gerne und lange werden sich die Theilnehmer an die schönen Pfingstferien des Jahres 1898 erinnern. Die Excurfion war in jeder Be- zrehung außerordentlich lehr- und genußreich, außer der Bereicherung unserer botanischen Kenntniffe war uns noch reichlich Zeit und Gelegenheit vergönnt, Land und Leute kennen zu lernen. Wir danken Herrn Profeffor Hansen nochmals von ganzem Herzrn für Alles, was er uns geboten, und für all die große Mühe und Arbeit, die ihm vor und während der Excursion durch dieselbe erwachsen und hoffen, daß er auch in künftigen Semestern seinen Zuhörern durch ähnliche Touren Gelegenheit geben wird, ihre Kenntniffe zu erweitern.

Locales und provinzielles.

Gietzeu, 11. Juul 1898.

Bon der Universität. Nach der soeben herausgegebenen Uebersicht der Studireuden an der Großh. Lodwig». Universität besuchen im lauftnbtn Sommersemester 764 Hörer die Vorlesungen, darunter 33 nicht immatrikulirte. Er stubiren Theologie 59, Rechte 207, Medie n 159, Thterheilkunde 63, ZahnheNkonde 7, Philosoph e 9, Mathematik 36, Natur­wissenschaften 20, Chemie 46, Pharmacie 11, Kameralwtffen- lchast 23, Forstwissenschaft 17, Geschichte 5, k äffische Philo­logie 21, neuere Philologie 50. Im vorigen Semester waren aufgesührt 677 Hörer, nachträglich wurden immatri- kulirt 3; e» es gingen ab 157, neu hinzugekommen sind im gegenwärtigen Semester 213. Der Staatsangehörigkeit nach vertheilen sich die Studirenden wie folgt. Hessen 494, Preußen 166, Bayern 33, Baden 7, Oesterreich-Ungarn 6, Rußland 5, Sachien-Coburg-Gotha und Elsaß Lothringen je 4, Amerika 3, Sachsen und Bulgarien je 2, Württemberg,

Oldenburg, Sachsen-Weimar, Braunschweig, Anhalt Dessau, Ftulanb, Indien je 1.

* Reichllagkwahl. Die von uuö gestern derFranks. Ztg." rutnommeue Ausstellung der heffischen Reichstags- Caadidateu führt den Eandidateu für den ersten heffischen Wahlkreis, Herrn Dr. G. Frank, als nationalltberaleu Bündler auf. Wie ua» berichtigend «itgetheilr wird, ist der­selbe ein Gegner gerade dieser Richtung und steht auf link»- natioualliberalem Standpunkt.

cf* Theater-Verein. Dilettanten-Vorstellung. Bor gut besetztem Hause ging gestern unser alter Freund Haus Huckebeiu über die Bretter, wie oft er baß schon vorher gethan hat, wiffeu wir nicht, aber baß wissen wir, geschah niemals liebeoswürbiger und gelungener. Eine frühere Notiz in unserer Zeitung hat schon daraus htugewteseu, baß bte Mitwirkeuben diesmal besonders illustre seien- und wenn auch dabei der Druckfehlerteufel höhere Chargen in höhere Aerzte verwandelte, ein Attentat auf die Rangliste war damit nicht beabsichtigt. Hrrrltche Fraueugestalteu blickten kühn und heiter in den dicht gefüllten Saal hinunter, mit größter Natürlichkeit wußten sie sich, der ihnen gewiß zum größten Thetl recht fremden Sphäre aozupaffen. Ganz vorzüglich war die gekränkte Gattin, die herrschsüchtige Schwiegermama, der reizende philosophische Backfisch und das echte Berliner Mädchen für Alles- möchten sich doch unsere Berufsküchen- feen, die Emma bet Hallerstädt» zum Vorbild nehmen, so würde damit die Dteuftbotenfrage gelöst sein. Aber auch die Herren waren auf dem Posten, wie das fich ja, wenn man sich die meisten außerhalb der Bühne denkt, von selbst ver­steht. Martin Hallerstädt, der größte Pechvogel seine» Jahr­hunderts und sein höchst bedenklicher Schwiegervater waren ein köstliche» Musterpaar, bet de« mau wirklich manchmal die Dilettantenschaft bezweifelte. Furchtbar und gewaltig er­schien Tobias Krack, vor ihm zittern sonst die Heere, gestern die Herren. Dieser wuchtigste Manu, war aber auch zugleich der wichtigste Maon des Abends- seiner vorzüglichen Regie­führung gebührt ein ganz besondere» Bravo! Wie schade, daß eine dauernde Gewinnung solcher Kraft für die Bühne außfichtSloS ist. Borts MeuSky stattete seinen stürmischen Jüngling (wie im Leben) elegant und flott auS, Ltndenmüller war ein echter Unternehmer, und Buchhalter Diez machte einen so soliden Eindruck, daß er nie stellungslos werden kann. Da» Fluidum von der Bühne übertrug fich in glück­lichster Weise auf den Zuschauerraum, immer heller ertönte da» Lachen, immer tnteufiver wurde der Beifall. Die reichen Kranzspenden, die von allen Seiten kamen, find wohl nicht ohne Abficht, von den Mitwirkenden am Soufleurkasten nieder­gelegt worden. Während man fich sooft bei Dilettantenvor- stellungea am Besten auf der Bühne amüfirte, genossen dies­mal die Zuhörer voll und ganz mit, e» war wirklich ein schöner, gelungener Theaterabend.

cTee Theater Verein. Vorstellung am Dienstag den 14. Juni. Wie an anderer Stelle unseres Blattes er­sichtlich ist, hat die gestrige Vorstellung einen solchen Ersolg gehabt, daß von allen Setten eine Wiederholung sagen wir gefordert wurde. Der Vorstand und da» liebenswürdige Ensemble haben fich darauf hin nicht weigern können, und so wird denn am Dienstag eine Wiederholung geboten werden. Um wetteren Kreisen den Genuß zugänglich zu machen, sind wesentliche Preisherabsetzungen dorgenommen. (I. Parquet Mk. 1.50, II. Parqurt 1.00, Studenteokarttu Mk. 0.75, Gallerte 0.40). Wir hoffen auf einen guten Besuch auch für die zweite Aufführung und verweisen im Uebrigeu auf den Jnserateutheil der heutigen Nummer.

Entlassung der Reservisten. Die Entlaffung der nach den diesjährigen Herb st Übungen anß dem acttven Dtenst- staud in den Beurlaubteustand eiotretenden Reservisten wird bei den Garde-Jnfanterte-Regimeotern, dem Garde-Jäger-, Schützen- und Ptonter-Batatllou, am 23. September, bet den Garde-Kavallerte- und Arttllerie-Regimentern am ersten Tage nach dem Etnrückeu von den Herbstübungen in die Garnisonen erfolgen.

* Reue Telegramm-Adrefseo. Durch eine Verfügung deß StaatSsecretärS des RetchS-PostamtS ist eine neue, eigen­artige Art voa Telegramm-Adressen etngeführt worden. Die neuen Bestimmungen treten zum 1. Juli zunächst versuchs­weise in Kraft und regeln die Uebermittelung von Tele­grammen mittelst Fernsprecher. Nach Berlin gerichtete Telegramme können fortan, abgesehen von dem erforderlichen Antrag des Empfängers nur dann zugesprochen werden, wenn darin als erstes Wort die Bezeichnung des Fernsprech- anschlusse» nach Amt und Nummer enthalten ist, z. B. 6 1642" d. h. Amt VI. Nr. 1642, Amt la ist nur mit 1 zu bezeichnen. Dec Angabe von Straße und Hausnummer bedarf es nicht, wohl aber, wie e» scheint, da in der Ver­fügung ntchks davon gesagt wird, de» Namens deS Empfängers. Auch ist eine vereinbarte abgekürzte Adresse zuläsfig. In allen Fällen find die Telegramme dann durch Boten abzutragen, wenn anzunehmen ist, daß fie auf diese Weise schneller und sicherer zugestellt werden (z. B. Tele­gramme von sehr großer Länge), oder daß die Zustellung durch Boten der Absicht de» Empfänger» mehr entspricht, z. B. bei Glückwunschtelegrammen zu Familienfesten rc. Die Gebühr für da» Zusprechen eine» angekommenen Telegramms an den Theilnehmer beträgt vom 1. Juli an 10 Psg. ohne Rücksicht auf die Zahl der Worte. Die zugesprochenen Tele­gramme werden dem Empfänger in einem verschlossenen Umschlag durch die Post zugeschickt. Der Umschlag erhält die Aufschrift: . . . zugesprochene Telegramme" und den Betrag der Gebühren für da» Zulprechen mit blauer Tinte ausgeschrieben. Eine besondere Gebühr wird nicht erhoben, wenn Eilbotengeld bezahlt ist. Die Gebühr für die Auf­nahme abgehender Telegramme beträgt 1 Psg. für da» Wort, mindesten» 20 Psg. mit Aufrundung auf 10 Psg. Für diese Telegramme werden neue Formulare eingeführt. Auf diesen werden Namen, Gebnrt»schein rc. eingetragen und die Abschnitte der Formulare dann für die einzelnen Empfänger Zwecks Einziehung der Gebühren gesammelt. D!e neuen

I Bestimmungen gelten auch für die Anschlüffe an öffent­liche Ferusprechstellen in Orten ohne Stadtfernsprech- eiurichtnngeu.

Darmstadt, 10. Juni. In heutiger Stadt- verordnetensttzung kam e» zu sehr heftigen Debatten anläßlich der gestrigen Waffercatastrophe in der Altstadt- namentlich wurde daß Tiefdauawt angegriffen, weil es nicht schon früher mit einem Abhülfeproject hervorgetreten sei. Nach Erklärung deß Oberbürgermeisterß wird in Kürze ein Project eines Nothcanal» von der Altstadt direct nach dea Rieselwiesen vorgelegt werden, wonach in Zukunft in Fällen wie gestern 60 pCr. Wasser mehr als jetzt sofort abgeführt werden können. Ein Antrag auf Einberufung einer Sach­verständigen-Commission in der Sache wurde commiffarischer Berathung überwiesen, ebenso ein solcher auf zeitweise Aus­hebung des Octrois auf Brod und Mehl.

Darmstadt, 10. Juni. Gestern Mittag gegen 2 Uhr ging hier ein schweres Gewitter mit Wolkenbruch nieder. In den niedrig gelegenen Straßen In der Nähe bei Marktplatzes ftanb baß Wasser über einen halben Meier hoch, sobaß man mit einem Nachen hernmsahren konnte. In bet Dammstraße stürzten zwei im Bau befiubliche, bem Maurermeister Böttinger gehörende Häuser ein, die von den gewaltigen Waflermaffen unterspült worden waren. Die Station Brflungen war auf kurze Zeit überschwemmt, die Züge der Main-Neckarbahn konnten währenddem nur eingleisig ver­kehren, da baß eine Geleise fußhoch unter Wasser stand. Cangß der Bergstraße wurden durch baß Unwetter bte Feld­früchte vielfach niedergeschlagen.

Mainz, 10. Juni. Ueber das gestern Nachmittag nach 5 Uhr niebergegangene Unwetter laufen von Überall Hiobs- posten hier ein- bie Strecke Mainz-Frankfurt unb Mainz- Darmstadt wurde durch den wolkenbruchartigen Regen voll­ständig unter Wasser gesetzt, fußhoch stand da» Wasser auf den Aeckern, die Frucht war aa» dem Boden gerissen, auch die Kartoffeln lagen vollständig von Erde entblößt- in dem Hause eine» Landwirthe» in Raunheim hat der Blitz ein- geschlagen und vielfachen Schaden angertchtet. Da» entstandene Feuer, wurde bald wieder gelösAt, der Schaden an dem Hause ist aber sonst sehr bedeutend - auch tu Rüssel»heim schlug der Blitz in eine Werkstätte und tras einen daselbst beschäftigten jungen Mann, der auf einer Sette vollständig gelähmt wurde. In der Richtung rach Worm» gingen so viele Waffermoffen nieder, daß von den Weinbergen der au der Bahnstrecke liegenden Ortschaften der Mutterboden viel­fach abgeschwemmt und die Wege mit Geröll unb Schlamm bebcckt würben. Reisenbe, welche gestern Abend mit dem letzten Zuge von Gießen hier eintrafen, berichteten ebenfalls von wolkenbruchartigen Niederschlägen, die auf der ganzen Strecke niedergegangen waren, bte Frucht unb der Hafer würben hier ebenfalls vollstänbig auß der Erde gerissen, an den Bahndämmen waren vielfach Beschädigungen vorgekommen, auch konnte man in einzelnen Ortschaften Flammen empor- steigen sehen, verursacht durch Blitzschläge.

Mainz, 10. Juni. Der Rhein fällt, trotz anhalten­der Niederschläge, langsam und stetig. Der Brückenpegel zeigt eben 1,80, der Fahrpegel 2,50 Meter. Die Schiff­fahrt ist etwaß lebhafter geworden, und Frachtsätze unb Schlepplohn haben sich gehoben. Erstere betragen von ben Ruhrhäfen nach Mainz-GustavSburg Mk. 1,40 für bte Karre von 1700 Kilo, letzterer 4 Pfennig für bie gleiche Strecke unb ben Centuer.

Aus der Zeit für öic Zelt.

Vor 20 Jahren, am 12. Juni 1878, starb zu Long- Island der nordamerikanische Dichter William Bryant, der die Eigenthümlichkeiten des Stilllebens in der Natur und im Menschen mit romantischem Sinn erfaßte. Er steht den besten Dichtern des Mutterlandes würdig zur Seite und wurde am 3. November 1794 zu Cummington geboren.

Vor 12 Jahren, am 13. Juni 1886, starb König Ludwig II. von Bayern, deffen patriotische Verdienste um die nationale Sache die Annalen der deutschen Geschichte stets rühmend bewahren werden. Die seinen Tod begleitenden Umstände bilden ein Ereignis von erschütternder Tragweite, und bie Kunde von dem Vorgänge im stillen Bergsee fand allenthalben in der deutschen Nation die schmerzlichste Theil- nahme. Der König wurde am 25. August 1845 zu Nymphen­burg geboren.

Auszug aus den Standesanrtsregiftern

der Stadt Gießen.

Aufgebote.

Juni: 4. Anton Äaflpar Vonhausen, Kaufmann dahier, mit Friederike Christiane Johanna Kinzenbach zu Weilburg a. b. Lahn. 7. Otto Weber, Schäfer zu Ettingshausen, mit Marie Luise Srttner dasetbst. 8. Johann Heinrich Fett, Kellner zu Gießen, mit FranztSka Weimer hterseibst. 8. Georg Martin Kau», Dreber z» Gießen, mit Anna Hebbel zu Ortenberg. 9. Wilhelm Martin Brück, Fabrik­arbeiter bahter, mit Eltsabrtb Johanna Lemp hier selbst. 9 Dr Florentin Ernst Ludwig Wilhelm Hallwachs, Arzt zu DtnSlaken, mit Auguste Friederike Bach zu DuiSburg

Eheschließungen.

Juni: 4. Wilhelm Mühl, Huisdremier dahier, mit Katharine Wilhelmine Brühmann auß Vöhl. 4. Paul Bell, Schlosser dahier, mit Anna Katharina Gertrude Diehl hierselbft. 4. Karl Augost Haibach, Kaufmann dahier, mit Johanna Karoline Justine Bruch- Häuser hierfelbst. 4. Franz Ludwig Siegler, Bildhauer zu Grohen- Ltnden, mit Maria Katharine Franziska Kümmel hierseldst. 4. Friedrich Wagener, Hilfsbremser dahier, mit Margarethe Rüsch zu Erbach, Kreis Heppenheim. 8. Joseph Sauer, Locomoiivheizer dahier, mit Dorothea Ka harine BeiShiim von Sterkelshausen. 10. Friedrich Wilhelm Müller, Wagner dahier, mit Katharine Schweitzer Hierselbst.

Geborene.

Mai: 31. Dem Grohb. Brandversicherungß-Jnspector Friedrich Zimmer ein Sohn. Juni: 2. Dem AnwaltSgebülien Heinrich Fourier ein Sohn. 3. Dem Großh. KreiSamiSgehülsen Eduard kch>stnte eine Tochter. 3. Dem Wirth Albert Rahnefeld ein Sohn. 3. Dem Schreiner Friedrich Drahn ein Sohn. 3. Dem Hilf*Heizer Wilhelm Weimar ein Sohn, Johann Friedrich. 3. Dem Taglöhner Johanne»