Holter Aufforderung nicht zerstreuten, wurden 20 Mann verhaftet, worauf sich die übrigen entfernten.
Ausland.
Lüttich, 10. Februar. Die Progreifisten-Partei hat beschlossen, da- Wahlbündntß mit den Socialdemo- traten für die nächsten Provinzial- und Kammerwahlen aufrecht zu erhalten.
Pari-, 10. Februar. Die Verhandlungen im Zola- Prozeß wurden heute Mittag fortgesetzt. Bet Beginn der Sitzung verlas der Präsident die Beschlüsse des Gerichtshöfe-, wonach derselbe die Vorlegung aller auf die Efterhazh-Affaire bezüglichen Actenstücke ablehnte. Der frühere Jasttzmintster Senator Trarteux wurde vom Vertheidtger Labort gefragt, woher er von der Vorlegung deS geheimen DocumentS Kenntniß erhalten habe, worauf Trarteux erwiderte, daß er durch private Mittheilungen dazu gelangt sei. Bet der Frage de» Berthetdtger-, ob Trarteux al- Justizmintster den Besuch de- Advocaten Demange erhalten, greift der Präsident ein und erklärt, diese Frage sei, da sie sich auf die Affatre Dreyfu» beziehe, unzulässig. Labort constattrt, daß General Mercter gestern Erklärungen über die Affatre DreyfuS abgegeben hat, darau- gehe hervor, daß man Alle- erlaube, waS Zola schade nnb Alles verhindere, was ihm nützen könne. Der nächste Zeuge ist Cowmsndant Forzinetti, der frühere Dtrector des Mtlitärgefängntffe-, Labort will ihm die Frage vorlegen, ob Dreyfu- jemals ein Geständniß abgelegt habe, wird jedoch vom Präsidenten daran verhindert. E- folgt nunmehr die Vernehmung Pathy du ClamS. Derselbe verweigert über die Affatre ComwtagueS jede Antwort, wogegen Labort energisch protefttrt. Der nächste Zeuge, Eapitatn EommrugueS, verweigert da- Zeugntß. Zola sah heute auffallend blaß au-. Man bereitete thm, al- er den Gertcht-saal betrat, einen sympathischen Empfang.
Paris, 10. Februar. Im wetteren Verlauf der heutigen Verhandlungen des ZolaprocesfeS erklärte Oberst Henry, er sei abwesend gewesen, al» Oberst P cquart aus dem Schranke de- KrtegSmtntsteriumS Actenstücke genommen. Oberst Sandheer sagt aus, von ihm sei da- Versprechen verlangt worden, daß die Acten, die Ptcquart genommen, nicht in seiner Gegenwart genommen feien. Oberst Henry will mit dem Advocaten Lrblot- keine Unt-.rredung im KriegSmtntsterium gehabt haben, wa- LebloiS bet der Vernehmung heute bestrettet. Die Verhandlungen dauern fort.
Paris, 10. Februar. Da- „Journal" schreibt zu den gestrigen Verhandlungen im Zola-Proceß: Zola habe gesagt, die Wahrheit sei auf dem Wege, zum Recht zu kommen. Der gestrige Tag habe aber bewiesen, wohin diese Wahrheit kommt. Die Sitzung scheine für den Angeklagten eine schlechte gewesen zu sein und habe wettere Beweise für die Schuld Dreyfu»' gebracht. — „Petit Journal" sagt: Der gestrige GitzungStag wird Zola aufgeklärt haben über die Auswüchse, welche die von ihm angestrebte Revision des ProcesseS Dreyfu» ergeben würden. Sämmtltche Personen, welche die Thatsachen kennen, haben bestätigt, daß Drehfus regelrecht und au- guten Gründen verurtheilt sei. — Der „Figaro" führt ans: Wenn die höchsten Träger der Armee erklären, daß Drehfus schuldig sei, so müffe ihnen geglaubt werden, wenn sie weiter erklären, daß die Jntereffen der National Vertheidigung ihnen verbieten, weiter zu sprechen, so müsse man ihnen auch dieses glauben.
Paris, 10. Februar. Der von der vertheidigung im Zola-Prozeß gestellte Antrag, die erkrankte Frau de Boulanch nochmal- ärztlich untersuchen zu lassen, wurde vom Gericht abgelehnt. Advocai Labori beantragte in Folge dessen die commissarische Vernehmung der Dame Über folgende Fragen: Ob sie Briefe Esterhazys besitze, welche Beschimpfungen gegen Frankreich und die französische Armee enthalten - ob sie diese dem Schwurgericht-Präsidenten überliefern wollend sie kürzlich Telegramme von Esterhazy erhalten habe, die unter Drohung die Herausgabe dieser Briefe forderten. Die Vertheidigung beantragte ferner die commissarische Vernehmung deS Fräuleins Blanche des Comm ngueS über ihre Beziehungen zu Picqaart und Paty du Elam und über den Zwischenfall betreffs der verschleierten Dame.
Paris, 10. Februar. Rochefort tritt heute feine Ge- sängnißstrafe an.
London, 10. Februar. Die „Time-" melden aa» San Jago in Chile, daß die Lage dort sehr kritisch sei. Man befürchtet einen Staat-streich.
PittSburg, 10. Februar. Gestern Abend zerstörte eine Feuersbrunst einen Häuserblock, in welchem sich auch ein von der Regierung unterhaltene- Waarenhau- befand. 2000 Barrel- Whisky explodtrten, zertrümmerten die Maner und zerstörten die nebenliegenden MiethShäuser. ES steht fest, daß sechs Personen getöbtet wurden, doch fürchtet man, daß noch viele andere unter den Trümmern begraben liegen.
totales and provinzielles.
Gießen, den 11. Februar 1898.
• *H. btadttheater. Gestern beschloß Fräulein Marie Darkany, Kgl. Hofschauspielerin aus Berlin, ihr so erfolgreiche- Gastspiel an hiesiger Bühne mit der Wiedergabe der Titelrolle von V. Sardou» effecivollem Schauspiel „Fedora." Der geniale französische Dramatiker zeigt sich in der Wahl seiner Themen durchau- nicht wählerisch, er benutzt Alle», was dem Geschmack des Publikum- zusagt und nützt politische und sociale Bewegungen besonders r.us. In „Fedora" bildet der Nihilismus eine wirksame Staffage, aber nicht- mehr al» eine solche. Es wäre absurd, zu glauben, Sardou hätte diese politische Strömung darin characiertsiren, dem Nihilismus eine führende Rolle in diesem Glück einräumen wollen, oder um desslntwillen da- ganze Schauspiel geschrieben. Ganz und gar nicht. Das, wa- von Ni-ili-mu- darin vorkommt, ist nur Mittel zum Zweck, der darauf hinauSläuft, die Hand» lung auf einen großen spannenden Höhepunkt hinzudrängen. And dieser wird erreicht in der Scene, da Fedora über Sorte Unschuld zur Erkenntniß gelangt. Der Franzose läßt feine
Heldin, die unbewußt, nm den Tob eines Elenden zu rächen, ihren moralisch hochstehenden Geliebten ins Verderben stürzt und ihn unsagbar unglücklich wacht, nicht schwach und kraftlos verfallen, sondern dieses Weib zeigt sich in ihrer Liebe und im Bewußtsein ihrer Schuld groß und erhaben noch im Angesicht de- TodeS, der ihr durch da» genommene Gift Erlösung all ihrer seelischen Oralen bringt. — Die Wiedergabe dieses Drama- verlangt, daß eS vorzüglich nnb lebendig gespielt wird, damit die Wirkung der einzelnen im conttnutrlichen Zusammenhang de- Ganzen stehenden Scenen nicht abgeschwächt werde. Erfreulicher Weise läßt sich berichten, daß die Verkörperung der beiden Rollen, auf die eS ankam, durch vorzügliche- characietistischeS Spiel den besten, tiefsten Eindruck erzielte. Frl. Barkany als Fedora zeigte sich gleich im ersten Acte al» eine sehr gute, künstlerisch vornehme Darstellerin. Da war Alles lebendige Empfindung, die Affekte de» größten Schmerzes, der innigsten Siebe meisterhaft und doch einfach natürlich geoffenbart. Im dritten Act erzielte ihre Darstellung der Leidenschaft und Seelengröße großartige Wirkung, bte im weiteren Verlauf der Handlung bis zum Schluß des letzten ActeS durch nichts abgeschwächt wurde. Der Character dieser Fedora war tu Temperament und Verstandesschärfe klar gezeichnet und deshalb von Anfang bi- zu Ende intereffant, in Mienen und Geberden von gleich ausdrucksvoller Wirkung. Das Publikum, da» trotz der erhöhten Eintrittspreise und der durch sonstige Veranstaltungen ungünstigen Zeit überaus zahlreich sich eingefunden hatte, gab feine Anerkennung Über Frl. BarkauhS temperamentvolles, außergewöhnlich durchgebildetes Darstellungstalent durch lebhafte Beifallsbezeugungen und Hervorrufe kund, die am Schlüsse des letzten ActeS geradezu enthusiastische waren und für die gefeierte Gästin einen weiteren Triumph ihrer Kunst bedeuteten. Herr Janson al» LoriS Jpanoff bot eine hervorragend gute Leistung. Er wußte sich trotz der Glanzleistung seiner großen Partnerin durchweg» auf gebührender künstlerischer Höhe zu behaupten und erfreute durch sein vornehm ruhige» Auftreten, sein die Grenzen des Natürlichen im Kffect nicht Überschreitendes Spiel, da» ohne lieber» stürzung der Rede, ohne falsche- Pathos sich bot. Der Künstler hat mit dem Erfolg de» gestrigen Abends sich die Gunst de- Publikums in erhöhtem Maße gewonnen und wir benutzen die Gelegenheit, auf feine am Montag stattfindende Benefiz Vorstellung aufmerksam zu machen. Bon den Übrigen Mitwirkenden seien erwähnt Herr Liebscher (Polizeicommiffar Gretsch), Herr Fritzschler (de Siriex), sowie Fräulein Würdig, welche jedoch das nervös überreizte Temperament der Gräfin Soukaroff nicht glaubhaft wiederzugrben vermochte. Die übrigen Rollen waren passend besetzt.
• * btadttheater. Au- dem Theaterbürau wird gemeldet, daß nächsten Montag zum Benefiz für Herrn Emil Janson das Werk Karl von Holtet» „Lorbeerbaum und Bettelstab" zur Aufführung kommt. In den jüngsten Tagen vollzog fich in vielen Orten die Centenar-Geburt-tagSfeier de- Dichters und ließ das Interesse an seinen Werken wiederum erstarken. Wünschen wir, daß am Montag Abend der gefeierte Dichter, sowie der geschätzte Benefiziant die gebührende Beachtung und Anerkennung finden mögen.
* *cT Coucert-Berein. Lieder- und Dnetten-Abeud von Engen und Anna Hildach. Heber die künstlerischen Leistungen, die un-am kommenden Sonntag erfreuen sollen, liegen un- höchst anerkennende Berichte aus Berlin und anderen Städten vor. Wir greifen einen solchen aus der „Neuen Preuß. Kreuz-Ztg." heraus und geben ihn hiermit wortgetreu wieder. „Da» Hildach'iche Ehepaar hatte mit seinem zweiten Lieder- und Duettenabend (in der Sing- Akademie) wieder einen außerordentlichen Erfolg. Der Saal war vollständig besetz', und die Zuhörer konnten gar nicht genug Zugaben erlangen, so bereitwillig die Concertgeber fich auch den Wünschen zeigten. Schon mit bin Schumann'- scheu Duetten, die den Anfang de» Programms bildeten, kam daS Publikum in die richtige Stimmung - „Unterm Fenster" mußte wiederholt werden. Jedermann weiß, wie vorzüglich das Küustlerpaar gerade Duette vorzutragen versteht- das bewiesen auch die beiden hübschen Stücke von Naubert und eins von Heuberger, die den Schluß bildeten und gleichsam noch durch eine Zugabe vervollständigt wurden. Neu waren u. A. die „Türkischen Liebeslieder" für eine und zwei Singstimmen von Pauline Erdmannsdörser Fichtner. Herr Hildach sang unter großem Beisalle die schon au» dem vorigen Concerie bekannte Ballade Martin Jacobi- „Der Thürmer" und BrÜcklerS „Bogt von Tennrberg". Seine Stimme klang ganz besonder» schön, der Vortrag war, wie stets, vollendet. Großen Jubel erregten die von ihm compontrten fünf Lieder, die Frau Hildach vortrug- namentlich baß tiefempfundene „In meiner Heimath" und die beiden allerliebsten Joh. Trojan'schen Kinderlieber schlugen kräftig ein, zwei Nummern mußten wiederholt werden. Die vorzügliche, feine Cha- racteriftik, mit der die Sängerin die drolligen Spitzen de» Textes und der Musik auszustatten weiß, steht ganz einzig da. So verlief auch dieser Abend wieder zu allseitiger Zufriedenheit, man hörte nur darüber Ausdrücke beß Bedauerns, daß eß der letzte gewesen sein soll. Vielleicht läßt fich da» allbeliebte Künstlerpaar bewegen, noch einen zu veranstalten- da» Zugrben find sie ja gewohnt."
♦ *cT Vortrage im Hotel Einhorn am 14., 16. und 21. Februar von Dr. H ornef fer aus Berlin. Unter der Fülle der Darbietungen auf allen Gebieten, die jetzt an unser Publikum herantretrn, da- Paffende für sich zu wählen, muß Jedem schwer fallen, und manches Gute wird dabei adfichts- lo- Übersehen. Unter diesen nicht übersehen zu werden verdienen die hochinteressanten Vorträge deS Dr. Horneffer, und möchten wir un- mit diesen Werten ganz besonders an die akademische Jugend unserer Universität wenden. Im Anschluß hieran geben wir nachstehenden Bericht des „Darmstädter Tageblatte-": „ES ist jede Gelegenheit zu begrüßen, die dem Laien ermöglicht, Kenntniß von wichtigen Erscheinungen, Menschen und Problemen unserer Zeit zu gewinnen, die selbst zu erwerben er wenig ober keine Zeit unb Mög
lichkeit hat. Mehr will ber Vortragende nicht. Nur belehre« will er unß, nicht bekehren. Erst kennen lernen soll man, «aß Nietzsche gesagt unb gewollt hat- baß sollen biefe Vorträge leisten, sie sollen den Hörer befähigen, als ein Wissender zu urtheilen. Wie er bann urtheilt, ist feine Sache. Mag er ablehnen ober zustimmen, er kann eß erst bann mit gutem Rechte thnn, wenn er ben Kernpunkt kennt, um ben eß sich hier hanbelt. Und diese Kenntniß wird ihm hier in einfacher, allgemein verständlicher, vornehmer Form geboten — mit einer Beredsamkeit, die doch nur da» Gefäß ist für einen Gehalt, ber auch ba, wo er unß wiberstrebt, immer interessant unb beß Nachdenkens werth bleibt — von einem Fachmatme, bessen begeisterte Hingabe an bte Persönlichkeit Nietzsches doch nur leise hinter seiner sachlichen Darlegung durchklingt, unb der fich seiner schweren Aufgabe ebenso bewußt ist, wie er sie beherrscht. —"
• • Gymnasium. Herr Professor Hanuß von der Harvard« Universität (Amerika) besuchte diese Woche daß Gyninasium, um die Einrichtungen de» pädagogischen Seminar» unb ben Unterrichtßbetrieb kennen zu lernen.
* * Detaillisten Verein. Dem Beispiele kaufmännischer Vereinigungen vieler Städte folgenb, hat auch ber hiesige Detaillisten°Berein sich bie Ausgabe gestellt, eine Einigung bet Labenbesitzer über einen freiwilligen Ladenschluß um 9 Uhr herbeizusühten. Zu diesem Zwecke findet nächsten Mittwoch Abend um 9 Uhr im Cas6 Edel, oberer Saal, eine Generalversammlung besagtenBereinß statt, wozu alle Interessenten — auch Nicht mitglieder — eingeladen werden, um eine Einigung über den allgemeinen Ladenschluß um 9 Uhr in die Wege zu leiten. Heber die Zwe ckmäßigkeit und Wohlthat dieser Vereinbarung Worte zu verlieren, halten wir für überflüssig, hat doch jeder Kaufmann alß auch deren Personal baß Bedürfniß schon längst anerkannt unb werden dieselben bie Zeit begrüßen, wo dieser alte Zopf beß Krärnerseelenthum» au- ber ersten Hälfte diese- Jahrhundert- au-gerissen wird und die Klagen „man verbrennt ja doch nur sein Licht, ohne daß etwas verkauft wird", verstummen. Wie un-weiter mitgetheitt wird, sollen noch mehr Punkte von allgemeinem geschäftlichen Interesse auf der Tage-ordnung stehe«, darunter ba» Schmerzenskind der Colonialwaarenhändler, „Neujährchen", mit dem aufzuräumen e- endlich auch an der Zeit wäre. Ohne Zweifel wird diese Versammlung sehr besucht werden unb ein gewünschte- Resultat zeitigen.
* * Die Fleischer-Znnung dahier hat für Sonntag Nachmittag eine Versammlung anberaumt, in welcher Be- rathung Über die VieboerficherungS-Statuten gepflogen wirb,sowie Vorstandswahl stattfiadet. Die hiefigen Schweine- unb Ochsen- Metzgermeister werden hierdurch besonder» darauf aufmerksam gemacht. (S. Inserat.)
* • Besttzwechsel. Agent Hof erwarb daS dem Kaufmann Reiß gehörige Befitzthum Bahnhofstraße 34, Ecke Schanzenstraße, für den Preis von 43 000 Mark. — Die israelitische Religions-Gesellschaft kaufte von ber Stadt für den Preis von 10 Mark pro Quadratmeter ben Bauplatz zwischen ben Häusern beß Kaufmännischen Vereins und bti Rechners Heidt, an ber Steinstraße gelegen. Mau beabfichigt hier die zweite Synagoge zu bauen.
* * Sehenswürdigkeit. Samstag und Sonntag ist ba» Riesenpferd „Cyclop", wie uns versichert wird, ba» größte lebende Pferd der Welt, im Gasthof „Zum Löwen" zur Schau ausgestellt. Daß coloffale Thier hat die Höhe und den Umfang eineß Elephanten und hat daß respec-adle Gewicht von 22 Zentnern. (Siehe Inserat.)
♦ * Wetterbericht Von dem intensiven Kern eine» barometrischen Maximum» zieht fich heute ein breiter Rücken hohen Drucke» über bie Ostsee, Deutschland und Frankreich bi» zu den Pyrenäen. Da» flache Minimum im Nordwesten des Erdthrilß besteht noch fort. Ferner tat sich über bet Südhälfte deß Mittelmeeres da» Depresfionsgebiet weitet außgebreitet, welches zwei Contra Über Sardinien und über dem jonischen Meere hat. Im Norden unsere» Gebiets haben die Niederschläge anfgehört, während fie im Süden im Allgemeinen anbauern. — Voraussichtliche Witterung: Im Allgemeinen schlechteres, aber kälteres Wetter, im Süden find einzelne Schneefälle nicht ausgeschlossen.
Friedberg, 10. Februar. Au» authentischer Quelle kann der „Ob. Auzg." m ttheilen, daß die Arbeiten ber Friedberg-Homburger Bahn sofort in Angriff genommen werben sollen, und die Ausführung dem seitherigen Bauburean für die Oberhefsischen Bahnen übertragen wurde.
n Darmstadt, 9. Februar. Bei der Thatsache, daß die Bildung unserer Gebildeten fich auf der Antike aufbaut, möchte ein heute in der Hochschule gehaltener Vortrag beß Herrn Prioatdocenten Dr. Noack über daß griechische Theater, dem Redner Selbftanschauung auf seinen gricchi» scheu Reisen und zahlreiche Scioptikonbilder zu Grunde legen konnte, auch nach außwärtß einige» Interesse erregen. Der Vortragende betrachtete die Elemente beß griechischen Theater-: Orchester, Proscenium (späterer Zusatz), Scene und Zuschaueraum, legte bar, in welcher Weise sich die attische Tragödie der Bühne bediente, namentlich am Dionysos- Theater am Südabhang der Burg von Athen, unb verfolgte die Entwickelung dr» Theaterbaue- weiter. Da- Proscenium war der Hintergrund, vor dem man aus der Olcheftea spielte,' eine erhöhte Spielbühne kannten die Griechen nicht. Wie Dörpfeld nachgewiesen, hat Bitner die in der Alexandrinische* Zeit erhaltenen Theater ohne Bühne nicht gekannt, wie er Überhaupt bte griechische Baukunst fast nicht gekannt hat, deshalb gab er auch in seiner „Baukunst" irrthümlich an, daß die Gestalten der griechischen Dichter auf hohem Podium, der Chor in der Jridestra spielte. Da» römische Theater hat schon seine erhöhte Bühne (wie fie spätgriechische Theater in Kleinasien zeigen) und die Einheitlichkeit de- ganzen Baues im griechischen Theater vorgefunden.


