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1898’ Abends 8 Uhr ichafkvereim: 6 v°rträge lecker ans Frankfnrt nm.
Sans mit Kartoffel. . Fl Stolt«. Sichel an die Bank , Das Gewitter. . ' p nJu- (Herr G. L Strohecker). ' Herr Niger! vor der Hochzeit. Scherz mit 2*“»*.....Clemens.
Herr Clemens Grün).
Er heirath doch . . . ?. Qojlliix Mit ganz Frankfnrt ver- WMllt......Pt. Stolt«.
(Hen G. k. Strokecker).
Sthel vom Frankfurter Opente»
i Mk. 2.—, für nichtnummerirte P. j Dg des Herrn Ernst Challieru tag den 8. December au aalbau-Vereln# - welche jtr lerrsitzkarte für ihre Person oder ft h erhalten können-, von da ab awt en auch Beitritte-Erklärongei UM
'Verein.
Doncert
' 1898, Abends 5 Uhr.
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Testaments für Soli, Chor uni delssohn-BaTthold)- likdirector G. Trantmann. t aus Köln (Sopran) tus Heilbronn (Alt).
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Nr. 29t Fünftes Blatt. Srmniag den 11. December
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Gießener Anzeiger
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General-Anzeiger
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Amts- unb 2lnzeigebl«tt für den Kreis Giefzen.
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“Äjr* Gratisbeilage: Gießener FamilicnblStter. -Sff*
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2.
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wann dieselbe verstorben ist, für wie v'el BettragsjrHre, beziehungsweise Beitrags- Wochen Beträge geleistet find, daß der verstorbene eine Sittwe, beziehungsweise eheliche Kinder unter 15 Jahren hinterlassen hat, wie die wtltme bezw. die Kinder heißen und wann
Bekanntmachung, betreffend: Die Erstattung von B ierägrn gemäß §§ 30 und 81 de» Jnvalidteäts. und Sitersverficherungsgeseges.
Indem wir nachstehend wiederholt dir Bestimmungen der §§ 30 und 81 de» Invalidität» nnd «ltersoerfichernngs- Zeetze» zur allg'meinen Seontntß bringen, wachen wir zu- zletch daraus ausmerksam, daß zur Begründung der Erstattung»- ansprüche Folgendes nachzuweisen ist:
I. Bet Anträgen von weiblichen Personen, die verfichert zrwesrn find und eine Ehe eingegangen haben:
1. daß und wann die Ehe geschloffen wurde, und
2. sür wie viel Beitrags jahre, deziehungsweise Beitrag». Wochen Beitrüge geleistet find.
II Bei Anträgen von Witiwen oder htnterloffenen ehelichen Kindern unter 15 Jahren (beziehungsweise deren Bor- wund) einer verfichert gewesenen, verstorbenen männlichen Person:
letztere geboren find,
4. ersorderlichensalls, wer der Vormund dieser Kinder ist und
A. daß den Hinterbliebenen aus Anlaß des Todes des Verficherten aus Grund de» llnsallverficheruagsgesetzr» eine Rente nicht gewährt wird, brziehungsweise daß der Tod nicht die Folge eines Vetriebsunsalles gewesen ist.
m Bet Anträgen von hinterlaffenen vaterlosen Kindern «,trr 15 Jahren einer verfichert gewesenen verstorbenen weiblichen Person:
1. und 2. wie zu II.,
3. daß und welche Kinder unter 15 Jahren hinterlaffeu wurden und wann diele geboren find,
4. wer Vormund dtesrr Kinder ist und
5. wie zu n.
Die Nachweise zu I. 1, II. 1 und III. 1 find durch vescheiutguugen der zuständigen Srandesbeamteu, der Nach, weis zu I 2, IL 2 und III 2 durch Vorlage der letzten QntitungSkarte, sowie der Ausrechoungsbescheinigungen über die vorhergebenden Oatttungskarlen, die Nachweise zu II 3 bU 5 und III. 8 di» 5 durch Bescheinigungen ter betreffenden vürgerwristereten (Abschriften der amtsgerichrlichen Tuto,1er) zu «bringen. Alle amtlichen Bescheinigungen re., die ous Grund de» Gesetze» zur Legtttmation ober zur Führung von Nachweisen «forderlich find, geschehen gemäß § 140 des Gesetze« gebühren» und stewpelftei.
Die Erstattung»anträge können sowohl unmittelbar bei dem Vorstande der Invalidität», und AlterSorrficherungs- gostalt, als auch bet den Bürgermeistereien de» Wohnortes des Antragstellers gestellt ««reu. Die Einsendung der Anträge an die Anstalt hat stets portofrei zu Lasten der Ansprecher zn «folgen.
W r weisen hierbei noch besonders darauf hin, daß die Ansprüche weiblicher Personen, die eine Ehe eingehen, Mnum tzrei Monaten nach der Berheirathnng geltend gemacht «erden «üffen und daß mit der Erstattung die durch das frühere verfichernuasv«hültnih begründete Anwartschaft «lischt.
Gießen, den 7. D'cember 1898.
Großherzogltches Kreisamt Gießen, v. Bechtold.
§ 30.
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Rt tu bin Sinns ifmt Rinn fitangt find, stihi ein «nlpmit anf »Rattnn« bet $>111« bei für fit geleisteten »einige ju, »enn die lifcteien füt windister, fünf »elttagljabre enttlcheit „eben stnb. Dielte «n!p>uch binnen beei toonat.n ,.ch der «eettleatlnng gdtenb gemacht weiden. Mit bei Bestattung eelllcht die durch da» fi-ühe« «erficherung«. lerhlltulfi begründe« iluwartlchaft-
Benn eine männliche Perlon, sür »eiche süe »inbesteus «nf Bestragsjahre Beitiäge en teiltet worben find, viistilbt, «ooe ste in den Benutz einet Rente gelangt ist, lo steht dir llnteilafienen Bt«»e, obre, fall« eine solche nicht vaihanbeu, hen hinterlaffeniu ehrlichen Sinbem unter 15 J-Hreu ein
Snfpiud) auf Viftatinng bee Hilf« der für den »erstorbenen entrichteten Beiträge zu.
Wenn eiue weidl chr Person, sür welche mindesten» für süaf B-ttragSjahre v.iiräge entrichtet wordeu fiud, verstirbt, bevor fie tu deu G uuß einer Reute gelangt ist, so steht deu htuterlaffeuen vaterlo'iu Kindern unter 15 Jahren ein Anspruch auf Erstattung der Hälfte der für die verstorbene entrichteten Beiträge zu.
Borstihrnde Bestimmungen staden kerne Anwendung, so» fern den Htnterbliebenrn ans Anlaß des Todes dl« ver- sicherten auf Grund des Unfallverflcheruugsgrsetzcs eiue Rente gewährt wird.
Gießen, 7. December 1898. Betr.: Wie oben.
Das Großherzogliche Kreisamt Gießen
«■ die «rösch. Bürgermeistereien de« »trift».
Indem wir vorstehende Bekanntmachung Ihrer besonderen Beachtnuz empfehlen, beauftragen wir Sie, dieselbe in Ihren Geweinsen ortsüblich zu publictren.
v. Bechtold.
Politische^Wocheuschau.
Die Thronrede, mit welcher der Kaiser am Dienstag den deuischen Reichstag «öffnete, hat bekanntlich keinerlei Ueberraschungen gebracht, aber trotzdem knüpften sich an dieselbe zahlreiche Erörterungen. Dem Einen klang fie kühl« geschäftswäß g, der Andere pries ihren warmen, vaterlandsliebenden Ton, jedenfalls aber ist mit dem Zusammentritt de» Reichstag» die Politik tu ihr Recht getnten, und alle« Anscheine nach wird der Kamps ein sehr heißer werden. Liegen doch jetzt schon eine Anzahl Interpellationen vor, die da» höchste Jntereffe erregen, i. B. über den Fall Lippe und über den Gerichtsstand der Preffe. Bei beiden wird die Regierung keinen leichten Stand haben, vorläufig beschäftigen fich noch die Blätter mit Auszügen aus dem Etat; Nührrrs darüber dürfte am Montag die Statsredr des Reichsschatz, srcretärs Frethnru v. Th'elmann bringen.
Ju der Provinz Schleswig-Holstein machen gegenwärtig dir Maßregeln gegen da» Däuenthu« viel Aufsehen. Es fehlt nicht an Stimmen, — auch bei den nationalgesinnten Parteien — welche da» behördliche Vorgehen im Jntereffe der Beruhtgurg der Gemüther mißbtlltgeo. Jede» provo- katorische Auftreten der Dänen muß freilich energisch unterdrückt werden.
Da» Ausland bietet noch fortgesetzt reichen Stoff zu ernsten Betrachtungen. Ueber die Rede des Grafen Thun in dem Ssterreichrschen Abgeordnetenhanse scheint man sich beruhigt zu haben, und es dürfte kaum zu weiteren Er. örterutrgen zwischen der Wiener und Berliner Reaternng gekommen zu sein. Sehr erregt ist die Stimmung tn Ungarn, wo da» Eabinet Banffh ungemein heftigen Angriffen ausgesetzt ist; und wenn die Zersplitteruig der liberalen Partei In de« bisherigen Maße fortschreitet, so dürfte die Stellung des jetzigen Ministerpräfidenten wirklich «schü tnt sein. Die Schwierigkeit der politischen Lage tn Budapest findet in de« Rücktritt des ReichStagspräfideum» eine treffende Illustration.
Kaum ist der Faschoda-Zwischenfall beigelegt worden, da findet fich schon Wied« ein Difftrenzpurke zwi cheu Frankreich und England. Die Rede des englischen Botschaft«» tn Parts über die Soccurrenz der franzöfischen Schulen tn «ftika hat derart verschnupft, daß mau an der Seine ernst, sich die Abberufung des unvorsichtigen Botschafters verlangt. Die sonstigen Errigviffe, deren Schauplatz gegenwärtig Pari- Ist, find weniger von Belang. Jntereffaut ist nur, daß der höchste Ger chisbos die Vertagung des vor de« Kriegsgericht gegen Ob«st Picquart schwebenden Proceffes ausgesprochen hat, auch da- vor de« Zuchtpolizeigericht \m Gange befindliche Verfahren gegen den Obersten soll v«tagt werden.
Die spanisch, amerikanische Friedensconfnenz fttstet noch immer ihr kümmnliches Dasein; an Donnerstag ,st nun aber doch der Friedensvertrag völlig fert,-gestellt worden. Spanten hat fich d« Gewalt fügen «üffen, wie der P Lies der spanischen Sommisston tn eine» sehr scharf gehaltenen Proteste gegen den Mißbrauch de» Völkerrechts constatirre.
Im Lopitol zn «ashtngton ist zu Beginn der ab« gelaufenen Woche der Longreß der vereinigten Staaten von Nordamerika zusammengetreten. Die Botschaft des Präfi. deuten MeKinlitz verleugnet den ^Sieger^ nicht und zeichnet fich durch chren ,elbsth«r'.ichen Ton nicht gerade dontzetlhaft
au». In d« Preffe aller Länder wird die Botschaft in ver« gleich gestellt zu der Thronrede de» demschen Kaisers, und wir dürfen stolz sein, daß der vergleich durchweg zu Gunsten der letzteren aussällt. Deutschland verschmäht jede brutale Gewalt, es hat fich seinen Platz grfichert unter den Nationen durch seine culturellen Fortschritte und durch die Uueigrn. nützigkeit seiner Friedensliebe. (xx)
Deutscher Reich.
Berlin, 9. December. Die .Nordd. Allgem. Ztg/ ist ermächtigt, ausdrücklich zu erklären, daß an der Meldung, der deutsche Kaiser habe in Beirut gegenüber de« deutschen Houorar-Eonsnl es al» Pfl'chtoergeffenheit bezeichnet, daß dieser neben den deutschen auch österreichische Firmen vertrete, kein wahre» Wort Ist. Uebrtgen» werde das Deutsche Reich in Beirut nicht durch einen Honorar-Eonsul, sondern durch einen Berufs.Eonsul vertreten.
Berlin, 9. December. Die »Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Die von der ^Frankfurter Zeitung" gebracht« Nachricht, daß zur Deckung der «osten der Reise des Kaisers nach Palästina de« Landtage eine besondere Vorlage zugehen werde, entbehrt jeder Begründung.
Berlin, 9. December. Im Gegensatz zu der heutigen Meldung der ENatlonal-Zrituog" detreffend da» Gesetz zu« Schutze Arbeitswillige, steht nachsolgende Meldung eines Berltn« Berichterstatters: Die Gesetzevtwürse betreffend den Schutz des gewerblichen Ardeitsverhältniffes und betreffend die Einrichtung eine» Senat» für da» bayrische Heer bei dem Reicht-Mllttär,nicht find in der letzten Sitzung des Staatsministeriums genehmigt worden und dem Bundes, rath zugegangen.
Berlin, 9. December. Der neue Präsident des Reichstags, Gras Franz v. B a ll e st, e m, Rittmeister a. D. und Majoratshnr aus Plawniowitz, ist 64 Jahre alt. Er wachte als Seconde Lieutenant im Leibkürasfier-Regiment 1863 und 1864 die Grenzbesetzuugen gegen Polen mit, nah« am Feldzug gegen Oesterreich und 1870 als erster Adjutant der zweiten Kavallerie- Dtvlfion am Feldzug gegen Frankreich theil. Nachdem er infolge eine» Sturze» vom Psnde tn Frankreich Ganzinvaltde geworden, schied er im December 1871 au» der Armee. 1873 wurde « -um päpstlichen @e- heimkämmerer di epada e cappa ernannt. Dem Reichstag gehörte er für Oppeln seit 1872 an, bt» er 1893 wegen seine» Eintreten» für die Militärvorlage ausschted. I« neuen Reichstage vertritt er den Wahlkreis Lublin'tz Tost. Gletwitz. von 1890 bis 1893 war er erster vicepräfident des Reichstage». — Za Schrtftführeru de» Reichstag» find gewählt die nationalliberalen Abgg. Dr. Paasche und Dr. Hofft, der consnvatioe Adg. Normann, der fteiconser. vative Abg. Pauly, die Ccntruw» Abgeordneten Krebs und Braun, und der Pole Graf Kwilrckt. Der sozialdemokrattsche Abg. Schippe! hat eine genüge: de Stiwmenanzahl nicht gr« sunden. Za Quästoren des Reichstags find bestimmt worden dn natioualltberale Abg. Münch Ferber und der EentrumS« abgeordnete Rintrlen. Zu« Etat wird Namens dn national- liberalen Fraction der Adg. Baffnmann reden.
— Die österreichischen Staatsangehörigen in Sachsen. Ans Dresden wird der ,R8ln. Z'g." geschrieben: Graf Thun hat bet der Besprechung der AuS. Weisung österreichischer Staatsangehöriger an» Preußen t« Reichsrath gedroht, unter Umständen die gleiche Maßregel gegen in Oesterreich fich aufhaltende Reichsdrmsche anwenden zu wollen. Es könnte leicht möglich sein, daß Graf Thun mit einer dnarttgen, durch die Lage der Sache durchaus nicht begründeten Maßregel die tn Deutschland sich aufhaltenden östenetchsichen Untertanen besonders schwer treffen würbe. W.e groß die Zahl derselben ist, kann man daran nmeffen, daß während der längsten Zeit des JahreS allein tn de» kleinen Sachsen mindestens 60000 Staatsangehörige sich des Erwerbes wegen enthalten. Etwa 40000 dieser meist de« edlen Tschechenstam« angehörigen Oesteneicher haben in Sachlen ihren festen Wohnsitz, die anderen, vorwiegend Ban- und E.daibeirer, gehen während der kalten Jahreszeit mit gefüllter Börse in ihre Heimcuh zurück, um im ersten Früh- fahr sich bet un- wieder einzustellen. In Dresden gibt es etwa 10000 Tschechen, bie -uw Theil Inhaber groß« Ge- schäfte sind und in einzelnen Berufen, so tm Schneidergewerbe, die Deutschen geradezu zurückgedrängt Haden. Gegenüber allen diesen dauernd und nicht dauernd bei uns fich auf- hauenden Tschechen üben die sächsischen Behörden eine bemerkens. werthe Langmuth. Diese Fremden treten hier ans, wie es in tschechischen Gebieten kein Deutscher wagen dürfte, ohne Leben und Gesundheit aufs Spiel zu setzen. Be-


