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11.3.1898 Erstes Blatt
 
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WB. Petersburg, 10. März. (Sin kaiserlicher Ukas an den Ftnauzmiaister verfügt, daß, da dies für die Ver­stärkung der Kriegsflotte als nothweudig erachtet, außer der bereits erfolgter, etatsmäßigen Erhöhung de» Martnkbndgets für 1898/1904, gegenwärtig aus der ReichS- rentet 90 Mill oneu Rubel für SchiffSbauten anzuweifen stad.

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einen Hammer und versuchte, damit zu Thätlichkeiten über­zugehen. Der Zeuge bemerkt, wenn er nicht so kräftig ge« wesen, dann hätte Jener ihn tobt geschlagen, so aber habe er den Angreifer entwaffnet, ihn gepackt und abgewebrt. Herr LandgerichSrath Seeger hat als Untersuchungsrichter den Konrad vernommen, ihm fei dessen Benehmen aufgefallen. Derselbe war gleichgiltig und äußerte nicht ein Wort des Be- dauerns, er schien nur in einige Aufregung zu kommen, als der Zeuge ihm andeutete, daß eS wohl schlimm für ihn werden könne und er nicht etwa nur mit einer Freiheits« strafe davon käme. Der Angeklagte hat zwar stets gesagt, es war nicht meine Absicht, den Zinnel zu tödten. Medicinalrath Drescher-Schotten, als Arzt und Sachver­ständiger, erklärt, daß nach Lage des Befundes der Verlebte schwere Schläge erhalten hat, die in ihrer gesummten Wirkung unbedingt tödtlich sein mußten.

Die bis gegen 3 Uhr währende Verhand- Ittttfl endigte mit der Vernrtheilnng des Ange­klagten zum Tode.

Verunglückung Leberkrebs Lungenschwindsucht Leberschwund Nierenentzündung Brechdurchfall Selbstmord

England mit 3,2 Millionen, die Niederlande mit 2,8 Millionen, Frankreich mit 2 Millionen, Belgien und Schweden-Norwegen mit je 1,2 Millionen und Italien und Dänemark mit je 800000 Mark. An der Spitze derjenigen Staaten, von denen Deutschland Bücher bezieht, steht wiederum Oesterreich- Ungarn mit 7,2 Millionen, tl folgen die Schweiz mit 3,2 Mill oneu, Frankreich mit 2,8 Millionen, die Niederlande und die Vereinigten Staaten von Amerika mit je 1,6 Millionen, Rußland mit 720000 Mk. und England mit 650000 Mk. Hieraus ergibt sich allo, daß von allen angeführten Ländern allein Frankreich für Bücher mehr von Deutschland empfängt, als er an Deutschland bezahlt, nämlich 800000 Mk. (2,8 gegen 2 Millionen). Hierbei ist noch zu berücksichtigen, daß Deutsch­land von der anderen Seite der Vogesen vorwiegend billige belletristische Werke (meist Bände zu 3 FrS.) bezieht, während Frankreich vorwiegend theuere wissenschaftliche Werke auS Deutschland bezieht. Der auffallend geringe Werth der auS England bezogenen Bücher erklärt sich wohl daraus, daß ein großer Theil der jenseits des Kanals erscheinenden Bücher gleichzeitig in der Tauchuitz Ausgabe in Leipzig veröffentlicht wird und deßhalb in dieser Aufstellung, die nur die thatsäch« lich von auswärts eingeführten Bücher enthält, naturgemäß fehlt. Jedenfalls ist die Bilanz diefer Ein- und Ausfuhr für die Heimath der Buchdruckerkunst überaus günstig!

Wöchmüichr Uederftcht der TodeSMe in Siegen.

10. Woche. Vom 27. Februar bis 5. März 1898. Einwohnerzahl: angenommen zu 24 100 (tncL 1600 SDlarat Militär). SterblichkeUSziffer: 15,10, nach Abzug der Ortsfremden 10,79 o/ro.

Kinder

Gottesdienst in der Synagoge

SarnStag den 15. März 1898.

Vorabend 680 Uhr, Morgens 9 Uhr, Nachmittags 8 Uhr GchrifierklLrnng, SabbathauSgang 6«° Uhr.

Verkehr, Land- nnd VottswErthschaf^

ittitt# 10. März. Marktbericht. Auf dem heutige» Wochemnarkt kostet« n: Butter pr. Pfd. X 0,85 0,95, Hühnereier pr. C0 4, 2 St. 11144, Enteneier 1 St. 78 4, Gänse' der pr. St. 1112 4, Käse pr.St.5-8 4. Käsematte pr. St. 3 4, Erbsen pr. Liter 17 4, Linsen pr. Liter 29 4, Tauben pr. Paar

Vermischte-.

* Rodheim a. d. v., 8. März. Bekanntlich tritt mit dem 1. April l. I. die neue Landgemeindeordnung für die Provinz Hessen-Nassau in Kraft. Für unsere Gemeinde erwächst daher die Pfl cht, anstatt der bis­herigen sechs GemeinderathSmitglieder nunmehr zwölf der­selben zu wählen. Diese neue Wahlschlacht soll am heutigen Donnerstag (10. März) geschlagen werden. Wie wir hören, so wird die Betheiligung an derselben eine recht rege werden, um so mehr, al» es auch gilt, einen neuen Bürgermeister zu wählen. An Candidaten für dieses Amt scheint eS nicht zu -fehlen, nur schade, daß nicht alle Bewerber damit beglücke werden können, sondern nur einer kann den Sieg davomragen.

D AuS dem Kreise Wetzlar, 10. März. Am 28. Februar 1. IS. wurde eine Statistik über die gewerbliche Beschäftigung von Schulkindern aufgestellt. Wir glauben, daß selten eine Statistik mit größerem Interesse von den Lehrern an­gefertigt worden ist, als diese. Darf doch die Lehrerschaft rS als ihr Verdienst bezeichnen, unablässig durch Wort und Schrift so lange auf die bestehenden Mißstände hingewiesen zu haben, bis die Behörden von der Nolhwendigkeit eines Einschreitens überzeugt waren oder doch wenigstens nicht mehr achtlos daran vorübergehen konnten. Nun soll damit nicht gesagt werden, daß el Lehrer waren, welche, noch dazu in den letzten Jahren, auf Abhilfe drangen. Im Gegentheil, eS find wohl schon 80 Jahre her, als man darauf begann, dieser Sache ein Augenmerk zu schenken. Bekanntlich hat ja sehr lange gedauert, bis die Kinderarbeit aus den Fabriken verdrängt wurde. Aber noch in mancher anderen Weise werden namentlich in Städten die Kinder zu gewerb­lichen Arbeiten herangezogen. Daher ergingen an sämtliche Lehrer Fragebogen, worin berichtet werden sollte: In welchem Umfange Schulkinder zu gewerblichen Beschäftigungen heran­gezogen werden.

Deutschlands Bucher-Ei«- und Ausfuhr. Aus Berlin wird derBohemia" geschrieben: Ein für weite Kreise ge­wiß sehr überraschende» Ergebniß bietet eine genaue Auf­stellung über Ausfuhr deutscher Bücher und die E.nfuhr von Büchern nach Deutschland im Jahre 1896. Die Ausfuhr überstieg die Einfuhr um volle 42 Millionen Mask, da die erstere einen Gefarnmtwerth von 62 Millionen Mark, die letztere einen solchen von 20 Millionen Mark hatte. An der Spitze derjenigen Staaten, die deutsche Bücher beziehen, steht Oesterreich-Ungarn, das im Jahre 1896 für 28 Millionen Mark deutsche Bücher aufgenommen hat. Dann kommt an zweiter Stelle die kleine Schweiz mit 7,6 Millionen Mark, aa dritter kommen die Vereinigten Staaten von Amerika mit 7,2 Millionen, dann folgen Rußland mit 5,8 Millionen,

: Erwachsene: tm

Landwirthschaftttches.

Anmeldung zur landwirthschaftlichen Ausstellung itt Dresden. Die Hauptanmeldefrist für die Ausstellung der Deutschen Landwirthschasts-Gesellschaft vom 16. bis 21. Juni d. I. in Dresden ist am 28. Februar beendet, und da die Anmeldungen von Thieren sehr zahlreich eingegangen sind, so ist zugleich die endgültige Anmeldung von Thieren damit geschlossen worden, sodaß also eine nachträgliche Anmeldung gegen doppeltes Standgeld nicht mehr stattfinden kann. Besonders Rinder weisen eine die festgesetzte Höchstzahl weit übersteigende Anmeldung auf. Ebenso find vorläufige Anmeldungen an Maschinen und Geräthen wider Erwarten so zahlreich eingelaufen, daß der gegebene Raum des Ausstellungsplatzes deren unetngeschränkle Annahme nicht ge­stattet. So sieht die Deutsche Landwirthschasts-Gesellschaft sich ge- nöthigt, von dem Vorbehalt der Reduction der Anmeldungen für die Abthetlung 3:Mafchtnen und Geräthe", lowie für die Gruppe Rinder" Gebrauch zu machen; der Umfang derselben wird etwa bis Mitte März bekannt gegeben werden.

A n m. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen.

tUuefte Nachrichten.

Depeschen deS BureauHerold".

Berlin, 10. März. DemKl. Journal" wird anS Konstantinopel telegraphirt: Kaiser Wilhelm trifft in der elften Novemberhälste in Jerusalem ein. Sein Besuch im A.diz Ktotk fiod.t auf btm Rückwege statt. Der Sultan überwacht persönlich die Vorbereitungen zum Empfange des Kaisers.

Berlin, 10. März. Die Erklärung der verbündeten Regierungen über die Deckungsfrage im Flotten- gefetz wird heute in der Budget-Commission des ReichSiageS erwaitet.

Berlin, 10. März. Wie verlautet, hat der Minister deS Innern dem Präfidium die We fung zugehen laffen, daß am 18. März jrde Demonstration, insbesondere auf de« Friedhöfe der Märzgefallenen, verhindert werden soll.

Berlin, 10. März. DemBerl. Tagebl." wird an- Rom telegraphirt: Die spanische Regierung versch ckt ein Rundschreiben an die Cabinette, worin fie mitcheilt, daß biS April der Aufruhr auf Euba behoben sein werde.

Berlin, 10. März. Zur Vorgeschichte der lex AronS geht demVorwärts" von informirter Seite die Nachricht zu, daß die deutschen Bundesregierungen sich über folgende Grundsätze geeinigt haben: Die Bundesregierungen verpflichten sich gegen einander, UniversitätS- und andere öffentliche Lehrer, die durch erwerblrche Abweichungen von ihrer Pflicht oder Ueberschreitnnq der Grenzen ihres Berufe- durch Mißbrauch ihres rechtmäßigen Einflüsse» auf die Gemüther der Jugend, durch Verbreitung verderblicher, der öffentlichen Ruhe und Ordnung feindseliger, oder die Grundlagen der bestehenden Staatseinrichtungen untergrabenden Lehren ihre Anhängigkeit zur Verwaltung des ihnen anvertrauten wichtigen Amte» unverkennbar an den Tag gelegt haben, von den UiffrerfitätS- unb sonstigen Lehranstalten zu entfernen.

Budapest, 10. März. Die Waldungen von Magu- liesa stehen seit zwei Tagen in Flammen. Jeder LöschungS- versuch ist bisher vergeblich gewesen. Der Schaden ist ein ungeheurer.

Washington, 10. März. Im Senate gelangte da» Gesetz zur Bewilligung 3)on 50 Millionen Dollars für die Landesvertheidigung zur einstimmigen Annahme.

| (auch in Umtausch gegen ältere Werke) sowie alle andern Bücher

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