Ord.-Nr. II
Namen
Beschreibung der
Gulachien der Commission über
Bemerkungen.
Namen
Beschreibung der
Gulawlen der Commission über
Bemerkungen.
der
Gemeinden
der Halter
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Haut, pfl-gr
Gesund» Helt«, zustand
der Gemeinden
ber Halter
Raffe
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Körperbau
Nöhr- zusland
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Gesundheitszustand
30
31
Tret« a. d. L.
Ziegenbock
Dillingen
Eber
Ziegenbock
Ludw. Schönberger Hrch. Nürnberger Fr. W. Letdner
Derselbe
Johs. Pfarrer
Landraffe
Simmth. Kreuzung Simmth. Kreuzung Engl.
Bastard Landraffe
grau gelbscheck Hellfalb
weiß schwarzscheckig
2
2’/t
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1
3
gut
gut
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gut
recht gut gut
gut
gut
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gut gut gut gut
32
33
34
Weickartshain
Eber Weitershain
Winnerod
Heinr. Schmidt H.
Georg Schuch
Heim. Pfaff
Derselbe
Berw. Erb
Vogelsb. Bastard Landraffe
Simmth.
Simmth. Reinzucht
Simmth.
roth
weiß
Falbscheck
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Falb
2Vi
1
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IV«
2
gut
gut gut
gut
gut
gut gut
gut
gut
gut gut
gut
gut
gut gut
gut
Ziegenbock nicht gehalten.
Eber und Ziegenbock nicht gehalten.
wie oben.
Gießen, den 8. August 1898.
Betr.: Die Voranschläge der Landgemeinden des Kreises Gießen pro 1899/1900.
Das Großherzogliche Kreisamt Gießen
<m die Großh. Bürgermeistereien deS Kreise-.
Mit der Aufstellung der Gemeinde-Voranschläge für 1899/1900 ist jetzt zu beginnen. Sie wollen besorgt sein, daß die Einsendung derselben zum vorgeschrtebenen Termin — 15. November — bestimmt erfolgt.
Wir beziehen uns auf unser gedruckte- Außschreibeu vom 21. August 1895 und empfehlen Ihnen, dasselbe bei Aufstellung der Voranschläge zur Hand zu nehmen. Insbesondere verweisen wir bezüglich der Aufstellung der Be • läge 2 auf pos. 5 desselben.
Die beiden achttägigen OffenlegunoSfristen find genau einzuhalten. Der Beginn der zweiten Offenlegung darf mit dem Datum des KceisblatteS, in welchem die betr. Bekanntmachung enthalten ist, nicht zusammeufallen.
v. Bechtold.
Gießen, den 8. August 1898. Betreffend: Die Aufstellung der Voranschläge der evang- KirchenfondS für 1899/1900.
Das Großherzogliche Kreisamt Gießen
au die evangelischen Kircheuvorstäude des Kreises.
Unter Hinweis auf § 4 der Instruction zur Fertigung der Voranschläge über die Vermögensverwaltung der evangelischen Kirchen vom 3l. August 1885 beauftragen wir Sie, die rubrtcirten Voranschläge nach Anhörung deS Kirchen- rechnerS so zeitig aufzustellen, daß die Berathung derselben im Gesammt'Kirchenvorstand und in der Kirchengemeindevertretung im Monat September stattfiaden und die Vorlage an da« betreffende Großh. Decanat bis spätestens Mitte Oetober erfolgen kann.
Insofern ein Beitrag der C'.vilgemeinde zur Deckung des kirchlichen DefiettS in Anspruch genommen werden muß, it nach § 24 Ord.-Nr. 10 der KirchenvoranschlagS-Jnstrvc- tion alsbald nach der Berathung des Voranschlags im Ktrchenvorstand und Gemeindevertretung, der Bürgermeisterei unter Mittheilung eine« Auszugs aus dem Voranschläge, von der Höhe des uothwendtgen Zuschusses Nachricht zu geben, damit der erforderliche Crebit im Gemeindevorauschlage ordnungsmäßig gewahrt werden kann.
Wir verweisen noch auf daS AuSschretben Großh. Ober- confistortumS vom 12. October 1894 (Verordnungsblatt Nr. 14) und empfehlen Ihnen, zur Vermeidung von RevifionS- bemerkungen genaue Befolgung dieser Vorschrift.
Die RevistonSverhandluagen zu den vorhergehenden Voranschlägen find bei Aufstellung deS neuen Voranschlags zu brachten.
Bon der Ablieferung der Voranschläge an die Großh. Deeanate wollen Sie un« demnächst und jedenfalls bi« Mitte October, Anzeige erstatten.
v. Bechtold.
Bekanntmachung,
betreffend: Schießübungen.
Es wird hiermit zur öffentlichen Keuntuitz gebracht, daß das Infanterie-Regiment Kaiser Wilhelm Rr. 116 am 11., 12., 13., 16. und 17. l. Mts. aus den Höhen hart nördlich Wismar Schießübungen mit scharfer Munition abhalteu wird.
Die Schußrichtung läuft nach Norden und Westen.
Es darf daher au deu obeugenanuteu Tagen von 7 Uhr Bormittags bis 4 Uhr Nachmittags der Geläudeabfchuitt Wismar, Ruttershausen, Ovenhausen, Salzböden, Schmelz, Gleiberger Forsthaus, Fellingshausen, Krofdorf—Wismar nicht betreten werden, auch dürfen sich in dem fraglichen Gelände keine Wege- und Waldarbeiter aufhalteu.
Die Straßen WiSmar—Ruttershaufeu, Gleiberger Forsthaus-Krofdorf sind ebenfalls gefährdet und wird vor deren Betretung gewarnt. Dagegen sind die Straßen Ruttershausen— Odeuhausen, Schmelz-Gleiberger Forsthaus — Fellingshausen—Krosdorf für den Verkehr frei.
An deu wichtigsten Straßen, welche in das gefährdete Gelände führen, werden vom Regiment Posten aufgestellt werde».
Gießen, deu 8. August 1898.
Großherzogliches Kreisamt Gießen.
v. Bechtold.
Deutsches Reich.
Berlin, 8. August. Der Kaiser hörte gestern nach dem Gottesdienst tu Wilhelmshöhe den Vortrag deS Leiters des Auswärtigen Amtes, des Gesandten Grafen Wolff- Metternich und im Laufe des heutigen Bormittags die Vortrage des Gesandten Grafen Wolff-Metternich und des Chefs deS Civil CabinetS v. LucanuS und des Militär-JnspeceeurS der freiwilligen Krankenpflege Grafen zu SolwS-Baruth.
Berlin, 8. August. Der Vortragende Rath im Auswärtigen Amt, Geheime Legationsrath v. Lindau hat fich zur Dienstleistung beim Reichskanzler nach Werkt begeben.
Berltn, 8. August. Der BundeSrath bat an den Fürsten Herbert Bismarck folgendes Beileidstelegramm gesandt: Der BundeSrath kann eS fich nicht versagen, Euer Durchlaucht seinen tiefgefühlten Schmerz über daS Hinscheiden deS großen und heldenhaften ersten Kanzlers der geheiligten Vaterlandes auszusprechen. Die zwei Jahrzehnte, welche er an unserer Spitze stand, sind ein unvergeßlicher Markstein geworden für Deutschlands Größe und Wohlfahrt. Sein Geist war so mächtig, daß er in Deutschland noch nach Jahrhunderten fortwirken wird und stet- wird sein Name gefeiert werden.
Berlin, 8 August. Die „Naltonal-Zeitung" bezeichnet die Angabe, Fürst Bismarck habe bei der Bank von England Gelder deponirt, für unzutreffend. Außer seinem Grundbesitz hinterließ Fürst Bismarck nur das bet Bletchröder depouirte Baarverwögen.
Berlin, 8. August. Fürst Bismarcks Sozialpolitik. Eine der wichtigsten Reformen des Fürsten B.S- marck auf dem innerpolitischen Gebiet ist seine Arbeiterschutzgesetzgebung. Zwar zeigte er fich zunächst nicht geneigt, seine Hand zu einem solchen Vorgehen zu bieten, aber nachdem er fich von der Nothwendigkeit überzeugt hatte, daß es eine der vornehmsten Aufgaben einer staatserhaltenden Politik sein wüffe, daß der Staat fich seiner hilfsbedürftigen Mitglieder annehme und die besitzlosen Klass-n durch erkennbare directe Vorrhetle zu der Erkenntniß bringe, den Staat als eine Institution auch zur Wahrung ihrer Bedürfniffe und Jntereffen anzuirhen, als er in solchen Maßnahmen ein wirksames Mittel zur Bekämpfung der Socialdemokeatie erkennen zu müffeu glaubte, trat er mit aller Entschiedenheit für eine derartige Socialpolitik ein. Die Grundlage für die sociale Gesetzgebung boten die Gesetze über die Haftpflicht der Eisenbahnen und industriellen Unternehmer sür die Folgen von Betriebsunfällen vom 7. Juni 1871 und über da- HilfSkaffenwesen von 1876. Beide Gesetze hatten nicht den gewünschten Erfolg, da fie auf die örtliche Versicherung beschränkt waren. Schoa im Jahre 1873 hatte der Reichstag den Reichskanzler aufgesordert, eine Enquete über den Arbeiterschutz vorzunehmen. Dieselbe erfolgte in den Jahren 1874 und 1875 und wurde 1877 veröffentlicht. Aber Jahre vergingen, ehe sich aus dem durch die Enquete gewonnenen Material positive Vorschläge ergaben. Erft am 17. November 1881 kündigte die vom Reichskanzler dem Reichstag übermittelte kaiserliche Botschaft an, daß „bte Heilung der socialen Schäden nicht ausschließlich aus dem Wege der Repression der Soctaldemokratie, sondern gleichmäßig auf dem der pofitiven Förderung des Wohle- der Arbeiter" gesucht werden solle. In verhältniß- mäßig schneller Folge wurden, wenn man die Schwierigkeiten der neuen Materie gebührend in Rechnung zieht, die Gesetze für die Kranken-, die Unfall- und die Alters- und Invaliditäts- Versicherung berathen und in Kraft gesetzt. So wurde das Krankenverficherungsgesetz am 15. Juni 1883, das Unfall- verficherungSgesetz am 6. Juli 1884 und daS Alters- und JnvaliditätSgesetz am 22. Juni 1889 im „Reichsgesetzblatt" publicirt. Die Anfangs nur auf die induftriellen Betriebe angewandte Unfallversicherung wurde schon durch das Er- gänzungSgesetz vom 28. Mai 1885 aus die TranSportbetriebe, durch die Novellen vom 5. Mai 1886 auf die Reichsbetriebe, besonders die der Heeresverwaltung, und auf die land- und forstwirthschaftlichen Betriebe, und endlich durch die Novellen vom 11. und 13. Juli 1887 auf die Bauarbeiter und Seeschifffahrtsbetriebe ausgedehnt. Schon bei der Einbringung der Gesetze wurde mit allem Nachdruck von der Regierung beiout, daß nichts Unfehlbare« geschaffen werden könne, da die Materie neu sei uvd die Erfahrungen fehlten. So find ja auch seit dem Scheiden des Fürsten Bismarck aus dem Amt ans Grund der inzwischen gezogenen Consrquenzen mehrfache Novellen angenommen, und für die nächste Session stehen weitere Vorlagen in Ausficht. Die „Sociale Prox s" schreibt zur Beurtheilung dieser BiSwarck'schen Werke: Diese Gesetze find verbefferungSsähig, theilweise verbrfferungSbedürftig. Sie konnten nicht aus einem Guß vorgelegt werden- Schritt sür Schritt mußte die deutsche Volksvertretung an diese neuen Probleme gewöhnt werden. Der vielgewandte Diplomat glaubte dazu des rothen SchrrckenS der Soctaldemokratie za bedürfen, er glaubte die Reform mit dem politischen Ber- machtniß und Namen des Kaisers Wilhelm I. decken zu müssen. Der politische Nebenzweck schmälert sein Verdienst nicht, die Idee durchgesührt zu haben, die dazu drängt, „die Kosten
wirthschastllcher Nothverficherung jeder Art von ürdeitS- unfähtgen zu einem Faktor des uothwendigen Lohnes und za einem Posten der ProduetionSkosten zu machen". „Wie auch die geistige Urheberschaft des Gedanken« der Arbeiter- verficherung fich Vertheile, ungleich größer als das Verdienst der Anregung des Gedanken- ist dasjenige feiner geschichtlichen Durchsetzung. Diese- Verdienst gebührt vor Alle« dem Kaiser Wilhelm I. und dem Fürsten BiSmarck", so urtheilt Schäffle. Es gehörte die Kampfes- und Trutznatur, die Herrscherseele BiSmarck« dazu."
Kiel, 4. August. Der Mannschaftsbestand der deutschen Flotte vertheilt fich nach der amtliwen Liste gegenwärtig folgendermaßen: Auf den in Dienst blfiadltchen Geschwaderschiffm find 4753 Deckosfiziere, Unteroffiziere und Mannschaften vorhanden, auf den TorprdodivifionS- und Torpedobooten 678, auf den Cadetten- und Schiffsjungen fchulsch ffen 2024, auf den Artillerie- und Torpedoschnl- schiffm 1413, auf den sonst tu Dienst befindlichen Schiffen zu UebungS- und besonderen Zwecken, Probefahrteure. 1597, auf Sch ffen in onßerhetrn,scheu Gewässern 4972 und auf den KasernenhulkS und am Lande 8078 Mann. Im Ganzen beträgt die Zahl der Mannschaften also 23515, im Bo jahre dagegen 22114. Da« Seeosfiziercorps zählt gegenwärtig 1198 Köpfe gegen 1135 im Vorjahre.
Budapest, 8. August. Nach einer Blättermeldung soll demnächst em ungarisches Eisenbahn-Ministerium errichtet werden.
Lemberg, 8. August. Der „Karjer LowSki" meldet aus Wien: Angeficht» der von Baron Banffh bei den diesmaligen Conferrnzen eingenommenen Haltung soll von österreichischer Seite die Demisfion Banffy« gewünscht worden sein.
Genua, 8. August. Laut einer Meldung de« „Seccolo" bot Italien seine Vermittelung in dem Grenzstreite zwischen Chile und Argentinien an.
CocaUs und provinzielles.
m. Sich, 8. August. Prinz Reinhard zu SolmS- HohensolmS-Ltch, Premier-Lieutenant im Regiment der Gardes du Corps, hat fich am 6. d. Mts. zu Berlin mit der Gräfin Marka zu SolmS-Sonnewalde verlobt.
A AuS dem uördlicheu Oberheffeu, 8. August. Der überaus regnerische Character der ersten Hälfie des heurigen Jahre« war gewiß nach Niemandes Sinn, am allerwenigsten aber nach dem deS LandwirthS. Er gab fich deshalb auch einer nichts weniger al« optimistischen Erwartung hin. Die landwirthschastlichen Berichte au« dem ersten Halbjahr klingen alle in dieser Tonart. Der Ausfall der Kornernte aber wie auch daS zu erwartende Ergrbniß der anderen Getreidearten, da« nun sicher steht, machen die diesjährige Ernte zu einer ganz vortrefftich-n. Eme solche Kornerme wie gegenwärtig ist lange nicht dagewrsen. Die Scheunen werden fast allein voll von der reichen Kornernte, so daß sicherlich in diesem Jahre der Platz zum Unterbringen der Frucht mangeln wird. Wohl wögen j, die Aebren etwa« weniger vollkommen sein, aber da« Körnerergebniß muß doch nach der Menge deS KornS reichlicher denn sonst aussallen. Dazu hat eine vortreffliche Erntewoche da« Korn rasch im Felde auSröften lassen, so daß jetzt schon daS meiste eingefahreu werden konnte. Da in unserer Gegend der Roggenbau den Haupttheil der Getreidecultur auSmacht, so kann man leicht den sehr guten Ausfall der Kornernte schätzen. Nicht minder vortrefflich stehen aber auch Weizen, Hafer und Gerste. Letztere nur ist etwas kurz im Halm geblieben, Hafer aber hoch und üppig herauSgewachsen. Wo man in diesem Jahre viel Weizen gebaut, ta giebt eS gleichfalls reiche Erträge. Dazu eine Futterernte wie selten, die Heuböden gefüllt und die beste Aussicht auf die Grummeternte, an Grünfutter (Klee) kein Mangel. Somit nach den vorauSgegangenen mageren Jahren wieder einmal ein wirklich fettes Jahr.
x Au« dem südöstlichen Oberheffeu, 8. August. Zn welcher Vollendung unsere Gartengewächse durch eine rationelle Cultnr gebracht werden können, zeigt der Garten des Lehrer- Herrn Winter in Holzmühl. Hierin ftehen Zuckererb s en, welche die erstaunliche Höhe von 2*/, Meter erreicht haben. Ebenso zeigt da« Gemüse in diesem Garten einen Wach- und ehe Uepptgkeit, die Bewundirnng erregen.
vovnrischtes.
* 7. Allgemeiner Deutscher Fischereitag. Vom 19. bis 21. August d. I«. wird in Schwerin in Mecklenburg der 7. Allgemeine Deutsche Fischereitag vom Deutschen Ftschereiverein und dem Mecklenburgischen Fischereiverein veranstaltet werden. Seine Hoheit der Herzog-Regent Johann Albrecht von Mecklenburg hat geruht, da- Protectorat Über diese Tagungen anznnehmen und Seine persönliche Theilnahme in Ausficht zu stellen. Anmeldung der Theil- nehmer ist dringend erwünscht und wird bis zum 10. August
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