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6.9.1898 Erstes Blatt
 
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die Befürchtung unter den jetzigen Notaren vielfach hervor, daß durch die in dem Gesetzentwurf vorgesehene Ueberweisuvg seitheriger notarieller Functionen an die Amtsgerichte eine bedeutende Schmälerung ihres derzeitigen Einkommen« ein- treten würde. Anderseits erkennt man an, daß der Gesetz­entwurf den Notaren Rechte eioraumt, die ihre Lebensstellung als viel gesicherter erscheinen lassen wie bisher. Laut von Berlin hierher gelangter Nachricht kommt noch vor Ablauf dieses Monats die vielgenannte Simon Blad'sche Millionen- erbschaft zur Bertheilung. Nachdem die Städte Berlin, Mainz und Biogen sich auf Grundlage eines Vorschlags der Berliner Gemeindevertretung sich vor einiger Zeit mit der Schwester des Erblassers geeinigt haben, ist vor Kurze« die Schenkung von dem König von Preußen genehmigt worden. Während der Verhandlung mit der Schwester Blads sind nicht unbe­trächtliche Zinsen verloren gegangen.

Mainz, 4. September. Ja der Waggoosabrik der Firma Gastell hier hat soeben ein prachtvoller Salonwagen seine Fertigstellung gefunden, der von der Direetton der Main Neckar-Bahn für den Großherzog von Hessen in Auftrag gegeben worben ist. Der Wagen hat genau dieselbe Größe und innere Einrichtung wie der Wagen, welchen die genannte Firma vor einigen Jahren sür den Großherzog von Luxem­burg gebaut hat. Auch die Ausstattung ist gleich prachtvoll und unterscheidet sich dieselbe nur etwas tu dem Sttle und tu der Farbe, und bedtugte die letztere, bevor man dte Wahl ge­troffen hatte, ein längeres Ueberlegeu. Wenn wir recht unterrichtet find, berechnet sich der Salonwagen auf ctrca $0000 Mk. Bon der preußischen Eiseobahnverwaltuvg find noch drei ähnliche Salonwagen in Auftrag gegeben worden vnd zwar einer bei der Firma Gastell und je einer bei den Etseubahowagenwerken in Deutz und BreSlau.

(Berni, 2. September. Wie das Kaiserliche Patentamt ber hiesigen Handelskammer mttgetheilt hat, ist das Bild ber Ltebfrauenkirche zu Worm» als Freizeichen für den Weiohandel erklärt worden.

Oppenheim, 2. September. DaS Zugpersonal des heute Nachmittag pasfirenden Fraukfurt-Baseler Schnellzugs machte hier die Meldung, daß ein auf der Reise nach Straßburg befindlicher Capuciuermönch zwischen Mainz und hiesiger Station plötzlich verstorben sei. Da etu AuSsetzen der Leiche hier nicht angängig war, wurde sie nach WormS mit- Genommen, wohin telegraphische Benachrichtigung erging.

Xu» der $eit für die Seit

Vor 109 Jahren, am 6. September 1789, wurde zu Berlin ber berühmte Historien- und Portraitmaler Friedrich Wil­helm von Schadow geboren. Er wurde im Jahre 1826 Corneliu»' Nachfolger an der Kunstakademie zu Düsseldorf, wo er eine Reihe von Schülern um sich sammelte, welche durch ihre Leistungen bewirkten, daß dieDüsseldorfer Schule" der Münchener ebenbürtig zur Seite trat. Schadow starb om 19. März 1862 in Düsseldorf.

* Wehlar Die Ermittelungen über die diesjährige Obsternte im Kreise Wetzlar haben folgendes Ergebuiß: Die Kirschen brachten eine Mittelerute, die noch durch das au- hrltende Regrnwetter beeinträchtigt wurde. Der Behang der »epfelbäume ist durchschnittlich gering, eine gute Ernte haben nut die Gemeinden Groß-Rechtenbach und Kinzenbach |u erwarten. Birnen sind etwas besser als Aepfel. Die gwerschen versprechen im größten Tbeil deS Kreises eine gute ►il sehr gute Ernte, nur in der Bürgermeisterei Schöffen- grunb und in Bermoll gibt eS wenig oder keine Zwetschen.

Kreuznach, 2. Sept. Mit Bezugnahme auf die vor Kurzem hier stattgehabte TchöffengerichtS-verhandlung gegen Boehringer u. Söhne in Waldhof wegen Ankündigung

des bekannten EiseumittelS Ferratin, dte f. Zt. mit Frei- sprechuug endigte, theilen wir heute noch mit, daß die Amts- auwaltfchaft gegen das freifprecheode Unheil Berufung ein­gelegt hatte, dieselbe aber vor der weiteren Verhandlung zu­rückzog, so daß daS Unheil jetzt rechtskräftig ist. Ferratin ist fomit kein Geheimmittel und darf ungehindert angekündigt und verkauft werden.

Unterhaltungen in Bad-Nauheim

vom 6. September bis 11. September.

Dienstag den 6. September, Nachmittag- von 6 bis 7 Uhr und von 8 bis 10 Uhr: Concert der Kurcapelle auf der Terrasse. Mittwoch den 7. September, Nachmittag« von 5 bis 7 und von 8'/, biS 10 Uhr: Concert der Kurcapelle auf der Terrafie. Von 8', bis 10 Uhr spielt die Kurcaprlle Tänze und kann auf dem nordwest­lichen Theile der Terrafie getanzt werden. Abends 8 Uhr: Theater­vorstellung. Der Herr Senator. Donnerstag den 8. September, Nachmittags von 5 bis 7 und von 8 bis 10 Uhr: Concert der Kur­capelle auf der Terrafie. Freitag den 9. September, 'Nachmittags von b bis 7 und von 8 bis 10 Uhr: Concert der Kurcapelle auf der Terrafie. Abends 8 Uhr: Theatervorstellung. Zwei Wappen. SamStag dm 10. September, Nachmittags von 5 bis 7 Uhr: Concert ber Kurcapelle auf der Terrasse. Abmds von 8 bis 10 Uhr im Saale: Tanz. Vorläufige Anzeige: Sonntag dm 11. September, Nachmittags von 4«/, bis 7 und von 8 btS lO UHr auf der Terrafie: Doppel-Concert deü Bauer'fchm Gesangvereins aus Gießen und der Kurcapelle. Abends 8 Uhr im Saale: Zaubervorstellung deS Hof- künstlerS Belachini auS Marburg.

Spirlplan der vereinigtes Frankfurter Stadttheater.

CmtnDanl.

DienStagdm6.September: Hänsel und Gretel. C avalleria ruatioana. Mittwoch dm 7. September: Meistersinger. Donnerstag dm 8. September: Bajazzo. Regimentstochter. Freitag dm 9. September: Zigrunerbaron. SamStag dm 10. September: Czar und Zimmermann. Sonntag dm 11. September: Die Glocken von Corneville. Montag dm 12. September: Einmaliges Gastspiel des Kammersängers Vogl. Tristan und Isolde.

Schanspittdan«.

Dienstag den 6. September: Fromont junior, RiSler senior. Mittwoch dm 7. September: Die Stützen der Gesell, schäft. Donnerstag dm 8. September: Liebelei. Vorher: Das Gewitter. Freitag dm 9. September:. Othello. SamStag den 10. September: Seelenstürme. Hieraus: In Behandlung. Sonntag dm 11. September: Seelenstürme. Hierauf: In Be­handlung. Montag dm 12. September: Die Stützen der Gesellschaft. .Echch

Brodpreife

vom 4. bis 18. (September 1898.

Der hiesiger» »Ücker.

1 Kg. (2 Pfd.) Tafelbrod

2 Kg. (4 Pfd.) T-selbrod

1 Kg. (2 Pfd.) Weißbrot)

1 ,, (2 ) ., bei Heinrich Plank .

2 Kg. (4 Pfd.) Weißbrot)

2 (4 ) bei Heinrich Plank .

1 Kg. (2 Pfd.) Schwarzbrot)

1 n (2 ) bei Heinrich Plank

2 Kg. (4 Pfd.) Schwarzbrot)

2 (4 , ) bei Heinrich Plank

3 Kg. (6 Pfd.) Schwarzbrot) Der auswLrtiger, Ȇcker.

1 Kg. (2 Pfd.) Weißbrot) bei L. Steinmaller, Gr.-Linden L. Schmidt, Gr.-Linden W. Weitzel von Lang-Göns

2 Kg. (4 Pfd.) Weißbrot) bei Joh. Kd. Veite v. Kirchgöns L. Steinmüller, Gr^Lindm L. Schmidt (Großm-Lindm) W. Weitzel von Lang-Göns

n Wilh. Fabel von Wieseck

2 Kg. (4Pfd.)Schwarzbrot) beiJoh. Kd. Veite v. Kirch-GönS W. Steinmüller, Lang-Göns L. Steinmüller, Gr.-Linden L. Schmidt, Großm-Lindm W. Weitzel von Lang-GönS

G. Jacoby v. Altm-Bufeck

3 Rfl- (6 Pfd.) Schwarzbrot) bei Wilh. Fabel von Wieseck G. Jacoby o. Alten Buseck Ernst Christ von Wieseck

29 Pfg

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m Der BrodversLnfer.

iCei dm hiesigen Brodverkäufein bestehm dieselbm Preise wie bet dm hiesigm Bäckern.

Gießen, den 3. September 1898.

Großherzogliches Polizeiamt Gießen.

I. V.: Roth.___________________

Temperatur der Lahn und Lust nachReaumur gemeffen am 5. September, zwischen llu.ir Uhr Mittag-: Waffer 14'/,°, Luft 18°.

Rübsamen'sche Badeanstalt.

Neueste Nachrichten.

Dcpeschm de« Bureau .Herold*.

Berlin, 5. September. DemKleinen Journal wird au« Pari- telegraphtrt: Der Mtuisterrath beschloß dte Revision de« Dreyfu« - Prozesse- wegen falscher Zeugenaussage, nicht wegen der Illegalität.

Berlin, 5. September. Die Socieldemokraten de« Niederbarvimer Kreise- haben im Gegensatz zu den Genossen im Oberbarnimer Kreis die Betheiliguug an den Landtag«, wählen abgelehnt.

Marburg, 6. September. In Gönnern bei Biedenkopf entstand gestern ein Großfeuer, welchem 30 Gebäude zum Opfer fielen. Da- Elend ist groß, da fast Nicht- versichert war. Kinder sollen durch Spielen mit Zündhölzchen den Brand verursacht haben.

Pari-, 6. September. Frau Dreyfu- hat ein neue« Gesuch um Revision de- DreyfuS-Processe- an den Justizminister gelangen lassen. Während daS erste Gesuch die Anullirung de- Unheil- forderte wegen Mißbrauch- von geheimen Actenstücken, verlangt Frau Dreyfu- nunmehr die Casstrung de- Unheil- auf Grund deS Gesetze-, welche- auch al- Revifion-grund festsetzt, wenn einer der Zeugen gegen den verurtheilten einer falschen Z-ugenau-sage überführt wird. Henry war aber der Hanptbelastung-zeuge gegen DrehfuS.

Pari-, 5. September. Präsident Faure traf gestern Nachmittag hier ein und conferirte sofort mit den Ministern, welche zum Empfang am Bahnhofe erschienen waren. Im Elysee sprach er auch mit Cavaignac, der angeblich seine Demission zurücknehmen wolle. DerGauloi-" meldet ge- lüchtweise, da- Krieg-ministerium sei osficiell davon ver­ständigt worden, daß Esterhazy entschlossen sei sich selbst al­ben Urheber de« Bordereau« zu bekennen. Al- Nachfolger EavaignacS werden außer Frehcinet und Sausfier auch General Zurlinden und Unterstaat-secretär de« Ministerium- de« Innern, Balle, genannt.

Pari-, 5. September. Im gestrigen Ministerrath sprach sich Brisson dafür au-, daß Dreyfu- sofort nach Frank­reich gebracht werde, um der Revision seine- Prozesse« bei­zuwohnen.

London, 5. September. Die Meldung über die Ein­nahme von Khartum bestätigt sich nicht.

Loudon, 5. September. Da« englisch-eghptische Heer hat um Sam-tag den Khalifen in einer großen Schlacht vollständig geschlagen und darauf seine Hauptstadt Omdurman im Sturm genommen.

Man sollte nicht warten

gebraucht ist, sondern eS empfiehlt fich, alsbald einen Versuch mit derPatent-Myrrholin-Setfk" zu machen, wenn sich aufgesprungene, rissige Haut, Mitesser, Sommersprossen, Hautblüthen, unnatürliche Röthe 2C. einstellen; denn diese ärztlich so warm empfohlene, unüber­troffene hygienische ToUetteseife übt einen äußerst günstigen Einfluß au» alle diese Zustände auS. Ueberall, auch in den Apotheken, erhältlich. 360

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Mittwoch brn 7. Srptrmbfr I.I.,

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