am 11. October vorigen Jahres zu acht Monaten Gefängniß verunheilt worden war.
Ausland.
Wie», 3. Januar. Die Konferenz zwischen dem Mi« »ifterprästdenten Baron Gautsch und den Führern der deutsch böhmischen Abgeordneten In der TPracheus rage hat bereit- heute Vormittag begonnen. Wie von iusormirter Sette verlautet, hat diese Couferenz vorläufig nur einen informatorischen Charakter. Die Regierung soll entschloffen sein, selbstständig noch vor Zusammentritt des böhmischen Landtage- eine neue Sprachen Verordnung -u erlaffen und fie will dieserhalb vorher die Meinungsäußerungen der Partei« führer einholen.
Budapest, 3. Januar. D'e heutige Sitzung des Abgeordnetenhauses nahm einen ziemlich bewegten Verlauf. Zwischen mehreren Abgeordneten der Unabhängigkeits- Partei und dem Ministerpräfidenten Baron Banffy kam es wegen der Entscheidung in der Quoteufrage sowie wegen der ReujahrSrede BanffyS, in welcher er das Borgeherr der Unadhängigkeitspartei scharf tadelte, wiederholt zu stürmischen Auseinandersetzungen. Schließlich erklärte Banffy, daß die Regierung für alle Maßregeln in der Angelegenheit der Aufrechterhaltung de- status quo volle Verantwortung trage und daß durch da- unrichtige Vorgehen der UnabhäugigkeitS- Partei fich die Regierung nicht irre führen laffen werde.
Pari-, 3. Januar. In der Angelegenheit Esterhazy gab General Saus fier seinen Spruch in folgender Form ab: „Major Esterhazy wird an das erste Kriegsgericht zu Paris verwiesen. Die Verhandlungen werden unter Ausschluß der Oeffentlichkeit am Montag, den 10. ds., in der Kaserne „Cher ehe Midi“ stattfinden.
Pari-, 3. Januar. Der „Temps" bemerkt, die Meldung von dem Eintreffen der Expedition unter Major Marchand in Fashoda oder gar in der Gegend von Khartum fei tendenziös und bezwecke, die öffentliche Meinung in England aufzuregen. Keinerlei aus französischer Quelle stammende Meldung gestatte die Annahme, daß Marchand die gegenwärtig unter der Oberhoheit Frankreichs stehenden Gebiete überschritten habe.
Madrid, 3. Januar. Der Führer der Aufständischen auf den Philippinen, Aguinaldo, ist in Hongkong einge- troffen. Er weigerte fich einem Berichterstatter gegenüber, fich über seine Pläne für die Zukunft aukzulaffev. Vorsichtshalber wird eine aus 22,000 europäischen Soldaten bestehende Armee auf den Philippinen bleiben.
Petersburg, 3. Januar. Diplomatische Kreise bezeichnen die russisch-englischen Beziehungen wegen deS agresfiveu Vorgehens Englands in Ostafien als sehr gespannt. Die Blätter drohen England, falls es Rußland in Ostasieu Schwierigkeiten bereite, daß Rußland Conflicte herbetrufeu würde, die in der Erhebung eines allgemeinen Aufstandes aller England bisher unterworfenen astatischen Völker bestehen würde. Man spricht von einer weiteren Vermehrung der russtschen Kriegsschiffe in den chinesischen Gewäffern.
Locales tmfc j-rovinzrelles.
Gieße», den 4. Januar 1898.
•* Auszeichnung. Seine Königl. Hoheit der Groß'- Herzog haben Allergnädigst geruht, am 1. Januar dem Oberamtmanu Rudolf Wernicke zu Fischbach daS Goldene Ehrenzeichen für 25 Dienstjahre, — dem Gehilfen de» Ge- metndeeinuehmerS in AlSfeld, Georg Schopbach daselbst, das Allgemeine Ehrenzeichen' mit der Inschrift „Für Verdienste" »u verleihen.
Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten- Berfammlung Donnerstag den 6. Januar 1898, Nachmittags S1/^ Uhr pünktlich: 1. Gesuch de- L. Seuling um Erlaubniß zur Errichtung eines Fabrikgebäude» und zweier Hallen in der Nähe der Margarethenhütte. 2. Baugesuch de» Heinrich Winther für die Verlängerung der von der Moltkestraße nach dem LudwigSplatze pro- jectirtm BerbiudungSstroße. 3. Unterhaltung de- städtischen ThorhauseS am Neuenweg. 4. Abgabe von Fichieu-Deckretsero au- der Hand. 5. Den Ausbau der Wilhelmftraße zwischen Ludwig»- und Ebelstraße. 6. Ausbau der Louystraße. 7. Lieferung von Baumschutzkörben für Baumpflanzungeo. 8. Erhöhung städtischer Trottoir». 9. Pflasterung der Frank- furterstraße zwischen den Oberhesfischen Eisenbahnen und der Wilhelmstraße. 10. Gesuch de» Deutschen Verein» für da» FortbildungSschulweseu um Derwilliguug eines Jahresbeitrags. 11. Den Voranschlag des Großh. Realgymnasiums und der Realschule sür 1898/99. 12. Der Voranschlag deS GaS- und WafferwerkS pro 1898/99. 13. Gesuch de» Johanne» Altensen um Erlaubniß zum WirthschaftSbetrieb im Hause Bruchstraße 12. 14. De»gl. de» Friedrich Jordan im Hause Ludwigstraße 6. 15. DeSgl. de» Carl Weidtmann im Hause Frankfurterstraße 83. 16. DeSgl. deS Carl Lenz für daS Hau» Liebigstraße 64.
♦ * Vorträge über das Bürgerliche Gesetzbuch. Mittwoch den 12. Januar, Abend» 6 Uhr, beginnt Herr Land» gericht-rath Müller im Sitzungssaale der Strafkammer de- hiesigen Justizgebäudes mit feinen Vorträgen über das Bürgerliche Gesetzbuch, Allgemeiner Theil. Die Borträge find zunächst bestimmt zur Einführung der GertchtSaffefforen und GerichtSaccesststen in da- Studium der neuen Gesetzgebung, doch werden dazu auch die Mitglieder der hiesigen Gerichte, der Staatsanwaltschaft, der Recht-anwaltschaft, sowie wer sonst sich dafür interesfirt, eingeladen.
Zur Rechtsanwaltschaft -ugelaffen wurde am 1. Januar der Rechtsanwalt Dr, Rudolph Schauer von Mainz bei dem Landgericht der Provinz Rheinheffev.
♦ •H. Stadttheater. Der Ehrbegriffe in unserem modernen Klaffen- und Kastenstaat giebt's verschiedene — fie versucht Graf Traft in Sudermanns Schauspiel „Die Ehre", das gestern Abend ausgeführt wurde, zu erläutern und kommt zu der überzeugenden Behauptung: Geld allein schafft Ehre. DaS
Werk ist Sudermann- epochemachender Erstling, erlebte auch hier schon eine Aufführung und wurde damal« besprochen, sein Inhalt dürfte bekannt sein. DaS Hauptsächliche in dem Stück, sein Gehalt, steckt in der Erläuterung deS Ehrbegriffs und in der Wirklichkeit, mit welcher moderne Berhältmffe und Ansichten sowohl in Hinterhaus- wie Borderhausseeuen wiedergegebru werden. — Die Darstellung war recht tüchtig und dank dieser Thatsache kam das treffliche Schauspiel an und für fich zu großer Wirkung mit vollen Ehren. Herr Janson spielte den RobertHeinecke zwar als kanstiechnische Mufterleistung, aber nicht mit Ueberzeugung. Da war Manche- unverstanden und nicht empfunden. Fleißige Arbeit verrieth die Leistung, aber fie genügt nicht, sofern fie die Seele des menschlichen Empfinden- vermiffen läßt. Einzelne Scenen im dritten Acte gelangen dem Künstler überaus gut und erfüllten beinahe die gestellten Forderungen. Den alten Heinecke characterifirte Herr Forsch zwar auch nicht ganz einwandfrei, aber annehmbar. Frau Kruse als deffeu Frau führte die Rolle in etwas breit behaglicher Weise durch. Die Tochter Alma, das leichtfiunige, genußsüchtige, naiv-kluge Prototyp einer in ärmlichen Verhältnissen aufwachsenden Mädchenklasse der Großstadt, spielte Frl. v. Winterstein in glaubwürdiger Weise. Da« Ehepaar Michal-ky wurde von Herrn Lieb sch er und Frl. NatusiuS vortrefflich realistisch wiedergegeben. Herr Fritzschler al- Graf Traft bot eine gewohnt gute Leistung, desgleichen Frl. W ü r d i g al- Leonore; ersterer mit weltmännisch-philosophischer Ruhe und Klarheit der Gedanken, letztere mit Leidenschaft und der offenen Kundgebung deS instinktiv-richtigen Erfaffen» des Ehrbegriff». Herr und Frau Commerzienrath Mühlingk wurden durch Herrn Dos er und Frau Keßler repräsentirt- beide waren im Spiel gut, jedoch farblo- in ihrer Characterzeichnung. Herr Böhm gab in Curt ein treffliches Spiegelbild der Jeuneese doree, Herr Albrecht desgleichen de» Gecken Stengel, sowie Herr Fellner die Refervelieute- nants-Aufichten de- Lothar Brandt, letzterer hätte jedoch in Sprache nicht so hausbacken und in Haltung noch ungezwungener sein dürfen. — Da» fich für Sudermann interesfirende, ziemlich zahlreich erschienene Publikum quittirte für die Darbietung de- genuß- und inhaltsreichen Werke- mit reichen Beifallsbezeugungen.
♦ ♦ Stadttheater. Am Mittwoch den 5. er. geht der Lauf- - Kraatz'sche Schwank „Die Logenbrüder" zum dritten Male in Scene. — In Aussicht genommen ist für Freitag den 7. er. da- Doppel-Gastspiel de- Character- darstellerS Herrn Rudolf Poffiu vom Hof- und National- theater in München, sowie des Fräulein Tilde. LipSki vom Wiesbadener königlichen Theater.
• • Oeffeutliche Bibliothek und Lesehalle. Im Anzeigen- theil der vorliegenden Nummer befindet sich ein von einer größeren Anzahl Herren au» allen Kreisen der Einwohnerschaft unterzeichneter Aufruf zur Gründung einer öffentlichen Bibliothek und Lesehalle in Gießen. Alle, welche fich für da- Zustandekommen eines für unsere Stadt segensreich wirkenden Instituts intereffiren, find zu einer Besprechung auf Montag den 10. Januar, Abends 8*/, Uhr, in das Cafe Ebel eingeladen.
• • Kaufmännische Fachschule. Die neue Einrichtung, wonach für CommtS, ältere Kaufleute und Herren aus anderen Ständen BortragS-Curfe abgehalten werden, hat fich sehr gut bewährt. Den ersten Cursu», welcher vom 7. October bis 16. December abgehalten wurde, besuchten 21 Herren. Die Vorträge fanden an jedem Donnerstag Abend von 9 Uhr au statt und wurden unter theilweise schriftlicher Darstellung in so verständlicher Weise gehalten, daß die Theilnehmer ihre volle Befriedigung ausdrückten. Wie nun beschloffen, soll vom 13. Januar bis Ende März ein zweiter CursuS abge- halteu und darin Wechsellehre, Civil- und Wechselprceeß, so weit eS das BeitreibungSverfahreu betrifft, sowie der sechste Abschnitt deS neuen Handelsgesetzbuches — Rechte und Pflichten der Priucipale und Handlungsgehilfen enthaltend —, welches am 1. Januar d. I. in Kraft getreten ist, gelehrt werden. E» bietet also dieser zweite Bortrags-CursuS nicht nur für den Kaufmann, sondern auch für den Gewerbetreibenden paffende Gelegenheit, fich mit manchem für das practische Leben Nützlichen bikanut zu machen. Anmelde- Listen liegen im Kaufmännischen BereinShause, sowie bei dem Vorsitzenden, Herrn Orbig, Bahnhofstr. 30, offen.
* • Folge» der Reujahrsfchitßerei. In dem Orte Wer- dorf haben mehrere junge Burschen mit einer sogenannten Schlüffelbüchse geschoffen. Hierbei wurde ein zuseheuder zehnjähriger Junge so gefährlich an einem Ange verletzt, daß ihm daffelbe in der Gießener Klinik herauSgenommen werden mußte. — Auch in Aßlar ist bei der gleichen Beranlaffung ein zehnjähriger Junge am Auge beschädigt worden. Er liegt ebenfalls in der hiesigen Klinik.
♦ ♦ Die Fleischlieferung für die hiesige Garnison und das Militär Lazareth ist folgenden Metzgern übertragen worden: Louis Bogt, Neuenweg (Ochsen-, Rind- und Kalbfleisch), Aug. Hillg ardt, Kreuzplatz (Schweinefleisch re.), Hofmetzger Möhl (Hammelfleisch).
• * vesihwechsel. Bauunternehmer Nauheimer verkaufte an Profeffor Krüger die von demselben bisher bewohnte Billa Löberstraße 22.
* * Bo» der Etadtkirche. ES ist aufgefallen, daß die Stadtkirche Abend» erleuchtet war, trotzdem darin kein Gottesdienst gehalten wird. Die Beleuchtung, sowie Heizung geschah auf Kosten des Orgelbauer«, welcher die Schreinerarbeiten für bafr neue Orgelgehäuse herpellen läßt. Da» in der Stadt curfireude Gerücht, daß diese» Gehäuse, in der Fabrik Hergestell;, beim Aufschlagen nicht gepaßt habe und nun vergrößert werden müsse, entspricht nicht den Thatsacheu. Der Orgelumbau ist in 3—4 Wochen beendet und steht daun der Benutzung des Gotte-Hause» nichts mehr im Wege.
• • Bom Wartrsaale 3. und 4. Klaffe. Der Wartesaal 3. und 4. Klaff« in unserem BahuhofS-Empfangsgebäude ist unter Htnzunahme des ehemaligen FärstenzimmerS um stark
ei« Drittel seine» bisherigen Raume» vergrößert worden- Die Erweiterung erwie» fich al» überaus nothweudig.
Z» dem Dea«tendesoldmtg».Gefetzenl»urf habe» nun- mehr auch die Gerichrsschreiber-ASpirante» deS GroßherzogthumS einen Beitrag geliefert und um Aufbrffe- rung ihrer GehaltSvcrhSltniffe ersucht. Die Regierung hat in dem Budget für 1897/1900 das Höchstgehalt der Ge- richt-fchreiber-ASpiranten, welche daS 29. Lebensjahr zurück- gelegt haben, auf 1250 Mk. jährlich festgesetzt, die Petenten bitten aber, ein Höchstgehalt bis zu 1600 Mk. zu bewilligen. Dem eingehend begründeten Gesuch ist ein Berzeichuitz der bei den Amtsgerichten beschäftigten GerichtSschreiber-ASpirantr» und deren seitheriger Jahresgehalt beigefügt, au» dem zu ersehen, daß die jetzigen Grhälter schwanken zwischen 400, 550, 600, 720. 800, 900, 1000 bis 1200 Mk.
• • Der Verband der Erwerbs- und Wirthschaftsgenofferr- schäften in der Provinz Oberheffeu hielt am 27. Drcember v. I. im Case Ebel seinen achten Berbandstag ad, welchem al- Vertreter der Staatsbehörde Herr Provinzialdirector Ge- hrimrath v. Gagern beiwohnte. Die Verhandlungen waren von großem Jutereffr und betheiligte fich Herr Geh.'Rath v. Gagern lebhaft au Paukt 2 der Tagesordnung. Der Verband besteht z. Zt. an» 47 Vereinen- er wurde 1890 gegründet und staud seit dieser Z-it unter der verdienstvolle« Leitung seines Gründers, Herrn Rendant Doering in Gießen. Leider mußte derselbe wegen Amtsüberbürduug sei« erfolgreich geführte- Amt als Derbandsdirector viederlegen. Au feine Stelle wurde Herr Postsecretär i. P. Mayer tu Gießen gewählt, welcher die Geschäfte am 1. Januar d. I. übernommen hat. Damit die Kraft deS Herrn Doering dem Verbände erhalten bleibt, übernahm derselbe die Stelle de» stellvrrtretenden VerbandSdirector», welche bisher Herr Mayer innehatte. Der Verband hat besonder- den Zweck, daß die Kaffen mindestens alle zwei Jahre der gesetzlichen Prüfung durch einen sachverständigen Revisor unterworfen werden. Für Geuoffenschaften, welche einem RevifionSverbande mcht angehören, wird der Revisor durch daS Gericht bestellt. Bei dem geringen Betrage von 10 Mk, welche ein Verein jährlich zur Berbaud-kaffe beiträgt, ist e» eigentlich kaum erklärlich, warum diejenigen Vereine, welche einem Verbände nicht angehören, und deren eS noch eine ganze Anzahl in der Provinz gibt, in ihrem eigensten Jntenffr dem Verbände nicht beitreten. Der Verband hat in neuerer Zeit eine Centralkaffe eingeführt, in welche von den Vereinen die zeitweise nicht verwendbaren Gelder eingelegt und an andere Vereine des Verbände-, welche Geld bedürfen, gegen einen Zinsfuß von 31/, pCt. abgegeben werden. Die Ernrchtung hat sich sehr bewährt.
* • Auf die große Berbrritung der Aufichtspostkatte» wird in der soeben erschienenen Statistik der Reichspostverwaltung die ungewöhnliche Steigerung des gesammten Postkarten- Verkehr- zurückgeführt. Diese betrug im Jahre 1896 gegen da- Vorjahr volle 8,3 pCt., bei den Briefen 3.7 pCt. Im letzten Sommer find allein bom Kyffhäuser 148000, vorn Nationaldenkmal auf dem Niederwald 128 000, vom Brocken 120000, von der Wartburg 118000, von der Bastei 77000, bom alten Schloß in Heidelberg 36000, bom Feld- berg 27000 Postkarten abgesandt worden. Uebertroffen werden diese Zahlen noch bon dem Postkarteuberkehr auf AuSstellungSplätzen. Die Zahl der bon drr Berliner Gewerbe- und Industrie-Ausstellung abgesandten Postkarten beträgt nahezu 1400000, diejenige beim Postamt der Hamburger Gartenbau-Ausstellung 572000. Bei der Berliner Gewerbeausstellung belief fich die Zahl der Ansichtskarten täglich auf 9826. Bon dem Betrage von 20'/, Millionen Mark, auf welchen daS Porto für Postkarten des inneren Verkehrs veranschlagt wird, kommt demnach ein ansehnlicher Theil auf die Frankatur der AnfichtSpostkarten.
* * Au Amerika verstorbeueHeffe», In Newyork: Peter Lang, 68 Jahre alt, von Alzey. In Cincinnati, O.: Louisa Momberg, geb. Rühl, 46Jahre alt, auS Nauheim. In Detroit, Mich.: Fritz Myll, 61 Jahre alt, von Gießen. In Piqua, O.: Peter Heinrich Karnehm, 70 Jahre alt, au- Heffeu-Darmstadt. In Shebohgan, Wi«.: Fra« Wilhelmine Erb, geb. Wagenknecht, 60 Jahre alt, au- Rodheiw. In Newyork: Georg Romig, 51 Jahre alt, au- Heffen-Darmstadt.
* * Wetterbericht. Bon Osten und Südosten her hat ein barometrische- Maximum einen gewaltigen Borstoß in westlicher Richtung gemacht, wobei der Luftdruck allenthalben sehr bedeutend gestiegen ist. Im größten Theile von Central- und Südeuropa beträgt die Jntenfi.ät der Barometerstände heute wieder mehr als 770 Millimeter. Starke Depressionen lagern Über Skandinavien mit einem Ccntrum über Lappland, sowie im äußersten Westen. In den continentalen Lagen bestand am Morgen theil- ruhiges und, abgesehen von Morgennebeln, vielfach heiteres Wetter. Im AlpenvoriLnde lagen die Morgentemperaturen wieder über dem Gefrierpunkte, während fie im Norden Süüdeutschland- beträchtlich unter denselben gesunken waren. Die Hochstationeu verzeichneten Nacht- leichten Schneefall. — Voraussichtliche Witterung: Zunächst keine wesentliche Aeuderung.
— Alleudorf a. d. Lda., 1. Januar. Die Errichtung der in Aussicht gestellten Kleinkind erschule ist jetzt vollständig gesichert, da in jüngster Zeit beträchtliche Geldspenden eingingen. Die höchste freiwillige Gabe einer hiesigen Familie erfolgte am heutigen Neujahr-tage im Betrage von 50 Mk., zwei gleiche Beträge und sogar mehrfach solche von 100 und 200 Mk. kamen von auswärts, manche ganz unerwartet-. Wenn aber die Anstalt von Bestand bleiben soll, darf e» auch in Zukunft an solchen Gaben nicht mangeln. Da» zur Verfügung stehende Capital beträgt jetzt über 1000 Mk. Vermöge desselben, sowie durch die günstige MiethSgelegenheit ist wenigstens ein befriedigender Anfang ermöglicht und nach dem mit einem Schwesternhaus abgeschlossenen Vertrag betreff» einer Lehrerin soll die Schule am 1. April d. I. beginnen.
x Rnddingshause», 2. Januar. Unsere im Jahre 1892


