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Gießener Anzeiger
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Wenalmt non Anzktgr» ja brr Nachmittag- für bm jeigmbrx Zag erfdjnnmbce Kummer bil Born». 10 Nhr.
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erscheint tägtlch mit Ausnahme bes Montag».
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Amts- unb Anzeigeblatt für den 'Kreis Gieren.
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Adresse für Depeschen: Anzeiger chletze«. Fernsprecher Nr. 51.
Amtlicher Theil.
betreffend: Bortrage über Obstbau.
Der Obstbautechntker Metz au- Friedberg beabfichtigt bk nachstehenden verzeichneten Orte des Kreise» Stehen zu besuchen zur Abhaltung von Vorträgen über Obstbau, verbunden mit pracitschen Unterweisungen an Obstbaamen. Alle Mitglieder de» Oberhesfischen Odstbauvereto» und Freunde bt» Obstbaue» find zur reger Betheiligung eingeladen.
Sonntag,
4. Sept. Nachm. 3 Uhr in Lauter Bortrag.
Montag,
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Sonntag,
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Hausen
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Die praktischen
Unterweisungen
an
Odstbäumen finden
gewöhnlich am darauf folgenden Tage vormittag» von 9 Uhr ab statt.
Am Sonntag den 11. September findet in Lich nach dem Bortrage eine verloosung einer Anzahl Obstbäume an die Mitglieder de» Oberhesfischen Obstbauverein», welche fich durch Mitglied»karte au-weisen, an» folgenden Orten statt: Lich, Bettenhausen, Birklar, Dorf Gill, Sberstadt, Lang»dorf, Maschenheim, Arn-Hain, Nieder-vessiageo, Ober-Besfiugen, Ober-Hörgern, Münster.
Den Herren Grohh. Bürgermeistern und Obmännern geben noch besondere Mittheilungen zu.
Gießen, den 31. August 1898.
Grohherzogliche» Kreisamt Gießen.
v. Bechtold.
Deutschlands neueste Kolonie
von CapttLn Hans Hensen.
(Nachdruck verboten.)
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Die europäischen Mächte in China. Die Noth- vendig kett eine» Stützpunkte». Chinesische Städte.
Seit länger al» 30 Jahren Seemann, habe ich die Reise irch der ostafiatischen Küste mehr al» ein Dutzend Mal ge- nacht und mich wiederholt Monate lang an derselben auf- schalten. Al» Steuermann und in den letzten zwanzig Jahren
Feuilleton.
Der Harten im Septemöer.
Oon 3- T. Schmidt, Kunst- und Handel-gäotner in Erfurt. ((Nachdruck verboten.)
Der September bringt bedeutsame Wendepunkte im Leben It3 Natur. Der Herbst kommt mit leisen Schritten au- stgogen. Ziehen wir dir Bilanz unserer Tdätigkeit im Garten. 10 wird fich Manche» finden, wa» wir hätten beffer machen lörnen. Aber da» ist nicht nur im Garten so. Bittere Iciahrungen zu sammeln, bleibt Keinem auf seinem Leben»- teze erspart. Im Garten kann man aber die Fehler wieder Iu: machen, denn der Natur kehrt jede» Jahr die Jugendzeit ftiück.
Bei anhaltendem Regen, wie er im September wohl «stritt, müssen wir aus unsere Zimmerpflanzen, die wir in he Sommerfrische de» Garten» geschickt haben, Obacht geben. Bk legen fie um und bewahren fie vor dem Tode de» Gr- ttiken». Zuviel Wasser kann jetzt verhäuguißvoll werden. 6ei stürmischem Wetter find Pflanzen mit großen Blättern schützt hiuzustellen. Zerrissene Blätter find häßlich. Leider besitzt unsere herrliche Mosa keine Raudrippeu, sodaß fie an xgiger Stelle bald unschön au»sehen wird. An solche windige Aktze bringen wir deshalb in Zukunft lieber Nicotiana colossea. Ganz zarte Pflanzen, z. B. Gloxinien, setzen wir bi schlechtem Wetter schon in» Zimmer. Im Uebrigen heißt H: So lange wie möglich Alle» draußen lassen!
Zu dem Herbstneupflanzen von Odstbäumen können wir HtztLöcher auSgraben, die herauSgenommeoe Erde mit Compost miichen und da» Loch wieder Men. Der Obstbau wird Ithtt in vielen Gegenden noch nicht veronoftgemäß betrieben, ßtLdero nur al» Lückenbüßer und im Raubbau, für unsere
al» Capitän eines Kauffahrteischiffe» war ich im Interesse meines Rheder» veranlaßt, die steigende Entwickelung der Handelsbeziehungen zwischen Europa und Ostasten mit aufmerksamem Auge zu beobachten, und ich hoffe deshalb, daß meine Schilderungen von Land und Leuten daselbst, insbe- sondere auch in der Provinz Schanlung und in Kiau-Tschou, für die Leser diese» Blatte» nicht ohne Interesse sein werden.
Während in ftüheren Jahrzehnten der Handelsverkehr zwischen China und den europäischen Culturstaaten sich im Wesentlichen auf die den Letzteren nach langem Andrängen geöffneten Küstenpunkte, in erster Linie Hongkong und Shanghai, beschränkte, entwickelt er sich jetzt in rapider Weise auch in anderen Gegenden, in Tientsin, südlich von Peking, in Hankau und anderen Hafenstädten des chinesischen Haupt- ftromes Jangtsekiang, in Tschifu rc. Die chinesische Regierung kommt nothgedrungen mehr und mehr zu der Einsicht, daß die bisherige Abgeschlossenheit des „himmlischen Reiches" sich nicht mehr aufrecht erhalten läßt, daß sie, wenn sie sich vor dcm drohenden Untergange retten will, Reformen einführen, der europäischen Civilisation da» Land öffnen muß. Geschieht dies, so bietet sich den Handeltreibenden uud exportirenden Rationen ein Feld, da» einerseits ein nahezu unbegrenztes genannt werden kann, wenn man die räumliche Ausdehnung und die Dichtigkeit der Bevölkerung ins Auge faßt, und andererseits den sehr hoch anzuschlagenden Bortheil bietet, daß es sich hier nicht um Gegenden handelt, welche, wie Central- afrika und auch ein großer Thell unserer ostafrikanischen Besitzungen erst zur Cultur herangezogen und für unsere Exportartikel aufnahmefähig gemacht werden müssen, sondern um Gebiete, die bereits auf einer hohen, wenn auch un- fremdartig anmuthenden Culturstufen sich befinden.
Es ist daher nicht zu verwundern, daß insbesondere England und Rußland, ersteres durch Indien, letzteres durch (Sibirien, China benachbart, feit geraumer Zeit die größten Anstrengungen machten, den Handelsverkehr mit China an sich zu reißen. Zu ihnen trat Frankreich, das jedoch durch den Feldzug von 1870/71 und die an diesen sich knüpfenden Regierungsveränderungen und inneren Schwierigkellen gehindert wurde, die bereit» errungenen Vortheile richtig au», zunützen, abgesehen davon, daß die Franzosen, wie die romanischen Nationen überhaupt, diejenige Summe von Eigenschaften, welche man unter dem Begriff de» Colonisation-' talente» zusammenfaßt, in minderem Maße besitzen, al» die germanischen Nationen. Da» zeigt am deutlichsten Algerien, da» trotz der Länge des Zeittaumes, in welchem es bereit- unter französischer Herrschaft steht, noch weit davon entfernt ' ist, eine französische Colonie im eigentlichen Sinne de- Wortes zu fein. Das zeigt ferner die Art und Weife, in welcher '
Nachkommen ist eine sachgemäße Anpflanzung und Pflege'guter Obstsorten die beste Lebensversicherung.
Wenn die Obsternte, namentlich an hochstämmigen Bäumen beginnt, so sei mau vorsichtig. Dicht neben dem Fruchtstiele fitzt unter den schützenden KnoSpenschnppen schon die Blüthe der nächstjährigen Frucht. Da» Beste bleibt immer da» Pflücken mit der Hand, und nur wo die» wegen der Höhe nicht möglich ist, nehmen wir einen Obstpflücker, am besten den mit Gnmrni- greiftrn.
Im Uebrigen werden die Obstbänme gegen Ende de» Monat» noch einmal von Kopf bi» zu Füßen gründlich gereinigt. Die Wasserschoffe find wegzuschneiden, die Baumscheiben zu lockern.
In den Gruppen de» Ziergarten» treten die Scheere, die Säge und das Messer im Laufe de» Monat» wieder in volle Thätigkeit. Jetzt schadet kein Schnitt mehr, e» gibt keine neuen Triebe wieder, aber an den noch belaubten Bäumen und Sträuchern können wir am besten sehen, wa» fort muß und in welcher Weise eine Durchficht am wirkungsvollsten ist. Die Gruppen müssen richtig durchforstet werden, nm den einzelnen Sträuchern Luft und Licht zu geben. Ein Hauptaugenmerk ist auf unterdrückte Spitzen junger Bäume rc. zu richten, die frei gewacht werden. Exemplare, die wir umpflanzen wollen, «erden jetzt bezeichnet. Loniferen können noch nrngepflanzt werden. Haben wir Rosen, mit deren Umsetzen nicht bi» zum Frühjahre gewartet werden kann, dann thnn wir die» jetzt, entfernen aber alle Blätter bi» auf je da» unterste Fiederpärchen.
Im Gemüsegarten häufeln wir jetzt Porrö an, die Pfeifen werden dadurch zart und bleichen. Ferner säen wir RabinSchen, Spinat, Wintersalat, Petersilie und Kohlrüben. Den Sellerie düngt mau nochmal».
Frankreich sich den dominirenden Einfluß aus Aegypten, den es zur Zeit der Eröffnung des Suezkanale» besaß, durch die Engländer vollständig wieder aus der Hand winden ließ. Auch die französischen Erwerbungen in Tonkin werden, nachdem die Anstrengungen des früheren Minister- Jule- Ferry, hier festen Fuß zu faffen, mehr an dem Widerstand seiner politischen Gegner in Frankreich, als an dem sich aus den localen Verhältnissen ergebenden Schwierigkeiten gescheitert sind, noch geraume Zeit hindurch ein Schmerzenskind Frankreichs bleiben.
In neuerer Zeit trat auch das an sich ja nicht große, aber von allen ostafiatischen Nationen bei Weitem am meisten Culturfähigkeit und Culturstreben bekundende Japan mit in den Vordergrund. Seine Erfolge in dem Kriege gegen China genügend in die Praxis zu übersetzen, wurde es freilich durch die europäischen Großmächte verhindert, und daß es seine Rechte auf Korea geltend machen könne, wird jetzt immer unwahrscheinlicher.
Erst in neuester Zeit gesellte sich da» deutsche Reich zu den Mächten, welche in China al» Factoren von Bedeutung zu gelten beanspruchen. Um zu wissen, wa» hierzu nöthig ist, muß man die inneren Verhältnisse Chinas kennen. Dem Namen nach wird es absolut regiert; in Wirklichkeit aber besitzen diejenigen Mandarinen, welche an der Spitze der Verwaltung der wichtigeren Provinzen stehen, einen so hohen Grad von Selbständigkeit, daß von einer straffen Centralisation, wie wir fie gewöhnt sind, gar nicht die Rede sein kann. In nicht seltenen Fällen durchkreuzen sie in so schlauer Weise, daß ihnen ein Verschulden nicht nachzuweisen ist, die Maß» nahmen des Hofe», und erschweren auf diese Weise in außerordentlichem Maße die Verhandlungen mit dem Letzteren. In ähnlicher Art handeln wieder die Chef» kleinerer Distrikte gegenüber den Mandarinen, so daß man, will man an einem bestimmten Punkte etwas erreichen, stets mit mindestens drei Factoren, der Regierung in Peking, dem Mandarin und dem Districtschef zu rechnen hat. Alle drei sind gewöhnlich voll der weitgehendsten Freundschaftsversicherungen, aber nur, um die Sache hinzuziehen, und sie, wenn irgend möglich, im Sande verlaufen zu lassen. Dazu kommt noch die zum Thell auf religiösem Fanatismus beruhende, durch die Priester de» Konfuthe immer wieder angesachte Feindschaft der groben Masse der Bevölkerung vieler Küstenstriche gegen alle Europäer, zu welcher sich besonders bei den Beamten derselben, ein manchmal geradezu komisch wirkendes Gefühl der Ueberlcgen» heit über die „abendländischen Barbaren" gesellt. Es liegt ' klar auf der Hand, daß unter solchen Umständen nur durch zum Mindesten genügende, wennwögltch imponirende Macht- entfaltung etwas zu erreichen ist. (Fortsetzung folgt.)
Der September bringt unfl auch die Blumenzwiebeln für die Zimmercnltur.
Da» Treiben der Blumenzwiebeln bereitet doppelte» Vergnügen, wenn man dieselben im Zimmer schon recht zellig, möglichst bereit» Weihnachten blühend haben kann. Zu diesem Zwrcke ist e» erforderlich, schon Mitte September die frühesten Zwiebeln einzupflanzen. Zu den frühesten Hyacinthen gehören die Sorten: Romaine blanche, Wilhelm I., Homerus, Emilios, Blanchard und Norma; zu den frühesten Tulpen die Duc van Tholl«®orten. Die früheste Tazette ist die Marseiller Treiblazette. Zum Einpflaozen verwendet man eine au» je zwei Theilen Mistbeet- und leichter Gartenerde und einem Theil Sand zusammengesetzte Erdmischuug. Bon Hyaeinthen nimmt man gewöhnlich je eine Zwiebel in einen etwa 10 Ctm. weiten Topf, von Tulpen und Tazetten je drei Zwiebeln in Töpfe, die so weit find, daß fich die Zwiebeln gegenseitig nicht berühren. Wir füllen die Töpfe mit der angegebenen Erdmischung und drücken dann die Zwiebeln so hinein, daß die Spitze der Zwiebel mit dem Topfrand in gleicher Höhe steht, worauf bann die Erde gut festzudrücken ist. Bei Narciffen und Tazetten darf der lange Zwiebelhal» den Topfrand überragen. Die bepflanzten Töpfe werden gut angegossen und daun in den Keller gestellt. Hier bleiben die gleichmäßig feucht zu haltenden Töpfe so lange, bi» die Zwiebeln gut bewurzelt find und einen kräftigen Trieb gebildet haben, worauf am Fenster der warmen Stube mit, dem Treiben begonnen wird.
Während wir aber schon wieder für die freundlichen Blumen sorgen, die unser Heim im Winter schmücken sollen, erfreuen wir un» draußen noch der letzten Rosen. Mit süßem Trost der Wiederkehr nimmt die Rose Abschied, und die Sonne, ihre beste Freundin, sendet ihr noch einen letzten LiebeSgmß.


