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4.2.1898 Erstes Blatt
 
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getreten sind, 71663 und an die Hinterbliebenen von Ver­sicherten 18 952, zusammen 90 615, bis zum 31. März 1897 92 706 und 24 540, zusammen 117 246, bis zum 30. Juni 1897 117 621 und 30 560, zusammen 148181, bis zum 30. Sep­tember 1897 140 972 und 36 253, zusammen 177 225 und bis zum 31. December 1897 171392 und 31591, zusammen 212 983 Beitragserstattungen.

Hiernach ist in der Zahl der laufenden Invalidenrenten, welche seit dem 1. Januar 1898 zum ersten Mal die Zahl der laufenden Altersrenten überschritten haben, während des Jahres 1897 eine ziemlich gleichmäßige erhebliche Steigerung eingetreten, während bezüglich der laufenden Altersrenten der Beharrungszuftand erreicht zu fein scheint. Bei den be­willigten Beitragserstattungen läßt sich nur eine langsame Steigerung erkennen.

Vermischtes.

Frankfurt a. M., 1. Februar. Gestern kurz vor Ab­gang des Zuges Nm. 881 vom Fahrthor rief eine Frau einer den Zug erwartenden Büglerin die Worte zu:Jose- sine, grüße alle herzlich von mir, ich heiße Minna!" Damit warf ste ihren Korb, ein rotheS Kopftuch und ein Paar Handschuhe weg und sprang oberhalb des Eisernen StegS in den Main. Au der Schleuse bei Niederrad wurde die Leiche einet neugeborenen Knaben geländet.

* Der Scat alö Lebensretter. Em eigenthümlicher Zufall war et, der dem Kaufmann Wiedemüller aus Gütersloh ge­legentlich des letzten Eisenbahnunglück« in Herne das Leben rettete. Während er nämlich zuerst in einem vorderen Wagen saß, wechielte er auf einer Zwischenstation seinen Platz, um in einem Hinteren Wagen Scat zu spielen,- die Scargesellschaft kam nun bei dem Unfall mit dem bloßen Schrecken davon, während die Reisenden in dem vorderen Wagen the'ls getödter, theil« schwer verletzt wurden.

Selbstmord eines Millionär». In Newyork erregt der Selbstmord des zehnfachen Millionärs Robert Rhine- lander, der anscheinend in den glücklichsten Verhältnissen lebte, großes Aufsehen. Er wollte mit seiner (Satt n eine Reise nach Europa unternehmen unb befand sich bereits an Bord des SchiffesParis". Eine halbe Stunde vor Abfahrt des Schiffes gab er feine Absicht auf, fuhr mit feiner Gattin «ach seinem großartigen Landsitz La Rochelle, der an die Besitzung von Wilh. R. Banderbilt grenzt, und wenige Mi­nuten später erschoß er sich in seinem Zimmer. Die Motive des Selbstmordes find ganz in Dunkel gehüllt. Gerüchtweise verlautet, die Ursache sei ein Zerwütfniß mit Vandrrbilt. Eines Tages verletzten VanderbiltS Hunde daßGrenzgesetz"

von La Rochelle, worauf Rhineläuder Fallen aufstellen'fließ und einige der kostbarsten Thiere des Krösus abfing. DaS führte zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen den beiden Nachbarn. Auch ein Grund zum Selbstmord l,Verrückte Welt!

Genügend quaftficirt. Hausfrau:Haben Sie auch Atteste über gute Führung?" Neues Mädchen:Ich laffe mich nur von Ciargiiteu aut führen!"

Gemuthlich Richter:Sie haben fich also mehrere Wochen vagabondtrend Herumgetrieben!" Strolch:Na, wat iS da nu so schlimm, Sie kommen man ja ooch erst aus die Ferien!"

Der PostdampsrrKensington" derRed Star Linie" in Antwerpen ist laut Telegramm am 1. Februar wohlbehalten in Newyork angekommen.

Gottesdtsak t» der Syuagogr

Samstag den 5. Februar 1898.

Vorabend 5 Uhr, Morgens 9 Uhr, Nachmittags 8 Uhr, Gchrift<rklLr««g, Sabbathausgang 610 Uhr.

Neueste Nachrichten.

Depeschen deS BureauHerold".

Berlin, 3. Februar. Prinzessin Heinrich von Preußen wird voraussichtlich den Winter über in Berlin bleiben.

Hamburg, 3. Februar. DaSHamb. Fremdenbl." meldet aus angeblich sicherer Quelle, der Rücktritt des Mi­nisters Thielen und seine Ersetzung durch den General v. d. Goltz sei beschloffene Sache.

Wien, 3. Februar. E-ne sehr ernste Vermahnung läßt der Rector der Wiener Universität für heute au daS schwarze Brett schlagen. Er warnt darin die Stu­denten, sich nicht zu Handlungen hinreißen zu laffen, welche die schwersten Folgen für ste und die Universität haben würden. Dagegen schlägt die Regierung in einem gestern den Rectoren mitgetheilten Beschluß mehr milde Saiten an. ES heißt darin, die Regierung wünsche möglichstes Entgegen­kommen gegenüber den Studenten. Ihre Rechte auf das Tragen der Abzeichen, Farben und Bänder wolle die Re­gierung anerkennen. DaS Verbot sei nur im Interesse der deutschen Studenten in Prag erfolgt. Ferner wird betont, daß die Prager Studenten gegenüber den tschechischen An­griffen sich sehr correct und lactvoll verhalten haben.

Wien, 3. Februar. Die deutsch^nationalen und

deutsch-liberalen Studenten an den Wiener Hoch­schulen find fest entschloffen, die Resolution des Leitmeritzer Studententages vorläufig bis Samstag durchzusühren und die Collegien nicht zu besuchen, fonbern diese durch jedes Mittel zu verhindern. Am Samstag erwarten fie die Auf­hebung deS Farbenverbots. Eine Ttudentenabordnung ver­langte vom Rector die Einstellung der Vorlesungen bis Samstag, was dieser für unmöglich erklärte. Darauf be- ichloffen die Studenten, gemeinsam zu striken. Nur der Besuch der Kliniken bleibt erlaubt. Der Rector drohte den Studenten, daß bei Störung der Vorlesungen da« DiScipiinarversahren gegen fie eingeleitet werden würde. An der technischen Hochschule ist die Aufregung noch größer. Die slavtschen Studenten wollen Störungen abwehren, so daß heute Conflicte zu erwarten sind. Die gestrige Rectorenconferenz beschloß, daß alle Profefforen in Prag, B ünn, Wien und Graz heute wie gewöhnlich die Vorlesungen eröffnen und wenn die deutschen Studenten dieselben ver­hindern wollen, nur der Gewalt zu weichen. In diesem Falle soll gegen die Störer nach den akademischen Gesetzen vorgegangen werden. Ministerpräsident v. Gautsch hat die Rectoren gestern empfangen. Er gab dabei eine Erklärung ab, welche betont, die Hochschulen seien Stätten der Lehre und Forschung und nicht der Schauplatz des politischen Ge­triebes unb unstatthafter Demonstationen. Der Staat werbe dergleichen keineswegs bulöen.

London, 3. Februar. Eine officielle Note besagt, baß unter den jetzigen Umftänben keine öffentliche Mittheilnng weder über die Nachrichten, daß England die Forderung von der Tröff'ung des HafenS Taliauwau als Freihafen zurück­gezogen hätte, noch über die GesandtenverHandlungen gemacht werden könnten. Viele Drahtberichte aus China enthielten Mitthellungen, von denen die Regierung keine Kenntniß habe, oder bie oft mit den bekannten Thatsachen in Widerspruch stehen.

Petersburg, 3. Februar. Die große Stadt Astrobad im TranSkaSpi-Gebiet ist gänzlich niedergebrannt. Die Bewohner find ohne Obdach und Nahrung, da alle Vorräthe mit verbrannt find.

Belgrad, 3. Februar. Ein hiefigeS Blatt behauptet, daß zwilchen der österreichischen und rusfischen Regierung Verhandlungen angeknüpfr sind betr»ffS der Autonomie von Macedonien. Ein Theil werde unter einen bul­garischen Gouverneur, der andere unter einen serbischen Gou­verneur gestellt werden.

Bombay, 3. Februar. General Luckh ardt hat wiederum s.'iae Abreise nach Europa ausgesetzt.

Stenograph en- Gesellsch aft Gabelsberger" in Gießen.

Wir machen hierdurch die Mittheilung, daß wir

Freitag den 4 Februar, Abends Sy2 Uhr,

in unserem V -reinslocal, Restauration Feidel (zur Bavaria), einen

IWI" Anfänger-Curs

in der Sabrlslrergtt'schen Stenographie sSeutsches Einheit-System)

eröffnen, zu desien Besuch wir höflichst einladen.

Honorar 6 Mk. Anmeldungen geschehen beim Beginn des Unterrichts. 1091 Der Vorstand.

Kutscher-Verein Gießen. Generalversammlung Samstag d. 5. Februar 1898, im Vereinslocal.

1228 Der Vorstand.

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Versteigerungen.

Samstag den 5. Februar 1898

Nachmittags 2 Uhr, tat Adler zu Gießen versteigere ich öffent­lich gegen Baar voraussichtlich bestimmt:

1 Wagen, 2 Betten, 1 Sopha, ein Kletderschrank, 1 Waschtisch, 1 Nacht­tisch u. f. w.

1245 «ttgel, Gerichtsvollzieher.

Versteigerung.

Dienstag den 8. «ebrnar, Vor, mittags IO1/. Uhr, soll in Hattenrod wegen AuSwandernS Folgendes gegen Baarzahlung versteigert werden:

1 Kd ( b-Id° «rSchttg,

1 Häckselmaschine,

1 Dickwurzmühle,

1 Säugpumpe,

2 Pflüge,

2 Kudgesckirre,

1 Vsuhlsaß, 1217

Heu, Stroh u. s. w.

M W. Grob

Hattenrod bei Reiskirchen.

Versteigerung.

Mittwoch, de« 9. d. Mts<, Mittags 2 Ubr, versteigere ich gegen Baarzahlung im Pfandlocal Seltersweg 11:

1 Rind, 1 Klavier, 1 Glas schrank,

1 Sopha und 1 Nähtischchen.

Gießen, am 3. Februar 1898.

1218 Mulch, VollziehungSbeamter

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